Die besten Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Aktien

Die besten Aktien, um von der Entwicklung im Bereich Wasserstoff- und Brennstoffzellen im Jahr 2020 zu profitieren

Die Welt der Automobile ist im Umbruch. Befeuert durch Dieselskandal und technologischen Fortschritt scheinen die Tage der konventionellen Verbrennungsmotoren gezählt. In zahlreichen Ländern gibt es bereits politisch vorgegebene Zeitvorgaben und Ziele für die Umstellung auf alternative, emissionsfreie Antriebe. Die staatlichen Förderungen und Zuschüsse wurden im Zuge der Corona-Pandemie in vielen Ländern nochmals erhöht. Neben Elektroautos mit Akku und Hybridmotoren gilt vor allem die Brennstoffzellentechnologie als am aussichtsreichsten für den Verkehr der Zukunft. Denn in Sachen Wirkungsgrad toppt die Brennstoffzelle jeden konventionellen Verbrennungsmotor, während aus dem Auspuff nur ein paar Tropfen Wasser kommen.

Wasserstoff-Aktien: Explosives Marktwachstum erwartet

Nach einer Prognose des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) soll der Markt für Brennstoffzellen in diesem Jahr bei rund zwei Mrd. Euro liegen. Dies wäre im Vergleich zu 2017 eine satte Verzehnfachung des Umsatzes. Ein Großteil des explosiven Wachstums dürfte aus dem Automobilsektor kommen: Laut Navigant Research sollen im Jahr 2024 weltweit bereits knapp 230.000 Autos und Busse mit Brennstoffzellentechnologie abgesetzt werden. Die Beratungsgesellschaft McKinsey erwartet, dass es bis 2030 weltweit bereits zwischen 10 Mio. und 15 Mio. mit Brennstoffzellen betriebene Fahrzeuge gibt. Im Jahr 2019 lag die Zahl trotz einer Steigerung von +63 % noch bei bescheidenen ca. 18.000 Einheiten, wovon sich rund 500 Fahrzeuge auf deutschen Straßen bewegen. Das durchschnittliche Marktwachstum in den letzten drei Jahren beträgt knapp +80 %. Kein Wunder, dass Brennstoffzellen-Aktien zuletzt immer mehr in den Fokus der Anleger gerückt sind.

Hohe Kursgewinne seit Herbst 2018: Powercell Sweden steigt um unglaubliche +1.250%

Seit unserer Erstvorstellung im Herbst 2018 entwickelten sich unsere Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Tipps allesamt herausragend. In der Spitze legten die Aktien von Ballard Power um bis zu +677 %, Nel um +368 % und Powercell Sweden sogar um sensationelle +1.250 % zu. Nach den steilen Anstiegen erscheinen uns nun bei allen drei heiß gelaufenen Aktien Gewinnmitnahmen sinnvoll, denn die Risiken eines starken Rückschlags nehmen mit den steil ansteigenden Kursen stetig zu. Im Wasserstoffsektor mehren sich die Anzeichen einer Blasenbildung, viele Unternehmen sind mittlerweile teilweise mit dem 40 – 50fachen Umsatz (!) bewertet. Früher oder später – sobald die Anleger auf den Boden der Tatsachen zurückkehren – könnte es zu schmerzhaften Kursrückschlägen kommen.

Zahlreiche Nachteile bei batteriegestützten Elektroantrieben

In den Medien werden Elektroautos mit großen Akkus als die Antriebslösung für eine Revolution auf der Straße gepriesen. Als Hindernisse gelten hierbei jedoch nicht nur die explodierenden Preise bei den knappen Batterierohstoffen Kobalt und Lithium. Auch die nach wie vor begrenzte Reichweite von wenigen hundert Kilometern, die durch Heizung, Klimaanlage, Radio und Licht teilweise erheblich eingeschränkt wird, macht Batteriefahrzeuge für viele Verbraucher unattraktiv. Als Haupthindernisse gelten darüber hinaus die nach wie vor langen Ladezeiten, sowie die notwendige Infrastruktur für Ladestationen. Um zukünftig mehrere Millionen Fahrzeuge mit Strom zu versorgen, müsste in der Stadt, vor allem aber auch auf dem Land eine extrem große Zahl an Parkplätzen mit Ladestationen ausgerüstet werden. Allein das Infrastrukturproblem dürfte sich deshalb als enorme Hürde für batteriebetriebene Fahrzeuge erweisen.

Auch das Nachhaltigkeitskriterium wird bei Akku-Fahrzeugen nur sehr bedingt erfüllt. Denn zu den teilweise massiven Umweltbelastungen durch den Abbau der Batterierohstoffe Kobalt, Nickel und Lithium und der problematischen Entsorgung gebrauchter Akkus kommt hinzu, dass der notwendige Strom aus dem Netz weiterhin zu erheblichen Teilen aus fossilen Brennstoffen wie Gas und Kohle gewonnen wird. Emissionen werden damit quasi zum Teil nur von der Straße in Kraftwerke verlagert, so dass die CO2-Bilanz unterm Strich nicht sehr vorteilhaft ausfällt.

Durchbruch: Brennstoffzellentechnik in Serienfahrzeugen befeuern Wasserstoff-Aktien

Laut einer 2018 veröffentlichten Umfrage der Beratungsgesellschaft KPMG unter mehr als 200 hochrangigen Managern aus der Automobilindustrie, halten drei Viertel der Befragten die Brennstoffzellentechnologie für die bessere Alternative im Vergleich zu Batterien. Aufgrund der enormen Fortschritte in den letzten Jahren feiert die Technologie nach langem Warten gerade ihren Durchbruch. Etliche große Automobilhersteller setzen auf den Brennstoffzellenantrieb als Ergänzung zum Elektromotor. Die ersten in Deutschland erhältlichen Serienfahrzeuge sind der Hyundai Nexo und der Toyota Mirai, von dem nach Angaben des Herstellers weltweit schon mehr als 10.000 Stück verkauft wurden.

Eine spannende Entwicklung ist in Südkorea zu beobachten: Dort möchte die Regierung bis 2022 ein Netz von 310 Wasserstoff Tankstellen aufbauen, bis 2040 sollen es sogar bereits 1.200 sein. Zu diesem Zeitpunkt sollen in Südkorea bereits 6,2 Mio. Wasserstoffautos produziert sein – mehr als die Hälfte davon für den Export. Um diese Pläne zu verwirklichen nimmt die Regierung Milliardenbeträge in die Hand. Passenderweise fällt in einigen großen südkoreanischen Industrieparks Wasserstoff als Nebenprodukt an, so dass mittlerweile jährlich fast 2 Mio. Tonnen davon für Brennstoffzellen verwendet werden können.

Der südkoreanische Autobauer Hyundai startete mit dem Rückenwind der Regierung um die demokratische Partei eine regelrechte Wasserstoff-Offensive und kündigte an umgerechnet 6 Mrd. Euro in Produktionskapazitäten für Brennstoffzellen-Systeme zu investieren, um statt bislang 3.000 Fahrzeugen bis 2030 schrittweise bis zu 700.000 produzieren zu können. Darüber hinaus investiert Korea Gas (KoGas) ebenfalls rund 3,6 Mrd. Euro in den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur und will allein 25 Produktionsanlagen für Wasserstoff errichten. Auch Daimler verwendet in der Vorserie GLC F-Cell Brennstoffzellentechnik. Daneben setzen u.a. auch die Hersteller BMW, VW, Audi, Ford und Honda auf die Weiterentwicklung der Wasserstofftechnik.

Kurze Betankung, höhere Reichweiten und kleinere Batterien

Zunächst wird Wasser mittels Strom in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Dieser Wasserstoff kann dann in Brennstoffzellen wieder mit Sauerstoff zu Wasser zusammengeführt werden. Bei dieser umgekehrten Elektrolyse entsteht elektrischer Strom, der für einen Elektromotor genutzt werden kann. Die Idee auf diese Weise Autos anzutreiben ist nicht neu, Automobilkonzerne haben bereits um die Jahrtausendwende intensiv mit Forschung und Entwicklung begonnen. Doch erst jetzt ist die Technik ausgereift und könnte durch Serienproduktion günstig genug für den Massenmarkt werden. Der große Vorteil liegt vor allem darin, dass Brennstoffzellenfahrzeuge den Wasserstoff als Stromquelle mit an Bord haben. Dieser hat eine fast dreimal so hohe Energiedichte wie Benzin. Daher sind hohe Reichweiten von mehr als 700 km, kleinere Batterien und 3-minütige Tankvorgänge über ein entsprechend aufgerüstetes Tankstellen-Netz möglich. Für eine Strecke von 100 km ist in etwa 1 kg Wasserstoff notwendig, so dass pro Tankvorgang gerade mal 6-7 kg Wasserstoff als Treibstoff aufgenommen werden müssen.

Regenerative Energien zur Erzeugung von grünem Wasserstoff

Da die Erzeugung von Wasserstoff aus regenerativen Energien sehr wirtschaftlich umsetzbar ist, könnte Wasserstoff dauerhaft zu einer sauberen Alternative zu Benzin und Diesel werden. Überschüssiger Strom aus Wind- und Solarenergie kann in Wasserstoff umgewandelt und über die Zapfsäulen der Tankstellen an Autofahrer vertrieben werden. Denn bei bestimmten Wetterverhältnissen erzeugen Windräder und Solaranlagen deutlich mehr Energie als im Netz benötigt wird. Dieser Strom der „Power to Gas– Technologie“ ist sehr günstig und teilweise sogar umsonst verfügbar. Auf diese Weise würden die Stromnetze entlastet und regenerative Energien gespeichert. Die Zukunft könnte also durchaus in grünem Wasserstoff liegen.

Nachteil: Hohe Preise für Katalysatoren und dünnes Tankstellennetz

Der Onlinehändler Amazon setzt in zahlreichen Logistik-Lagern bereits Gabelstapler mit Brennstoffzellen ein und auch die Maut-Überwachungsflotte des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) wurde bereits mit Brennstoffzellen ausgestattet. Auch Prototypen von Zügen und Flugzeugen werden bereits getestet. Doch natürlich hat auch die Wasserstoff-Technologie Nachteile. Diese liegen vor allem in dem komplizierten Transport des Wasserstoffs zu den Tankstellen, sowie deren geringe tägliche Betankungs-Kapazität. Bei neuen Tankstellen ist die Kapazität mittlerweile jedoch bereits dreimal so hoch als bei Tankstellen der ersten Generation und liegt bei 120 bis 150 Fahrzeugen pro Tag.

Auch die Kosten sind ein großes Thema: Die komplexe Technik ist noch äußerst teuer und vor allem der auf Platin basierende Katalysator schlägt stark zu Buche. Durch Ersatzmaterialien, den Einsatz in der Serienproduktion und Skalierungseffekte dürften jedoch auch hier die Preise deutlich sinken. Außerdem ist das Tankstellennetz bislang noch sehr dünn.

Weltweit gibt es noch weniger als 500 Wasserstoff-Tankstellen, davon ca. 115 in Japan, 90 in Deutschland und 50 in den USA, die meisten davon in Kalifornien (41). Deutschland ist europaweit an der Spitze und verfügt immerhin über mehr als doppelt so viele Wasserstoff-Tankstellen als alle anderen europäischen Länder zusammen, die auf ca. 40 Tankstellen kommen. Im Laufe dieses Jahres soll die Zahl in Deutschland auf 100 steigen. Um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen, wären deutschlandweit vorerst rund 1.000 Zapfsäulen ausreichend. Das ist mittelfristig durchaus zu bewerkstelligen. Durch die Aufrüstung bestehender Tankstellen will das Konsortium H2 Mobility, an dem Daimler, OMV, Total, Shell, Linde und Air Liquide beteiligt sind, ein flächendeckendes Netz an Wasserstofftankstellen schaffen. Bis Ende 2021 sollen zunächst insgesamt 130 Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb sein und auch darüber hinaus soll die Zahl stetig weiter erhöht werden.

Zahlreiche Anwendungsgebiete außerhalb der Fahrzeugbranche

Auch wenn der Kfz-Markt mit Sicherheit das höchste Wachstum verspricht: Die Brennstoffzelle findet Anwendungsmöglichkeiten in zahlreichen Branchen und Bereichen. Neben sämtlichen Mobilitätsformen an Land im Wasser und in der Luft können Kraftwerke durch die Technologie Strom und Wärme generieren oder in Form von Wasserstoff gespeicherte überschüssige Energie bei Nachfrage wieder in Strom umwandeln. Auch in der Militärtechnik kommt die Brennstoffzelle bereits beispielsweise in Funkgeräten, Laptops, zur Grenzsicherung oder als Drohnenantrieb zum Einsatz. Und auch in anderen Bereichen, in denen kein Zugang zum Stromnetz besteht, ist die Technologie eine interessante Option. So könnte die Brennstoffzelle beispielsweise auf Ölfeldern und -plattformen, in Wetterstationen und oder im Campingbereich bisherige Lösungen mit herkömmlichen Stromaggregaten verdrängen.


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Das sind die besten Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Aktien 2020

Die meisten Unternehmen aus der Wasserstoff-Branche befinden sich aufgrund der immens hohen Forschungs- und Entwicklungskosten noch immer in der Verlust-Zone. Doch mittelfristig könnte sich dies ändern. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Aktien-Liste von zehn Wasserstoff-Aktien für 2020. Drei dieser Werte mit außergewöhnlichem Potenzial stellen wir Ihnen im Anschluss vor.

