LVMH Aktie Prognose LVMH: Die Bilanz ist da … kommen die Käufer jetzt zurück?

News: Aktuelle Analyse der LVMH Aktie

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Mit dem Wort „eigentlich“ muss man an der Börse behutsam umgehen. Aber eigentlich war die 2023er-Bilanz, die der Luxusgüterkonzern LVMH am Donnerstagabend vorlegte, gut genug, um der Aktie Luft nach oben zu geben. Die Frage ist, ob die Käufer das auch so sehen.

Luxus verkauft sich also doch auch in schwierigeren Zeiten gut … zumindest, wenn das Unternehmen Louis Vuitton Moet Hennessy heißt und Marken umfasst, die Inbegriff für Luxus und „savoir vivre“ sind. Die am Donnerstagabend nach dem europäischen Handelsende vorgelegten Zahlen für 2023 lagen leicht über den Konsens-Prognosen der Analysten und recht solide über denen des Vorjahres:

Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 86,15 Milliarden Euro (2022: 79,18 Milliarden), der Nettogewinn legte um acht Prozent auf 15,17 Milliarden Euro zu (2022: 14,08 Milliarden). Die Gewinnmarge blieb auf dem hohen Level des Vorjahres. Und für 2024 tat man bei LVMH das, was man in Sachen Ausblick schon immer tat: Man äußerte Zuversicht, nannte aber keine konkreten Ziele. Ein Mini-Malus könnte sein, dass der Konzern die Dividende „nur“ von 12 auf 13 Euro nach oben nimmt, einige Experten hatten auch mit 14 oder mehr Euro spekuliert. Aber das dürfte nicht entscheidend sein hinsichtlich der Frage:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur LVMH Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Waren diese Zahlen stark genug, um die Bären, die die Aktie in der zweiten Jahreshälfte 2023 dominierten, zum Eindecken ihrer Leerverkäufe zu bringen und im Gegenzug Käufer zu mobilisieren, die aus der Chance einer Stabilisierung, wie sie sich vor dieser Bilanz im Chart andeutete, eine Aufwärtswende machen?

LVMH Aktie: Chart vom 25.01.2024, Kurs 685,30 Euro, Kürzel: MC | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 25.01.2024, Kurs 685,30 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Im Voraus darüber zu spekulieren, wie die Marktteilnehmer Daten einordnen und in Aktivität umsetzen, ist müßig, denn da spielen Emotionen mit. Und diese im Vorfeld gleich mal für tausende, wenn nicht zigtausende individuell entscheidende Akteure vorhersehen zu wollen, ist Unfug. Aber grundsätzlich wäre die Chance da, dass der Abstieg ein Ende findet, denn:

Nach dem im Frühjahr 2023 in ein Rekordhoch von 910 Euro gipfelnden, jahrelangen Anstieg war die Aktie schlichtweg überbewertet – und das nicht zu knapp, einfach, weil der Kurs deutlich schneller stieg als der Gewinn. Aber gestiegen ist der eben trotzdem … und 2023 eben auch, wie wir jetzt wissen. Und da die Aktie zugleich gefallen ist, liegt das Kurs/Gewinn-Verhältnis eben nicht mehr bei 32, wie das auf Basis des 2022er-Gewinns im April 2023 der Fall war, sondern bei etwa 22. Und das ist nicht zu hoch, sondern zumindest fair … mit einem Hauch in Richtung „günstig“.

Im nachbörslichen Handel legte die Aktie auch folgerichtig zu, doch da sind die Umsätze so gering, dass man das nicht als sichere Vorlage für den heutigen, regulären Handel sehen sollte. Fakt ist: Dass das neue Tief im Januar, das knapp unter das Herbst-Tief 2023 geführt hatte, umgehend auf Käufe traf, eine grundsätzlich gute Basis für eine Aufwärtsbewegung ist. Überkauft ist die Aktie auch noch nicht, da wäre heute also etwas drin. Aber:

Wirklich bullisch wäre LVMH erst, wenn der Kurs die markante, durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone 764 zu 773 Euro bezwungen hätte, der sich die Aktie im Dezember angenähert hatte, ohne sie ernsthaft zu testen. Dann hätten wir hier ein mächtiges Doppeltief als ideale Basis für weitere Kursgewinne – aber eben erst dann!

