MDAX Prognose MDAX: Der Langfrist-Chart macht nervös

News: Aktuelle Analyse des MDAX Index

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MDAX
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Zum MDAX
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Der MDAX sieht schon in einem Chart auf Tagesbasis äußerst bärisch aus, immerhin schloss er gestern auf einem neuen Jahrestief. Aber wenn man mal einen Schritt zurücktritt und sich das „Große Ganze“ auf Monatsbasis ansieht, wird es richtig brenzlig.

Denn der MDAX, der „Index der zweiten Reihe“, rutscht gerade auf die übergeordnete Aufwärtstrendlinie zu. Auf eine Linie, die beim DAX noch weit entfernt ist, beim MDAX aber bereits in Schlagdistanz geraten ist. Auf die Linie also, die den Index seit März 2009 begleitet und aktuell bei etwa 23.000 Punkten verläuft.

Es gäbe noch eine Art „Sprungtuch“ für die Bullen, das ist die Unterstützungszone zwischen 21.160 und 21.680 Punkten, die sich aus dem Jahreshoch 2015 und dem Tief des Jahres 2018 zusammensetzt. Aber so, wie der Index aktuell daherkommt, stellt sich schon die Frage: Würde diese letzte Verteidigungslinie der Bullen auch halten, falls sie getestet wird?

Den aktuellen Kurs und Chart des MDAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Denn dafür müsste ja erst einmal jemand da sein, der auch verteidigen will. Bislang lassen sich die Käufer aber nicht blicken, obgleich die vergangenen Tage genau der rechte Moment gewesen wären, um den MDAX aufzufangen. Sie sehen es im Chart auf Tagesbasis:

MDAX: Tages-Chart vom 20.09.2022, Kurs 23.759,51 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Im Gegensatz zum DAX hatte der MDAX das März-Tief im Juli bereits deutlich unterschritten. Die darauffolgende Gegenbewegung blieb am oberen Ende des Abwärtstrendlinien-Fächers hängen und führte Anfang dieses Monats zu einem Test des Juli-Tiefs. Erneut kamen Käufe auf … aber die wurden diesmal bereits an der mittleren Linie des Abwärtstrendlinien-Fächers abgefangen. Der MDAX fiel erneut und aus Sicht der Bullen unerfreulich frühzeitig, denn das machte deutlich:

Die Verteidiger des Juli-Tiefs waren entweder nicht allzu zahlreich oder nicht allzu entschlossen. Die Folge war ein neues Tief am Freitag, zur Abrechnung der Derivate an der Terminbörse. Das hätte erneut eine Chance sein können, denn:

Es war erkennbar, dass man hier, beim MDAX, versuchte, die Abrechnung des Futures bzw. der MDAX-Optionen so tief wie möglich zu vollziehen, die Bären waren also dominant. Nur fiel deren Intention, diese Abrechnung der Derivate, ja ab Montag weg. Man hätte das Ruder also herumreißen können. Bzw. müssen, wären die Bullen hier noch einigermaßen nennenswert vertreten. Doch Sie sehen: Da passiert bislang nichts.

Sollte die heutige US-Notenbankentscheidung keine Rallye hervorbringen, von der sich der MDAX anstecken lassen könnte, wäre die Möglichkeit, dass er diese langfristige Trendlinie um 23.000 Punkte nicht nur testet, sondern zum Monatsende auch bricht, deutlich gestiegen. Und dann ginge es gleich um das oben genannte „Sprungtuch“. Das ist somit derzeit kein Index, bei dem man auf der Long-Seite etwas riskieren sollte!

MDAX: Monats-Chart vom 20.09.2022, Kurs 23.759,51 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen des MDAX Index

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Im Jahressaldo hatte der MDAX zeitweise knapp über 30 Prozent verloren. Doch seit einigen Wochen greifen die Käufer wieder zu. Wie weit kann das führen? Das kommt auf eine Zone an, die genau jetzt umkämpft ist. Wird sie überboten, wäre nach oben noch einiges drin.

Die gestrigen US-Inflationsdaten lösten am deutschen Aktienmarkt eine kleine Erleichterungsrallye aus. Auch der MDAX war mit dabei, legte zwei Prozent zu und hielt damit die Tür für weitere Kursgewinne offen. Zumindest aus charttechnischer Sicht, denn dass die US-Teuerung im Juli gegenüber dem Vormonat unverändert blieb, hätte sich, wer einen Blick auf die Kursbewegungen des US-Rohöls geworfen hätte, eigentlich denken können. Eine Entwarnung bei der Inflation oder sogar die Wende ist damit noch nicht gegeben. Hinzu kommt, dass auch die anderen Rahmenbedingungen mehrheitlich bärisch sind und vorerst wohl noch bleiben werden. Beim Konsum, dem Rückgrat des Wachstums, klemmt es. Die Unternehmensdaten sind bestenfalls gemischt. Und der anstehende Wegfall der Steuerminderung auf Kraftstoffe sowie der baldige Beginn der Gaspreisumlage, beides wird die Inflation hierzulande daran hindern, kurzfristig zu sinken.

Kann der Index also wirklich noch nennenswert etwas nach oben zuwege bringen, nachdem er zuletzt immerhin schon gut 15 Prozent über das im Juli markierte, bisherige Jahrestief gestiegen ist?

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Expertenmeinung: Möglich ist es, sicher natürlich nicht. Aber das Besondere an Rallyes im Bärenmarkt ist, dass sie nicht nur verblüffend weit reichen, sondern auch gegen bärische Rahmenbedingungen laufen können, weil viele eher auf steigende Kurse als auf sich aufhellende Daten reagieren. Letzteres hat man immer im Blick, das andere weniger … und viele haben auch nicht die Fachkenntnis, Bilanzen und Konjunkturdaten lückenlos einschätzen zu können.

Die Stimmung macht die Kurse … und die Kurse wiederum die Stimmung. Das kann zu einem geschlossenen Kreislauf werden, der die Faktenlage aussperrt, das funktioniert bei Rallyes wie bei Selloff-Phasen gleichermaßen. Nicht auf Dauer, aber doch durchaus lange … vorausgesetzt, das Momentum der Aufwärtsbewegung bleibt intakt und wichtige Hürden werden nicht allzu intensiv von bärischen Tradern verteidigt. Und damit kommt es jetzt für den MDAX darauf an, denn solche wichtige Hürden hat er gerade angesteuert.

Ein Doppeltief in der ersten Juli-Hälfte hatte den MDAX in die aus den Tiefs vom März und Mai zusammengesetzte Widerstandszone 27.386/27.640 Punkte getragen. Die wurde vergangene Woche auch überboten, aber dann gingen den Käufern Geld, Zuversicht oder beides aus: der MDAX kam zurück. Dadurch entstand die dritte, flachere Abwärtstrendlinie seit Jahresbeginn. Wir sehen damit einen Trendlinien-Fächer, weil zweimal der Ausbruch über den Abwärtstrend kurz danach abgefangen wurde. Ein hartnäckiger Widerstandsbereich, wenn der Index dort hinein zurückkommt, aber eine umso massivere Supportzone, wenn es beim nächsten Anlauf gelingen würde, diesen Fächer diesmal deutlicher zu überbieten.

Aber um Stimmung und Momentum positiv zu halten, gälte es jetzt erst einmal, diese Zone, die durch den zuvor überwundenen Bereich 27.386/27.640 Punkte noch verstärkt wird, zu halten. Die gestrigen Käufe waren dazu ein erster, wichtiger Schritt. Denn der MDAX drehte genau auf Höhe der im Fächer verlaufenden, im Chart blau gehaltenen 20-Tage-Linie aufwärts – ein Hinweis, dass das bullische Lager bereit und willens ist, einen neuen Abwärtsschub abzuwehren. Ob Bereitschaft und Willen aber ausreichen, würde sich erst erweisen, wenn der Index durch diese Zone erneut nach oben durchbricht. Das Vorwochen-Zwischenhoch bei 28.350 Punkten und mit ihm dann auch die oberste Linie des Fächers müssten eindeutig und auf Schlusskursbasis bezwungen werden, dann könnte es weitergehen, dieses fragile und doch oft hartnäckige Wechselspiel, in dem die Kurse steigen und die Stimmung aufhellen, was daraufhin erneut zu steigenden Kursen führt.

MDAX: Monats-Chart vom 10.08.2022, Kurs 27.818,28 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Misslingt das indes, indem der MDAX mit Schlusskursen unter 26.000 Punkten signifikant nach unten aus dem Trendlinien-Fächer herausfällt, dürften die insgesamt weiter bärischen Rahmenbedingungen die Anleger rasch wieder einholen.

MDAX: Tages-Chart vom 10.08.2022, Kurs 27.818,28 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX
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Der MDAX drehte Ende letzter Woche noch oberhalb des Anfang des Monats markierten Jahrestiefs und hat das dazwischen liegende Hoch bereits überwunden. Das sieht nach einer vollendeten Wende aus. Aber bis jetzt sieht das eben nur so aus. Ist das eine Falle?

In den Medien war zu lesen, die Hoffnung habe die Anleger in den Markt zurückgebracht, weshalb u.a. der MDAX am Dienstag kräftig Boden gutmachte. Bei solchen Aussagen sollte man sich erst einmal ein paar Fragen stellen. Erstens: Kaufen Anleger denn sonst ohne Hoffnung? Tun sie nicht. So gesehen ist es normal, dass hoffnungsvolle Akteure kaufen.

Zweitens: Worauf genau hoffen sie denn? Darauf, dass dann andere auch kaufen und ihre eigenen Käufe so in den Gewinn ziehen? Auch das wäre normal und kein Grund, um diesen Käufen größere Chancen zuzubilligen als anderen Gegenbewegungen in übergeordneten Abwärtstrends. Hoffen sie darauf, dass die Rahmenbedingungen Grund für eine größere Rallye, womöglich gar für die Wende insgesamt geben werden? Dann sollte man vielleicht besser gleich konstatieren, dass da nicht allzu viel daraus wird, denn:

Expertenmeinung: Morgen ist die EZB-Entscheidung. Es wäre eher überraschend, würden die Akteure in einen wirklich nachhaltigen Jubel ausbrechen, wenn die EZB die Zinssätze dann nur um 0,25 Prozent anheben würde (was sie eigentlich so avisiert hatte), statt um 0,50 Prozent. Denn ob Letzteres nicht vernünftiger wäre? Darüber hinaus rollen jetzt die ersten Quartalsbilanzen an. Die zwar teilweise noch gut ausfallen könnten, aber es kommt ja auf den Ausblick an. Und da dürfte es bei der Mehrheit der Unternehmen wenig Argumente zum Einstieg geben, ausgenommen Aktien, die derart brutal zu Boden gegangen sind, dass selbst ein mieser Ausblick ein Grund wäre, in einen überverkauften Titel wieder einzusteigen. So viele, dass das den 50 Aktien umfassenden MDAX in eine echte Aufwärtswende tragen könnte, sind das aber nicht.

Tageschart vom 19.07.2022, Kurs 26.515,53 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Aber über die Skepsis gegenüber der Plattitüde „Hoffnung trieb die Kurse“ hinaus (denn die Käufer waren ja offenbar letzte Woche noch nicht hoffnungsfroh und seither ist nichts passiert, weswegen sie ihre Meinung hätten ändern müssen) wäre da noch die Charttechnik.

