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Dividenden sind die neuen Zinsen

In Zeiten anhaltender Niedrigzinsen sind Dividenden-Titel besonders attraktiv. Doch es kommt nicht nur allein auf die Rendite, sondern – und das gilt vor allem auch in Zeiten des Corona-Virus – auch auf Stabilitätund Nachhaltigkeit an. Daher haben wir recherchiert, um für Sie die besten Dividenden-Aktien Europas zu finden.

Dividendenstarke Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit

Die Dividendensaison 2020 geht zwar dem Ende zu, aber trotzdem lohnt es sich einen Blick auf Unternehmen zu werfen, die auch im kommenden Jahr mit den stabilsten und höchsten Ausschüttungen glänzen könnten. Denn nach der Dividendensaison ist bekanntlich vor der Dividendensaison und dividendenstarke Aktien erfreuen sich unter Investoren nicht nur Rund um die Termine der Hauptversammlungen immer größerer Beliebtheit. In Zeiten anhaltender Niedrigzinsen werfen Zinspapiere wie Anleihen kaum etwas ab oder haben sogar Minuszinsen. Für zehnjährige deutsche Staatspapiere liegt die Rendite aktuell bei -0,4% Kupon pro Jahr. Wer nicht draufzahlen möchte, benötigt renditeträchtigere Alternativen. Die Auswahl ist nicht allzu groß. Börsennotierte Konzerne sind auf jeden Fall einen Blick wert. Sie zahlen zumeist sogar höhere Dividenden für ihre Aktien als Zinsen für langlaufende Unternehmensanleihen.

Corona-Krise führt nach Rekordjahr zu Dividendenkürzungen und -streichungen

In den letzten Jahren waren die Unternehmen dank guter Geschäfte und mangels lukrativer Parkmöglichkeiten für freie Mittel in Ausschüttungslaune. So gab es im vergangenen Jahr 2019 einen weiteren Dividenden-Rekord, allein für den DAX wurden rund 38 Mrd. Euro ausgeschüttet. Da die Geschäfte auch 2019 meist sehr ordentlich liefen, wurden auch für dieses Jahr dicke Dividenden erwartet. Bis die Corona-Krise kam. Die weltweite Covid-19 Pandemie machte die Dividendenhoffnungen vieler Anleger zunichte und es verging streckenweise kaum ein Tag an dem es keine Ankündigung einer Dividendenkürzung oder -streichung gab. Auch etliche DAX-Konzerne mussten schmerzhafte Kürzungen der Ausschüttung bekannt geben. Mehr denn je kommt es für Dividendenjäger auf die richtige Auswahl der Aktien an.

In Dividendenwerte zu investieren lohnt sich

Wird der DAX-Performance-Index, also der „DAX“, mit dem weniger bekannten DAX-Kursindex (kurz K-DAX) verglichen, so wird offenbar, welch hohen Einfluss Dividenden auf den langfristigen Vermögensaufbau haben. Zur Berechnung eines Performance-Index wird nicht nur die Kursentwicklung der enthaltenen Werte herangezogen, sondern es wird auch die Dividendenausschüttung berücksichtigt und rechnerisch in den Index „reinvestiert“. Deshalb zeigt der Vergleich der beiden Indizes, welchen Anteil Dividenden an der Gesamtrendite haben. Während der K-DAX Ende Ende Juli 2020 bei etwa 5.600 Zählern stand, notierte der DAX-Performance-Index bei 12.900 Punkten. Wer Dividenden reinvestiert hat, konnte in den vergangenen 33 Jahren also mehr als das Doppelte verdienen, denn beide Indizes waren 1987 mit 1.000 Punkten gestartet. Eine Dividendenstrategie, bei der auf besonders hohe Renditen geachtet wird, vergrößert diesen Effekt entsprechend und macht langfristig einen enormen Unterschied.

Dividendenstrategie – Alles was Sie darüber wissen sollten

Bekannte Dividendenstrategien für die Praxis + Die zwanzig besten Dividendenaktien 2019 aus Dow Jones &…
Bekannte Dividendenstrategien für die Praxis + Die zwanzig besten Dividendenaktien 2019 aus Dow Jones &…

Bevorzugen Sie die Aktien dividendenstarker Großkonzerne

Als Dividenden-Titel besonders attraktiv sind Papiere von Großunternehmen, die ein stabiles Geschäftsmodell, vorhersehbare Gewinne und einen soliden Cashflow vorweisen können, so dass regelmäßig ein größerer Teil des Überschusses an die Anleger ausbezahlt werden kann. Es sollte sich bei den Dividenden Aktien um stabile Standardwerte handeln, beispielsweise Telekommunikationsunternehmen, Versorger und Basiskonsumgüterhersteller, aber auch Firmen aus anderen Branchen wie Finanzen, Industrie und Energie. Dividendenstarke Aktien sind zudem oftmals konjunkturresistenter als Wachstumsaktien, da die Vorhersehbarkeit der Gewinne größer ist. Das Wachstum hingegen fällt häufig moderater aus.

Auf was Sie bei Dividendenaktien noch achten sollten

Historisch gesehen unterliegen Unternehmen, die hohe Dividenden ausschütten, geringeren Kursschwankungen als der allgemeine Aktienmarkt, was sich im Falle von Markteinbrüchen als sehr vorteilhaft erweisen kann. Dabei sind in akuten Krisenzeiten (wie z.B. 2008 in der Finanzkrise) vor allem finanzstarke Großunternehmen deutlich weniger pleitegefährdet als Small- und Midcaps. Denn großen Konzernen fällt es auch in schweren Zeiten leichter, an Kapital zu kommen. Eine wichtige Rolle spielen auch die Geschäftsaussichten des Unternehmens. Sind diese negativ, so drohen für die Folgejahre Dividendenkürzungen oder gar -streichungen. Investoren sollten zudem unbedingt prüfen, ob die Ausschüttungen an der Substanz des Unternehmens zehren. Der operative Gewinn je Aktie sollte daher in der Regel grösser sein als die Dividende und so eine tatsächlich hohe Ertragskraft belegen.

Falls Sie sich auf dem deutschen Aktienmarkt umsehen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren aktuellen Artikel: Die 15 besten Dividenden-Aktien Deutschlands.
Für Dividendenaktien weltweit können Sie folgenden Artikel lesen: Die besten Dividenden-Aktien weltweit

ETF mit den 30 höchsten Dividendenrenditen in Europa

Besonders attraktiv sind unter den Standardwerten Dividenden-Titel, deren Ausschüttungen seit Jahren steigen oder die zumindest zuverlässig stabil sind. Es gibt auch einen ETF der sich auf europäische Dividendentitel spezialisiert hat: Der iShares EURO STOXX Select Dividend 30 UCITS ETF bildet die 30 Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen aus der Eurozone ab. Im Folgenden finden Sie die besten Dividendenwerte in Europa.

Die besten Dividenden-Aktien Europas 2020

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Aktien-Liste von zehn europäischen Dividenden-Aktien für 2020. Drei dieser Werte mit außergewöhnlichem Potenzial stellen wir Ihnen im Anschluss vor.

Dividenden Aktien Liste Europa:

Dividenden Aktie EuropaISINSymbolWährungDividendenrendite 2020
BASFDE000BASF111BASEUR6.30%
Banco SantanderES0113900J37BSD2EUR10.40%
BayerDE000BAY0017BAYNEUR4.50%
Deutsche TelekomDE0005557508DTEEUR3.90%
EniIT0003132476ENIEUR10.00%
Münchener RückDE0008430026MUV2EUR4.20%
NovartisCH0012005267NOVNCHF3.60%
SanofiFR0000120578SANEUR3.40%
Swiss ReCH0126881561SRENCHF7.90%
TotalFR0000120271FPEUR8.00%

Mit diesen europäischen Dividenden Aktien können Sie hohe Dividendenrenditen erzielen.

Sanofi: Dividende 26 Jahre in Folge erhöht

Sanofi (ISIN: FR0000120578 – Symbol: SAN – Währung: EUR) ist ein weltweit tätiger französischer Pharmakonzern, der 2004 durch Fusion von Sanofi-Synthélabo und Aventis entstand. Mit den Bereichen Onkologie, Herz-Kreislauf, Diabetes, Thrombose, Schilddrüse und Zentrales Nervensystem sowie Generika und Impfstoffen deckt man ein weites Tätigkeitsspektrum an. Der Hauptfokus liegt dabei in der Forschung, Entwicklung und Vermarktung von Arzneien für seltene oder immunologische Erkrankungen. Insgesamt investiert das Unternehmen jährlich mehr als 6 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung.

Aussichtsreicher Covid-19 Impfstoff in der Pipeline

Auch dem neuartigen Coronavirus hat das Unternehmen den Kampf angesagt. Wie zahlreiche kleinere und größere internationale Pharmakonzerne sucht Sanofi nach Medikamenten oder einem Impfstoff gegen den Virus Sars-Cov-2. Vor allem in Sachen Impfstoff, den man zusammen mit dem britischen Konkurrenten Glaxosmithkline entwickelt ist man höchst zuversichtlich, was die Zulassung angeht. Vorstandschef Paul Hudson bezeichnete die Erfolgsaussichten für Sanofi höher als für alle anderen Unternehmen. Noch in der ersten Jahreshälfte 2021 will Sanofi seinen Impfstoff auf den Markt bringen und steht dazu in engem Kontakt mit Zulassungsbehörden.

Moderates Umsatz- und Gewinnwachstum

In den letzten drei Jahren stiegen die Umsätze und Gewinne mit durchschnittlichen Wachstumsraten von +2 % bzw. +3 % nur sehr moderat. Für 2020 wird zwar mit einer Umsatzsteigerung von +5 % gerechnet, die Gewinne sollen Analysten zufolge jedoch im Bereich des Vorjahres also bei ca. 2,33 Euro je Aktie liegen. Für 2021 erwarten Marktexperten dann einen Gewinnanstieg in Höhe von +10 % auf 2,57 Euro. Positiv hervorzuheben ist die hohe Eigenkapitalquote des Unternehmens in Höhe von 52 %.

Europäischer Dividendenaristokrat

Aufgrund der hohen Finanzkraft kann es sich das Unternehmen leisten, eine Dividende auszuschütten, die sogar über dem Gewinn pro Aktie liegt. Mit einer Dividende von aktuell 3,15 Euro steigerte Sanofi die Gewinnausschüttung mittlerweile sage und schreibe 26-mal in Folge und gilt damit seit kurzem als sogenannter „Dividenden-Aristokrat“. Es gibt nur wenige Unternehmen, denen es gelingt ihre Dividendenausschüttung an Investoren ähnlich kontinuierlich zu steigern. Ab 25 aufeinander folgenden Jahren mit Dividenden-Erhöhungen wird Unternehmen daher das Prädikat Dividenden-Aristokrat verliehen. Um in den Dividendenadel aufgenommen zu werden, genügt es nicht über einige Jahre hinweg eine gute Geschäftsentwicklung zu haben. Da ein Zeitraum von 25 Jahren auch Krisen und Rezessionen umfasst gibt die Betrachtung Aufschluss über die Fähigkeit eines Unternehmens auch in schwierigeren Zeiten erfolgreich zu wirtschaften und seine Aktionäre daran zu beteiligen. In diesen elitären Klub ist Sanofi vorgestoßen.

3,4 % Dividendenrendite, Kontinuität und Zuverlässigkeit

Die besten Dividenden-Aktien Europas: Entwicklung Sanofi Aktie von Juli 2017 bis Juli 2020 | Online Broker LYNX

Die Aussichten für Dividendenjäger sind bei Sanofi auch in den aktuellen Krisenzeiten besonders gut: Denn wenn in Zeiten des Corona-Virus in einem Bereich investiert wird, dann im Gesundheitsbereich. Sanofi kann zwar nicht unbedingt mit hohen Wachstumsraten glänzen, bietet dafür aber neben grundsoliden Geschäftsaussichten auch eine attraktive Dividendenauszahlung. Die Rendite belegt mit 3,4 % zwar keinen Spitzenplatz unter den Dividendenzahlern, aber dafür bekommen Anleger Kontinuität und Zuverlässigkeit. Mit aktuell 92 Euro befindet sich die Aktie in Reichweite der Allzeithochs aus dem Jahr 2015 bei ca. 100 Euro. Der Wert eignet sich hervorragend für konservative Anleger.

Swiss Re: Gute Geschäftsaussichten beim Schweizer Rückversicherungskonzern

Die Swiss Re (ISIN: CH0126881561 – Symbol: SREN – Währung: CHF) mit Hauptsitz in Zürich, Schweiz, ist nach der Munich Re das weltweit zweitgrößte Rückversicherungsunternehmen. Das Unternehmen fokussiert sich dabei vor allem auf das Sachversicherungs- und das Lebensversicherungsgeschäft. Im vergangenen Geschäftsjahr 2019 wurde der Gewinn je Aktie um +84 % auf 2,46 CHF (2,29 Euro) gesteigert. Die Schweizer verdienten vor allem dank der starken Finanzmärkte und nahmen Geld durch einen Beteiligungsverkauf in Brasilien ein.

Corona-Krise belastet das Rückversicherungsgeschäft im ersten Quartal

Das Rückversicherungsgeschäft verlief zuletzt eher durchwachsen. Zu den üblichen Naturkatastrophen wie Waldbränden, Überschwemmungen, Hurrikanen und Taifunen kamen noch das Flugverbot für den Boeing Mittelstreckenjet 737 Max und die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook belastend hinzu. Doch zuletzt machten dem Unternehmen vor allem die Folgen der Corona-Pandemie zu schaffen z.B. die Verschiebung der Olympischen Sommerspiele. Wegen Corona wurde im ersten Quartal 2020 deshalb unterm Strich sogar ein Verlust in Höhe von 196 Mio. Euro geschrieben. Dieser kam allerdings vor allem durch die Abwertung des Beteiligungsportfolios um 200 Mio. Euro zustande. Durch die folgende Börsenerholung dürfte ein großer Teil davon bereits wieder wett gemacht worden sein. Positiv ist zumindest, dass die versicherten Nettoprämien um starke +12 % auf 4,7 Mrd. USD zulegten, während auch die Prämieneinnahmen um +7 % stiegen. Aufgrund der angefallenen Verluste verzichtet das Unternehmen auf eine weitere Fortsetzung des bisherigen milliardenschweren Aktienrückkaufprogramms. An der Dividende für 2019 wurde jedoch nicht gerüttelt.

Keine Dividendenkürzung: Folgen der Corona-Krise aus Sicht der Swiss Re beherrschbar

Verwaltungsratspräsident Walter Kielholz begründet dies damit, dass die Swiss Re als Versicherer weniger stark von der Corona-Krise betroffen sei: “Während wir die finanziellen Auswirkungen der aktuellen Krise auf Swiss Re zum jetzigen Zeitpunkt als absolut beherrschbar einschätzen, führen wir unser Geschäft und die Kapitalallokation mit der Vorsicht, die die aktuelle Volatilität erfordert“. In den letzten fünf Jahren wurde die Dividende stetig erhöht. Nach 5,60 CHF (5,21 EUR) im Vorjahr war die Auszahlung für das Geschäftsjahr 2019 bereits vor der Corona-Krise auf 5,90 CHF (5,49 EUR) festgelegt worden. Auch bei Swiss Re liegt die Dividende damit über dem Gewinn je Aktie, was durch die hohen Überschussreserven möglich ist. Dadurch sollen die Aktionäre zumindest teilweise für das heruntergefahrene Aktienrückkaufprogramm „entschädigt“ werden. Analysten erwarten zwar, dass es für 2020 möglicherweise eine Dividendenkürzung geben könnte, die offensive Ausschüttungspolitik des Managements dürfte jedoch weiter beibehalten werden.

Starke Rendite von 7,8%

Bei einem aktuellen Aktienkurs von 70 Euro und einer Dividende von umgerechnet 5,49 Euro beträgt die Dividendenrendite von Swiss Re aktuell starke 7,8 %. Selbst wenn man von einer saftigen Dividendenkürzung um -36 % von 5,90 CHF (5,49 EUR) auf 3,80 CHF (3,54 EUR) ausgeht, würde die Swiss Re Aktie immer noch auf eine Dividendenrendite von gut 5 % kommen. Die Vielzahl von Naturkatastrophen und Krisen wirkt sich für Rückversicherungsunternehmen nicht nur negativ aus. Im Gegenteil, denn vor allem das Neugeschäft fällt nach Jahren mit überdurchschnittlichen Schäden erfahrungsgemäß deutlich höher aus, denn hohe Schäden steigern die Nachfrage und Preise von Rückversicherungen. Marktexperten rechnen damit, dass der Rückversicherungsmarkt für Naturkatastrophen in den nächsten vier Jahren von derzeit 30 Mrd. USD auf mehr als 40 Mrd. USD anschwellen wird. Davon dürfte auch die Swiss Re in Form von steigenden Einnahmen profitieren. Wenn sich die versicherten Corona-Schäden sowie Naturkatastrophen einigermaßen im Rahmen halten, stehen die Aussichten, dass auch in den kommenden Jahren überdurchschnittlich starke Dividenden gezahlt werden bestens.

Corona-Krise bietet Einstiegschance für Anleger mit Dividendenfokus

Die besten Dividenden-Aktien Europas: Entwicklung Swiss Re Aktie von Juli 2017 bis Juli 2020 | Online Broker LYNX

Die Swiss Re-Aktie erreichte Anfang 2020 ein neues 10-Jahres-Hoch von 117,05 CHF (109 EUR), bevor die Corona-Krise zu einer Kurshalbierung auf 53 CHF (49 EUR) führte. Mittlerweile hat sich der Kurs wieder auf rund 75 CHF (70 EUR) erholt. Die aus unserer Sicht relativ moderat bewertete Aktie der Swiss Re eignet sich trotz der Corona-Krise für Anleger, die von der meist hohen Ertragskraft des Rückversicherungsunternehmens profitieren wollen. In einzelnen Jahren schwankt der Gewinn zwar aufgrund von größeren Schadensereignissen, aber dank der Kapitalpolster und der hohen Ertragskraft des Konzerns in normalen Zeiten werden die branchenspezifischen Geschäftsrisiken mittel- und langfristig sehr gut abgefedert. Zwar ist noch nicht klar, wieviel Dividende im kommenden Jahr gezahlt wird, aber alles andere als eine in Relation zum Aktienkurs attraktive Rendite würde sehr überraschen. Interessant werden dürften vor allem die Zahlen zum zweiten Quartal, die in Kürze, am 30. Juli veröffentlicht werden. Das aktuelle Kursniveau könnte eine interessante Einstiegsgelegenheit für langfristig orientierte Anleger bieten. Das Potenzial für Aktienkurssteigerungen ist bei Rückversicherungsaktien im Vergleich zu Werten aus anderen Branchen aber meist eher moderat.herungsaktien im Vergleich zu Werten aus anderen Branchen aber meist eher moderat.

