LVMH Aktie Prognose LVMH: Das könnte eine gute Gelegenheit werden

News: Aktuelle Analyse der LVMH Aktie

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Seit Mitte März ein bärischer „Evening Star“ einen Anlauf an das im April 2023 gebildete Rekordhoch erfolglos beendete, hat die LVMH-Aktie in der Spitze um 16,2 Prozent korrigiert. Aktuell könnte sie die Korrektur ausdehnen … aber das kann eine Einstiegschance werden.

Dass die Europawahl in Frankreich eine massive Stärkung des „Front National“ und eine drastische Niederlage der Regierungskoalition brachte und Präsident Macron daraufhin Neuwahlen angesetzt hat, dürfte viele Investoren erheblich nervös gemacht haben. Solche politischen Beben haben nicht selten eben keine „kurzen Beine“, sondern wirken massiv und nachhaltig auf die Wirtschaft eines Landes. Sei es durch eine auf einmal auf den Kopf gestellte Wirtschaftspolitik, sei es aufgrund eines Exodus internationaler Investoren – oder beidem.

Entsprechend negativ reagierte der Pariser Leitindex CAC 40, der durch die Abgaben des Montags ein Doppeltopp vollendete. Und die am Montag in die Verluste hinein aufgelaufenen Käufe wurden am Dienstag komplett abverkauft, wodurch ein „bearish engulfing pattern“ entstand, die nächste bärische Vorlage für die kommenden Tage. Die im Index enthaltenen 40 Aktien wurden fast durchweg mit in die Tiefe gezogen. Bei einigen ist das nachvollziehbar, bei anderen weniger. Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, gehört zur zweiten Gruppe.

Expertenmeinung: Und das nicht nur, weil die Aktie des Luxusgüterkonzerns bereits seit zwei Monaten korrigierte, als der CAC 40 Mitte Mai noch versuchte, das im März markierte Rekordhoch zu überwinden. Sondern auch, weil LVMH derart international ausgerichtet ist, dass die Verunsicherung der französischen Kunden für die Umsatz- und Gewinnperspektive nicht entscheidend ist. Und dass eine neue Regierung den großen Unternehmen als Träger der Wirtschaft ernsthaft größere Steine in den Weg legen würde, ist eher unwahrscheinlich, denn das würde letztlich für alle inklusive der beteiligten Parteien zum Bumerang.

Daher ließe sich der erneute Abgabedruck durchaus als Chance sehen, zumal die einst viel zu hohe Bewertung auf Basis des Kurs/Gewinn-Verhältnisses jetzt mit einem KGV von knapp 24 auf Basis der 2024er-Analysten-Gewinnschätzung auf einem eher günstigen Niveau liegt. Die Frage ist nur, ob man es wagen könnte, auf Verdacht schon jetzt die Hand aufzuhalten.

LVMH Aktie: Chart vom 11.06.2024, Kurs 736,60 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 11.06.2024, Kurs 736,60 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Wenn wir uns den Chart ansehen, erscheint das riskant. Denn sollte das jüngste Zwischentief von Ende Mai bei 723,70 Euro fallen, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht grundsätzlich bis zum bisherigen Jahres-Verlaufstief bei 644 Euro frei. Und denkbar wäre diese Ausdehnung der Korrektur in einem Umfeld der Verunsicherung schon, nicht zuletzt, weil der Kurs gerade erst über die 200-Tage-Linie gelaufen war, dann aber an einer kurzfristigen Abwärtstrendlinie abdrehte und eben diesen 200-Tage-Durchschnitt umgehend wieder unterbot, aber:

Genau diese für den Moment bärische Entwicklung böte auch einen Anhalt für einen denkbaren Einstiegspunkt. Denn sollte es gelingen, die 200-Tage-Linie erneut zu überbieten und mit Schlusskursen über 768 Euro die Abwärtstrendlinie und damit auch dieses auffällige Zwischenhoch zu bezwingen, wäre das ein starkes Signal dafür, dass die Käuferseite sich nicht von politischen Beben schrecken lässt. Dann wäre man, auch, weil man dann einen engeren Stoppkurs ansetzen könnte, auf der sichereren Seite.

