Die besten Kobalt Aktien 2019 | LYNX Online Broker

Die besten Aktien, mit denen Sie 2020 von der Preisexplosion bei Kobalt profitieren

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe warnte Mitte 2018 vor einer Knappheit des begehrten Batterie-Rohstoffs Kobalt: Verzögerungen beim Ausbau von Bergwerken und der Weiterverarbeitung können laut Bundesanstalt zu erheblichen Problemen in der Versorgung führen. Die Preise für den Rohstoff waren zuvor regelrecht durch die Decke gegangen. Von den Tiefstständen im Jahr 2016 gerechnet vervierfachte sich der Kobaltpreis bis Anfang 2018 auf bis zu 95.000 USD je Tonne.

Heftige Schwankungen: Kobaltpreis nach heftiger Korrektur wieder im Aufwärtstrend

Danach setzte jedoch eine heftige Korrektur ein, so dass der Preis bis zum Sommer 2019 auf 25.000 USD je Tonne zurückging. Der Grund dafür war ein zwischenzeitliches Überangebot, das aber mittelfristig wieder abgebaut werden dürfte. Trotz Corona-Krise hat der Kobalt-Preis mittlerweile wieder etwas angezogen und notiert an der Londoner Metallbörse LME +32% höher bei 33.000 USD je Tonne. Zeichnet sich also möglicherweise ein neuer langfristiger Aufwärtstrend ab?

In diesem Fall könnten die aktuellen Notierungen für Sie als Anleger weiterhin interessante langfristige Einstiegsgelegenheiten bei Kobalt-Aktien bieten. Wir sind für Sie der Frage nachgegangen, was den Kobaltmarkt bewegt und mit welchen Aktien Sie als Investor von der zukünftig erwarteten Knappheit des Rohstoffs profitieren könnten.

Der Kampf um Kobalt hat begonnen

Kobalt galt lange Zeit als recht obskures Metall, das als Kobaltblau zum Färben von Glas und Keramik verwendet wurde. Später fand man heraus, dass man damit hitzebeständigen Hochleistungsstahl und Superlegierungen z.B. für Wind- und Gasturbinen und Flugzeugtriebwerke herstellen kann. Heute steht Kobalt jedoch aus einem anderen Grund im Fokus, denn es gehört neben Lithium (siehe dazu unseren Artikel: Die besten Lithium Aktien 2020) und Coltan zu den Metallen, die essenziell für Elektroauto-Batterien und Smartphone-Akkus sind. Kobalt ist nämlich ein wichtiger Bestandteil in Lithium-Ionen-Akkus. Dabei ermöglicht es das rasche Aufladen der Batterien bei gleichzeitig hoher Energiedichte. Auch wenn intensiv an technologischen Alternativen geforscht wird, erscheint das seltene Metall für die Revolution auf der Straße (siehe dazu unseren Artikel: Megatrend E-Mobility: Die besten Elektromobilitäts-Aktien 2020), bei der digitalen Kommunikation und in den Energiespeichern von Morgen unersetzbar. Deshalb stehen die Chancen hervorragend, dass die Rallye der Kobalt-Aktien an der Börse eine Fortsetzung findet.

Fakten zum Rohstoff Kobalt

Kobalt ist ein silberblaues, relativ schweres Metall, das leitfähig und extrem hitzebeständig ist. Außerdem behält es seine magnetische Eigenschaft bis zu einer Temperatur von 1.150 Grad Celsius und damit länger als jedes andere bekannte Metall. Aufgrund dieser Eigenschaften ist Kobalt heutzutage vielseitig einsetzbar. Im Mittelalter gab es häufig Verwechslungen mit Silber- und Kupfererzen. Da es sich damals jedoch noch nicht verarbeiten ließ und zudem beim Erhitzen schlechte Gerüche abgab, wurde es als wertloses, „von Kobolden verhextes“ Metall angesehen.

Die weltweit bekannten Kobalt-Vorkommen betragen rund 25 Mio. Tonnen. Dabei wird Kobalt im modernen Bergbau überwiegend aus Kupfer- und Nickelerzen gewonnen. Im Jahr 2018 stammte 71% des geförderten Kobalts aus der Demokratischen Republik Kongo wo sich sechs der zehn weltgrößten Kobaltminen und die Hälfte der bislang bekannten Kobaltvorkommen befinden. Daneben gibt es noch nennenswerte Vorkommen in Australien, auf Kuba, den Philippinen, in Sambia, Kanada, Madagaskar, Russland und anderen Ländern wie Marokko oder den USA.

Die besten Kobalt Aktien: Übersicht der prozentualen Verteilung der globalen Kobalt-Reserven | LYNX Broker

Konfliktmineralien aus der Demokratischen Republik Kongo

Der Kongo als Hauptförderland gilt als politisch instabil und unruhig, auch der Begriff der „Konfliktmineralien“ wurde dort geprägt. Bis zu 20% des Kobalts stammen aus unkontrollierten, teilweise improvisierten, ungesicherten Minen bzw. dem Kleinbergbau. Unfälle, Kinderarbeit und Gesundheitsgefährdung sind laut Amnesty International an der Tagesordnung. Auch ökologisch richten diese Minen große Schäden an, da säurehaltige Abwässer entstehen und in die Umwelt gelangen. Die Instabilität des afrikanischen Landes, in dessen Osten sich bewaffnete Rebellengruppen und Milizen bekämpfen, sowie Berichte über Kinderarbeit haben einige Bergbauunternehmen bereits veranlasst das Land zu verlassen und stattdessen die Produktion in anderen Ländern wie Kanada oder Australien zu erhöhen. Der Rohstoffkonzern Glencore hingegen erhöht die Förderung in der Demokratischen Republik Kongo und eröffnete aus sozialer und ökologischer Sicht äußerst umstrittene Minenprojekte. Glencore erhöhte die Kobaltförderung in den vergangenen Jahren erheblich und kontrolliert mittlerweile nahezu ein Drittel des weltweiten Marktes.

Elektrofahrzeuge lassen die Kobalt-Nachfrage explodieren

Seit 2010 verdoppelte sich die weltweite Kobalt-Nachfrage von 65.000 Tonnen auf aktuell über 130.000 Tonnen pro Jahr. Grund für die enorme Zunahme ist der steigende Bedarf an Lithium-Ionen-Batterien und Akkus. Diese stehen mittlerweile für rund 62 % der Kobalt-Nachfrage, nachdem der Anteil im Jahr 2006 noch bei 20 % lag. Im selben Zeitraum sind die Kosten für Akkus von 900 USD/kWh auf unter 200 USD/kWh gefallen. Die Nachfrage nach Kobalt wird weiter zulegen, denn ohne den Einsatz des Metalls in Batteriemodulen fährt kein Elektroauto. Pro Fahrzeug benötigt Tesla für neuere Modelle beispielsweise immerhin rund 10 kg Kobalt. Auch wenn der Marktanteil elektrischer und hybrider Fahrzeugantriebe mit 4% und 7,2 Mio. Fahrzeugen per Ende 2019 noch überschaubar ist, nehmen die Verkaufszahlen gerade richtig Fahrt auf: Das Researchhaus Bloomberg hat in seinem Electric Vehicle Outlook 2020 zwei Prognosen entworfen. In der vorsichtigeren Variante sollen sich bis 2030 weltweit mindestens 140 Mio. Elektroautos auf den Straßen befinden, was rund 7 % der globalen Fahrzeugflotte entsprechen würde. Im zweiten, noch optimistischeren Szenario könnte es 2030 bereits 43 Mio. Elektrofahrzeug-Neuzulassungen pro Jahr geben, so dass dann bereits 30 % des gesamten Straßenverkehrs mit elektrischem Strom betrieben würde.

Der Bedarf für Elektromobilität verspricht daher ein besonders explosives Wachstum. Denn auch wenn bis 2030 nur ca. 30% der Neufahrzeuge über einen Elektroantrieb verfügen sollten, würden Schätzungen zufolge jährlich über 300.000 Tonnen Kobalt zusätzlich benötigt, das ist mehr als das Doppelte des aktuellen Marktvolumens.

Autokonzerne konkurrieren um Lieferverträge

Es war daher kein Wunder, dass viele Großkonzerne, darunter übrigens auch Apple, versuchten, mit Lieferverträgen eine möglichst langfristige Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Auch Autohersteller wie VW und BMW bemühten sich angesichts der hohen Preise um langfristige Lieferanten. Bei BMW beispielsweise rechnet man damit, 2025 bis zu zehnmal so viele Rohstoffe für Batterien zu benötigen wie jetzt. So lange keine echte Alternative entdeckt und zur Marktreife gebracht wird, dürfte die Nachfrage nach Kobalt also weiterhin stark ansteigen.

Kobalt Produzenten können Angebot nur begrenzt ausbauen

Im Jahr 2017 kam es bis Anfang 2018 durch preisgetriebene Eindeckungskäufe vieler Kobalt-Abnehmer bereits zu einer Phase, in der das Angebot nicht mehr ausreichte, um die hohe Nachfrage zu decken. Als dann jedoch viele Lager gefüllt waren und das Angebot erhöht wurde, kam es auf Seiten der Kobalt-Produzenten postwendend zu einem Überangebot. Die zuvor stark gestiegenen Preise gerieten wieder ins Trudeln. Pech für diejenigen Unternehmen, die zu Höchstpreisen langfristige Lieferverträge abgeschlossen hatten.

Da Kobalt zu 94 % als Nebenprodukt in Kupfer- und Nickelminen anfällt und der Abbau mit großem Aufwand verbunden ist, lässt sich das Kobalt-Angebot nicht beliebig steigern. Zwar gingen in den letzten Jahren z.B. im Kongo neue Minen in Betrieb, während bestehende Kobalt-Minen sukzessive ausgebaut wurden, aber der Produktionszuwachs dürfte von Jahr zu Jahr geringer ausfallen. Zuletzt entschloss sich Glencore aufgrund des Preisrückgangs sogar dazu, die große Kupfer-Kobalt-Mine Mutanda bis auf weiteres zu schließen und die Kobalt-Produktion von 43.000 Tonnen im Jahr 2019 auf 25.000 Tonnen bis 33.000 Tonnen im Jahr 2020 zu verringern.

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) erwartet, dass sich in den kommenden Jahren unterm Strich eine Unterdeckung der Kobaltnachfrage entwickelt. Für Förderländer und Bergbaukonzerne bedeutet dies eine hervorragende Verhandlungsposition, während sich die Abnehmer hingegen auf Liefer- und Preisrisiken einstellen müssen.

Der Wettlauf um Kobalt könnte bald wieder neu entfacht werden

Die Automobilbranche hofft, dass die Weiterentwicklung von Akkus und Batterien dazu führt, dass zunehmend weniger Rohstoffe benötigt werden. Die Konzerne Panasonic und Tesla forschen bereits an Batteriezellen, die komplett ohne Kobalt auskommen. Ein Erfolg würde die Preisentwicklung von Kobalt sicher deutlich dämpfen. Forschung und Entwicklung in diesem Bereich sind jedoch sehr zeitintensiv. Technologische Durchbrüche dürften sich so frühestens in einigen Jahren auf die Nachfrage auswirken.

Die Eindeckungskäufe in den Jahren 2017 bis 2018 brachten das Marktgleichgewicht nur kurzzeitig arg aus den Fugen. Gemessen am tatsächlichen Verbrauch hielten sich Angebot und Nachfrage mengenmäßig bislang noch in etwa die Waage.

Früher oder später wird der Wettlauf um Kobalt jedoch wieder entfacht werden, so dass im Jahr 2020 und auch darüber hinaus höhere Notierungen wahrscheinlich sind. Wie können Sie als Anleger davon profitieren?

Begrenzte Möglichkeiten für Kobalt-Investments

Einen Kobalt-ETF, der die Preisentwicklung des Metalls oder eine Auswahl an Kobalt-Aktien abbildet, gibt es leider noch nicht. Deshalb bleibt nur ein Investment in Kobalt-Unternehmen. Beim Weltmarktführer Glencore, macht Kobalt aber trotz eines aktuellen Weltmarktanteils von 22% nur einen sehr kleinen Umsatzanteil aus. Genau wie bei anderen großen Rohstoffunternehmen z.B. Vale oder Freeport McMoran würde dies eine Klassifizierung als Kobalt-Aktie nicht unbedingt rechtfertigen.

Bei Glencore kommt noch hinzu, dass sich beispielsweise die mittlerweile 100 %ige Tochtergesellschaft Katanga Mining im Kongo diversen schwerwiegenden Vorwürfen ausgesetzt sieht. Aufgrund des augenscheinlich großen „Sündenregisters“, das unter anderem Korruption, Umweltsünden, unfaire Konzessionsverträge, Steuerhinterziehung und Ausbeutung der Arbeiter beinhalten soll, ist ein Investment in die Glencore-Aktie allein schon aus ethischen Gesichtspunkten kaum vertretbar.

Die besten Kobalt Aktien 2020

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Aktien-Liste von zehn Kobalt-Aktien für 2020 (ohne Glencore). Drei besonders aussichtsreiche Kobalt-Aktien stellen wir Ihnen anschließend näher vor.

Kobalt Aktien Liste:

Kobalt AktieISINSymbolWährung
African Battery MetalsGB00BYWJZ743SULAGBP
China MolybdenumCNE1000001143993HKD
Clean TeQ HoldingsAU000000CLQ2CLQAUD
Freeport McMoran US35671D8570FCXUSD
Horizonte MineralsGB00B11DNM70HZMGBP
Red Rock Resources GB00BYWKBV38RRRGBP
Sherrit InternationalCA8239011031SCAD
UmicoreBE0974320526UMIEUR
ValeBRVALEACNPA3VALE3BRL
Wheaton Precious MetalsCA9628791027WPMCAD

Mit den folgenden Kobalt Aktien könnten Sie von einem neuen Aufwärtstrend des Rohstoffs Kobalt profitieren.

China Molybdenum: Die Nummer zwei auf dem Kobaltmarkt

Der chinesische Minenbetreiber China Molybdenum (ISIN: CNE100000114 – Symbol: 3993 – Währung: HKD) ist nach Glencore der zweitgrößte Kobaltproduzent der Welt. Daneben baut der Konzern Kupfer, Phosphate, Wolfram und Gold sowie die sehr gefragten seltenen Erden Niobium und Molybdän ab. An der Börse ist China Molybdenum aktuell mit rund 12,3 Mrd. USD (10,4 Mrd. Euro) bewertet.

Kobalt-Aktivitäten werden ausgebaut – Jahresproduktion von 17.500 Tonnen Kobalt erwartet

Der Rohstoffkonzern aus dem Reich der Mitte richtet sein Geschäft mehr und mehr in Richtung Kobalt aus. Natürlich auch um den gigantischen Bedarf der chinesischen Industrie zu decken. Mit dem mehrheitlichen Erwerb der kongolesischen Tenke-Mine von Freeport McMoran sicherte sich das Unternehmen 2016 eines der größten Kobaltvorkommen der Welt. Die Mine hat einen besonders hohen Kobalt-Anteil und die nachgewiesenen Reserven reichen für mindestens 25 Jahre. Im Jahr 2018 förderte China Molybdenum dank der Minenübernahme bereits 19.400 Tonnen Kobalt.

Dieses Volumen entspricht zu aktuellen Preisen einem Marktwert von rund 640 Mio. USD. Der Konzern hat seine Stellung als zweitgrößter Kobalt-Produzent damit gefestigt, der erste Platz ist wohl auf absehbare Zeit fest an Glencore vergeben, selbst wenn der Konkurrent sein Produktionsvolumen durch die Schließung der Mutanda-Mine vorübergehend deutlich von 43.000 Tonnen im Jahr 2019 auf 25.000 Tonnen bis 33.000 Tonnen im Jahr 2020 reduzieren wird.

Fallende Kobaltpreise führen 2019 zu einer Gewinnhalbierung

Die besten Kobalt Aktien: Entwicklung der China Molybdenum Aktie von September 2017 bis September 2020 | Online Broker LYNX

Dank einer gesteigerten Fördermenge und höheren Kupfer- sowie Kobaltpreisen erreichte das Unternehmen für 2018 gegenüber dem Vorjahr eine Gewinnsteigerung von +70 % auf 4,6 Mrd. RMB (ca. 668 Mio. USD). Mehr als die Hälfte davon wurde als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet.

Für das Jahr 2019 wurde unter anderem aufgrund des gesunkenen Kobaltpreises ein deutlicher Gewinnrückgang von -60 % auf 1,9 Mrd. RMB (ca. 271 Mio. USD) verbucht. Da die meisten anderen Metalle jedoch erhebliche Preisanstiege verzeichneten, stieg der Umsatz um +165 % auf 68,7 Mrd. RMB (ca. 10 Mrd. USD). Im ersten Halbjahr 2020 liefen die Geschäfte wieder auf ganzer Linie glänzend. Der Umsatz stieg um starke +368 % auf 46,7 Mrd. RMB (6,8 Mrd. USD), während der Gewinn um +25 % auf 1 Mrd. RMB (150 Mio. USD) stieg. Die Corona-Krise hatte also kaum Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens.

Finanziell ist das Unternehmen weiterhin hervorragend aufgestellt, die Cash Reserven sind mit 18,2 Mrd. RMB bzw. 2,7 Mrd. USD zum Ende des zweiten Quartals 2020 weiterhin komfortabel.

Basis-Investment für langfristig orientierte Kobalt-Investoren

Bergbau-Aktien sind stets spekulativer als Standardaktien, da die Preise der geförderten Rohstoffe eine enorme Hebelwirkung auf das Unternehmensergebnis haben. Wer jedoch auf eine fortgesetzte Preiserholung beim Metall Kobalt setzen will, der kommt an China Molybdenum kaum vorbei. Derzeit befindet sich die Aktie mit 0,32 Euro zwar noch weit unter den Höchstständen von Anfang 2018 bei 0,72 Euro, aber auch die Tiefststände des Sommers 2019 bei 0,22 Euro sind bereits wieder ein gutes Stück entfernt. Kurse im Bereich 0,28 EUR bis 0,32 Euro kommen als langfristige Einstiegsgelegenheit in Betracht.

Clean TeQ Holdings: Kobalt-Produktion steht bevor

Das Bergbau- und Technologieunternehmen Clean TeQ Holdings (ISIN: AU000000CLQ2 – Symbol CLQ – Währung: AUD) mit Sitz in Notting Hill, Australien möchte Bergbau für Batterierohstoffe mit sauberen Technologien betreiben. Das Unternehmen verfügt mit dem Sunrise-Projekt in New South Wales über eine der qualitativ hochwertigsten und reichsten Kobalt-Lagerstätten außerhalb von Afrika. Das erfahrene Management des Unternehmens geht davon aus, nach dem Produktionsstart der Mine neben Nickel innerhalb von zwei Jahren bereits mehr als 4.600 Tonnen Kobalt produzieren zu können. Das würde die Australier quasi auf Anhieb in die Top-7 der Kobalt-Produzenten der Welt befördern.

Vorbereitungen und Planungen für Minenproduktion in der finalen Phase

Für die Mine, die in einer mit Infrastruktur hervorragend erschlossenen Bergbaugegend 350 km westlich von Sydney liegt, sollen alle Machbarkeitsstudien, Vorbereitungen und Erschließungsmaßnahmen voraussichtlich im dritten Quartal 2020 abgeschlossen sein. Nachdem es Corona-bedingt zu einigen Verzögerungen kam, bemüht sich das Unternehmen um Kooperationen zur Finanzierung und ist diesbezüglich mit etlichen Interessenten im Gespräch. Sobald die Gespräche erfolgreich abgeschlossen sind, sollen die finalen Investitionsentscheidungen getroffen werden. Dann kann es endlich richtig losgehen. Die Produktionsanlagen für die neue Mine, deren Lebensdauer auf 40 Jahre geschätzt wird, befinden sich selbstverständlich bereits in Planung und sollen dann im kommenden Jahr rasch konstruiert werden.

Weiteres lukratives Produkt: Die „Seltene Erde“ Skandium

Außerdem gilt das zu 100% im Firmenbesitz befindliche Sunrise-Projekt als eine der größten und reinsten Skandium-Lagerstätten weltweit. Beim Leichtmetall Skandium handelt es sich um eine der sogenannten „Seltenen Erden“. Seine Hauptanwendung findet das Metall als Skandiumiodid in Hochleistungs-Quecksilberdampflampen, beispielsweise zur Stadionbeleuchtung sowie in der Rüstungs- und Transportbranche. Auch in ultraleichten Aluminium-Skandium-Fahrradrahmen kommt das Metall neuerdings zum Einsatz. Clean TeQ erwartet den seltenen Rohstoff zu äußerst günstigen 150 USD je kg produzieren zu können. Der Preis für reines Skandium liegt je nach Informationsquelle zwischen 3.000 USD und 5.000 USD je kg und erreichte in den vergangenen Jahren zwischenzeitlich sogar Spitzenwerte von bis zu 20.000 USD je kg. Das Nebenprodukt der Nickel- und Kobaltproduktion könnte für das Unternehmen also zu einer weiteren lukrativen Einnahmequelle werden. Im Dezember 2019 wurde eine Kooperation mit dem Elektronik-Riesen Panasonic geschlossen, die unter anderem die Lieferung von bis zu 5 Tonnen Skandium pro Jahr vorsieht. Außerdem soll CleanTeQ für Panasonic spezielle Skandium-Aluminium Legierungen entwickeln.

Geschäftszweig Wasseraufbereitung: Zusätzliches Potenzial

Clean TeQ verfügt nicht nur über Bergbauaktivitäten. Wie der Name des Unternehmens vermuten lässt, gibt es auch einen technologiebasierten Geschäftszweig. Dieser fokussiert sich auf den Bereich der elektrochemischen Wasseraufbereitung für die Industriezweige Bergbau, Strom, Öl und Gas sowie kommunale Trinkwasserbetriebe. Der Schwerpunkt für die Vermarktung der sogenannten kontinuierlichen Ionenaustauschtechnologie liegt auf dem chinesischen Wassermarkt, dem größten und am schnellsten wachsenden Wasseraufbereitungsmarkt der Welt. Aber auch im Oman oder im Kongo werden Anlagen gebaut. Die Umsätze aus diesem Geschäftszweig sind noch sehr gering und schwankend. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden rund 1,2 Mio. AUD erlöst, nach 4,2 Mio. AUD im Vorjahr. Auch wenn dieses Geschäftsfeld für Bergbauunternehmen eher ungewöhnlich scheint, liegt hier auch einiges an Zukunftspotenzial. Ansonsten könnte ein möglicher Spartenverkauf zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise ordentlich Geld in die Unternehmenskasse spülen.

Chart: Bodenbildung nach dem Abwärts-Trend

Die besten Kobalt Aktien: Entwicklung der Clean TeQ Holdings Aktie von September 2017 bis September 2020 | Online Broker LYNX

Derzeit wird Clean TeQ an der Börse bei knapp 750 Mio. ausstehenden Aktien und einem Kurs von 0,21 EUR (0,38 AUD) mit rund 160 Mio. EUR (283 Mio. AUD) bewertet. Auf dem Bankkonto befanden sich zum Geschäftsjahresende per 30.06.2020 rund 40 Mio. AUD (25 Mio. EUR). Allerdings wurde das Ergebnis des Geschäftsjahres 2019/20 durch eine große Abschreibung in Höhe von 180 Mio. AUD (110 Mio. EUR) belastet. Daher dürfte eine mögliche verwässernde Kapitalerhöhung zumindest nicht unmittelbar anstehen, mittel- bis langfristig könnte der Kapitalmarkt jedoch durchaus nochmals angezapft werden. Vor allem zur Finanzierung der teuren Produktionsanlagen oder falls sich der Produktionsstart deutlich z.B. um mehrere Jahre nach hinten verschieben sollte könnte es neben Bankdarlehen auch noch Kapitalerhöhungen geben. Die Aktie ist wie alle anderen Kobalt-Werte mit dem Kobalt-Preis unter Druck geraten und hat seit den Höchstständen von Anfang 2018 bei ca. 1 EUR (1,60 AUD) erheblich an Wert verloren. Seit Anfang 2020 und Tiefstständen von 0,105 AUD hat sich ein charttechnischer Boden ausgebildet, aktuell notiert die Aktie auf einem Zwei-Jahres-Hoch bei 0,38 AUD bzw. 0,21 EUR.

Sehr spekulative Aktie für geduldige und risikobewusste Anleger

Die Aktie ist eine mittel- bis langfristige Wette auf einen erfolgreichen Produktionsstart der Sunrise-Mine in den kommenden Jahren. Je näher die tatsächliche Produktion rückt, desto positiver dürfte sich der Aktienkurs entwickeln. Möglicherweise auftretende lange Verzögerungen, Finanzierungsprobleme oder sonstige Rückschläge dürften dementsprechend weniger gut ankommen. Sicherlich wäre es hilfreich und erfreulich, wenn sich der Kobalt-Preis Richtung Produktionsstart wieder nach oben entwickelt. Die sehr spekulative Aktie eignet sich vor allem für risikobewusste, geduldige Anleger, die einen sehr kleinen Depotanteil auf den langfristigen Erfolg des Unternehmens setzen möchten. Tipp: Wenn Sie Ihren Einsatz mental abschreiben und Kursverluste einkalkulieren, so sind die hohen Kursschwankungen der Aktie möglicherweise leichter erträglich. Im Erfolgsfall winkt Ihnen dann in den kommenden Jahren vielleicht eine Kursvervielfachung.

Sherritt International: Riskante Turnaround-Spekulation

Sherritt International (ISIN: CA8239011031 – Symbol: S – Währung: CAD) ist ein Nickelproduzent mit Bergbauaktivitäten in Kanada, Kuba und Madagaskar. Der Konzern ist beispielsweise zu 50 % am Joint Venture Nickel-Kobalt-Projekt Moa in Kuba und zu 12 % am Ambatovy-Nickel-Kobalt-Projekt in Madagaskar beteiligt. Kobalt macht rund 20 % des Umsatzes von Sherritt aus, während Nickel mit rund 50 % den Löwenanteil einnimmt. Der restliche Umsatz in Höhe von ca. 20 % wird mit der Förderung von Öl- und Gas, sowie mit Stromerzeugung erzielt.

Keine Mineralien aus Konfliktregionen

Für Sherritt spricht, dass das Kobalt nicht aus der Demokratischen Republik Kongo stammt, denn in Konfliktregionen werden vom Unternehmen bewusst keine Projekte gestartet oder übernommen. Das Bewusstsein der Technologieunternehmen und Automobilkonzerne wurde durch umfangreiche Medienberichterstattung in den letzten beiden Jahren für die Thematik „ethische Batterierohstoffe“ sensibilisiert. Apple z.B. trennte sich von mehreren Zulieferern bei denen offensichtlich Kinderarbeit stattfand. Ähnlichen Vorwürfen sehen sich Sony, Samsung und mehrere chinesische Konzerne ausgesetzt. „Saubere“ Unternehmen wie Sherrit profitieren davon und können besonders lukrative Lieferverträge aushandeln. BMW beispielsweise hat angekündigt, besonders genau darauf zu achten, ausschließlich einwandfreie Rohstoffe zu verwenden.

Kobalt-Produktion steigt allmählich wieder an

Nachdem einige unprofitable Projekte veräußert wurden, fiel der auf Sherritt entfallende Kobalt-Anteil der Gemeinschaftsprojekte von ca. 3.100 Tonnen auf ca. 1.800 Tonnen im Jahr 2017. Bis zum Jahr 2019 konnte die Kobalt-Produktion dann stetig auf etwas über 2.000 Tonnen hochgefahren werden. Gemäß den eigenen Planungen soll die Kobalt-Produktion im Jahr 2020 nochmals zulegen und wieder 3.300 bis 3.400 Tonnen erreichen. Damit befindet sich der Konzern weiterhin unter den Top-Ten der Kobaltproduzenten weltweit. Sherritt erzeugt eine außerordentlich hohe Metall-Qualität, denn mit einem Reinheitsgrad von 99,9% werden die Anforderungen der Londoner Metallbörse LME deutlich übertroffen. Da das Kobalt in Kanada verarbeitet wird, kann der nordamerikanische Markt direkt beliefert werden.

Weiterhin in der Verlustzone

Nachdem das Unternehmen durch niedrige Metallpreise und Projekte mit zu hohen Förderkosten jahrelang Verluste schrieb, leitete das Management im Jahr 2017 eine finanzielle Restrukturierung ein, so dass die Schuldenlast von 2 Mrd. CAD auf 570 Mio. CAD reduziert werden konnte. Unter anderem wurden Laufzeiten für Unternehmensanleihen verlängert und Anteile an unprofitablen Projekten veräußert. Weitere 425 Mio. CAD Schulden sollen im nächsten Schritt wegfallen, so dass auch 19 Mio. CAD an jährlichen Zinszahlungen eingespart werden.

In den ersten sechs Monaten 2020 erzielte das Unternehmen Umsatzerlöse in Höhe von 247 Mio. CAD, was im Vergleich zum Vorjahr einem Minus von -8 % entspricht. Gleichzeitig wurde – vor allem abschreibungsbedingt – ein Verlust von 0,39 CAD je Aktie geschrieben. Mit 172 Mio. CAD Cash hat das Unternehmen trotz der noch drückenden Schuldenlast genügend finanzielle Mittel, um den Geschäftsbetrieb sicher zu stellen. Sehr erfreulich ist, dass die Covid-19-Pandemie kaum Auswirkungen auf das Unternehmen hat und die Produktionszahlen fürs zweite Quartal die Erwartungen deutlich erfüllen konnte.

Hochspekulative Aktie vorerst nur für die Watchlist geeignet

Bei einem Aktienkurs von 0,21 CAD ist das Unternehmen mit 80 Mio. CAD bewertet. Damit notiert der Wert wieder deutlich über den Allzeittiefs von März 2020 bei 0,07 CAD. Noch ist der Turnaround nicht komplett in trockenen Tüchern, die erfolgreiche Fortführung des Unternehmens hängt stark von den Preisen für Nickel und Kobalt ab. Dank der konsequenten Restrukturierung zeigt sich jedoch Licht am Ende des Tunnels. Trotzdem Vorsicht: Es handelt sich um eine stark schwankende, hochspekulative Aktie, die allenfalls von sehr risikobereiten Anlegern gekauft werden sollte. Im Worst Case droht durch Kapitalmaßnahmen eine starke Verwässerung oder sogar ein Totalverlust. Daher würden wir die Aktie vorerst nur hartgesottenen, risikofreudigen Anlegern mit kleinem Depotanteil zum Kauf empfehlen. Sollte es dem Unternehmen gelingen, die Schuldenrestrukturierung abzuschließen und operativ Gewinne sowie einen positiven Cashflow zu erzielen, so dürfte sich dies auch mit einem stark steigenden Aktienkurs bemerkbar machen. Andernfalls dürfte sich der langfristige Abwärtstrend fortsetzen.

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Wendelin Probst, Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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