Ja, ein über dem letzten Tief liegendes Tief ist gut. Dass das Zwischenhoch leicht überboten wurde, auch. Das kann die Basis einer größeren Rallye werden. Aber was es bislang de facto ist, ist eine „bear flag“, eine Flaggenformation innerhalb eines intakten Abwärtstrends. Solche Flaggen sind Konsolidierungsformationen, das heißt: Nicht immer, aber in der Mehrzahl der Fälle wird eine solche Flagge nach unten verlassen und setzt damit den Abwärtstrend fort.

Und diese Flagge bewegt sich unterhalb allen mittelfristig relevanten Widerstandslinien. Daher wäre es ratsam, in Sachen Wende noch skeptisch zu bleiben, zumal der Index, das sehen wir im langfristigen Chart auf Monatsbasis, auch nicht auf irgendwelchen wichtigen Unterstützungslinien aufgesetzt hatte, die ihm Rückenwind liefern könnten. Der MDAX müsste wenigstens über die Widerstandszone 28.857 zu 27.640 Punkte hinaus, die Tiefs der Monate März und Mai, um ein echtes Signal zu generieren. Denn bei allem, was sich darunter abspielt, warten die großen Adressen unter den Short-Sellern ohnehin in aller Ruhe ab, bis die Bullen müde werden, bevor sie auch nur daran denken zu zeigen, dass sie noch da sind!

Wochenchart vom 19.07.2022, Kurs 26.515,53 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Ende Mai sah die technische Gesamtlage am deutschen Parkett gar nicht mal so schlecht aus. Der MDAX konnte gerade den Widerstand bei 26.679 Punkten nach oben durchbrechen und lieferte somit ein klares Kaufsignal. Die folgenden Tage verliefen danach überaus freundlich und das nächste Kursziel lag auf der Hand. Es war die Widerstandsebene bei 31.500/32.000 Punkten.

Doch dieser Bereich wurde nicht erreicht. Mit dem Einbruch der Wall Street zur Wochenmitte verabschiedeten sich auch in Deutschland die Bullen in den Sommerurlaub und die Kurse begannen deutlich einzubrechen. Innerhalb weniger Tage verlor der Index 6.0% an Wert und die im Mai gestartete Rallye dürfte nun wohl ihr Ende gefunden haben.    

Expertenmeinung: An der Börse aktuell ist es daher wieder an der Zeit, den Blick nach unten zu richten, um die nächsten wichtigen Böden im Chart zu finden. Im Mai wurde ein wichtiges Pivot-Tief bei 27.640 Punkte kreiert. Dies dürfte wohl für diese Woche die nächste Anlaufstation des MDAX werden. Bei dem aktuellen Tempo würde es uns nicht wundern, wenn diese Ebene gleich zu Wochenbeginn anvisiert werden würde.

Danach wird es ungemein spannend, denn vorerst ist noch offen, ob dieser Support-Bereich auch tatsächlich halten wird. Wenn nicht, würde das Tief von Anfang März wieder ins Spiel kommen. Alles in allem scheinen nun wieder die Gefahren deutlich zugenommen zu haben und im Portfolio eine gute Portion an Cash zu halten, kann vorerst nicht schaden.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 10.06.2022 Kurs: 28.768 Kürzel: MDAX | Online Broker LYNX
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Angesichts der bärischen Rahmenbedingungen hätte der MDAX eigentlich keine Chance, auf mittel- oder langfristiger Ebene in den Aufwärtstrend zurückzukehren. Aber für eine Rallye durch kurzfristige Trader wäre er schon gut, wenn er die jetzt anstehenden Charthürden nimmt.

Es gibt gute Gründe zu unterstellen, dass der Weg des MDAX als „Index der zweiten Reihe“ mit seinen vielen exportorientierten Unternehmen nach oben steinig, nach unten hin hingegen spiegelglatt ist. Sie kennen diese Faktoren, nahezu alle anderen Anleger sind sich dessen ebenso bewusst. Aber in den 50 Aktien des MDAX steckt viel Geld. Und natürlich wäre denjenigen, die dort noch Long sind, sehr daran gelegen, dass sich der Abstieg hinauszögert. So lange, bis diese Akteure in eine kräftige Gegenbewegung hinein ebenfalls aussteigen können. Und sie sind nicht die einzigen, die gegen höhere Kurse nichts einzuwenden hätten.

