PayPal Aktie Prognose PayPal im Dornröschenschlaf: Das bleibt nicht ewig so

News: Aktuelle Analyse der PayPal Aktie

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PayPal
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PayPal fristet weiterhin ein Schattendasein. Den einstigen Überflieger und Performance-Garanten will wohl scheinbar niemand mehr haben.
Das wird allerdings nicht ewig so bleiben.

PayPal gehört über Jahre hinweg zu den großen Outperformern am Aktienmarkt. Den absoluten Siedepunkt erreichte die Geschichte vor kaum mehr als einem Jahr, auch wenn es sich so anfühlt, als wäre es eine Ewigkeit her.

Binnen weniger Monate schoss der Kurs von 82 auf über 300 USD und die Bewertung erreichte ein absurd hohes Niveau.
Zeitweise lag das KGV bei über 100.

Dass das viel ist, muss man niemanden sagen oder erklären. Dass das bei einem gereiften Unternehmen, welches längste Milliardengewinne einfährt und man nicht auf atemberaubende Gewinnsteigerungen bauen kann, überhaupt keinen Sinn ergibt, sollte ebenfalls klar sein.

Warum tut mir mein Kopf so weh?

Wer einen Blick in die Vergangenheit gewagt hätte, wäre auch zu einem interessanten Ergebnis gekommen. Vor dem Aktien-Hype des vergangenen Jahres lag die P/E von PayPal nie über 45.
Das hätte jedem Anleger zu Denken geben müssen, hat es aber scheinbar nicht.

Die vielen Anfänger, die sich damals an der Börse tummelten, kauften einfach, weil PayPal eben ein tolles Unternehmen ist.
Damit hatten sie sogar recht, aber das reicht an der Börse eben nicht aus.

Es ist ein Irrglaube, dass man nur gute Unternehmen kaufen muss, um an der Börse erfolgreich zu sein.
Es ist sicherlich ein guter erster Schritt, wer aber zu viel auf den Tisch legt, der bekommt, wie wir anhand von PayPal erlebt haben, am Ende trotzdem gewaltige Probleme.

Die Party hatte ihr unausweichliches Ende gefunden und mündete in einem Kater, der sich gewaschen hat.
Inzwischen ist es zu einer vollkommenen Umkehrung der Lage gekommen.

Die Bewertung von PayPal liegt nicht mehr beim Vielfachen vom dem der Vorjahre, sondern bei einem Bruchteil.
Die P/E ist von über 100 auf derzeit 19,6 (forward P/E) kollabiert.

Abliefern

An der Börse scheint gar nicht wahrgenommen zu werden, dass PayPal die schwierige Abwicklung des eBay-Geschäfts inzwischen hinter sich hat und die ganze Angelegenheit gut bewältigt hat.

PayPal ist schlank aufgestellt und für die Zukunft gewappnet. In den letzten beiden Quartalen hat man jeweils die Erwartungen übertroffen, die Prognose für den Gewinn erhöht und obendrein gehörige Buybacks beschlossen.

Sagenhafte 15 Mrd. USD will man für den Rückkauf eigener Aktien in die Hand nehmen. Beim aktuellen Börsenwert könnte man damit ein Sechstel der ausstehenden Papiere eliminieren.
Das würde für sich genommen bereits zu einem Anstieg des EPS um etwa 20% führen.

War da was?

All das scheint bisher nicht wahrgenommen zu werden. Eine positive Kursreaktion auf die Quartalszahlen vom 3. November ist bisher ausgeblieben.

Dabei lag der Gewinn mit 1,08 je Aktie weit über den Erwartungen von 0,95 USD. Der Umsatz übertraf mit 6,85 Mrd. die Analystenschätzungen von 6,82 Mrd. USD ebenfalls.

Die Prognose für den Gewinn im laufenden Geschäftsjahr wurde von 3,87 – 3,97 auf 4,07 – 4,09 USD je Aktie deutlich erhöht.

Dass die Aktie darauf nicht positiv reagiert hat, dürfte wohl darauf zurückzuführen sein, dass der Ausblick für das Transaktionsvolumen abermals gesenkt wurde, inzwischen auf „nur“ noch +10%.

