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Nachdem der TecDAX eine sehr massive Widerstandszone mit Schwung bezwungen hatte, kam es zu Wochenbeginn im Candlestick-Chart zu einem Doji, der ein erhöhtes Risiko suggeriert. Aber das muss sich nicht negativ auswirken, falls gelingt, was sich jetzt andeutet.
Da staunte der Fachmann und der Laie wunderte sich. Pünktlich zum Start in den neuen Börsenmonat standen diejenigen TecDAX-Titel auf der Gewinnerliste, die wochenlang fast immer die Verlierer stellten: die Aktien von Software-Unternehmen. TeamViewer, SAP, ATOSS Software und Nemetschek stellten die Top 4 dieses Montags. Auf der Verliererliste ganz vorne dabei: Siltronic, Elmos Semiconductor, SÜSS MicroTec und Aixtron. Was wird das denn jetzt?
Unüblich ist es keineswegs, dass Monatswenden genutzt werden, um die „Asset Allocation“ zu überprüfen und ggf. neu auszurichten. Da Monatsultimos typische Zeitpunkte sind, an denen große Adressen wie Hedgefonds ihre Performance ausweisen, ist es auch einer, an dem sich die Entscheider sagen: Der vergangene Monat ist genauso gelaufen wie wir uns das dachten … wie wollen wir jetzt weitermachen?
Und dass man da bei einigen zu dem Schluss kommt, dass die Halbleiter-Hausse so weit ausgereizt ist, dass man da Geld herausziehen könnte und es dort investiert, wo der Markt es tendenziell nach unten übertrieben hat, wäre nachvollziehbar. Immerhin sind die Halbleiter jetzt sehr teuer bewertet, viele Software-Aktien aber nicht mehr. Zugleich sieht man dort bei vielen Aktien Bodenbildungen nach einer Baisse, die auf der reinen Annahme basierte, dass die KI diesen Unternehmen das Wasser abgraben werde. Aber was heißt das für den TecDAX?
Expertenmeinung: Mal angenommen, diese Entwicklung bleibt keine Eintagsfliege … denn sicher sein, dass sich ein Wechsel des Staffelstabs nachhaltig durchsetzt, kann man nie … ist es letztlich so, dass hier einfach kräftig durchgerührt wird, was sogar dazu beitragen kann, dass die Suppe nicht überkocht.
Wenn das Kapital aus einem Sektor in den nächsten wandert und beide in einem Index hinreichend stark vertreten sind, kann das ohne Absturz vonstattengehen, das Geld bleibt ja, um es salopp auszudrücken, „in der Familie“. Und der TecDAX ist ja im Software-Sektor stark besetzt. Wenn man die IT-Service-Unternehmen wie CANCOM, Kontron oder Bechtle mit dazurechnet, die am Montag teilweise auch zulegen konnten, könnte auch eine schärfere Korrektur der bisherigen Halbleiter-Überflieger so aufgefangen werden, dass die mittelfristig wichtigen Chartzonen, die jetzt als Support funktionieren müssen, auch wirklich halten.

Aber da man, wie gesagt, nie sicher sein kann, dass solche auffälligen „Schichtwechsel-Signale“ zu einem Monatswechsel wirklich von Dauer sein und den Index weiter ziehen werden, sollte man zwar diesen „Doji“ im Candlestick-Chart, der nach einer Rallye immer ein Warnsignal ist, nicht überbewerten … nichtsdestotrotz aber besser, diese entscheidenden Unterstützungen im Auge zu behalten.
Die nächstliegende Supportzone ist zwar die langfristig bedeutsamere, deren Bruch – es geht um die Hochs zum Ende des Jahres 2021 zwischen 3.950 und 4.010 Punkten – muss aber nicht bereits das Ende des Aufwärtstrends bedeuten, dazu liegt diese Zone dem aktuellen Kursniveau zu nahe … und die nächste Unterstützungszone wäre ja nicht weit entfernt:

Der im Chart auf Tagesbasis gut zu erkennende Bereich 3.796 bis 3.925 Punkte, der auf der Oberseite durch die dort dick schwarz hervorgehobene 20-Tage-Linie abgeschlossen wird. Solange diese Zone nicht klar gebrochen wurde, bleibt die Oberseite aus charttechnischer Sicht die favorisierte Richtung. Die kommenden Tage werden vermutlich bereits andeuten, ob diese Übergabe des Staffelstabs von Halbleitern zu Software wirklich erfolgt … und gelingt.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.06.2026 um 22:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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