LVMH: Könnte man mit dieser Aktie gut durch den Sturm kommen?

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Zur LVMH Aktie

Zu Jahresbeginn markierte die LVMH-Aktie noch ein neues Rekordhoch, jetzt bekäme man sie deutlich billiger. Zudem wären mittelfristige Unterstützungen nahe. Und heißt es nicht, Luxus verkauft sich auch in Krisen gut? Könnte LVMH also ein „sicherer Hafen“ im Depot sein?

Gleich vorweg: Ausgerechnet jetzt über die Perspektiven des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH (Louis Vuitton Moet Hennessy) zu spekulieren, lohnt sich nicht, denn morgen werden die Ergebnisse des vierten Quartals erwartet. Und die sollte man gerade hier vor allem deshalb abwarten, weil LVMH wie fast alle französischen Konzerne zum Ende des ersten und dritten Quartals nur den Umsatz meldet. Jetzt erst wird man sehen können, wie das zweite Quartal auch in Sachen Gewinn und Margen gelaufen ist. Und noch wichtiger ist natürlich der Ausblick, mit dem man im Zuge der Vorlage der Ergebnisse rechnen darf.

Richtig ist schon, dass LVMH und die Branchenkollegen wie Hermès und Kering sehr gut durch die Corona-Phase gekommen sind. Für 2021 rechnen die Analysten damit, dass der Konzern einen Gewinn vorlegen wird, der sagenhafte 50 Prozent über dem des bisherigen Rekords aus dem Jahr 2019 liegen wird. Und es ist gut möglich, dass Inflation und höhere Zinsen das Wachstum wenig bremsen, weil die Klientel, die sich LVMH-Marken wie Fendi, Dior oder Dom Perignon leisten kann, davon normalerweise kaum berührt wird. Und nicht nur das:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur LVMH Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Nachdem die LVMH-Aktie am 5. Januar mit 758,50 Euro einen neuen Verlaufsrekord hinlegte, korrigierte sie relativ kräftig und war gestern im Tagestief fast 100 Euro billiger zu haben. Und damit wäre die Aktie keineswegs teuer bewertet, vorausgesetzt, dass LVMH eine 2022er-Perspektive liefert, die die derzeitige Konsens-Erwartung eines 2022 noch einmal zehn Prozent steigenden Gewinns pro Aktie unterfüttert.

Diesen Ausblick abzuwarten wäre auch deswegen ratsam, weil in einem derart nervösen, nach unten wegrutschenden Gesamtmarkt oft auch Aktien mit unter den Hammer kommen, die eigentlich keine Grundlage für einen Selloff bieten würden. Z.B. deshalb, weil große Positionen als „Paket“ verkauft werden, indem große Adressen ihre Exposition z.B. im Euro Stoxx 50, in dem LVMH neben dem Pariser CAC40 notiert ist, gleichmäßig über die dort enthaltenen Aktien hinweg reduzieren.

Zwar liegen mittelfristig entscheidende Supportlinien in Form der markanten Wendezone bei 600/610 Euro und der ebenfalls dort verlaufenden, im Frühjahr 2020 etablierten Aufwärtstrendlinie relativ nahe. Aber wenn der Gesamtmarkt weiter aus dem Ruder laufen sollte, könnte sogar eine tadellos positive 2022er-Perspektive des Unternehmens keine Garantie dafür bieten, dass man LVMH von den Verkäufen ausnimmt.

Besser wäre es daher abzuwarten, ob die Aktie das letzte Zwischenhoch bei 707,60 Euro, das vergangene Woche erreicht wurde, und mit ihm dann auch die dort verlaufende 20-Tage-Linie, zu bezwingen vermag … idealerweise natürlich mit Rückenwind durch eine überzeugende 2021erBilanz und einen bullischen 2022er-Ausblick!

LVMH-Aktie: Chart vom 25.01.2022, Kurs 667,00 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX
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Grundsätzlich sind die Verbraucher derzeit zwar eher zurückhaltend. Aber halten sich auch diejenigen zurück, die es sich leisten können oder wollen, zu Weihnachten Luxusartikel zu verschenken? Diejenigen, die aktuell bei LVMH einsteigen, wetten auf „nein“!

Wenn der Luxusgüterkonzern Louis Vuitton Moet Hennessy im vierten Quartal so stark auftrumpft, wie die Mehrheit der Analysten das erwartet und damit 2021 einen Rekordgewinn um die 21 Euro pro Aktie einfahren wird und wenn die Perspektive für 2022 weitere Gewinnsteigerungen avisiert, wäre das aktuelle Kursniveau dieser Aktie gerechtfertigt und womöglich auch noch ein gutes Stück Luft nach oben. Aber das weiß man ja noch nicht.