Doch denken wir kurz darüber nach. Die allgemeine konjunkturelle Schwäche ist nicht hausgemacht und PayPal gelingt es trotz des zunehmenden Gegenwinds, die Erwartungen zu übertreffen.
Man könnte es auch so formulieren: Man holt mehr aus weniger raus.

Wie sehen die Geschäftszahlen erst aus, wenn sich das wirtschaftliche Fahrwasser wieder beruhigt? Früher oder später werden wir es erleben.

In den kommenden beiden Jahren werden jeweils wieder Gewinnsteigerungen von 16-17% p.a. erwartet. Geht man davon aus, dass die Bewertung auf dem aktuellen Niveau bleibt, entspricht das der realistischen Renditeerwartung.
Unterstellt man hingegen eine P/E von 25, was bei diesen Wachstumsraten noch wenig wäre, ergibt sich auf Sicht von 12 Monaten ein Kursziel von 118,50 USD.

Chart vom 28.11.2022 – Kurs: 79,38 Kürzel: PYPL - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 28.11.2022 – Kurs: 79,38 Kürzel: PYPL – Wochenkerzen

PayPal arbeitet bereits seit einigen Monaten an einer Bodenbildung und solange die Aktie nicht nachhaltig unter das bisherige Jahrestief bei 68,50 USD rutscht, stehen die Chancen gut, dass diese auch gelingt.

Prozyklische Signale ergäben sich oberhalb von 92 und 100 USD. Vor allem über 100 USD würde sich das Chartbild erheblich aufhellen.

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Vorherige Analysen der PayPal Aktie

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PayPal übertrifft die Erwartungen und erhöht die Prognose. Aktie stürzt ab. Was ist da eigentlich los?

Passt nicht zusammen

Bei manchen Unternehmen läuft das Geschäft, bei manchen nicht. Manche Aktien entwickeln sich gut, und manche nicht.
Das beides nicht gleichzeitig stattfinden muss, erleben wir an der Börse immer wieder.

Teilweise sprudeln die Gewinne regelrecht, dennoch geht es mit den Kursen abwärts. Ist die allgemeine Stimmung erst mies genug, reicht nichts mehr aus, um bei den Anlegern Freude auszulösen.

Das Gegenteil davon haben wir 2021 erlebt, damals wurde blind gekauft. Die Kurse stiegen in weiten Teilen auf ein vollkommen unsinniges Niveau und schlechte Zahlen wurden ignoriert.

Bloß keine Details

Doch kommen wir zu der konkreten Lage bei PayPal. Zuletzt lief es bei dem Zahlungsdienstleister eher mittelprächtig, da die Abwicklung des einstigen Kerngeschäfts mit eBay die Zahlen belastete.
Wer sich die Geschäftsberichte allerdings genauer angeschaut hat, der hätte jederzeit feststellen können, dass PayPal abseits von eBay weiterhin zweistellige Wachstumsraten verzeichnet.

Aber die Mehrheit macht sich natürlich nicht die Mühe, überhaupt die Geschäftsberichte zu studieren.
In der Regel werden vor allem Überschriften konsumiert. Und denen kann man eben nur entnehmen ob die Erwartungen übertroffen oder verfehlt wurden oder ob Umsatz und Gewinn zuletzt gestiegen sind.

Zahlen hoch, Aktie runter

Doch selbst wenn man nur die jüngsten Überschriften zu PayPal gelesen hätte, sollte man eigentlich positiv gestimmt sein.
Die Aktie notiert vorbörslich dennoch bei 70,05 USD und somit 8,49% im Minus.

Und das, obwohl der Gewinn in Q3 mit 1,08 je Aktie weit über den Erwartungen von 0,95 USD lag. Der Umsatz übertraf mit 6,985 Mrd. die Analystenschätzungen von 6,82 Mrd. USD ebenfalls.

Darüber hinaus erhöhte man die Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr von 3,87 – 3,97 auf 4,07 – 4,09 USD je Aktie.
Für das kommende Jahr stellt man eine steigende Marge sowie einen Anstieg des Gewinns um mindestens 15% in Aussicht.

Am Ende des Tages ist es das, worauf es wirklich ankommt. Unternehmen sind dazu da, einen Gewinn zu erzielen und der ist langfristig auch die wichtigste Messgröße.
Auf lange Sicht bewegt sich der Aktienkurs dorthin, wo sich Gewinn und Cashflow entwickeln.

