DAX Prognose: Aktuelle DAX Entwicklung und Ausblick | Online Broker LYNX
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DAX Ausblick: Wie entwickelt sich der DAX 2022?

Nachdem der DAX unser Kursziel für 2021 von 16.000 Punkten erreicht hatte, bevor eine Korrektur einsetzte, analysieren wir in dieser DAX Prognose, ob deutsche Aktien trotz des Ukraine-Kriegs und der weiter anhaltenden Corona-Pandemie auch 2022 attraktiv für neue Investments sind und mit welcher Kursentwicklung Sie beim DAX-Index in den kommenden sechs bis zwölf Monaten rechnen können. Wir schauen uns mögliche DAX Kursziele an und wagen einen DAX Ausblick.

Mit welchen Finanzprodukten (z.B. DAX-ETFs, DAX-CFDs, DAX-Futures, DAX-Optionen oder DAX-Zertifikate) Sie von Kursbewegungen des DAX-Index optimal profitieren, lesen Sie in unserem Artikel „Wie Sie den DAX-Index am besten handeln können“.

Rückblick 2021:  Neunter DAX-Anstieg in zehn Jahren

Das vergangene Jahr 2021 verlief für die Aktienmärkte sehr erfreulich. Die Kurserholung nach dem Corona-Crash von Anfang 2020 setzte sich weiter fort und viele Börsenindizes erreichten neue Allzeithochs. Hohe Gewinne verzeichneten insbesondere Big Tech-Aktien aus den USA wie Apple, Microsoft, Tesla oder Nvidia. Doch auch in anderen Bereichen zeigte sich die Wirtschaft sehr robust. Automobilhersteller beispielsweise konnten ihre Produktionskapazitäten aufgrund von Lieferengpässen bei Halbleitern nicht voll auslasten. Dennoch stiegen deren Gewinne, da die hohe Nachfrage dazu führte, dass keine Rabatte gewährt werden mussten und Kunden im Gegenteil sogar Preiserhöhungen akzeptierten.

In dem von Corona-Folgen wie unterbrochenen Lieferketten, Knappheiten und steigenden Teuerungsraten geprägten wirtschaftlichen Umfeld, stieg auch der deutsche DAX Index deutlich an und erreichte im Herbst 2021 ein neues Allzeithoch von 16.251 Punkten. Auf Jahressicht legte der DAX, der im Zuge einer Reform seit September 2021 um 10 weitere Aktien aus dem MDAX zum DAX 40 Index ergänzt worden war, immerhin um knapp +16 % zu und kletterte von 13.719 Punkten zu Jahresbeginn auf 15.873 Punkte am 31.12.2021. Damit verzeichnete das wichtigste deutsche Aktienbarometer den neunten Jahresgewinn in zehn Jahren.

Berücksichtigt man die Unsicherheiten und hohen konjunkturellen Belastungen durch die Corona-Krise und den starken Kurseinbruch im Vorjahr, so nahm die DAX Entwicklung von Pandemie-Beginn bis Ende 2021 einen insgesamt sehr erfreulichen Verlauf.

Jährliche DAX Entwicklung von 2016 bis 2021

JahrPerformance
2016+6,87 %
2017+12,51 %
2018-18,26 %
2019+25,48 %
2020+3,55%
2021+15.79%

DAX 2022: Starker Kurseinbruch nach neuem Rekordhoch

Im Januar 2022 erzielte der DAX 40 ein knappes, neues Rekordhoch von 16.271 Punkten. Doch anstatt seinen Höhenflug weiter fortzusetzen, ging der Index in eine deutliche Korrektur über. Als Hauptursache wurde zunächst die überraschend stark anziehende Inflationsrate genannt. Die Marktteilnehmer befürchteten einen Liquiditätsentzug durch eine straffere Geldpolitik der Notenbanken. Im Februar beherrschten dann geopolitische Ereignisse das Geschehen an den Finanzmärkten. Die bereits einige Zeit schwelende Ukraine-Krise wurde durch die überraschende russische Invasion zu einem Krieg, der die Welt seitdem in Atem hält. Der DAX Index beschleunigte daraufhin seinen Abwärtstrend und stürzte Anfang März im Tief bis auf 12.400 Zähler ab. Seitdem gab es eine Gegenbewegung, so dass sich der Index aktuell wieder bei ca. 13.700 Punkten bewegt. Doch wie geht es nun weiter? Drohen weitere Börsenverluste oder setzt sich der langfristige Aufwärtstrend im Jahresverlauf 2022 weiter fort?

