Nordex Aktie Prognose Nordex: Das war ein äußerst starkes Signal!

News: Aktuelle Analyse der Nordex Aktie

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Nordex
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Eine operative Marge von -5,2 Prozent bedeutet, dass man mit jedem Euro Umsatz 5,2 Cent Verlust einfährt. Genau das meldete der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex für die ersten neun Monate 2022: fatal. Aber die Aktie drehte aus dem Minus ins Plus: Was ist da los?

Unmittelbar zu Handelsbeginn quittierte der Markt die düsteren Neun-Monats-Zahlen von Nordex mit einem Minus von vier Prozent in der Aktie. Doch am Ende des Tages standen, Sie sehen es im Chart, auf einmal stattliche 10,19 Prozent Gewinn zu Buche. Das motiviert herauszufinden, wo die Trader Rosinen in der trüben Suppe gefunden haben könnten.

Und ja, die gab es. Zumal man eines vorausschicken muss: Das, was Nordex da ablieferte, war zu erwarten. Die bösen Überraschungen gab es schon im Frühjahr. Schon da wurde klar, dass die steigende Nachfrage nach alternativer Energie Nordex zwar im Prinzip Rückenwind verleihen, die gestiegenen Kosten das aber ausbremsen und die bezogen auf die Energieleistung leicht rückläufigen Neuaufträge zeigen, dass die Kunden in einem solchen Umfeld vorsichtiger werden. Die Trader wussten also:

2022 wird entgegen anfänglichen Hoffnungen kein gutes Jahr. Das hatte man also eingepreist und rechnete mit nichts Gutem. Aber diese Neun-Monats-Bilanz hatte eben durchaus etwas Positives zu bieten:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Nordex Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Der Umsatz stieg bezogen auf das dritte Quartal stärker als im Vorfeld vermutet. Natürlich trieben die höheren Kosten den Umsatz, aber der Anstieg von 35 Prozent war mehr als das, was die gestiegenen Preise ausmachten. Zwar lag der Neun-Monats-Umsatz mit 3,9 Milliarden Euro noch leicht unter dem des Vorjahres (4,0 Milliarden), aber es wirkt, als würde Nordex wieder Fahrt aufnehmen. Und das ließ sich auch aus der 2022er-Prognose für die operative Gewinnmarge ablesen. Denn die sieht Nordex bei -4,0 Prozent, während sie bislang, wie oben erwähnt, bei -5,2 Prozent liegt. Um die -4,0 Prozent zu erreichen, muss Nordex derzeit wieder näher an die Profitabilität herangekommen sein.

Diese Aspekte machen Hoffnung. Und diese Hoffnung manifestierte sich in diesem Intraday-Turnaround nach oben. Knapp oberhalb der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie bekam die Aktie die Kurve, zog über den Tag kontinuierlich weiter an und schloss dadurch über der zuvor erreichten, nicht aber überbotenen Widerstandszone 10,46 zu 10,90 Euro. Vor allem aber schloss Nordex durch diese Käufe über der in dieser Zone verlaufenden, im Chart dick hervorgehobenen 200-Tage-Linie.

Die nächsten Charthürden liegen bei 11,84 und 12,99 Euro. Die zu erreichen, wäre aus aktueller Sicht durchaus drin. Aber ob kurzfristig auch noch mehr möglich ist, ist zumindest fraglich. Denn ob der Weg zurück zu einer positiven operativen Marge weitergehen wird, ist von zahlreichen, nicht vorhersehbaren äußeren Umständen abhängig. Und die Mehrzahl der Investoren dürfte sich darüber im Klaren sein, dass es auch dann dauern wird, bis Nordex wieder tiefschwarze Zahlen schreibt, die Kurse untermauern würden, die dauerhaft und deutlich über dieser Chart-Hürde von knapp 13 Euro liegen.

