Die besten Agrar-Aktien

Agrar- und Landwirtschafts-Aktien gehören seit Mitte 2020 zu den großen Gewinnern. Egal ob Saatgut- oder Düngemittelproduzent, Landmaschinenhersteller oder Nahrungsmittelerzeuger, Aktien mit landwirtschaftlichem Hintergrund legen durch die Bank an Wert zu und bilden neue Aufwärtstrend aus. Wir sehen uns in diesem Artikel für Sie die Ursachen für diese Entwicklung an und zeigen Ihnen, warum Agrar-Aktien ein sinnvolles Zukunftsinvestment sein können.

Die Coronakrise treibt die Lebensmittelpreise nach oben

Wenige Wochen nach dem Beginn der Corona-Krise begannen die Preise für Agrar-Rohstoffe zu klettern. Kein Wunder, denn in vielen Ländern der Welt gab es Lockdown-Bestimmungen, die dazu führten, dass viele Saisonarbeiter die Felder verließen und in ihre Heimat zurückkehrten. Aufgrund der unterbrochenen Lieferketten sah sich sogar Vietnam – einer der größten Reis-Exporteure – erstmals seit Jahrzehnten dazu gezwungen, günstigeren indischen Reis zu importieren, um die eigenen Lager vollständig aufzufüllen. Doch nicht nur aus diesem Grund sinken die Ernteerträge in vielen Ländern. Da die Nachfrage aus den Bereichen Hotellerie und Gaststätten und Reise und Tourismus plötzlich wegbrach oder ausländische Einkäufer fernblieben, kamen vor allem in ärmeren Ländern viele Landwirte in finanzielle Schwierigkeiten. Denn wer ohnehin von der Hand in den Mund lebt, dem gehen schnell die Reserven aus, um in den nächsten Anbauperioden ausreichend Saatgut zu kaufen oder Feldarbeiter zu bezahlen. In der Folge geht das Angebot zurück und die Preise steigen.

Klimaveränderungen, ausgelaugte Böden und Umweltverschmutzung

Doch die Corona-Krise ist nicht der einzige Einflussfaktor, auch klimatische Veränderungen und Umweltzerstörung sorgen global für zunehmend schwierigere Anbaubedingungen. Während sich in einigen Regionen Dürreperioden, Wald- und Buschbrände und Wasserknappheiten häufen und die Grundwasserpegel sinken, sind andere Gegenden von Überschwemmungen, Umweltverschmutzungen oder Bodenerosion betroffen. Die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen gehen deshalb weltweit von Jahr zu Jahr zurück. Auch klimatische Einflüsse, so wie zuletzt beispielsweise eine extreme Dürreperiode in der Ukraine, der „Kornkammer Europas“, führen in wichtigen Anbaugebieten immer häufiger zu erheblich schwächeren Ernten. Selbst in gemäßigten Ländern wie Deutschland gab es in Jahren mit Hitzesommern wie 2018 und teilweise auch 2019 verdorrte Felder und massive Ernteeinbußen für Landwirte.

Wachsende Bevölkerung und veränderte Essgewohnheiten.

Neben Klimaphänomenen gibt es noch weitere Entwicklungen, die für einen längerfristigen Boom in der Agrarbranche sprechen. Die Weltbevölkerung beispielsweise wird in den kommenden Jahren stetig weiterwachsen. 2050 sollen laut UNO 9,6 Milliarden Menschen den Planeten bevölkern, rund 2 Milliarden mehr als jetzt. Gleichzeitig wächst in bevölkerungsreichen Aufsteigerländern wie China, Indien und Brasilien eine große, kaufkräftige Mittelschicht, die ihre Essgewohnheiten immer mehr an der westlichen Lebensweise orientiert. Das bedeutet, es wird weniger Gemüse und Getreide und dafür mehr proteinreiche Nahrung wie Fleisch und Fisch verzehrt. Damit aber beispielsweise ein Kilo Rindfleisch produziert werden kann, werden im Schnitt rund zehn Kilo Getreide benötigt. Dazu kommt noch die steigende Produktion von Biosprit, die den Bedarf an Feldfrüchten ebenfalls stark ansteigen lässt.

