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Die Käufer sind zurück … so scheint es zumindest, denn es gelang, das herbe Minus des TecDAX vom Mittwoch am Donnerstag nahezu komplett aufzuholen. Aber ist das bereits genug, um für das bullische Lager Entwarnung zu geben?
Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, das ist es nicht … zumindest noch nicht. Denn Sie sehen es im Chart: Es ist mit dem gestrigen Kursanstieg gelungen, den Index oberhalb der 200-Tage-Linie nach oben zu drehen. Aber noch ist nicht einmal die zuvor ziemlich widerstandslos gefallene Zone 3.796/3.859 zurückerobert. Ganz zu schweigen von der Zone 3.973/4.010 Punkten, die im Mai mit beeindruckender Dynamik überwunden wurde, was bedeutet:

Fürs Erste ist ein mittelfristig relevantes Short-Signal verhindert worden, das mit dem Bruch der momentan bei 3.698 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie zu unterstellen wäre und dem TecDAX charttechnisches Abwärtspotenzial in die im Chart auf Monatsbasis gut zu erkennende Supportzone von 3.200 bis 3.400 Punkten eröffnen würde.
Aber mit diesem einen starken Tag ist der TecDAX mit etwas gutem Willen nur als neutral einzustufen. Für die Rückkehr zur bullischen Tagesordnung müsste mehr gelingen. Und was konkret?

Expertenmeinung: Ein entscheidendes Element wäre, dass sich das Umfeld nicht wieder eintrübt. Dass der TecDAX am Donnerstag so kräftig Boden gutmachte, basierte vor allem darauf, dass nach Donald Trumps martialischen Drohungen und vermeintlichen Entscheidungen gegen den Iran schnell wieder Ruhe einkehrte. Der Ölpreis gab wieder nach, die US-Börsen zogen an. Das war ein Argument für das bullische Lager, am Ball zu bleiben.
Aber es muss eben auch ruhig bleiben. Und das ist angesichts der Erfahrungen, die die Investoren in den vergangenen anderthalb Jahren mit dem Weißen Haus gemacht haben, alles andere als sicher. Diese Triebfeder des gestrigen Anstiegs ist also ein ziemlicher Wackelkandidat.
Der andere Faktor ist ein eher „internes Problem“: Was wird innerhalb des TecDAX so gut laufen, dass es reicht, um den Index an und idealerweise sogar über das letzte Hoch bei 4.284 Punkten zu tragen? Werden die Käufer wieder auf die zuletzt hoch volatil korrigierenden Halbleiter-Titel aufspringen, wie es am Donnerstag der Fall war … oder war das nur eine Gegenreaktion in einem kippenden Trend? Und wenn Letzteres der Fall wäre: Könnten die zahlreichen, zuletzt so schwachen Aktien aus den Bereichen Telekommunikation und Software in die Bresche springen? Anfang des Monats sah man zwar Ansätze dazu, aber bislang konnte sich da keine Aufwärtstendenz festsetzen.
Fazit: Noch ist keineswegs absehbar, ob es wirklich gelingt, den TecDAX wieder nachhaltig in seinen Aufwärtstrend zurückzubefördern. Ein Anstieg über die Zone 3.973/4.010 ist zwingend, um zumindest die charttechnische Seite wieder auf „bullisch“ zu drehen. Bis dahin sollte man sich an den uralten Spruch erinnern, dass man das Fell des Bären nicht verkaufen sollte, bevor er erlegt ist. Und das wäre frühestens der Fall, wenn der TecDAX unter die 200-Tage-Linie fällt.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.07.2026 um 21:52 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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