Nordex-Aktie: Chart vom 15.11.2022, Kurs 11,46 Euro, Kürzel NDX1 | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Nordex Aktie

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Ein Plus von 3,85 Prozent bei der Aktie des Windkraftanlagenbauers Nordex, das wirkt, als würde hier endlich wieder Dynamik in die Aktie kommen. Aber diese Kursgewinne reichen noch nicht, um den Deckel, der auf der Aktie lastet, zu heben. Wo liegt das Problem?

Das Problem ist, dass sich Nordex als Hersteller von Windenergie-Anlagen eigentlich in einem perfekten Wachstumsumfeld befinden sollte, aber andauernd etwas schiefgeht, das verhindert, dass aus einer hohen Nachfrage auch ein hoher Gewinn wird.

Zuerst war es Corona, das die Kosten dieses weltweit operierenden Hamburger Unternehmens in die Höhe trieb und dadurch verhinderte, dass die eigentlich für 2020 prognostizierte Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelang. Kaum war Corona einigermaßen vom Tisch, steigen die Preise und die Energiekosten. Und jetzt entsteht durch die ins Wanken geratene Weltwirtschaft auch noch Druck auf die Aufträge. Alle wollen zwar mehr Windkraft. Aber wenn die Kassen sich zu schnell leeren, werden Projekte eben auch mal aufgeschoben, vor allem, weil auch diese Projekte teurer werden.

Das führte dazu, dass der Auftragseingang des dritten Quartals, den Nordex am Freitag meldete, nicht gerade erfreulich ausfiel: Nordex erhielt Aufträge in der Größenordnung von 1.441 Megawatt, im Vorjahr lag die Nennleistung des Auftragseingangs noch bei 1.829 Megawatt. Zwar erhöhte sich der durchschnittliche Verkaufspreis für ein Megawatt Nennleistung von 0,69 Euro im Vorjahresquartal auf jetzt 0,90 Euro. Aber das basiert auf den gestiegenen Kosten und wird dem Gewinn des Unternehmens nicht auf die Sprünge helfen.

Expertenmeinung: Dass die Aktie am Freitag zulegte, mag daran gelegen haben, dass einige mit schlechteren Zahlen gerechnet hatten. Aber Sie sehen im Chart auch, dass Nordex zeitweise auch schon höher notiert hatte, ein Teil des Gewinns dann aber zum Handelsende abverkauft wurde. Die Quartalsbilanz von Nordex steht erst in vier Wochen an, aber mit positiven Überraschungen rechnet wohl kaum jemand. Mittlerweile ist es unter den Analysten Konsens, dass Nordex‘ Verlust nicht nur 2022 höher als 2021 ausfallen dürfte, sondern die roten Zahlen im kommenden Jahr erhalten bleiben.

Dass sich das ändern kann, ist klar. Aber wann das gelingt, weiß man eben nicht. Und ohne eine einigermaßen taugliche Perspektive auf solide Gewinne werden nicht genug Anleger die Aktie anpacken, um den hartnäckigen Abwärtstrend zu sprengen, der die Aktie auf übergeordneter Ebene schon seit anderthalb Jahren begleitet, wobei der mittelfristige, im März etablierte Abwärtstrend den Kursverlauf klar dominiert.

Die Nordex-Aktie müsste zumindest über diese März-Abwärtstrendlinie bei aktuell 9,00 Euro hinaus, um kurzfristig nicht mehr bärisch zu sein. Aber auch dann könnte man sie zunächst nur als neutral einstufen. Erst, wenn die nächste, durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone 10,46/11,18 Euro genommen wäre, hätte der Kurs aus charttechnischer Sicht taugliches Aufwärtspotenzial. Das wäre ein ziemlich weiter Weg dorthin, daher ist zumindest vorerst nicht zu erwarten, dass die Aktie diesen „Deckel“ wegstemmen kann.

