Symrise Aktie Prognose Symrise: Das war unglückliches Timing

News: Aktuelle Analyse der Symrise Aktie

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Am Donnerstag nach Handelsende gab der Duft- und Geschmacksstoffe-Hersteller Symrise per adhoc-Meldung eine konkretisierte Prognose für das Geschäftsjahr 2023 bekannt. Die Anpassungen wirkten nicht dramatisch, die Reaktion der Aktie war es trotzdem. Wieso?

Mit einem Minus von 7,62 Prozent stellte Symrise am Freitag den größten Verlierer im DAX. Dabei wirkte die Korrektur des 2023er-Ausblicks harmlos, denn der leicht nach unten korrigierten operativen EBITDA-Marge, die das Unternehmen jetzt im Bereich zwischen 19,0 und 19,5 statt zuvor „um die 20 Prozent“ erwartet, stand eine leichte Anhebung der Umsatzerwartung gegenüber, die man von bislang +5 bis +7 auf +7 Prozent anhob. Kann eine solche Meldung wirklich der Grund für Verkäufe in dieser Größenordnung sein?

Das kann sie u.a. deswegen, weil die Senkung des Margenausblicks nur harmlos wirkt. Aber die Marge ist der Hebel, der zwischen Umsatz und Gewinn liegt. Symrise schrieb in der adhoc-Meldung, dass der Umsatz etwa bei 4,7 Milliarden Euro liegen werde. Wenn man von einer EBITDA-Marge bei 19 Prozent ausgeht, würde ein operativer Gewinn von 893 Millionen Euro herauskommen. Bei einer Marge von 20 Prozent wären es hingegen 940 Millionen. So ganz unwesentlich ist das nicht. Aber so viel, dass die Aktie deswegen so deutlich fallen müsste?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Symrise Aktie finden Sie hier.

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Expertenmeinung: Der Chart zeigt, dass die Symrise-Aktie zeitweise sogar mehr verloren hatte. Aber grundlos war das nicht, denn zur Meldung an sich gesellten sich weitere Aspekte. Zum einen ist die Aktie mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 35 auf Basis des jetzt zu erwartenden 2023er-Gewinns teuer. Eine so hohe Bewertung verzeiht keine Rückschläge.

Zum anderen „erwischte“ diese Meldung den Kurs vor einer Abrechnung am Terminmarkt. Dass da auf einmal ganz andere Kurse angesagt waren als noch zum Handelsende des Donnerstags, dürfte einige Akteure an der Terminbörse gezwungen haben, sich sofort mit Gegenpositionen abzusichern, das dürfte den Druck intensiviert haben.

Darüber hinaus war die Aktie gerade an der oberen Begrenzung des den Kurs schon seit Anfang 2022 führenden, leicht abwärts gerichteten Trendkanals angekommen. An solchen Punkten würden die Range-Trader ohnehin Gewinne mitnehmen und ggf. auf Short drehen, wenn es keine triftigen Gründe für einen Ausbruch nach oben gibt. Diese adhoc-Meldung war im Gegenteil ein zusätzliches Argument, Long-Trades sofort glatt zu stellen.

Symrise Aktie: Chart vom 15.12.2023, Kurs 98,02 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 15.12.2023, Kurs 98,02 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Hätte Symrise diese Meldung nicht ausgerechnet an einem Abend lanciert, an dem die Aktie an einem solch sensiblen Punkt notierte und auch noch eine Terminmarkt-Abrechnung anstand, wäre das Minus vermutlich kleiner, vielleicht sogar deutlich kleiner ausgefallen. Jetzt aber ist es, wie es eben ist. Der Kurs könnte sich jetzt in Richtung der unteren Begrenzung des Trendkanals orientieren, aber noch hätte das bullische Lager eine Chance. Wenn es, so wie am Freitag auch, in den kommenden Tagen gelingen sollte, die 200-Tage-Linie zu halten, könnte sich die Aktie auf dem derzeitigen Level fangen. Aber sobald das Freitags-Tagestief bei 95,26 Euro fallen sollte, wäre der Weg Richtung 86,40 Euro, wo diese untere Begrenzung momentan verläuft, frei.