Stehen wir am Beginn einer Lebensmittelpreis-Inflation?

In Summe führen derzeit verschiedene Effekte dazu, dass es weltweit ein sinkendes Angebot an landwirtschaftlichen Erzeugnissen gibt. Gleichzeitig erhöhen Wirtschaftsprogramme in Billionenhöhe die bereits aufgeblähte Geldmenge immer weiter, was selbstredend auch nicht unbedingt preisdämpfend wirkt. Folglich steigen gemäß den Gesetzen des Marktes die Preise. So ist beispielsweise die Notierung für ein Scheffel Weizen (27,2 kg) zuletzt von weniger als 5,00 USD innerhalb eines halben Jahres bis auf mehr als 7,80 USD geklettert, ehe die Preise wieder etwas nachgaben. Noch stärker legte Mais zu: Ein Scheffel (25,4 kg) wurde im Mai für mehr als 7,70 USD gehandelt, nachdem Mitte 2020 noch Preise unter 3,50 USD aufgerufen wurden – das entspricht einer glatten Verdoppelung. Aktuell kostet ein Scheffel Mais wieder ca. 5,30 USD. Das Fatale an stetig anziehenden Preisen ist, dass Marktteilnehmer einen Anreiz bekommen auf Vorrat zu kaufen. Denn schließlich möchte man in 2 Monaten nicht mehr bezahlen als heute. Dies führt nicht selten zu einer sogenannten Inflations-Spirale. Eine weiter anhaltende Lebensmittelpreis-Inflation ist daher – leider – ein durchaus realistisches Szenario.

Landwirt: Einer der unattraktivsten Jobs weltweit

Obwohl es um eines der wichtigsten Themen in unserem Leben geht – unsere Ernährung – erfährt der Beruf des Landwirts in fast allen Ländern der Welt vor allem eines: Geringschätzung. Ackerland zu bebauen oder Viehzucht zu betreiben gilt gemeinhin als harte Arbeit, die in erster Linie von „einfachen“ Menschen mit wenig Schulbildung ausgeübt wird. Dabei sind die Ertragsaussichten trotz hoher körperlicher Belastung niedrig und schwankend. Beim Absatz ist der Farmer zudem von großen Abnehmern abhängig, die oft genug die Preise auf ein Minimum drücken. Deshalb verwundert es kaum, dass sich vor allem junge Menschen die harte Arbeit ihrer Eltern nicht mehr antun wollen und ihr Glück lieber in den rasant wachsenden Großstädten suchen. Studien zufolge liegt das durchschnittliche Alter eines Bauern weltweit bereits bei über 60 Jahren und in den USA gehören Farmer zu den Berufsgruppen mit der höchsten Selbstmordrate. Gewinnt der Beruf des Landwirts nicht bald wieder an Attraktivität, so droht der Lebensmittelversorgung der wachsenden Weltbevölkerung früher oder später der Kollaps. Ein entscheidender Anreiz zu Erneuerung und Innovation könnte über den Preis erfolgen. So könnte es für eine neue Generation an Farmern ein entscheidendes wirtschaftliches Argument sein, wenn die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse deutlich ansteigen. Investorenlegende und Rohstoff-Experte Jim Rogers empfiehlt jungen Leuten nicht ohne Grund schon seit einigen Jahren, Bauer zu werden. Doch damit sich etwas Grundlegendes ändert, müssen die Preise für Agrarrohstoffe erst noch ein gutes Stück weitersteigen.