Im Gegenteil weiß man bei LVMH weniger, als man das von deutschen oder US-amerikanischen Unternehmen gewohnt ist. Denn die französischen Unternehmen melden zum Ende des ersten und dritten Quartals eines Jahres immer nur die Umsatzentwicklung. Wie sich die Gewinnmargen präsentieren, was als EBITDA, als EBIT und netto in der Kasse hängen blieb, erfahren die Investoren immer erst nach Ende eines Halbjahres bzw. Gesamtjahres. In diesem Fall in etwa fünf Wochen. Wer jetzt hier einsteigt, muss also spekulieren. Darauf, dass sich die gut Betuchten nicht von Flaschenhals, Inflation, allgemeiner Überschuldung und mittelfristig steigenden Zinsen beeindrucken lassen und bei LVMH-Topmarken wie Dior, Fendi, Louis Vuitton oder Dom Perignon zum Fest so richtig beherzt zugreifen.

Expertenmeinung: Es wäre keineswegs eine Überraschung, wenn es in der Tat zu einer Abkopplung der Luxusbranche vom allgemeinen Einzelhandel käme, wenn die normalen Einzelhändler ein schwaches Weihnachtsgeschäft erleben, während LVMH Rekordumsätze und, im Idealfall, zugleich Rekord-Gewinnmargen erreicht. Aber darauf verlassen sollte man sich eben besser nicht. Auch, wenn wir seit dem Rekordhoch, das am 19.11. bei 741,60 Euro erzielt wurde, eine volatile Korrekturphase gesehen haben:

Chart vom 22.12.2021, Kurs 715,40 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX

Die Aktie notiert weiterhin in Schlagdistanz zu diesem Hoch, ist markttechnisch zumindest nicht überverkauft und seitens des Kurs/Gewinn-Verhältnisses mit einem KGV von 33 für das Jahr 2021 (auf Basis einer Gewinnschätzung von 21 Euro pro Aktie) nur dann noch „günstig“, wenn eben diese Schätzung übertroffen wird. Und wenn LVMH Ende Januar andeutet, dass für 2022 mehr herausspringen könnte als die 11 Prozent Gewinnzuwachs, von denen die Analysten derzeit im Schnitt ausgehen.

Daher kann die LVMH-Aktie zwar die derzeit bei 755 Euro verlaufende Hausse-Begrenzungslinie über die Topps vom Juni, August und November erreichen, wenn es gelingt, die kurzfristige Abwärtstrendlinie bei 727 Euro auf Schlusskursbasis zu überwinden. Aber aufgrund des Umstands, dass die Käuferseite auf Basis einer reinen Vermutung agiert, kann es nicht schaden, wenn, dann nur mit gezielt engen Stopps knapp unterhalb des jeweils letzten Zwischentiefs mit auf den Zug aufzuspringen.

Im August und September korrigierte die Aktie des Luxusgüterkonzerns Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, dann machten sich die Käufer auf, einen erneuten Rekord zu erreichen. Das gelang zwar, doch seither ist die Aktie aus dem Tritt geraten. Es wird brenzlig!

Die Meldung über eine neue Corona Virus-Mutante führte am vergangenen Freitag dazu, dass die LVMH-Aktie zeitweise um ganze zwölf Prozent wegbrach, bevor es gelang, die Verluste zum Handelsende einzudämmen. Am Montag tauchten zum Handelsstart dann Käufe auf, doch vom zeitweise ordentlichen Plus blieb am Ende nahezu nichts übrig … und am Dienstag ließen sich die Käufer dann kaum noch blicken. All das spielte sich unter hohen Umsätzen ab. Und man fragt sich: wieso?

Heißt es denn nicht, dass Luxusgüter sich auch in Krisen tadellos verkaufen? Immerhin war es doch genau diese Sichtweise, die die Aktie dieses französischen, im Euro Stoxx 50 gelisteten Luxusgüterkonzerns von einem Rekordhoch zum nächsten trug – auch in Phasen, als am Gesamtmarkt Wachstumssorgen aufkamen. Und die meisten Analysten sind doch weiterhin bullisch. Erst gestern hob Barclays das Kursziel von 726 auf 815 Euro an. Trotz Inflation, „Flaschenhals“ und der neuen Entwicklung in Sachen Corona. Was könnte hinter der Entscheidung derjenigen, die derzeit auf der Verkäuferseite stehen, stecken?

