Dow Jones Prognose Dow Jones: Zwischenrallye für diese Woche geplant?

News: Aktuelle Analyse des Dow Jones Index

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Dow Jones
ISIN: US2605661048
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Chartanalyse
Basis 6 Monate bearish
Zum Dow Jones
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Erneut erlebte die Wall Street eine rabenschwarze Handelswoche. Die Hoffnung war groß, dass sich der Gesamtmarkt nach der US-Notenbanksitzung wieder beruhigen würde, doch exakt das Gegenteil war der Fall. Die Zinsen wurden abermals erhöht und dies wirkt wie Gift für die Börse, denn dem Markt wird weiterhin Geld entzogen.

Der Dow Jones verlor zwischenzeitlich regelrecht den Boden unter den Füßen und rutschte mittlerweile sogar unter das Tief von Sommer dieses Jahres. Der Abverkauf hat seit Mitte September wieder Fahrt aufgenommen und die Bären scheinen nicht zu bremsen sein. Der Trend ist längst wieder in eine bärische Phase übergegangen. 

Den aktuellen Kurs und Chart des Dow Jones sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Wohin die weitere Reise gehen wird, hängt nun ganz davon ab, wie wir mit den Tiefs von Juni dieses Jahres umgehen werden. Eine Rückeroberung dieser Ebene wäre als Kaufsignal zu sehen – zumindest kurzfristig. Gleichzeitig befindet sich der Markt in einer extrem überverkauften Situation, welche wir in dieser Art und Weise in diesem Jahr lediglich im Januar gesehen haben.

Ende Januar startete daraufhin eine starke Zwischenrallye. Exakt dies könnte auch in dieser Woche passieren. Hierbei könnte der Leitindex auf bis zu 31.000 Punkte steigen. Ob damit jedoch der Abwärtstrend gebrochen werden kann, ist mehr als fraglich. Kurzfristig sehe ich gute Chancen auf eine Rallye, aber mittelfristig bleibt die Lage weiterhin brandgefährlich.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 23.09.2022 Kurs: 29.590 Kürzel: INDU | Online Broker LYNX
Top Flop Aktien – Übersicht der Gewinner und Verlierer

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Vorherige Analysen des Dow Jones Index

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Es waren die US-Verbraucherpreise, welche die US-Börsen im gestrigen Handel in den Keller schickten. Diese sind um 0.1% weiter gestiegen und sorgten somit für eine negative Überraschung.

Insgesamt befindet sich die Inflation im August somit bei beachtlichen 8.3%. Im Normalfall hätten die US-Indizes eine solche Meldung schnell weggesteckt, doch die Reaktion zeigt wieder einmal, dass wir uns nach wie vor in einem längerfristigen Bärenmarkt befinden. Analysten gehen inzwischen sogar davon aus, dass die US-Notenbank FED in der kommenden Woche die Zinsen nicht um 0.75 sondern sogar um 1.00 Prozent anheben dürfte. Der Dow Jones fiel am Dienstag um 1.200 Punkte. Auch an der Nasdaq ging es steil nach unten und die Verluste lagen bei 5.54%.

Expertenmeinung: Die mittlerweile gestiegenen Zinsen sorgen gerade bei Wachstumsaktien für einen heftigen Dämpfer. Fremdkapital wird empfindlich teurer und somit dürften einige Unternehmen stark zu kämpfen haben. Die Zeiten des billigen Geldes sind vorbei und die Börsen reagieren darauf.

Bezogen auf den Dow Jones testen wir nun gerade das Pivot-Tief von Anfang September. Es ist wohl eher eine Frage der Zeit, bis diese Unterstützung nun brechen wird. Ein Test der Tiefs aus dem Sommer dieses Jahres ist nicht mehr ganz auszuschließen und somit könnten die kommenden Wochen recht turbulent werden. Der Bärenmarkt setzt sich fort und aktuell sehe ich wieder erhöhte Risiken nach unten. Der gestrige Abverkauf dürfte erst der Beginn einer neuen Verkaufswelle gewesen sein.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 13.09.2022 Kurs: 31.105 Kürzel: INDU | Online Broker LYNX
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Es war eine mächtige Unterstützung, die im Juni dafür sorgte, dass der Dow Jones nach oben drehte: die Kombination aus dem „Prä-Corona“-Rekordhoch und der 1.000-Tage-Linie. Dass der Index diese Zone doch noch bricht, befürchten wohl wenige. Aber auch Beton kann reißen.