Chart vom 14.10.2022, Kurs 8,154 Euro, Kürzel NDX1 | Online Broker LYNX
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Jetzt ist es also entschieden: Die Aktie des Windkraftanlagenbauers Nordex wird ab dem 19. September wieder im TecDAX notiert sein, nachdem sie im Juni kurzzeitig den Index verlassen musste. Aber andere Aspekte werden für den Trend jetzt wichtiger sein. Welche?

Die Rückkehr in den TecDAX ist ja eigentlich nur eine Konsequenz der Bürokratie. Nordex wurde aus dem Index verbannt, weil das Unternehmen wegen eines Hackerangriffs nicht imstande war, die Zahlen zum ersten Quartal zeitgerecht vorzulegen. Jetzt darf man also zum regulären Termin der Index-Neuordnung am 19. September zurück. Aber allzu viel Wirbel hatte das im Kurs ohnehin nicht ausgelöst. Denn die Probleme sind ganz andere:

Man zahlt derzeit bei der Arbeit drauf, die EBITDA-Gewinnmarge (d.h. vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) lag im ersten Halbjahr 2022 mit -8,1 Prozent massiv im negativen Terrain, nach +2,5 Prozent im ersten Halbjahr des Vorjahres. Das ist richtig kritisch. Zwar hält Nordex an seinem Ziel fest, in wenigen Jahren eine EBITDA-Marge von +8 Prozent zu erreichen. Aber dieses Abtauchen in die Verlustzone – und das auch noch bei steigendem Auftragsvolumen – war da nicht eingeplant. Die Frage ist: Wann und wie kommt man aus diesem Tal der Tränen wieder heraus?

Expertenmeinung: Eigentlich müssten die erneuerbaren Energien ja boomen. Aber auch, wenn quer durch Europa Willensbekundungen zu hören sind: Windenergie ist Sache von Bund, Ländern und Kommunen. Das zieht sich. Wenn man gestern las, dass die Bundesregierung die „Erneuerbaren“ forcieren will, indem man im Januar 2023 dann eine Leistung von 1.500 Megawatt Solarenergie ausschreiben wolle, kann man sich schon denken, dass dieser Prozess dauern wird. Bis Nordex Aufträge abrechnen kann, die eine Reaktion auf die Unsicherheit bei der Energieversorgung darstellen, wird es also lange dauern … zumal das Unternehmen ja mehrere Konkurrenten hat, die alle ein Stück vom Kuchen wollen.

Das wird also für den Moment ebenso wenig kurstreibend wirken wie die Rückkehr in den TecDAX. Was Nordex bräuchte, sind nicht noch mehr Aufträge, sondern bessere Margen. Die Kosten müssten runter, das Material muss ausreichend verfügbar sein. Aber genau da dürfte sich kurzfristig eher wenig bewegen. Sicher, diese fatal negative EBITDA-Marge des ersten Halbjahres dürfte so nicht stehen bleiben. Aber was die Investoren sehen wollen, ist die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Und zwar deutlich.

Dass man damit im laufenden Jahr nicht rechnet und das Jahr 2023 zumindest ungewiss ist, zeigen auch die Analysten-Einschätzungen. Da purzelten die Kursziele in den vergangenen anderthalb Jahren kräftig. Derzeit liegt das durchschnittliche Ziel um 12,50 Euro, knapp über der 200-Tage-Linie. Wenn es gelingt, die mittelfristige Abwärtstrendlinie zu bezwingen, könnte ein solcher Kurslevel zwar erreicht werden. Aber für eine echte Trendwende und die Rückkehr auf Kurslevels über 20 Euro, wie wir sie noch Anfang 2021 gesehen hatten, fehlen momentan die Argumente. Sobald die Lieferketten stabiler werden und sich Nordex‘ Produktionskosten entspannen, sähe das anders aus. Aber das ist eben bislang nur eine Hoffnung ohne greifbaren Zeitplan. Bislang bliebe daher die Einschätzung bestehen: Nordex wäre derzeit nur für kurzfristig agierende, risikofreudige Trader geeignet, die konsequent und in beide Richtungen entlang charttechnischer Signale agieren.

Nordex-Aktie: Chart vom 06.09.2022, Kurs 9,818 Euro, Kürzel NDX1 | Online Broker LYNX
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Rechnet man, wie weit Nordex seit dem 2021er-Hoch verloren hat, wirkt die Rallye der letzten Wochen winzig. Rechnet man aber vom Anfang Juli markierten Tief, ist es fraglich, ob die jetzt nahenden Charthürden angesichts der gestern vorgelegten Bilanzdaten genommen werden.

Vom 2021 bei 29,20 Euro markierten Hoch bis zum am 6. Juli markierten Jahrestief bei 7,48 Euro (das sind nicht rückwirkend um die Kapitalerhöhung bereinigte Kurse) war die Nordex-Aktie um sagenhafte 74 Prozent gefallen. Betrachtet man die Sache so, ist das, was der Kurs seither gutgemacht hat, wenig. Rechnet man aber von eben diesem Juli-Tief aus, ist die Aktie seither in der Spitze um 45 Prozent gestiegen. Von unten zu rechnen ist in Abwärtstrends immer der klügere Weg. Und Nordex ist, das ist nun einmal unübersehbar, weiterhin in eben diesem Abwärtstrend gefangen. Hat die gestrige Bilanz des ersten Halbjahrs Argumente hervorgebracht, um das zu ändern? Eher nicht. Vor allem nicht mit Blick auf die Vorgeschichte.

Ende Juni vollzog der Windkraftanlagen-hersteller Nordex eine Kapitalerhöhung, Mitte Juli folgte gleich die nächste. Diese zur „Stärkung der Kapitalbasis“ vorgenommene Maßnahme führt dazu, dass sich Nordex‘ Gewinne aus Sicht der Anleger auf deutlich mehr Aktien verteilen müssen. Zumindest, sobald es wieder Gewinne gäbe, die man verteilen könnte. Denn die Halbjahreszahlen, die das Unternehmen am Montagmorgen vorlegte, waren laut Nordex „wie erwartet ausgefallen“, was übersetzt heißt: schlecht.

Obwohl die Nachfrage nach alternativen Energien derzeit immens ist, sank Nordex‘ Umsatz von 2,7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2021 auf 2,1 Milliarden. Aus dem damaligen, kleinen Gewinn auf EBITDA-Basis von 68 Millionen wurde jetzt ein Verlust von 173 Millionen, die EBITDA-Marge lag bei -8,1 Prozent. Nordex bestätigte zwar die Prognose, im Gesamtjahr einen Umsatz zwischen 5,2 und 5,7 Milliarden und eine EBITDA-Marge zwischen -4,0 und 0,0 Prozent zu erreichen. Aber angesichts dessen, was zur Halbzeit geschafft wurde, muss man sich gewaltig strecken, um das hinzubekommen.

Expertenmeinung: Da zu konstatieren, dass es schließlich auch hätte schlimmer kommen können, ist gewagt. Zwar würden ein Ende der Lieferengpässe und ein Rückgang der Material- und Energiekosten die Lage massiv aufhellen, denn es bleibt ja bei der grundsätzlich immensen Nachfrage nach Windenergie. Aber es ist eher unwahrscheinlich, dass allzu viele Marktteilnehmer einen „Best Case“ handeln, während der „Worst Case“ gerade läuft.

Für weiter steigende Kurse spräche kurzfristig zwar das Chartbild. Denn die Nordex-Aktie hat eine schöne Bodenbildung vollzogen, sie mit dem Anstieg über die Widerstandszone 9,82/10,00 Euro Anfang des Monats vollendet und diese jetzt als Support dienende Zone im Zuge der Reaktion auf die gestrige Bilanz verteidigt. Aber dadurch ist die Aktie mittlerweile überkauft. Und die nächste, markantere Charthürde bei 11,22 Euro ist nah, der übergeordnete Abwärtstrend bei derzeit 12,20 Euro läge auch nicht mehr allzu weit entfernt.