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Vorherige Analysen der LVMH Aktie

Vor fünf Jahren notierte die LVMH-Aktie noch um 250 Euro, zwischenzeitig hatte sie ein Rekordlevel von 904,60 Euro erreicht. Der Grund: Luxusgüter liefen wie geschnitten Brot, selbst in der Zeit von Corona und Inflation. Aber jetzt könnte sich das Blatt doch noch wenden.

Zu Jahresbeginn wird es immer spannend: Welche Branchen setzen die großen Fonds auf ihre Kaufliste, welche Bereiche werden gemieden oder gar seitens der Hedgefonds gezielt unter Druck gesetzt? Zum Start ins Jahr 2023 zogen die Aktien der großen Luxusgüter-Hersteller senkrecht davon. Dieses Jahr aber scheinen Titel wie Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, nicht auf der Kaufliste der großen Adressen zu stehen.

Wir sehen im Chart, dass die Aktie vom Start ins neue Börsenjahr weg die Gegenbewegung, die im vierten Quartal auf den deutlichen Kursverfall der Aktie seit Juli folgte, abbrach und relativ dynamisch abrutscht. Das deutet an, dass große Investoren die Aktie nicht nur nicht weiter einsammeln, sondern gezielt abstoßen bzw. ggf. sogar auf der Short-Seite agieren. Und Rückenwind von den Analysten gäbe es da durchaus.

Erst gestern senkte die UBS ihr Kursziel für die LVMH-Aktie von 770 auf 747 Euro und wertet weiter mit neutral. Insgesamt liegt das durchschnittliche Kursziel der Experten mit derzeit 836 Euro zwar näher am Rekordhoch als am aktuellen Kurs, zudem stuft keiner die Aktie als Verkauf ein. Aber vor einem halben Jahr lag dieses durchschnittliche Kursziel noch bei 950 Euro: Man sieht, die Analysten werden vorsichtiger. Dass der Aktienkurs diesen sinkenden Kurszielen vorwegläuft, wirkt indes gewagt, könnten die Verkäufer die Sache nicht bereits überzogen haben?

Expertenmeinung: Auf diesem Level wäre das zumindest einzukalkulieren. Denn die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis, die in den vergangenen Jahren zeitweise klar überzogen war, läge auf Basis der durchschnittlichen 2023er-Gewinnschätzung bei 23. Auch, wenn man momentan davon ausgeht, dass der Luxus-Boom langsam den Zenit erreicht hat, gehen die Experten davon aus, dass der Gewinn von LVMH in diesem und im kommenden Jahr zumindest noch in der Region von acht bis zehn Prozent weiter wächst – und käme es so, wäre die Aktie jetzt nicht zu teuer.

LVMH Aktie: Chart vom 03.01.2024, Kurs 695,40 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 03.01.2024, Kurs 695,40 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Aber ob die Experten mit ihrer 2023er-Schätzung richtig liegen und wie LVMH selbst die nähere Zukunft einschätzt, ist jetzt ja noch nicht klar. Und da die französischen Unternehmen ihre Margen und Gewinne nur jeweils halbjährlich offenlegen, weiß man seit dem 30. Juni nicht, wie es in der Kasse des Konzerns aussieht. Vorteilhaft ist dabei indes, dass man hier auf die 2023er-Gesamtergebnisse nicht allzu lange warten muss: Die Zahlen stehen für den 25. Januar im Terminkalender. Der Druck gleich zu Jahresbeginn kann zwar dazu führen, dass die LVMH-Aktie das 2023er-Verlaufstief vom Oktober bei 655 Euro testet. Aber darunter dann auf Baisse zu setzen, wäre im Vorfeld der Zahlen nebst Ausblick Ende Januar verwegen, denn was die großen Adressen heute vom Kaufzettel genommen haben, kann, wenn der 2024er-Ausblick passt, ganz schnell wieder auf die Kaufliste zurückkommen.

Quellenangaben:
Analysten-Kursziele: https://www.finanzen.net/kursziele/lvmh

Der Umsatz des Luxusgüterkonzerns LVMH wuchs im Sommerquartal weniger stark als seitens der Analysten und offenbar auch seitens der Anleger gedacht. Die Aktie konnte sich zwar vom Tagestief erholen … aber der Chart zeigt: Der steinigere Weg ist jetzt der nach oben.

Ein Minus von 6,46 Prozent ist nicht gerade eine glimpfliche Reaktion. Auch nicht, wenn man dagegenhalten wollte, dass die Aktie im gestrigen Tagestief als Reaktion auf die am Dienstagabend gemeldeten Umsatzzahlen (Gewinne und Margen kommen bei LVMH immer nur zum Ende eines halben Jahres) sogar 8,45 Prozent hinten lag. Schließlich ist der Umsatz von Louis Vuitton Moët Hennessy, wie der Konzern ausgeschrieben heißt, nicht gefallen, sondern organisch immerhin um neun Prozent gestiegen. In einem Umfeld, in dem immer mehr auch vermögende Menschen auf ihr Geld achten, klingt das eigentlich gut.

Das ist so, aber die Analysten waren davon ausgegangen, dass das Motto „luxury sells“ auch weiterhin ungebrochen gelten würde. Statt der jetzt für das dritte Quartal gemeldeten +9 Prozent auf 19,96 Milliarden Euro hatten sie im Schnitt einen Umsatz von 20,5 Milliarden erwartet. Und selbst das wäre ein langsamerer Zuwachs gewesen als zuletzt. Denn im dritten Quartal 2022 hatte LVMH ein organisches Umsatzplus von 19 Prozent erreicht, im Frühjahrsquartal 202 hatte der Zuwachs noch bei 17 Prozent gelegen. Eine Verlangsamung des Wachstums hatte man also einkalkuliert, aber keine so deutliche. Was bedeutet das für die Aktie?

Expertenmeinung: Es bedeutet das Risiko, dass die Unterstützungslinie, die gestern im Tagestief hielt, konkret das Dezember 2022-Tief bei 670,10 Euro, womöglich doch noch fallen könnte. Denn dass die Aktie auf diese Ergebnisse so negativ reagierte, nachdem sie im Vorfeld gerade dabei war, einen Boden auszubilden und obwohl sie bereits drei Monate fiel, macht klar: Für ein „es hätte schlimmer kommen können“ reichten die Zahlen nicht. Auch die Anleger schienen zwar eine Abkühlung eingepreist zu haben, aber nicht in dieser Größenordnung.

Es wäre gut möglich, dass die Ergebnisse der Konkurrenz für die Frage, ob LVMH von hier aus wieder durchstartet oder aber weiter in Richtung des nächsten Supports bei 594,70 Euro durchgereicht wird, zum Zünglein an der Waage werden. Sollte man auch dort, bei Hermès, Kering und der Schweizer Richemont, ein abgeschwächtes Wachstum sehen, das aber dennoch ein Wachstum bleibt, könnte man das womöglich positiv auslegen. Denn dann ließe sich behaupten, dass es sich um eine allgemeine „Delle“ im Luxussegment handelt, die nicht von Dauer ist.

Ungemütlich könnte es dann werden, wenn Hermès, Kering und Richemont relativ besser abschneiden sollten und man unterstellen müsste, dass es sich hier auch um ein LVMH-spezifisches Problem handelt. Das werden die kommenden Tage weisen. Da die Aktie in einer offenen charttechnischen Situation aus dem Handel ging, wäre der beste Weg, eine dahingehende Entscheidung abzuwarten, denn die würde das Urteil der Trader ja abbilden.

Fällt die LVMH-Aktie durch die gestern gehaltene Linie bei 670,10 Euro, wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht frei und würde vermutlich auch ausgelotet. Gelingt es hingegen, die jetzt erst einmal gescheiterte Bodenbildung durch einen Ausbruch über die Juli-Abwärtstrendlinie doch noch zu vollenden, was mit einem Schlusskurs über 745 Euro der Fall wäre, könnte die Zuversicht und mit ihr die Bullen schnell zurückkehren. Innerhalb dieser beiden Ankerpunkte bliebe alles offen und ein Einstieg damit riskant.

LVMH Aktie: Chart vom 11.10.2023, Kurs 686,10 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Quartalsbilanz/Neun-Monats-Zahlen, 10.10.2023:
https://www.lvmh.com/news-documents/press-releases/organic-revenue-growth-of-14-in-the-first-nine-months-of-2023/

LVMH ist der größte Luxuskonzern der Welt und eines der wertvollsten Unternehmen Europas. Die Gewinne sprudeln, doch die Kurse bröckeln. Sollte man zuschlagen?

Erfolgsgeschichte, nicht erst seit 2020

Seit meiner letzten Analyse zu LVMH ist bereits einige Zeit vergangen. Das Unternehmen schaffte es Ende Februar 2020 bei einem Kurs von 365 Euro auf meine damalige „Kaufliste für den Crash“.

Seitdem hat sich die Aktie erfreulich entwickelt. Wirklich attraktive Chancen, um erneut einzusteigen oder aufzustocken gab es seitdem nur einmal, und zwar im Vorjahr, nachdem LVMH eine längere Seitwärtsbewegung vollzogen hatte.

Jetzt könnte die nächste Gelegenheit gekommen sein, denn LVMH ist von über 900 auf 747 Euro zurückgekommen.

Dazu dürften die wirtschaftlichen Probleme in China, sowie schwache Zahlen der Konkurrenz (Richemont löst Kurssturz von Luxus-Aktien aus) und technische Faktoren beigetragen haben.

Markenmacht

LVMH ist einer der weltweit führenden Luxusgüter-Konzerne. Zum Portfolio gehören neben den namensgebenden Marken wie Louis Vuitton, Moet und Hennessy auch Kenzo, Christian Dior, Givenchy, Fendi, Tag Heuer, Hublot, Ebel, Dom Perignon und Bulgari.
Insgesamt gehören 75 Marken zum Konzern.

Das Unternehmen ist in den Segmenten Wein & Spirituosen, Mode & Lederwaren, Parfum & Kosmetika, Uhren & Schmuck tätig. Man betreibt aber auch eine Handvoll superluxuriöse Hotels.
Im Endeffekt verdient LVMH mit nahezu allem Geld, was man dem Luxussegment zurechnen kann.

In Summe konnte man den Umsatz binnen zehn Jahren von 29,0 auf 79,2 steigern. Gleichzeitig hat sich die operative Marge von 20,5 % auf 26,5 % verbessert.
Der Gewinn kletterte in dieser Zeit von 6,84 auf 28,03 Euro und die Dividende wurde von 2,70 auf 12,00 Euro je Aktie erhöht.

Die geschäftliche Entwicklung ist mehr als ordentlich. Dadurch hat man es zu einem der wertvollsten Unternehmen Europas gebracht.

Mit Luxus lässt sich eben sehr viel Geld verdienen. Das gilt in einer Welt, die immer stärker von Social Media und Selbstinszenierung geprägt ist, umso mehr. Und so schnell wird sich daran nichts ändern.

Ein Unternehmen, das Konjunkturprobleme überdauert

Der Siegeszug von LVMH dürfte demnach weitergehen, selbst wenn es zwischenzeitlich zu konjunkturellen Problemen kommt, egal ob in China oder sogar weltweit.

Darüber hinaus ist LVMH längst nicht so konjunkturanfällig, wie man vielleicht vermuten würde.
In den zurückliegenden anderthalb Dekaden gab es nur zwei Jahre, in denen der Umsatz rückläufig war.

Während der Finanzkrise stieg der Umsatz 2008 noch um 5 % und war 2009 um
1 % minimal rückläufig.
Selbst 2020 ging der Umsatz nur um 17 % zurück. In beiden Fällen folgten darauf unmittelbar neue Rekordumsätze.

Beim Gewinn sieht es ähnlich aus. Auf ein schwaches Jahr folgten jedes Mal neue Rekorde.

Analyse der aktuellen Geschäftslage

Nach sinkenden Gewinnen sieht es aktuell aber ohnehin nicht aus. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte der Umsatz um 15 % auf 42,2 Mrd. Euro gesteigert werden.

Zum Wachstum haben nahezu alle Geschäftsbereiche beigetragen. Das Segment Fashion & Leather Goods steigerte den Umsatz um 17 % auf 21,2 Mrd. Euro, Selective Retailing verzeichnete ein Plus von 26 % auf 8,36 Mrd. Euro, Watches & Jewelry legte um 11 % auf 5,43 Mrd. Euro zu und Perfumes & Cosmetics ebenfalls um 11 % auf 4,03 Mrd. Euro.
Einzig das Alkoholgeschäft (Wines & Spirits) schwächelte und verzeichnete einen Umsatzrückgang um 3 % auf 3,18 Mrd. Euro.

Unter dem Strich kletterte das operative Ergebnis um 13 % auf 11,57 Mrd. Euro. Das Nettoergebnis legte um 30 % auf 8,48 Mrd. Euro zu, was in etwa 16,89 Euro je Aktie entspricht.

Gewinnsprung um 17 % erwartet

Die derzeitigen Konsensschätzungen für den Gewinn in diesem Jahr in Höhe von 32,77 Euro je Aktie, sind also eher konservativ.
Interessanterweise haben die Prognostiker ihre Gewinnerwartungen in den letzten sechs Monaten von 31,83 auf 32,77 Euro je Aktie erhöht.

Dieser Umstand, gepaart mit den sinkenden Kursen, haben dazu geführt, dass das KGVe auf 22,6 gesunken ist.
Sollten die Schätzungen wie erwartet zu niedrig sein, wäre das KGVe noch eine Ecke niedriger.

Im Verhältnis zu dem anhaltend hohen Wachstum ist das vertretbar. In den zurückliegenden fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 26,9 und am Tief bei 20.

LVMH Aktie: Chart vom 12.09.2023, Kurs: 739,40 - Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 12.09.2023, Kurs: 739,40 – Kürzel: MC | Quelle: TWS

Die Chancen stehen daher nicht schlecht, dass LVMH irgendwo zwischen 670 und 740 Euro einen Boden ausbilden wird.
Anschließend könnte es wieder in Richtung Allzeithoch gehen.

Luxus verkauft sich auch in schwierigen Zeiten gut: Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, hat mit seinen 2023er-Halbjahreszahlen nicht zum ersten Mal bewiesen, dass die These etwas für sich hat. Doch das bedeutet nicht, dass die Aktie unverwundbar wäre: Jetzt brennt es hier.

Inflation, teurere Kredite, unsichere Zeiten: Egal, bei LVMH klingelte trotzdem die Kasse. Und das 2023 öfter und lauter als im Vorjahr. Mit einem Umsatzplus von 15 Prozent und einem aufgrund der leicht höheren Gewinnmarge überproportional gestiegenen Gewinn ist der französische Luxusgüter-Konzern mit seinen Top-Marken wie Louis Vuitton, Moet, Bulgari, Dior, Fendi und vielen mehr auf Kurs, 2023 einen Rekordgewinn einzufahren. Dass die Aktie unter diesen Umständen ins Rutschen kommt, dürfte viele überrascht haben.

Aber Erfolge hin oder her, die Aktie hatte bei ihrer Rekordjagd, die den Kurs im April auf das bisherige Allzeithoch von 904,60 Euro trug, ein Risiko aufgebaut: sie war relativ teuer bewertet. Da stand auf Basis der derzeitigen 2023er-Gewinnschätzung der Experten ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 27 zu Buche, auf dem aktuellen Kursniveau wären es immerhin noch 22. Zu viel? Fällt die Aktie deswegen?

Expertenmeinung: Sie dürfte deswegen zumindest eingangs ins Rutschen geraten sein. Denn ein KGV von 27 wäre nur dann akzeptabel, wenn das Gewinnwachstum in den Folgejahren um die 15 Prozent liegen würde. In früheren Jahren war es oft sogar mehr. Aber jetzt vermutet man durchaus zu Recht, dass Umsatz- und Margen-Anstieg langsam an Grenzen stoßen. Denn gerade der Markt, der LVMH-Artikel aufsog wie ein Schwamm, klemmt derzeit wider Erwarten: China.

LVMH Aktie: Chart vom 06.09.2023, Kurs 731,50 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 06.09.2023, Kurs 731,50 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Allerdings wäre ein KGV um 22, wie wir es jetzt nach dem kräftigen Abverkauf sehen, langsam wieder als „fair“ anzusehen. Man darf vermuten, dass die eingangs durch die eher zu hohe Bewertung ausgelösten Abgaben jetzt von einer charttechnisch basierten Verkaufslawine abgelöst wurden. Denn nachdem die Aktie Mitte August ein breit angelegtes Topp vollendet hatte und der Versuch, dieses bärische Signal durch eine Rallye zu egalisieren, ausgerechnet an der 200-Tage-Linie scheiterte, wurde mit dem Rutsch unter 767,60 Euro ein noch breiteres Topp vollendet. Das führte jetzt dazu, dass auch noch die im Sommer 2022 etablierte, mittelfristige Aufwärtstrendlinie durchschlagen wurde, was gestern, vermutlich vor allem durch ausgelöste Stop Loss-Verkaufsorders, zu einem förmlichen Selloff führte.

Jetzt wäre die Aktie also eher nicht mehr überbewertet … aber Abwärtsbewegungen entwickeln gerne eine Eigendynamik, daher wäre es für besonnene Investoren besser, nicht in das fallende Messer zu greifen, sondern abzuwarten, bis sich eine Bodenbildung etabliert und/oder LVMH zumindest wieder über dem März-Tief bei 767,60 Euro und damit zugleich wieder über der jetzt gebrochenen Aufwärtstrendlinie schließt.

Quellenangaben:
Halbjahresergebnis 2023, 25.07.2023:
https://www.lvmh.com/news-documents/press-releases/excellent-first-half-for-lvmh-july-2023/

Analysten-Kursziele: https://www.finanzen.net/kursziele/lvmh

„Luxury Sells“ … das bestätigte sich für den französischen Luxusgüterkonzern Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, auch im ersten Halbjahr 2023. Umsatz und Gewinn legten erneut zu, die Analysten waren mehrheitlich begeistert, aber die Aktie … bildet gerade ein Topp aus!

Da die französischen Unternehmen zum Ende des ersten und dritten Quartals nur den Umsatz melden, waren Anleger und Analysten seit Ende Januar, als die 2022er-Ergebnisse auf den Tisch kamen, hinsichtlich Gewinn und Gewinnmarge bei LVMH im Blindflug unterwegs. Aber man lag mit seiner Zuversicht richtig: Der Umsatz legte im ersten Halbjahr 2023 zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent zu, die operative Gewinnmarge lag mit 27,4 Prozent etwas über dem Gesamtwert von 2022, der Gewinn stieg entsprechend leicht überproportional.

Das war tadellos und wurde seitens der Analysten honoriert: Die seit der Bilanzvorlage am 25. Juli neu vergebenen Kursziele reichen von 835 bis 1.020 Euro. Und bis auf die das Kursziel von 835 Euro begleitende Einstufung „Halten“ lauten alle Empfehlungen „Kaufen“. Trotzdem fiel die Aktie nach der Bilanz. Und derzeit droht bereits der zweite Versuch zu scheitern, sich doch wieder nach oben abzusetzen. Wo liegt das Problem?

Expertenmeinung: Im Gegensatz zu früheren Jahren lagen die Ergebnisse „nur“ im Rahmen der Erwartungen. Hier, bei LVMH, waren die Anleger in den vergangenen Jahren mit positiven Überraschungen überschüttet worden. Und dass da immer ein bisschen mehr herauskam als man zu hoffen wagte, bildete auch die Rechtfertigung dafür, zum einen diesen Umsatz- und Gewinnanstieg mit dem Lineal in die Zukunft zu verlängern und zum anderen eine relativ teure Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis zu akzeptieren, weil man sich sagte: Das holen die schnell wieder auf, bei der Gewinndynamik.

Jetzt scheint es, als würde man langsam etwas vorsichtiger. Zwar lässt die Bilanz von LVMH noch keine nennenswerten, offenen Flanken erkennen. Aber man weiß: Was Luxus angeht, ist China seit Jahren der entscheidende Wachstumsmarkt. Und in China läuft es derzeit ganz und gar nicht so, wie man das noch zu Jahresbeginn unterstellt hatte. Ob das auch das Luxussegment drücken wird, muss sich zwar erst weisen. Aber nach der scheinbar ewigen Hausse dieser Aktie reichen schon Zahlen, die „nur“ im Rahmen der Erwartungen liegen, um etwas nervös Richtung China zu blicken. Der Effekt:

Die Bullen lassen sich nicht blicken, obwohl es langsam eilt, wenn man die Vollendung eines über Monate gewachsenen Topps verhindern will. Sie sehen im Chart, dass die Aktie nach den Ende Juli vorgelegten Zahlen auf die auf den 1. Juni zurückgehende Supportlinie bei 799 Euro zurückfiel, dort nach oben abprallte, zurückfiel, erneut einen „Absetzversuch“ startete und gestern erneut zurückfiel. Dabei ist diese Linie jetzt noch bedeutsamer geworden, weil dort auch die im Chart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie verläuft.

Und je öfter ein Support in kurzer Zeit angelaufen wird, desto größer wird das Risiko, dass das bullische Lager ausdünnt und die Aktie nach unten durchgeht. Zwar wäre LVMH erst dann auf mittelfristiger Ebene bärisch, wenn die im Sommer 2022 etablierte Aufwärtstrendlinie bei aktuell 745 Euro fallen sollte. Aber Schlusskurse unter 799 Euro wären ein erster Schritt dorthin und zur Vollendung eines seit Jahresbeginn „in Arbeit“ befindlichen, großen Topps. Da ist jetzt Vorsicht angesagt.

LVMH Aktie: Chart vom 15.08.2023, Kurs 804,10 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Halbjahresergebnis 2023, 25.07.2023:
https://www.lvmh.com/news-documents/press-releases/excellent-first-half-for-lvmh-july-2023/
Analysten-Kursziele: https://www.finanzen.net/kursziele/lvmh