Wasserstoff Aktien Liste:

Wasserstoff AktieISINSymbolWährung
Air LiquideFR0000120073AIEUR
Ballard PowerCA0585861085BLDPCAD
CumminsUS2310211063CMIUSD
HEXAGON COMPOSITESNO0003067902HEXNOK
ITM PowerGB00B0130H42IJ8GBP
LindeIE00BZ12WP82LINEUR
Nel HydrogenNO0010081235NELNOK
Nikola MotorsUS6541101050NKLAUSD
PLUG POWERUS72919P2020PLUGUSD
Powercell SwedenSE0006425815PCELLSEK

Mit diesen Wasserstoff Aktien können Sie vom Boom der Wasserstoff-Industrie profitieren. Das sind die drei besten Wasserstoff-Aktien 2020.

Ballard Power: Der Marktführer unter den Wasserstoff Aktien

Der unangefochtene Weltmarktführer Ballard Power Systems (ISIN: CA0585861085 – Symbol: BLDP – Währung: USD) produziert Brennstoffzellen derzeit vor allem für Schwertransporter, Busse, Züge, Gabelstapler und Schiffe. Aber auch im Automobilsektor ist das bereits vor fast 40 Jahren gegründete kanadische Unternehmen aktiv. So arbeitet beispielsweise die Volkswagen-Tochter Audi beim h-tron mit Ballard Power zusammen, einem Konzeptauto, das rein elektrisch mit Wasserstoff als Energiequelle fährt und in vier Minuten vollgetankt ist. Noch scheinen die deutschen Autobauer in Sachen Brennstoffzellenantrieb im Hintertreffen, denn Hyundai und Toyota bauen – wie eingangs erwähnt – bereits Fahrzeuge in Serie. Mit einer Toyota-Tochter besteht ebenfalls eine Kooperation.

Neue Brennstoffzellengeneration vorgestellt

Ballard verfügt über zahlreiche wichtige Patente beispielsweise zum Ersatz von Platin, das die Produktion von Brennstoffzellen bisher noch recht teuer macht. Mitte 2019, stellte Ballard Power eine neue Generation von Brennstoffzellen mit verbesserter Produktleistung und niedrigeren Lebenszykluskosten vor. Das sogenannte FCmove-HD-Brennstoffzellenmodul soll unter anderem im H2-Busprojekt eingesetzt werden. Schrittweise sollen erst 600, dann insgesamt 1.000 Brennstoffzellenbusse auf die Straße gebracht werden.

Starke Präsenz in China

Zusammen mit dem neuen chinesischen Partner Weichai Power, der seit August 2018 rund 20% an Ballard Power hält, will das Unternehmen Brennstoffzellenantriebe bauen und damit den asiatischen Markt bedienen. Zu diesem Zweck wurde ein Joint Venture gegründet, an dem Weichai 51% und Ballard Power 49% halten. Ein gemeinsames Werk ist bereits in Betrieb, mittelfristig werden drei Montage- und Fertigungswerke geplant. Für den Anteil investierte der Motoren- und Nutzfahrzeughersteller Weichei damals rund 163 Mio. CAD, umgerechnet rund 3,54 CAD je Aktie. Eine hervorragende Investition, denn heute, nur 2 Jahre später, liegt der Aktienkurs bereits bei rund 26 CAD. Weichai ist nicht der einzige chinesische Partner. Mit Broad Ocean Motor ist ein weiteres Unternehmen aus dem Reich der Mitte mit 9,9% an Ballard Power Systems beteiligt. Eine Produktionsstätte in Shanghai wurde bereits in Betrieb genommen, zwei weitere Werke in den Provinzen Hubei und Shangdong sollen mittelfristig hinzukommen. Insgesamt befinden sich mittlerweile bereits rund 2.200 Brennstoffzellen-LKWs und fast 700 Brennstoffzellen-Busse mit Ballard-Technologie auf chinesischen Straßen. Zuletzt gab es aus China einen Großauftrag über Brennstoffzellenantriebe im Volumen von 8 Mio. USD.

Ab 2020 wieder stärkeres Wachstum erwartet

Das Umsatzwachstum stagnierte in den vergangenen drei Jahren und ging im Schnitt um -2 % zurück, vor allem das Jahr 2018 lief mit einem Umsatzeinbruch von -20 % sehr bescheiden. Immerhin gelang 2019 eine Trendwende, der Umsatz kletterte wieder um +10 % auf 106 Mio. USD. Dabei wurde ein Verlust von 0,17 USD je Aktie geschrieben – zwei Cent mehr als im Vorjahr. Vor allem das zwischenzeitlich schwächelnde China-Geschäft sowie die Insolvenz des irischen Kunden Wrightbus sorgten dafür, dass der Umsatz deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Nach schwachen Jahren wird ab 2020 wieder starkes Wachstum erwartet. So stiegen die Umsätze im ersten Quartal um +50 % auf 24 Mio. USD, wobei jedoch weiterhin ein Verlust in Höhe von 0,06 USD je Aktie anfiel.

Der 12-Monats-Auftragsbestand lag zum Ende des ersten Quartals 2020 bei 160 Mio. USD, der Gesamt-Auftragsbestand bei 170 Mio. USD. Auch der Cashbestand kann sich mit 182 Mio. USD sehen lassen. Randy MacEwen, der Präsident und CEO des Unternehmens erwartet aufgrund der stark verbesserten Auftragslage und der erwarteten ersten Umsätze des China Joint-Ventures mit Weichai für 2020 und die Folgejahre starkes Wachstum. Die marktführende Stellung des Unternehmens im Bereich Brennstoffzellentechnik solle gestärkt werden. Analysten erwarten für das laufende Jahr Umsätze in Höhe von 121 Mio. USD, im kommenden Jahr sollen es dann 156 Mio. USD sein. Gleichzeitig soll sich der Verlust von geschätzten -0,17 USD je Aktie im laufenden Geschäftsjahr auf -0,11 USD im kommenden Jahr verringern.

Nach der Kursexplosion: Gewinne unbedingt mitnehmen

Die besten Wasserstoff-Aktien und Brennstoffzellen-Aktien: Entwicklung der Ballard Power Aktie von Juli 2017 bis Juli 2020 | Online Broker LYNX

Wer in den letzten Jahren an der Börse in Wasserstoff Aktien investieren wollte, der kam an Ballard Power Systems nicht vorbei. Das Unternehmen ist als Pionier technologisch führend und verfügt über zahlreiche Partnerschaften und Kooperationen. Da sich die Wachstumsaussichten nach einer mehrjährigen Schwächephase wieder stark verbessert haben, zählte Ballard Power Systems zuletzt zu den stärksten Werten des Sektors. Der Marktführer, der um die Jahrtausendwende bereits mit einem zweistelligen Milliardenbetrag bewertet war, kommt beim derzeitigen Aktienkurs von 19 USD auf eine Marktkapitalisierung von fast 5 Mrd. USD.

Die Aktie ist jedoch nichts für schwache Nerven. Von Kursen knapp über 1 USD im Jahr 2016 ging es bis Ende 2017 auf fast 6 USD hoch und schwankte dann bis Ende 2019 zwischen 2 USD und 6 USD. Dann erfolgte der charttechnische Ausbruch und es ging unter starken Schwankungen steil nach oben bis auf 13 USD. Auf diesem Niveau haben wir Ihnen Teilgewinnmitnahmen empfohlen und für Wiedereinstiege geraten auf einen Rücksetzer in den Bereich 7,00 bis 7,50 USD zu warten. Punktgenau in diesen Bereich ging es während des Corona-Crashs, so dass es eine glänzende Kaufgelegenheit gab. Seitdem hat sich die Aktie in der Spitze erneut auf 21 USD verdreifacht. Im aktuellen Kursbereich 19 bis 20 USD legen wir Ihnen erneut stark ans Herz über Gewinnmitnahmen nachzudenken. Auch wenn Ballard Power Systems aufgrund der marktführenden Position unser langfristiger Favorit unter den Brennstoffzellen-Unternehmen ist, befindet sich die Aktie eindeutig in der überhitzten Phase einer Blasenbildung, das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei enormen 40. Endet der Hype um Wasserstoffaktien, so könnte gut und gerne ein Kursabsturz um beispielsweise -30 % oder -50 % drohen.

Nel Hydrogen: Infrastruktur zur Wasserstoff-Herstellung und -Betankung

Auch in Skandinavien wird die Brennstoffzellentechnologie stark vorangetrieben. So spielt Wasserstoff beispielsweise in Norwegen als Antrieb in der Schiffsindustrie eine immer größere Rolle. Das größte Unternehmen ist Nel Hydrogen (ISIN: NO0010081235 – Symbol: NEL – Währung: NOK), eine Firma, die seit fast 100 Jahren Elektrolyseure – Geräte zur Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff – sowie Wasserstoff-Tankstellen herstellt. Nel arbeitet zudem gerade an der Markteinführung des RotoLyzers, der in der Wasserstoffproduktion als geradezu revolutionär gilt. Bei gleicher Produktionskapazität ist das mobile System fast hundertmal kleiner als bisherige Anlagen und kann im Gegensatz zu diesen bei Bedarf per LKW von einem Ort zum anderen bewegt werden.

Das Unternehmen mit Produktionsstandorten in Norwegen, Dänemark und den USA zählt Tankstellenketten, Transport- und Logistikunternehmen sowie Ölkonzerne zu seinen Kunden. Nel gilt mit über 3.500 ausgelieferten Systemen als größter Elektrolyse-Produzent der Welt. Mit mehr als 50 aufgebauten Wasserstoff-Tankstellen-Systemen in neun Ländern ist das skandinavische Unternehmen zudem der führende Hersteller für Wasserstoff-Tankstellen. Auch das Konsortium H2 Mobility lässt derzeit Tankstellen von Nel bauen.

Großauftrag von Nikola Motors: Folgeaufträge winken

US-Startup und Tesla-Konkurrent Nikola Motors setzt bei seinen Elektrofahrzeugen ebenfalls auf die Brennstoffzelle und hat bereits Aufträge über tausende LKWs in der Tasche u.a. vom Getränkehersteller Anheuser-Busch. Die notwendige Infrastruktur zur Wasserstofferzeugung und -betankung stellt Nel Hydrogen bereit.

Bereits vor etlichen Monaten wurde bekannt, dass Nel mittelfristig 448 Elektrolyseure für die Produktion von Wasserstoff an Nikola liefern soll. Anfangs sollen 28 Tankstellen eine Wasserstoff-Betankung ermöglichen. Ein erster konkreter Teilauftrag über 30 Mio. USD wurde im Juni unterzeichnet, langfristig wird das Volumen der Kooperation sogar auf bis zu 1,5 Mrd. US geschätzt. „Wir bauen das weltweit größte Wasserstoffnetz auf und ich könnte nicht stolzer sein, Nel dabei zu haben“, kommentierte Trevor Milton, Gründer und CEO von Nikola die Bestellung bei den Norwegern.

Denn Nikola Motors hat bereits tausende Vorbestellungen für den Truck Nikola Badger, der Ende 2020 offiziell vorgestellt wird. Die Reichweite des Trucks wird mit 600 Meilen angegeben, was mit einer einzigen Tankfüllung etwa 965 km entspricht und Logistikunternehmen etliche Tankstellenhalte spart. Ende 2019 stellte Nikola Motors in Turin den mit Nikola-Anteilseigner IVECO zusammen für Europa entwickelten Nikola Tre vor, einen elektrisch betriebenen Sattelschlepper, der 2021 auf die Straße kommen soll. Im Jahr 2023 soll es davon eine Wasserstoff-Variante geben. Daneben sind langfristig nach Unternehmensangaben bis zu 700 Wasserstoff-Tankstellen geplant.

Internationalisierungsstrategie trägt Früchte

Nicht zuletzt auch durch gezielte Zukäufe hat sich Nel Hydrogen in den vergangenen Jahren als internationaler Infrastrukturanbieter hervorragend im weltweiten Brennstoffzellenmarkt positioniert. Auch in Asien sind die Norweger präsent. Besonders vielversprechend sind die Aktivitäten in Südkorea, wo die Regierung die Brennstoffzellenforschung mit über 2 Mrd. USD fördern will. Bis Ende 2022 sollen dort bereits 310 Wasserstofftankstellen mindestens 16.000 PKWs und 1.000 Busse mit Treibstoff versorgen. Die koreanische Tochtergesellschaft von Nel Hydrogen meldete bereits große Auftragserfolge und verzeichnete allein im vergangenen Jahr rund 12 Bestellungen. Hyundai ist bereits auf den Zug aufgesprungen und kündigte eine Wasserstoff-Offensive an. Die Produktionskapazitäten sollen von aktuell 3.000 Brennstoffzellen-Systemen bis 2030 auf 700.000 hochgeschraubt werden. Auch davon dürfte Nel stark profitieren. Um die hohen notwendigen Investitionen zum Aufbau der Kapazitäten und der Bewältigung der jüngsten Großaufträge zu stemmen, wurde zuletzt erneut eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Dabei wurden Aktien im Volumen von 120 Mio. Euro an private Investoren platziert. Dadurch hat das schuldenfreie Unternehmen nun genügend Mittel, um dank der bestehenden Aufträge die Gewinnzone zu erreichen.

Zweischneidiges Schwert: Steigende Abhängigkeit von Nikola Motors

Bei Aktienkursen von 22 NOK (2,10 Euro) wird das Unternehmen, das erst seit Ende 2017 börsennotiert ist, mit knapp 3 Mrd. Euro bewertet. Trotz des hohen Auftragsvolumens von Nikola Motors und einer steigenden Anzahl von Aufträgen aus Korea ist dies eine ambitionierte Bewertung für das noch recht kleine Unternehmen. Auch muss bedacht werden, dass es sich bei Nikola Motors um ein Start-Up Unternehmen handelt, das bis dato noch kein Fahrzeug zur Marktreife gebracht hat. Bei einem Erfolg von Nikola allerdings könnten Nel Hydrogen goldene Zeiten winken, denn dann dürften mit ziemlicher Sicherheit zahlreiche lukrative Großaufträge folgen. Die Abhängigkeit von Nikola Motors ist derzeit noch überschaubar, könnte mit fortschreitender Kooperation und entsprechenden Investitionen jedoch deutlich wachsen.

Rückschlaggefahr steigt: Gewinne mitnehmen

Wasserstoff-Aktien und Brennstoffzellen-Aktien: Entwicklung der Nel Hydrogen Aktie von Juli 2017 bis Juli 2020 | Online Broker LYNX

Noch handelt es sich bei Nel um ein relativ kleines Unternehmen, das im Jahr 2019 bei einem Verlust von 254 Mio. NOK (ca. 24 Mio. EUR) nur rund 570 Mio. NOK (ca. 54 Mio. EUR) umsetzte. Auch im ersten Quartal 2020 stiegen die Umsätze nur leicht von 122 Mio. NOK (11,6 Mio. EUR) auf knapp 127 Mio. NOK (12 Mio. EUR), der Auftragsbestand beträgt 590 Mio. NOK (56 Mio. EUR)

Das Unternehmen dürfte sich erfolgreich weiterentwickeln, der Weg zum Großkonzern ist also noch weit und hängt vorläufig an der Entwicklung bei Nikola Motors. Die Aktie, die sich seit Herbst 2018 wie die meisten Wasserstoffaktien vervielfacht hat, ordnen wir auf dem aktuellen Kursniveau als äußerst spekulativ und mit dem 50fachen Umsatz als zu teuer bewertet ein, Anleger, die unseren Trade-Ideen gefolgt sind, sollten überlegen zwischen 2,00 Euro und 2,20 Euro Gewinne mitzunehmen. Auch diese Wasserstoffaktie ist nach der Kursexplosion anfällig für einen starken Kursrücksetzer.

Powercell Sweden: Brennstoffzellen für emissionsfreie Schiffe und Fahrzeuge

Ebenfalls in Skandinavien, genauer gesagt in Schweden, ist die 2008 gegründete Powercell Sweden (ISIN: SE0006425815 – Symbol: PCELL – Währung: SEK) beheimatet. Das Unternehmen, das aus einer Ausgliederung des Volvo-Konzerns hervorging, liefert Brennstoffzellen-Systeme u.a. an Kunden aus den Bereichen Telekommunikation, Schiffsverkehr, Automobil und Stromversorgung. Powercell Sweden kommt mit einer Marktkapitalisierung von rund 16,5 Mrd. SEK (ca. 1,6 Mrd. Euro) ebenfalls auf eine Milliardenbewertung, ist aber gemessen am Umsatz das kleinste und spekulativste der drei vorgestellten Unternehmen. Der aktuelle Aktienkurs liegt bei ungefähr 316 SEK (ca. 31 Euro).

Projektpartner der deutschen Autoindustrie

Auch Powercell Sweden richtet sein Geschäft international aus. In Norwegen arbeitet das Unternehmen unter anderem mit Nel Hydrogen an Wasserstoffantrieben für emissionsfreie Fracht- und Passagierschiffe. Das ist auch aus ökologischer Sicht sehr sinnvoll, denn der Schiffsverkehr produziert pro Passagier und Kilometer die höchsten CO2 Emissionen. Die Schweden sind daneben Brennstoffzellenpartner im deutschen Projekt „Autostack“ das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ins Leben gerufen wurde. Mit diesem Projekt wollen neben Powercell insgesamt neun weitere Unternehmen, darunter die Autohersteller BMW, Daimler, Ford und Volkswagen eine Brennstoffzellen-Fertigung in Deutschland schaffen und zur industriellen Reife bringen. Das Unternehmen ist auch auf dem chinesischen Markt aktiv und liefert dort bereits erfolgreich Brennstoffzellen aus. Zuletzt kamen aus dem Reich der Mitte etliche neue Großaufträge hinzu, unter anderem vom Konzern Wuhan Tiger, der einen mit Brennstoffzellen angetriebenen Bus produziert.


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Zahlreiche Großaufträge und Kooperationen

Zuletzt meldete Powercell zahlreiche größere und strategische Aufträge, die dem Unternehmen weiteres Umsatzwachstum bescheren sollten. Unter anderem wurde eine Zusammenarbeit mit dem Nutzfahrzeughersteller Scania geschlossen, um einen LKW mit Brennstoffzellen-Technologie zu bauen. Besondere Bedeutung hat jedoch eine umfangreiche Kooperation mit dem deutschen Bosch-Konzern. Demnach haben PowerCell und Bosch einen Vertrag über die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb des Brennstoffzellenstapels PowerCell S3 für das Automobilsegment unterzeichnet. Bosch bezahlt an die Schweden 50 Mio. Euro für die Lizenz. Seit Ende 2019 ist Bosch mit 11 % Anteil zudem auch neuer Großaktionär von Powercell Sweden. Das Bosch-Management ist also von der Brennstoffzelle überzeugt und investiert verstärkt in die Technologie. Eigenen Prognosen zufolge sollen bis zum Jahr 2030 rund 20 % aller Elektrofahrzeuge weltweit mit Wasserstoffantrieb ausgestattet sein. Kürzlich meldete Powercell Sweden einen neuen Großauftrag von Bosch im Volumen von 26 Mio. SEK (2,5 Mio. EUR). Zuletzt wurde mit dem Schweizer Technologiekonzern ABB eine Absichtserklärung über eine zukünftige Zusammenarbeit im Bereich der Brennstoffzellen-basierten stationären Stromversorgungslösungen unterzeichnet.

Anziehendes Umsatzwachstum dank Bosch

Die Umsätze von Powercell sind noch äußerst gering. Und wie die meisten Mitbewerber verzeichnet das Unternehmen zwar Wachstum, schreibt aber nach wie vor Verluste. So war für das Gesamtjahr 2019 eine Umsatzsteigerung um +10 % auf 66,9 Mio. SEK (ca. 6,5 Mio. EUR) und ein Verlust von -80 Mio. SEK (ca. 7,8 Mio. EUR) gemeldet worden. Im ersten Quartal 2020 konnte der Umsatz von 9,2 Mio. SEK (0,9 Mio. EUR) verdreifacht werden, dabei wurde allerdings auch ein operativer Verlust von -17,6 Mio. SEK (1,7 Mio. EUR) geschrieben. Ausschlaggebend für die starke Umsatzsteigerung waren in erster Linie größere Auslieferungen von Brennstoffzellen-Antrieben an den Bosch-Konzern. Außerdem wurde bekannt, dass CEO Per Wassén den Chefsessel bis spätestens Ende 2020 verlassen wird, zum Nachfolger soll Richard Berkling bestellt werden.

Hohe Kursschwankungen einkalkulieren: Aktie mittlerweile viel zu hoch bewertet

Wasserstoff-Aktien und Brennstoffzellen-Aktien: Entwicklung der Powercell Sweden Aktie (in Euro) von Februar 2019 bis Juli 2020 | Online Broker LYNX

Die Powercell Sweden-Aktie schwankte zwischen 2017 und Anfang 2019 zwischen 24 SEK (ca. 2,20 Euro) und 40 SEK (ca. 3,80 Euro). Anfang 2019 gelang dann der charttechnische Ausbruch und die Aktie erreichte mittlerweile in der Spitze ein Kursniveau von mehr als 36 Euro – aus unserer Sicht eine regelrechte „Mondbewertung“, denn Powercell Sweden wird mit einem extrem hohen dreistelligen Umsatz-Multiple bewertet.

Brennstoffzellenaktien sind ohnehin spekulativ, Powercell ist dennoch der spekulativste der drei vorgestellten Werte. Denn das Unternehmen, das noch kaum Umsätze erzielt, ist mit einem Aktienkurs von aktuell 31 Euro und einer Marktkapitalisierung von 1,6 Mrd. Euro bereits mit zu vielen Vorschusslorbeeren für seine Technologie bedacht. Rechnen Sie daher für die Aktie, die wir Ihnen im Herbst 2018 zu 2,70 Euro erstmalig zum Kauf vorgestellt haben mit hohen Kursschwankungen und herben Rückschlägen. Langfristig hat Powercell durchaus das Potenzial zu einem führenden Unternehmen der Branche aufzusteigen. Kurzfristig empfehlen wir unbedingt Gewinnmitnahmen, denn gemessen am Umsatz ist die Aktie viel zu hoch bewertet. Gelegenheiten für Neueinstiege sind bis auf weiteres nicht in Sicht.

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