Welche globalen Themen bestimmen die DAX-Richtung im Jahr 2022?

Nachdem die Corona-Virus-Pandemie zwei Jahre lang das beherrschende Thema war, wird die aktuelle Börsenentwicklung vor allem durch die Entwicklungen und Ereignisse des Ukraine-Kriegs sowie die dadurch weiter verstärkte Inflationsdynamik geprägt. In diesem Umfeld zeigten Substanzaktien wie beispielsweise Rohstoffwerte Stärke, während Technologie- und Wachstumsaktien zu den Schlusslichtern des Aktienmarktes zählen.

Konjunkturell betrachtet dürfte der Krieg in der Ukraine und dessen Folgen für spürbare Belastungen sorgen. Die Industrie ächzt bereits unter den hohen Energiepreisen, die durch die internationalen Sanktionen gegen Russland noch einmal einen gewaltigen Schub bekamen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW rechnet als Folge des Krieges in der Ukraine mit einer rückläufigen Konjunktur und noch stärker steigenden Preisen. Das DIW geht für das erste und zweite Quartal 2022 von einem Abgleiten in eine Rezession aus. Dabei wird mit einer beschleunigten Inflation mit Raten von deutlich über fünf Prozent ausgegangen. DIW-Präsident Fratzscher warnt jedoch, dass es im Fall einer Eskalation des Kriegs und immer neuer Sanktionen sogar Richtung zehn Prozent Preisteuerung gehen könnte. Dabei würde es dann nicht nur um die Energiepreise, sondern auch um Rohstoffe und Nahrungsmittel gehen.

Auch die Coronapandemie könnte erneut aufflammen. Aktuell sieht es zwar eher so aus, als würde die Coronakrise durch die milde Omikron Variante tendenziell ausklingen, aber in Stein gemeißelt ist dies natürlich nicht. Falls doch noch eine neue, gefährlichere Virusmutation auftaucht, so würde das Thema wohl oder übel auch an der Börse wieder an Brisanz gewinnen. Derzeit sieht es zum Glück jedoch so aus, als wäre das Schlimmste überstanden.

DAX Prognose: Aktien trotz Krieg nicht unattraktiv

Sehen wir uns für unsere DAX Prognose zunächst das „große Bild“ an. Da Privatanleger „nur“ ca. 16 % der DAX Anteile halten, wird der Handel von institutionellen Großanlegern dominiert, die die DAX Entwicklung beeinflussen. Diese stehen stets unter dem Druck, gewaltige Summen möglichst rentabel anzulegen, denn ansonsten ziehen die jeweiligen Geldgeber schnell ihre Mittel ab. Etliche Anlagealternativen zu Aktien wie Bankeinlagen oder (Staats)Anleihen sind weiterhin negativ oder sehr mickrig verzinst und daher weiterhin völlig unattraktiv. Außerdem schwebt über den festverzinslichen Anlageformen das Damoklesschwert einer anhaltend hohen Inflationsdynamik, denn der Geldwertverlust spielt bei der Rendite neben der Verzinsung natürlich ebenfalls eine große Rolle. Andere Alternativen gibt es kaum, denn Immobilien sind für professionelle Anleger zu illiquide oder bereits zu teuer und der Goldmarkt ist gemessen an den gewaltigen Anlagesummen, die am Kapitalmarkt bewegt werden, geradezu mikroskopisch klein.

Obwohl sich der DAX innerhalb der letzten dreizehn Jahre vom Tief bei 3.589 Punkten Anfang 2009 bis Januar 2022 auf bis zu 16.271 Punkte mit einem Kursanstieg um bis zu +353 % mehr als verdreifacht hat, sind Aktien weiterhin attraktiver als andere Anlageklassen. Die starke Korrekturbewegung könnte längerfristige Einstiegsgelegenheiten eröffnen.

