Im spektakulären Ringen zwischen Halbleiter- und Software-Aktien in Technologie-Indizes wie Nasdaq 100 und TecDAX scheint die Nordex-Aktie bei den Tradern derzeit einfach übersehen zu werden. Und das führt zu einer sukzessiv kritischer werdenden charttechnischen Lage.
Die Bilanz des zweiten Quartals barg keine Haare in der Suppe. Der Auftragseingang des Windkraftanlagen-Herstellers ist stark und die Gewinnmarge höher als man sich das vor ein paar Jahren noch ausgemalt hatte. Nordex wächst … und das schnell genug, um festhalten zu können:
Der Anstieg der Aktie ist dem des Gewinns keineswegs davongelaufen. Derzeit liegt das Kurs-/Gewinn-Verhältnis auf Basis der durchschnittlichen Gewinnschätzungen der Analysten für 2026 bei 20. Da man in Analystenkreisen momentan davon ausgeht, dass der Gewinn pro Aktie in den kommenden zwei Jahren im Schnitt um 20 Prozent zulegen könnte, ist dieses KGV ungewöhnlich niedrig. Entsprechend deutlich über dem aktuellen Kurs liegt das momentane, durchschnittliche Kursziel der Experten: bei knapp 48 Euro. Was also hält die Marktteilnehmer davon ab, die aktuelle, charttechnische Lage als Basis zum Einstieg zu nutzen?
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Expertenmeinung: Denn das Chartbild würde sich als „Sprungbrett“ eines neuen Aufwärtsimpulses ja anbieten. Wir sehen im Chart, dass die Nordex-Aktie bereits seit Wochen auf einer mittlerweile auch die 200-Tage-Linie mit einschließenden Unterstützungszone zwischen 37,54 und 38,50 Euro sitzt, ohne sich nach oben lösen zu können. Letzteres ließe sich als gelungen ansehen, wenn Nordex mit Schlusskursen über 42,16 Euro aus der seit einem Monat geltenden Trading-Range nach oben hinausläuft. Das wäre prozentual kein Hexenwerk, alleine:

Es passiert eben bislang nicht. Und ein Test der 200-Tage-Linie, von der aus eine Aktie in einem intakt bullischen Umfeld oft nach oben dreht, ist nur so lange verheißungsvoll, wie sich der Kurs dort nicht allzu lange aufhält, ohne davonzuziehen. Bei Nordex geht es da mittlerweile um 14 Handelstage, die der Kurs zwar über dieser Linie bleibt, die Käufer aber trotzdem nicht auftauchen. Das ist lange genug, um im bullischen Lager Nervosität auszulösen, die, wie man weiß, keine gute Basis ist, um mutig voranzugehen.
Nordex hätte rein von der Bewertung und den Perspektiven für das Wachstum her alles, was es für einen dynamischen Aufwärtsschwenk bräuchte. Aber je länger der auf sich warten lässt, desto mehr wachsen Zweifel, ob da nicht einige wissen, was man selbst nicht weiß und deswegen wegbleiben. Immerhin, so könnte man argumentieren, bewegt man sich bei der Windkraft auf hoch volatilem Terrain, wer weiß, ob das Wachstum bei Umsatz und Gewinn auch wirklich so weitergeht, wie sich die Analysten das aktuell denken. Solche Fragen könnte man auch auf alle anderen Branchen übertragen, aber sie tauchen meist nur dann auf, wenn eine Aktie nicht mehr vorankommt.
Zwar hätte der Kurs unterhalb der aktuell umkämpften Supportzone mit der unteren Begrenzung der großen Aufwärtskurslücke vom Februar bei 35,60 Euro noch eine Art Sprungtuch für die Bullen, das einen Ausrutscher nach unten auffangen könnte. Aber das Risiko, dass man diese „Sicherungslinie“ auch braucht, bleibt greifbar, solange der Befreiungsschlag ausbleibt. Den abzuwarten, bevor man hier den Einstieg erwägt, wäre aus aktueller Sicht unbedingt zu überlegen.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/NDX1.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.08.2026 um 22:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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