Solange genug Marktteilnehmer davon überzeugt sind, dass die US-Wirtschaft stark genug ist, um noch zwei, drei weitere Leitzinsanhebungen wegzustecken und zudem glauben, dass man vor allem in Europa schwerwiegende Probleme hat, während die USA nur eine kleine Wachstums-Delle durchzustehen haben, kann es gut sein, dass diese massive Auffangzone hält. Diese Zone, die zwischen 29.650 und 31.150 Punkten wartet und neben dem Hoch vom Februar 2020 und der 1.000-Tage-Linie noch aus der Juni-Aufwärtstrendlinie sowie den Tiefs vom Juni und Juli besteht.

Aber vielen erfahrenen Investoren dürfte klar sein, dass nicht nur der Arbeitsmarkt drei bis sechs Monate hinter der aktuellen Lage hinterherhinkt, sondern auch Leitzinserhöhungen (und Leitzinssenkungen, die aber jetzt eben kein Thema sind) mehrere Monate brauchen, um in den Konjunkturdaten „anzukommen“. Dass Europa momentan wegen der unsicheren Energielage größere Probleme hat, ist schon richtig. Aber dass die Probleme, die in den USA aus der Kombination aus schnell steigenden Zinsen und einer massiven Überschuldung vieler Unternehmen und Verbraucher entstehen, klein wären, sollte man besser nicht glauben. Und sollten sie sich in einigen Monaten deutlicher in den auflaufenden Konjunkturdaten niederschlagen, kann auch diese Beton-Unterstützung brechen. Dass dieses Szenario durchaus eintreten kann, wird durch einen Faktor sehr deutlich:

Expertenmeinung: Der Dow Jones ist wieder in Schlagdistanz zu dieser Zone gerutscht. Wäre die Lage wirklich im Griff, die Risiken überschaubar und die Krise nur eine „Delle“, hätte das US-Index-Flaggschiff nie und nimmer nicht nur knapp über dem übergeordneten Abwärtstrend und der 200-Tage-Linie eine Bullenfalle produziert (die übrigens auf Wochenbasis keine war, wie Sie im längerfristigen Chart sehen).

Dow Jones: Wochen-Chart vom 05.09.2022, Kurs 31.318,44 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX

Er wäre dann auch nicht doppelt so schnell, wie er zuvor gestiegen war, gefallen. Auch grundsätzlich optimistisch denkenden, immer Long agierenden Tradern dürfte das klar machen, dass sie besser auf der Hut sind. Und würden die zurückziehen, den Index jetzt nicht unmittelbar mit massiven Käufen auffangen, würde es nicht gegen Jahresende um den Beton-Support gehen, sondern schon in diesem Monat. Kommt es wirklich dazu?

Immer dann, wenn eine wegweisende Entscheidung weniger von der Nachrichtenlage als von der Gemütslage der Trader abhängt, tut man gut daran, sich von Vermutungen zu lösen und stur entlang charttechnischer Signale vorzugehen … das gälte aktuell auch für den Dow Jones.

Was hieße: Bullisch wäre der Dow erst, wenn er genau dort nach oben durchbrechen würde, wo er Mitte August nach unten abgewiesen wurde. Und was Long-Käufe jetzt, oberhalb dieser Beton-Unterstützung angeht, müsste man zumindest einkalkulieren, dass das schiefgeht. Nur höchst risiko-affine Trader würden dieses fallende Messer allein auf Basis der Chance anpacken, dass dieser Support halten könnte. Ein Risiko, das aber, solange der Index das bisherige Jahrestief bei 29.653 Punkten nicht durchbrochen hat, auch für Short-Trades gilt. Wir sind in einer richtungweisenden Phase, in der man auf jeden Fall behutsam agieren sollte!

Dow Jones: Tages-Chart vom 05.09.2022, Kurs 31.318,44 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX
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Seit Ende Juli hat sich der Dow Jones durch eine ganze Reihe markanter charttechnischer Hürden hindurch gekämpft. Aber der wichtigste Kreuzwiderstand wurde erst am vergangenen Dienstag überwunden – und am Freitag wieder unterschritten. Wird das etwa eine Bullenfalle?

