Die am Montag nach Handelsende gemeldeten Umsatzzahlen des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH waren mager. Auch wenn ein Abverkauf ausblieb: Die Aktie hängt im Abwärtstrend fest … und das, obwohl die Bewertung mittlerweile ungewöhnlich günstig wäre.
Das sogenannte „organische“ Wachstum, bei dem Wechselkurseffekte und Zu- oder Verkäufe von Unternehmensteilen herausgerechnet werden, betrug bei Louis Vuitton Moët Hennessy, kurz LVMH, im dritten Quartal ein Prozent. Weniger als erhofft … wodurch sich der Umsatzanstieg der ersten drei Quartale 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf nur zwei Prozent beläuft. Berücksichtigt man den negativen Effekt der Wechselkurse, liegt der Umsatz sogar zwei Prozent unter Vorjahr.
Zwar weiß man nicht, wie sich die Margen und Gewinne darstellen, weil LVMH wie die meisten französischen Unternehmen nur zum Ende eines Halbjahres vollständige Bilanzdaten liefert. Aber das Gesamtbild deutet da zumindest keine positiven Überraschungen an.
Entsprechend deutlich fiel auch die Reaktion der Analysten aus: Alle Analysten, die unmittelbar nach diesen Ergebnissen neue Kursziele vergaben, setzten diese niedriger an als zuvor. Die Spanne dieser neuen Kursziele lag zwischen 415 und 510 Euro. Andererseits: Selbst das niedrigste dieser neuen Kursziele lag somit über dem aktuellen Kurs. Und der Schnitt der aktuellen Kursziele insgesamt liegt mit knapp 505 Euro so weit über dem derzeitigen Aktienkurs, dass man sich wundern könnte, wieso LVMH nicht endlich nach oben dreht.
Immerhin hatte man 2023 kurzzeitig über 900 Euro für eine Aktie bezahlt, am Dienstagabend schloss sie 57,5 Prozent unter diesem Allzeithoch … und auf einem Kursniveau, das sie zuletzt im Corona-Jahr 2020 gesehen hatte. Und nicht nur das: In früheren Jahren war die LVMH-Aktie zeitweise massiv überbewertet. Heute ist sie das nicht mehr. Denn während das Kurs-/Gewinn-Verhältnis hier in früheren Jahren bis über 40 gestiegen war, käme es für 2026 auf Basis der durchschnittlichen Schätzung des 2026er-Gewinns pro Aktie auf 17.
Das ist selbst dann, wenn sich LVMHs Gewinn pro Aktie in den kommenden Jahren nur relativ langsam verbessern sollte, niedrig: So „billig“ bewertet war diese Aktie in den vergangenen zehn Jahren nie. Warum geht da kein Ruck durch die Anleger?
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Expertenmeinung: Immerhin sackte der Kurs trotz der etwas unter den Erwartungen gelegenen Umsätze nicht haltlos weg, sondern schaffte am Ende einen Zugewinn von 2,2 Prozent. Der zwar das bärische Chartbild nicht einfach hinwegfegt, aber doch zeigt, dass da durchaus einige der Ansicht sind, dass die Aktie langsam „billig“ genug wäre, um sie einzusammeln. Diese Meinung kann man teilen, aber das hilft nichts, solange das nicht genug andere Marktteilnehmer auch tun, daher:
Das Mini-Plus nach diesen Zahlen könnte man als kleinen Silberstreif am Horizont werten. Aber bevor die Aktie nicht die entscheidende Zone zurückerobert, deren Bruch Anfang September den aktuell laufenden Baisseschub eingeleitet hatte, stünde man als Käufer gegen den Trend. Und mit einem „müsste eigentlich“ hat man erfahrungsgemäß keine tauglichen Gewinnchancen.

Erst müsste LVMH die aktuell durch die Anfang des Jahres etablierte Abwärtstrendlinie verstärkte, jetzt als Widerstand dienende Zone 436,60/452,00 Euro überwinden, bevor man über einen Einstieg nachdenken könnte. Wirklich „teuer“ wäre die Bewertung auch dann noch nicht, sodass hier Geduld deutlich angebrachter wäre als ein voreiliger Kauf aus Sorge, womöglich einen größeren Aufwärtsimpuls zu verpassen.
Quellenangaben:
Meldung zum Umsatz des 3. Quartals, 12.10.2026: https://www.lvmh.com/en/publications/continued-growth-in-the-third-quarter-of-2026
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/MC.PA/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.10.2026 um 21:37 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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