Quellenangaben:
Anpassung der 2023er-Prognose, 14.12.2023: https://www.symrise.com/de/newsroom/artikel/symrise-ag-aktualisierte-entwicklung-umsatz-und-profitabilitaet-2023/

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Vorherige Analysen der Symrise Aktie

Die Symrise-Aktie hat jetzt genau dort aufgesetzt und zeigt erste Käufe, wo sie drehen muss, um eine Chance auf eine nennenswerte Rallye zu haben. Noch ist die Sache nicht gelungen, aber es könnte sich lohnen, die Aktie im Auge zu behalten.

Die Halbjahreszahlen des Duft-, Geschmacks- und Kosmetikgrundstoff-Herstellers Symrise wirkten nicht gerade spannend, die Perspektive auch nicht. Leichtes Wachstum beim Umsatz, Gewinn etwas gedrückt, aber nicht viel, insgesamt recht stabil: Das wirkt, als wäre so ziemlich alles andere spannender. Doch je unruhiger der Markt wird, desto deutlicher der Druck auf den Konsum und die entsprechenden Branchen am Aktienmarkt wird, desto interessanter könnte diese relative Stabilität werden. Könnte Symrise zu einer Art „sicherem Hafen“ werden?

Symrise Aktie: Chart vom 11.10.2023, Kurs 92,54 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 11.10.2023, Kurs 92,54 Euro, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Die Möglichkeit besteht, darauf verlassen sollte man sich aber lieber nicht, bevor man im Chartbild keine vollendeten Tatsachen in Sachen Ausbruch nach oben sieht.

Denn ja, die Nachfrage an sich dürfte auch in schwierigen Zeiten bei den typischen Kunden von Symrise in der Nahrungsmittel- und Kosmetik-Branche relativ stabil bleiben. Und das sollte die Gewinnmargen ebenso vor allzu großem Druck bewahren wie den Umsatz. Und ja, die Analysten sehen die Aktie deutlich höher, das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt derzeit bei 107,90 Euro und damit in dem Bereich, den man als erstes Kursziel im Fall einer Rallye sehen könnte. Aber:

Expertenmeinung: Wenn die Gesamtwirtschaft in Europa in den Kriechgang übergeht oder gar schrumpft, würde der Unternehmensgewinn bei Symrise auf jeden Fall nicht nennenswert zulegen können. Das aber müsste er in den kommenden Jahren, um die hohe Bewertung in Form eines Kurs/Gewinn-Verhältnis von derzeit 32 auf Basis der 2023er-Gewinnschätzung zu rechtfertigen und die im Gegenzug im Vergleich zum DAX-Durchschnitt niedrige Dividendenrendite auszugleichen. Vergleichbares sehen wir zwar bei Beiersdorf auch. Aber dass Symrise damit nicht alleine ist, schützt ja nicht vor fallenden Kursen, weder dort noch hier.

Ein „sicherer Hafen“, der hoch bzw. eher zu hoch bewertet ist, ist auf Dauer keiner. Und würde Symrise es schaffen, an die obere Begrenzung dieses die Aktie schon seit anderthalb Jahren einfangenden, seichten Abwärtstrendkanals bei derzeit 108,70 Euro zu steigen und damit in den Bereich des durchschnittlichen Kursziels der Analysten zu gelangen, wäre die Aktie nicht nur aus deren Sicht „oben“, sie wäre eben auch vom Kurs/Gewinn-Verhältnis her noch teurer als jetzt. Daher wäre man besser beraten, Symrise nur dann als Long-Trade ins Auge zu fassen, wenn zumindest die Charttechnik „passt“. Und das hieße:

Abwarten, bis aus der Chance auf eine Aufwärtswende zumindest auf kurzfristiger Ebene eine gelungene Aufwärtswende wird. Dazu sollte die Aktie den gestern im ersten Anlauf abverkauften Ausbruch über die kurzfristige Abwärtstrendlinie schaffen und darüber hinaus zumindest über das letzte Zwischenhoch bei 96,90 Euro und die knapp darüber bei 97,60 Euro verlaufende 200-Tage-Linie steigen. Solange das nicht gelungen ist, kann diese bislang immer wieder gehaltene, untere Begrenzung des Abwärtstrendkanals jederzeit noch brechen.