Die Schattenseite steigender Lebensmittelpreise

Doch steigende Preise für Agrarerzeugnisse haben auch eine Kehrseite: Fallen Ernten schlechter aus als erwartet, so wirken sich die steigenden Preise am stärksten auf den ärmsten Teil der Bevölkerung, vor allem in Entwicklungs- und Krisenländern aus. Denn wer einen Großteil seines Geldes für Nahrungsmittel ausgibt, der leidet bereits bei mäßigen Preisanstiegen. Eine direkte Spekulation mit Grundnahrungsmitteln wie Reis oder Weizen ist daher zu Recht umstritten – vor allem dann, wenn es deshalb verstärkt zu Lagerhaltung oder extremen Preisspitzen kommt. Für viele Banken gelten direkte Investments in Agrarrohstoffe deshalb mittlerweile als Tabu. Doch damit lassen sich Knappheiten natürlich auch nicht lösen, denn die grundlegenden Preistrends richten sich nach Angebot und Nachfrage. Und ist das Angebot tatsächlich zu gering, so ist der Preis wiederum auch der einzige echte Anreiz für Landwirte ihre Produktionsmenge deutlich zu erhöhen und Angebotslücken auszugleichen. Die Politik hat mit Subventionen, Preisregulierungen oder Exportbeschränkungen meist weitaus mehr Einfluss auf Angebot und Preise als die oft alleinig gescholtenen Spekulanten.

Die besten Agrar-Aktien 2021

Steigen die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse, so bleibt den Farmern mehr Geld für Landmaschinen, Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz oder Bewässerungsanlagen. Aufgrund der besseren Geschäfte legen dann auch die Aktienkurse von Unternehmen aus diesen Branchen zu. Dazu kommt: Wer Agrar-Aktien kauft, investiert in Sachwerte, dazu zählen oft beispielsweise auch Acker- oder Weideland, Ölmühlen, Verladestationen oder Dünger-Bestände. Gerade in Zeiten in denen die Geldmenge durch eine lockere Zentralbankpolitik und massive Konjunkturprogramme erhöht wird, ist dies ein weiteres Argument, das für Investments in den Landwirtschaftssektor spricht.

Agrar ETFs und Agrar-Fonds

Anleger können auch über Agrar ETFs bzw. Agrar Fonds vom anhaltenden Aufwärtstrend der Landwirtschaft profitieren. So investiert beispielsweise der iShares Agribusiness UCITS ETF (IE00B6R52143 – Symbol: IS0C – Währung: USD) in breit diversifizierte Unternehmen aus dem Agrar Sektor. Den Schwerpunkt bilden dabei Aktien aus den USA, als Benchmark dient der S&P Commodity Producers Agribusiness Index. Der Fonds Allianz Global Agricultural Trends (LU0342688198 – Währung: EUR) investiert ebenfalls in Agrar-Aktien, wird allerdings aktiv gemanagt.

Die Top Agrar- und Landwirtschafts-Aktien

Hier finden Sie eine Agrar-Aktien-Liste mit zehn börsennotierten Unternehmen, die ihren Schwerpunkt auf dem Bereich Landwirtschaft haben. Drei der Werte stellen wir Ihnen im Anschluss detaillierter vor. Auf die Aktien von Pestizid-Herstellern wie Bayer (Monsanto) oder Corteva haben wir bewusst verzichtet. Das ist unsere Tabelle der Top Agrar-Aktien:

Agrar-Aktien-Liste

Agrar AktieKategorieISINSymbolWährung
AGCOLandmaschinenUS0010841023AGCOUSD
Archer Daniel Midlands
Agrar-Logistik US0394831020
ADM
USD
BungeAgrar-ErzeugnisseBMG169621056BGUSD
CNH IndustrialLandmaschinenNL0010545661CNHIEUR
Deere & Co.LandmaschinenUS2441991054DEUSD
K+SDüngemittelDE000KSAG888SDFEUR
KWS SaatSaatgutDE0007074007KWSEUR
LindsayBewässerungssystemeUS5355551061LNNUSD
MosaicDüngemittelUS61945C1036MOSUSD
NutrienDüngemittelCA67077M1086NTRCAD