BASF SE: Jährliche Dividendensteigerung als Ziel

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF SE (ISIN: DE000BASF111 – Symbol: BAS – Währung: EUR) mit Sitz in Ludwigshafen ist mit mehr als 122.000 Mitarbeitern in mehr als 80 Ländern vertreten und betreibt knapp 400 Produktionsstandorte für Chemikalien. Das im Jahr 1865 als Badische Anilin & Soda-Fabrik gegründete Unternehmen produzierte ursprünglich Färbemittel für die Textilbranche, später Ammoniak, Düngemittel und Filmmaterial sowie Magnetbänder beispielsweise für Video- bzw. Hörkassetten. Heute werden vor allem Industrie- und Textilchemikalien, Kunststoffe und Veredelungsprodukte hergestellt. Aber auch Reinigungs- und Pflanzenschutzmittel sowie Nahrungsergänzungsprodukte zählen zum breiten Produktportfolio des Unternehmens.

Corona-Krise belastet die Geschäftsergebnisse

Im Jahr 2019 erwirtschaftete BASF einen leicht rückläufigen Umsatz von 59 Mrd. EUR (2018: 62,7 Mrd. EUR) und ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 3,60 EUR (2018: 5,76 EUR). 2020 wirkt sich vor allem die Corona-Krise belastend aus. Analysten erwarten daher im Schnitt einen Umsatzrückgang auf 56 Mrd. EUR und ein bereinigtes Ergebnis von 2,43 EUR. Im kommenden Jahr 2021 sollen die Umsätze jedoch wieder auf 59 Mrd. USD und die Gewinne auf 3,51 Euro je Aktie klettern.

Stetige Dividendenerhöhungen seit 2010

Der BASF-Konzern erhöhte seine Dividende seit dem Jahr 2010 stetig von 1,70 Euro je Aktie auf 3,30 Euro im Ausschüttungsjahr 2020. Dabei wurde die Dividende zuletzt acht Mal in Folge um 10 Cent erhöht. Zur Dividendenpolitik des Managements gehört es ausdrücklich, die Dividende möglichst jährlich zu steigern. Dafür wird in schwächeren Geschäftsjahren auch eine vergleichsweise hohe Ausschüttungsquote in Bezug auf den Gesamtgewinn in Kauf genommen. Für 2019 wurden so Ende Juni rund 85 % des Nettogewinns ausgeschüttet. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 52 Euro liegt die Dividendenrendite damit bei attraktiven 6,3 %. Ob die Dividende allerdings auch im kommenden Jahr um 10 Cent gesteigert wird, steht Corona-bedingt in den Sternen. Möglicherweise müssen sich die Aktionäre doch auf eine etwas abgespeckte Dividende einstellen. Auf der Investor Relations Homepage allerdings ist nach wie vor zu lesen, dass eine jährliche Erhöhung der Dividende angestrebt werde. Ob dieses Ziel eingehalten werden kann wird sich zeigen.

Spekulatives Investment für Dividendenjäger

Die besten Dividenden-Aktien Europas: Entwicklung BASF Aktie von Juli 2017 bis Juli 2020 | Online Broker LYNX

Für etwas spekulativere Einkommensinvestoren mit Dividendenfokus ist BASF definitiv einen Blick wert. Nach einer Schwächephase in den letzten Jahren inklusive Corona-Krise sollte es ab dem kommenden Jahr 2021 bei Umsatz und Gewinn wieder aufwärts gehen. Die Aktie hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Dividendenpapier gemausert, was aber natürlich auch an einer relativ schwachen Aktienkursentwicklung liegt. Wer darauf setzt, dass BASF die Kurve bekommt, kann auch im kommenden Jahr mit einer zumindest sehr ordentlichen Dividende rechnen.

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Wendelin Probst, Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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