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Vorherige Analysen der LVMH Aktie

Auf den ersten Blick wirkte der Umsatz des ersten Quartals 2024 schwach, den der französische Luxusgüterkonzern Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, Dienstagabend   vorlegte. Aber wer genauer hinsah erkannte: Eigentlich war das Minus ein Plus, wenn …

… wenn man den Umsatz organisch, also rein in den jeweiligen Landeswährungen, messen würde. Denn nur in Euro zurückgerechnet lag der Umsatz der erste drei Monate mit 20,69 Milliarden unter den 21,04 des Vorjahreszeitraums und unter der durchschnittlichen Prognose der Analysten von 21,18 Milliarden. Rein nominal aber gelang ein Umsatzanstieg um drei Prozent.

Und grundsätzlich kommt es für das Potenzial, das LVMH in Sachen Wachstum hätte, eben auf die erwirtschaftete Leitung an und nicht darauf, was nach der durch die stetig schwankenden Wechselkurse unberechenbaren Umrechnung in Euro in der Bilanz steht. Das kann der entscheidende Grund sein, warum die Aktie trotz dieser auf den ersten Blick ernüchternden Zahl im (allerdings umsatzarmen) nachbörslichen Handel nicht nachgab, sondern sogar leicht anzog. Aber bleibt das heute und in den Folgetagen auch so?

Expertenmeinung: Das kann es, muss es aber nicht. Denn nachbörsliche Reaktionen unter kleinen Umsätzen müssen ja nie durch die gleiche Verteilung von Optimisten und Pessimisten generiert sein wie bei einer „vollen Besetzung“ im regulären Handel.

Außerdem könnte die Reaktion auf die Umsatzmeldung eher kurz sein, weil sie nicht wirklich ein klares Bild liefert, wie es bei LVMH gerade läuft, weil weder Marge noch Gewinn gemeldet wurde. Das ist bei französischen Unternehmen nicht üblich, das Gesamtpaket an Bilanzdaten kommt nur zweimal pro Jahr, zum Ende der jeweiligen Halbjahre. Auch die Kommentierung des Konzerns bringt einen da nicht wirklich weiter, denn man gab sich zugleich vorsichtig und zuversichtlich. Was im Endeffekt heißt: Schauen wir mal.

Daher könnte die Charttechnik bei LVMH sehr schnell wieder das Ruder übernehmen. Und um das Chartbild wieder auf „bullisch“ zu drehen, müssten sich die Käufer jetzt ranhalten. Sie sehen, dass die Aktie nach der sehr positiven Reaktion auf die 2023er-Bilanz Ende Januar einen starken Aufwärtsimpuls zeigte, der aber Mitte März durch einen „Evening Star“ im Chartbild beendet wurde. Der führte die Aktie jetzt nahe an die durch die 200-Tage-Linie in ihrer Relevanz noch verstärkte Unterstützungszone 757,50 zu 773,00 Euro.

Würde diese Zone fallen, wäre der Weg nach unten aus rein charttechnischer Sicht erst einmal frei. LVMH müsste mindestens die momentan bei 818 Euro verlaufende 20-Tage-Linie zurückerobern, um diese Kuh vom Eis zu bekommen. Solange das nicht gelungen ist, wäre ein Bruch der jetzt in Schlagdistanz liegenden Supportzone jederzeit noch möglich.

LVMH Aktie: Chart vom 16.04.2024, Kurs 781,80 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Als LVMH Ende Januar seine 2023er-Ergebnisse vorlegte, zog die Aktie davon wie eine Rakete. Aber mittlerweile haben sich die Käufer verausgabt … und unlängst kam vonseiten der Candlestick-Charts ein Aspekt dazu, der so manchen Käufer abschrecken könnte.

2023 war für den Konsum ein schwieriges Jahr. Die Preise waren hoch, die Kreditzinsen ebenso, Planungssicherheit war in vielen Lebensbereichen nicht gegeben. Das drückte den Einzelhandel, aber wenn man den Vorteil hat, über eine Stammkundschaft zu verfügen, die sich um Geld eher wenig Sorgen machen muss, steht man über diesen Problemen, so wie LVMH. Louis Vuitton Moet Hennessy mit seinen Marken wie Louis Vuitton, Dior, Dom Pérignon und vielen anderen, die für schieren Luxus stehen, beendete das Jahr 2023 erneut mit einem Rekordgewinn … und lag dabei auch leicht über den Prognosen der Analysten. Kein Wunder also, dass die Aktie Ende Januar als Reaktion auf diese Ergebnisse einen gewaltigen Anstieg aufs Parkett legte, zumal:

Zu diesem Zeitpunkt notierte die Aktie weit unter dem im April 2023 bei 904,60 Euro markierten Verlaufsrekord. Und sie war, im Gegensatz zu früheren Jahren, relativ günstig bewertet, was das Kurs/Gewinn-Verhältnis anging. Aber jetzt notiert der Kurs eben ein gutes Stück höher, trotz der jüngsten Korrektur. Damit stellt sich die Frage, ob die Aktie jetzt immer noch günstig genug wäre, um in diese Korrektur hinein zuzugreifen … oder ob das März-Hoch bei 886,40 Euro nur ein letztes Aufbäumen von einem erneuten, womöglich größeren Abwärtsimpuls war. Die Antwort ist ebenso unbefriedigend wie logisch: Es kommt darauf an. Worauf?

Expertenmeinung: Es kommt darauf an, ob es auch 2024 gelingt, die Vermögenden bei der „Luxus-Stange“ zu halten und zugleich die Gewinnmarge hoch zu halten. Das Problem ist aber, dass das Verhalten von Konsumenten, egal, ob mit voller oder eher schmaler Geldbörse, kaum vorhersagbar ist. Dementsprechend bedeckt halten sich LVMH und andere Luxusgüter-Konzerne wie Kering oder Hermès mit Ausblicken. Man kommuniziert grundsätzlich nur eine eher vage Zuversicht, damit hat es sich. Und da die Analysten nicht wirklich mehr wissen können als die Unternehmensspitze, sind deren bullische Prognosen für 2024, bei denen man im Schnitt einen erneuten Anstieg des Gewinns pro Aktie um ca. sieben Prozent weissagt, nicht mehr als ein Blick in die Glaskugel.

Ob LVMH auf aktuellem Kurslevel zu teuer ist oder noch einen Kauf wert, wird man also erst im Nachhinein wissen. Was tun, in einer solchen Situation? Da alle genauso viel oder wenig darüber wissen, wie es hier weitergeht, greifen vermutlich auch die meisten auf das Tool zurück, das das Hier und Jetzt bewertet und nicht eine im Nebel liegende Zukunft: die Charttechnik … und dabei meist die präziseste ihrer Darstellungs- und Analyseformen in Form der Candlesticks. Und da sehen wir:

Dieses Hoch vom März war nicht einfach „nur“ ein Hoch, sondern eine perfekte Trendumkehr mit dazugehöriger Formation in Form eines „Evening Star“ (grüne Kerze, Doji, rote Kerze nach einer größeren Aufwärtsbewegung).

LVMH Aktie: Chart vom 08.04.2024, Kurs 807,30 Euro, Kürzel: MC | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 08.04.2024, Kurs 807,30 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Und nicht nur das: Der Doji in der Mitte war ein sogenannter „Gravestone Doji“, d. h. eine Kerze, deren Kerzenkörper klein bis nicht vorhanden ist (Schlusskurs nahe Eröffnungskurs) und die einen langen oberen und keinen bzw. einen minimalen unteren Docht zeigt. Was übersetzt heißt:

Die Aktie stieg nach der Eröffnung stark, gab diesen Anstieg aber fast vollständig oder sogar ganz wieder ab: Ein typisches Zeichen dafür, dass das Bullen-Lager sich verausgabt bzw. übernommen hat. Ein klar negatives Signal also, das zu Short-Trades animieren würde, aber:

Dem entgegen steht, dass die Reichweite solcher Candlestick-Signale auf der Zeitachse gemeinhin recht kurz ist, die Aktie bereits ordentlich korrigiert hat und gerade versucht, die Supportlinie bei 799 Euro zu verteidigen. Dem entgegen steht auch, dass unter dieser Linie im Bereich 757 zu 773 Euro einen recht breite Unterstützungszone wartet. Und, nicht zuletzt, dass es ja durchaus sein kann, dass LVMH die Skeptiker auch 2024 überrascht.

