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Ein Umsatzminus von sechs Prozent im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum, das wirkte im ersten Moment äußerst unerfreulich. Aber die Anleger sahen sich die Ergebnisse von LVMH am Dienstag genauer an – das Fazit: Es hätte allemal schlimmer sein können.
Sechs Prozent weniger Umsatz, das klingt nicht so, als würden die Verbraucher, wie man das 2025 erhofft hatte, im neuen Jahr wieder verstärkt zu den Luxusgütern greifen, die Louis Vuitton Moet Hennessy, wie LVMH ausgeschrieben heißt, anbietet. Doch genau genommen taten sie das durchaus, nur in einem zugegeben minimalen Maß. Denn rein vom nominalen Umsatz her konnte LVMH im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Prozent zulegen. Nur aufgrund des starken Euro kam es zu diesem Minus von sechs Prozent, konkret belastete dieser Wechselkurseffekt mit sieben Prozent.
Zwar ist es am Ende trotzdem ein Minus. Und wie es mit der Gewinnmarge und damit mit dem eigentlichen Gewinn aussieht, weiß man noch nicht einmal, weil LVMH wie alle französischen Konzerne nur zum Ende eines Halbjahres mit einem kompletten Zahlenwerk aufwartet. Aber was Anleger dazu bewog, nach einer anfangs negativen Reaktion in die gestrige Kursschwäche hinein einzusteigen und das Minus dadurch auf unbedeutende 0,06 Prozent zu verringern, sind die allgemeinen Umstände, unter denen diese Ergebnisse zustande kamen, denn:
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Expertenmeinung: Der Nahe Osten ist für LVMH ein immens wichtiger Markt. Und genau dort brachen die Besucherzahlen in den Läden im März, bedingt durch den Iran-Krieg und die Raketen- und Drohnenangriffe auf die Staaten der arabischen Halbinsel, deutlich ein. Dass es trotzdem gelang, den Umsatz organisch, also währungsbereinigt, um ein Prozent zu steigern, ist – eigentlich – eine solide Leistung, bei der sich konstatieren ließe: Bei einem weniger festen Eurokurs und ohne den Irankrieg wäre das erhoffte Wachstum auch zustande gekommen. Und für beides kann LVMH nichts.

Diese „robuste“ Reaktion der Marktteilnehmer hält die Chance für eine Aufwärtswende erst einmal aufrecht. Die Aktie hatte Ende März knapp über der wichtigen Unterstützungszone 436,60/450,40 Euro einen kurzfristigen Boden gebildet und vermochte, durch das Aufholen der Verluste gestern die 20-Tage-Linie als direkt über dieser Zone liegende Supportlinie zu verteidigen. Selbst auf kurzfristiger Ebene wäre zwar erst dann ein bullisches Signal gegeben, wenn LVMH das letzte Zwischenhoch bei 505 Euro auf Schlusskursbasis klar überbieten könnte. Aber die Tür für ein solches Szenario steht nach der gestrigen Reaktion auf die Quartalszahlen immerhin weiter offen. Aber:
Auch wenn man die Umsatzentwicklung insgesamt als „okay“ einordnen könnte, bleibt ein problematischer Aspekt: Während die Bereiche Spirituosen und Uhren/Schmuck ordentliche Umsatzzuwächse erzielten, sieht das im Bereich Mode und Lederwaren anders aus. Dort verbuchte LVMH ein Umsatzminus von zwei Prozent. Das Problem: Eben diese weiter schwächelnde Sparte ist die mit Abstand wichtigste und trägt im Schnitt um die 80 Prozent zum Gesamtumsatz bei.
Einer charttechnischen Aufwärtswende gezielt auf rein technischer Basis und mit sukzessiv angepassten Stoppkursen zu folgen, wäre also eine Sache, ein mittelfristiges Investment anzupeilen, eine andere. Eine, für die man auf deutlich stabileren Füßen stehen würde, wenn sich im Verlauf des Jahres auch bei Mode/Lederwaren und damit im Kernbereich des Konzerns Wachstum zeigen würde.
Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals 2026, 13.04.2026:
https://www.lvmh.com/en/publications/lvmh-continues-to-achieve-organic-growth-in-the-first-quarter-in-a-global-environment-impacted-by-the-conflict-in-the-middle-east
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