Mit den folgenden Agrar-Aktien könnten Sie vom Aufwärtstrend in der Landwirtschaft profitieren:

KWS Saat Aktie: Deutsche Saatgut-Aktie mit Potenzial

Die KWS Saat SE (DE0007074007 – Symbol: KWS – Währung: EUR) mit Sitz in Niedersachsen ist mit einem Umsatz von ca. 1,3 Mrd. Euro nach Bayer, Corteva und Syngenta der weltweit viertgrößte Saatguthersteller für landwirtschaftliche Nutzpflanzen. Wichtigste Geschäftsbereiche sind Züchtung und Vertrieb von Getreide- und Gemüsesaatgut für die Agrarbranche. Dazu zählen beispielsweise Saatgut für Zuckerrüben, Getreide, Sojabohnen, Mais, Kartoffeln und Raps. Daneben befinden sich viele weitere Nutzpflanzen wie Sonnenblumen oder Gemüsepflanzen im Produktportfolio von KWS Saat. Trotz eines leichten (Corona-bedingten) Gewinnrückgangs von 3,15 Euro auf 2,89 Euro je Aktie wurde die Dividende für 2019/20 leicht von 0,67 Euro auf 0,70 Euro angehoben.

Mit einem aktuellen Börsenwert von ca. 2,3 Mrd. Euro (Aktienkurs 70 Euro) gilt die im Auswahlindex SDAX enthaltene KWS Saat Aktie in Deutschland als mittelgroße Aktiengesellschaft. Charttechnisch konnte die Aktie im Mai 2021 ein neues Allzeithoch von 80,90 Euro ausbilden, bevor ein moderater Rücksetzer erfolgte. Spannend wird es vor allem dann, wenn es der KWS-Aktie gelingen sollte, den alten Widerstand bei 77 Euro nachhaltig zu überwinden. Bei einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung im Jahr 2020/21 könnte die wichtige Charthürde möglicherweise schon bald endgültig überwunden werden. Folgen darauf weitere, deutliche Kursanstiege, so könnte sich die KWS Saat Aktie perspektivisch möglicherweise sogar für eine Aufnahme in den MDAX-Index empfehlen.

Es gibt auch eine Vielzahl kleinerer, spannender Agrarwerte, bei denen die Börsenkapitalisierung jedoch sehr gering ist und diese daher hochspekulativ sind. Deshalb sollten Sie Ihren Blick auch eher auf größere, etablierte Milliardenunternehmen richten. Drei davon stellen wir Ihnen nachfolgend vor:

Nutrien: Düngemittel-Hersteller profitiert von steigenden Lebensmittelpreisen

Im Einklang mit den Lebensmittelpreisen stiegen zuletzt auch die Preise für Düngemittel z.B. Phosphat, Ammoniak und Kaliumkarbonat seit Mitte 2020 deutlich an. Das Researchhaus Argus Media erwartet, dass die Düngerpreise weiter anziehen und den Düngemittelherstellern sehr lukrative Geschäfte bescheren werden. In der Branche hatte seit dem letzten Rohstoffboom eine Konsolidierung mit Übernahmen und Unternehmenszusammenschlüssen stattgefunden, so dass die verbliebenen Anbieter umso mehr profitieren. Ein Unternehmen, das von der steigenden Nachfrage nach Agrargütern und Düngemitteln profitiert ist der kanadische Düngemittelhersteller Nutrien (ISIN: CA67077M1086 – Symbol: NTR – Währung: CAD). Bis zur Fusion mit dem Wettbewerber Agrium im Jahr 2018 firmierte das Unternehmen unter dem Namen PotashCorp. Nutrien hat seine marktführende Stellung in Nordamerika und Australien durch den Zusammenschluss deutlich ausbauen können und verfügt in den Kernmärkten über ein enges Endkunden-Vertriebsnetz.

Größter Kali-Hersteller der Welt mit 3 % Dividendenrendite

Nutrien betreibt im kanadischen Bundesstaat Saskatchewan sechs sehr kostengünstig operierende Kali-Minen und gilt als der größte Kali-Hersteller der Welt. Das Unternehmen, das beispielsweise mit der deutschen Firma K+S konkurriert, produziert aber auch Phosphat und Ammoniak (Stickstoff). Insgesamt setzt der Konzern jährlich rund 25 Mio. Tonnen Düngemittel ab. Daneben werden auch Saatgut, Pflanzenschutzmittel und andere landwirtschaftliche Bedarfe gedeckt, die ebenfalls direkt an Endkunden vermarktet werden. In den letzten drei Jahren stiegen die Umsätze des Unternehmens im Schnitt um +10 %. Aufgrund eines Gewinneinbruchs um -52 % auf 0,81 USD im schwachen Corona-Jahr 2020 gingen die Gewinne in der Drei-Jahres-Betrachtung um -3 % leicht zurück. Für 2021 rechnen Analysten nun mit einem deutlichen Gewinnsprung um +501 % auf 4,87 USD je Aktie, 2022 sollen dann immerhin 4,93 USD Gewinn je Aktie drin sein. Da die Düngemittelpreise als Gewinnhebel fungieren, könnte es im besten Fall auch deutlich mehr sein.

Fazit: Erstklassige Wachstumsaktie und Dividendenaktie

Die besten Agrar-Aktien: Entwicklung der Nutrien Aktie von September 2018 bis September 2021 | Online Broker LYNX

Dadurch dass das Unternehmen vom Abbau der Düngemittel bis zum Vertrieb an Endkunden voll integriert ist, wird ein hoher Cashflow erzielt, der auch eine ordentliche Dividende in Höhe von 1,84 USD ermöglicht. Beim aktuellen Aktienkurs in Höhe von 61 USD errechnet sich eine attraktive Rendite von 3 %, die auch für Dividendenjäger interessant sein dürfte. Mit der erstklassigen Aktie können Sie darauf setzen, dass die Landwirtschaft nach der Corona-Krise einen anhaltenden Boom erlebt.

AGCO: Landmaschinen-Hersteller im Aufwind

AGCO (ISIN: US0010841023 – US-Symbol: AGCO – Währung: USD), der weltweit drittgrößte Landmaschinenkonzern stellt in erster Linie Traktoren und Mähdrescher her, aber auch diverse andere Landmaschinen. Der Vertrieb erfolgt weltweit über mehr als 2700 Händler in über 140 Ländern. Zu dem Landmaschinen-Hersteller, der mittlerweile auf einen Jahresumsatz in Höhe von rund 9 Mrd. USD kommt, gehören unter anderem Massey Ferguson sowie der deutsche Marktführer Fendt aus Marktoberdorf im Allgäu. Die Premium-Marke gilt als Mercedes der Landwirtschaft und hat sich in den vergangenen Jahren zur Cashcow des Unternehmens gemausert. Dank Fendt und der finnischen Valtra-Traktoren hat AGCO vor allem im westeuropäischen Markt einen größeren Marktanteil als beispielsweise der amerikanische Wettbewerber Deere. Daneben gehören auch noch die Marken Valtra, GSI und Challenger zum AGCO-Konzern.

