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Dass der Preis für Rohöl zum Wochenstart deutlich höher liegen würde als am Freitag, war klar. Was indes in keiner Weise klar ist: Wo wäre jetzt ein „korrekter“ Preis anzusiedeln? Denn niemand kann abschätzen, wie deutlich und wie lange sich die Angebotssituation verändert.
Brent Crude Oil als die für Europa wichtigste Rohöl-Sorte, startete mit über 80 US-Dollar pro Barrel in die Woche, kam dann erst einmal in die Region um 76 US-Dollar zurück, stieg dann aber wieder an und ging in ein hektisches Auf und Ab über. Ausgelöst wurde dieser Veitstanz der Kurse durch die erneuten militärischen Aktionen Israels, der USA und des Irans, soweit besteht Klarheit. Aber damit erschöpft sich der Bereich dessen, den man einschätzen kann, bereits.
Was sich auch daran erkennen lässt, dass einige Großbanken zwar schon am Wochenende mit Einschätzungen aufwarteten, dabei aber mehrere Szenarien präsentierten. Die Frage ist, ob die Straße von Hormus als immens wichtige Transportroute für Rohöl nur kurzfristig nicht zu nutzen ist oder ob sie durch den Iran blockiert wird und längere Zeit als Route ausfällt. Die Frage ist zudem, wie schnell ein dadurch ausgelöstes, zu geringes Angebot an Rohöl durch andere Förderländer ausgeglichen werden kann bzw. ob diese das auch wollen. Denn eines sollte man natürlich im Hinterkopf haben:
Expertenmeinung: Deutlich höhere Ölpreise bedeuten für die Förderländer deutlich höhere Gewinnmargen. Und die Nachfrage sinkt ja nicht. Warum also sollten z. B. die OPEC-Länder allzu sehr darauf bedacht sein, den Preis schnell zu drücken, indem sie den Hahn massiv aufdrehen? Dass man seitens der OPEC am Wochenende mitteilte, man werde die Fördermenge ab April um 206.000 Barrel pro Tag anheben, macht das schon deutlich. Denn angesichts einer derzeitigen, weltweiten Fördermenge von um die 100 Millionen Barrel pro Tag ist diese Größenordnung nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein.
Hinzu kommt, dass man einen solchen höheren Output ja auch erst einmal zu den Abnehmern bringen müsste, wodurch die Straße von Hormus als aktuell brandgefährliches Nadelöhr erneut ins Spiel kommt.
Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass es in Bezug auf die Veränderung der Angebot-/Nachfrage-Relation vorerst keine klaren Fakten geben wird. Die weitere Entwicklung dieses Konflikts ist offen, der Ölpreis damit unberechenbar … und sollte mit immenser Vorsicht oder, wenn man nicht explizit ein erfahrener Trader mit hoher Risikobereitschaft ist, sogar gar nicht angegangen werden, denn:
Der (Stand am frühen Montagabend) gelungene Sprung über die beiden markantesten Hochs des Vorjahres bei 72,73 und 74,74 US-Dollar, bezogen auf den hier abgebildeten, aktuellsten Futures-Liefertermin Mai, ist zwar aus charttechnischer Sicht ein eindeutig bullisches Signal. Aber je nachdem, welche Nachrichten in den kommenden Tagen und Wochen kommen, kann die Charttechnik da ganz schnell ins zweite Glied zurücktreten und eine im Normalfall solide Unterstützung wie dieser Bereich 72,73 bis 74,74 US-Dollar problemlos brechen. Man kann es nicht vorhersagen, daher ist hier derzeit größte Vorsicht geboten!

Informationen zum / zu den auf dieser Seite genannten Produkt(en) finden Sie hier: PRIIPs / KIDs CME Futures
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