DAX Bewertung: Mittelmäßig günstig

Die Experten-Schätzungen für das aktuelle DAX-40 Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Jahr 2022 liegen zwischen 14 und 18, im Mittel also bei etwa 16. Damit sind die deutschen Blue-Chips im historischen Vergleich zwar nicht günstig aber auch nicht übermäßig teuer bewertet. Durchschnittlich liegt das DAX-KGV bei ca. 15. Ein DAX-KGV von 16 besagt, dass die 40 Werte im Durchschnitt 16-mal mehr kosten, als die erwarteten Nettogewinne der DAX-Konzerne im Jahr 2022. Allerdings basiert das KGV auf Erwartungen. Eine rezessive Entwicklung aufgrund einer ausufernden Inflation könnte beispielsweise zu einer Anpassung der Gewinnschätzungen und einem entsprechend höheren DAX-KGV führen.

Im Jahr 2000 wurde beim DAX im Zuge der sogenannten „Dotcom-Blase“ kurzzeitig ein Rekord-KGV von 33,7 erreicht, mehr als der doppelte Wert des langjährigen Durchschnitts. Da 10jährige Bundesanleihen gleichzeitig rund 5 % Rendite abwarfen, setzte damals ein massives Umschichten in Staatsanleihen ein, der Rest der Geschichte dürfte Ihnen wohl bekannt sein. Eine Diskrepanz im Rendite-Vergleich der Anlagealternativen wie im Jahr 2000 liegt heute nicht vor. Auch wenn deutsche Aktien gemessen an der Profitabilität im historischen Vergleich keine absoluten Schnäppchen mehr sind, ist das für viele Anleger immer noch sehr viel besser als Minuszinsen – es gibt einfach keine ernsthaften Anlagealternativen. Deshalb dürften die Börsen selbst bei moderat rückläufigen Unternehmensgewinnen für Anleger attraktiv bleiben.

Geldanlage ist immer „relativ“: Aktienmarkt weiterhin alternativlos

Der Rendite-Ausblick der alternativen Investments ist weitaus weniger attraktiv als für Aktien. Pro Jahr „ein bisschen Geld“ mit Staatsanleihen zu verlieren war und ist für viele Großanleger paradoxerweise immer noch attraktiver, als ihr Geld in vergleichsweise renditebringenden Dividendenpapieren mit langfristigem Gewinnsteigerungspotenzial anzulegen.  Dennoch ist Geldanlage immer relativ zu betrachten: Es kommt stets darauf an, welcher Anlageklasse bezüglich Werterhalt, Wertentwicklung und Risiko im Vergleich die beste und stabilste Entwicklung zugetraut wird. In diese Richtung fließt das Kapital wie eine Flüssigkeit in einem Gefälle. Doch auch wenn deutsche Aktien derzeit krisenbedingt nicht zu teuer bewertet sind: Für einen DAX Ausblick reicht es nicht aus, sich (eindimensional) das historische Bewertungsniveau von Aktien zu betrachten, sondern es müssen (multidimensional) immer auch die zur Verfügung stehenden Alternativ-Optionen in Relation gesetzt und betrachtet werden.

Negativzinsen & Politik-Unsicherheit: Mit Staatsanleihen drohen Verluste

Werfen wir also einen Blick auf den im Vergleich zum Aktienmarkt rund dreimal größeren Staatsanleihenmarkt – der einzigen wirklichen Anlagealternative für Großanleger. Um es gleich vorwegzunehmen, der Anleihenmarkt ist zur Geldanlage weiterhin absolut unattraktiv – und das obwohl die Renditen nicht mehr ganz so tief liegen wie das noch vor wenigen Jahren der Fall war.

Staatsanleihen kein sicherer Hafen mehr

Die Unattraktivität der Anleihen ist nicht nur dem unverantwortlichen, rekordhohen Verschuldungsgrad der westlichen Industrienationen geschuldet. Auch die zunehmend unberechenbaren politischen Verhältnisse und immer wieder aufflammende Handelsstreitigkeiten und geopolitische Spannungen tun ihr Übriges, um das Vertrauen in die Politik und damit auch in staatliche Investments zu schmälern. Doch es gibt weitere Gründe, die Staatspapiere unter Druck setzen: Da die massiven Kaufprogramme der Zentralbanken gerade auslaufen, fallen zukünftig die mit Abstand größten Anleihen-Käufer weg. Auch oder gerade weil Anleihen lange Zeit als „Safe Haven“ (sicherer Hafen) galten: Es ist durchaus fraglich, ob auch nach der anstehenden Beendigung der Zentralbank-Eingriffe überhaupt noch genügend Anleihenkäufer zur Stelle sein werden, um das bestehende Angebot auf dem aktuellen Renditeniveau aufzunehmen. Als sicheren Hafen würden wir Staatsanleihen also nicht mehr unbedingt betrachten.

Wehe die Inflation lässt sich nicht in den Griff kriegen

Die Nachfrage nach den aktuell negativ oder sehr gering verzinsten Staatspapieren geht auch deshalb zurück, weildie Inflationserwartungen – zuletzt stetig zunahmen und in den kommenden Monaten deutlich steigende Zinsen ankündigen. Um ein steigendes Zinsniveau abzubilden, müssen die Kurse von Staatsanleihen jedoch fallen, da die Anpassung an das steigende Renditeniveau nur über sinkende Kursnotierungen erfolgen kann. Noch Ende 2020 waren weltweit Anleihen im Volumen von mehr als 18 Billionen US-Dollar negativ verzinst, in Europa warfen drei Viertel aller Staatsanleihen negative Renditen ab. Nur Großanleger wie Versicherungen oder Pensionskassen, die gesetzlich dazu gezwungen sind, kaufen solche negativ verzinsten Papiere. Seit 2021 zeigt die Zinstendenz wieder nach oben, das Volumen an negativ verzinsten Staatsanleihen verringerte sich deutlich. Sicher auch aufgrund der weltweit anziehenden Inflationsrate. Diese erreichte in Deutschland mit 5,3 % im Dezember 2021 den höchsten Stand seit fast 30 Jahren. Die Anstiege an den Energie- und Rohstoffmärkten seit Ausbruch des Ukraine-Krieges deuten darauf hin, dass sich die Preissteigerungen sogar noch beschleunigen könnten. Möglicherweise steht uns ein regelrechter Preisschock bevor.

Mit fortgesetzt hohen Verlusten bei Anleihen muss insbesondere dann gerechnet werden, falls die Notenbank-Aktionen verpuffen und die Inflationsraten auch im Jahr 2022 hoch bleiben. Denn wenn der Erhöhungs-Druck auf die Zinsen auf absehbare Zeit bestehen bleibt, so würde dies auch noch die letzten Käufer vertreiben und die Anleihenkurse weiter in die Knie zwingen.

Auf solche absehbaren Kursverluste haben natürlich die wenigsten Großanleger Lust, die bereits massiv Anleihen verkaufen, seit sich die Zinswende deutlich abzeichnet. Da der Anleihenmarkt den Aktienmarkt vom Volumen her bei Weitem übertrifft, geht es um immense Summen. Dieses aus dem Anleihenmarkt fließende Kapital muss dann natürlich trotzdem weiterhin Rendite erzielen und angelegt werden. Und einiges Kapital wird dabei auch den Weg an die Börse finden, denn auch Immobilien und Gold können sich als verbleibende Anlageklassen nicht als ernstzunehmende Konkurrenten qualifizieren.

Immobilien: Illiquide und im Umfeld steigender Zinsen zunehmend unattraktiv

Immobilien haben nach den Preissteigerungen der vergangenen Jahre, sowie durch die steigenden Zinsen zuletzt erheblich an Attraktivität eingebüßt. Da diese überwiegend fremdfinanziert werden, lasten steigende Zinsen sehr schnell auf der für viele Finanzinvestoren ohnehin zu illiquiden Anlageform. Mit jedem Basispunkt den die Kreditzinsen für Immobiliendarlehen mehr kosten, verringert sich auch das potenzielle Investitionsvolumen d.h. die Finanzkraft der Käufer. Spätestens in einem Umfeld steigender Zinsen werden Investments in Immobilien dann also immer unattraktiver. Im besten Fall stagnieren die Preise dann. Dazu kommt, dass sich die Käufersuche im Fall eines geplanten Ausstiegs nicht nur bei Großprojekten oft jahrelang hinzieht. Bei Aktien, Anleihen oder Gold gibt es hingegen stets einen Marktpreis zu dem gekauft und verkauft werden kann.

Wer mehr zu Immobilieninvestments lesen möchte, dem empfehlen wir unsere Artikel „Die besten offenen Immobilien-Fonds für Privatanleger“ und Die besten REITs.

Goldmarkt für eine echte Anlagealternative viel zu klein

Der Goldmarkt hingegen ist im Vergleich zu Aktien- und Anleihenmärkten vor allem zu klein. Schätzungen zufolge wurden weltweit bislang nur ca. 190.000 Tonnen Gold gefördert. Auch wenn Sie dieses Beispiel vielleicht schon kennen: Zu einem Würfel gegossen, hätte dieser mit allem jemals produzierten Gold der Welt einer Kantenlänge von gerade einmal ca. 22 Metern. Die Hälfte des produzierten Goldes ist bereits zu Schmuck verarbeitet oder kommt in der Industrieproduktion zum Einsatz. Zehntausende weitere Tonnen lagern in den Tresoren der Zentralbanken, so dass folglich der Großteil des Goldes vom Markt ist.

Um beispielsweise nur 1 % der weltweiten Marktkapitalisierung von Aktien- und Anleihen in Gold anzulegen, müssten beim aktuellen Goldpreis über 33.000 Tonnen oder rund ein Sechstel der bislang geförderten Goldmenge erworben werden. Daher kommt auch dieser Markt – im Gegensatz zu Früher – für die allermeisten Großanleger und Fonds mit Milliardenvermögen nicht für nennenswerte Investments in Frage.

Goldpreis steigt bei negativen Realzinsen und bei extremer politischer Unsicherheit

Das bedeutet natürlich nicht, dass Gold als Investment für Sie unattraktiv ist. Da das Metall per se keine Rendite generiert und zudem nicht unerhebliche Lager- und Sicherungskosten produziert, steigt der Goldpreis deshalb vor allem dann, wenn die Realzinsen negativ sind, d.h. wenn die Zinsen durch die Inflationsrate quasi „aufgefressen“ werden. Denn dann macht es durchaus Sinn, die Lagerkosten in Kauf zu nehmen und auf Wertsteigerungen beim gelben Edelmetall zu setzen. Daneben fungiert Gold in Extremsituationen auch immer wieder als „Hedge gegen Regierungspolitik“ oder gegen geopolitische Krisen wie beispielsweise auch den Krieg in der Ukraine. Nachdem der Goldpreis im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie stark anzog und ein neues Allzeithoch von 2.063 USD erreichte, konsolidierte das gelbe Edelmetall im Jahr 2021, bevor in diesem Jahr die 2.000 USD-Marke zumindest kurzzeitig wieder überschritten wurde. Mittel- bis langfristig sind die Aussichten für das gelbe Edelmetall, das aktuell bei etwa 1.950 USD notiert, weiterhin gut.

Die besten Gold Aktien 2022

Knapp +27 % legte der Goldpreis im Jahr 2020 auf USD-Basis zu und knüpfte damit an die positive Performance des Vorjahres an. In diesem Artikel stellen wir Gold-Aktien vor, die von einem Anstieg des Goldpreises profitieren könnten.

Privatanleger haben den Corona-Crash zum Neueinstieg genutzt

Doch nicht nur Großanleger werden weiterhin Aktien kaufen. Auch viele Privatanleger steigen seit dem Corona-Crash neu an der Börse ein. Viele von ihnen waren am Börsenaufschwung der letzten Jahre nicht oder nur geringfügig beteiligt. Grund waren neben der Flut von Krisen und Negativnachrichten oft Bedenken, ob sich der Bullenmarkt nicht langsam dem Ende entgegen neigt. In der Regel endet ein langjähriger Aufwärtstrend jedoch nicht sang- und klanglos, sondern erst dann, wenn Aktien und deren Kursanstiege ein allgemeines Gesprächsthema unter Leuten sind, die sich normalerweise nicht mit der Börse beschäftigen. Soweit ist es noch nicht, obwohl der deutsche Aktienmarkt nach den starken Kursanstiegen seit den Crash-Tiefs deutlich überhitzt war. Die deutliche Korrektur kommt deshalb nicht überraschend, denn ein Stimmungsdämpfer war ohnehin fällig.

Insgesamt betrachtet stehen die Chancen für mittel- bis langfristig weiter steigende Aktienkurse trotz Ukraine-Krieg immer noch relativ gut. Die DAX Entwicklung könnte also schon bald wieder positiv verlaufen.

Aktienkurse können auch in Rezessionen steigen

Viele Anleger sind überzeugt, dass Aktienmärkte in Rezessionen stets fallen müssen. Das ist aber – so wie wir es zuletzt in der Corona-Krise erlebt haben – ein Irrtum, denn historisch betrachtet ist dies zwar meistens, aber keineswegs immer der Fall. Aktienkurse steigen vor allem dann, wenn die Mehrheit der Anleger fallende Kurse erwartet oder sich aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen oder (geo)politischen Nachrichtenlage mit Aktien-Investments unwohl fühlt.

An der Börse passiert bekanntlich meist das Gegenteil von dem was die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet. Natürlich wird ein langjähriger Aufwärtstrend immer wieder durch überschaubare Zwischenkorrekturen wie 2018 oder wie in 2020 durch den Corona-Crash unterbrochen. Trotzdem stehen die Chancen gut, dass Aktien – mit einigen erwartungsgemäßen Schwankungen – auch nach der aktuellen Korrektur weiter steigen werden. Unternehmensanteile sind als Sachwerte vor allem in politisch unsicheren Zeiten die bessere Alternative zu Gold. Möglicherweise könnte sich sogar eine Geldflucht in privatwirtschaftliche Anlageformen entwickeln.

DAX-Aktien als „Hedge“ für ein mögliches Euro-Aus

Angesichts der häufigeren Spannungen und Unstimmigkeiten unter den EU-Partnern und Euro-Ländern, ist sogar ein Euro-Aus nicht ganz unvorstellbar. Für den (dennoch sehr unwahrscheinlichen) Fall, dass die europäische Währungsunion tatsächlich auseinanderfällt, sind Besitzer von Immobilien, Gold und natürlich auch Aktien exzellent geschützt. Denn Investoren werden für diese Vermögensformen immer einen fairen Marktwert bekommen – unabhängig von der Währung. Bei Anleihen und Spar- und Bankguthaben hingegen sind Sie bei möglichen Währungsreformen auf die von Politikern festgelegten Wechselkurs- und Umrechnungsverhältnisse angewiesen – und diese können, wie die Geschichte lehrt, durchaus auch ungünstig für Anleger ausfallen. DAX-Aktien sind somit ein guter und gleichzeitig liquider Schutz vor einem Euro-Aus und Währungsturbulenzen.

Verschuldung, Protektionismus, Abgrenzung und Populismus in der Politik: Sondersituation für Aktien

Das politische Klima der wichtigsten Wirtschaftsnationen war viele Jahre lang auf internationaler Ebene meist relativ harmonisch und von verbesserten Handelsbeziehungen, Marktöffnungen (Stichwort Freihandel) und Zusammenhalt geprägt. Seit der Brexit-Entscheidung und der Trump-Wahl im Jahr 2016 wurde offensichtlich, dass der Wind gedreht hat und seitdem eher in Richtung Protektionismus, Abgrenzung, AutoritarismusPopulismus und zunehmenden internationalen Feindseligkeiten wehte. Auch die Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten änderte an diesem Trend nichts. Politikern und Regierungen zu vertrauen fällt vielen Bürgern und Bürgerinnen deshalb zunehmend schwerer als zuvor. Auch Investoren sind deshalb immer weniger gewillt, ihr Kapital freiwillig in die ohnehin schon niedrig verzinsten Papiere hoch verschuldeter Staaten anzulegen. In kaum verzinste Staatsanleihen wie zehnjährige Bundesanleihen mit ca. 0,36 % Verzinsung investiert nur, wer keine andere Möglichkeit hat und beispielsweise gesetzlich dazu gezwungen ist.

Dies führt für Aktien zu einer anhaltenden Sondersituation, da es schlichtweg an echten liquiden Investmentalternativen fehlt. Die Entscheidungsgründe in Aktien zu investieren sind daher nicht unbedingt nur fundamentaler Natur. Von einer Flucht von staatlichen in private Assets zu sprechen ist möglicherweise noch etwas früh, aber dazu könnte es durchaus kommen. Mittel- bis langfristig dürfte der DAX Index, dessen 40 enthaltene Werte mehr als drei Viertel der Marktkapitalisierung des nationalen Aktienmarkts abbilden, weiterhin vom Anlagenotstand der Investoren profitieren. Sehen wir uns zu guter Letzt für unseren DAX Ausblick aber auch noch das längerfristige Chartbild an.

DAX Prognose heute: Langfristiger Aufwärtstrend dank neuer Allzeithochs intakt

Um ein übergeordnetes Bild der technischen Verfassung einer Aktie oder eines Index zu bekommen, sollte man immer erst einen Blick auf längerfristige Charts werfen und sich dann die untergeordneten Zeitebenen ansehen, die fürs Trading oder die Aktienanlage meist relevanter sind. Im 10-Jahreschart ist zunächst ein langfristiger Aufwärtstrend erkennbar. Von etwa 6.000 Punkten im Tief, ging es bis Januar 2022 auf bis zu 16.271 Zähler, ein stattlicher Zuwachs von mehr als 10.000 Punkten bzw. +171 %. Da der DAX als Performance-Index im Gegensatz zu fast allen Leitindizes auch Dividenden berücksichtigt, müssen die hohen Zuwächse im internationalen Vergleich zwar in Relation gesetzt werden, aber auch ohne Gewinnausschüttungen bleibt (beim weniger beachteten DAX-Kursindex) in der Spitze ein ordentliches Plus von immerhin noch +110 %.

Hier sehen Sie beide Indizes im Vergleich:

DAX Entwicklung – 10-Jahres-Chart DAX Performance-Index (mit Dividenden)

DAX Prognose - Wie entwickelt sich der deutsche Aktienmarkt?: Kursentwicklung DAX Performance-Index von März 2012 bis März 2022 | Online Broker LYNX

DAX Entwicklung – 10-Jahres-Chart DAX Kurs-Index (ohne Dividenden)

DAX Prognose - Wie entwickelt sich der deutsche Aktienmarkt?: Kursentwicklung DAX Kursindex von März 2012 bis März 2022 | Online Broker LYNX

Entwicklung DAX Performance-Index vs. Entwicklung DAX-Kursindex – der feine Dividenden-Unterschied

DAX Prognose - Wie entwickelt sich der deutsche Aktienmarkt?: Kursentwicklung DAX Performance-Index und DAX-Kursindex im direkten Vergleich von 2012 bi 2022 | Online Broker LYNX

DAX – Mittelfristige Performance

Bei der Betrachtung des 4-Jahres-Charts fällt auf, dass sich der DAX Performance-Index durch den laufenden Rücksetzer wieder auf dem Level vor dem Corona-Crash bewegt. Im Vergleich zu den US-Indizes hinken die DAX 40 Werte damit weit hinterher. Die großen drei amerikanischen Aktienindizes Nasdaq, Dow Jones und S&P 500 notieren allesamt noch weit über ihren Index-Ständen von Anfang 2020.

Aus charttechnischer Sicht ist es sehr gut möglich, dass die Tiefststände der Abwärtsbewegung bei knapp über 12.400 Punkten bereits markiert wurden. Der DAX könnte sich also bereits wieder im Aufwärtstrend befinden.

So lange der DAX das Tief nicht unterschreitet, ist das charttechnische Gesamtbild für das verbleibende Jahr 2022 neutral zu bewerten. Positiv wäre es, wenn sich nun ein neuer kurz- bis mittelfristiger Aufwärtstrend mit höheren Hochs und höheren Tiefs etablieren könnte. Bis es soweit ist, sollten Anleger flexibel auf das Marktgeschehen reagieren. In geopolitisch unsicheren Zeiten schadet es sicher nicht, Positionen mit (ausreichend weiten) Stopps abzusichern.

4-Jahres-Chart DAX Performance-Index

DAX Prognose - Wie entwickelt sich der deutsche Aktienmarkt?: DAX Kursentwicklung von März 2018 bis März 2022 | Online Broker LYNX

DAX-Prognose 2022: Erneutes Anlaufziel 16.000 Punkte

Nachdem der DAX unser altes Kursziel von 16.000 Punkten erreicht hatte, gab es bis Anfang März 2022 einen heftigen Kurseinbruch. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau bei 13.700 Punkten wäre der Bereich des bisherigen Allzeithochs bei knapp über 16.000 Punkten das erste Anlaufziel eines neuen Aufwärtstrends. Dieses Ziel, das realistischerweise innerhalb von 12 bis 18 Monaten wieder erreicht werden könnte, würde einem Kurszuwachs von +17 % entsprechen.

Aktien sind relativ zu allen anderen Alternativen betrachtet noch immer eindeutig die attraktivste Anlageklasse. Die DAX 40 Aktien versprechen daher auch 2022 im Anschluss an die Korrektur wieder attraktive Renditen. Anleger können den Rücksetzer also durchaus für längerfristige Einstiege nutzen.

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