MDAX Prognose MDAX: Genau hier und jetzt entscheidet es sich!

News: Aktuelle Analyse des MDAX Index

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MDAX
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Der MDAX lief zum Handelsende des Mittwochs genau an die obere Begrenzung der Mitte November etablierten Seitwärts-Spanne, knapp darüber wartet die 200-Tage-Linie. Geht er da durch, wäre das ein markant bullisches Signal. Aber man sollte vorsichtig bleiben, denn …

… der Index war im Dezember auch kurzzeitig aus dieser Seitwärts-Range nach unten ausgebrochen, kam aber nicht weit, weil er dann in der aus den Tiefs vom Juli und September bestehenden, nahe gelegenen Supportzone aufgefangen wurde. Das war eine Bärenfalle … und es spräche nichts dagegen, dass ein Anstieg über diesen Kreuzwiderstand aus dem oberen Ende der Kursspanne und der 200-Tage-Linie (akt. bei 26.566 Punkten) im Gegenzug zur Bullenfalle würde.

Denn Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass bereits bei 27.386/27.640 Punkten die nächste, markante Widerstandszone in Form der Tiefs vom März und Mai warten würde. Da ist also nicht viel Spielraum, den sich der MDAX erarbeiten würde, sollte er über die 200-Tage-Linie hinauskommen, bevor das bärische Lager erneut aktiv werden könnte. Es sei denn, die Akteure hätten Grund, auch dann noch konsequent und umfassend weiter zu kaufen, so dass man bärische Gegenwehr einfach überrennen könnte.

Da es sich hier um subjektive Einschätzungen handelt, die dann das Handeln leiten, ist so etwas zwar nicht sicher vorhersagbar, aber man kann bereits im Vorfeld die Argumente sichten, die für oder gegen die Ausweitung des laufenden Aufwärtsimpulses sprechen würden.

Den aktuellen Kurs und Chart des MDAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Für eine Fortsetzung der Käufe spräche das langfristige Chartbild. Das zeigt, dass der MDAX auf einer massiven, soliden Unterstützung nach oben gedreht hatte, konkret auf der Kreuzunterstützung aus einer bis ins Jahr 2015 zurückreichenden Supportzone und der übergeordneten, langfristigen Aufwärtstrendlinie, die ihren Ursprung im Frühjahr 2009 hat. Das ist eine starke Basis für einen neuen, größeren Hausse-Schub, zumal der Langfrist-Chart zudem zeigt, dass der Stochastik-Oszillator auf Monatsbasis zuvor im überverkauften Terrain angekommen war und gerade erst zu einem neuen Kaufsignal ansetzt.

MDAX: Monats-Chart vom 04.01.2023, Kurs 26.447,85 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Dagegen spricht, dass das bullische Lager derzeit, bildlich gesprochen, den falschen Mond anheulen könnte. Denn dass die Inflation zuletzt deutlich zurückkam, ist nicht nur nicht zwingend von Dauer. Es ist auch für die kommenden Quartale das wohl kleinere Problem. Denn in vielen Bereichen ist mittlerweile eine sinkende Nachfrage zu spüren, sei es durch zuvor randvoll gefüllte Lager, sei es durch einen zurückhaltenden Konsum. Das ist auch der Effekt höherer Leitzinsen, die aber erst einmal weiter steigen und nicht allzu bald wieder sinken werden. Das bedeutet Druck auf die Unternehmensgewinne. Bis Ende September hatte man das eingepreist. Jetzt, da einige glauben, eine Rezession werde ausbleiben und sich nur auf die Inflation fokussieren, ist dieser Aspekt wieder ausgepreist, was bedeutet: Das Eis ist dünn.

Aber bis klar wird, ob und wie deutlich die Unternehmensgewinne insgesamt unter Druck kommen, werden noch einige Wochen ins Land gehen. Bis dahin könnte die Käuferseite grundsätzlich dominant bleiben. Wichtig wäre nur, um das Risiko bei weiter steigenden Kursen zu wissen und die Stop Loss von Long-Trades deshalb mit jeder überwundenen Chart-Hürde umgehend und konsequent ein wenig nachzuziehen!