Anleger scheinen dem Umstand, dass das Transaktionsvolumen in diesem Jahr wohl nur 10% über dem Vorjahresniveau liegt, derzeit aber ein höheres Gewicht beizumessen, obwohl das vornehmlich auf negative Währungseffekte zurückzuführen ist und obwohl man trotz des Gegenwinds einen höher als erwarteten Gewinn erzielt hat.

Ausblick und Bewertung

PayPal kommt dank der negativen Kursreaktion auf die Zahlen sowie der erhöhten Prognose nur noch auf eine forward P/E von 17,2.
Zieht man die bisherigen Konsensschätzungen für 2023 heran, könnte die P/E im kommenden Jahr bereits auf 14,6 sinken.
Werden die Schätzungen jetzt nach oben revidiert, was wahrscheinlich ist, sinkt die P/E noch weiter.

Die Bewertung ist im Verhältnis zum anhaltend hohen Wachstum niedrig, tatsächlich war PayPal nie günstiger bewertet.
In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 37,3. Vor dem allgemeinen Aktienhype von 2020/2021 lag die P/E durchschnittlich bei 32,5.

Chart vom 04.11.2022 – Kurs: 70,05 Kürzel: PYPL - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 04.11.2022 – Kurs: 70,05 Kürzel: PYPL – Wochenkerzen

Werden die vorbörslichen Kurse im regulären Handel bestätigt, springt PayPal kurzerhand an das Jahrestief zurück und droht somit, den mehrjährigen Aufwärtstrend zu verlassen.
Wirklich problematisch wird es aus technischer Sicht allerdings erst, wenn das Jahrestief bei 68,50 USD unterschritten wird.
In diesem Szenario muss mit einer Ausdehnung des Crashs in Richtung 60 USD gerechnet werden. Gelingt hingegen eine zeitnahe Rückkehr über 75 USD, würde sich die Lage wieder deutlich entspannen. Erste positive Signale ergäben sich über 86,50 USD. Gelingt ein nachhaltiger Anstieg über 100 USD, wäre der Weg bis 122 USD frei.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach einem Kurssturz von mehr als 70% im letzten Jahr scheint der Spezialist für Zahlungsdienste endlich einen Boden gefunden zu haben. Zahlreiche Anleger schütteln nach wie vor den Kopf was den Kursverlauf der PayPal-Aktie angeht. Wie konnte das Papier so stark fallen und was war der Grund dafür? PayPal gehörte in den letzten Jahren zu den führenden Wachstumsaktien und wenn das Wachstum einmal dahin ist, können die Kurse solcher Superperformance-Titel genauso schnell fallen, wie sie zuvor gestiegen sind. Die Gewinne sind seit dem vorigen Jahr rückläufig und auch dieses Jahr wird dieser um weitere rund 14% fallen – so die aktuellen Analystenprognosen. Erst für das kommende Jahr ist wieder mit erhöhtem Wachstum zu rechnen. Zumindest das letzte Quartalsergebnis gibt wieder etwas Grund zur Hoffnung. Dies erklärt auch das Gap von Anfang August. Der Großteil der Kursgewinne konnte gehalten werden und der Boden bei rund 90 USD wurde von den Bullen dieser Tage erfolgreich gesichert.

Expertenmeinung: Ist PayPal bereit, ein gutes Schnäppchen zu werden? Hierzu ist einmal ein neuer Aufwärtstrend notwendig. Hierbei legen wir unseren Fokus auf das Pivot-Hoch von August, welches bei 103.03 USD gebildet wurde. Zuerst müsste diese Marke gebrochen werden, bevor wir über weitere Anstiege sprechen können. Vorerst bleibt es also bei etwas Licht am Ende des Tunnels, mehr nicht. Die Stabilisierung über dem Niveau von 90 USD sieht vielversprechend aus, aber noch ist die Aktie nicht über den Berg. Zumindest reicht die jüngste Performance, um die Aussichten wieder von bärisch auf neutral hochzustufen.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 08.09.2022 Kurs: 96.17 Kürzel: PYPL | Online Broker LYNX

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Es kam, wie es kommen musste. Es kam, wie es immer kommt. In der heutigen Ausgabe: PayPal.

