Als der Multi-Marken-Automobilkonzern Stellantis am vergangenen Donnerstag seine Zahlen für das zweite Quartal auf den Tisch legte, reagierten die Trader auf die scheinbar ermutigenden Ergebnisse kaum: Die Aktie bleibt gedrückt.
Ein Umsatzanstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr im zweiten Quartal ist etwas, womit andere europäische Automobilkonzerne zuletzt nicht aufwarten konnten. Der operative Gewinn verbesserte sich um 263 Prozent auf 773 Millionen Euro. Unter dem Strich kehrte Stellantis nach einem Nettoverlust von 1,87 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum mit 293 Millionen Euro wieder in die Gewinnzone zurück. Das führte zu einem kleinen Gewinn pro Aktie von 0,07 Euro nach −0,65 Euro ein Jahr zuvor.
Doch ein Kurssprung bei der Aktie blieb aus. Stellantis schiebt sich weiter unterhalb des März-Tiefs seitwärts. Damit ist das Chartbild weiterhin klar bärisch. Und manch ein Investor dürfte sich fragen: Was wollen die Käufer angesichts der vielen, teils deutlichen Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr noch?
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Expertenmeinung: Man darf davon ausgehen, dass sie deutlich mehr sehen wollen … und das idealerweise so, dass man eine nachhaltige Wende zum Positiven unterstellen könnte.
Denn so beeindruckend die Steigerungen insbesondere beim operativen Gewinn auch wirken: Im Vergleich zu früheren, guten Jahren ist dieser jetzt erreichte Gewinn „Peanuts“. Derzeit schätzen die Analysten im Schnitt, dass Stellantis 2026 einen Gewinn pro Aktie zwischen 0,65 und 0,70 Euro erreichen könnte. Für 2027 liegen die Prognosen bei etwa 1,10 Euro. Aber in den Jahren 2021 bis 2023 lag der Gewinn zwischen 4,64 und 5,98 Euro pro Aktie.
Bei Aktien aus dem Automobilsektor liegt die Bewertung außerhalb von Sonderfällen mit hohen Margen wie Ferrari oder Porsche normalerweise bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis zwischen 5 und 8. Würde man für 2026 einen Gewinn von 0,70 Euro pro Aktie annehmen, käme man aktuell auf 7. Das heißt: Die Aktie wirkt vom reinen Kurs her billig, ist es von der Bewertung her aber nicht.
Zwar könnten die Marktteilnehmer einer Aufwärtswende vorgreifen und kaufen, weil sie erwarten, dass diese Bewertung aufgrund schnell und deutlich steigender Unternehmensgewinne bald wieder günstig wäre – selbst dann, wenn die Aktie zügig steigt. Aber dafür war diese Bilanz zu schwach, zumal Stellantis die bestehende Prognose für 2026 nur bestätigte und nicht anhob.
Natürlich könnte es jederzeit neue Argumente geben, auf deren Basis sich die Trader wieder an Stellantis heranwagen. Aber erst, wenn auch das Chartbild neue Zuversicht reflektiert, wäre das Risiko, in einen kurzen Impuls hineinzugeraten, der schnell wieder eliminiert wird, nicht mehr erdrückend hoch. Und Sie sehen im Chart, dass nicht allein dieses März-Tief bei 5,318 Euro über der Aktie wartet:

Erst wenn die gesamte Widerstandszone von 5,318 bis 5,958 Euro, die auch die mittelfristige Abwärtstrendlinie einschließt, bezwungen wäre, hätten die Bullen hier wieder festen Boden unter den Füßen. Bis dahin ist diese Aktie „Bären-Territorium“ und damit keine, bei der man über die Long-Seite nachdenken müsste.
Quellenangaben:
Halbjahres-Ergebnis, 30.07.2026: https://www.stellantis.com/en/news/press-releases/2026/july/second-quarter-2026-financial-results
Analysten-Einschätzungen (bezogen auf den ADR an der US-Börse): https://finance.yahoo.com/quote/STLA/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.08.2026 um 20:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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