Die besten Platin-Aktien | Online Broker LYNX

Seit der Erstvorstellung im September 2019 entwickelten sich unsere Platin-Tipps allesamt sensationell. In der Spitze legten die Aktien von Anglo American Platinum um +206 %Impala Platinum um +261 % und Sibanye Stillwater um +359 % zu. Die Aktien sind, wie auch der Platinpreis, nach dem Corona-Crash wieder stark nach oben geklettert. Anfang 2022, nach Beginn des Ukraine-Kriegs wurden neue Höchststände erreicht, bevor eine scharfe Korrektur einsetzte. langfristig versprechen alle drei Werte durchaus noch weiteres Kurspotenzial.

Das Edelmetall Platin galt lange Zeit als Luxusvariante oder Steigerung von Gold. Die fest in unseren Köpfen verankerte Reihenfolge bei Auszeichnungen und Standards lautet Silber – Gold – Platin. In den vergangenen Jahren stimmte diese Reihenfolge jedoch zumindest preislich nicht mehr, denn Platin wurde vor allem von der Automobilindustrie immer weniger nachgefragt und verlor so erheblich an Bedeutung. In diesem Artikel sehen wir uns für Sie an, ob sich diese Situation vielleicht wieder ändern könnte und welche Investmentchancen sich Anlegern bieten.

Was Sie über Platin wissen müssen!

Platin Preisentwicklung: Nach jahrelanger Krise wieder mit Aufwärtstendenz

Nach Zahlen des World Platinum Investment Council (WPIC) ist die Nachfrage von 8,5 Mio. Unzen im Jahr 2013 stetig auf 7,7 Mio. Unzen im Jahr 2020 zurückgegangen. Allerdings lag die Platin-Produktion lockdownbedingt im Jahr 2020 sogar unter der Nachfrage, so dass sich die Preise nach dem Einbruch im März 2020 rasch stabilisieren konnten und zu klettern begannen. Im Jahr 2021 gab es laut WPIC bei einer Nachfrage in Höhe von 7,0 Mio. Unzen einen Angebotsüberschuss von 1,2 Mio. Unzen. Im Jahr 2022 soll sich das Überangebot auf etwa 652.000 Unzen annähernd halbieren. Allerdings ist diese Prognose aufgrund des Ukraine-Kriegs mit großen Unsicherheiten behaftet, weil Russland ca. 10 % des weltweiten Platinangebots repräsentiert. Der Wegfall dieses Angebots könnte erhebliche Auswirkungen auf den Platinmarkt haben.

Jahrelanges Schlusslicht der Edelmetalle

Im Gegensatz zu Palladium, das in den vergangenen 13 Jahren in der Spitze unglaubliche +1.800 % von 164 USD auf neue Allzeithochs von 3.178 USD zulegen konnte, fiel Platin im Umfeld der Coronakrise kurzzeitig sogar unter die starke charttechnische Unterstützung von 750 USD bis 800 USD, dem Tief aus dem Jahr 2008. Von den vorherigen Höchstpreisen desselben Jahres bei über 2.300 USD pro Unze Anfang 2008 gerechnet ging es damit enorm bergab, selbst der aktuelle Platinpreis liegt noch immer mehr als die Hälfte unter dem damaligen Wert. Das preislich gesehen schwächste Edelmetall hat aber seit den Corona-Tiefs eine beeindruckende Entwicklung hingelegt und Anfang 2021 zwischenzeitlich neue 5-Jahres-Hochs von ca. 1.300 USD erklommen. Seitdem korrigiert der Platin-Preis allerdings und ist aktuell wieder unter die 1.000 USD-Marke zurückgefallen.

Historisch gilt im Vergleich zu Gold ein Preisverhältnis von 1:1 als Norm, aktuell ist Platin in etwa die Hälfte des Goldpreises wert.

Neuer Platin Aufwärtstrend: Ist das die längerfristige Trendwende?

Die besten Platin Aktien: Entwicklung des Platin-Preises von 2000 bis 2022 | Online Broker LYNX

Nach dem starken Preiseinbruch im ersten Quartal 2020, bei dem mit Tiefstpreisen von 600 USD sogar das Tief des Jahres 2008 unterschritten wurde, setzte zunächst eine starke Kursrallye ein. Der Platinpreis verdoppelte sich innerhalb nur eines Jahres und eroberte Anfang 2021 erstmals seit fünf Jahren die 1.250 USD-Marke. Die aktuelle Konsolidierung könnte bei Platin-Aktien eine Einstiegsgelegenheit für eine mögliche längerfristige Aufwärtsentwicklung sein.

Fakten zum Rohstoff Platin

Das Edelmetall Platin (chemisches Symbol Pt) ist ein grauweißes metallisches Element der Platinmetallgruppe zu der neben Platin auch die Edelmetalle Palladium, Iridium, Osmium, Rhodium und Ruthenium gehören. Platin besitzt als relativ schweres Metall katalytische Eigenschaften und eine hohe Korrosionsbeständigkeit, es ist schmiedbar und sehr selten. Schmelz- und Siedepunkt liegen mit 1.768 bzw. 3.827 Grad Celsius deutlich höher als bei Silber und Gold.

Geringe jährliche Platin-Fördermengen

Aufgrund seiner Seltenheit wird Platin mit einer jährlichen Produktionsmenge von weniger als 200 Tonnen also in einer vergleichsweise geringen Menge gefördert. Die jährlichen Produktionsmengen nahmen zuletzt deutlich ab und fielen 2019 von 190 Tonnen im Vorjahr auf 180 Tonnen. Im Jahr 2020 gab es coronabedingt einen weiteren Rückgang auf ca. 170 Tonnen, bevor im vergangenen Jahr 2021 wieder das Vor-Corona-Level von 180 Tonnen erreicht wurde. Zum Vergleich: Die jährliche Goldproduktion beträgt in etwa 3.000 Tonnen. Zumeist wird Platin in seiner elementaren, metallischen Form vorgefunden, denn es ist kaum reaktiv. Das bedeutendste Förderland des Edelmetalls ist heute Südafrika wo im sogenannten Bushveld Komplex mehr als 70 % des weltweiten Platin-Outputs erzeugt wird. Gefolgt wird Südafrika von Russland mit 15 % sowie Kanada und Simbabwe mit je ca. 5 % Förderanteil. Kleinere Mengen werden auch in den USA produziert. Reine Platinminen gibt es nur in Südafrika und Simbabwe, meist fällt Platin als Nebenprodukt bei der Buntmetallerzeugung an z.B. bei der Kupfer- und Nickel-Produktion.

Lange Zeit als wertloses, unnützes Metall verkannt

Erstmals verwendet wurde das Metall wahrscheinlich um 3.000 v. Chr. von den alten Ägyptern, denn es wurde zu kleinen Anteilen in altägyptischem Schmuck nachgewiesen. Später, im 17. Jahrhundert, stießen die Spanier beim Goldabbau in Südamerika auf Platin, das beim Goldabbau als Nebenprodukt, sogenanntes „Waschgold“ anfiel. Da dem Metall damals keinerlei Wert zugemessen wurde, wurde es abwertend als „platina“, übersetzt „kleines Silber“ bezeichnet und zurück in die Flüsse geworfen. Mit Gold überzogene Platin-Kupfer-Legierungen wurden jedoch bald in großem Stil zum Fälschen von Goldmünzen verwendet, denn es ließ sich fast deren exakte Dichte erzeugen.

Platin beginnt zu glänzen und stellt seinen Wert in der Industrialisierung unter Beweis

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhundert breitete sich ausgehend von Frankreich nach und nach Schmuck aus Platin aus, denn zwischenzeitlich war nachgewiesen, dass es sich um ein Edelmetall handelt. In Russland wurden später sogar die ersten Münzen aus dem Metall gefertigt, der sogenannte „Platinrubel“. Nur wenig später kam das Edelmetall auch in der gerade entstehenden Industrie zum Einsatz, beispielsweise als Kontaktmetall für Telegrafen. Thomas Edison benutzte einen Platindraht als Glühfaden für seine Glühlampen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird Platin als Katalysator verwendet, da es in aktiviertem Zustand Wasserstoff, Sauerstoff und andere Gase in großen Mengen absorbieren kann. Autoabgase werden mittels platinbeschichteter Keramik beschleunigt in Wasser und Kohlendioxid umgewandelt.

Unzählige Verwendungsformen für Schmuck, Industrie und Medizintechnik

Aufgrund seiner Seltenheit und Haltbarkeit wird Platin zwar auch heute noch zur Herstellung von Schmuck u.a. in Weißgold-Legierungen verwendet, gilt jedoch mittlerweile in erster Linie als Industriemetall. Als solches kommt es in einer fast unüberschaubaren Anzahl von Bereichen in Reinform oder als Legierung zum Einsatz. So findet Platin beispielsweise bei Fahrzeugkatalysatoren, Heizungen, Flugzeugturbinen, Laserdruckern, Elektronik- und Laborgeräten, Düngemitteln sowie technischen Werkstoffen, Chemie und Petrochemie Anwendung. Da es die größte Organ- und Körperverträglichkeit aller Edelmetalle aufweist wird Platin auch in großem Stil in der Medizintechnik, beispielsweise in Herzschrittmachern und Zahnimplantaten oder in Komplexen z.B. als Cisplatin in Chemotherapien verwendet. Rund 40 % des Platinbedarfs entfallen auf Autokatalysatoren, ca. 25 % auf Industrie, Chemie und Medizintechnik und 24 % auf Schmuck. Nur rund 4% werden für Anlagezwecke verwendet – allerdings seit der Corona-Krise wieder mit deutlich steigender Tendenz.

Automobilindustrie: Palladium ersetzt Platin in Katalysatoren

Die Hauptnachfrage nach Platin kommt aus der Automobilindustrie. Hier konkurriert Platin mit Palladium und war lange Zeit das teurere und gefragtere der beiden Metalle. Pro Fahrzeug werden im Schnitt 5 Gramm Platin oder Palladium benötigt. Die Automobilhersteller stellten jedoch in den vergangenen zehn Jahren fest, dass für Benzinmotoren die deutlich höhere Temperaturstabilität von Platin gar nicht benötigt wird. Deshalb wurde verstärkt auf das damals mit 200 USD je Unze bis zu 80 % kostengünstigere und dabei auch noch deutlich leichtere Palladium gesetzt. So entfällt heute bereits 75 % der Palladiumnachfrage auf die Autoindustrie. Mittlerweile hat Palladium Platin den Rang abgelaufen und die steigende Nachfrage hat dazu geführt, dass der Palladiumpreis kurzzeitig auf über 3.000 USD je Unze explodierte, bevor es Anfang 2022 zu einer Korrektur kam. Aktuell hat sich der Preis im Bereich von 2.250 USD eingependelt. Palladium weist gegenüber Platin inzwischen eine stattliche Prämie in Höhe von 1.300 USD auf. Platin hingegen wird heute fast nur noch bei Dieselmotoren angewendet, da das Metall hier bei der Schadstoffreinigung gegenüber Palladium eine deutlich bessere Leistung erzielt.

2021: Chip-Knappheit bremst Nachfrage aus der Autobranche

Und so erklärt sich dann auch die in den vergangenen Jahren entstandene Preisdiskrepanz. Denn die im Dieselskandal der letzten Jahre aufgedeckten Manipulationen bei der Messung von Diesel-Fahrzeugemissionen führten zu immer stärkeren Beschränkungen für Dieselfahrzeuge in Europa und Japan. Aufgrund dessen ist der Marktanteil von Dieselfahrzeugen in den letzten fünf Jahren enorm zurückgegangen und mit ihm die Nachfrage nach Platin. Allein zwischen 2016 und 2018 wurde von der Automobilindustrie rund -9 Prozent weniger Platin nachgefragt, der Bedarf fiel von 3,34 Mio. Unzen auf 3,05 Mio. Unzen. Der World Platinum Investment Council (WPIC) sieht im vergangenen Jahr der Coronavirus-Krise allerdings einen „Turning Point“, also einen Tiefpunkt der Nachfrage des Automobilsektors, mit anschließendem wieder steigendem Bedarf. Bislang zumindest scheint diese Prognose aufzugehen, denn wie in anderen Industriebereichen wird in der Automobilindustrie tatsächlich ein steigender Bedarf verzeichnet. Allerdings nicht ganz so deutlich wie ursprünglich erwartet: Ein anhaltender Halbleitermangel ist Ursache dafür, dass im Jahr 2021 deutlich weniger Autos gebaut werden konnten als geplant – und das bedeutet es werden auch weniger platinhaltige Katalysatoren verbaut. Verschiedene Quellen gehen davon aus, dass im letzten Jahr weltweit rund 9 Mio. Autos oder bis zu 30 % weniger Fahrzeuge ausgeliefert werden konnten. Marktexperten erwarten, dass die Chip-Knappheit erst im Jahr 2022 ausklingen wird und erst 2023 komplett ausgebügelt ist.

Erste Automobilkonzerne schwenken wieder auf Platin um

Unabhängig davon macht es für Katalysatoren Hersteller aufgrund der anhaltenden Preisdiskrepanz Sinn, Palladium wieder durch Platin zu ersetzen. Bei durchschnittlich 5 Gramm des Edelmetalls liegt der Preisunterschied aktuell immerhin bei über 200 USD je Auto. Die Preissensibilität der Autohersteller ist jedoch gar nicht mal so hoch, wie man sich dies bei dem deutlichen Unterschiedsbetrag vorstellen könnte. Das liegt vor allem daran, dass Umstellungsprozesse in der Produktion teuer sind und viel Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb wird ein solcher Schritt für die Automobilindustrie vor allem in Erwägung gezogen, wenn der Preisaufschlag längere Zeit bestehen bleibt. Und genau das ist nun der Fall. Wichtigstes Argument ist in der Branche jedoch die langfristige Versorgungssicherheit und die schien bei Palladium zuletzt weniger gewährleistet als bei Platin. Deshalb haben laut WPIC einige Fahrzeughersteller damit begonnen, bei neuen Modellen zu Platin wechseln. Das Experten-Gremium schätzt, dass bis 2025 eine Menge von 1 Mio. bis 1,5 Mio. Unzen Palladium durch Platin ersetzt werden könnte – möglicherweise auch schon deutlich früher. Erste Tendenzen sind laut Branchenexperten bereits zu erkennen, insbesondere in Indien und China, wo zuletzt vor allem für den Schwerlastverkehr strengere Abgasnormen beschlossen wurden. Mehr zum Thema Palladium lesen Sie in unserem Artikel Die besten Palladium Aktien.

Hochleistungsglas und Brennstoffzellenautos als Nachfragetreiber für Platin

Zukunftspotenzial und Preisfantasie bietet beispielsweise die Anwendung in Brennstoffzellen sowie bei Hochleistungsglas. Allein der Glassektor machte im Jahr 2021 bereits rund 7 % der industriellen Nutzung von Platin aus und trägt stark dazu bei, dass die industrielle Nachfrage weiterhin wächst. So wird das Edelmetall z.B.         bei Fernsehgeräten, Smartphones, Glasfasern und anderen Smart Glas Verwendungsformen benötigt. In Brennstoffzellen-Autos sorgt Platin im Rahmen einer „kalten Verbrennung“ für eine optimale Umwandlung von Wasserstoff und Sauerstoff in Wasser. Dabei liegt der Platin-Bedarf pro Wasserstoff-Fahrzeug in etwa beim Siebenfachen von PKWs mit Verbrennungsmotor. Da es sich allein China zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 rund 1 Mio. Brennstoffzellenfahrzeuge auf die Straße zu bringen, entspricht dies derselben Nachfrage wie für 7 Mio. herkömmliche Katalysatoren.

Investmentnachfrage zieht an: Angebotsüberhang wird ab 2021 zum Defizit

Im Corona-Jahr 2020 gab es ein Rekord-Defizit im Platin-Markt. In Summe war das Platinangebot im Jahr 2020 laut WPIC um satte 863.000 Unzen geringer als die Nachfrage, nachdem Angebot und Nachfrage im Jahr 2019 annähernd ausgeglichen waren. Zuvor hatte es bei der Produktion jahrelang Überschüsse gegeben. Corona-bedingt war zwar die Nachfrage im Jahr 2020 erheblich geringer, aber die Produktion ging aufgrund von Lockdowns und weiteren Einschränkungen zur Pandemie-Bekämpfung noch deutlich stärker zurück. Positiv überrascht hat 2020 vor allem die zwischenzeitlich stark angestiegene Investmentnachfrage. Diese lag laut Daten des WPIC, allein durch Käufe von Platin-ETFs im Jahr 2020 bei mehr als einer halben Million Unzen. Im Jahr 2018 lag die ETF-Nachfrage noch bei gerade mal 90.000 Unzen. Allerdings schlug der Trend im Jahr 2021 ins Gegenteil um. Netto verkauften die Anleger Platin-Produkte und waren so für den deutlichen Nachfragerückgang mitverantwortlich.

Insgesamt soll die Platin-Nachfrage im abgelaufenen Jahr um ca. -10 % von 7,7 Mio. Unzen auf rund 7 Mio. Unzen zurückgegangen sein. Dieser Tiefpunkt könnte die Trendwende für die Zeit nach der Coronavirus-Krise bereits eingeläutet haben, denn Branchenexperten sprechen seither von einer ungebrochen starken Nachfrage aus der Industrie. Der WPIC erwartet zu Jahresbeginn eine um +7 % höhere Gesamtjahresnachfrage von 7,5 Mio. Unzen. Die Produktion soll bei knapp 8,2 Mio. Unzen liegen, wobei 6,1 Mio. Unzen aus Minen und 2,1 Mio. Unzen aus Recycling stammen sollen.  Für die kommenden Jahre erwartet Trevor Raymond, der Direktor des WPIC, dann allerdings wieder Defizite. Denn einer in den nächsten Jahren stetig sinkenden Minenproduktion würden steigende Bedarfe gegenüberstehen.

Nach der Dieselkrise und den Palladium-Preisanstiegen sollten in den kommenden Jahren wieder die nachfrageseitigen Argumente dominieren und für einen wieder erstarkenden Platinpreis sprechen. Schauen wir uns nun an, wie Sie als Anleger davon profitieren können.

Platin-Investments: Platin-Barren und Platin-Münzen als Geldanlage ungeeignet

An der Börse wird Platin unter dem Kürzel XPT und der ISIN XC0009665545 gehandelt. Als Anlageprodukt kann man das Metall z.B. in Form von Platin-Barren oder Platin-Münzen erwerben. Hierzulande fällt auch beim Kauf von physischem Platin zu Anlagezwecken allerdings der volle Mehrwertsteuersatz von 19 % an. Hinzu kommt in der Regel ein relativ hoher Spread d.h. eine große Differenz zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis. Deshalb muss der Metallpreis nach einem Kauf allein schon deshalb erheblich steigen, um ohne Verlust wieder aussteigen zu können. Bei diesen Rahmenbedingungen macht ein Investment in physisches Platin natürlich wenig Sinn. Auch der steuerfreie Kauf über ein Zollfreilager ist unterm Strich alles andere als kostengünstig.

Investieren in Platin ETFs bzw. Platin ETCs

Nicht uninteressant sind jedoch Platin-ETFs bzw. Platin-ETCs (Exchange Traded Commodities) auch wenn diese ein weitaus geringeres Volumen aufweisen als beispielsweise Gold und Silber ETCs. Anleger können sich hier beispielsweise die ETCs ETFS Physical Platinum (ISIN: DE000A0N62D7 – Symbol Frankfurt VZLA – Fondswährung: USD) oder iShares Physical Platinum ETC (ISIN: IE00B4LHWP62 – Symbol Frankfurt: PPFC – Fondswährung: USD) ansehen. Mit dem Xtrackers Physical Platinum EUR Hedged ETC (ISIN: DE000A1EK0H1 – Symbol Frankfurt XAD3 – Fondswährung: EUR) gibt es auch ein in Euro notiertes ETC. Bitte beachten Sie jedoch, dass ETCs im Gegensatz zu echten, replizierenden ETFs eigentlich Schuldverschreibungen sind und somit in der Regel ein Emittentenrisiko besteht. Doch am interessantesten sind für viele Anleger ohnehin direkte Investments in Platin Aktien. Mit welchen starken Platin-Werten können Sie als Anleger also von einem möglichen Comeback des Platinpreises profitieren?

Die besten Platin Aktien 2022

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Aktien-Liste von zehn Platin-Aktien für 2022.  Drei dieser Werte mit außergewöhnlichem Potenzial stellen wir Ihnen im Anschluss vor.  Mit diesen Werten können Sie vom neuen Aufwärtstrend des Rohstoffs Platins profitieren.

Platin-Aktien-Liste

Platin AktieISINSymbolWährung
African Rainbow MineralsZAE000054045ARÄIZAR
Anglo American PlatinumZAE000013181AMSZAR
Asahi HoldingsJP31167000005857JPY
GlencoreJE00B4T3BW64GLENGBP
Impala PlatinumZAE000083648IMPZAR
NornickelUS55315J1025MNODUSD
Northam PlatinumZAE000030912NHMZAR
Sibanye StillwaterZAE000259701SSWZAR
ValeBRVALEACNOR0VALE3BRL
Wesizwe PlatinumZAE000075859WEZZAR

Anglo American Platinum: Die Nummer 1

Anglo American Platinum (ISIN: ZAE000013181 – Symbol (Johannesburger Börse): AMS – Währung: ZAR) ist mit ca. 38 % Weltmarktanteil und (vor der Corona-Krise) jährlich 2,5 Mio. geförderten Unzen Platin der weltgrößte Produzent des Edelmetalls. Aber auch Palladium produziert das in Johannesburg ansässige Unternehmen in seinen südafrikanischen Minen. Mit einer Förderung von 1,6 Mio. Unzen Palladium per annum ist Anglo American Platinum (kurz: Amplats) auch der weltweit zweitgrößte Palladium-Produzent. Neben geförderten Metallen beliefert der Konzern seine zahlreichen Kunden auch mit recycelten Metallprodukten. Rund 38 % des Konzerns gehören der Muttergesellschaft, dem Rohstoffgiganten Anglo American.

Produktion für die kommenden Jahre gesichert

Anglo American Platinum verfügt in Südafrika über mehrere produzierende Minen sowie Schmelzhütten und Raffinerien. Dabei kann es auf die größte bekannte Platinlagerstätte, das Merensky Reef im Bushveld-Komplex in Südafrika, zurückgreifen. Zusätzlich stehen einige hochkarätige Platinvorkommen als Reserve zu Verfügung, die auch in den kommenden Jahren eine wirtschaftliche Förderung von Platin und Palladium sicherstellen sollten. Nebenprodukte des an der Börse umgerechnet mit ca. 28 Mrd. Euro bewerteten Unternehmens sind Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium.

Starke Geschäftsentwicklung dank Kostenführerschaft

Nach dem Verkauf von weniger profitablen Minen werden Fokus und Kapitaleinsatz nun auf die stärksten Projekte gerichtet. Anglo American Platinum hat laut eigenen Angaben im Vergleich mit seinen wichtigsten Wettbewerbern die niedrigsten durchschnittlichen Produktionskosten. Nach einem Förderplus von +1 % im Jahr 2019 auf 4,4 Mio. Unzen brach die Gesamtproduktion der Platinmetalle (Platin und Palladium) im Jahr 2020 coronabedingt um -14 % auf 3,8 Mio. Unzen ein.  Im vergangenen Jahr 2021 wurde die Produktion wieder auf 4,3 Mio. Unzen Platinmetalle hochgefahren

Bedingt durch die gestiegenen Metallpreise kletterten die Umsätze um +99 % auf 215 Mrd. Rand (ca. 13,6 Mrd. USD). Die höheren Metallpreise wirkten dabei wie ein Gewinnhebel. Nach einem Gewinnsprung um +63 % im Jahr 2020 auf 115,5 Rand (ca. 7,31 USD) je Aktie gab es erneut eine satte Gewinnsteigerung um +160 % auf 304 Rand (19,25 USD).

Hohe Dividende für 2021

Die positive Geschäftsentwicklung sowie der erfolgreiche komplette Schuldenabbau ermöglichte es dem Management zuletzt wieder eine starke Dividende auszuschütten. Fürs Geschäftsjahr 2021 waren pro Aktie Dividenden im Gesamtwert von 300 Rand (ca. 19 USD) an die Aktionäre gezahlt worden. Auch zukünftig soll eine hohe Ausschüttungsquote beibehalten werden. Auf dem Bankkonto befand sich Ende 2021 ein komfortables Cash-Polster in Höhe von knapp 49 Mrd. Rand (ca. 3,1 Mrd. USD). Mit einer auf Hochtouren laufenden Produktion und starken Metallpreisen sollte auch das Jahr 2022 für Amplats zu starken Ergebnissen führen. Dabei dürfte sich die vorteilhafte Kostenstruktur im Vergleich zu Mitbewerbern weiterhin positiv auswirken. Auf der Produktionsseite rechnet das Unternehmen mit einer Minenproduktion an Platinmetallen in Höhe von 4,1 bis 4,5 Mio. Unzen, raffiniert werden sollen 4,2 bis 4,6 Mio. Unzen.

Kurse unter 100 EUR zum langfristigen Einstieg nutzen

Die besten Platin Aktien: Kursentwicklung der Anglo American Platinum Aktie von Mai 2019 bis Mai 2022 | Online Broker LYNX

Bereits Mitte 2018 gelang es der Aktie aus einer charttechnischen Seitwärtsbewegung auszubrechen und auf neue Höchststände zu klettern. Durch die verbesserte Kostenstruktur und die Fokussierung auf besonders profitable Konzernteile gab es in den vergangenen Jahren eine enorme Gewinndynamik, die dem Aktienkurs Auftrieb verlieh. Mitte 2021 hatten wir Ihnen die Aktie bei ca. 80 EUR erneut als möglichen Kauf vorgestellt. Bis Anfang 2022 verdoppelte sich der Aktienkurs von Amplats daraufhin annähernd auf 157,60 EUR. Aktuell notiert die Aktie wieder deutlich tiefer bei 105,50 EUR. Die Firma ist zwar auch auf diesem Niveau kein absolutes Schnäppchen, die Kostenführerschaft und die erfreuliche Geschäftsentwicklung rechtfertigen jedoch einen Aufschlag gegenüber Konkurrenten. Der Wert eignet sich im Falle eines weiteren Rückgangs in den Kursbereich unter 100 EUR für langfristig orientierte Anleger als Depotbeimischung bzw. Diversifizierung.

Impala Platinum: Hoher Gewinnhebel

Die in Illovo, Südafrika ansässige Bergbaugesellschaft Impala Platinum (ISIN: ZAE000083648 – Symbol (Johannesburger Börse): IMP – Währung: ZAR) gehört zu den größten Platin-Produzenten auf der Welt. Impala Platinum (Abkürzung Implats) betreibt wie Anglo American Platinum Bergbau rund um den Bushveld Komplex in Südafrika, wo insgesamt drei Minen betrieben werden sowie zwei Minen in der Great Dyke Region in Simbabwe. Der Konzern ist darüber hinaus an Explorationsprojekten in Botswana, Mosambik, Madagaskar, Russland und Kanada beteiligt. Im S&P Africa 40 Index ist Implats das Unternehmen mit der dritthöchsten Gewichtung.

Rhodium wird zum umsatzstärksten Förderprodukt

Operativ aktiv ist Impala mit etlichen Tochterfirmen wie Impala, Zimplats, Marula, Mimosa und Two Rivers. Die Konzerntochter Impala Refining Services veredelt die in den eigenen Minen gewonnenen Edelmetalle. Zuletzt produzierte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2020/21 ein Äquivalent von ca. 3,3 Mio. Unzen an raffinierten Platinmetallen. Dabei entfallen auf Rhodium aktuell ca. 41 % der Umsätze, auf Palladium 31 % und auf Platin 17 %. Der Rest teilt sich auf Gold, Nickel, Iridium und Ruthenium auf. Bis 2018/19 dominierte Platin, denn bis dahin hielt sich der Preisanstieg bei Palladium noch einigermaßen in Grenzen. Der enorme Umsatzanteil, den Rhodium im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichte, beruht auf einer zwischenzeitlichen Verdreißigfachung (!) des Rhodium-Preises. Dieser kletterte von 2017 bis Anfang 2021 von unter 1.000 USD je Unze auf Höchstpreise von bis zu 30.000 USD je Unze. Mittlerweile liegt der Rhodium Preis wieder bei ca. 16.800 USD je Unze, so dass der Umsatzanteil wieder deutlich zurückging.

Im Fokus: Arbeitssicherheit in den Minen

Doch beim Unternehmen ist nicht alles Platin was glänzt. Ein wichtiger Aspekt ist die Arbeitssicherheit, die in der Vergangenheit oft zu Recht öffentlich kritisiert wurde. Das Unternehmen hat daraufhin jedoch entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet und einen wichtigen Fokus auf das Thema Sicherheit gelegt. Ansonsten wäre das Unternehmen an dieser Stelle übrigens auch nicht für eine Empfehlung in Frage gekommen. Die Zahl der sehr bedauerlichen tödlichen Unfälle in den Minen hat sich in den letzten vier Jahren bereits stetig verringert und lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 3. Allein im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021/22 wurden allerdings schon wieder vier tödliche Unfälle verzeichnet, bei denen sechs Personen zu Tode kamen. Diesbezüglich gibt es also noch einiges zu verbessern bei Implats.

Gewinnverdreifachung im Jahr 2020/21

Da die Gesamtproduktion an Platinmetallen um +16% von 2,8 Mio. Unzen auf 3,27 Mio. Unzen zulegte, wurden die Umsätze im Jahr 2020/21 von 69,9 Mrd. Rand (ca. 4,6 Mrd. USD), dank der stark gestiegenen Preise, um +86 % auf 129,6 Mrd. Rand (ca. 8,6 Mrd. USD) gesteigert. Nach einem Gewinn von 16,5 Mrd. Rand (ca. 1,1 Mrd. USD) im Vorjahr wurde eine Gewinnverdreifachung auf 47,9 Mrd. Rand (ca. 3,2 Mrd. USD) vermeldet. Pro Aktie entspricht das etwa 60 Rand oder 3,98 USD (Vorjahr 21 Rand bzw. 1,39 USD). Mit einer Eigenkapitalquote von 72 % und einem Cash-Bestand in Höhe von 23,5 Mrd. Rand (ca. 1,6 Mrd. USD) ist auch die Finanzierung der Minenproduktion längerfristig gesichert. Aufgrund der glänzenden Geschäftsentwicklung wurden für das vergangene Geschäftsjahr Dividenden in Höhe von 22 Rand (1,46 USD bzw. 1,27 EUR) je Aktie ausgeschüttet. Bezogen auf den aktuellen Aktienkurs in Höhe von 11,60 Euro entspricht dies einer Dividendenrendite von mehr als 10 %. Für 2021/22 dürften die Geschäftsergebnisse und damit auch die Gewinnbeteiligungen aufgrund der etwas schwächeren Preise für Platinmetalle allerdings wieder deutlich moderater ausfallen. Für das Geschäftsjahr 2021/22 wurde das Produktionsziel zuletzt von 3,3 bis 3,6 Mio. Unzen auf 3,1 bis 3,2 Mio. Unzen gekürzt.

Sensationelle Aktienkursentwicklung

Die besten Platin Aktien: Kursentwicklung der Impala Platinum Aktie von Mai 2019 bis Mai 2022 | Online Broker LYNX

Auch die Impala-Aktie profitierte von den steigenden Edelmetallpreisen. Seit Ende 2018 kletterte die Aktie von Pennystock-Niveau in der Spitze auf ein 10 Jahres-Hoch von 18,20 Euro – in diesem Bereich lag auch unser mögliches Kursziel. Der Corona-Crash, der die Aktie zuvor von 10 Euro kurzzeitig auf 2,50 Euro abstürzen ließ, erwies sich als einmalige Einstiegsgelegenheit auf die innerhalb weniger Monate eine Kursvervielfachung folgte. Seit den Höchstkursen hat die Aktie parallel zu den fallenden Platin- Notierungen wieder erheblich nachgegeben. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 10,7 Mrd. Euro (Aktienkurs 12,60 Euro) ist die Aktie weiterhin nicht unbedingt als Schnäppchen zu betrachten.

Spekulative Platin-Aktie mit hohem Gewinnhebel

Die Implats-Aktie ist ein hochinteressantes aber auch sehr spekulatives Investment im Platinbereich. Die Höchststände aus dem Jahr 2008 bei über 30 Euro dürften zwar weiterhin außer Reichweite liegen, aber mittel- oder langfristig könnten nach dem Rücksetzer durchaus auch wieder Kurse oberhalb von 15 Euro drin sein. Im Falle erneut steigender Platin-Preise dürfte Impala Platinum zu den größten Gewinnern unter den Platin-Aktien gehören, denn der Gewinnhebel ist bei steigenden Metallpreisen enorm. Wie Anglo American Platinum befindet sich auch die Implats-Aktie in einer Konsolidierung. Einstiegskurse sehen wir im Kursbereich 10 bis 11 EUR, der Ende April bereits erreicht wurde. Rechnen Sie allerdings, wie bei allen Rohstoffaktien, mit sehr starken Kursschwankungen. Kurshalbierungen oder -verdopplungen sind in diesem Sektor nicht außergewöhnlich, besonders dann, wenn es an den Finanz- und Rohstoffmärkten allgemein turbulent zugeht. Investieren Sie entsprechend nur einen sehr kleinen Depotanteil.

Sibanye Stillwater: Die Nummer 2 der Platinförderung

Das in Westonaria, Südafrika ansässige Unternehmen Sibanye Stillwater (ISIN: ZAE000259701 – Symbol (Johannesburger Börse): SSW – Währung: ZAR) ist mit 33,4 geförderten Tonnen Gold der größte südafrikanische Goldproduzent (vor AngloGold Ashanti, Harmony Gold und Gold Fields). Nach den Übernahmen von Aquarius und Stillwater Mining im Jahr 2016 und Lonmin im Juni 2019 ist das Unternehmen mittlerweile darüber hinaus auch der zweitgrößte Platin- und Palladiumhersteller der Welt.

Nach der Übernahme des US-amerikanischen Platin- und Palladium-Produzenten Stillwater Mining im Jahr 2016 hat sich das Unternehmen im Februar 2020 zu Sibanye Stillwater umbenannt, auch das Aktienkürzel änderte sich. Der Bergbaukonzern betreibt in Südafrika insgesamt fünf Goldbergwerke. Platin baut das Unternehmen in Rustenburg, Südafrika sowie zusammen mit Palladium in Stillwater in den USA ab. In den USA wird ferner auch eine große Recyclinganlage zur Wiedergewinnung von PGM-Metallen (PGM = Platin Group Metals) unterhalten. Des Weiteren besitzt das Unternehmen in Südafrika auch Uranvorkommen, die bei den derzeit noch zu niedrigen Uranpreisen jedoch nicht abgebaut werden.

Platinmetalle stehen im Jahr 2021 für 80 % des Umsatzes

Im Gesamtjahr 2021 wurden insgesamt 17,7 Tonnen Platinmetalle (Vorjahr 18,8 Tonnen) produziert und 23,5 Tonnen (Vorjahr 26,1 Tonnen) recycelt. Platin steht dabei für 50 % der Produktionsmenge, Palladium für 42 % und Rhodium für die restlichen 6 %. Bei einer Umsatzsteigerung von +35 % auf 172 Mrd. Rand (ca. 10,9 Mrd. USD) lieferten die Platinmetalle im Jahr 2021 satte 80 % der Umsätze. Der Gewinn stieg allerdings nur leicht um +10,5 % von 30,6 Mrd. Rand auf 33,8 Mrd. Rand (ca. 2,14 Mrd. USD). Das Ergebnis je Aktie sprang damit von 0,02 Rand (ca. 0,001 USD) im Vorjahr auf 10,68 Rand (ca. 0,73 USD). Etwas bedrückend ist die mit 15 Unglücken und 20 Todesopfern stark gestiegene Zahl fataler Unfälle. Im Vorjahr lag die Zahl der bei Minenunglücken gestorbener Mitarbeiter bei 9. Die Arbeitssicherheit zu erhöhen, sollte deshalb höchste Priorität haben.

Deutliche Dividendenanhebung und umfangreiche Aktienrückkäufe

Nach erfolgreichem Schuldenabbau wurde die Dividende im Jahr 2021 kräftig erhöht. Nachdem im Jahr 2020 gerade mal 1,7 Mrd. Rand ausgeschüttet wurden, lagen die Ausschüttungen 2021 bei 18,2 Mrd. Rand (1,15 Mrd. USD). Pro Aktie waren dies 4,79 Rand (ca. 0,30 USD). Im Vorjahr lag die Ausschüttung bei 3,71 Rand (ca. 0,235 USD). Insgesamt sollen laut Jahresbericht 2021 jährlich fortan 25 % bis 35 % des Jahresgewinns an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Außerdem wurde kürzlich ein Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen, bei dem für rund 8 Mrd. Rand (ca. 0,54 Mrd. USD) rund 5 % der ausstehenden Aktien aufgekauft wurden. Auf der letzten Hauptversammlung wurde jedoch bereits ein weiteres, noch größeres Aktienrückkaufprogramm beschlossen. Demnach sollen in nächster Zeit bis zu 20 % der ausstehenden Aktien zurückgekauft und gecancelt werden.

Spannende Aktie für mutige Anleger

Die besten Platin Aktien: Kursentwicklung der Sibanye Stillwater Aktie von Februar 2020 bis Mai 2022 | Online Broker LYNX

Die Sibanye Stillwater-Aktie befand sich bereits seit Mitte 2018 wieder im Vorwärtsgang, als die Corona-Krise wie ein Meteorit einschlug. Ausgehend von Crash-Tiefstkursen bei 0,85 Euro hatte sich die Aktie zwischenzeitlich um +469 % auf 4,84 Euro hochgekämpft. Aktuell notiert der Wert bei ca. 3,36 EUR. Mit einer Marktkapitalisierung von 9,5 Mrd. Euro ist das Unternehmen recht fair bewertet. Ohne weitere Streiks könnte Sibanye nach den Übernahmen von Aquarius, Lonmin und Stillwater über kurz oder lang zum weltgrößten Platinproduzenten aufsteigen. Je nachdem, ob auch recyceltes Platin dazugerechnet wird, könnte dieses Ziel sogar in unmittelbarer Reichweite liegen. Mutige Anleger kaufen die Aktie im Bereich von 2,80 bis 3,20 EUR und spekulieren auf einen weiteren Anstieg des Platinpreises sowie des Goldpreises.

Fazit: Korrektur bietet spekulativen Anlegern Einstiegsgelegenheiten bei Platin-Aktien

Zweifellos gehörten Platin-Aktien direkt nach dem Corona-Crash zu den großen Krisen-Gewinnern. Während auf der einen Seite Anleger verstärkt in das Edelmetall investierten, verzeichnete auch die Industrie wieder einen steigenden Bedarf. Der Chipmangel in der Autobranche sorgte allerdings zwischenzeitlich für Ernüchterung, denn im Jahr 2021 konnten weit weniger Autos gebaut werden als nachgefragt wurden. Entsprechend wurde auch weniger Platin für Katalysatoren benötigt und die Lager füllten sich. Dennoch liefert der zuvor überproportional stark gestiegene Palladium-Preis immer mehr Automobilbauern genügend Anreiz dafür, in Katalysatoren das immer noch deutlich günstigere Platin zukünftig als Substitut einzusetzen. Und glaubt man Experten, so nimmt dieser Trend tatsächlich Fahrt auf. Sobald der Halbleitermangel beseitigt wird, dürften sich die Aussichten für Platin stark aufhellen. Denn dann steht einer auf absehbare Zeit sinkenden Minenproduktion wieder eine steigende Nachfrage gegenüber. Der Ukraine-Krieg könnte dazu führen, dass es bereits 2022 statt dem erwarteten Überschuss von 650.000 Unzen ein kleines Defizit gibt. Da die Aktienkurse aller Platin-Produzenten aktuell korrigieren, können spekulative Anleger mit entsprechendem Risikobewusstsein bei allen drei vorgestellten Werten Abstauberlimits unter dem aktuellen Kurslevel setzen, um längerfristig einzusteigen.

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