Expertenmeinung: Womöglich derselbe Gedanke, der hinter dem Selloff der Aktie im August steckte. Damals wie heute waren die Abgaben so umfassend, dass man vermuten darf, dass da auch große Adressen beteiligt waren bzw. sind. Und denen könnte klar geworden sein, dass auf einem Kursniveau wie diesem, auch jetzt noch, ein gutes Stück unter dem letzten Rekordhoch von 741,60 Euro, absolut nichts schiefgehen darf, wenn sich die Aktie halten soll. Denn letzten Endes hat man hier längst ein „Best Case“-Szenario eingepreist.

Zwar wächst der Umsatz von LVMH stetig. Aber der Umsatz des dritten Quartals lag nur 11 Prozent über dem dritten Quartal 2019, das als Vergleichsbasis tauglicher ist als das „Corona-verzerrte“ Jahr 2020. Und was den Gewinn angeht, hat man nur bis Ende Juni Daten, da LVMH seine Gewinne und Margen nur jeweils am Ende eines Sechs-Monats-Zeitraums vorlegt.

Dass Corona die klassische LVMH-Kundschaft irritiert, ist zwar zu bezweifeln. Aber diejenigen, die quasi am unteren „Vermögens-Rand“ angesiedelt sind und sich Produkte dieser Luxusmarken z.B. zu Weihnachten mal leisten, könnten nervös werden. Zudem weiß man nicht, ob LVMH Lieferprobleme bekommen hat und wie sich die Kostenseite entwickelt. Zugleich würde die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis selbst dann mit derzeit 33 höher sein als je zuvor, wenn die Erwartung eintreffen würde, dass der Konzern seinen Gewinn 2021 um satte 50 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2019 gesteigert hätte.

Das Fundament, auf dem die mehrheitlich sehr ambitionierten Analysten-Kursziele, die bis 900 Euro reichen, aufgebaut ist, könnte also ziemlich wacklig sein. Daher sollte man vor allem die 200-Tage-Linie im Auge behalten. An ihr drehte die LVMH-Aktie im September/Oktober nach oben, dort setzten auch am vergangenen Freitag die Käufe ein. Fällt diese momentan bei 641 Euro verlaufende Linie eindeutig und auf Schlusskursbasis, wäre unbedingt zu überlegen, hier die Segel zu streichen.

LVMH-Aktie: Chart vom 30.11.2021, Kurs 686,60 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX

Der Luxusgüterkonzern Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) legte am Dienstagabend die Umsätze des dritten Quartals auf den Tisch. Die Investoren reagierten erfreut, aber die Käufe drängten sich aufgrund der Chartkonstellation auch auf. Die Frage ist, ob sie weitergehen.

Mit 15,51 Milliarden Euro lag der Umsatz im Sommerquartal etwa elf Prozent über dem des „Prä Corona“-Jahres 2019 und damit leicht über der durchschnittlichen Analystenprognose. Auf organischer Ebene lag das Umsatzplus um die 20 Prozent, marginal unter den Prognosen. Das Wachstumstempo des ersten Halbjahres setzte sich damit in gleicher Größenordnung fort. Gut, aber nicht grandios und ebenso wenig überraschend, so dass die Analysten, die bereits am Mittwoch auf die Umsatzentwicklung reagierten, ihre Kursziele eher der Form halber anhoben:

Goldman Sachs nahm das Ziel von 800 auf 820 Euro nach oben, die UBS erhöhte ihr Ziel von 734 auf 736 Euro, die DZ Bank nahm es von 668 auf 678 Euro nach oben, bei der Deutschen Bank lautet das Kursziel jetzt 610 Euro nach zuvor 600. Nicht die Welt. Zumal man nicht weiß, wie sich diese Entwicklung auf den Gewinn niedergeschlagen hat, denn LVMH veröffentlicht, wie in Frankreich üblich, nur nach vollen Halbjahren auch die Gewinne und Margen. Eine Neubewertung der Aktie entstand aus dieser Bilanz also nicht. Dennoch legte sie zu, aber wie eingangs betont, drängte sich das auch mit Blick auf den Chart auf, denn:

Expertenmeinung: Die LVMH-Aktie hatte nach dem kräftigen Selloff Mitte August (der nicht auf negativen Zahlen basierte) wochenlang die wichtige Unterstützungszone 600/605 Euro belagert und mehrfach verteidigt. Seit Mitte September verstärkte die 200-Tage-Linie, im Chart dick schwarz hervorgehobenen, diesen Bereich zusätzlich. Mit der Zeit kam die im August etablierte, kurzfristige Abwärtstrendlinie dadurch an diese Zone heran, so dass es ein Leichtes war, die Aktie im Vorfeld der Quartalszahlen an diese Linie heran zu tragen. Da brauchte es keine große, positive Überraschung, um zu erreichen, dass der Kurs am Mittwoch als Reaktion auf gute Ergebnisse über diese Linie stieg. Aber:

Sie sehen im Chart auch, dass der Kurs die Bodenbildungs-Spanne der vergangenen Wochen dadurch noch nicht überboten hat. Dazu müsste LVMH über 675 Euro schließen, erst dann ließe sich unterstellen, dass die Verteidigung der Zone 600/605 Euro definitiv in einer abgeschlossenen Bodenbildung geendet und einen neuen Aufwärtsimpuls initiiert hat, der imstande wäre, das im August bei 716,60 Euro markierte Verlaufshoch zu überwinden. Wenn Sie sich oben noch einmal die aktualisierten Kursziele der Analysten ansehen, stellen Sie fest, dass keineswegs alle Experten damit rechnen, dass das gelingt, daher wäre hier noch Vorsicht angebracht. Noch steht das Fell der Bären nicht zum Verkauf, noch ist der Sicherheitspuffer zur 600 Euro-Linie eher klein.

LVMH-Aktie: Chart vom 13.10.2021, Kurs 653,90 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX

Die Erwartungen der Analysten an die Gewinne des Luxusgüterkonzerns Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) waren hoch. Aber selbst diese ambitionierten Prognosen vermochte das Unternehmen zu übertreffen. Trotzdem bildet die LVMH-Aktie derzeit ein Topp aus. Was könnte dahinterstecken?

Ich war im Vorfeld skeptisch, ob die großen Erwartungen der Experten hinsichtlich des Wachstums der großen französischen Luxusgüterkonzerne Hermès, Kering und LVMH erfüllt werden könnten. Aber das, was LVMH da Ende Juli für das erste Halbjahr vorweisen konnte, war noch mehr als das, was man seitens der Analysten im Schnitt prognostiziert hatte. Sogar gegenüber 2019, das nicht durch das Corona-Problem verzerrt wurde, konnte der Konzern gewaltig zulegen: 44 Prozent lag der operative Gewinn höher als im ersten Halbjahr 2019, der Umsatz erreichte mit 28,67 Milliarden Euro neue Bestmarken.

Nach Vorlage der Halbjahresbilanz schraubte sich der Kurs zwar Mitte August noch auf ein neues Rekordhoch (716,60 Euro), aber dann brach LVMH auf einmal weg – Hand in Hand übrigens mit den anderen Luxusgüterkonzernen – und findet seither nicht mehr in den Aufwärtstrend zurück. Im Gegenteil wird immer wieder der Bereich um 600 Euro getestet, dessen Bruch eine Toppbildung vollenden würde. Warum wirkt die Aktie plötzlich so wacklig?

LVMH-Aktie: Chart vom 24.09.2021, Kurs 642,90 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Dass die großen Luxusgüter-Unternehmen Mitte August zeitgleich und kräftig unter Druck gerieten, deutet an, dass hier große Adressen wie z.B. Fonds ausgestiegen sind. Denn wenn man dort mal größere Positionen en bloc auf den Markt wirft, können die Käufer das eben oft nicht aufnehmen und die Aktien fallen entsprechend deutlich. Deren Motiv? Denkbar wäre, dass man da eine Art Bugwellen-Effekt befürchtet, d.h. dass zwar mit dem sukzessiven Ende der Corona-Einschränkungen das gekauft wurde, was die Kunden 2020 aufgeschoben hatten, die Nachfrage dann aber womöglich so umfassend befriedigt wurde, dass der Umsatz und mit ihm die Gewinnmargen im zweiten Halbjahr nachgeben.

Denkbar wäre das durchaus. Und käme es so, wäre die LVMH-Aktie auch unter 600 Euro noch relativ hoch bewertet, denn selbst jetzt, relativ deutlich unter dem Rekordhoch, läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis auf Basis durch durchschnittlichen 2021er-Analysten-Gewinnschätzung bei 31 und damit höher als in den Jahren vor Corona. Ob sich der Umsatz wirklich abschwächt, wird man Ende Oktober sehen, dann wird LVMH zwar nicht die Gewinne, aber zumindest den Umsatz im dritten Quartal bekanntgeben.

Ob sich die Vollendung des potenziellen Topps bis dahin hinauszögert, ist nicht vorhersehbar, daher wäre es in jedem Fall angebracht, die beiden Zonen, die halten müssen, um eine größere Korrektur zu verhindern, im Auge zu behalten. Konkret ist dies zum einen die bereits erwähnte Nackenlinien-Zone der Toppbildung im Bereich 600/603 Euro, die aktuell durch die 200-Tage-Linie verstärkt sind. Würde diese Zone durchbrochen, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht frei bis an die mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei 540 Euro. Aber erst, wenn auch die fallen würde, wäre LVMH wirklich bärisch einzustufen, mit Short-Trades sollte man hier deshalb äußerst vorsichtig sein!

Nach den Ende Juli vorgelegten Halbjahreszahlen erreichte die Aktie von Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, Anfang August bei 716,60 Euro ein neues Rekordhoch, doch dann ging es rasant um knapp 15 Prozent abwärts. Genug, um wieder ans Einsteigen zu denken?

Man tappt bei französischen Unternehmen länger im Dunkeln als bei den hiesigen, denn dort werden die kompletten Ergebnisse nur am Ende eines Halbjahres veröffentlicht. Vierteljährlich gibt es nur die Umsätze – und das allein reicht nicht, um beurteilen zu können, wie gut es für das Unternehmen wirklich läuft. Das galt auch für LVMH. Und dass die Aktie derart stark gelaufen war, obwohl die Marktteilnehmer nicht sicher sein konnten, dass ihre Hoffnung auf massiv gestiegene Gewinne eintreffen würde, barg ein nicht unwesentliches Risiko.

Doch die Bullen hatten alles richtig gemacht: Am 27. Juli präsentierte LVMH einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT), der 44 Prozent über dem des ersten Halbjahres 2019 lag. 2019, weil 2020 wegen Corona keine taugliche „Benchmark“ dahingehend ist, ob der Luxusgüterkonzern wirklich weiter wächst oder nur die massive „Delle“ des Vorjahres aufholt. Dieses Ergebnis lag zugleich gute zehn Prozent über der durchschnittlichen Analystenprognose. Die Aktie zog an, überwand bald darauf den vorherigen Verlaufsrekord vom Juli (699 Euro) und erreichte das oben genannte, neue Rekordhoch von 716,60 Euro am 13. August. Doch dann ging es plötzlich abwärts. Was war passiert?

Expertenmeinung: Was die Nachrichtenlage angeht, war zu diesem Zeitpunkt gar nichts passiert. Auffällig war aber, dass nicht alleine LVMH plötzlich kräftig verkauft wurde, die anderen großen Luxusgüterhersteller wie Hermès und Kering fielen ebenfalls. Es hat den Anschein, als hätten eine oder mehrere große Adressen entschieden, diese Branche in ihrem Portfolio zu reduzieren oder ganz zu verkaufen. Die Frage ist, ob das andere animiert, ebenfalls Gewinne mitzunehmen, die, Sie sehen es im Chart, ganz erheblich sind.

So etwas weiß man natürlich nie vorher, man kann den Anlegern nicht in die Köpfe schauen und dort Entscheidungen entdecken, von denen sie selbst meist noch nicht wissen, dass sie sie fällen werden. Daher wäre es der deutlich klügere Weg, an den Einstieg erst dann zu denken, wenn die LVMH-Aktie durch die Rückeroberung charttechnischer Widerstände zeigt, dass die Käufer wieder dominieren.

Grundsätzlich wäre der jetzt erreichte Level langsam interessant. Ich war lange gegenüber dieser Dauer-Hausse skeptisch, aber jetzt haben wir zum einen klar über den Erwartungen liegende Gewinne, zum anderen einen deutlich tieferen, aus markttechnischer Sicht „auskorrigierten“ Kurslevel. LVMH hatte auch schon ein Kurs/Gewinn-Verhältnis über 45, aber auf Basis des jetzt tieferen Kurses und der zugleich höher zu erwartenden 2021er-Gewinne käme man jetzt auf etwa 30. Das ist zwar noch nicht „billig“, aber akzeptabel. Trotzdem sollte man nicht ins fallende Messer greifen, zumal ein potenzieller Einstiegspunkt gar nicht so weit entfernt läge. Sie sehen, dass die Aktie nach der langen roten Kerze des 18. August am 19. August mit einem „Down Gap“, einer abwärts gerichteten Kurslücke, startete. Die zu schließen wurde am Dienstag versucht – und das ging daneben, LVMH etablierte im Gegenteil eine weitere, lange rote Kerze. Ein Grund mehr, hier abzuwarten, bis so etwas nicht schiefgeht, sondern gelingt. Das heißt: Sollte die Aktie diese Kurslücke mit Schlusskursen über 660 Euro eindeutig schließen, wäre das eine denkbare Basis, mit einem Stoppkurs unter dem letzten, vorangegangenen Verlaufstief den Einstieg zu erwägen.

Chart vom 25.08.2021, Kurs 622,10 Punkte, Kürzel MC | Online Broker LYNX