Ist das Sentiment erst komplett am Boden und die Erwartungen niedrig genug, können sie nur noch übertroffen werden.
Am Ende eines Crashs herrscht Depression, einem Unternehmen wird nichts mehr zugetraut.
Argumente, die für die Aktie sprechen, werden ignoriert. Stattdessen herrscht Angst, obwohl der Kurs ja bereits massiv eingebrochen ist.

Dasselbe gilt auf der Oberseite. Am Ende einer Rallye steht die totale Begeisterung, oft kommt es zu einem parabolischen Anstieg. Argumente, die gegen eine Aktie sprechen, werden beiseite gewischt und die Bewertung wird ignoriert.

All das ändert sich nicht, da sich die menschliche Natur nicht ändert. Wer an der Börse wirklich Erfolg haben will, muss das verstehen.

Das wird einen zwar nicht davor bewahren, bei Crashs auch mal zu früh einzusteigen, aber das spielt langfristig keine Rolle.
Wer über einen langen Zeitraum (Jahrzehnte) hinweg immer wieder konsequent während Crashs gute Unternehmen kauft, kann damit nicht schlecht fahren.

Deshalb ist es so schwierig

Bei PayPal herrschte bis vor einigen Tagen noch Depression. Im letzten LYNX Webinar am vergangenen Mittwoch hatte ich mich positiv zu PayPal geäußert. Die Ängste und Sorgen, die im Chat in Bezug auf PayPal geäußert wurden, zeigten, wie schlecht die Stimmung war.

Man sollte Ängste ernst nehmen, an der Börse ist Angst allerdings kein guter Ratgeber.
Denn es macht einen großen Unterschied, ob man Argumente gegen ein Unternehmen anführt, nachdem sich der Kurs in kürzester Zeit verdreifacht oder eben gedrittelt hat.

An der Börse ist alles relativ, das macht es so schwierig.

Licht am Horizont

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der aktivistische Investor Elliott bei PayPal eingestiegen war und vermutlich den Plan hat, der größte Einzelaktionär zu werden.

Auch das hatten wir vergangenen Mittwoch im Webinar thematisiert. Sinngemäß hatte ich die Haltung vertreten, dass Elliott bei PayPal nicht mehr viel aktiv unternehmen muss, um einen ordentlichen Profit einzufahren.

Die Hauptgründe dafür waren, dass die Prognosen für PayPal zu pessimistisch waren und der Gewinn ab 2023 wieder spürbar steigen dürfte.
Der Einbruch in diesem Jahr ist weitgehend auf die Abwicklung des eBay-Geschäfts zurückzuführen.

Abseits davon konnte man in den letzten Quartalen um rund 15% wachsen.

Ein bisschen mehr Licht

Das die These nicht ganz falsch war, haben die Quartalszahlen am Dienstag gezeigt.

Der Gewinn lag in Q2 mit 0,93 je Aktie weit über den Erwartungen von 0,85 USD. Der Umsatz übertraf mit 6,81 Mrd. die Analystenschätzungen von 6,75 Mrd. USD ebenfalls.

Auf Jahressicht konnte der Umsatz um 9% gesteigert werden, das Ergebnis war allerdings um knapp 20% rückläufig.
Der freie Cashflow konnte hingegen um 22% auf 1,3 Mrd. USD gesteigert werden.

Die Zahl der neuen aktiven Nutzer stieg um 6% und das Zahlungsvolumen um 9%.

All das ist gelungen, obwohl man erheblichen Gegenwind durch eBay und die Wechselkurse verzeichnet hat.
Das Zahlungsvolumen wäre ohne negative Währungseffekte beispielsweise um 13% statt 9% gestiegen. Ohne eBay hätte das Wachstum bei 14% gelegen.

Darüber hinaus will man die Unternehmensstruktur straffen und in diesem Jahr 900 Mio. USD einsparen, im kommenden Jahr sollen es 1,3 Mrd. USD werden.

Einsparungen sind in dem derzeitigen Umfeld sicherlich keine schlechte Idee, wahrscheinlich will man damit aber auch Elliott vorgreifen.