Überdurchschnittlich steigende Gewinne

Die Umsätze des AGCO-Konzerns stiegen in den letzten drei Jahren durchschnittlich zwar nur um etwa +1 % p.a., dafür legten die Gewinne jährlich im Mittel um +23 % zu. Für das Jahr 2021 wird insgesamt ein Gewinn in Höhe von 9,66 USD je Aktie erwartet (+72 %). Die Gewinnerwartungen für 2022 liegen bei 10,57 USD je Aktie (+9 %). Der Umsatz, der im Jahr 2020 bei 9,2 Mrd. USD lag, soll im laufenden Jahr auf 11,4 Mrd. USD steigen und damit satte +24 % zulegen, 2022 soll das Umsatzplus immerhin noch +5 % betragen und so zu 12 Mrd. USD an Erlösen führen. Die Corona-Krise konnte den Umsätzen trotz zeitweiser Produktionsstopps nicht viel anhaben. Auch das Bilanzbild sieht sehr gut aus, denn der Konzern hat vergleichsweise geringe Schulden.

AGCO-Aktie mit langfristigem Kurspotenzial

Die besten Agrar-Aktien: Entwicklung der AGCO Aktie von September 2018 bis September 2021 | Online Broker LYNX

Steigen die Preise für landwirtschaftliche Güter, dann boomt auch das Geschäft von AGCO, denn sprudelnde Einnahmen sorgen bei Landwirten dafür, dass die oftmals jahrelang aufgeschobenen Investitionen in neue Maschinen und Geräte getätigt werden. Die AGCO-Aktie ist im Jahr 2020 bis Anfang 2021 extrem gut gelaufen und erreichte neue Allzeithochs von 158,62 USD. Seitdem konsolidiert die Aktie zwar, der eingeschlagene Aufwärtstrend dürfte jedoch beibehalten werden. Anleger können für den Einstieg beispielsweise Kurse im Bereich 110 USD bis 120 USD abwarten. Die Aktie eignet sich vor allem für Investoren mit längerfristigem Anlagehorizont.

Lindsay: Effiziente Bewässerungssysteme für die Landwirtschaft

Das US-Unternehmen Lindsay (ISIN: US5355551061 – US-Symbol: LNN – Währung: USD) entwickelt und produziert landwirtschaftliche Bewässerungsanlagen und Wassermanagementsysteme. Die hocheffizienten Beregnungstechnologien des Unternehmens senken den Wasserverbrauch und die Bewässerungskosten von Landwirten nachhaltig. Die mit Feuchtigkeitssensoren ausgestatteten Linear- und Kreisberegnungssysteme sorgen beispielsweise mit einem softwaregesteuerten Beregnungsmanagement dafür, dass die richtige Wassermenge zum richtigen Zeitpunkt gleichmäßig auf Pflanzen und Boden verteilt wird. Lindsay-Systeme, die sich beispielsweise auch per Smartphone oder Tablet steuern lassen, werden weltweit in rund 100 Ländern vermarktet.

70 % des weltweit genutzten Wassers wird in der Landwirtschaft benötigt

Mit der intelligenten und langlebigen Bewässerungstechnologie von Lindsay lassen sich Wasserverluste minimieren. Das Einsparpotenzial in diesem Bereich ist enorm, denn aktuell liegt die Effizienz des in der Landwirtschaft eingesetzten Wassers weltweit unter 40 %, rund 60 % des Wassers könnten demnach entweder für zusätzliche Anbauflächen oder für andere Zwecke verwendet werden. Vor dem Hintergrund, dass die Landwirtschaft rund 70 % des weltweit genutzten Wassers verbraucht, wird der enorme Investitionsbedarf in diesem Bereich deutlich. In Zeiten zunehmender Wasserknappheit, sinkender Grundwasserpegel und längeren Trockenperioden ist ein ressourcensparender Umgang mit dem kostbaren Nass nicht nur für den Ernteertrag des einzelnen Bauern, sondern auch für den Wasserhaushalt der Gesellschaft wichtig. Das gilt besonders für Anbaugebiete in trockeneren Regionen der Erde, wo bis zu 90 % (!) des Frischwassers zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Anbaugebieten benötigt werden.