MDAX: Tages-Chart vom 04.01.2023, Kurs 26.447,85 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX
Top Flop Aktien – Übersicht der Gewinner und Verlierer

Welche Aktien in den wichtigen Indizes sind in letzter Zeit am meisten gestiegen oder gefallen? Was sind die Top-Aktien 2023? Welche Aktien haben die beste Performance über die letzten 5 Jahre und welche Aktien sind stark gefallen? Hier finden Sie es heraus: DAX Top FlopMDAX Top FlopEuro Stoxx Top FlopDow Jones Top FlopNasdaq 100 Top Flop

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Vorherige Analysen des MDAX Index

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Wochenlang trat der MDAX in einer engen Handesspanne auf der Stelle, dann brach er auf einmal nach unten aus. Ein klares Signal? Das wäre es, wenn Anschlussverkäufe das bärische Setup verstetigt hätten. Doch der MDAX zieht wieder an. Kommen die Bullen zurück?

Es kommt durchaus öfter vor, dass der Ausbruch aus einer längeren Seitwärtsspanne zum Fehlausbruch wird und sogar die Basis für einen Ausbruch auf der Gegenseite liefert. Im Fall des MDAX ließe sich da argumentieren, dass das Ausbleiben größerer Abgaben nach dem Ausbruch nach unten die Short-Seller bewogen hat, ihre Positionen zu schließen, was für sich genommen schon Kaufdruck auslöst. Das bullische Lager sieht, dass der Druck trotz der eigentlich klar bärischen Statements von US-Notenbank und EZB gering bleibt und nutzt die Schwäche der Gegenseite, um die Rückkehr in und idealerweise den Ausbruch über diese im November etablierten Handelsspanne zwischen 25.230 und 26.417 Punkten zu erreichen.

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Das wäre das ideale Szenario für das von der reinen Zahl der Köpfe ja immer größere Lager der Bullen. Aber auch, wenn es beeindruckt, dass sich der MDAX in dieser Woche so gut hält: Die Umsätze sind kurz vor Weihnachten gering. Und der Index ist zwar wieder von unten in diese Kursspanne hineingelaufen, von deren oberem Ende aber noch ein gutes Stück entfernt. Das heißt nicht, dass ein bullischer Konter nicht gelingen könnte. Aber man sollte besser noch nicht allzu viel darauf wetten, dass es so kommt … aus zwei Gründen:

Expertenmeinung: Direkt unterhalb der Handelsspanne liegt eine recht solide Unterstützungszone, die sich aus markanten Tiefs der Monate Juli bis September zusammensetzt. Die fing den MDAX auf. Aber dass eine solche Zone bei einem ersten Test hält, ist nicht ungewöhnlich, daraus ließe sich noch nicht ableiten, dass sie einem erneuten Test wieder standhalten wird.

MDAX: Monats-Chart vom 21.12.2022, Kurs 25.486,65 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Zweitens sind die Perspektiven nun mal bärisch, das ändert sich vorerst auch eher nicht. Natürlich könnten sich US-Notenbank und EZB irren, die Inflation doch schnell verschwinden und die Zinsen deshalb bald wieder sinken. Aber dann vermutlich deswegen, weil eine Rezession die Preise drückt. Beides, hohe Leitzinsen und Rezession, wären bärisch. Und es spricht derzeit so gar nichts dafür, dass man sich da zwischen Skylla und Charybdis wird durchmogeln können.

Daher sollte man diese Rückkehr der Käufer besser noch nicht überbewerten, zumal eben erst dann ein bullisches Signal vorläge, wenn der MDAX nicht nur diese alte Seitwärtsspanne nach oben verlassen hat, sondern darüber hinaus die dann nahe liegende 200-Tage-Linie und die massive Widerstandszone zwischen 27.386 und 28.350 Punkten überwunden hätte. Dann wäre aus charttechnischer Sicht tatsächlich ordentlich Luft nach oben. Aber darauf jetzt bereits zu wetten, wäre in diesem grundsätzlich weiter bärischen Umfeld äußerst verwegen. Besser wäre, im Vorfeld eines solchen Signals andere die Kohlen aus dem Feuer holen zu lassen.

MDAX: Tages-Chart vom 21.12.2022, Kurs 25.486,65 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX
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Einerseits ist es äußerst bullisch, dass der MDAX seine zu Jahresbeginn etablierte Abwärtstrendlinie im November bezwang. Andererseits wartet eine nicht minder wichtige Widerstandszone knapp über der momentanen Handelsspanne. Worauf kommt es jetzt an?

Wie so ziemlich alle anderen Aktienindizes auch, sprang der MDAX nahezu aus den Schuhen, als am 10. November die bislang aktuellsten US-Inflationsdaten gemeldet wurden und man diese Zahlen seitens vieler Akteure als Beleg dafür ansah, dass man auf dem Weg in Sachen Inflationsbekämpfung schon weit vorangekommen sei und daher der Druck durch höhere Leitzinsen schnell nachlassen wird. Doch seit dieser unmittelbaren und mehr emotionalen als faktisch unterfütterten, dreitägigen Kaufwelle geht nichts mehr vorwärts und nichts zurück: Der MDAX ist in einer schmalen, zwischen 25.830 und 26.417 Punkten gelegenen Handelsspanne gefangen.

Unter dieser Spanne wartet als unmittelbarer und vergangene Woche bereits bewährter Support die 20-Tage-Linie, im Chart auf Tagesbasis blau markiert. Es folgt die wichtige Oktober-Aufwärtstrendlinie, welche diese Aufwärtsbewegung entscheidend führt. Und selbst, wenn diese beiden Stricke reißen sollten, wäre da noch zwischen 24.367 und 24.844 Punkten die Auffangzone aus den Tiefs der Monate Juli und September. Erst, wenn diese Zone fallen würde, wären der Weg nach unten frei und die Bullen geschlagen.

MDAX: Tages-Chart vom 05.12.2022, Kurs 25.903,45 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Auf der Oberseite wartet beim Verlassen der Handelsspanne als Erstes einmal die 200-Tage-Linie bei aktuell 27.115 Punkten. Eine Linie die, wenn die Rahmenbedingungen für wieder nach unten drehende Kurse günstig sind, von den Bären normalerweise gezielt und entschlossen verteidigt wird. Und käme der MDAX über diese Hürde hinaus, würden zwischen 27.386 und 28.350 Punkten drei markante Wendemarken als potenzielle Widerstände fungieren. Was bräuchten die Bullen, was die Bären, um die Sache zu ihren Gunsten zu entscheiden?

Expertenmeinung: Eine Frage, deren Antwort so leicht gar nicht fällt, denn wir bewegen uns ja, was die vorherige Kaufwelle angeht, auf einer sehr emotionalen Ebene. Angenommen, die nächsten, am 13. Dezember anstehenden US-Inflationsdaten wären wieder besser als seitens der Analysten prognostiziert, die momentan eine Veränderung zum Vormonat von +0,3 Prozent unterstellen, könnte das ausreichen, um den MDAX aus der Handelsspanne nach oben hinaus zu tragen und, wenn es gut läuft, mit dem dann wieder gewonnenen Momentum auch die 200-Tage-Linie überbieten. Aber wichtiger dürften die dann direkt darauf folgenden Entscheidungen der US-Notenbank am 14.12. und der EZB am 15.12. sein, was neue Argumente für weitere Käufe angeht. Gut möglich, dass man den MDAX bis dahin unter geringen Umsätzen weiter seitwärts schiebt.

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Aber zu sicher sollte man sich besser nicht sein, dass der Ausbruch nach oben erfolgt. Denn jetzt hat man ja kleiner dimensionierte Zinserhöhungen bereits eingepreist. Die Erwartung einer ab sofort „handzahmen“ Inflation ist in den Kursen auch drin. Und so mancher könnte auch glauben, dass die Rezessionsgefahr damit vom Tisch sei. Da ist also allerhand Enttäuschung-Potenzial vorhanden. Und es war auffällig, dass die Vorabschätzungen der deutschen und der Eurozone-Inflation in der vergangenen Woche keine nennenswerten Käufe nach sich zogen, obgleich man auch diese Zahlen als positive Überraschung hätte deuten können.

Sollte der MDAX aus der Seitwärts-Range nach unten herausfallen und damit dann zugleich die Oktober-Aufwärtstrendlinie reißen, wäre daher schon größte Vorsicht angebracht, sofern man hier auf der Long-Seite engagiert wäre.

MDAX: Monats-Chart vom 05.12.2022, Kurs 25.903,45 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX
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Wenn man sich den langfristigen Chart des MDAX ansieht, stellt man fest: Der Index drehte genau dort nach oben, wo er musste, um ein massives, langfristiges Shortsignal abzuwenden. Aber bedeutet das auch zugleich, dass der Weg nach oben offen ist … und bleibt?

Ein Blick auf das ganz langfristige Chartbild des MDAX auf Monatsbasis zeigt, dass eine Aufwärtstrendlinie, ausgehend vom Ende der Subprime-Baisse Anfang 2009 über das Corona Crash-Tief 2020, zusammen mit dem 2015 bis 2019 entstandenen Supportbereich 21.160/21.680 Punkte eine Kreuzunterstützung bildet. Dorthin war der MDAX zum Ende des dritten Quartals gefallen, dort drehte er mit immenser Dynamik nach oben:

Beide Anfang 2022 etablierten Abwärtstrendlinien wurden überboten, wie der Chart auf Tagesbasis zeigt. Und durch die Rallye im Anschluss an die US-Inflationsdaten vom vergangenen Donnerstag kam es sogar zu einem Überschießen über den Mitte Oktober entstandenen Aufwärtstrendkanal. Der damit keine “bärische Flagge” mehr werden kann. Ein perfektes Chartbild für die Bullen.

Zwar ist der Index auf Tagesbasis überkauft, wie wir anhand des RSI-Indikators sehen, der im Tageschart unten mit eingeblendet ist. Aber die nächste, massive Widerstandszone wartet erst bei 27.386 zu 27.640 Punkten.

MDAX: Tages-Chart vom 14.11.2022, Kurs 26.304,83 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Die wird derzeit durch die 200-Tage-Linie verstärkt, aber bis dahin wäre der Weg eben grundsätzlich noch frei. Vier, fünf Prozent könnten also noch drin sein. Da könnte man ja sogar noch zukaufen … oder?

Expertenmeinung: Es ist weniger der überkaufte Zustand des Index, der den Gedanken, bestehende Positionen nach einem solchen Run und ohne vorherige Korrektur auszubauen, riskant erscheinen lässt. Wäre die Inflation besiegt, wären wenn, dann nur noch wenige kleine Zinsanhebungen seitens der EZB zu erwarten, wäre das Rezessionsrisiko vom Tisch und 2023 kräftiges Wachstum zu erwarten, könnte man in der Tat sogar bei einem überkauften Markt erwägen, Positionen auszubauen und vor allem zu halten, was man hat, statt vorschnell kleine Gewinne mitzunehmen.

Aber nichts davon ist ja der Fall. Und selbst, wenn man so tun würde, als hätten die Notenbanker von US-Notenbank und EZB keine Ahnung, die seit Donnerstag davor warnen, solche (ohnehin nur in der trügerischen Jahresrate) erfreulich ausgefallenen Inflationsdaten überzubewerten, müsste man festhalten: Das sind US-Daten gewesen, nicht die unseren. Europa ist in einer, was die Inflation angeht, problematischeren Lage. Wegen der weit stärker gestiegenen Erzeugerpreise, die sich bislang viel weniger in der Kernrate der Teuerung zeigen als in den USA. Und wegen des trotz der momentanen Erholung insgesamt schwachen Euros, der die Inflation noch anheizt.

Solange das Umfeld bärisch ist, sind bullische Chartmuster immer welche auf Abruf. Eine Hoffnungs-Kaufwelle kann hartnäckig sein. Und dass am Freitag eine in einem solchen Umfeld die Kurse tendenziell ziehende Abrechnung am Terminmarkt ansteht, bietet den bullischen Tradern Rückenwind. Aber man sollte, solange die Rahmenbedingungen in die Gegenrichtung weisen, bei Long-Trades nicht auf mögliche Ziele schauen, sondern immer den Blick nach unten gerichtet lassen, um sofort die Reißleine ziehen zu können, wenn das Kartenhaus der Hoffnung beginnt, in sich zusammenzufallen.

In diesem Fall würde sich als Orientierung für eine Absicherung aggressiver Long-Trades der Bereich knapp unter 25.000 Punkte anbieten. Denn fiele der Index dorthin zurück, wäre er immerhin schon mal wieder unter die flachere der Abwärtstrendlinien zurückgefallen. Für mittelfristig ausrichtete Trades wäre als Basis eines Stoppkurses ein Level knapp unter 23.500 Punkten opportun. Dort liegt die Nackenlinie des im September/Oktober entstandenen Doppeltiefs, das Basis dieser bislang ungebrochenen und dynamischen Rallye wurde. Die, wie gesagt, weitergehen kann … aber eben nicht muss.

MDAX: Monats-Chart vom 14.11.2022, Kurs 26.304,83 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX
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Dass es am 13.10. gelang, den MDAX auf dem Weg zu neuen Jahrestiefs abzufangen, schuf die Basis für ein perfektes Doppeltief, das die Basis einer soliden Gegenbewegung nach oben werden könnte. Aber genau da, wo es darauf ankommt, machen sich die Käufer rar. Wieso?

Börse und Fußball haben zwar herzlich wenig miteinander gemein, aber in manchen Situationen passen die Vergleiche dann eben doch. Das, was wir gerade beim MDAX sehen ähnelt einem Elfmeter, der ein ganzes Turnier entscheiden würde. Geht das Ding an den Pfosten und erreichen die Gegenspieler den Ball, würde die Sache massiv nach hinten losgehen. Und niemand kann sich in einem solchen Abwärtstrend, der ja auch im Fall der Vollendung des Doppeltiefs intakt blieben würde und bei solchen Rahmenbedingungen sicher sein, dass Käufe, die den MDAX über die Nackenlinie dieses potenziellen, noch nicht vollendeten Doppeltiefs bei 23.513 Punkten tragen würden, nicht sofort abverkauft und zum Bumerang würden.

Also hofft man, dass irgendjemand anders sein Kapital dafür einsetzen und für die anderen die Kohlen aus dem Feuer holen wird. Was indes seit fünf Handelstagen nicht passiert.

Expertenmeinung: Das Problem ist: Die Rahmenbedingungen sind bärisch, das ist auch denen klar, die durchaus nichts gegen eine ordentliche Rallye mit 15 oder 20 Prozent Reichweite einzuwenden hätten. Und die nächste Widerstandszone oberhalb der Nackenlinie des Doppeltiefs würde bereits bei 24.367 zu 24.844 Punkten warten und wird auch noch durch die steilere der beiden mittelfristigen Abwärtstrendlinien verstärkt. Hinzu kommt:

Das Gros der MDAX-Unternehmen wird in den kommenden drei Wochen seine Quartalszahlen und einen aktualisierten Ausblick melden. Und selbst, wenn Ersteres noch manierlich ausfallen würde: Dass die Gesamtjahresprognosen bzw. Ausblicke Richtung 2023 nach oben korrigiert werden, dürfte eine Ausnahme sein. Und das ist nicht nur den Bären bewusst, sondern auch dem bullischen Lager. Wer wollte da vorangehen und auf eigenes Risiko versuchen, den Ball ins Tor zu befördern, wenn man doch darüber hinaus sieht, dass die anderen Käufer zögern und es der Gegenseite seit Tagen gelingt, den Index von dieser Nackenlinie fernzuhalten, obgleich der DAX als „großer Bruder“ zuletzt besser lief?

Sich gegen den übergeordneten Trend zu stellen ist fast nie eine gute Idee. Diese uralte und essentielle Börsenregel ist weithin akzeptiert, so lange man sich in einer Hausse bewegt und dieser Trend, dem man folgen sollte, nach oben weist. Aber à la Baisse spekulieren relativ wenige, weil das immer noch den Ruf hat, komplizierter und gefährlicher zu sein. Daher findet die Regel „folge dem Trend“ in einer Baisse auf einmal weit weniger Zustimmung. Aber wenn man sich das Chartbild des MDAX einmal emotionslos betrachtet, kommt man nicht umhin einzusehen:

Nach oben bliebe der Weg auch dann steinig, wenn es in den kommenden Tagen doch gelingt, dieses Doppeltief zu vollenden. Sich da gegen den übergeordneten Trend und die bislang eben noch klar bärischen Rahmenbedingungen zu stellen, wäre nur etwas für sehr erfahrene und konsequente Trader, die den Markt nonstop im Blick behalten können.

Chart vom 24.10.2022, Kurs 23.241,83 Punkte, Kürzel MDX | Online Broker LYNX
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Jetzt ist also auch das dritte Quartal mit einem Verlust zu Ende gegangen. Von Gegenwehr der Bullen war zuletzt nichts zu sehen. Nicht gut für die Käuferseite. Aber erst, wenn man den MDAX auf Monatsbasis betrachtet, sieht man, wie brenzlig die Sache jetzt wirklich ist.

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Natürlich sieht der MDAX-Chart auf Tagesbasis fatal aus. Die mittelfristigen Abwärtstrendlinien haben sich als solide Hürden erwiesen. Jedes neue Zwischenhoch von Belang lag in diesem Jahr unter dem vorherigen, die Chance auf einen Doppelboden ergab sich im Jahresverlauf gleich dreimal … und wurde dreimal von den Verkäufern und Short-Sellern eliminiert.

Tageschart vom 30.09.2022, Kurs 22.370,02 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Andererseits ist der MDAX zum Quartalsultimo derart weit von den beiden derzeit tonangebenden Abwärtstrendlinien entfernt und zugleich aus markttechnischer Sicht überverkauft, dass es doch zumindest zu einer erneuten Rallye an eben diese Linien kommen könnte, die derzeit bei 25.500 und 26.600 Punkten verlaufen? Im Idealfall fast 20 Prozent Luft nach oben, das wäre doch wenigstens etwas und für kurzfristige Trader genug, um sich mal wieder auf der Long-Seite zu versuchen. Aber lassen die Bären das zu?

Expertenmeinung: Es wäre überraschend, wenn die Bären jetzt einfach das Feld räumen, mit Beginn des neuen Quartals womöglich sogar ins Bullen-Lager überlaufen würden. Die Rahmenbedingungen sprechen für die Fortsetzung der Baisse. Ob schon genug „Krise“ in den Index eingepreist ist, weiß man nicht, weil derzeit in Bezug auf die Entwicklung der kommenden Monate „Sichtweite Null“ herrscht und bei der Bekämpfung der Inflation durch den Zins-Hammer viel schiefgehen kann.

Außerdem haben sie den MDAX jetzt in eine Position gebracht, die ihnen die Chance bietet, den Abverkauf kurzfristig noch deutlich zu intensivieren. Eine solche Chance lässt man vielleicht liegen und deckt seine Short-Trades ein, wenn man wittert, dass „good news“ um die Ecke warten. Aber jetzt stehen erst einmal die Bilanzen des dritten Quartals an. Und erste Gewinnwarnungen deuten an, dass die wohl großenteils den Short-Sellern in die Karten spielen werden. Worum geht es bei dieser vorgenannten Ausgangsposition?

Monatschart vom 30.09.2022, Kurs 22.370,02 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Das sieht man nur, wenn man sich den MDAX im ganz langfristigen Zeitfenster auf Monatsbasis ansieht. Da erkennt man, dass der Index in eine langfristig entscheidende Unterstützungszone hineingerutscht ist. Die besteht aus den Hochs der Jahre 2015 und 2016, den Tiefs der Jahre 2018 und 2019 und, weit wichtiger noch, aus der 2009 begonnen, langfristigen Aufwärtstrendlinie und einer flacheren Linie, die das 2009er-Tief mit dem Corona Crash-Tief verbindet. All das liegt zwischen 20.900 und 23.200 Punkten. Was bedeutet: Die untere Begrenzung dieser Zone ist jetzt weniger als sieben Prozent entfernt. Es wird also in den kommenden Wochen zu einer Entscheidung kommen müssen. Wer wird sich durchsetzen?

Es ist davon auszugehen, dass das bärische Lager den Durchbruch zumindest versuchen wird. Man hat die Rahmenbedingungen im Rücken und ist, das zeigt selbst ein flüchtiger Blick auf das Chartbild, derzeit stärker. Ob der Durchbruch aber auch gelingt, ist eine andere Frage. Denn diejenigen, die mit einer neuen Verkaufswelle viel zu verlieren hätten, vor allem große, institutionelle Investoren, dürften die Verteidigung dieser bereits deutlich angekratzten Zone natürlich zumindest versuchen.

Gelingt es ihnen, die Bären aufzuhalten, würden viele Short-Seller wohl schnell umdisponieren. Immerhin wäre der jetzt erreichte Bereich ideal, um Short-Gewinne mitzunehmen. Dann wäre die Rallye tatsächlich da, ein Run Richtung der Abwärtstrendlinien denkbar. Aber eben nur dann. Und solange nicht wenigstens der Widerstandsbereich 24.515/24.845 Punkte überwunden wurde, könnten die Bären kleine Gegenreaktionen problemlos einfach laufen lassen, dort zurückschlagen und sich dann erst daran machen, den langfristigen Aufwärtstrend zu brechen. Unterhalb dieser Zone 24.515/24.845 Punkte sollte man sich daher hüten, vorschnell die Seiten zu wechseln und Long zu gehen.