AIXTRON Aktie aktuell Erst verzockt, dann Aufsteiger-Schicksal: Warum Aixtron fällt

News: Aktuelle Analyse der AIXTRON Aktie

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AIXTRON
ISIN: DE000A0WMPJ6
Ticker: AIXA
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Zur AIXTRON Aktie

Die Aktie des Maschinenbauers Aixtron rückte für die in den DAX aufgestiegene Delivery Hero in den MDAX nach. Kaum wurde das am späten Abend des 19. August bekannt, fing die Aktie an zu fallen … und fällt immer noch. Das typische Schicksal eines Index-Aufsteigers?

Das könnte zumindest ein relevanter Aspekt sein. Denn wenn im Vorfeld absehbar wird, welche Aktien in den nächstgrößeren Index aufrücken, kaufen viele im Vorfeld der Aufnahme in der Erwartung, dass die Notwendigkeit der Fonds und ETFs, die den zukünftigen „Heimatindex“ abbilden, die Aktie zu kaufen, den Kurs treiben wird. Doch meist kaufen auch solche institutionellen Anleger im Vorfeld. Wenn es dann soweit ist, warten alle auf den Kurssprung, der nicht kommt … und sehen zu, so schnell wie möglich auszusteigen, damit aus nicht erreichten Gewinnen nicht auch noch Verluste werden. Ein Phänomen, das so oft auftaucht, dass man es als „Aufsteiger-Schicksal“ bezeichnen könnte. Wenn es das alleine wäre, könnte man sich langsam bereit machen, die jetzt günstigere Aktie einzusammeln, aber:

Sieht man sich den Kursverlauf der Aktie an, fällt auf, dass es zwischen dem 20. und dem 23. Juli zu einer ungewöhnlich volatilen Phase kam. Erst rauf, dann runter … und seitdem ist der vorherige, volatile Aufwärtstrend dahin. Es ist daher wahrscheinlicher, dass die Ursache der momentan so widerstandslos abbröckelnden Kurse eher dort zu finden ist. Was war da los?

Chart vom 31.08.2020, Kurs 71,00 Euro, Kürzel DRW3 - Wochenchart | Online Broker LYNX

Am 23. Juli legte der vor allem für die Halbleiterindustrie produzierende Maschinenbauer seine Bilanz des zweiten Quartals vor. Die war einerseits enttäuschend, andererseits auch wieder nicht. Denn der Umsatz fiel zum Vorjahresquartal zwar um 11,5, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) sogar um 64 Prozent. Aber der Auftragseingang legte im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 deutlich um 55 Prozent zu … und die unternehmenseigene Prognose für das Gesamtjahr wurde seitens Aixtron bestätigt. Bedenkt man die Problematik des Lockdown im zweiten Quartal, hätte die Reaktion nicht so negativ ausfallen müssen: Die Aktie quittierte das Zahlenwerk mit einem Abschlag von 7,5 Prozent. Aber die Bilanz selbst war wiederum nicht das eigentliche Problem. Das entstand in den Tagen zuvor.

Sie sehen im Chart, dass die Aktie im Vorfeld der Bilanz massiv gekauft wurde. Zu viele vollzogen Vorkäufe, überzeugt, dass eine starke Bilanz weitere Käufe auslösen würde. In solchen Situationen gehen einer Aktie eben gerne mal die Käufer aus, während zu viele darauf warten, dass es aufwärts geht, um den Gewinn ihres Vorgreifens einfahren zu können. Bleiben diese Läufe aus, wollen alle auf einmal aussteigen … und kaum jemand hält die Hand auf. Dass die Aktie am Tag der Bilanz klar im Plus startete, dann aber sofort durchgereicht wurde, bestätigt die Annahme, dass es diese Vorkäufe waren, die Aixtron zu Boden schickten. Und oft ist es dann eben so, dass viele, die sich da „verzockt“ hatten, die Aktie erst einmal meiden.

Wenn man bedenkt, dass viele Anleger derzeit sicher sind, dass die Halbleiter-Industrie die Rezession ohne größere Blessuren übersteht und sich den robusten Auftragseingang ansieht (der auch im ersten Quartal über dem des Vorjahreszeitraums lag), könnte die Aktie wieder Luft nach oben haben, jetzt, nachdem die Zocker erst einmal aus dem Markt sind. Der gerade begonnene Test der im Chart auf Tagesbasis dick schwarz markierten 200-Tage-Linie wäre dabei eine taugliche Basis, um einen Boden zu finden, aber:

Sollte die Aktie diesen aktuell bei 9,53 Euro verlaufenden, wichtigen gleitenden Durchschnitt nicht halten können, würden sich Short-Seller wohl vermehrt auf Aixtron stürzen, denn das langfristige Chartbild zeigt, dass die Aktie dann in die untere Hälfte der jahrelangen Seitwärtsspanne abrutschen würde, deren Supportzone erst im Bereich 7,33/8,01 Euro warten würde. Besser wäre es daher, nicht auf Verdacht in ein momentan noch fallendes Messer zu greifen, sondern zuzuwarten, bis Aixtron mit einem über 10,50 Euro vollzogenen Ausbruch über die kurzfristige Abwärtstrendlinie und die 20-Tage-Linie einen Beweis liefert, dass die momentan noch intakte Abwärtstendenz der Vergangenheit angehört.

Chart vom 31.08.2020, Kurs 9,65 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur AIXTRON Aktie finden Sie hier.

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der AIXTRON Aktie

Vor zwei Wochen hatte ich an dieser Stelle den Versuch, die Aktie des vor allem für die Chipindustrie arbeitenden Maschinenbauers Aixtron aus ihrer fast zweijährigen Handelsspanne nach oben hinaus zu drücken, mit „die Bullen gehen eine recht gewagte Wette ein“ kommentiert. Denn es gab einfach keine Basis dafür zu unterstellen, dass der Auftragsbestand bei Aixtron nicht unter der Krise leiden sollte, obgleich der Verband der Deutschen Maschinenbauer insgesamt ein düsteres Bild zeichnet. Wobei Aixtron im Gegenzug selbst, auch nach der gestrigen Vorlage der Bilanz des zweiten Quartals, an der seit Jahresbeginn bestehenden Prognose festhielt. Nach dieser soll der Umsatz gegenüber dem Vorjahr stabil bleiben, der Auftragseingang nach dem schwachen Jahr 2019 in diesem Jahr mit 260 bis 300 Millionen Euro wieder an die 302 Millionen des Jahres 2018 anknüpfen.

Dass die Anleger diese gestrige Bilanz des zweiten Quartals mit einem Minus von 7,85 Prozent quittierten zeigt, dass man diesen Optimismus nicht teilt. Wobei der Auftragseingang bislang durchaus noch auf Kurs wäre. Im ersten Halbjahr gingen immerhin Aufträge über gut 138 Millionen Euro ein. Da wäre das Ziel von 260 bis 300 Millionen schon zu schaffen. Aber der Umsatz liegt derzeit recht deutlich unter dem des ersten Halbjahres 2019, bei 97 Millionen Euro nach 138,4 Millionen im Vorjahr. Und der als EBIT (vor Steuern und Zinsen) gerechnete Gewinn saldiert sich für die ersten sechs Monate auf 2,2 Millionen, im Vorjahreszeitraum waren das 19 Millionen gewesen.

Expertenmeinung: Das war, in einem so kritischen Umfeld wie diesem, einfach zu wenig für einen Ausbruch auf den höchsten Kurslevel seit zwei Jahren. Vor allem, weil womöglich viele, die eigentlich erst bei überzeugenden Bilanzdaten eingestiegen wären, am Montag durch deutliche Kurszielanhebungen seitens zweier Analysten gelockt wurden, vorzupreschen. Da wurde einmal das Ziel von 11 auf 13, im anderen Fall von 12 auf 14 Euro angehoben. So knapp vor den Zahlen mag das bei manchen den Eindruck erweckt haben, das wisse jemand, was man als Anleger noch nicht weiß. Die Aktie schoss daraufhin um über 13 Prozent nach oben, überwand im Vorfeld der Bilanz dadurch die obere Widerstandszone der breiten Handelsspanne bei 11,60/12,10 Euro.

Doch dieses Zahlenwerk war eben nicht beeindruckend genug, um da noch weitere Käufe hervorzurufen. Die Gewinnmitnahmen überwogen deutlich, wobei der Umsatz am Donnerstag im Zuge der Verkäufe weit höher lag als am Montag, als man vorab einstieg. Was andeutet, dass nicht nur die auf einen kurzfristigen Gewinn lauernden Akteure Kasse machten, sondern auch Marktteilnehmer, die schon länger dabei sind und dadurch auch Gewinne realisieren konnten. Jetzt, Sie sehen es in diesem Chart auf Wochenbasis, ist die Aktie wieder in die Handelsspanne zurück gerutscht, der Ausbruchsversuch zum Rohrkrepierer geworden. Und in Situationen, in denen plötzlich klar wird, dass man sich leichtfertig zu weit aus dem Fenster gelehnt hat, kann es leicht zu Anschlussverkäufen kommen. Sofern Aixtron nicht spätestens Ende kommender Woche doch noch über 12,10 Euro schließen sollte und damit aus dieser Handelsspanne hinauskäme, wäre erst einmal mehr Luft nach unten als nach oben.

Aixtron Aktie Chart vom 23.07.2020, Kurs 11,26 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

 

 

Aixtron ist ein Maschinen- und Anlagenbauer, der vor allem für die Halbleiterindustrie produziert. Es handelt sich somit um ein Unternehmen in einer sehr konjunktursensiblen Branche, das Zulieferer für Unternehmen einer anderen sehr konjunktursensiblen Branche ist. Solche Aktien werden im Börsenjargon auch „Fahrstuhlaktien“ genannt, weil sie sehr stark auf die Schwankungen des weltweiten Wachstums reagieren und dabei oft sehr weitreichende Kursimpulse in beide Richtungen entstehen.

Wenn man sich vor Augen führt, dass die Weltwirtschaft gerade in eine ungewöhnlich starke Rezession abgetaucht ist, deren schnelles Überwinden zwar allgemein ersehnt wird, aber keineswegs gesichert ist, kann man angesichts der Rallye der Aixtron-Aktie nur staunen. Wenn man liest, dass der VDMA, der Dachverband der Maschinen- und Anlagenbauer, gerade meldete, dass die jüngsten Daten zum Auftragseingang der Branche aus dem Mai ein Minus von 28 Prozent zum Vorjahresmonat ausweisen, erst recht. Der Wochenchart zeigt, dass die Aixtron-Aktie gerade dabei ist, sich dem höchsten Kurs seit Herbst 2018 zu nähern. Am Mittwoch notierte sie damit höher als der höchste Kurs des Jahres 2019, als man hinsichtlich der weltweiten Wachstumsperspektiven noch sehr optimistisch war. Wie geht das zusammen?

Expertenmeinung: Eigentlich gar nicht. Man könnte, wollte man optimistisch sein, die Ende Februar seitens des Unternehmens ausgegebene und immerhin Ende April im Zuge der Bilanz des ersten Quartals bestätigte Prognose für 2020 als Argument nehmen, hier zuzugreifen. Denn Aixtron rechnete da mit einer stabilen bis wachsenden Umsatzentwicklung bei einer gehaltenen Gewinnmarge um die 15 Prozent. Aber kommt es auch so? Der Auftragseingang war 2019 gegenüber 2018 spürbar von 302,5 auf 231,5 Millionen Euro gefallen. 2020 sollen es 260 bis 300 Millionen werden – aber dieses Jahr ist unberechenbar. Und es wird hinsichtlich der Beurteilung der Perspektiven weniger darum gehen, was Aixtron bis zum 30. Juni an bestehenden Aufträgen abgearbeitet hat, sondern darum, was im zweiten Quartal an neuen Aufträgen hereingekommen ist. Das ist in einem Umfeld wie diesem schlicht eine „Wundertüte“ und kann, nachdem die Aktie so deutlich vorgelaufen ist, Enttäuschungen bergen. Auf diesen Auftragseingang sollte man insbesondere schauen, wenn die Bilanz, geplant ist ihre Veröffentlichung am 23. Juli, auf den Tisch kommt.

Zumal der Kurs nicht nur bereits am oberen Ende der Kurszielzone der Analysten rangiert, deren Ziele derzeit zwischen 8,00 und 12,50 Euro liegen, sondern auch am oberen Ende einer seit knapp zwei Jahren geltenden Handelsspanne. Sollte es gelingen, diese Range nach oben zu verlassen, wäre deren obere Begrenzungszone zwischen 11,60 und 12,10 Euro eine ideale Basis, um Long-Positionen nach unten abzusichern. Denn in einem Umfeld, in dem ein Kurs einer keineswegs sicheren, positiven Entwicklung so sehr vorausläuft, wäre es allemal denkbar, dass nach der „Bärenfalle“ im März, als diese Spanne kurz nach unten verlassen würde, jetzt eine „Bullenfalle“ ansteht, weil die anstehenden Bilanzdaten eventuell eben doch nicht halten, was sich die bullischen Trader derzeit von ihnen versprechen. Diese Rallye ist somit relativ risikobehaftet – eine konsequente Absicherung nach unten ist hier zwingend!

Aixtron Aktie Chart vom 08.07.2020, Kurs 11,62 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

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Aixtron ist ein Maschinen- und Anlagenbauer, der einen Gutteil seiner Anlagen für die Halbleiterindustrie fertigt. Ein Geschäft, das äußerst konjunktursensibel ist, denn Investitionsgüter für eine Branche herzustellen, die selbst schon stark auf konjunkturelle Schwankungen reagiert, ist ein heißes Pflaster. Was sich bei Aixtron durch einen jahrelangen Marsch durch die Verlustzone äußerste. Noch 2016 gingen die Anleger davon aus, dass Aixtron nicht überleben werde, wenn das Unternehmen nicht übernommen würde. 2017 aber gelang aus eigener Kraft die Rückkehr in die Gewinnzone. Und ein Gewinn soll, so die Prognose des Unternehmens im Rahmen der am Donnerstag veröffentlichen Bilanz des ersten Quartals, auch 2020 unter dem Strich bleiben.

Das wirkt ambitioniert. Denn der Auftragseingang ist zwar mit 68,8 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresquartal (53,6 Millionen Euro) gestiegen. Aber der Umsatz im abgelaufenen ersten Quartal lag mit 41,0 Millionen deutlich unter Vorjahr (68,7 Millionen). Und während im ersten Quartal 2019 ein EBIT-Gewinn (vor Steuern und Zinsen) von 9,7 Millionen Euro erzielt wurde, stand diesmal für die ersten drei Monate ein Verlust von 1,1 Millionen zu Buche. Der gute Auftragseingang und die Marktentwicklung haben Aixtron bewogen, trotzdem am Ende Februar ausgegebenen Ziel eines Jahresumsatzes zwischen 260 und 300 Millionen Euro und einer EBIT-Marge zwischen 10 und 15 Prozent festzuhalten. Damit würde man in etwa im Bereich des Ergebnisses 2019 abschließen. Die Anleger indes reagierten skeptisch:

Expertenmeinung: Die Aktie gab als Reaktion auf Bilanz und Prognose-Bestätigung am Donnerstag 5,35 Prozent nach. 5,35 Prozent sind bei einer volatilen Aktie wie Aixtron an und für sich alles andere als dramatisch, aber dieses Minus war charttechnisch bemerkenswert, weil Aixtron dadurch die 200-Tage-Linie deutlich nach unten durchschlug. Auf diese Linie hatte der Kurs zuletzt aufgesetzt, nachdem die Rallye des Gesamtmarkts bei dieser Aktie bereits knapp zwei Wochen zuvor in Gewinnmitnahmen überging. Hätte Aixtron am Donnerstag mit Kursgewinnen auf die Bilanz reagiert, wäre das ein wichtiges Signal gewesen: Ein an wichtigen Unterstützungen aufgekaufter Rücksetzer, dass belegt hätte, dass das bullische Lager hier auf dem Posten bleibt.