Nachdem es gelang, die Verkäufe als Reaktion auf dieses Halbjahresergebnis am Montag gut aufzufangen und die Aktie ins Plus zu befördern, wäre es durchaus denkbar, dass Nordex diese Chartmarken bei 11,22 und 12,20 Euro im Zuge dieser Bewegung noch erreicht. Aber da der Kurs dann bereits wieder auf einem Level notieren würde, der im Februar in Kenntnis der Materialengpässe, nicht aber der kräftigen Kapitalerhöhungen galt, dürfte es knifflig werden, die Aktie über diese Ziele hinaus zu befördern, bevor sich die Rahmenbedingungen nicht deutlich verbessern. Was zumindest in den kommenden Monaten wenig wahrscheinlich wäre.

Nordex-Aktie: Chart vom 15.08.2022, Kurs 10,63 Euro, Kürzel NDX1 | Online Broker LYNX
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Bis zu 11,8 Prozent lag die Nordex-Aktie am Montag im Plus. Am Ende blieben davon noch 5,86 Prozent übrig … und die Frage offen, ob irgendetwas der am Donnerstagabend veröffentlichten Nachrichten des Windkraftanlagenbauers ein Grund zum Einstieg wäre.

Nordex meldete am späten Sonntagabend, dass die spanische Großaktionärin Acconia S.A. im Zuge einer die normalen Investoren ausschließenden Kapitalerhöhung gut 16 Millionen neue Aktien zum Preis von 8,70 Euro (was dem Schlusskurs des Freitags entsprach) erworben habe. Das spült Nordex also knapp 140 Millionen Euro in die Kassen. Das Ziel sei, so Nordex, die Bilanz zu stärken und sich dadurch gegen kurzfristige Risiken abzusichern.

Nebenbei allerdings verwässert das natürlich den Gewinn, der sich jetzt eben auf zehn Prozent mehr Aktien verteilt. Wobei man von Gewinn aktuell ja nicht sprechen kann, denn Nordex hatte ja im Zuge der vor einer Woche verspätet vorgelegten Ergebnisse des ersten Quartals eine Gewinnwarnung für das Gesamtjahr vorgelegt, die dafür sorgte, dass der Kurs auf das neue Jahres-Verlaufstief von 8,134 Euro abgerutscht war. Seither hat sich der Kurs etwas erholt … aber wie viel Luft nach oben wäre da, wenn man es nüchtern betrachten wollte?

Expertenmeinung: Natürlich sind Gewinnwarnungen immer insofern „Ansichtssache“, als man es auch optimistisch sehen und sich darauf reduzieren kann, dass es ab jetzt ja nur noch besser werden könne. Aber davon abgesehen, dass der Börse der Spruch „schlimmer geht immer“ keineswegs fremd ist, ist die Frage, wie viele das so sehen wollen, in einem auf die Stimmung drückenden, abwärts laufenden Gesamtmarkt. Und ob die Optimisten auch bereit sind, das aktiv umzusetzen. Gestern haben einige das, wie wir im Chart sehen, zwar versucht. Aber sie sind damit gescheitert.

Denn wir sehen, dass das Tageshoch als Reaktion auf eine Kapitalerhöhung, die das Problem gestiegener Kosten und dadurch massiv geschrumpfter Margen ja nicht löst, unmittelbar unter zwei kurzfristig entscheidenden Widerstandslinien lag, die derzeit bei 9,82/9,85 Euro einen Kreuzwiderstand bilden: die 20-Tage-Linie und das Verlaufstief vom Mai. Dass die Rallye ausgerechnet dort auf Verkäufe stieß, ist kein Zufall: Die Leerverkäufer, sprich die „Bären“, sind offenkundig auf dem Posten. Daher:

Wenn erst einmal der erste Schritt getan und ein kurzfristig bullisches Signal generiert ist, kann Nordex durchaus ein gutes Stück höher laufen, wenngleich man da natürlich nicht mit einer mittelfristigen Wende, sondern nur mit einer kurzfristigen Rallye rechnen dürfte. Aber solange diese Zone 9,82/9,85 Euro zuvor nicht auf Schlusskursbasis überboten wurde, halten die Leerverkäufer hier weiterhin das deutlich bessere Blatt in Händen!

Nordex-Aktie: Chart vom 27.06.2022, Kurs 9,21 Euro, Kürzel NDX1 | Online Broker LYNX
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Die Zahlen kamen sehr spät. So spät, dass Nordex deshalb aus dem TecDAX und dem SDAX genommen wurde. Und es war auch noch außerordentlich schlecht, was Nordex zum ersten Quartal berichten musste. Muss man die Aktie von der Liste möglicher Long-Trades streichen?

Wenn schon die Gewinne nicht in Fahrt kommen, zuerst wegen Corona-Einschränkungen, dann wegen Lieferproblemen und gestiegenen Produktionskosten, dann doch wenigstens der Umsatz. Jedenfalls gingen die Investoren ebenso wie die meisten Analysten genau davon aus. Aber im ersten Quartal fiel sogar der – und das auch noch erheblich. Nach 1,25 Milliarden Euro Umsatz im ersten Quartal 2021 wurden es in den ersten drei Monaten 2022 nur 0,933 Milliarden. Das ist ernüchternd. Schuld sei, so Nordex, eine durchaus geplante Umstellung auf andere Rotorblätter, aber auch eine keineswegs geplante, witterungsbedingt geringere Installationsleistung.

Was das für den Gewinn bedeutete, kann man sich denken: Er wurde zum Verlust. Wurden im ersten Vierteljahr 2021 noch 10,4 Millionen im EBITDA erreicht (d.h. vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen), stand da jetzt ein Minus von 88,9 Millionen zu Buche.

Zwar bestätigte Nordex das Gesamtjahres-Umsatzziel von 5,2 bis 5,7 Milliarden Euro, aber man bleibt auch bei der am 24. Mai kommunizierten, operativen Verlustprognose, abzulesen an der EBITDA-Margenprognose von -4 bis 0 Prozent. Da hilft es wenig, dass man das mittelfristige Ziel aufrechterhält, auf eine EBITDA-Marge von acht Prozent zu kommen, was dann sehr solide Gewinne bedeuten würde. Denn da reden wir von Zielen, während das Hier und Jetzt außerordentlich bärisch ist. Kein Wunder also, dass die Aktie trotz der vorangegangenen Verluste weiter fiel. Kann und muss man Nordex damit in Sachen Long-Trades vollends abschreiben?

Expertenmeinung: Vorerst sollte man sich da zumindest besser keine großen Hoffnungen machen. Was aber nicht heißt, dass die Aktie im Gegenzug auf der Short-Seite leichtes Spiel bieten würde. Denn man hatte ja die insgesamt negative Situation bereits eingepreist. Und mit dieser gestrigen Bilanz liegen die „bad news“ erst einmal auf dem Tisch, während der Kurs dadurch in die langfristig relevante, ab 2018 entstandene Auffangzone zwischen 5,52 und 8,55 Euro hinein gelaufen ist.

Dass das bärische Lager versuchen könnte, diese Unterstützungszone komplett bis nach unten auszuloten, ist zwar möglich. Aber angesichts der sogar auf Wochenbasis überverkauften Markttechnik kann es da auch jederzeit zu – den Kurs nach oben ziehenden – Short-Eindeckungen kommen. Fazit: Nach unten bremst die Charttechnik, nach oben die Umsatz- und Gewinnperspektive, zugleich ist die Aktie hochvolatil … am ruhigsten würde man als Trader schlafen, wenn man Nordex zunächst einmal denen überlassen würde, die es, warum auch immer, unberechenbar mögen!

Nordex-Aktie: Chart vom 21.06.2022, Kurs 8,676 Euro, Kürzel NDX1 | Online Broker LYNX