Nordex meldete am Montag höchst erfreuliche Zahlen: Der Auftragseingang im 3. Quartal legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 30 Prozent zu. Die Aktie reagierte positiv … aber etwas anderes sticht weit mehr ins Auge: eine sogenannte Trompeten-Formation.
Zu Jahresbeginn lief der Auftragseingang beim Windkraftanlagenhersteller noch ein wenig schleppend an, aber mit den jetzt gemeldeten 29,5 Prozent Auftragsplus zum Vorjahreszeitraum beläuft sich der Zuwachs des Auftragseingangs in den ersten drei Quartalen in Relation zum vergleichbaren Zeitraum 2025 auf 16,1 Prozent. Das ist respektabel. Dass der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt Leistung auf 0,90 Millionen Euro zurückkam (3. Quartal 2025: 0,93 Millionen), ist ein kleiner Wermutstropfen, aber mehr nicht. Denn auf die ersten neun Monate insgesamt bezogen liegt Nordex da mit im Schnitt 0,93 Millionen immer noch einen Tick über Vorjahr.
Damit lag der Auftragseingang sogar über der durchschnittlichen Erwartung der Analysten, die schon im Vorfeld auffallend bullisch für die Nordex-Aktie waren. 11 der 15 die Aktie einstufenden Experten raten zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel findet sich bei 49,39 Euro und damit sehr weit über dem derzeitigen Kurs … woran sich, trotz des durchaus ansehnlichen Kursgewinns von 3,9 Prozent als Reaktion auf diese Meldung, noch nicht wirklich viel geändert hat. Denn im Vorfeld hatte die Nordex-Aktie den tiefsten Stand seit Mitte Februar erreicht. Wo liegt das Problem, warum sehen wir hier keinen tadellos intakten Aufwärtstrend, zumal die Aktie auch noch von der Bewertung her mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von derzeit gut 18 für die 2026er-Gewinnschätzung der Analysten nicht einmal teuer ist?
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Expertenmeinung: Bei vielen Anlegern fliegen Aktien, die nicht in aktiven Aufwärtstrends laufen, andererseits aber auch noch nicht „billig“ wirken, weil sie zuvor stark abgerutscht sind, schnell aus der Beobachtungsliste. Erst schaut man auf den Kursverlauf. Und erst, wenn der spannend wirkt, schauen sich die Akteure die Zahlen hinter den Kursen an. Daher findet man, wenn man ein wenig sucht, immer wieder interessante Aktien, die grundsätzlich höher notieren könnten, wenn sie denn irgendwie „aufgeweckt“ würden, um wieder in den Fokus der Masse zu gelangen. Das gestrige Plus bei Nordex könnte dafür noch zu wenig sein. Indes, es gibt ja auch noch die rein an der Charttechnik orientiert agierenden Trader. Und bei denen dürfte in Sachen Nordex eine Augenbraue nach oben wandern, denn:
Die Aktie zeigt mittlerweile die Struktur einer sogenannten „Trompeten-Formation“, die durch ein nach rechts offenes Dreieck gekennzeichnet ist. Diese Formation entstand aus einer Phase volatilen Wassertretens im Juli und ist geprägt von sukzessiv größer werdenden, kurzfristigen Impulsen, sodass man hier höhere Zwischenhochs, aber auch jeweils niedrigere Zwischentiefs sieht. Oft gehen solche „Trompeten“ einem starken Trendimpuls voraus, wobei die Ausbruchsrichtung grundsätzlich offen ist.

Dass die Nordex-Aktie gerade am unteren Ende der „Trompete“ nach oben gedreht hat, dies durch „Good News“ ausgelöst wurde, die Analysten den Daumen heben und die Bewertung niedrig ist, würde zwar eher für einen Ausbruch nach oben sprechen. Dem entgegen steht aber diese auffällige Abstinenz der Anleger, die dazu führte, dass Ende der Vorwoche die Kurslücke vom Februar geschlossen wurde. Was insofern bemerkenswert ist, als diese Lücke entstand, als Nordex einen deutlich besser als erwarteten Ausblick auf das Jahr 2026 ablieferte. Ein Ausblick, der derzeit Chancen hätte, noch übertroffen zu werden, aber:
Wenn eine Aktie derart deutlich in der „Aschenputtel-Ecke“ festsitzt, sollte man sich daher nicht zu sicher sein, dass der Weg zwingend nach oben führen muss. Diese „Trompete“ lässt deutliche Bewegung für die kommenden Wochen und Monate erwarten, aber solange die Richtung offenbleibt, wäre umgehendes Handeln riskant. Besser wäre abzuwarten, ob es gelingt, diese Formation wirklich nach oben zu verlassen, was aktuell mit Schlusskursen über 42,60 Euro gelungen wäre. Diese Ausgangsbasis könnte die oben genannten, charttechnisch orientierten Trader anlocken, womöglich könnten die dafür sorgen, dass Nordex wieder in das Blickfeld der Breite der Anleger rückt. Noch ist es zu früh, darauf wetten zu wollen, aber es ist sicherlich der richtige Moment, diese Aktie recht weit oben in der eigenen Watchlist zu positionieren.
Quellenangaben:
Meldung zum Auftragseingang des 3. Quartals, 12.10.2026: https://ir.nordex-online.com/de/nachrichten/auftragseingang-der-nordex-group-steigt-im-dritten-quartal-2026-um-295-prozent-auf-28-gw/de95de05-a743-4fe8-8a22-0109ae9ad953
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/NDX1.DE/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.10.2026 um 20:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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