Zwar bietet die Aktie mit dem aktuellen Chartbild noch keine Argumente für den Long-Einstieg. Aber mit Short-Trades sollte man zumindest so lange vorsichtig sein, bis a) diese Supportzone 757/773 Euro gefallen wäre und/oder b) die Ende April anstehenden Umsatz-Ergebnisse des ersten Quartals einen Hinweis dahingehend geben, dass sich Louis Vuitton Moet Hennessy nicht mehr so erfolgreich gegen den Wind stemmt wie bisher.

Mit dem Wort „eigentlich“ muss man an der Börse behutsam umgehen. Aber eigentlich war die 2023er-Bilanz, die der Luxusgüterkonzern LVMH am Donnerstagabend vorlegte, gut genug, um der Aktie Luft nach oben zu geben. Die Frage ist, ob die Käufer das auch so sehen.

Luxus verkauft sich also doch auch in schwierigeren Zeiten gut … zumindest, wenn das Unternehmen Louis Vuitton Moet Hennessy heißt und Marken umfasst, die Inbegriff für Luxus und „savoir vivre“ sind. Die am Donnerstagabend nach dem europäischen Handelsende vorgelegten Zahlen für 2023 lagen leicht über den Konsens-Prognosen der Analysten und recht solide über denen des Vorjahres:

Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 86,15 Milliarden Euro (2022: 79,18 Milliarden), der Nettogewinn legte um acht Prozent auf 15,17 Milliarden Euro zu (2022: 14,08 Milliarden). Die Gewinnmarge blieb auf dem hohen Level des Vorjahres. Und für 2024 tat man bei LVMH das, was man in Sachen Ausblick schon immer tat: Man äußerte Zuversicht, nannte aber keine konkreten Ziele. Ein Mini-Malus könnte sein, dass der Konzern die Dividende „nur“ von 12 auf 13 Euro nach oben nimmt, einige Experten hatten auch mit 14 oder mehr Euro spekuliert. Aber das dürfte nicht entscheidend sein hinsichtlich der Frage:

Expertenmeinung: Waren diese Zahlen stark genug, um die Bären, die die Aktie in der zweiten Jahreshälfte 2023 dominierten, zum Eindecken ihrer Leerverkäufe zu bringen und im Gegenzug Käufer zu mobilisieren, die aus der Chance einer Stabilisierung, wie sie sich vor dieser Bilanz im Chart andeutete, eine Aufwärtswende machen?

LVMH Aktie: Chart vom 25.01.2024, Kurs 685,30 Euro, Kürzel: MC | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 25.01.2024, Kurs 685,30 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Im Voraus darüber zu spekulieren, wie die Marktteilnehmer Daten einordnen und in Aktivität umsetzen, ist müßig, denn da spielen Emotionen mit. Und diese im Vorfeld gleich mal für tausende, wenn nicht zigtausende individuell entscheidende Akteure vorhersehen zu wollen, ist Unfug. Aber grundsätzlich wäre die Chance da, dass der Abstieg ein Ende findet, denn:

Nach dem im Frühjahr 2023 in ein Rekordhoch von 910 Euro gipfelnden, jahrelangen Anstieg war die Aktie schlichtweg überbewertet – und das nicht zu knapp, einfach, weil der Kurs deutlich schneller stieg als der Gewinn. Aber gestiegen ist der eben trotzdem … und 2023 eben auch, wie wir jetzt wissen. Und da die Aktie zugleich gefallen ist, liegt das Kurs/Gewinn-Verhältnis eben nicht mehr bei 32, wie das auf Basis des 2022er-Gewinns im April 2023 der Fall war, sondern bei etwa 22. Und das ist nicht zu hoch, sondern zumindest fair … mit einem Hauch in Richtung „günstig“.

Im nachbörslichen Handel legte die Aktie auch folgerichtig zu, doch da sind die Umsätze so gering, dass man das nicht als sichere Vorlage für den heutigen, regulären Handel sehen sollte. Fakt ist: Dass das neue Tief im Januar, das knapp unter das Herbst-Tief 2023 geführt hatte, umgehend auf Käufe traf, eine grundsätzlich gute Basis für eine Aufwärtsbewegung ist. Überkauft ist die Aktie auch noch nicht, da wäre heute also etwas drin. Aber:

Wirklich bullisch wäre LVMH erst, wenn der Kurs die markante, durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone 764 zu 773 Euro bezwungen hätte, der sich die Aktie im Dezember angenähert hatte, ohne sie ernsthaft zu testen. Dann hätten wir hier ein mächtiges Doppeltief als ideale Basis für weitere Kursgewinne – aber eben erst dann!