Diejenigen im Bären-Lager, die nur gering Short investiert sind oder in den vergangenen Tagen ihre Positionen glattgestellt haben, hätten zweifellos nichts dagegen, wenn sie ihre Positionen auf einem lukrativ höheren Kursniveau wieder aufstocken oder neu aufbauen können. Und die ganz kurzfristigen Trader, die konsequent entlang der Charttechnik agieren und denen die Rahmenbedingungen daher relativ egal sind, solange nur genug Bewegung im Markt ist, könnten allemal auf ein charttechnisch bullisches Signal des MDAX aufspringen. Was hieße:

Gelingt es, ein solches Signal zu generieren, kann auch in einem eigentlich fatal negativen Umfeld eine größere Rallye entstehen. Es wäre, wenn man auf die vergangenen Jahrzehnte zurückblickt, nicht das erste Mal. Aber noch sind diese Hürden nicht genommen. Jedoch, es wurde bereits Vorarbeit geleistet, die wir im langfristigen MDAX-Chart auf Monatsbasis sehen:

MDAX: Monats-Chart vom 23.05.2022, Kurs 29.452,52 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Da sehen wir, dass der MDAX die wichtige Unterstützung bei 29.438 Punkten von unten kommend wieder erreicht hat. Das ist das alte Rekordhoch, das unmittelbar vor dem Corona-Crash entstand. Im März gelang es, es zum Monatsende zurückzuerobern, im April hielt es, im Mai könnte es jetzt erneut zurückerobert werden. Dass der Index dabei ebenso wie im März die langfristig wichtige, im Monatschart mit eingeblendete 1.000-Tage-Linie testete und verteidigte, ist ebenfalls ein wichtiger, potenzieller Rückhalt. Aus dem man etwas machen könnte, wenn diese vorgenannten, jetzt im Weg stehenden Widerstandslinien bezwungen werden. Was aber nicht unbedingt klappen muss.

Denn das Verteidigen von Unterstützungen läuft oft nicht gegen, sondern mit den Bären ab, weil die, wenn sie Short-Positionen eindecken um Gewinne zu sichern, die Kurse unfreiwillig mit nach oben ziehen. Aber an Widerstandslinien stehen die Bären normalerweise bereit, um neu oder verstärkt Short zu gehen. Entweder gelingt es also, die Hürden gegen den Widerstand der Bären zu nehmen … oder die Short-Seller laufen sogar ins bullische Lager über. Wobei letzteres in einem Umfeld wie diesem nicht gerade zu erwarten wäre.

Worum es da geht, zeigt der Chart auf Tagesbasis unten: Es geht um einen „Cluster“ aus den beiden im Januar etablierten Abwärtstrendlinien und mehreren Wendemarken seit Ende Februar, die sich im Bereich zwischen 29.900 und 30.400 Punkten ballen. Käme der MDAX da durch, könnte eine charttechnisch befeuerte Rallye Potenzial bis in die Region um 32.000 Punkte freisetzen. Prallt der MDAX in dieser Zone indes ab, sollte man besser nicht darauf wetten, dass das jüngste Zwischentief bei 27.640 Punkten halten wird.

Fazit: Ein kurzfristig bullisches Signal wäre zwar zu schaffen … aber bevor es nicht wirklich gelungen ist, wäre es riskant, sich hier auf die Long-Seite zu stellen.

MDAX: Tages-Chart vom 23.05.2022, Kurs 29.452,52 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX
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Rechtzeitig zum Quartalsende gelang es, ein massives, langfristig relevantes Short-Signal beim MDAX abzuwenden. Der Index verteidigte die 1.000-Tage-Linie und zog wieder über das „Prä Corona“-Hoch vom Februar 2020 an. Aber Vorsicht, bullisch ist er deswegen noch nicht!

