Spotify Aktie Prognose Spotify: Keine Panik

News: Aktuelle Analyse der Spotify Aktie

von |
In diesem Artikel

Spotify
ISIN: LU1778762911
|
Ticker: SPOT --- %

---
USD
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Spotify Aktie
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Bei Spotify ist es jüngst zu einer interessanten Entwicklung gekommen. Die Aktie ist auf ein neues Rekordtief gefallen. So weit so schlecht.
Das erstaunliche daran ist, dass es anschließend kaum Abwärtsdruck gab.

Keine Panik, keine wirklich heftige Volatilität, nichts davon.

Chart vom 30.05.2022 - Kurs: 112 Kürzel: SPOT - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 30.05.2022 – Kurs: 112 Kürzel: SPOT – Wochenkerzen

Es scheint so als wäre Spotify bei den meisten investierten Anlegern inzwischen in der Kategorie Depotleiche einsortiert.
Dass die breite Masse kein Interesse an solchen Chartbildern hat, dürfte ebenfalls sicher sein.

Für antizyklische Investoren ist das eine aussichtsreiche Großwetterlage.

Relativ und absolut

Nach weiteren Argumenten muss das Bullenlager, soweit überhaupt noch vorhanden, auch nicht suchen.

Es sollte klar sein, dass die Aktie relativ gesehen günstig ist. Der Kurs ist heute rund 30% niedriger als 2018, obwohl sich der Umsatz in diesem Zeitraum verdoppelt hat.

Absolut gesehen ist ein KUV von 1,9 auch nicht gerade herausfordernd und für digitale und skalierbare Geschäftsmodelle niedrig.
Seit dem Börsengang kam Spotify durchschnittlich auf ein KUV von 4,5.

Musik-Streaming ist ein Wachstumsmarkt. Das Geschäft mit physischen Tonträgern und auch das mit Downloads stagnieren.
Im Streaming-Segment liegen die Wachstumsraten hingegen jährlich bei 10% und mehr.

Spotify ist mit mehr als 400 Millionen Nutzern und 182 Abonnenten der klare Platzhirsch in diesem Markt.
Und die Monetarisierung hat gerade erst begonnen.

Neuer Wachstumstreiber

Das haben die jüngsten Quartalszahlen vom 27. April abermals gezeigt. Bisher hat Spotify nahezu alle Einnahmen durch Abos erzielt und bei den anderen Nutzern draufgezahlt.

Das ändert sich zunehmend. Mit den stark steigenden Umsätzen im Advertising-Geschäft hat man einen neuen Wachstumstreiber im Unternehmen.

Um das zu erkennen, muss man sich die Entwicklung in den letzten Quartalen vergegenwärtigen.
Im ersten Quartal 2021 lagen die Werbeeinnahmen bei 216 Mio., in Q2 bei 275 Mio., in Q3 bei 323 Mio. und im vierten Quartal bei 394 Mio. Euro.

Die Wachstumsraten lagen auf Jahressicht jeweils bei 40% und mehr.

Ausblick und Bewertung

Im laufenden Geschäftsjahr hat sich diese Entwicklung fortgesetzt. Im ersten Quartal 2022 konnte der Umsatz im Advertising-Geschäft um 31% auf 282 Mio. USD gesteigert werden.

Wachstum findet aber auch abseits davon statt. Die Zahl der aktiven Nutzer stieg um 19% und die Zahl der Abos um 15%.
Der Umsatz auf Konzernebene konnte um 24% auf 2,66 Mrd. Euro gesteigert werden.

In ähnlicher Weise dürfte sich das fortsetzen. Für das zweite Quartal stellt Spotify einen Umsatz von 2,80 Mrd. Euro in Aussicht.

Darf man den Prognosen Glauben schenken, wird der Umsatz in diesem Geschäftsjahr um 20% auf 11,60 Mrd. Euro steigen und bis 2024 mehr als 15 Mrd. Euro erreichen.

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Mehr als 50.000 zufriedene Kunden. Ich bin einer davon.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Spotify Aktie

Was ist eigentlich bei Spotify los? Der Kurs kennt nur noch eine Richtung. Kein Wunder, Spotify verdient schließlich auch kein Geld. Oder?

Gier frisst Hirn…

An der Börse dreht der Wind immer wieder. Mal sind Wachstumsaktien gefragt, dann wieder nicht. Zeitweise spielt es keine Rolle, ob ein Unternehmen überhaupt Gewinne erwirtschaftet, dann geht plötzlich die Angst um.

Inzwischen steuere ich langsam auf zwei Jahrzehnte Börse zu und bei meinem kürzlichen Geburtstag wurde mir klar, dass ich inzwischen mehr Lebenszeit mit und an der Börse zugebracht habe als ohne.

In dieser Zeit sind mir so viele Trendthemen, Hypes, Crashs und Rallyes untergekommen, ich kann sie nicht mehr zählen. Die Muster ähneln sich auf erschreckende Weise, im Endeffekt ändern sich nur die Namen.

Und was am Ende bleibt, sind harte Zahlen. Egal wie sehr die Kurse auch durch die Decke gehen oder wie heftig der Crash auch ausfällt, der Gravitation kann keiner entkommen.
Langfristig kehren die Kurse zum intrinsischen Wert der Unternehmen zurück.

Der Schlüssel ist, halbwegs abschätzen zu können, wo der liegt oder in einigen Jahren liegen wird.

Mit Blick auf Spotify bedeutet das, dass es niemand wundern sollte, dass der Kurs heute nicht mehr bei über 300 USD steht.
Immerhin lag das KUV am Hoch bei knapp 10, obwohl es vor dem Hype im Jahr 2020 noch nie bei mehr als 3,9 lag.

Angst frisst auch Hirn

Ein Blick auf den Cashflow ergab ein ähnliches Bild. Spotify war mindestens doppelt so hoch bewertet wie jemals zuvor.
Das ist für sich genommen natürlich ein Problem, umso mehr, weil es aus den falschen Gründen geschehen ist.

Spotify wurde als Krisengewinner wahrgenommen. Doch warum sollten Menschen mehr Musik hören, nur weil eine Pandemie herrscht? Daher waren die Wachstumsraten 2020 und 2021 auch nicht viel höher als zuvor.

Jetzt wird die Aktie abverkauft, weil die Krisengewinner von vielen Anlegern abgeschrieben werden. Das Gleiche gilt für Wachstumsaktien. Wie viel Sinn das rational betrachtet ergibt, diese Frage kann sich jeder selbst beantworten.

Das ist die Krux an der Börse. Die fallenden Kurse als solches üben einem unglaublichen emotionalen Druck aus. Unternehmen (Spotify), die bei einem Kurs von 300 USD noch aussichtsreich und fantastisch wirkten, fühlen sich bei 119 USD so an, als würde das Unternehmen ganz real den Bach runtergehen.

Es gibt nur ein Spotify

An den Zahlen lassen sich allerdings kaum Probleme ablesen. Spotify konnte den Umsatz seit 2015 von 1,94 auf 9,67 Mrd. USD steigern.
Die Bruttomarge hat sich in diesem Zeitraum von 11,6 auf 26,8% verbessert, die operative Marge von -12,1 auf +1,0%.

Spotify ist mit einem Umsatz von knapp 10 Mrd. USD nicht nur ein Gigant, man ist neben Apple Music auch der klare Marktführer im Bereich Musik-Streaming.
Es ist nur ein Halbsatz, vielleicht aber das wichtigste Argument für Spotify überhaupt.

Dadurch konnte man den Umsatz in den meisten Jahren um 1,0 – 1,5 Mrd. USD steigern. Es gibt eben nur ein Spotify, so wie es auch nur ein Netflix gibt. Tatsächlich ähneln sich die Zahlen, versetzt um 5-6 Jahre, erstaunlich stark. Aber das nur als Randnotiz.

Ausblick und Bewertung

Wenn es nur ein Spotify gibt, ist eine Bewertung entsprechend schwierig. Was nutzt man als Vergleichswert?
Zum Glück gibt es Erfahrungswerte, wie Unternehmen mit entsprechenden Wachstumsraten bewertet werden, man kann sich die Vergangenheit anschauen oder eben den nächstbesten Vergleichswert heranziehen.

Der nächstbeste Vergleichswert könnte Netflix sein. Wie bereits angesprochen, ähneln sich die Geschäftszahlen, versetzt um 5-6 Jahre, sehr. Spotify ist also an einem ähnlichen Punkt wie Netflix vor einigen Jahren.
Das Wachstum dürfte perspektivisch zwar etwas geringer sein als bei Netflix. Im Gegenzug ist der Cashburn aber auch exorbitant geringer.

Rein vom Zahlenwerk könnte man ausreichend Argumente dafür finden, dass X oder Y das bessere Unternehmen ist.
Blickt man nun zurück, stellt man fest, dass Netflix auf einem ähnlichen Umsatz- und Profitabilitätsniveau mit einem KUV von 6,6 – 7,8 bewertet wurde.
Spotify kommt heute auf ein KUV von 2,2.

Zieht man Erfahrungswerte heran, wird man ebenfalls feststellen, dass Unternehmen mit Wachstumsraten von 20-25% selten auf ein KUV von 2,2 kommen. Oft genug wird das Vielfache davon gezahlt.
Spotify ist also auch aus dieser Warte nicht teuer.

Ein Rückblick führt zum selben Ergebnis. Seit dem Börsengang wurde Spotify mit einem KUV von 3,7 bis knapp unter 10 gehandelt – zumindest wenn man die letzten Wochen ausklammert, in denen das KUV auf ein Rekordtief gefallen sind.

Was bringt das alles?

Man findet also durchaus einige Argumente, die für Spotify sprechen. Doch manch einer wird anmahnen, was einem knapp 10 Mrd. USD Umsatz bringen, wenn kein Geld verdient wird.

Damit haben Sie recht und damit ist Spotify vom Tisch. Was für ein Plot-Twist!

Tatsächlich steht Spotify aber noch ganz am Anfang der Monetarisierung. Bisher verdient man vor allem Geld mit Premium -Accounts.
Die Strategie ist simpel. Man wollte die Nutzer in einem ersten Schritt nicht mit Werbung verschrecken.

Jetzt wo die Nutzerbasis mit mehr als 400 Mio. aktiven Nutzern enorm ist, ändert sich das in großen Schritten.
Im ersten Quartal 2021 erzielte man mit Werbung einen Umsatz von 216 Mio. USD, in zweiten Quartal 275 Mio. USD, im dritten Quartal 323 Mio. USD und im vierten 394 Mio. USD.

Ganz plötzlich gibt es zwei Wachstumstreiber und darauf ist in Wahrheit auch die starke Umsatzentwicklung 2021 zurückzuführen, nicht auf Corona.
Wenn man einen neuen „Geschäftszweig“ erschließt, der inzwischen einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Dollar erwirtschaftet, dann schlägt sich das eben nieder.

Kommt es dazu…

Es schlägt sich auch in der Profitabilität nieder, denn bisher haben die mehr als 200 Millionen Nutzer von Spotify, die kein Abo abgeschlossen haben, nur Geld gekostet. Jetzt bringen sie Geld ein.

Daher ist in den letzten Monaten auch der Sprung in die Profitabilität gelungen. Für 2022 soll erstmals ein Gewinn erzielt werden.
Darf man den Prognosen Glauben schenken, könnten es 0,50 USD je Aktie werden. Im Folgejahr sollen es 1,85 USD und dann schon 3,65 USD werden.

Das werden Anleger wahrnehmen. Gewinnsteigerungen in dieser Größenordnung ignoriert die Börse nicht.

Spotify nutzt unterdessen die Gelegenheit und hat Buybacks mit einem Volumen von 1,0 Mrd. USD beschlossen.
Aktuell würde das ausreichen um mehr als 4% aller Aktien einzuziehen. Da man 3,5 Mrd. USD Cash auf der hohen Kante hat, kann man es sich problemlos leisten.
Ich würde dem Vorstand sogar dazu raten, in noch größerem Umfang zuzuschlagen.

Ob der Vorstand seit dem Jahreswechsel gehandelt hat, wissen wir nicht. Man kann es nur hoffen.
Voraussichtlich wird Spotify am 27. April die nächsten Quartalszahlen vorlegen, spätestens dann wissen wir mehr.

Chart vom 15.03.2022 Kurs: 119,47 Kürzel: SPOT - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 15.03.2022 Kurs: 119,47 Kürzel: SPOT – Wochenkerzen

Die Aktie ist zum mehrjährigen Unterstützungsband zurückgekommen. Zwischen 105 und 120 USD reihen sich die Supports regelrecht auf.
Wir werden sehen, ob dieser Boden wieder halten wird.

Erste positive Signale ergeben sich über 135 USD.
Deutlich aufhellen würde sich der Chart allerdings erst über 157 USD.