Mit einer Beteiligung von rund 2% hätte Elliott im Zweifelsfall aber keinerlei Macht, irgendwelche Maßnahmen zu erzwingen.

Nägel mit Köpfen

Ferner wurden Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 15 Mrd. USD beschlossen, davon sollen in diesem Jahr 4,0 Mrd. USD anfallen.
Derzeit könnte man damit mehr als jede siebte Aktie einziehen.

Leisten kann man es sich, denn PayPal hat rund 15,6 Mrd. USD an Barmitteln und keine Nettoschulden.

Für das dritte Quartal stellt man, trotz des anhaltenden Gegenwinds durch eBay und Wechselkurse, ein Umsatzwachstum von 10% auf 6,8 Mrd. USD in Aussicht.
Das Ergebnis soll bei 0,94 – 0,96 USD je Aktie liegen, bisher wurden 0,94 USD je Aktie erwartet.

Für das Gesamtjahr stellt man ein Umsatzwachstum von 10% auf 27,85 Mrd. USD, die Prognose für das Ergebnis wurde von 3,81 – 3,93 auf 3,87 – 3,97 USD je Aktie leicht erhöht.

Da die Aktie als Reaktion auf diese Nachrichten um 11,29% auf 99,75 USD gesprungen ist, kommt PayPal jetzt auf eine forward P/E von 25,4.

In den letzten fünf Jahren lag die P/E von PayPal durchschnittlich bei 37,3. In der Zeit vor dem Hype von 2020/21 lag die P/E durchschnittlich bei 32,5.

Chart vom 03.08.2022 - Kurs: 99,75 Kürzel: PYPL - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 03.08.2022 – Kurs: 99,75 Kürzel: PYPL – Wochenkerzen

Es sieht zunehmend nach Boden aus. Mit dem Anstieg über 86,50 USD wurde bereits im Vorfeld der Zahlen ein Kaufsignal ausgelöst.
Das erste Kursziel bei 100 USD wurde durch den nachbörslichen Kurssprung auf 99,75 USD bereits abgearbeitet.

Jetzt wird sich zeigen müssen, ob es zu unmittelbaren Anschlusskäufen und einem Ausbruch über 100 USD kommen wird. In diesem Szenario könnte PayPal zeitnah in Richtung 110 oder 122 USD durchziehen.

Antizyklische Investoren müssen hingegen darauf hoffen, dass es zuvor nochmal zu einer Verschnaufpause und einem Rücksetzer in Richtung 86,50 – 90 USD kommt.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits im Februar dieses Jahres, als der Zahlungsanbieter schlechte Quartalsergebnisse bekanntgab, hatte ich ein mögliches Kursziel im Bereich von 94/95 USD in Aussicht gestellt. Zu diesem Zeitpunkt notierte die PayPal-Aktie noch bei fast 120 USD.

Mittlerweile hat das Papier diesen Bereich längst erreicht, doch es ging tatsächlich noch tiefer. Nachdem der Boden bei 92.25 USD im April gebrochen wurde, setzten die Bären noch einen drauf und erst knapp oberhalb der Marke von 70 USD konnte sich erneut ein möglicher Boden etablieren. Wird der Kaufdruck dieses Mal reichen, um einen weiteren Kurssturz zu verhindern? Der Trend befindet sich zumindest noch in einer bärischen Gesamtlage.

Expertenmeinung: Zum Ende der vorigen Woche ging es erstmals wieder deutlicher nach oben. Die Aktie ging mit einem Plus von über 5% aus dem Handel und auch das Handelsvolumen war recht hoch. Alles in allem ein überzeugender Tag.

Doch ein einziger Tag macht noch keinen neuen Trend. Um das bärische Treiben zu beenden, bräuchte es Schlusskurse oberhalb der Marke von 90 USD. Dann stünden die Chancen, dass PayPal hier möglicherweise einen Boden gefunden haben könnte, recht gut. Vorerst ist es jedoch lediglich eine technische Gegenreaktion im Abwärtstrend und nicht mehr.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 24.06.2022 Kurs: 77.68 Kürzel: PYPL | Online Broker LYNX

PayPal ist nach Veröffentlichung der Quartalszahlen mehr als 11% gestiegen. Aber waren die wirklich so gut? Was feiert der Markt?

