NASDAQ 100 aktuell Nasdaq 100: Wird die „Etappe 15.000“ zur Endstation?

News: Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

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NASDAQ 100
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Zum NASDAQ 100

Zweimal touchierte der Nasdaq 100 in der vergangenen Woche die „magische Marke“ von 15.000 Punkten und drehte ab. Es folgten zwei schwache Tage … und das mulmige Gefühl im bullischen Lager, dass man womöglich soeben die Endstation gesehen habe. Ist das so?

Das muss nicht so sein, aber man täte gut daran, das als Möglichkeit einzukalkulieren. Dafür spräche, dass der Index mit dem Erreichen dieser Marke ein „inneres“ Kursziel von manchen Akteuren erreicht und zuvor in relativ kurzer Zeit einen gewaltigen Anstieg vollzogen hat. Gerechnet vom Rekordhoch vor dem Corona-Crash im Februar 2020 (9.736 Punkte) hat der Index ca. 54 Prozent zugelegt. Vom Tief des Corona-Crashs gerechnet sind es sogar über 120 Prozent. Das ist sogar für einen dynamischen Index wie den Nasdaq 100 ungewöhnlich viel.

Nasdaq 100: Tages-Chart vom 16.07.2021, Kurs 14.681,38 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Aber das muss die Hausse nicht beenden, solange geliefert wird, worauf diejenigen, die hier seit Frühjahr 2020 eingestiegen sind, setzen: dynamisch steigende Unternehmensgewinne bei den Schwergewichten und Publikumslieblingen des Index wie Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Facebook, Nvidia oder Tesla. Wenn die beeindruckende Gewinndynamik dieser Top-Aktien erhalten bleibt, wäre die durchaus hohe Bewertung des Nasdaq 100 über das Kurs/Gewinn-Verhältnis zwar weiter hoch. Aber sie wäre eben nicht zu hoch, weil man die Bestätigung erhalten würde, dass die Unternehmensgewinne den Kursen hinterherkommen.

Den aktuellen Kurs und Chart des NASDAQ 100 sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Das wird in den kommenden drei Wochen das entscheidende Element sein: die Bilanzen des zweiten Quartals. Doch damit reden wir über eine „Wundertüte“. Wobei es gar nicht mal um die Ergebnisse an sich geht, die man im Vorfeld nicht absehen kann, erst recht nicht für alle der großen Hightech-Unternehmen zusammen. Es geht um die Frage, was die Trader da wirklich erwarten. Denn zumindest die erfahrenen Akteure wissen, dass die Analysten gerne deutlich zu tief schätzen, um das bullische Lager mit einer Welle übertroffener Prognosen bei Laune und den Aufwärtstrend stabil zu halten. Also geht es in Wahrheit um die „Whisper Numbers“, die Zahlen, mit denen die Trader wirklich rechnen. Und was man da mehrheitlich erwartet, ist nicht zu greifen, letztlich aber entscheidend für die Reaktion im Anschluss an die gemeldeten Zahlen. Was tun?

Nasdaq 100: Wochen-Chart vom 16.07.2021, Kurs 14.681,38 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Eine „Earnings Season“, also die Phase, in der die wichtigsten Quartalsbilanzen veröffentlicht werden, ist immer volatil, denn meist weisen die Reaktionen auf die vor allem kurz vor und nach der Monatswende Juli/August einlaufenden Ergebnisse der Hightech-Blue Chips nicht in die gleiche Richtung. Man sollte also, wenn man hier auf der Long-Seite dabei ist, mit Schwankungen rechnen, die durchaus auch bis zur mittelfristigen Aufwärtstrendlinie reichen könnten, die derzeit bei 13.600 Punkten verläuft. Erst, wenn diese Phase der wichtigsten Bilanzen vorüber ist, wird klar, ob das Touchieren der „magischen“ 15.000er-Marke wirklich vorerst die Endstation für die Nasdaq 100-Hausse war oder aber nur eine Etappe auf dem Weg zu noch höheren Levels.

Es dürfte die Erwartung dieser zunehmenden Volatilität gewesen sein, die manche bewogen hat, bei 15.000 Punkten Gewinne zu sichern. Aber sie würden damit nur Recht bekommen, wenn die momentan fast zehn Prozent tiefer verlaufende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie brechen würde. Wer hier auf der Long-Seite dabeibleiben will, sollte seine Position also so gestalten, dass diese eine Zeitlang auch solche größeren Schwankungen aushalten kann.

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Vorherige Analysen des NASDAQ 100 Index

Er ist heiß gelaufen, der Nasdaq 100 mit seinen Flaggschiffen wie Amazon, Microsoft oder Apple. Aber er ist trotzdem noch perfekt in der Spur, was die Charttechnik angeht. Die Bullen wollen die 15.000 erreichen, welche mit Händen zu greifen sind. Aber was kommt danach?

Im Prinzip ist es ja die richtige Sichtweise in einer Hausse: Irgendwann kommt der Tag, an dem das Hoch erreicht wird. Und vielleicht kippt der Markt dann rasend schnell. Aber an allen Tagen davor bleibt die Hausse eben intakt und Long die richtige Seite für die Trader. Es gibt aber Situationen, in denen es ratsam ist, trotzdem, auch in einer noch völlig intakten Rallye, besonders wachsam zu werden. Wenn ein markttechnisch überkaufter, von der klassischen Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis schon recht teurer Index auf eine historische, runde Marke zusteuert, ist ein solcher Moment gekommen.

In etwa drei Wochen werden die Schwergewichte des Index ihre Quartalsbilanzen vorlegen. Zwar gibt es keinen Hinweis darauf, dass es da zu nennenswerten Enttäuschungen kommen wird. Aber das Konsumverhalten weltweit ist ein wenig zurückhaltender als man das zu Jahresbeginn noch erwartete. Und die massiv gestiegenen Erzeugerpreise drücken auf die Unternehmensgewinne. Ob die „Earnings Season“ also zu einem Hausse-Booster wird, ist zumindest fraglich. Daher müsste man schon im Hinterkopf haben, dass die Zeit ungebremst steigender Kurse womöglich begrenzt ist, eine Korrektur einkalkuliert werden sollte. Und gerade die Annäherung an eine große, runde Marke wie die 15.000 beim Nasdaq 100 sollte da genau beobachtet werden.

Expertenmeinung: Es ist nur noch ein Katzensprung bis dorthin. Befeuert wurde die Annäherung an diese Marke durch das zweifellos erneut reichlich zu Monats- und Quartalsbeginn zugeflossene Geld der Sparer, die, solange die Kurse schön steigen, einfach weiter Geld an Fonds und ETFs überweisen und/oder die Publikumslieblinge des Index direkt kaufen. Darüber hinaus ist der Nationalfeiertag (4.7.) statistisch, so seltsam es wirkt, ein Tag, um den herum die Kurse meistens zulegen. Aber was passiert, wenn die 15.000 Punkte erreicht werden? Wird das die Rallye noch intensivieren – oder werden dann viele nach unten blicken, auf diese unglaubliche Rallye seit März 2020, bei welcher der Nasdaq 100 alle anderen größeren Indizes um Längen geschlagen hat, und Gewinne mitnehmen?

Das vorherzusagen ist unmöglich, weil es sich da um völlig subjektive, emotional basierte Entscheidungen jedes Einzelnen handelt. Aber es ist traditionell so, dass sich beim Erreichen solcher „Big Figures“ besonders viele die Frage stellen, ob es nicht an der Zeit sein könnte, Kasse zu machen. Daher sollte man sich, nicht zuletzt mit Blick auf den überkauften Level des Index aus markttechnischer Sicht, engmaschig an der Charttechnik orientieren.

Hier findet sich eine nahe gelegene Schlüsselzone in Form der überbotenen Hausse-Begrenzungslinie (rot), der Mai-Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie (blau). Die liegt zwischen 14.200 und 14.450 Punkten. Würde der Nasdaq 100 an der 15.000 erst einmal abprallen, diese Zone aber halten, wäre nichts angebrannt. Fiele dieser Supportbereich jedoch, wäre es unbedingt zu überlegen, sich denen anzuschließen, die da ihren Gewinn in trockene Tücher packen.

Chart vom 02.07.2021, Kurs 14.727,63 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Der Dow Jones notiert noch klar unter seinem bisherigen Verlaufsrekord, der marktbreite S&P 500 ist nahe dran, aber der Nasdaq 100, der seit Mitte Februar hinter dem Dow zurücklag, hat gestern ein neues Allzeithoch erreicht. Der Weg nach oben scheint frei. Ist er es auch?

Nachdem der technologielastige Nasdaq 100 im Mai über seiner mittelfristigen Aufwärtstrendlinie ein Doppeltief vollendet hatte, begann die Aufholjagd. Per Dienstagabend liegt der Nasdaq 100 in der Jahresperformance wieder gleichauf mit dem Dow. Und er hat die bessere Ausgangsposition, um weiter zu laufen. Zum einen, weil der Schlussstand des Dienstags ein neuer Schlussrekord ist, beim Dow Jones nicht.

Zum anderen, weil der Nasdaq 100 der Heimatindex von Aktien bzw. deren Unternehmen ist, die unter dem Strich die größere Umsatz- und Gewinndynamik gegenüber den zahlreichen „Old Economy“-Aktien des Dow Jones aufweisen. Hier ist die Bewertung zwar höher, aber sie ist eher angemessen als beim Dow, wo Kurs/Gewinn-Verhältnis und Wachstumspotenzial weniger zusammenpassen als an der Nasdaq. Monatelang waren es die Aktien der „klassischen“ Branchen, die massiv gekauft wurden. Doch seit einigen Wochen beginnt die Branchenrotation, jetzt scheint wieder mehr Geld in die konjunktursensiblen Branchen zu fließen oder besser: in die Branchen, für die das Problem der Inflation weniger akut ist.

Denn in der Regel trifft eine zu starke Inflation die Hightechs erst durch die Hintertür, über die sinkende Kaufkraft, die auf den Konsum drückt. Das aber ist nicht sofort zu erwarten. Im dritten Quartal vielleicht, eher aber im vierten. Direkte Maßnahmen der US-Notenbank hätten diese Technologieunternehmen mit traditionell höheren Schulden und mehr Kapitalbedarf härter getroffen. Jetzt aber glaubt man sich sicher, dass die „Fed“ wenn, dann nicht vor in drei Monaten beginnt, aktiv gegen die Teuerung vorzugehen. Und das auch noch so verhalten wie möglich, um Wachstum und Aktienmarkt nicht zu verunsichern.

Das wird sie zwar, wenn die Inflation nicht einfach von alleine wieder sinkt, ins Hintertreffen bringen. Aber bis dahin wird Zeit vergehen. Zeit, die die Trader nutzen wollen, um noch einmal richtig zuzulangen. Mit diesem neuen Rekordhoch haben sie sich eine gute Ausgangsbasis geschaffen.

Aber das ist kein zwingendes Argument dafür, dass der Nasdaq 100 weiter steigen muss. Wenn eine Hausse „alt“ wird, wenn die Rahmenbedingungen kritischer werden und die Bewertungslevels der Aktien höher, tut man als bullischer Trader gut daran, immer wieder über die Schulter zu blicken.

Monatschart vom 22.06.2021, Kurs 14.270,42 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Der Nasdaq 100 hat jetzt bei überkauftem Level des Stochastik-Indikators die obere Begrenzung eines keilförmigen Aufwärtstrendkanals erreicht, wie wir im Tageschart sehen. Und betrachtet man das ganz langfristige Bild, die gesamte Hausse der vergangenen zwölf Jahre auf Monatsbasis und in einer logarithmischen Skalierung, die die Größe der Impulse vergleichbar macht, sieht man, dass der Index zwar den übergeordneten Trendkanal überwunden hat, sich aber nicht nach oben absetzen kann. Und der RSI-Indikator auf Monatsbasis weist eine negative Divergenz aus, d.h. die neuen Hochs werden nicht durch neue Hochs im Indikator bestätigt. Das sind zumindest Warnsignale.

Alleine deswegen Short zu gehen, wäre höchst gewagt, keine Frage. Aber sich engmaschig abzusichern, wäre mehr als eine Überlegung wert. Für aggressive Long-Trades wäre sogar eine enge Absicherung knapp unter 13.800 Punkten zu erwägen. Denn Schlusskurse darunter hießen, dass der Nasdaq 100 nicht nur das Vorwochen-Verlaufstief und die 20-Tage-Linie unterboten hätte, sondern auch die vorherigen Rekordhochs vom Februar und April. Dann wäre dieser Ausbruch zu einer Bullenfalle geworden und das Risiko, dass zu viele ihren Gewinn zur selben Zeit mitnehmen wollen, groß. Ein guter Grund um zu versuchen, das dann als erster zu tun.

Tageschart vom 22.06.2021, Kurs 14.270,42 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits Anfang Juni hatten wir den Absturz der Aktie des deutschen Windkraftspezialisten genauer analysiert. Die bullische Phase der Nordex-Aktie ist mittlerweile Geschichte und zahlreiche Anleger haben sich in der Zwischenzeit von dem Wertpapier getrennt. Die bärischen Tendenzen im Chart sind kaum zu übersehen und nicht einmal das Pivot-Tief von März bei rund 18.86 EUR konnte den Kursen unterstützend unter die Arme greifen.

