LVMH Aktie aktuell LVMH: Jetzt langsam wieder ans Kaufen denken?

News: Aktuelle Analyse der LVMH Aktie

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Zur LVMH Aktie

Nach den Ende Juli vorgelegten Halbjahreszahlen erreichte die Aktie von Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, Anfang August bei 716,60 Euro ein neues Rekordhoch, doch dann ging es rasant um knapp 15 Prozent abwärts. Genug, um wieder ans Einsteigen zu denken?

Man tappt bei französischen Unternehmen länger im Dunkeln als bei den hiesigen, denn dort werden die kompletten Ergebnisse nur am Ende eines Halbjahres veröffentlicht. Vierteljährlich gibt es nur die Umsätze – und das allein reicht nicht, um beurteilen zu können, wie gut es für das Unternehmen wirklich läuft. Das galt auch für LVMH. Und dass die Aktie derart stark gelaufen war, obwohl die Marktteilnehmer nicht sicher sein konnten, dass ihre Hoffnung auf massiv gestiegene Gewinne eintreffen würde, barg ein nicht unwesentliches Risiko.

Doch die Bullen hatten alles richtig gemacht: Am 27. Juli präsentierte LVMH einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT), der 44 Prozent über dem des ersten Halbjahres 2019 lag. 2019, weil 2020 wegen Corona keine taugliche „Benchmark“ dahingehend ist, ob der Luxusgüterkonzern wirklich weiter wächst oder nur die massive „Delle“ des Vorjahres aufholt. Dieses Ergebnis lag zugleich gute zehn Prozent über der durchschnittlichen Analystenprognose. Die Aktie zog an, überwand bald darauf den vorherigen Verlaufsrekord vom Juli (699 Euro) und erreichte das oben genannte, neue Rekordhoch von 716,60 Euro am 13. August. Doch dann ging es plötzlich abwärts. Was war passiert?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur LVMH Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Was die Nachrichtenlage angeht, war zu diesem Zeitpunkt gar nichts passiert. Auffällig war aber, dass nicht alleine LVMH plötzlich kräftig verkauft wurde, die anderen großen Luxusgüterhersteller wie Hermès und Kering fielen ebenfalls. Es hat den Anschein, als hätten eine oder mehrere große Adressen entschieden, diese Branche in ihrem Portfolio zu reduzieren oder ganz zu verkaufen. Die Frage ist, ob das andere animiert, ebenfalls Gewinne mitzunehmen, die, Sie sehen es im Chart, ganz erheblich sind.

So etwas weiß man natürlich nie vorher, man kann den Anlegern nicht in die Köpfe schauen und dort Entscheidungen entdecken, von denen sie selbst meist noch nicht wissen, dass sie sie fällen werden. Daher wäre es der deutlich klügere Weg, an den Einstieg erst dann zu denken, wenn die LVMH-Aktie durch die Rückeroberung charttechnischer Widerstände zeigt, dass die Käufer wieder dominieren.

Grundsätzlich wäre der jetzt erreichte Level langsam interessant. Ich war lange gegenüber dieser Dauer-Hausse skeptisch, aber jetzt haben wir zum einen klar über den Erwartungen liegende Gewinne, zum anderen einen deutlich tieferen, aus markttechnischer Sicht „auskorrigierten“ Kurslevel. LVMH hatte auch schon ein Kurs/Gewinn-Verhältnis über 45, aber auf Basis des jetzt tieferen Kurses und der zugleich höher zu erwartenden 2021er-Gewinne käme man jetzt auf etwa 30. Das ist zwar noch nicht „billig“, aber akzeptabel. Trotzdem sollte man nicht ins fallende Messer greifen, zumal ein potenzieller Einstiegspunkt gar nicht so weit entfernt läge. Sie sehen, dass die Aktie nach der langen roten Kerze des 18. August am 19. August mit einem „Down Gap“, einer abwärts gerichteten Kurslücke, startete. Die zu schließen wurde am Dienstag versucht – und das ging daneben, LVMH etablierte im Gegenteil eine weitere, lange rote Kerze. Ein Grund mehr, hier abzuwarten, bis so etwas nicht schiefgeht, sondern gelingt. Das heißt: Sollte die Aktie diese Kurslücke mit Schlusskursen über 660 Euro eindeutig schließen, wäre das eine denkbare Basis, mit einem Stoppkurs unter dem letzten, vorangegangenen Verlaufstief den Einstieg zu erwägen.

Chart vom 25.08.2021, Kurs 622,10 Punkte, Kürzel MC | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der LVMH Aktie

Der französische Luxusgüterkonzern LVMH legte am späten Montagabend einen Halbjahresbericht vor, der über den Prognosen der Analysten lag. Doch starken Zahlen folgten nach einem zunächst positiven Handelsstart starke Abgaben. War es das mit der Hausse?

Bei Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) werden zwar vierteljährlich die Umsätze gemeldet, aber die Gewinne und Margen nur, wie bei den meisten französischen Unternehmen, nach einem vollen Halbjahr. Damit waren diese Ergebnisse die ersten vollumfänglichen Zahlen seit Ende Januar – und sie waren tadellos. Der Gewinn lag bei sagenhaften 7,63 Milliarden Euro (Analystenschätzung im Schnitt bei 6,83 Milliarden). Der Umsatz lag bei 28,67 Milliarden Euro (Analystenprognose 28,36 Milliarden). Dass der Gewinn markant deutlicher über den Expertenschätzungen lag als der Umsatz, basierte auf einer deutlich gesteigerten Gewinnmarge – bei LVMH läuft es also prächtig.

Mehrere Analysten reagierten umgehend am Dienstag. Und alle sechs Experten, die ihre Kursziele gestern anpassten, erhöhten diese. Aber in Sachen Kursperspektive war man sich da dennoch nicht einig. Vier Analysten setzten ihre Ziele deutlich über den aktuellen Kurslevel und rieten weiter zum Kauf. Aber bei der DZ Bank (Kursziel 668 Euro, halten) und der Deutschen Bank (Kursziel 600 Euro, halten) war man vorsichtig hinsichtlich einer möglichen Fortsetzung der Rekordjagd dieser Aktie. Und das ist durchaus nachvollziehbar, denn:

Expertenmeinung: Auch, wenn die Konsens-Schätzung, dass LVMH im laufenden Jahr ca. 18,30 Euro pro Aktie verdienen wird, angesichts dieser herausragenden Halbjahreszahlen absolut in Ordnung ginge, ist die Aktie auch mit einem solch positiven Wachstums-Szenario recht teuer. Auf Basis dieser Schätzungen für das laufende Jahr errechnete sich am Verlaufshoch der Aktie ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von ca. 38. Das ginge in Ordnung, wenn LVMH auch in den kommenden ein, zwei Jahren so stark wachsen würde. Aber derzeit gehen die Experten mehrheitlich davon aus, dass sich das Wachstumstempo des Konzerns auf etwa 15 Prozent jährlich verlangsamen wird. Vorausgesetzt, die optimistischen Erwartungen hinsichtlich des weltweiten Wachstums bleiben unangetastet.

LVMH-Aktie: Chart vom 27.07.2021, Kurs 669,60 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX

Dies im Verein mit dem Umstand, dass jetzt erst einmal ein Vierteljahr keine neuen, kurstreibenden Nachrichten anstehen könnten, dürfte das Motiv derjenigen gewesen sein, die den anfänglichen Kurssprung am Dienstagmorgen nutzten, um Kasse zu machen. Die Reaktion an sich war schon nicht umwerfend: In der Spitze lag die Aktie 2,2 Prozent vorne, blieb damit also noch recht deutlich unter ihrem im Juni bei 698,90 Euro markierten Verlaufsrekord … und schloss dann 0,56 Prozent im Minus. Das ist nicht dramatisch, aber nichtsdestotrotz sehen wir damit hier ein Intraday Reversal nach unten als Reaktion auf Nachrichten, die bullischer nicht hätten sein können. Eine alte Börsenregel weiß:

Wenn Kurse auf positive Nachrichten nicht mehr steigen, ist etwas faul. Aber so weit zu gehen, jetzt sofort komplett auszusteigen oder gar Short zu gehen, wäre womöglich voreilig. Erst, wenn die LVMH-Aktie mit Schlusskursen unter 630 Euro das jetzt wieder greifbarere Topp vollendet und danach durch die runde Supportmarke von 600 Euro rutscht, wäre Gefahr im Verzug. Dann allerdings wäre das Risiko groß, dass der Kurs die mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei derzeit 513 Euro testet.

Das durchschnittliche Analysten-Kursziel für die LVMH-Aktie ist erreicht, charttechnisch sitzt der Kurs an einem Widerstand und noch ist fraglich, ob die ambitionierten Gewinnprognosen der Experten eintreffen. Irgendwann dürfte diese Hausse daher abrupt enden.

2020 war der Umsatz des Luxusgüterkonzerns Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) um knapp 17 Prozent gefallen, der Gewinn sackte überproportional um knapp 28 Prozent durch. Wenn man als optimistischer Anleger konstatiert, dass 2020 nun einmal eine Ausnahmesituation war und man deshalb die Ergebnisse des ersten Quartals 2021, sie seit Ende April vorliegen, mit denen des ersten Quartals 2019 vergleicht, erkennt man: Noch ist da nichts passiert, dass diese Super-Hausse der Aktie unterfüttern würde, denn:

Wie es mit Marge und Gewinn aussieht, weiß man ohnehin noch nicht, denn wie die meisten französischen Unternehmen legt auch LVMH diese Zahlen nur zum Ende eines Halbjahres vor. Der Umsatz stieg in diesen ersten drei Monaten 2021 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 nur um etwa acht Prozent. Die Aktie jedoch schoss gewaltig nach oben … und ist damit immens teuer bewertet. Würde die durchschnittliche Gewinnerwartung der Analysten für das laufende Jahr – knapp 17 Euro pro Aktie – eintreffen, läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis derzeit bei knapp 39. Dafür müsste LVMH eine Gewinnsteigerung von knapp 20 Prozent gegenüber 2019 schaffen. Denkbar ist das, sicher, aber noch hat man dazu eben keine Fakten in der Hand. Aber selbst wenn es so käme, wäre ein KGV von 39 eigentlich zu hoch, denn:

Expertenmeinung: In den Jahren zuvor lag das KGV immer im Bereich zwischen 20 und 30. Nur man angenommen, die Aktie würde bei Eintreffen der Gewinnprognose 2021 auf eine solche Bewertung zurückkommen, hieße das, der Kurs müsste zwischen 25 und 50 Prozent nach unten korrigieren. Was bei solchen höheren Bewertungen dann passieren kann, wenn es keine realistische Grundlage für die Annahme gibt, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren deutlich stärker wächst als in den Jahren zuvor. Bei einem KGV von 40 sollte man da mindestens jährliche Wachstumsraten von 20 Prozent beim Unternehmensgewinn sehen. Ist das der Fall?

Das kann man natürlich nicht sicher absehen. Immerhin geht es hier um Luxusgüter, da ist absolut nicht vorhersagbar, ob genug Konsumenden imstande und auch willens sind, da öfter oder mehr zu kaufen und/oder tiefer in die Tasche zu greifen. Aber selbst wenn die auf Mutmaßungen basierenden Prognosen der Analysten zutreffend wären, so sehen die nach der Erwartung von +20 Prozent im laufenden Jahr für 2022 einen Gewinnanstieg um 15, für 2023 um 10 Prozent. Zu wenig für eine solche Bewertung.

Und wenn es um die Frage geht, wie viel Luft eine Aktie noch nach oben hätte, geht es nicht um diejenigen, die längst investiert sind und womöglich die Geduld aufbringen, auch mal ein paar Jahre dabei zu bleiben. Die Aktie würde ja nur weiter zulegen, wenn mehr neue Käufer antreten als auf der Gegenseite Gewinnmitnahmen erfolgen. Und das ist bei einem durchschnittlichen Kursziel der Analysten von 650 Euro, das aktuell überboten ist, knifflig. Erst recht, weil der Kurs aktuell an eine Hausse-Begrenzungslinie angestoßen ist, die sich als Parallele zum nach oben verlassenen, mittelfristigen Aufwärtstrendkanal darstellt.

All das ist noch kein Short-Signal, denn solange genug Akteure die zu hohe Bewertung und die vorgenannte charttechnische Gemengelage einfach ignorieren, kippt der Trend nicht. Aber so etwas rückt immer dann – und dann schlagartig – ins Bewusstsein, wenn dieser so unverwundbar wirkende Aufwärtstrend kippt, weil eben doch mal größere Gewinnmitnahmen auftauchen und zu wenige Käufer umgehend die Hand aufhalten, daher:

LVMH-Aktie: Chart vom 09.06.2021, Kurs 662,50 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX

Achten Sie auf die charttechnische Schlüsselzone um 600 Euro, wo sich derzeit das Mai-Verlaufstief mit der oberen Begrenzung des eigentlichen Trendkanals zu einem Kreuzwiderstand vereint. Wenn diese 600er-Marke eindeutig und auf Schlusskurbasis unterboten würde, wäre das ein Signal, das leicht der Auftakt zu einer größeren und womöglich rasanten Korrektur sein kann, die den Kurs allemal an die untere Begrenzung des Trendkanals führen könnte, die momentan um 490 Euro verläuft.

Was macht man mit einer Aktie wie LVMH, die schon gefährlich teuer ist und trotzdem immer weiter steigt? Man bleibt am Ball und zieht konsequent den Stoppkurs nach. Wo liegt die Schlüsselzone, die nicht fallen darf?

Die Aktie des Luxusgüterkonzerns Louis Vuitton Moet Hennessy erreichte gestern wieder einmal ein neues Rekordhoch. Der Anlass wirkt auf den ersten Blick nachvollziehbar – auf den zweiten aber nicht. LVMH meldete die Umsatzentwicklung des ersten Quartals. Wie die meisten französischen Unternehmen sind das die einzigen Angaben, die zum Ende des ersten und dritten Vierteljahres kommen, zu Gewinn und Marge äußert man sich nur nach einem halben und dem vollen Jahr. Richtig ist, dass der gemeldete Umsatzanstieg von 30 Prozent zum Vorjahresquartal beeindruckend klingt. Aber ist er es auch?

Expertenmeinung: Zwar lag die Phase des harten Lockdowns im Frühjahr 2020 in Europa und USA im zweiten Quartal. Nicht aber in Asien, vor allem im für Konzerne wie LVMH immens wichtigen chinesischen Markt war es das erste Quartal, das heftige Umsatzverluste auswies. Und das wird deutlich, wenn man genauer hinsieht. Denn der Umsatz stieg zwar im ersten Quartal 2021 zum Vorjahresquartal um 30 Prozent. Nimmt man aber als Vergleich das erste Quartal 2019, lag der Umsatz nur acht Prozent höher als damals. Zum Vergleich: Als LVMH damals, vor zwei Jahren, die Ergebnisse vorlegte, notierte die Aktie um 340 Euro, heute liegt sie 80 Prozent über dem damaligen Niveau … der Umsatz aber, wie gesagt, nur acht Prozent.

Aber was hilft es zu wissen, dass eine Aktie eigentlich zu teuer ist, wenn es ansonsten kaum jemanden zu kümmern scheint? Auch die Analysten scheinen hier nur die ewige Hausse zu kennen. Gleich fünf Analysten-Kursziele wurden sofort nach den am Dienstagabend nach Handelsende präsentierten Zahlen angehoben, auf Levels zwischen 660 und 700 Euro. Und überall lautet die Einschätzung dazu: „Kaufen“.

Sich gegen eine solche euphorische Kaufwelle auf die Short-Seite zu stellen, wäre hochriskant. Auf diesem Niveau neu einzusteigen, zwar auch. Aber was tut man, wenn man schon dabei ist und ahnt, dass dieser Sturmlauf irgendwann an einer Betonmauer enden muss? Eine konsequente Absicherung bestehender Positionen ist da unumgänglich, wobei das Chartbild den Vorteil hat, dass es eine gut definierbare Zone hergibt, die halten muss, soll diese Hausse nicht in einem kräftigen Ausverkauf enden.

Sie sehen im Chart, dass die LVMH-Aktie den mittelfristigen Aufwärtstrendkanal längst nach oben verlassen hat. Dessen obere Begrenzung und ein kurzfristigerer, im Oktober begonnener Aufwärtstrend bilden zusammen mit der 20-Tage-Linie zwischen 555 und 575 Euro eine Unterstützungszone, die halten muss. Wenn man sich ansieht, wie extrem weit die Aktie ihre 200-Tage-Linie unter sich gelassen hat, die normalerweise auch in übergeordneten Aufwärtstrends immer mal wieder angelaufen wird, wird klar, dass man hier nicht ohne „Fallschirm“ in Form einer konsequenten Absicherung agieren sollte. Denn diese Linie bildet mit der unteren Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals bei 470 Euro eine Unterstützungszone die, würde obengenannte Zone 555/575 Euro fallen, das nächste, markante Kursziel einer Korrektur wäre.

LVMH-Aktie: Chart vom 14.04.2021, Kurs 611,80 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX

Die Aktie des Luxusgüterkonzerns Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, ist zwischen Ende Oktober und Mitte März in der Spitze um knapp 42 Prozent gestiegen. Basis dieser Hausse waren aber nicht die Ergebnisse des Unternehmens. LVMH meldet quartalsweise nur den Umsatz, die kompletten Ergebnisse werden nur halbjahresweise vorgelegt. Die Hausse lief also schon lange, als Ende Januar das Gesamtergebnis 2020 kam. Und das war alles, nur kein Argument für eine Rekordjagd, wie sie die Aktie vorher – und nachher – aufs Parkett legte.

Der Umsatz war um 16 Prozent, der Nettogewinn überproportional um 34 Prozent gefallen. Und LVMH hält sich mit Prognosen gemeinhin zurück, so dass die Bullen sich nicht auf einen überschwänglichen Optimismus des Unternehmens hinsichtlich des Jahres 2021 berufen könnten. Trotzdem stieg die Aktie immer weiter und lag am bisherigen, vergangenen Donnerstag bei 570,90 Euro markierten Verlaufsrekord 16 Prozent über dem Rekord, der vor dem Kursrutsch im Zuge der Corona-Panik im Februar 2020 erreicht wurde.

Gewinn deutlich nach unten, Kurs deutlich nach oben … da braucht es gute Argumente, um das auf Dauer durchzuhalten. Gibt es die?

Expertenmeinung: Aus Sicht der Bullen natürlich schon. Aber ob die dauerhaft verfangen, ist die Frage. Denn das Kaufargument war die Erwartung, mit der zügigen Impfung der Weltbevölkerung sei ab dem Frühjahr alles wieder normal, zurückgehaltene Anschaffungen würden nachgeholt … und die Reichen als Hauptklientel von LVMH würden dann erst recht tief in die Tasche greifen. Ende Oktober klang das noch nachvollziehbar. Nur wissen wir es heute besser. Das Frühjahr wird keine Normalisierung bringen. Und ob das zumindest in einigen großen Wirtschaftsregionen im Sommer gelingt, ist noch offen.

Zugleich hat diese Super-Hausse die Aktie auf einen Level getrieben, der nur dann gerechtfertigt wäre, wenn LVMH zügig den bisherigen Rekordgewinn des Jahres 2019 übertreffen würde. Die Analysten erwartet das in der Tat. Hier liegt die aktuelle, durchschnittliche Prognose für den 2021er-Gewinn 63 Prozent über dem des Jahres 2020 und sieben Prozent über dem des Jahres 2019. Von LVMH selbst ist dahingehend nichts zu hören, man darf sich also ein wenig wundern über diesen Optimismus. Dass die Experten dann fast durchweg Kaufen-Empfehlungen ausgeben und die Kursziele parallel zur steigenden Aktie immer weiter anheben, ist da schon folgerichtig. Was fehlt, wäre eine Bestätigung für diesen Optimismus. Der Vorteil der Bullen:

Solange LVMH nicht zumindest die Umsätze des ersten Quartals meldet, was Ende April zu erwarten ist, können die Optimisten nicht widerlegt werden. Daher wäre es sehr riskant, hier einfach „auf Verdacht“ Short zu gehen. Der Kurs konnte zwar die obere Begrenzung seines mittelfristigen Aufwärtstrendkanals zuletzt nicht nachhaltig überwinden und bildet gerade ein kleines Topp aus. Aber solange sich LVMH in der oberen Hälfte dieses Trendkanals bewegt und keine „bad news“ die Bullen stoppen, könnte die Aktie einfach weiter laufen. Wie heißt es doch? Was teuer ist, kann noch viel teurer werden.

Anders wäre es, wenn die Aktie das März-Verlaufstief bei 518,70 Euro brechen und dadurch zugleich in die untere Hälfte dieses mittig geteilten Trendkanals rutschen würde. Dann sähe das Chance/Risiko-Verhältnis für Short-Trades umgehend deutlich besser aus. Bis dahin aber wäre diese heiß gelaufene Aktie in der Tat erst einmal nur etwas für die Watchlist Short.

Chart vom 22.03.2021, Kurs 556,60 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX

Die Analysten überschlugen sich am Mittwoch damit, ihre Kursziele für die Aktie des Luxusgüter-Konzerns Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) anzuheben. Alleine fünf Bank-Analysten hoben ihr Ziel für die Aktie in den ersten Stunden nach der Veröffentlichung der Ergebnisse an, im Schnitt ging es da von 522 auf 556 Euro nach oben, das höchste der neuen Kursziele lag bei 604 Euro. Wenn man sich das 2020er-Zahlenwerk, das LVMH vorlegte, indes genauer ansieht, wundert es nicht, dass die Anleger den Jubel der Analysten nicht teilten:

Auf organischer, operativer Basis fiel der Umsatz im Jahr 2020 um 16 Prozent. Der Nettogewinn sackte sogar um 34 Prozent durch. Was sollte daran erfreulich und damit ein Argument für höhere Kursziele sein? Zwei Argumente ließen sich da anführen: Zum einen, dass der Umsatz im vierten Quartal „nur“ um drei Prozent unter dem des Vorjahres lag. Zum anderen, dass die durchschnittliche Gewinnerwartung der Analysten trotz des deutlichen Minus übertroffen wurde. Da hatte man im Schmitt mit einem Nettogewinn von 4,09 Milliarden Euro gerechnet, es wurden am Ende 4,7 Milliarden. Nur: Ein Minus von 34 Prozent war das eben dennoch. Und es ist sehr fraglich, ob die Aktie mit einem „besser als befürchtet“ noch allzu viel Luft nach oben hätte, denn:

Expertenmeinung: Durch das schwache Jahr 2020 wurde eine vierjährige Serie deutlich steigender Gewinne harsch unterbrochen, LVMH wurde auf den Gewinnlevel des Jahres 2017 zurückgeworfen. Doch Ende 2017 notierte die Aktie bei 250 Euro, war also nur halb so teuer wie heute. Dadurch errechnet sich derzeit ein atemberaubendes Kurs/Gewinn-Verhältnis von um die 50. Ende 2019 lag dieses Kurs/Gewinn-Verhältnis bei ohnehin schon ungewöhnlich hohen 28, in den Jahren zuvor lag es immer unter 25.

Diese extrem teure Bewertung wäre gerechtfertigt, wenn man unterstellen könnte, dass LVMH 2021 nicht nur an die bisherigen Rekordgewinne des Jahres 2019 heranreichen, sondern sie überbieten würde. Nur sieht das Konsumumfeld zu Jahresbeginn nicht gerade rosig aus. Und das ist vielen Marktteilnehmern offenbar klar, die als Reaktion auf diese Bilanz die Reißleine zogen.

Der Chart zeigt eine Toppbildung mit leicht aufwärts gerichteter Nackenlinie. Auf diese Linie bei aktuell 491 Euro steuert der Kurs jetzt zu. Würde diese Linie auf Schlusskursbasis so deutlich unterboten, dass auch das letzte Zwischentief bei 489 Euro durchbrochen wäre, dürfte die Welle angehobener Kursziele der Analysten verpuffen und die Zahl derer, die diese Kombination aus fallenden Unternehmensgewinnen und einer immens gestiegenen Aktie zum Anlass nehmen, hier auszusteigen, zügig zunehmen. Als Ziel einer Korrektur würde sich dann der breite Supportbereich zwischen der aktuell bei 421 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie und der Mai-Aufwärtstrendlinie bei 453 Euro anbieten.

Chart vom 27.01.2021, Kurs 506,40 Euro, Kürzel MC | Online Broker LYNX