Die Käuferseite hat derzeit wohl vor allem zwei Ebenen der Motivation. Zum einen, dass sich der Dow Jones von einem kurzfristigen Kaufsignal zum nächsten bewegt, indem der Break über eine Hürde immer wieder genug Schwung generiert, um die nächste zu bezwingen. Zum anderen die scheinbare Gewissheit, dass die Bilanzen des zweiten Quartals wider Erwarten sehr gut ausgefallen sind und die Inflation längst auf dem Rückzug ist, während die Wirtschaft stabil bleibt. Der Haken dabei:

Ersteres funktioniert nur so lange, bis zu viele Akteure ihre Gewinne mitnehmen und/oder Short gehen. Zweites ist mehr Wunschdenken als Tatsache. Die Gewinne sehr vieler großer US-Unternehmen waren im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal gefallen. Nur haben viele das nicht bemerkt, weil man sich in den USA gerne darauf reduziert, den Gewinn mit den Prognosen der Analysten zu vergleichen und nicht mit denen des Vorjahres. Wenn die Analysten nur tief genug schätzen, passt das Bild. Und was die Inflation angeht, haben zwar rückläufige Benzinpreise den Anstieg im Juli gestoppt. Aber dass das zu einer Umkehr bei den Preisen führt, ist nicht absehbar. Und bei starken Konjunkturdaten beziehen sich die Optimisten auf den Arbeitsmarkt, obwohl man wissen sollte, dass der der Konjunktur ebenso mit mehreren Monaten hinterherläuft, wie sich höhere Leitzinsen erst mit Verzögerung auf das Wachstum auswirken. Aber der Chart des Dow Jones belegt andererseits:

So lange sich genug Trader finden, die diese Haken ignorieren, kann der Index weiter zulegen. Das sah dadurch bisher nach einem „Durchmarsch“ für die Bullen aus. Nur jetzt nicht mehr. Die Abgaben des Freitags könnten ein Hinweis darauf sein, dass die Bullen-Party vorbei ist. Worum wird es jetzt gehen?

Expertenmeinung: Es geht zum einen um den Schlüsselwiderstand in Form der übergeordneten Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie, die um 33.800 Punkte fast genau auf demselben Kursniveau liegen, sowie um die knapp darunter liegende Supportzone 33.272/33.474 Punkte. All die Zwischenhochs und gleitenden Durchschnitte, die der Dow Jones zuvor überboten hat, waren nur die Steine, die es aus dem Weg zu räumen galt, um an diesen entscheidenden Schlüsselwiderstand heranzukommen. Und genau in dem Moment, als der überboten war, gingen dem Markt die Käufer aus – oder wurden die Short-Seller zu stark.

Dass der Index am Freitag ausgerechnet zur Abrechnung der Aktien- und Index-Optionen am Terminmarkt wieder unter diesen Kreuzwiderstand aus Abwärtstrend und 200-Tage-Linie fiel, ist auffällig, aber noch nicht entscheidend. Nur, wenn der Dow in dieser neuen Woche weiter fällt und dabei diesen nahe liegenden Supportbereich 33.272/33.474 Punkte auf Schlusskursbasis und um mindestens 200 Punkte unterschreiten würde, wäre zu unterstellen: Das war’s mit der Hoffnungsrallye. Die Bullen haben sich müde gelaufen, die Bären gehen zum Gegenangriff über. Aber noch kann das Bullen-Lager die Sache herumreißen. Gelingt es, die Abwärtstrendlinie mit Schlusskursen über dem bisherigen Rallye-Hoch (34.281 Punkte) zu bezwingen, ist die Kuh erst einmal vom Eis. Wenn nicht … sieht man im Chart auf Wochenbasis, dass die Sache schnell ungemütlich werden kann.

Dow Jones: Wochen-Chart vom 19.08.2022, Kurs 33.706,74 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX

Denn eigentlich ging es im bisherigen Jahresverlauf nur um zwei Linien, die beide von wichtigen gleitenden Durchschnitten verstärkt wurden. Auf der unteren Schlüsselzone, bestehend aus dem Jahreshoch 2020 und der 1.000 Tage-Linie, hatte der Index im Juni dynamisch nach oben gedreht. Ob er an der anderen Schlüsselzone, bestehend aus Abwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie, wiederum nach unten drehen wird: Womöglich entscheidet sich das bereits in dieser Woche. Und käme es so, wäre wieder allerhand Luft nach unten, vor allem, wenn mehr Akteure erkennen, dass obengenannte, bullische Argumente keine Fakten, sondern bislang nur Hoffnungen sind. Und die sind gemeinhin nicht allzu robust, wenn man einen Index an ihnen „hochkaufen“ will.

Dow Jones: Tages-Chart vom 19.08.2022, Kurs 33.706,74 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX
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Eine Erhöhung der Leitzinsen um 0,75 Prozent auf die damit geltende Range von 2,25 bis 2,50 Prozent war erwartet worden. Das war für die Akteure also kein Grund, um kräftig zuzulangen. Wobei der Dow Jones erst so richtig durchstartete, als die Pressekonferenz von Fed-Chef Powell begonnen hatte. Aber dass die Kaufwelle bereits begann, als Powell sein vorbereitetes Statement ablas, machte schon deutlich: Es wäre besser, dem Schein zu misstrauen. Denn Aussagen wie „die Lieferengpässe zeigen sich hartnäckiger als erwartet“, „wir würden nicht zögern, sogar einen größeren Zinsschritt vorzunehmen“ oder „Wir haben die Instrumente, um die Inflation auf zwei Prozent zu bringen“ sind alles, nur nicht bullisch für den Aktienmarkt.

Und es ist auch gar nicht selten, dass die Kurse unmittelbar nach einer Notenbankentscheidung scheinbar unlogisch laufen. Denn es steckt sehr wohl eine Logik dahinter, die man aber erst sucht, wenn man überhaupt auf die Idee kommt, dass die Fed-Sitzung zwar Anlass, nicht aber Grundlage der Aktivitäten ist. Man muss zunächst wissen:

Solche Termine ziehen die Daytrader an wie die Fliegen. Alle, die kurzfristig und hochspekulativ agieren, sind an solchen Terminen an ihren Monitoren und wollten kurzfristige Bewegungen traden, während sich „normale“ Trader klugerweise mehrheitlich raushalten. Diese Trader agieren aber nicht auf Basis der Aussagen, die in dieser Phase von der Notenbank kommen, sondern rein chart- und markttechnisch auf extrem kurzfristiger Ebene. Für viele, die da massiv aktiv werden, sind Eine-Minute-Zeitraster in den Charts schon lang.

Wenn also größere Adressen imstande sind, einen starken Impuls anzuschieben, können sie sich sicher sein, dass diese Trader auf den Zug aufspringen und sie so den „gewünschten“ Kursimpuls ins Handelsende tragen, vorausgesetzt, es kommen im Zuge der Fed-Presskonferenz keine derart heftigen Überraschungen, dass alles auf den Kopf gestellt würde. Da die Maßnahmen und Aussagen der US-Notenbank kein Grund für eine Kaufwelle waren, gälte es also, nach dem eigentlichen Motiv zu suchen, einen solchen Aufwärtsimpuls anzuschieben. Und das findet man im Terminkalender.

Expertenmeinung: Diesmal ist es nicht, wie so oft, eine nahe Abrechnung an der Terminbörse. Es ist womöglich noch brisanter. Denn heute ist ein mehrfacher Hinsicht „Showtime“. Um 14 Uhr kommt die Vorab-Berechnung der deutschen Inflation im Juli (Prognose +7,4 Prozent). Um 14:30 Uhr folgt die erste Berechnung des US-Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal (Prognose +0,6 Prozent nach -1,6 Prozent im ersten Quartal). Und damit nicht genug folgen nach Handelsende dann die Quartalsergebnisse der beiden Super-Blue Chips Apple und amazon.com.

Wenn große Adressen, die jetzt auf der bullischen Seite stehen, da auf keinen Fall etwas anbrennen lassen wollen, ist es durchaus normal, dass man aktiv „anschiebt“, sich damit die kurzfristigen Trader ins Boot holt und dadurch einen „Sicherheitspuffer“ im Chart aufbaut, falls all diese so wichtigen Zahlen heute negativ aufgenommen würden. Aber entscheidend ist: Nur, wenn sie positiv aufgenommen würden und der Dow Jones dadurch seinen Zug bis Freitagabend beibehält, ist das auch aus charttechnischer Sicht mehr wert als ein „Sicherheitspuffer“, denn:

Der Dow Jones bewegt sich weiterhin in einem mittelfristigen Abwärtstrendkanal. An dessen Ende hat sich seit Mitte Juni zwar ein Aufwärtstrendkanal herausgebildet. Aber solange der Index nicht durch die jetzt von unten angelaufene und durch die im Chart hellblau gehaltene 100-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone 32.270 zu 32.700 Punkte hindurch ist, ist dieser Aufwärtstrendkanal als eine „bear flag“, eine Konsolidierung innerhalb eines Abwärtstrends, zu werten. Und wenn man sich überlegt, dass seitens der Notenbank eben de facto gestern nichts kam, was wirklich bullisch war, sollten die Konjunkturdaten und Bilanzergebnisse des heutigen Tages besser überzeugend positiv ausfallen, ansonsten dürfte diese „bear flag“ die Akteure weiterhin beschäftigen.

Dow Jones: Chart vom 27.07.2022, Kurs 32.197,59 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX

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Es ist eine Linie, die normalerweise kaum jemand im Blick hat, da sie sehr selten angelaufen wird. Aber wenn es dazu kommt, stellt sie eine Art letzte Verteidigungslinie der Bullen dar: die 1.000 Tage-Linie. Zuletzt wurde sie bei Dow Jones getestet – und hielt. Ist das die Wende?

Das kann kurzfristig helfen, aber solange die Rahmenbedingungen weiterhin kritisch bleiben, ist ein charttechnisch positives Signal nichts, das den Trend dauerhaft umkehren kann. Die Anleger rechnen zu Recht damit, dass die in den kommenden Wochen stehenden Bilanzen des zweiten Quartals mehrheitlich übel ausfallen werden, die Ausblicke auf die kommenden Monate sowieso. Die jüngsten Konjunkturdaten weisen abwärts. Die Verbraucher gehen massiv in Deckung, die Preise steigen weiter, die Lieferketten sind immer noch instabil und die Zinsen klettern schnell. Da ist, was ein bullisches Umfeld für Aktien angeht, erst einmal nichts zu wollen. Aber kurzfristig kann dieser erfolgreiche Test der letzten, bullischen Verteidigungslinie eben schon einiges bewegen.

Wir sehen diese 1.000 Tage-Linie auf exponentieller Berechnungsbasis dick violett im Chart des Dow Jones. Sie wurde am 17. Juni präzise angelaufen und hielt stand. Dass dieser Test auch noch in einem „Morning Star“ endete (rote Kerze, Doji, grüne Kerze) macht ihn umso bullischer. Was wäre jetzt möglich?

Expertenmeinung: Der Weg nach oben ist, da mit potenziellen Widerständen gespickt, zwar steinig, aber eine erste Belastungsprobe hat die Aufwärtsbewegung schon mal überstanden. Der Dow Jones hatte Anfang der Vorwoche erstmal wieder kräftig nachgegeben, verteidigte dann aber zum Wochenschluss die untere Begrenzung des mittelfristigen Abwärtstrendkanals, in den er sich im Zuge der ersten Käufe nach dem Test der 1.000-Tage-Linie wieder hinein gerettet hatte … wobei das am Freitag durch einen schönen Intraday-Turnaround aus anfänglichem Minus heraus gelang. Das ist schon mal gut und indiziert zweierlei:

Der erste Aspekt, der sich daraus ergibt: Sollte der Dow diese letzten Tiefs vom Donnerstag und Freitag mit Schlusskursen unter 30.400 Punkten hinreichend deutlich unterbieten, wäre die Chance, in die zweite Kaufwelle überzugehen, vom Tisch. Ein zweiter Test der 1.000-Tage-Linie, derzeit bei 29.654 Punkten, wäre dann wahrscheinlich. Und es wäre dann zu befürchten, dass sie dann auch fallen würde.

Der zweite Punkt, den man daraus ablesen kann: Das bullische Lager ist noch fähig, etwas zu bewegen. Wenn dieses Abfangen erneuter Schwäche zum Wochenschluss nicht schnell in erneute Abgaben münden sollte, wird das die Bullen ermuntern, weiter zu kaufen. Dabei hätten wir die erste, knifflige Zone, an der die Short-Seller aktiv Widerstand leisten dürften, im Bereich 32.000 zu 32.800 Punkte, eine Widerstandszone, die mit der kurzfristigen Abwärtstrendlinie beginnt und sich bis auf die Höhe des März-Tiefs ausdehnt. Ob er da dann durchkommt, sich weiter bis an die obere Begrenzung des übergeordneten Abwärtstrendkanals bei 34.500 Zählern vorkämpft, ist offen und von der dann vorliegenden Datenlage abhängig.

Aber bei Bewegungen gegen den Trend geht es ohnehin immer nur step by step, d.h. erst einmal müsste der Dow die kommenden Tage weiter vorankommen, um die Aufwärts-Chance zu festigen, dann die Zone 32.000/32.800 ansteuern … und dann wird man weitersehen!

Dow Jones: Chart vom 01.07.2022, Kurs 31.097,26 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX