Varta Aktie aktuell VARTA: Perfekt gedreht – die Bullen zeigen erfolgreich Flagge

News: Aktuelle Analyse der Varta Aktie

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Varta
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Zur Varta Aktie

Der Batteriehersteller VARTA wächst seit Jahren kontinuierlich und zuletzt beeindruckend schnell. Dahingehend gibt es unter den Investoren keine Zweifel. Worüber man sich indes ganz und gar nicht einig ist, sind die Fragen, ob die Aktie nicht mittlerweile viel zu teuer ist und ob dieses rasante Wachstum auch in den kommenden Jahren weitergehen könnte oder nicht.

Diese beiden Aspekte sorgen regelmäßig dafür, dass der Kurs wegsackt. Bislang aber immer nur für kurze Zeit, dann sind die Bullen schon wieder da. Als VARTA am 12. November die bislang aktuellsten Quartalsergebnisse (3. Quartal) vorlegte, meldete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 70 Prozent und einen Anstieg des Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen um 128 Prozent. Eingerechnet den Zukauf Consumer Batteries lag der Zuwachs sogar bei 160 Prozent beim Umsatz und bei 180 Prozent beim Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal. Und was passierte mit der Aktie an diesem Tag? Sie fiel.

Je größer die Kursgewinne, desto höher auch die Erwartungshaltung. Und da ist „gut“ eben oft nicht gut genug. Zumal da immer noch die Sorge vor einer dem Wachstum gefährlich werdenden Konkurrenz umgeht. Zuletzt rutschte die Aktie am vergangenen Freitag ab, als gemeldet wurde, Samsung und LG hätten Pläne, eigene Mikrobatterien herzustellen. Aber wie gesagt: Bislang lassen sich die Bullen nicht niederringen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Varta Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: So lange die charttechnische Schlüsselzone zwischen 99 und 113 Euro hält, behalten die Bullen die besseren Karten. Und genau dort drehte die VARTA-Aktie in dieser Woche mit Schwung nach oben. Vorangegangen war ein Fehlausbruch über die Widerstandslinie bei 125 Euro. Diese Linie war kurz überboten, dann entpuppte sich der Ausbruchsversuch als Bullenfalle. Das hätte leicht schiefgehen, Anschlussverkäufe diese Zone 99/113 Euro brechen können. Aber die Aktie drehte dort nach oben, wo sie drehen musste, um bullisch zu bleiben.

Per Mittwochabend ist diese Widerstandslinie erneut knapp überboten. Knapp, aber noch nicht signifikant. Die Käufer müssten jetzt sofort nachlegen, dann hätte man auch den Rückhalt eines wieder auf Kauf drehenden MACD-Indikators (unten im Chart mit eingeblendet).

Können die recht hohe Bewertung und die stete Sorge vor einer mächtiger werdenden Konkurrenz den Trend also nicht gefährden? Doch, irgendwann werden die Bullen nicht mehr auf dem Posten sein. Nur ist nicht vorhersehbar, wann das passiert – das könnte sich grundsätzlich auch auf einem deutlich höheren Kursniveau abspielen. Daher würde es sich anbieten, diese Aktie konsequent auf charttechnischer Ebene zu handeln: Solange diese Schlüsselzone 99/113 Euro hält, behält „Long“ das bessere Chance/Risiko-Verhältnis.

Chart vom 20.01.2021, Kurs 126,50 Euro, Kürzel VAR1 | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Varta Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die letzten Wochen liefen an der Deutschen Börse überaus positiv. Hiervon profitierte auch der bekannte Batteriehersteller, denn ohne bedeutende Nachrichten konnte die Varta-Aktie im Dezember deutlich an Boden gutmachen. Die Trendwende bahnte sich bereits Ende November an, als der Titel ein höheres Zwischentief generieren konnte. Zuvor war noch im Oktober ein tieferes Tief gegenüber dem Vormonat zu beklagen. Das höhere Tief zeigte bereits erhöhtes Käuferinteresse an. Schließlich war es der Breakout über die Ebene bei 115 EUR, welcher die Bullen wieder zurück ins Spiel brachte. Auch der Start ins neue Jahr ermutigte viele Anleger sich hier zu positionieren. Die Schwäche der vorangegangenen Monate scheint nun überwunden zu sein.

Expertenmeinung: Auch der Widerstandsbereich rund um die Marke von 125 EUR konnte zum Ende der vorigen Handelswoche überwunden werden, doch der Anstieg verlief überaus steil. Und ob sich die Kurse im Laufe dieser Woche darüber halten können, ist eine ganz andere Frage. Theoretisch wäre eine kleine Korrektur zurück in den Bereich von 115 bis 120 EUR durchaus denkbar. Auch die Kerze von Freitag deutet ein mögliches Ende der steilen Aufwärtsbewegung an. Uns gefällt die Varta-Aktie dennoch und wir sehen durchaus noch Chancen auf mehr. Einen guten Einstieg sehen wir aber auf kurzfristiger Ebene eher auf günstigeren Niveaus. Ein Pullback könnte sich demnach dazu anbieten.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 08.01.2021 Kurs: 126.90 Kürzel: VAR1 | Online Broker LYNX

Blickt man auf die Zahlen von Varta, kann man nur ins Schwärmen kommen. Oder täuscht das? Könnte die Konkurrenz Varta das Leben zukünftig schwer machen?

Grandiose Zahlen

Blickt man auf die Zahlen von Varta, kann man nur ins Schwärmen kommen. Zumindest wenn man die Zeit ab dem Geschäftsjahr 2019 betrachtet. Zuvor war es eher durchwachsen.

Im Geschäftsjahr 2019 kletterte der Umsatz allerdings von 272 auf 363 Mio. Euro und das Ergebnis von 0,66 auf 1,28 Euro je Aktie.
Man muss allerdings auch anmerken, dass man den gemeldeten Gewinn mit Vorsicht genießen sollte.

Der freie Cashflow tendiert bestenfalls gegen Null, denn Varta hat enorme Investitionen gestemmt, um die Produktionskapazitäten auszuweiten.

In Wirklichkeit hat das Unternehmen sehr viel mehr ausgegeben, als eingenommen.
Warum hätte man sonst mehrere Kapitalerhöhungen durchführen müssen?

Das zahlt sich aus

Bisher hat sich das allerdings ausgezahlt. In den ersten neun Monaten des Jahres konnte man den Umsatz organisch um 69,7% steigern.
Hinzu kommt die Übernahme des namensgleichen Geschäftsbereichs Varta Consumer Batteries des US-Unternehmens Energizer.

Die Margen haben sich dadurch weiter verbessert und dementsprechend konnte der Konzernumsatz auf 630,3 Mio. und der Gewinn auf 78,3 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden.

Kann man das in dieser Weise fortsetzen, ist der Börsenwert von 4,8 Mrd. Euro ambitioniert aber halbwegs zu rechtfertigen.

Zumindest, wenn man als Anleger weiterhin das Thema Cashflow ignoriert. Der freie Cashflow lag im laufenden Geschäftsjahr bei -141 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote sank von 62,0 auf 45,5%.

Early Mover

Die Frage ist aber ohnehin, ob es gelingen kann, das hohe Wachstum fortzusetzen. Dazu gilt es einige Hürden zu überwinden.

Varta ist ein klassisches Beispiel eines „early movers“. Man war früh dran.
Der Markt für kabellose Kopfhörer wie die Airpods ist in den Jahren entstanden und unmittelbar explodiert.
Varta war der einzige Anbieter, der große Produktionsmengen und eine hohe Qualität bieten konnte.

Daher stieg Varta in kürzester Zeit zu einem faktischen Monopolisten auf und war der einzige Lieferant für eine ganze Reihe von Kopfhörer-Herstellern („TWS Headsets“).
Dadurch konnte man für die Branche ungewöhnlich hohe Margen erzielen.

Das alles und mehr hat man aber auch direkt wieder reinvestiert, um zeitnah eine Produktionskapazität von 200 Millionen Zellen zu erreichen.

Das Problem

Dieser Umstand, hohe Margen und ein faktisches Monopol, dürfte ein jähes Ende finden, denn natürlich schläft die Konkurrenz nicht.

Samsung SDI ist gerade dabei die Produktionskapazitäten von 25 auf 75 Millionen Zellen pro Jahr auszuweiten. Das erklärte Ziel ist es, Apple als Kunden zu gewinnen.

Great Power bewegt sich von 90 in Richtung 120 Millionen Stück. Zu den Kunden zählen JBL, Harman, Xiaomi und Huawei.

VDL hat seine Kapazitäten inzwischen auf 100 Millionen Zellen gesteigert. Zu den Kunden gehören Xiaomi, JLAB, Bang & Olufsen, Sony sowie Plantronics.

Zenipower ist ebenfalls aufstrebend und hat inzwischen eine Produktionskapazität von 50 Mio. Zellen pro Jahr. Die wichtigsten Kunden sind Sony und Philips.

Eve Energy versorgt so gut wie jeden Akteur in China und wird seine Kapazitäten bis Ende des Jahres auf 200 Millionen Zellen steigern.
Gerüchten zufolge könnte auch Apple Kunde werden.

Der Markt verändert sich

Nun muss man wissen, dass in diesem Jahr weltweit voraussichtlich 200 Millionen Headsets verkauft werden.
Die Produktionskapazitäten decken inzwischen also den Bedarf und die Hersteller von Kopfhörern & Co. können auf eine ganze Reihe von Batterie- Herstellern zurückgreifen.

Varta ist also dabei von einem Monopolisten in einem unterversorgten Markt zu einem von vielen Anbietern zu werden.
Es ist kaum vorstellbar, dass die Margen in diesem Umfeld nicht spürbar sinken werden.

Wir rechnen nach

Zuletzt konnte Varta mit den TWS-Batterien eine Marge von fast 50% realisieren. Es ist aber wahrscheinlich, dass die Margen in diesem Bereich mittelfristig auf das Niveau anderer Batteriearten sinkt. Typischerweise sind das 15-25%.

Trotzdem sind die Konsensschätzungen außerordentlich hoch. Im laufenden Geschäftsjahr wird ein Gewinnsprung von 1,28 auf 2,77 Euro je Aktie erwartet, im neuen Jahr sollen es schon 4,60 Euro je Aktie werden.

Das erscheint allzu optimistisch, das gibt der Ausblick von Varta selbst kaum her.

Wie soll der Konzerngewinn um zwei Drittel steigen, wenn selbst Varta davon ausgeht, dass der TWS-Markt 2021 „nur“ um 30-40% wachsen wird und gleichzeitig der Preisdruck zunimmt?

Enttäuscht Varta die Anleger 2021, könnte das erheblichen Druck auf den Kurs ausüben.

Darüber hinaus erzielt das Unternehmen weniger als die Hälfte des Umsatzes im TWS-Segment und eins dürfte sicher sein:
Das Geschäft mit Hörgeräten und Haushaltsbatterien (Typ AA und ähnliche) dürfte in den kommenden Jahren wohl kaum explodieren.

Auf diese vergleichsweise margenschwachen (22% bei Hörgeräte-Battieren, 13% bei Haushaltsbatterien) und konsolidierten Märkte entfallen aber sechs Zehntel des Geschäfts von Varta.

Chart

Das Chartbild von Varta ist tendenziell bullisch, aber auch problembehaftet. Der Aufwärtstrend ist durchbrochen und der Ausbruch über 127 Euro hat sich als nicht nachhaltig herausgestellt.

Über 120 Euro könnten die Bullen einen weiteren Anlauf in Richtung 123 und 127 Euro wagen. Darüber wäre wieder der Weg in Richtung 135-138 Euro frei.

Auf der anderen Seite könnte es aber jederzeit wieder in Richtung 110 oder 100 Euro abwärts gehen. Unter 100 Euro trübt sich das Chartbild zunehmend ein.

Chart vom 04.01.2021 Kurs: 119,80 Kürzel: VAR1 – Tageskerzen | LYNX Online Broker
Chart vom 04.01.2021 Kurs: 119,80 Kürzel: VAR1 – Tageskerzen

Immense Volatilität und rasant steigende Unternehmensgewinne: VARTA zieht viele Anleger in ihren Bann. Doch seit die Aktie Anfang September bei 138,80 Euro ein Rekordhoch markierte, sind es nicht nur bullische Trader, die sich um diese Aktie „kümmern“. Es ist zu einem spannenden Hauen und Stechen zwischen den beiden ewig unversöhnlichen Lagern gekommen. Die Bären sehen in der Aktie einen Absturzkandidaten, die Bullen halten selbst das bisherige Rekordhoch zu billig.

Daraus entstand jetzt eine Dreiecksformation, die zweierlei deutlich macht: Zum einen erzwingt eine solche Formation auf Sicht eine Trendentscheidung, zum anderen kann sich bislang keines der beiden Lager durchsetzen. Was durchaus nicht überrascht, denn beide Lager hätten gute Argumente:

Die Bullen verweisen darauf, dass die Analysten der Aktie für das in Kürze endende Geschäftsjahr 2020 einen immensen Gewinnsprung von 1,20 Euro pro Aktie im vergangenen Jahr auf 3,00 Euro zutrauen und man davon ausgeht, dass da in 2021 sogar 4,00 Euro drin sein könnten. Kommt es so, wäre die Aktie vom Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) her nicht unbedingt teuer, auf Basis des geschätzten 2020er-Gewinns läge das KGV 37,5 – das ist bei einem solchen Wachstum nicht zu viel.

Die Bären argumentieren, dass sich das Wachstum aber nicht in dieser Größenordnung wird fortführen lässt und die Aktie aus dieser Warte heraus eben sehr wohl teuer wäre. Darüber hinaus verweist man auf Meinungen, dass VARTA zwar einen Patentstreit mit Samsung hat beilegen können und mit den Koreanern enger zusammenarbeiten will, Samsung sich aber trotzdem zu einem sukzessiv stärker werdenden Konkurrenten mausert, der VARTA mittelfristig Probleme bereiten wird. Wer hat Recht?

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Expertenmeinung: Dass man beide Meinungen vertreten könnte, keine dieser Ansichten einfach als falsch eingeordnet werden kann, zeigt nicht nur die in die Spitze eines Dreiecks hinein laufende Kursentwicklung. Dieses „einerseits, andererseits“ spiegelt sich auch in den VARTA-Kurszielen der Analysten wider. Die reichen von 85 bis 145 Euro … die Aktie notiert damit gerade ziemlich genau in der Mitte. Das wirkt, als könnte die Sache auch als Patt enden und der Kurs einfach seitwärts aus diesem Dreieck herauslaufen. Aber dazu ist bei VARTA einfach zu viel Spekulation drin … und risikofreudige Trader mögen nun einmal keine Seitwärtstrends. Also?

Also wird es zu einer charttechnischen Entscheidung kommen. Die Ausbruchsrichtung ist angesichts dieser offenen Argumentationslage nicht vorhersehbar, aber solange sich die Aktie aus ihrem charttechnischen „Käfig“ nicht befreit hat, wäre sie auch nur etwas für kurzfristige, antizyklische Trades. Dabei sollte man sich hinsichtlich eines Befreiungsschlags nicht zu sehr auf diese Dreiecksformation fixieren. Sie sehen im Chart, dass die eigentliche Handelsspanne zwischen 98 und 125 Euro liegt, auf der Unterseite durch die 200-Tage-Linie definiert, auf der Oberseite durch das Zwischenhoch vom November. Erst, wenn die Aktie diese Zone verlassen hat, könnte eines der beiden Lager den Sieg für sich verbuchen.

VARTA Aktie: Chart vom 15.12.2020, Kurs 112,50 Euro, Kürzel VAR1 | Online Broker LYNX

Wer von dieser gestern Früh vorgelegten Quartalsbilanz enttäuscht gewesen wäre, hätte schon seltsame Erwartungen hegen müssen. Denn über einen gemeldeten Umsatzanstieg von knapp 160 Prozent nebst einem Gewinnanstieg, gerechnet als bereinigtes EBITDA, um knapp 181 Prozent in den ersten neun Monaten 2020 kann man beim besten Willen nicht enttäuscht sein. Zumal VARTA auch noch die Gesamtjahresprognose anhob, nicht zum ersten Mal in diesem Jahr.

Für das Gesamtjahr hob der Batteriehersteller jetzt die Umsatzprognose auf einen Korridor zwischen 840 und 960 Millionen Euro an (Vorjahresumsatz 363 Millionen). Der EBITDA-Gewinn (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) soll in einer Range zwischen 230 und 235 Millionen Euro liegen. Die bisherige Prognose sah da 210 bis 215 Millionen (Vorjahres-EBITDA 98 Millionen). Mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen. Aber wenn die Ergebnisse so zufriedenstellend waren, warum fiel dann als Reaktion darauf der Aktienkurs?

Expertenmeinung: Die wahrscheinlichste Erklärung ist nicht, dass zu viele noch mehr erwartet hatten, sondern dass zu viele mit diesen Ergebnissen gerechnet hatten. Was bedeutete, dass diese Akteure im Vorfeld eingestiegen waren und daraufsetzten, dass starke Zahlen weitere Käufe auslösen würden, die ihre eigene Position weiter in die Gewinnzone tragen. Wenn zu viele im Vorfeld eine solche Wette eingegangen sind, gehen der Aktie leicht die Käufer aus. Dann erkennen die Akteure, dass die Aktie eben nicht steigt und sehen zu, dass sie ihre Wette schließen, sprich aussteigen, weil jetzt, nachdem die „good news“ auf dem Tisch liegen, zumindest kurzfristig keine weiteren, kurstreibenden Nachrichten zu erwarten sind. Aber da reden wir von einer unmittelbaren, kurzfristigen Reaktion, die keineswegs zwingend zu Anschlussverkäufen führen und den Trend kippen muss, zumal:

Die VARTA-Aktie war zwar seit März gewaltig gestiegen, aber angesichts der immensen Steigerung des Unternehmensgewinns ist die Aktie deswegen nicht überbewertet. Derzeit lässt sich ein Gewinn pro Aktie um 2,80 Euro für 2020 annehmen. Daraus errechnet sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) um 40. Würde die durchschnittliche Analysten-Konsensschätzung des Gewinns von 3,90 Euro pro Aktie für 2021 eintreffen, würde sich das 2021er-KGV auf derzeit 30 stellen. Was in Relation zum Momentum des Gewinnanstiegs äußerst moderat ist.

Der Weg nach oben dürfte also nicht verbaut sein, nur sollte man jetzt vielleicht etwas behutsam agieren. Denn auch, wenn die Aktie charttechnisch nach unten durch eine ganze Phalanx an potenziellen Supportlinien unterfüttert ist, ist doch völlig offen, auf welcher dieser bis hinunter auf 85 Euro reichenden Linien der Kurs drehen könnte. Daher wäre die sicherere Seite die, abzuwarten, bis VARTA diesen gestrigen Rücksetzer weggesteckt hat, indem die Aktie über dem letzten Zwischenhoch bei 125,10 Euro schließt.

Varta Aktie: Chart vom 12.11.2020, Kurs 116,00 Euro, Kürzel VAR1 | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Im September bildete sich für die Aktie des deutschen Batterieherstellers Varta ein deutliches Verkaufssignal. Eine große rote Kerze zierte das Chartbild und zeigte heftigen Verkaufsdruck an. Dies war auch der Startschuss zu einer mehrwöchigen Talfahrt, welche in Folge ein tieferes Hoch und zwei tiefere Tiefs mit sich brachte. Der Übergang in einer bärische Trendphase war nicht mehr aufzuhalten. Des Weiteren wurde auch der Supportbereich bei rund 110 EUR deutlich nach unten verletzt und lieferte Mitte Oktober ein zusätzliches Verkaufssignal. Doch genau dieses konnte im gestrigen Handel negiert werden. Die Kurse kletterten wieder über die Marke bei 110 EUR und zeigten Stärke. Müssen sich die Bären hier gar wieder geschlagen geben?

Expertenmeinung: Es gibt zwar eine kleine Entwarnung, was den Verkaufsdruck nach unten angeht, doch noch ist die Aktie nicht über den Berg. Die Kurse befinden sich zum einen nach wie vor unter den gleitenden Durchschnitten der Perioden 20 und 50, die üblicherweise in Abwärtsbewegungen als Widerstände agieren. Zum anderen konnte weder ein höheres Hoch noch ein höheres Tief generiert werden. Dies wäre die Grundvoraussetzung, um das Ruder wieder in Richtung der Bullen zu drehen. Aber es gibt zumindest Hoffnung, dass die Bären hier den Verkaufsdruck senken werden. Unsere Bewertung geht vorerst in eine neutrale Phase über.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 02.11.2020 Kurs: 113.30 Kürzel: VAR1 | Online Broker LYNX