Ein wenig hat bei diesen Käufen der letzten drei Wochen sicher geholfen, dass der MDAX nicht mehr so sehr der Index der Automobilzulieferer und Maschinenbauer ist wie in früheren Jahren. Diese massiv währungs- und exportabhängigen Aktien hatten schon seit Jahren Druck erfahren. Und was zu weit fällt, steigt aus dem Index ab. Jetzt sind es mehr Software- und Immobilienunternehmen, die den MDAX prägen. Aber auch die sind nicht gegen eine sich sukzessiv eintrübende wachstumsperspektive der Gesamtwirtschaft gefeit.

Wenn wir uns den ganz langfristigen Chart auf Monatsbasis ansehen, stellen wir fest, dass der MDAX in diesem jetzt beendeten März scheinbar zunächst keine Chance zu haben schien, um einen Test der übergeordneten, vor 13 Jahren etablierten Trendlinie bei 22.400 Punkten herumzukommen. Doch dann folgten zwei Wochen immenser Käufe, in denen über die Hälfte der Kursverluste seit Jahresbeginn wieder aufgeholt wurden.

MDAX: Monats-Chart vom 31.03.2022, Kurs 31.011,71 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Da diese Käufe vor allem mit der Hoffnung begründet wurden, dass sich die Lage im Ukraine-Konflikt durch Verhandlungen zeitnah würde beruhigen lassen und damit die Folgen der Sanktionen gemildert und die Energieversorgung sichergestellt würde, beides aber nicht eintrat, hängt diese Rallye jetzt argumentativ in der Luft. Die Kurse liefen, die Rahmenbedingungen aber kamen nicht mit.

Expertenmeinung: Und jetzt? Jetzt müsste der nächste Schritt gelingen, indem die entscheidende Widerstandszone bezwungen wird, die den Übergang von einem reinen Reduzieren massiver Verluste hin zu einem bullischen Signal bedeuten würde. Der Chart auf Tagesbasis zeigt, worum es dabei geht:

Wir sehen hier einen Widerstandsbereich, der sich in zwei Zonen aufteilt. Für ein mittelfristig relevantes, bullisches Signal sollte der MDAX über die Zone 33.160/33.780 Punkte laufen und damit das Dreifach-Topp, das bereits im Januar vollendet wurde, egalisieren. Gelingt das, wäre der Weg nach oben wieder frei. Aber an diesen Resistance-Bereich müsste er erst einmal herankommen.

Zunächst müsste der MDAX dazu den Bereich zwischen 32.000 und 32.350 Punkten überwinden, dort kreuzen sich Januar-Verlaufstief, kurzfristige Abwärtstrendlinie und die Nackenlinie der größeren der beiden Toppformationen, die Ende Februar vollendet wurden. Herangelaufen ist er zwar an diese Zone. Aber kaum war er dort angelangt, war es mit der Aufwärtsdynamik vorbei. Seither läuft er seitwärts, wobei Sie im Chart sehen, dass er dabei ein „Mini-Doppeltopp“ ausgebildet hat. Ein weiterer schwacher Tag, und diese kleine Abwärtstrendwende-Formation wäre vollendet und der Angriff auf diese vorgelagerte Widerstandszone abgewiesen. Sollte der MDAX daraufhin die nächstgelegene Auffanglinie, die 20-Tage-Linie, die gestern bei 30.675 Punkten notierte, auf Schlusskursbasis unterschreiten, würde sich auf der Unterseite erst einmal keine Zone oberhalb des März-Tiefs als potenzielle Unterstützung aufdrängen. Gut möglich also, dass die Short-Seller blitzschnell zurückkehren, sollte der MDAX diese noch in Reichweite liegende Widerstandszone 32.000/32.350 Punkte nicht zeitnah doch noch bezwingen!

MDAX: Tages-Chart vom 31.03.2022, Kurs 31.011,71 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX