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Die Feuerpause zwischen den USA und dem Iran hat den Ölpreis zwar von seinem vorherigen Hoch heruntergeholt. Aber anders als am Aktienmarkt traut man der Sache am Rohölmarkt noch nicht, denn noch ist hier ein Topp nur „in Arbeit“ und keineswegs bereits vollendet.
Obwohl Donald Trump am Donnerstagabend verkündete, dass jetzt auch zwischen Israel und dem Libanon eine Feuerpause beginnen werde und der Iran den meisten US-Forderungen zugestimmt habe, so dass eine zweite Verhandlungsrunde bereits den Durchbruch bedeuten könnte, legte der Kurs von Brent Crude Oil, der für Europa wichtigsten Rohölsorte, am Donnerstag um recht deutliche 4,7 Prozent zu.
Und das, obwohl erste Öltanker bereits wieder durch die Straße von Hormus fahren? Klingt das nicht, als sei eine Normalisierung der Versorgungslage nur eine Frage kurzer Zeit? Im ersten Moment könnte man das denken. Aber wer sich die Lage genauer betrachtet, erkennt schnell:
Expertenmeinung: Der Schaden, der seit Anfang März angerichtet wurde, ist keinesfalls schnell zu reparieren. Wichtige Produktionsanlagen wurden beschädigt, deren Reparatur Monate – mindestens – dauern wird. Zugleich bleibt die Straße von Hormus ein Nadelöhr, das sich jederzeit wieder schließen könnte. Und die avisierte Anhebung der Produktionsmenge durch die OPEC ist in Relation zum weltweiten Bedarf so klein, dass sie kaum etwas bringt.
Hinzu kommt, dass die Blockade von Schiffen von und nach den Häfen des Irans dessen Ölexport abwürgt. Kein unmittelbarer Abnehmer iranischen Öls gewesen zu sein, hilft wenig: Es geht um das Gesamtangebot, das weltweit zur Verfügung steht, wenn es um die Preisbildung geht. Und das ist eben ohne das iranische Öl spürbar geringer als zuvor. Was bedeutet:
Das Problem ist mit Feuerpausen nicht gelöst. Erst eine solide, glaubwürdig wirkende Befriedung der Lage und die Wiederinbetriebnahme eines Großteils der beschädigten Anlagen im arabischen Raum würden die Lage am Ölmarkt entspannen. Und das wird Zeit brauchen … und muss nicht gelingen. Daher ist der Umstand, dass die noch zur Wochenmitte so greifbar wirkende Vollendung des Topps bei Brent Crude Oil erst einmal vertagt wurde, eigentlich nicht überraschend.
Der Kurs müsste die Nackenlinien-Zone des Topps bei 90,40 zu 91,70 US-Dollar und idealerweise auch die 50-Tage-Linie, aktuell bei 87 US-Dollar, unterbieten, um ein klares, abwärts gerichtetes Signal zu erzeugen, das dann aus rein charttechnischer Sicht den Weg in Richtung der Unterstützungen bei 74,00 US-Dollar (100-Tage-Linie) und 72,60 US-Dollar (Jahres-Verlaufshoch 2025) frei machen würde. Aber auch dann sollte man die Sache mit Vorsicht genießen, denn hier haben wir eine „politische Börse“, die eindeutig nicht die ihr so gerne nachgesagten, kurzen Beine hat!

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