Trendwende geschafft & Wachstum erwartet

In den vergangenen Jahren liefen die Geschäfte bei Lindsay etwas durchwachsen, vor allem deshalb, weil nordamerikanische Farmer aufgrund niedriger Preise für Agrarprodukte zuletzt sehr wenig in moderne Bewässerungssysteme investieren konnten. So gingen die Umsätze und Gewinne bis zum Geschäftsjahr 2018/19 stetig zurück. Zu dieser Zeit wirkte sich beispielsweise der damalige Handelskrieg zwischen den USA und China belastend auf die Geschäfte des Unternehmens aus. Doch zuletzt können sich die Zahlen wieder sehen lassen. Der Umsatz stieg – trotz Corona-Krise – im Jahr 2019/20 von 444 Mio. USD im Vorjahr auf 475 Mio. USD, während der Gewinn von 1,45 USD um starke +146 % auf 3,56 USD je Aktie zulegte. Im laufenden Jahr 2020/21 werden von Analysten bei 556 Mio. USD Umsatz 4,14 USD Gewinn je Aktie erwartet, im kommenden Jahr 2021/22 sollen es dann bereits 4,97 USD je Aktie sein, bei einem Umsatz von 619 Mio. USD. Lindsay zahlt aktuell eine Quartalsdividende von 0,33 USD, so dass sich auf dem aktuellen Kursniveau von 155 USD eine mäßige Dividendenrendite von unter 1 % ergibt.

Spekulatives Papier für mutige Anleger

Die besten Agrar-Aktien: Entwicklung der Lindsay Aktie von September 2018 bis September 2021 | Online Broker LYNX

Die Lindsay-Aktie befindet sich seit dem Jahr 2009 im Aufwärtstrend und erzielte erst im August ein neues Allzeit-Hoch von 179,27 USD. Mit einer Marktkapitalisierung von 1,7 Mrd. USD zählt das Unternehmen trotzdem noch eher zu den Small Caps. Schätzungen gehen davon aus, dass Landwirte in aller Welt bis zum Jahr 2030 bereits 8,5 Mrd. Menschen versorgen müssen. Unternehmen wie Lindsay, die einen effizienteren Umgang mit der Resource Wasser ermöglichen, haben deshalb langfristig hervorragende Zukunftsaussichten. Zuletzt nahm das Geschäft von Lindsay wieder deutlich an Fahrt auf. Interessant wird es für Lindsay vor allem dann, wenn die Preise für Agrarrohstoffe und Lebensmittel weiter steigen und den Landwirten auch wieder mehr Investitionskapital zur Verfügung steht. Mutige Anleger können die spekulative Aktie bei einem Rücksetzer kaufen und so auf eine Fortsetzung der langfristigen Aufwärtsbewegung setzen.

Fazit für die besten Agrar Aktien: Agrarbranche vor neuem Innovations- und Investitionszyklus

Obwohl die Preise für Agrar-Rohstoffe bislang erst relativ moderat anziehen, gibt es bereits einen spürbar positiven Effekt auf Aktien aus dem Agrar-Sektor. Die bisher als langweilig und träge geltenden Aktien entwickelten zuletzt beeindruckende Aufwärtstrends und stellten dabei viele andere Branchen in den Schatten. Experten sehen den Agrarsektor vor dem Hintergrund des weltweiten Bevölkerungswachstums und zurückgehender Anbauflächen bereits als neuen Megatrend. Nach jahrzehntelanger Talfahrt und Preiskämpfen könnte in der Landwirtschaft nun also möglicherweise ein neuer Innovations- und Investitionszyklus Schwung aufnehmen. Ein solcher wäre mit Sicherheit auch notwendig, denn schließlich geht es um eines der wichtigsten Themen in unserem Leben – unsere Ernährung. Die drei von uns vorgestellten Unternehmen unterstützen mit ihren Produkten Landwirte auf der ganzen Welt. Anleger, die mit Investments auf diese Entwicklung setzen wollen, sollten aber auf jeden Fall einen Anlagehorizont von mehreren Erntesaisons haben.

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