So aber sehen wir, obgleich die Aktie schon klar unterhalb des vorherigen Rallye-Hochs notierte, erneuten Abgabedruck als Reaktion auf eine Prognose, die eigentlich Mut machen müsste. Ob diese Skepsis berechtigt ist, könnte nur beurteilen, wer genaueren Einblick in die Pläne potenzieller Kunden hätte und wüsste, wie sich die Lage hinsichtlich der Pandemie und deren wirtschaftlichen Folgen weiter entwickeln würde, d.h. es ist nicht absehbar. Aber mit diesem Bruch der 200-Tage-Linie (sowie der knapp darunter verlaufenden 20-Tage-Linie) wäre die wahrscheinlichste Entwicklung jetzt ein Test der mittelfristigen Auffangzone zwischen 7,33 und 7,74 Euro … die einem solchen Test standhalten kann, aber keineswegs muss.

Aixtron Aktie Chart vom 30.04.2020, Kurs 8,50 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

 

Am Tag, an dem der vor allem für die Halbleiterindustrie fertigende Anlagenbauer Aixtron seine 2019er-Bilanz nebst Ausblick auf das angelaufene Jahr vorlegte, verlor die Aktie fünf Prozent. Manche schlossen daraus, dass diese Bilanz nicht gut aufgenommen wurde. Aber wer weiß? Immerhin war der Termin dieser Bilanz der Donnerstag der vergangenen Woche und der gesamte Aktienmarkt im freien Fall begriffen. Ob Aixtron unter die Räder kam, weil die Bilanz nicht positiv aufgenommen wurde oder die Aktie einfach mit dem Markt mit verkauft wurde, lässt sich nicht sagen. Das werden erst die kommenden Tage zeigen. Denn sollte Aixtron sich da vom allgemeinen Trend abkoppeln, ließe sich das der Bilanz zuschreiben.

Und die war zumindest dergestalt ausgefallen, dass sie den Optimismus nicht unbedingt fördert. Der Umsatz lag unter dem des Jahres 2018 und verfehlte die durchschnittliche Analystenprognose. Der Auftragseingang lag 23 Prozent unter dem des Vorjahres. Und der Nettogewinn fiel zwar mit 32,5 Millionen Euro über der Konsensprognose von 30,2 Millionen aus, lag aber dennoch 29 Prozent unter dem des Jahres 2018. Der Ausblick beschränkte sich, wie bei Aixtron auch vorher üblich, auf Prognosen zum Auftragseingang, bei dem man mit 260 bis 300 Millionen Euro eine Verbesserung zum Vorjahr erwartet und einer groben Spanne zwischen 10 und 15 Prozent, in der man die Gewinnmarge auf EBIT-Basis sieht. Das wäre zwar, sollte es so kommen, eine Verbesserung, aber kein Befreiungsschlag. Und man darf durchaus die Frage in den Raum stellen: Kommt es überhaupt so?

Expertenmeinung: Immerhin produziert Aixtron Anlagen und damit Investitionsgüter. Dass die bisherigen Beeinträchtigungen des Umsatzes in vielen Branchen womöglich nur der Anfang sind, ist klar. Dass die Halbleiterindustrie damit auch betroffen sein kann, ebenso. So gesehen ist es gut denkbar, dass die Prognosen des Auftragseingangs ebenso wie die der EBIT-Marge nicht zu halten sein könnten, wenn Aufträge verschoben oder sogar storniert werden. Und dann wäre die Aktie auf diesem Niveau sogar noch relativ üppig bewertet. Nur: Man weiß es eben nicht. Was sich auch in den Einschätzungen der Experten niederschlägt. So hat die DZ Bank ihren fairen Wert für die Aktie nach der Bilanz zwar von 12,00 auf 11,50 Euro gesenkt, liegt damit aber immer noch weit über dem aktuellen Kurs. Independent Research hingegen hat das Kursziel für Aixtron von 8,40 auf 7,60 Euro gesenkt und liegt damit unter dem aktuellen Kursniveau. Wer bekommt Recht?

Raten wäre da wohl keine gute Idee. Besser wäre, sich am Kursverhalten der kommenden Tage zu orientieren. Immerhin hat Aixtron jetzt auf einer wichtigen Unterstützung aufgesetzt. Unser Chart auf Wochenbasis zeigt, dass die Aktie in der vergangenen Woche ihre die übergeordnete Seitwärtsrange mittig teilende 200-Tage-Linie getestet hatte, am Montag kam es erneut zu einem solchen Test. In beiden Fällen hielt diese aktuell bei 9,11 Euro verlaufende Linie. Sollte sie ebenso wie die Tiefs der Vorwoche (8,78 Euro) auf Schlusskursbasis fallen, wäre ein Anlauf an die untere Begrenzungszone der breiten Handelsspanne im Bereich 7,33/8,05 Euro wahrscheinlich; dann hätte sich die pessimistischere Sicht hinsichtlich Bilanz und Ausblick des Unternehmens durchgesetzt.

Aixtron Aktie Chart vom 02.03.2020, Kurs 9,40 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

Aixtron ist ein Hersteller von Anlagen für chemische Abscheidungsprozesse in der Halbleiterindustrie.

Welche Kategorie?

Am ersten Handelstag des Jahres stehen die Verlierer aus 2019 hoch im Kurs. In einigen Fällen ist das eine gute Idee, in den meisten aber wohl nicht. Zu welcher Kategorie gehört Aixtron?

Manchem Leser wird es nicht entgangen sein. Ich habe mich in der Vergangenheit immer wieder kritisch zu Aixtron geäußert. Zuletzt hier.
Die Aktie ist heute weniger Wert, als zum Zeitpunkt des Börsengangs im Jahr 1997. Man hätte aber auch 2007 oder 2017 wählen können. Gleiches Ergebnis.

Wir haben es also mit einem massiven Underperformer zu tun. Für Anleger war nichts zu holen und das hat natürlich fundamentale Gründe. Es läuft einfach nicht.

Aixtron ist in der Halbleiterbranche tätig. In den letzten Jahren verzeichnete der Sektor hohe Wachstumsraten und die Gewinne sprudeln.
Bei Aixtron sieht das leider anders aus. Der Umsatz ist heute niedriger als vor zehn Jahren. Den Großteil dieser Zeit war man nicht profitabel und zuletzt war der Gewinn wieder rückläufig.
Der Cashflow ist schwach und alles, was man erwirtschaftet, muss direkt wieder ins Unternehmen gesteckt werden.

Daher zahlt man auch keine Dividende. Ein Lichtblick ist lediglich die Bilanz. Immerhin hat man keine nennenswerten Schulden. Den Kapitalbedarf hat man durch mehrere Kapitalerhöhungen gestillt.
Anlegern hilft auch das nicht weiter.

Es kann durchaus sein, dass die Aktie vorerst laufen wird. Möglicherweise wird das Widerstandsband bei 10 – 10,50 Euro angesteuert. Darüber käme es zu einem Kaufsignal.
Die grundlegenden Probleme verschwinden dadurch aber nicht. Daher wird die Aktie früher oder später wieder zum Boden der Tatsachen zurückkehren. Man muss sich nur ausmalen, was im Falle einer Rezession mit der Aktie von Aixtron passieren würde.

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Chart vom 02.01.2020 Kurs: 8,88 Kürzel: AIXA - Tageskerzen | LYNX Online Broker

15. Oktober 2019

Aixtron: Das sieht gut aus