Dürftig

PayPal ist massiv unter die Räder gekommen, doch die jüngsten Zahlen wurden an der Börse äußerst wohlwollend aufgenommen, dabei waren sie bestenfalls in Ordnung.

Der Gewinn lag mit 0,88 je Aktie im Rahmen der Erwartungen von 0,88 USD. Der Umsatz übertraf mit 6,48 Mrd. die Analystenschätzungen von 6,44 Mrd. USD leicht.

Freudensprünge sollte das nicht auslösen. Das gilt umso mehr, da man für das zweite Quartal nur ein Ergebnis von 0,86 USD je Aktie und einen Umsatz von 6,8 Mrd. in Aussicht stellt.
Bisher war man an der Börse von einem Gewinn von 1,10 USD je Aktie und einem Umsatz von 7,0 Mrd. USD ausgegangen.

Die Prognose für das Umsatzwachstum 2022 wurde von 15-17% auf 11-13% gesenkt.
Beim Gewinn ist man von 4,60 – 4,75 auf 3,81 – 3,93 USD je Aktie zurückgerudert.

Die Richtung muss stimmen

Die Einschätzung der Lage wird auch nicht besser, wenn man das größere Bild betrachtete. Der Umsatz ist auf Jahressicht zwar um 8% gestiegen, das Ergebnis ist allerdings um 28% eingebrochen.

Da hilft es wenig, dass man die Erwartungen übertroffen hat. Man kann und darf sich die Dinge nicht schönreden, auch wenn man von PayPal überzeugt ist und langfristig erhebliches Potenzial sieht.

Der Kurssprung hat meines Erachtens also kaum eine Basis. Vermutlich ist es nur die Erleichterung, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist.
Vermutlich hat der Abverkauf so weit geführt, dass selbst die zuvor besprochenen Themen nicht mehr zu weiter sinkenden Kursen führen konnten.

Oder es wurden wie gewohnt nur Überschriften gelesen. „PayPal übertrifft die Prognosen“.

Leere Hände

Ich möchte die Lage aber auch nicht überdramatisieren. PayPal kämpft aktuell eben mit erheblichem Gegenwind, wird die Probleme mittelfristig aber überwinden.

Der Wegfall des eBay -Geschäft ist ein temporärer Belastungsfaktor, der vor allem die Profitabilität belastet. Die Abkehr von PayPal durch eBay ist so gut wie beendet.

Abseits der ehemaligen Muttergesellschaft hat man zuletzt Wachstumsraten von 15% verzeichnet und die Margen auf Konzernebene werden perspektivisch wieder auf das gewohnt hohe Niveau steigen.

Die Zahl der aktiven Nutzer ist auf Jahressicht um 9% auf 429 Millionen gestiegen und die Zahl der Transaktionen um 18%.
PayPal wächst nach wie vor schneller als die E-Commerce-Branche und ist trotz der temporären Probleme hochprofitabel.

Man sollte sich auch vergegenwärtigen, dass PayPal trotz des enormen Gegenwinds in diesem Jahr einen freien Cashflow von mehr als 5,0 Mrd. USD erwirtschaften dürfte und dieses Kapital an die Anleger ausschütten kann.

Denn PayPal hat keine Nettoschulden und 15,1 Mrd. USD auf der hohen Kante. Daher ist es nur folgerichtig, dass man umfassende Aktienrückkäufe durchführt.

Im letzten Quartal hat man für 1,5 Mrd. USD 11 Millionen eigene Aktien eingezogen, das entspricht rund 1% aller Aktien – in nur einem Quartal.
Bei einem P/FCF von 22 kann man das in dieser Form ewig fortführen.

Chart vom 29.04.2022 Kurs: 91,00 Kürzel: PYPL - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 29.04.2022 Kurs: 91,00 Kürzel: PYPL – Wochenkerzen

PayPal hat auf einem sehr interessanten Niveau gedreht, nämlich direkt am mehrjährigen Aufwärtstrend.
Aus technischer Sicht wäre jetzt der Weg in Richtung 100 USD frei. Darüber wäre Raum bis 122 USD.

Fällt die Aktie hingegen unter 82 USD, haben die Bullen ihre Chance vertan.