Quellenangaben: Halbjahresergebnis 2023, 02.08.2023:
https://www.symrise.com/de/newsroom/artikel/symrise-setzt-wachstumskurs-im-ersten-halbjahr-2023-fort/

Analysten-Kursziele: https://www.symrise.com/de/investoren/#wie-der-markt-uns-sieht–aktueller-konsensus

Auf diesem Niveau haben bereits mehrere Rallyes begonnen. Kommt es jetzt wieder dazu? Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Kursziele und Chartmarken.

Richtungsentscheidung steht bevor

Symrise ist ein grundsolides Unternehmen und war über weite Strecken ein Outperformer, inzwischen pendelt die Aktie jedoch seit mehreren Jahren seitwärts und kommt immer wieder zur Unterstützungszone bei 90 – 95 Euro zurück.

Ausgehend von diesem Niveau kam es bereits zu mehreren Rallyes. Wir hatten bereits im März bei einem Kurs von 97 Euro auf diese Situation hingewiesen:
Symrise: Ein deutsches Powerhouse

Das Timing war damals nicht schlecht, nur wenige Wochen später notierte die Aktie bei 110 Euro.
Für Trader eine erfreuliche Sache, der große Durchbruch blieb allerdings aus und die Gewinne wurden schnell wieder abgegeben.

Dadurch wird die Sache immer interessanter. Seitdem hat Symrise gute Quartalszahlen vorgelegt, die relative Bewertung ist gesunken und der mehrjährige Aufwärtstrend ist in Reichweite.

Symrise Aktie: Chart vom 10.07.2023, Kurs: 93,48 - Kürzel: SY1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 10.07.2023, Kurs: 93,48 – Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Es dürfte zeitnah zu einer übergeordneten Richtungsentscheidung kommen. Wir werden später noch sehen, welche Seite aus fundamentaler Sicht die besseren Karten hat.
Aber solange der mehrjährige Aufwärtstrend nicht durchbrochen wird, sieht es für die Bullen aus technischer Sicht gut aus.

Das aktuelle Kursniveau könnte abermals die Ausgangsbasis für eine Erholung oder eine größere Rallye sein.
Gelingt ein Anstieg über 95 Euro, würde das den Weg in Richtung 100 Euro freimachen.

Darüber rücken Kursziele bei 105 sowie 110 und 115 Euro in den Vordergrund, Symrise bewegt sich weitestgehend in 5-Euro-Schritten.
Gelingt ein Anstieg über 115 Euro, hellt sich das Chartbild zunehmend auf.

Symrise im Oligopol

Symrise ist einer der weltweit führenden Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen sowie kosmetischen Inhaltsstoffen.

Insgesamt umfasst die Produktpalette über 30.000 Produkte, die zum Großteil auf Basis natürlicher Rohstoffe wie Vanille, Zitrusfrüchten, Blüten- und Pflanzenmaterialien hergestellt werden.

Beliefert werden Parfüm-, Kosmetik-, Getränke- und Nahrungsmittelhersteller, die pharmazeutische Industrie sowie Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln, Heimtierfutter und Babynahrung.

Zum Kundenkreis gehören beispielsweise Unternehmen wie Henkel/Schwarzkopf, Coca-Cola, Beiersdorf, Colgate, Danone, Diageo, Dior, Kraft, Nestlé, PepsiCo, Procter & Gamble und Unilever.

Dabei handelt es sich um ein krisensicheres Geschäft, welches auf einer äußerst breiten Basis steht.

Darüber hinaus wird der Markt für Duft- und Geschmacksstoffe von einer Handvoll Unternehmen beherrscht.
Die vier größten Akteure (International Flavors & Fragrances, Givaudan, Symrise und DSM-Firmenich) haben gemeinsam einen Marktanteil von etwa 50-60 %, Symrise ist in den meisten Bereichen die Nummer drei und kommt auf 10-12 %.

Übernahmen: Chancen und Risiken

Das bedeutet, dass die Branche bereits stark konsolidiert ist, es aber weiterhin die Möglichkeit gibt, nicht nur organisch, sondern auch durch Übernahmen zu wachsen.

Symrise könnte sogar selbst ein Übernahmekandidat sein. Dass man in der Branche nicht vor größeren M&A-Transaktionen zurückschreckt, zeigen die Übernahmen von International Flavors & Fragrances sowie die Fusion von Firmernich und DSM.

