Da französische Unternehmen meist nur zum Ende eines Halbjahres vollständige Bilanzdaten melden, wurden die am Montagabend vorgelegten Ergebnisse des Luxusgüterkonzerns LVMH mit Spannung erwartet. Könnten sie imstande sein, die Aktie wieder in Fahrt zu bringen?
Das, was Louis Vuitton Moët Hennessy zum ersten Halbjahr 2026 meldete, ließe sich mit „robust“ beschreiben. Was nun einmal etwas ganz anderes ist als „stark“ oder „dynamisch“. Der Umsatz legte zwar organisch um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Aber de facto ergab sich durch die gegenüber den meisten Währungen ungünstige, aufwärtsgerichtete Tendenz des Euro ein Minus von drei Prozent. Der Nettogewinn lag mit knapp 5,7 Milliarden Euro kaum verändert zum ersten Halbjahr 2025, das war grundsätzlich schon mal gut. Aber es ist eben deutlich weniger als das, was in den starken Jahren 2021 bis 2024 als Gewinn pro Aktie vermeldet wurde.
Die Anleger warten darauf, dass LVMH zu der früheren, so beeindruckenden und scheinbar absolut krisenresistenten Wachstumsdynamik zurückkehrt. Aber diese Zahlen zeigen eine solche Entwicklung eben noch nicht. Die USA verzeichneten im ersten Halbjahr Wachstum, so LVMH, Asien exklusive Japan starkes Wachstum. Aber die Entwicklung in dem so wichtigen Markt Europa wurde mit „good resilience“ beschrieben … „widerstandsfähig“ also. Was vermutlich nicht nur so klingt, als sei man froh, dass man sich da stabil halten konnte.
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Expertenmeinung: Hat die Aktie da heute überhaupt eine Chance, positiv zu reagieren? Es ist zumindest nicht unmöglich, auch wenn diese Ergebnisse keine positive Überraschung wurden – aus zwei Gründen:
Zum einen ist die Bewertung über das Kurs-Gewinn-Verhältnis mit 21/22 im Vergleich zu früheren Jahren ungewöhnlich niedrig. Das entspricht zwar dem aktuell kaum vorhandenen Wachstum durchaus. Aber sollten die Marktteilnehmer den Eindruck gewinnen, dass hier wieder etwas vorangeht, wäre ein KGV auf diesem niedrigen Level durchaus ein Argument.
Zum anderen lässt sich im Chartbild erkennen, dass man in keiner Weise mit überzogenen Erwartungen in diese Halbjahreszahlen gegangen war, im Gegenteil. Es gab keine spekulativen Vorkäufe in Erwartung grandioser Überraschungen, sondern tendenziell Abgaben. Die Aktie hatte im Vorfeld auf die markante Unterstützungszone 436,50/450,10 Euro aufgesetzt; sollte dieser Bereich auch der Reaktion auf diese „robuste“ Bilanz standhalten, bliebe die Chance auf eine Aufwärtswende grundsätzlich erhalten … aber:

Das „grundsätzlich“ muss dick unterstrichen werden, denn auch wenn dieser nächstgelegene Auffangbereich halten sollte: Dadurch, dass der Kurs aus der im Chart dick markierten Dreiecksformation im Vorfeld der Zahlen nach unten herausgefallen ist, ist er auf kurzfristiger Ebene bärisch.
Da bräuchte es zumindest einen Anstieg über 506 Euro, wo sich eine horizontale Widerstandslinie mit der Januar-Abwärtstrendlinie kreuzt, um ein bullisches Lebenszeichen zu senden. Und dass das mit diesem Zahlenwerk gelingen könnte, ist hinreichend unwahrscheinlich, sodass man einen solchen Ausbruch nach oben abwarten sollte, bevor man sich darüber Gedanken macht, ob LVMH womöglich von der Watchlist ins Depot überwechseln sollte.
Quellenangaben: Halbjahresergebnis 2026, 27.07.2026: https://www.lvmh.com/en/publications/accelerating-growth-in-the-second-quarter—solid-first-half-results
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 27.07.2026 um 22:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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