Vor fünf Jahren notierte die LVMH-Aktie noch um 250 Euro, zwischenzeitig hatte sie ein Rekordlevel von 904,60 Euro erreicht. Der Grund: Luxusgüter liefen wie geschnitten Brot, selbst in der Zeit von Corona und Inflation. Aber jetzt könnte sich das Blatt doch noch wenden.

Zu Jahresbeginn wird es immer spannend: Welche Branchen setzen die großen Fonds auf ihre Kaufliste, welche Bereiche werden gemieden oder gar seitens der Hedgefonds gezielt unter Druck gesetzt? Zum Start ins Jahr 2023 zogen die Aktien der großen Luxusgüter-Hersteller senkrecht davon. Dieses Jahr aber scheinen Titel wie Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, nicht auf der Kaufliste der großen Adressen zu stehen.

Wir sehen im Chart, dass die Aktie vom Start ins neue Börsenjahr weg die Gegenbewegung, die im vierten Quartal auf den deutlichen Kursverfall der Aktie seit Juli folgte, abbrach und relativ dynamisch abrutscht. Das deutet an, dass große Investoren die Aktie nicht nur nicht weiter einsammeln, sondern gezielt abstoßen bzw. ggf. sogar auf der Short-Seite agieren. Und Rückenwind von den Analysten gäbe es da durchaus.

Erst gestern senkte die UBS ihr Kursziel für die LVMH-Aktie von 770 auf 747 Euro und wertet weiter mit neutral. Insgesamt liegt das durchschnittliche Kursziel der Experten mit derzeit 836 Euro zwar näher am Rekordhoch als am aktuellen Kurs, zudem stuft keiner die Aktie als Verkauf ein. Aber vor einem halben Jahr lag dieses durchschnittliche Kursziel noch bei 950 Euro: Man sieht, die Analysten werden vorsichtiger. Dass der Aktienkurs diesen sinkenden Kurszielen vorwegläuft, wirkt indes gewagt, könnten die Verkäufer die Sache nicht bereits überzogen haben?

Expertenmeinung: Auf diesem Level wäre das zumindest einzukalkulieren. Denn die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis, die in den vergangenen Jahren zeitweise klar überzogen war, läge auf Basis der durchschnittlichen 2023er-Gewinnschätzung bei 23. Auch, wenn man momentan davon ausgeht, dass der Luxus-Boom langsam den Zenit erreicht hat, gehen die Experten davon aus, dass der Gewinn von LVMH in diesem und im kommenden Jahr zumindest noch in der Region von acht bis zehn Prozent weiter wächst – und käme es so, wäre die Aktie jetzt nicht zu teuer.

LVMH Aktie: Chart vom 03.01.2024, Kurs 695,40 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 03.01.2024, Kurs 695,40 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Aber ob die Experten mit ihrer 2023er-Schätzung richtig liegen und wie LVMH selbst die nähere Zukunft einschätzt, ist jetzt ja noch nicht klar. Und da die französischen Unternehmen ihre Margen und Gewinne nur jeweils halbjährlich offenlegen, weiß man seit dem 30. Juni nicht, wie es in der Kasse des Konzerns aussieht. Vorteilhaft ist dabei indes, dass man hier auf die 2023er-Gesamtergebnisse nicht allzu lange warten muss: Die Zahlen stehen für den 25. Januar im Terminkalender. Der Druck gleich zu Jahresbeginn kann zwar dazu führen, dass die LVMH-Aktie das 2023er-Verlaufstief vom Oktober bei 655 Euro testet. Aber darunter dann auf Baisse zu setzen, wäre im Vorfeld der Zahlen nebst Ausblick Ende Januar verwegen, denn was die großen Adressen heute vom Kaufzettel genommen haben, kann, wenn der 2024er-Ausblick passt, ganz schnell wieder auf die Kaufliste zurückkommen.

Quellenangaben:
Analysten-Kursziele: https://www.finanzen.net/kursziele/lvmh

Der Umsatz des Luxusgüterkonzerns LVMH wuchs im Sommerquartal weniger stark als seitens der Analysten und offenbar auch seitens der Anleger gedacht. Die Aktie konnte sich zwar vom Tagestief erholen … aber der Chart zeigt: Der steinigere Weg ist jetzt der nach oben.

Ein Minus von 6,46 Prozent ist nicht gerade eine glimpfliche Reaktion. Auch nicht, wenn man dagegenhalten wollte, dass die Aktie im gestrigen Tagestief als Reaktion auf die am Dienstagabend gemeldeten Umsatzzahlen (Gewinne und Margen kommen bei LVMH immer nur zum Ende eines halben Jahres) sogar 8,45 Prozent hinten lag. Schließlich ist der Umsatz von Louis Vuitton Moët Hennessy, wie der Konzern ausgeschrieben heißt, nicht gefallen, sondern organisch immerhin um neun Prozent gestiegen. In einem Umfeld, in dem immer mehr auch vermögende Menschen auf ihr Geld achten, klingt das eigentlich gut.

Das ist so, aber die Analysten waren davon ausgegangen, dass das Motto „luxury sells“ auch weiterhin ungebrochen gelten würde. Statt der jetzt für das dritte Quartal gemeldeten +9 Prozent auf 19,96 Milliarden Euro hatten sie im Schnitt einen Umsatz von 20,5 Milliarden erwartet. Und selbst das wäre ein langsamerer Zuwachs gewesen als zuletzt. Denn im dritten Quartal 2022 hatte LVMH ein organisches Umsatzplus von 19 Prozent erreicht, im Frühjahrsquartal 202 hatte der Zuwachs noch bei 17 Prozent gelegen. Eine Verlangsamung des Wachstums hatte man also einkalkuliert, aber keine so deutliche. Was bedeutet das für die Aktie?

Expertenmeinung: Es bedeutet das Risiko, dass die Unterstützungslinie, die gestern im Tagestief hielt, konkret das Dezember 2022-Tief bei 670,10 Euro, womöglich doch noch fallen könnte. Denn dass die Aktie auf diese Ergebnisse so negativ reagierte, nachdem sie im Vorfeld gerade dabei war, einen Boden auszubilden und obwohl sie bereits drei Monate fiel, macht klar: Für ein „es hätte schlimmer kommen können“ reichten die Zahlen nicht. Auch die Anleger schienen zwar eine Abkühlung eingepreist zu haben, aber nicht in dieser Größenordnung.

Es wäre gut möglich, dass die Ergebnisse der Konkurrenz für die Frage, ob LVMH von hier aus wieder durchstartet oder aber weiter in Richtung des nächsten Supports bei 594,70 Euro durchgereicht wird, zum Zünglein an der Waage werden. Sollte man auch dort, bei Hermès, Kering und der Schweizer Richemont, ein abgeschwächtes Wachstum sehen, das aber dennoch ein Wachstum bleibt, könnte man das womöglich positiv auslegen. Denn dann ließe sich behaupten, dass es sich um eine allgemeine „Delle“ im Luxussegment handelt, die nicht von Dauer ist.

Ungemütlich könnte es dann werden, wenn Hermès, Kering und Richemont relativ besser abschneiden sollten und man unterstellen müsste, dass es sich hier auch um ein LVMH-spezifisches Problem handelt. Das werden die kommenden Tage weisen. Da die Aktie in einer offenen charttechnischen Situation aus dem Handel ging, wäre der beste Weg, eine dahingehende Entscheidung abzuwarten, denn die würde das Urteil der Trader ja abbilden.

Fällt die LVMH-Aktie durch die gestern gehaltene Linie bei 670,10 Euro, wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht frei und würde vermutlich auch ausgelotet. Gelingt es hingegen, die jetzt erst einmal gescheiterte Bodenbildung durch einen Ausbruch über die Juli-Abwärtstrendlinie doch noch zu vollenden, was mit einem Schlusskurs über 745 Euro der Fall wäre, könnte die Zuversicht und mit ihr die Bullen schnell zurückkehren. Innerhalb dieser beiden Ankerpunkte bliebe alles offen und ein Einstieg damit riskant.

LVMH Aktie: Chart vom 11.10.2023, Kurs 686,10 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Quartalsbilanz/Neun-Monats-Zahlen, 10.10.2023:
https://www.lvmh.com/news-documents/press-releases/organic-revenue-growth-of-14-in-the-first-nine-months-of-2023/