Delivery Hero Aktie Prognose Delivery Hero deutlich absturzgefährdet.

News: Aktuelle Analyse der Delivery Hero Aktie

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Delivery Hero
ISIN: DE000A2E4K43
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Chartanalyse
Basis 6 Monate bearish
Zur Delivery Hero Aktie
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In meiner letzten Analyse der Delivery Hero-Aktie von Mitte August befand sich der Titel noch in einem bestätigten Aufwärtstrend. Dennoch gab ich dem Papier zu diesem Zeitpunkt nur eine neutrale Bewertung mit auf den Weg. Grund hierfür war der doch recht starke Abstand zur 50-Tage-Linie. Dies deutete darauf hin, dass sich die Kurse zu diesem Zeitpunkt in einer Übertreibungsphase nach oben befanden. Eine Korrektur musste her.

Diese ist in Folge auch wie nach Plan gekommen und die Aktie fiel auf das ursprüngliche Ausbruchsniveau von Juli zurück. Bei rund 40 EUR bekamen die Bullen wieder Interesse an der Aktie und versuchten diese erneut in eine Rallye zu überführen. Doch dieser Versuch misslang. Das tiefere Hoch markierte bereits ein Fehlen von Momentum und es gab auch schlichtweg keine Anschlusskäufer. Mittlerweile wurde ein weiteres tieferes Tief kreiert. Somit geht der Titel in eine bärische Trendphase über.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Delivery Hero Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Mit dem Bruch des Supports bei rund 40 EUR wird diese Ebene nun zu einem Widerstand im Chart. Es ist durchaus möglich, dass die Bullen dieser Tage noch einen Versuch wagen werden, dieses Niveau zurückzuerobern. Daran werden wir erkennen können, ob die Talfahrt von hier aus weitergehen wird.

Ein Scheitern nach oben würde das ausgelöste Verkaufssignal verstärken und weiter fallende Kurse wären somit sehr wahrscheinlich. Schlusskurse über der Marke von 40 EUR würden wiederum ein Zeichen der Stärke mit sich bringen. Es bleibt also abzuwarten, wie der nächste Test, sofern dieser kommt, ausfallen wird.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 26.09.2022 Kurs: 37.38 Kürzel: DHER | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Delivery Hero Aktie

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Mit dem heftigen Minus des Dienstags hat die Aktie des Mahlzeiten-Lieferservices Delivery Hero einen perfekten „Evening Star“ ausgebildet. Und das auch noch direkt unter einem wichtigen Widerstand. Ist das die Geburtsstunde eines neuen Baisse-Schubs?

Die Vorgeschichte sah zunächst äußerst bullisch aus. Anfang des Monats kamen Käufe auf. Die Delivery Hero-Aktie drehte dadurch genau dort nach oben, wo sie musste, um sich die Chance auf ein markant bullisches Signal zu erhalten. Und mit der Sogwirkung steigender Aktienindizes im Vorfeld der Terminmarkt-Abrechnung am Freitag schien es, als wäre den Bullen ihr Erfolg nicht mehr zu nehmen. Aber dann kam der Dienstag … und die US-Inflationsdaten.

Zwar ist Delivery Hero von diesem Problem nicht unmittelbar betroffen, weil man nicht in Nordamerika agiert. Aber es geht um die Problematik an sich, und die ist nicht auf die USA beschränkt: Die Inflation ist ungebrochen. Das erhöht die Kosten für die Unternehmen und führt dazu, dass die Verbraucher weniger für Dinge ausgeben, die nicht zum täglichen Grundbedarf gehören. Mahlzeiten, die man sich liefern lässt, gehören eher nicht dazu.

Zwar äußerte sich Delivery Hero im Zuge der letzten Quartalsbilanz hinsichtlich des Gesamtjahres zuversichtlich. Und viele Akteure folgten dieser Zuversicht, immerhin hatte sich der Kurs seit dem bisherigen Jahres-Verlaufstief, im Mai bei 23,88 Euro erreicht, zeitweise mehr als verdoppelt. Aber jetzt kommen die durch diese US-Daten neu belebten Zweifel und ein Abdrehen an einem entscheidenden Widerstand zusammen. Eine Steilvorlage für die Short-Seller.