International Flavors & Fragrances (IFF) zeigt jedoch auch, welche Gefahren schlecht durchgeführte Übernahmen bergen. Die US-Amerikaner haben sich 2021 das Geschmacksstoffe-Geschäft von DuPont einverleibt.
Seitdem läuft es bei IFF mehr als dürftig. Man hat Schulden gemacht, vermutlich zu viel bezahlt und das kurz bevor die Rohstoffpreise und Finanzierungskosten gestiegen sind.

Symrise sticht positiv heraus

Im Vergleich dazu läuft es bei Symrise blendend. Im zurückliegenden Geschäftsjahr war der Gewinn zwar gesunken, doch das war größtenteils auf eine Wertminderung von Swedencare zurückzuführen.

Symrise hatte zwar auch mit steigenden Rohstoffpreisen zu kämpfen und konnte die Preise nicht vollständig an die Kunden weitergeben, aber unterm Strich waren die Geschäftszahlen solide.
Der Umsatz konnte von 3,83 auf 4,62 Mrd. Euro gesteigert werden, das Ergebnis kletterte von 2,74 auf 2,91 Euro je Aktie.

Im laufenden Geschäftsjahr kam es zu einer Normalisierung. Das Umsatzwachstum im ersten Quartal lag bei 12,8 %, das organische Plus lag bei 10,6 %.
Die langfristige Prognose wurde bestätigt.

Die Konsensschätzungen für den Gewinn im laufenden Geschäftsjahr liegen bei 3,06 Euro je Aktie.
Symrise kommt demnach auf ein KGVe von 30,5.

Das ist nicht gerade wenig, aber in dieser Branche vollkommen normal. In den letzten fünf Jahren lag das KGV von Symrise durchschnittlich bei 43 und selbst am Tief bei 30.

Da sich die Branche einer stetig steigenden Nachfrage erfreut, von wenigen Akteuren beherrscht und als krisensicher wahrgenommen wird, sind die Bewertungen seit jeher hoch.
Darauf hatten wir bereits in der letzten Analyse hingewiesen. Damals kam Givaudan auf ein KGVe von 31, DSM auf ein KGVe von 36 und International Flavors & Fragrances auf ein KGVe von 35,5.

Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass Symrise auch in Zukunft auf eine ähnliche Bewertung kommen könnte.
Die Rendite könnte also mindestens so hoch ausfallen wie die Gewinnsteigerungen und die sollen in den kommenden beiden Jahren jeweils bei 10-17 % liegen.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des deutschen Anbieters von Duft- und Geschmackstoffen blickt auf ein paar schwierige Handelswochen zurück. Begonnen hatte die Misere mit einem Fehlausbruch über die Marke von 108 EUR.

Als die Bullen das Zepter abgaben, haben die Bären kurzerhand das Ruder übernommen. Wenig später stürzte die Symrise-Aktie um fast 20 % ab und konnte sich erst am Pivot-Tief von März fangen. Auf diesem Niveau sehen wir erneut einen möglichen Fehlausbruch – dieses Mal aber Richtung Süden. Im gestrigen Handel wurde das vermeintliche Fehlsignal bestätigt und die Kurse zogen deutlich an.

Expertenmeinung: Die Chancen auf eine nachhaltige Kurserholung sind mit dem gestrigen Handelstag deutlich gestiegen. Zumindest ein Anstieg auf bis zu 98 EUR sollte nun in den Karten stecken. Hier wartet als Nächstes die fallende 20-Tage-Linie darauf, getestet zu werden.

Bereits in der Abwärtsspirale von Februar auf März lieferte der gleitende Durchschnitt einige Hürden für Aktionäre. Ob sich eventuell mehr ausgeht, hängt ganz davon ab, ob auch ein höheres Tief und in Folge ein höheres Hoch gebildet werden kann. Davon sind wir aber aus aktueller Sicht noch ein gutes Stück entfernt.

Aussicht: NEUTRAL

Symrise Aktie: Chart vom 15.06.2023, Kurs: 95.16 EUR, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 15.06.2023, Kurs: 95.16 EUR, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Am Tagestief hatte Symrise das 2022er-Jahres-Verlaufstief schon unterboten, am Ende stand dann doch noch ein kleines Plus. Die Käufer hatten die Abgaben aufgefangen, das böte die Chance, wieder ans obere Ende der breiten Handelsspanne zu laufen. Wird da was draus?

Wenn es nach den Analysten ginge, dann ja. Aber vorher zur Ursache der „Rettungskäufe“ des Mittwochs. Der Anlass für den Test der schon seit gut einem Jahr geltenden Handelsspanne zwischen 91,92 und 115,65 Euro war der Ausblick, den Symrise am Mittwochmorgen den schon Ende Januar vorgelegten, vorläufigen 2022er-Ergebnissen hinterher schickte. Wirklich umwerfend war diese Perspektive wirklich nicht: Ein jährlicher Umsatzanstieg von fünf bis sieben Prozent bis einschließlich 2025 und eine EBITDA-Marge von 20 Prozent im Jahr 2023, das hieße einen nur geringfügig steigenden Gewinn.

Das schickte die Aktie zunächst zu Boden. Schon von den Vorab-Zahlen für 2022 war man nicht begeistert, sie lösten Ende Januar die Abwärts-Kurslücke aus, die bis zuletzt nicht auf nennenswerte Gegenwehr der Käufer traf, so dass die magere Prognose dann zu diesem Test der Supportzone 91,92 zu 94,60 Euro führte. Zu einem Test, der am Ende aber aus Sicht der bullischen Seite erfolgreich ausging. Aber auch, wenn die Aktie dadurch sogar oberhalb dieser gesamten Unterstützungszone schloss, könnte man nicht behaupten, dass da bereits ein Sicherheitspuffer entstanden wäre. Noch ist ein Ausbruch nach unten nicht vom Tisch. Andererseits: Die Analysten werteten den Ausblick durchaus positiv.

Expertenmeinung: Fünf neue Kursziele wurden am Mittwoch vergeben: Zweimal „Halten“, dreimal „Kaufen“. Und die Ziele reichten von 107 bis 120 Euro. Kein Analyst sah also einen Abstieg der Symrise-Aktie unter die bestehende Handelsspanne, dafür war aber beim höchsten Kursziel sogar ein Ausbruch über deren obere Begrenzung drin. Aber wieso war man bei den Experten so relativ positiv gestimmt, wenn doch seitens des Gewinns erst einmal nicht viel vorangeht, die Aktie schon so lange durch einen Seitwärtstrend unangenehm auffällt und die Dividendenrendite alles ist, nur nicht beeindruckend?

Zum einen, weil man die Aktie des Duft- und Geschmacksstoffe-Herstellers als eine Art „sicheren Hafen“ ansehen könnte, weil dieser Bereich deutlich weniger konjunktursensibel ist als die den DAX dominierenden Branchen wie Automobile, Chemie oder der Finanzsektor. Zum anderen, weil Symrise zwar auf Basis der derzeitigen, durchschnittlichen Gewinnschätzung für 2023 mit ca. 29 ein relativ hoch wirkendes Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) ausweist. Aber historisch betrachtet ist das KGV bei dieser Aktie immer eher hoch und lag in den zehn Jahren davor im Schnitt um die 35/36 und damit noch ein gutes Stück höher.

So gesehen kann die Verteidigung der unteren Range der Handelsspanne durchaus der Startschuss für einen Anlauf an die obere Zone 111,95 zu 115,65 Euro sein. Da man sich in einem Markt, der derzeit auf ungewöhnlich vielen Drahtseilen balanciert, aber besser bei absolut gar nichts sicher sein sollte, kann es beileibe nicht schaden, Long-Trades mit einem Stoppkurs knapp unterhalb dieser gestern verteidigten Unterstützungszone abzusichern.

Chart vom 08.03.2023, Kurs 96,14 Euro, Kürzel SY1 | Online Broker LYNX

Symrise ist einer der weltweit führenden Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen sowie kosmetischen Inhaltsstoffen. Schenken wir dem Unternehmen zu wenig Aufmerksamkeit?

Breit aufgestellt

Insgesamt umfasst die Produktpalette über 30.000 Produkte, die zum Großteil auf Basis natürlicher Rohstoffe wie Vanille, Zitrusfrüchten, Blüten- und Pflanzenmaterialien hergestellt werden.

Beliefert werden Parfüm-, Kosmetik-, Getränke- und Nahrungsmittelhersteller, die pharmazeutische Industrie sowie Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln, Heimtierfutter und Babynahrung.

Zum Kundenkreis gehören beispielsweise Unternehmen wie Henkel/Schwarzkopf, Coca-Cola, Beiersdorf, Colgate, Danone, Diageo, Dior, Kraft, Nestlé, PepsiCo, Procter & Gamble und Unilever.

Dabei handelt es sich um ein krisensicheres Geschäft, welches auf einer äußerst breiten Basis steht.

Darüber hinaus wird der Markt für Duft- und Geschmacksstoffe von einer Handvoll Unternehmen beherrscht. Die vier größten Akteure (International Flavors & Fragrances, Givaudan, Symrise und DSM-Firmenich) haben gemeinsam einen Marktanteil von etwa 50-60%, Symrise ist in den meisten Bereichen die Nummer drei und kommt auf etwa 10%.

Hier wird richtig Geld verdient

Das bedeutet, dass die Branche bereits stark konsolidiert ist, es aber weiterhin die Möglichkeit gibt, nicht nur organisch, sondern auch durch Übernahmen zu wachsen.

Bei Firmenich läuft beispielsweise gerade eine Fusion mit DSM, die allerdings mehrheitlich kritisch betrachtet wird.
Theoretisch könnte Symrise auch ein Übernahmekandidat für Givaudan sein. Gemeinsam wäre man in etwa so groß wie der US-Marktführer International Flavors & Fragrances.

Da sich die Branche einer stetig steigenden Nachfrage erfreut, von wenigen Akteuren beherrscht und als krisensicher wahrgenommen wird, sind die Bewertungen seit jeher hoch.
Givaudan kommt derzeit auf ein KGVe von 31, DSM auf ein KGVe von 36 und International Flavors & Fragrances auf ein KGVe von 35,5.

Symrise ist mit einem KGVe von 32 keine Ausnahme, hat aber derzeit die beste Perspektive.
International Flavors & Fragrances hatte zuletzt massive Probleme mit der Profitabilität, bei DSM steht eine Fusion mit ungewissem Ende an und Givaudan erwartet im laufenden Geschäftsjahr ein stagnierendes Ergebnis.

Bei Symrise hingegen dürfte das Ergebnis trotz einer Abschreibung in Q4 in Höhe von 126 Mio. Euro (Wertberichtigung der Beteiligung an Swedencare AB) steigen.

Das operative Geschäft läuft rund. Das organische Wachstum lag nach vorläufigen Zahlen bei 11,4%. Der Konzernumsatz erreichte 4,62 Mrd. Euro und das EBITDA ohne Wertberichtigung legte von 813,6 auf 921,6 Mio. Euro zu.

Ausblick und Bewertung

Ferner hat man zuletzt die langfristigen Wachstums- und Profitabilitätsziele bekräftigt. Das Unternehmen geht weiterhin davon aus, schneller zu wachsen als der relevante Markt und den durchschnittlichen jährlichen Umsatz um 5 bis 7 % (CAGR) zu steigern.
Die Profitabilität soll sich ebenfalls verbessern.

Der Geschäftsbericht 2022 wird am 8. März 2023 veröffentlicht.

Darf man den Prognosen Glauben schenken, könnte der Gewinn in den kommenden beiden Geschäftsjahren jeweils um 13 – 21% steigen.
Davon dürften die meisten anderen Dax -Konzerne nur träumen.

Chart vom 06.03.2023 – Kurs 97,18 Kürzel: SY1 - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 06.03.2023 – Kurs 97,18 Kürzel: SY1 – Wochenkerzen

Symrise befindet sich in einer langwierigen Korrektur, der langfristige Aufwärtstrend ist jedoch intakt.
Kann die Unterstützung bei 95 Euro abermals gehalten werden, könnte sich der Rücksetzer noch als Gelegenheit herausstellen.

Prozyklische Kaufsignale würden sich hingegen über 105 und 115 Euro ergeben.

Fällt Symrise jedoch unter 95 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 90 Euro oder bis zum Aufwärtstrend nahe 87 Euro gerechnet werden.
Wirklich brenzlig wird es für die Bullen allerdings erst unter 80 Euro.

Symrise bewegt sich weitgehend in 5-Euro-Schritten.