Alles in allem kein wirklich schönes Gesamtbild, welches wir hier zu sehen bekommen. Sämtliche Erholungsversuche wurden in den letzten Wochen schnell im Keim erstickt und solange wir hier tiefere Hochs und tiefere Tiefs im Chart haben, gibt es keinen Grund auf eine mögliche Trendwende zu hoffen. Auch die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 zeigen uns nach wie vor ein ernüchterndes Bild. Hier tanzen vorerst noch die Bären.

Expertenmeinung: Auf mittelfristiger Ebene sehen wir aktuell zwei markante tiefere Hochs. Erst wenn diese oder zumindest eines davon nach oben gebrochen werden kann, ist mit einer Stabilisierung des Kursverlaufs zu rechnen. Die Aktie müsste somit über das Niveau von 19 EUR gehen, um etwas Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Erst dann ist mit einer möglichen Wende zu rechnen. Solange nicht einmal das geschieht, sollten sich Anleger mit der Hoffnung auf einen vermeintlich günstigen Kauf wohl noch etwas zurückhalten.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 21.06.2021 Kurs: 17.70 Kürzel: NDX1 | Online Broker LYNX

Die US-Arbeitsmarktdaten waren keineswegs ideal, so gesehen wirkten die Käufe am Aktienmarkt eher wie eine Flucht nach vorne derjenigen Trader, die Grund hätten, eine Korrektur zu fürchten. Aber der Nasdaq 100 hätte eine gute Basis, um damit weit zu kommen.

Die Zahl der neu geschaffenen US-Arbeitsplätze ist im April und Mai zusammengenommen unter dem geblieben, was die Volkswirte allein für den April prognostiziert hatten. Dafür sind die Löhne weit schneller gestiegen als vermutet. Für den Mai meldete das US-Arbeitsministerium beim durchschnittlichen Stundenlohn einen Anstieg um 0,5 Prozent zum April, im April waren es +0,7 Prozent gegenüber März gewesen. Das Wachstum lässt nach, aber der Arbeitsmarkt läuft trotzdem heiß, denn der Großteil derer, die ihren Job nach dem Job-Crash vom April 2020 noch nicht wiederbekommen haben, sind wenig bis nichtqualifizierte Kräfte, gesucht aber werden hochqualifizierte Facharbeiter. Die sind kaum zu finden, nur höhere Löhne können da etwas bewegen. Und das wäre die Basis, um im Fall wieder sinkender Rohstoffpreise trotzdem eine anziehende Inflation zu sehen: über eine Lohn/Preis-Spirale.

Am US-Anleihemarkt reagierte man dennoch zunächst positiv, die Renditen sanken. Basis dessen dürfte der Umstand gewesen sein, dass die Arbeitslosenquote als „headline number“ auf 5,8 Prozent sank. Hinter der Fassade droht zwar dennoch eine ungute Kombination aus weniger Wachstum und mehr Inflation, aber für bullische Trader, die sich sorgen, dass eine Korrektur am Aktienmarkt in einem Umfeld wie diesem ganz leicht äußerst schnell und weit nach unten führen könnte, reicht erfahrungsgemäß der schöne Schein, um sie zu animieren, die Hausse weiter zu treiben.

Expertenmeinung: Normalerweise ist das kein verlässliches Ruhekissen für die Bullen. Aber in diesem Fall könnte man damit in der Tat die Kuh vom Eis bekommen, denn insbesondere der Nasdaq 100 bietet eine gute Ausgangslage für weiter anziehende Notierungen.

Sie sehen im Chart, dass der technologielastige Index Mitte Mai oberhalb der Ende Oktober 2020 etablierten Aufwärtstrendlinie ein Doppeltief ausgebildet und vollendet hat. Damit wurde diese Aufwärtstrendlinie bestätigt, das war schon mal gut. Die Käufe begannen zwar schon Ende Mai zu stocken, aber durch den Rücksetzer des Donnerstags und die am Freitag kräftig um 1,78 Prozent anziehenden Notierungen wäre jetzt nach dem Test der Aufwärtstrendlinie ein zweites Sprungbrett in Form der dadurch erfolgreich getesteten 20-Tage-Linie vorhanden. Eine taugliche Basis, um die entscheidende Widerstandszone anzugehen, welche den Nasdaq 100 noch von neuen Rekordhochs trennt.

Nasdaq 100: Chart vom 04.06.2021, Kurs 13.770,77 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Diese Zone rekrutiert sich aus dem Februar-Hoch bei 13.880 Punkten und dem bisherigen, Ende April bei 14.073 Punkten erreichten Verlaufsrekord. Dass dort erneut Abgabedruck einsetzt, ist möglich, aber da der Nasdaq 100 viele sehr wachstumsstarke Unternehmen gelistet hat und dem Anstieg der zuletzt stärker gelaufenen Titel der Old Economy hinterherhinkt, wäre hier ein gewisser Nachholbedarf vorhanden, der durchaus imstande wäre, dem Index über diese Zone 13.880714.073 Punkten hinauszuhelfen.

Am Mittwoch hatte es noch so ausgesehen, als könnte die Handelswoche für die Nasdaq-Bullen zum Waterloo werden. Doch dann drehte der Index zum Wochenschluss – ist die Korrektur ausgestanden? Man sollte sich dessen besser nicht zu sicher sein.

Wirft man einen Blick auf den ganz langfristigen Chart des Nasdaq 100 auf Monatsbasis, zeigt sich zum einen, wie extrem weit sich der Technologie-Index von der langfristigen Aufwärtstrendlinie und der im Chart blau markierten 1.000-Tage-Linie entfernt hat. Zum anderen weist der Relative-Stärke-Indikator (RSI) unten im Chartbild negative Divergenzen auf, d.h. das letzte Rekordhoch des Index wurde nicht durch ein neues Hoch des Indikators bestätigt. Das ist zwar kein Verkaufssignal, aber immerhin in Warnsignal, das, da dieses Phänomen bereits 2018 auftrat und die letzten beiden Hochs auch unter denen des Jahres 2018 liegen, diesmal sogar eine doppelte Divergenz ist. 2018 mündete das in eine größere Korrektur. Kommt man diesmal darum herum?

Nasdaq 100: Monats-Chart vom 14.05.2021, Kurs 13.393,12 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Dass die Bullen sich das wünschen, ist klar. Aber es müsste mehr kommen als die +2,17 Prozent des Freitags, um die Kuh vom Eis zu kriegen. Erneut der Blick auf den Monatschart: Nachdem die ersten drei Monate des Jahres zwar viel Bewegung, aber zum jeweiligen Monatsende kaum Raumgewinn brachten, war der April mit seinem Ausbruch nach oben ein Befreiungsschlag. Würde der Mai dieses Plus des Vormonats wieder egalisieren, wäre das psychologisch äußerst ungünstig. Doch zur Wochenmitte war genau das passiert – kein Wunder, dass das bullische Lager nach jedem Strohhalm greift und aktiv dagegenhält.

Im Chart auf Tagesbasis sehen wir, dass der Nasdaq 100 im Bereich der runden 13.000 und knapp über der November-Aufwärtstrendlinie einen Satz nach oben machte, nachdem dieser Bereich, der am Mittwoch erreicht wurde, am Donnerstag nicht mehr unterboten wurde. Grundsätzlich ist das eine Chance, die Tendenz wieder zu drehen. Zumal die Akteure unter 13.000 Punkten bis hinunter auf 12.150 Zähler auf eine Vielzahl potenzieller Unterstützungen treffen würden. Doch das ist zwar eine gute Basis für die Bullen, Gegenwehr zu leisten. Ob diese aber nachhaltig und stark genug ist, um die Korrektur wirklich zu beenden, entscheidet sich erst auf einem höheren Niveau.

Nasdaq 100: Tages-Chart vom 14.05.2021, Kurs 13.393,12 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Der Nasdaq 100 müsste das bisherige Verlaufshoch bei 14.073,48 Punkten überbieten, um wirklich „durch“ zu sein. Denn dass der Index im April zwar das vorherige Rekordhoch vom Februar überbot, dann aber trotz aller Bemühungen der Käuferseite einfach nicht mehr vom Fleck kam, sondern sich drei Wochen lag im Bereich des Februar-Hochs seitwärts quälte, macht deutlich, dass viele auf diesem Niveau Gewinne mitgenommen haben. Um das bei einem zweiten Anlauf zu verhindern, bräuchte es gute Argumente. Aber die Konjunkturdaten werden problematischer (schwache Arbeitsmarktdaten, besorgniserregend hohe Inflation) und die Bilanzen der Unternehmen liegen bereits auf dem Tisch. So gesehen: Ja, die Chance auf den Turnaround nach oben ist da. Aber ob sie genutzt wird, ist noch offen. Bevor der Nasdaq 100 nicht eindeutig auf neue Hochs gelaufen ist, sollte man dem Braten besser noch nicht trauen.