Expertenmeinung: Die Aktie war am Montag in die Widerstandszone 49,11/52,30 Euro vorgedrungen, hatte dort aber erst einmal keine nennenswerten Käufe gesehen, so dass der Tag mit einem Doji endete. Was für sich genommen unkritisch war. Aber jetzt nicht mehr, denn der Dienstag brachte eine lange rote Kerze, ein Minus von 7,66 Prozent und damit die Komplettierung einer „Evening Star“-Formation im Candlestick-Chart (grüne Kerze, Doji, rote Kerze). Dadurch rutschte Delivery Hero nicht nur aus dieser Widerstandszone nach unten heraus, sondern drehte an der wichtigen 200-Tage-Linie nach unten, die aktuell in eben dieser Zone verläuft. Das ist eine Steilvorlage für das bärische Lager, aber:

Noch ist dieser „Evening Star“ nicht als Short-Signal bestätigt. Dazu muss der Kurs zügig, idealerweise gleich am Folgetag, eine weitere rote Kerze ausweisen. Und das wäre auch aus Sicht der klassischen Charttechnik vonnöten, denn noch halten die 20-Tage-Linie und die untere Begrenzung des im Mai etablierten, Anfang September nur kurz unterbotenen Aufwärtstrendkanals. Wirklich bärisch wäre die Aktie ohnehin erst, wenn die Supportzone 36,45/40,29 Euro fällt, die Anfang September hielt, was zur Basis der jetzt ausgebremsten Rallye wurde. Bei einem Chartbild wie diesem und in einem Umfeld wie diesem wäre es aber gut vorstellbar, dass es dazu kommt, weil sich die Bären diese jetzt aufgetane Chance nicht entgehen lassen.

Delivery Hero-Aktie: Chart vom 13.09.2022, Kurs 46,17 Euro, Kürzel DHER | Online Broker LYNX
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten Monaten konnte sich der Betreiber von Online Bestell- und Lieferplattformen etwas stabilisieren. Der erste Schritt in die richtige Richtung war das wochenlange Halten der Kurse über dem 50-Tage-Durchschnitt. Danach konnte die Delivery Hero-Aktie im Juli den Widerstand bei 40 EUR deutlich brechen. Wenig später zündeten die Bullen den Turbo und aus einem kleinen Kaufsignal wurde eine respektable Rallye, welche mit einem Plus von immerhin 40 Prozent endete.

Die letzten Tage kam der DAX jedoch wieder unter Druck und zog gleichzeitig zahlreiche Papiere mit nach unten. Nun ist der Anstieg der Deliver Hero-Aktie erstmals auf dem Prüfstand. Das jüngst gebildete Pivot-Tief von Anfang August spielt hierbei eine wichtige Rolle.

Expertenmeinung: Solange das Tief bei 46.54 EUR gehalten werden kann, bleibt auch der bullische Trend erhalten. Schlusskurse unter diesem Niveau würden eine neutrale Verkaufsphase einleiten, welche die Aktie deutlich unter Druck bringen würde. Danach stünde noch die 50-Tage Linie inklusive dem Pivot-Hoch von Anfang Juni bei 41.57 EUR als mögliche Unterstützung zur Verfügung.

Sollten auch diese Fallen, hätten die Bären abermals leichtes Spiel. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Bullen diese Rallye auch nachhaltig unterstützen werden. Vorerst gebe ich dem Papier aufgrund der aktuellen Marktsituation eine neutrale Bewertung mit auf den Weg.   

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 22.08.2022 Kurs: 47.07 Kürzel: DHER | Online Broker LYNX

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Am 22.7. hatte Delivery Hero Vorab-Ergebnisse zum 2. Quartal vorgelegt und die Prognose leicht nach oben angepasst. Das führte zu einem Kurssprung. Gestern kamen die endgültigen Zahlen und die Trader kauften erneut. Dann tauchten Verkäufe auf – an einem wichtigen Punkt.

Wenn Anleger zweimal bei ein und denselben Zahlen kaufen, einmal vorläufig, danach dann endgültig, das wirkt, als hätten einige die Vorab-Ergebnisse vom 22. Juli gar nicht mitbekommen. Oder aber man hat versucht, diese nicht wirklich entscheidende Vorlage der endgültigen Zahlen als vorgeschobenen Grund zu nutzen, um bei der Aktie für vollendete, bullische Tatsachen zu sorgen. Wobei man einschränkend erwähnen muss, dass bei den Vorab-Zahlen vor vier Wochen das Ergebnis auf EBITDA-Basis gefehlt hatte. Das wurde gestern für das erste Halbjahr mit 323 Millionen Euro gemeldet. Was indes nicht wirklich spannend war. Im ersten Halbjahr 2021 waren da 332 Millionen zusammengekommen. Diesmal also minimal weniger, höhere Kosten und ein steigender Umsatz hielten sich also zuletzt einigermaßen die Waage.

Dass das kein Grund war, die Aktie jetzt neu und deutlich höher zu bewerten, zeigte sich auch, als die LBBW nach der Bilanz als erste ihre Einschätzung der Aktie nebst Kursziel aktualisierte. Denn die neue Einschätzung lautete, nach zuvor „Halten“, jetzt „Verkaufen“, das Kursziel blieb bei 44 Euro, wo die LBBW es bereits seit Ende Mai sieht. Also hätte diese Bilanz eigentlich ein „Non-Event“ werden können … wenn da nicht diese hoch spannende, charttechnische Konstellation der Aktie wäre:

Expertenmeinung: Delivery Hero war im Zuge der Erholungsbewegung, die Mitte Mai begonnen hatte, in die Widerstandszone 49,11 zu 52,30 Euro gelaufen. Diese Zone kreuzte sich zuletzt mit der oberen Begrenzung des im Mai etablierten Aufwärtstrendkanals und wurde so zu einer charttechnischen Schlüsselzone. Anfang des Monats hatten die bullischen Akteure versucht, dort nach oben auszubrechen und waren gescheitert. Nachdem der Kurs moderat zurückkam, endete der Abgabedruck zwar schnell, so dass Delivery Hero sich im Bereich dieser Widerstandszone 49,11/52,30 Euro halten konnte. Aber es fehlte eben andererseits an Käufern. Da kam der Anlass dieser endgültigen Ergebnisse zum zweiten Quartal gerade recht. Aber ganz so ideal lief die Sache dann nicht ab.

Sie sehen, dass der Delivery Hero-Kurs dynamisch durchstartete und dadurch nicht nur diese Widerstandszone 49,11/52,30 Euro überbot, sondern auch über die obere Begrenzung des Mai-Aufwärtstrendkanals hinauslief. Das hätte ein markanter Befreiungsschlag werden können. Der zwar nicht von umwerfend bullischen Perspektiven in Sachen Umsatz und Gewinnmarge unterfüttert gewesen wäre, aber ein markantes, charttechnisches Kaufsignal hätte die Aktie trotzdem noch ein gutes Stück weiter tragen können. Was zwar auch jetzt noch nicht vom Tisch ist, aber weniger wahrscheinlich wurde, weil am Tageshoch, als der Kurs stattliche 14 Prozent im Plus lag, Abgaben auftraten.

Die führten dazu, dass der Ausbruch aus dem Aufwärtstrendkanal nicht gelang. Und den Tradern dürfte nicht entgangen sein, dass die Verkäufe einsetzten, als die Aktie bereits sehr nahe an der nächsten Widerstandslinie in Form der bei aktuell 58,22 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie notierte. Damit ist klar: Auch diese nächste, nicht gerade weit entfernt liegende Hürde ist keine leichte.

Hier auf den bereits eine Zeitlang fahrenden Zug aufzuspringen, wäre damit ziemlich gewagt … zumal die Analysten für Delivery Hero jetzt weitaus weniger positiv gestimmt sind als noch Anfang des Jahres. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt momentan nur bei 61 Euro … was eine zusätzliche Motivation sein kann, im Fall eines erneuten Anlaufs an die 200-Tage-Linie bei gut 58 Euro erneut zu verkaufen und/oder Short zu gehen.

Delivery Hero-Aktie: Chart vom 16.08.2022, Kurs 52,68 Euro, Kürzel DHER | Online Broker LYNX
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Genau dort, wo die Delivery Hero-Aktie hätte hindurch müssen, um einen echten Befreiungsschlag zu vollziehen, drehte sie jetzt wieder nach unten. Das Chartbild zeigt: Die Short-Seller haben geruht, aber nicht geschlafen. Auf welche Punkte kommt es jetzt an?

Die am 22. Juli zusammen mit der Vorlage vorläufiger Quartalsergebnisse vorgenommene Ankündigung, im jetzt laufenden zweiten Halbjahr zumindest auf operativer Ebene schwarze Zahlen zu schreiben, hatte so manchen Anleger dazu gebracht, die seit Herbst 2021 so massiv gefallene Aktie des Mahlzeiten-Lieferdienstes Delivery Hero als Schnäppchen anzusehen. Aber auch, wenn Delivery Hero in vielen Ländern aktiv ist: Überall ziehen sich die Wolken über den Verbrauchern zu. Ob aus den Plänen von Delivery Hero Fakten werden, ist daher noch nicht sicher. Das hängt von den Verbrauchern ab – und die sind bekanntermaßen eine kaum bis gar nicht vorausberechenbare Größe.

Das dürfte den meisten, die zuletzt auf der Long-Seite agiert hatten, klar gewesen sein. Und denen, die Delivery Hero grundsätzlich weiter bärisch beurteilen und traden, ebenfalls. Aber das Bären-Lager ließ sich nicht blicken. Ein Signal, dass die Aufwärts-Wende jetzt auch auf Basis eher wackliger, positiver Perspektiven gelingen würde, war das aber nicht, denn:

Expertenmeinung: Durch dieses Statement des 22. Juli hat die Aktie den charttechnischen Spielraum, der ihr daraus entstand, dass der Kurs bereits im Vorfeld knapp zurück in die relativ breite Seitwärtsspanne zwischen 36,45 und 52,30 Euro gestiegen war, voll ausgenutzt. Aber jetzt zeichnet sich deutlich ab, dass den Käufern die Puste ausgeht und/oder viele mit dem Erreichen des oberen Endes der Range, der Widerstandszone 49,11/52,30 Euro, ihr Ziel erreicht haben und der Aktie nicht mehr zutrauen. Immerhin war der Kurs dadurch vom bisherigen Jahrestief bei 23,88 Euro bis zum letzten Verlaufshoch, am Freitag bei 53,62 Euro erreicht, sagenhafte 124 Prozent gelaufen.

Damit haben jetzt die Short-Seller einen Matchball, den sie offenbar auch verwandeln wollen. Das Verlaufshoch der Rallye hatte zwar leicht über diese Widerstandszone geführt, geschlossen hat Delivery Hero darüber aber nicht, sondern traf auf Abgabedruck, der den Kurs wieder in die Widerstandszone hinein- und am gestrigen Dienstag auch noch aus ihr nach unten hinaus drückte. Für das Bären-Lager war dabei neben der Reichweite der vorherigen Rallye von Vorteil, dass die Aktie zu diesem Zeitpunkt nicht nur markttechnisch überkauft war, sondern auch noch die obere Begrenzung des den Kurs seit dem Jahrestief begleitenden Aufwärtstrendkanals in diesem Bereich lag.

Damit ist die Wahrscheinlichkeit deutlich gestiegen, dass die Delivery Hero-Aktie sich jetzt in Richtung der unteren Begrenzung des Trendkanals orientiert, die wiederum mit der unteren Begrenzung der Seitwärtsspanne zwischen 36,45 und 52,30 Euro zusammenfällt. Ein massiveres bärisches Signal würde zwar erst entstehen, wenn der Kurs auch aus dieser Spanne nach unten herausrutschen sollte. Aber es darauf ankommen lassen, dass diese Seitwärts-Range hält, wäre bei diesem Chartbild gewagt.

Delivery Hero-Aktie: Chart vom 09.08.2022, Kurs 46,87 Euro, Kürzel DHER | Online Broker LYNX
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Ein Plus von 5,59 Prozent bei der Delivery Hero-Aktie, das klingt nach einem soliden Schritt nach vorne für die Bullen, zumal damit der Ausbruch über eine Abwärtstrendlinie vollzogen wurde. Andererseits schloss die Aktie auffällig weit unter ihrem Tageshoch. Was war da los?

Bereits nach Handelsbeginn legte der Mahlzeiten-Lieferdienst am Freitag vorläufige Ergebnisse für das zweite Quartal vor und aktualisierte die Gesamtjahresprognose. Das war um 10 Uhr … und binnen einer halben Stunde schoss die Aktie daraufhin von etwa 41 Euro, dem Kurslevel unmittelbar vor der Meldung, auf knapp 50 Euro nach oben. Gerechnet zum Vortags-Schlusskurs lag die Aktie dadurch zeitweise fast 21 Prozent im Plus, aber:

Nach dieser ersten Reaktion begann die Aktie abzubröckeln, gab sukzessiv Boden preis und sah bis zum Handelsende keinen neuen, nennenswerten Kaufimpuls. Das ist ungewöhnlich und ein Grund, sich das, was Delivery Hero da meldete, genauer anzusehen. Zunächst die Ergebnisse des zweiten Quartals:

Der Umsatz stieg im Frühjahrsquartal um stattliche 38 Prozent, der Bruttowarenwert um 18 Prozent. Der Verlust reduzierte sich dabei im ersten Halbjahr von einer negativen EBITDA-Marge von -2,0 Prozent im Vergleichszeitraum 2021 auf jetzt -1,6 Prozent, wobei Mai und Juni operativ bereits an der Gewinnschwelle lagen, so das Unternehmen. Das klang schon mal gut.

Mit Blick auf das Gesamtjahr sieht Delivery Hero die EBITDA-Marge (der Gewinn, der vor Einbeziehung von Steuern, Zinsen und Abschreibungen erzielt wird) bei -0,9 bis -1,0 Prozent, die bisherige Prognose hatte noch auf -1,0 bis -1,2 Prozent gelautet. Nicht die Welt, könnte man meinen, aber was nominal wenig wirkt, macht prozentual am Ende schon einiges aus. Also, nur gute Nachrichten?

Expertenmeinung: Nein, denn im Zuge des aktualisierten 2022er-Ausblicks senkte Delivery Hero dafür die Umsatzprognose von 9,5 bis 10,5 Milliarden auf 9,0 bis 9,5 Milliarden. Was hieße: Operativ zwar näher an der Gewinnschwelle, dafür aber weniger Umsatz als gedacht … unter dem Strich kommt da nicht mehr dabei heraus als vorher. Wer das sah, dürfte dieses Geschenk eines Kurssprungs von bis zu 20 Prozent wohl gerne angenommen haben, zumal da ja auch noch ein charttechnischer Aspekt im Spiel war, Sie sehen es im Chart:

Die Aktie hatte durch ihren Kurssprung eine wichtige Widerstandszone erreicht. Delivery Hero war im Vorfeld der Meldung an die obere Begrenzung einer in den vergangenen Monaten entstandenen Dreiecksformation gelaufen. Mit diesem Satz nach oben wurde diese Formation zwar nach oben verlassen, aber zugleich schon die nach diesem Ausbruch als Kursziel fungierende Widerstandszone erreicht: Kein Wunder also, dass die Trader hier mit Verkäufen schnell bei der Hand waren. Die Frage ist jetzt:

Sollte man diese Gewinnmitnahmen nutzen, um selbst zu jetzt wieder niedrigeren Kursen einzusteigen und damit darauf zu setzen, dass die Aktie diese Widerstandszone zwischen 49,10 und 52,30 Euro nicht nur erneut ansteuert, sondern überwindet? Das ist etwas, das jeder subjektiv selbst entscheiden muss, aber ich selbst würde auf Basis des Gesamteindrucks dieser Zahlen eher denken, dass es richtig von den Tradern war, dieses Geschenk anzunehmen und eher woanders nach Einstiegschancen suchen.

Delivery Hero-Aktie: Chart vom 22.07.2022, Kurs 43,66 Euro, Kürzel DHER | Online Broker LYNX