TUI Aktie aktuell TUI: So schnell kann’s gehen

News: Aktuelle Analyse der TUI Aktie

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TUI
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Zur TUI Aktie

Die Tourismus-Branche erlebt derzeit einen regelrechten Buchungs-Boom. Da Fernreisen derzeit kaum möglich sind, sind viele Reiseziele in Europa im Sommer vollständig ausgebucht.

An Nord- und Ostsee sind die Strände teilweise schon jetzt komplett überlaufen.

Einige Städte, wie zum Beispiel Amsterdam, haben die Zahl der Touristen jetzt sogar per Verordnung begrenzt.
Ich kann das gut nachvollziehen. Bei einigen Bildern zum Thema Overtourism bekomme ich ein beklemmendes Gefühl.

Endlich

Dementsprechend dürfte das Geschäft bei TUI auch wieder besser laufen. Dem Aktienkurs hat das zuletzt aber nicht geholfen.
Eine ganze Reihe anderer Themen überschatten den Buchungs-Boom.

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass man vorerst keine Reisen mehr nach Portugal anbieten wird.

Da man bekanntermaßen in finanziellen Schwierigkeiten ist, musste man kürzlich die 49%-Beteiligung an der RIU -Hotelkette verkaufen.
In einem ersten Schritt wird man dadurch 540 Mio. Euro einnehmen.

Das scheint aber nicht auszureichen, um die Lage wirklich zu verbessern. Daher hat man auch noch die Ausgabe von Wandelanleihen mit einem Volumen von 190 Mio. Euro beschlossen.

Selbst damit wird man nur Löcher stopfen können. An dem Schuldenberg von 6,4 Mrd. Euro an Nettoverpflichtungen ändert das wenig.

Kann man das stemmen?

Wann TUI wieder profitabel sein wird, steht indes in den Sternen.

Daher hatte ich mich bereits mehrfach negativ zur Aktie geäußert – auch vor Corona. Es scheint wenig Gründe zu geben, diese Haltung zu ändern.

Bereits vor der Pandemie war man ein Branchenverlierer, der dem Sektor hinterherhinkte und gerade so noch profitabel war.
Durch die Krise ist der Konzern nachhaltig angeschlagen. Die Schulden sind explodiert und man wird sie auf absehbare Zeit nicht zurückzahlen können.

Die Zinskosten drücken auf die ohnehin schon niedrigen Margen und mindern den Gewinn sowie die Investitionskraft von TUI weit über die Pandemie hinaus.

Chart vom 15.07.2021 Kurs: 3,66 Kürzel: TUI1 - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 15.07.2021 Kurs: 3,66 Kürzel: TUI1 – Tageskerzen

Zuletzt hatte ich vor wenigen Wochen bei einem Kurs von 4,70 Euro gewarnt. Die damals genannten Kursziele wurden inzwischen erreicht.

TUI macht weder im kurz- noch im langfristigen Chartbild eine gute Figur. Mit Unterschreiten von 4,00 und 3,75 Euro wurden jeweils Verkaufssignale ausgelöst.

Nach dem starken Abverkauf der könnte es jetzt zu einer kleinen Erholung kommen. Solange die Aktie aber nicht über 4,00 Euro zurückkehren kann, drohen weitere Kursverluste in Richtung 3,50 sowie 3,25 und ultimativ bis zur Unterstützungszone bei 2,90 – 3,00 Euro.

Sollte es zeitnah zu einer Erholung kommen, ist es wahrscheinlich, dass sie spätestens nahe 4,00 Euro endet.
Selbst ein Anstieg bis 4,40 Euro würde den Bullen langfristig nicht helfen. Der mehrjährige Abwärtstrend wäre auch dann noch intakt.

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Stabilität in stürmischen Zeiten. Bei LYNX selbstverständlich.

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Vorherige Analysen der TUI Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die gesamte Reisebranche erlebt seit kurzer Zeit endlich wieder einen kleinen Boom und es scheint fast so, als möchte die ganze Welt verreisen, um das vermeintliche Ende der Pandemie zu feiern. Dennoch gibt die TUI-Aktie schon seit einigen Wochen nachhaltig an Wert ab.

Das liegt einerseits daran, dass sich die Covid-Situation in einigen wichtigen Reiseländern wie zum Beispiel Spanien oder den Niederlanden wieder deutlich verschärft. Denn die Delta Variante macht der Branche zu schaffen und die Angst vor einer weiteren Lockdown-Welle greift um sich. Zum anderen liegt es wohl auch daran, dass sich die Aktie seit Herbst des vorigen Jahres bereits deutlich erholen konnte und viel an positiven Erwartungen bereits in den Kursen eingepreist ist. Wie lange wird die Reiselust anhalten und wie geht es mit dem Titel an der Börse weiter?

Expertenmeinung: Durch zwei tiefere Tiefs in Folge ist die Aktie bereits wieder in eine bärische Phase abgeglitten. Zumindest der Boden bei rund 4.08 EUR konnte bislang noch gehalten werden. Ob dies jedoch so bleiben wird, ist eher fraglich, denn die Kurse machen sich bereits erneut auf dieses Niveau zu testen. Ein Bruch nach unten könnte die Abwärtsspirale ein weiteres Mal anheizen und die Kurse auf bis zu 3.50 EUR bringen. Dort würde die nächste wichtige Unterstützung lauern. Alles in allem kein rosiges Bild und Anleger sollten in den kommenden Tagen ihre Stopps nicht vergessen.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 09.07.2021 Kurs: 4.165 Kürzel: TUI1 | Online Broker LYNX

Vielleicht ist es der richtige Zeitpunkt, einige Tourismus-Aktien unter die Lupe zu nehmen.
Schließlich erlebt die Branche derzeit einen regelrechten Buchungs-Boom. Nach der langen Wartezeit sehnen sich die Menschen nach Urlaub. Vielleicht geht es Ihnen auch so.

Presseberichten zufolge ist in den letzten Wochen regelrechtes Reisefieber ausgebrochen. Die Buchungszahlen liegen über dem Niveau von 2019.
Gleichzeitig warnt die Reisebranche aber auch. Den Umsatz von 2019 wird man nicht annähernd erreichen können.
Wir haben schließlich schon Juni. Reiseveranstaltern, Hotels & Co. fehlt die erste Jahreshälfte weitgehend.
Rund 40% des Vorkrisenniveaus könne man dieses Jahr erwarten, mehr nicht.

Fernziele fallen weitgehend aus, daher sind vor allem Urlaubsziele in und um Deutschland beliebt.

Wer sich jetzt erst nach einer Unterkunft für die Sommerferien 2021 umschaut, für den wird es mitunter schwierig.
Vieles ist bereits ausgebucht und die Preise sind hoch.

Ob unsere heimischen Größen wie TUI davon profitieren können, werden wir uns gemeinsam anschauen.

Chart vom 24.06.2021 Kurs: 4,70 Kürzel: TUI1 - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 24.06.2021 Kurs: 4,70 Kürzel: TUI1 – Tageskerzen

Bisher hat die aktuelle Situation der Aktie noch nicht geholfen. Vielleicht liegt gerade darin die Chance.

Aus technischer Sicht sieht es bisher aber eher problematisch aus. Der mittelfristige Aufwärtstrend wurde durchbrochen und eine Reihe fallender Hochs ist zu erkennen.
Unter 4,50 Euro drohen weitere Verluste in Richtung 4,25 und 3,75 Euro.

Auf der anderen Seite könnte über 4,75 Euro auch eine Erholung in Richtung 5,00 Euro eingeleitet werden. Gelingt ein Ausbruch über die Abwärtstrendlinie und den Widerstand bei 5,25 Euro, hellt sich das Chartbild deutlich auf.

Buchungs-Boom

Doch warum hilft der aktuelle Andrang auf Reisen (bisher) nicht?

Im Endeffekt haben wir das Problem an der ganzen Geschichte bereits angerissen. In diesem Jahr wird man nicht auf das Vorkrisen-Niveau zurückkehren können. TUI sind Monate des Geschäfts entgangen.
Im ersten Halbjahr befand sich die Branche noch im Dornröschenschlaf.

Es sieht ganz danach aus, dass der derzeitige Buchungs-Boom nicht ausreichen wird, um das Unternehmen wieder über die Gewinnschwelle zu hieven.

Derzeit wird ein Verlust von 1,25 Euro je Aktie erwartet. Das entspricht mehr als einer Milliarde Euro.

Bei der ohnehin schon angespannten bilanziellen Situation ist das nicht unproblematisch.
Die hohen Schulden werden die Innovationskraft dauerhaft belasten. Da die operative Marge von TUI seit jeher gering ist, fällt das umso schwerer ins Gewicht.

Endlich der Turnaround?

Das sind nur einige der Gründe, die eher gegen TUI sprechen. Das Problem ist auch, dass man vor der Krise einen erheblichen Teil des Gewinns mit der Kreuzfahrt-Sparte TUI Cruises erzielt hat.

Das wird auch mittelfristig nicht mehr der Fall sein. Es steht in den Sternen wann die Kapazitäten bei Kreuzfahrten wieder vollständig ausgeschöpft werden können.
Gleiches gilt für die Frage, welche Häfen man anlaufen darf.

Solange die Pandemie abgehakt ist, werden es sich viele Destinationen zweimal überlegen, ob man tagtäglich tausende von Kreuzfahrt-Touristen ins Land lässt, die in den Tagen zuvor in einem halben Dutzend anderer Länder waren.

Das ist der Unterschied

Darüber hinaus deutet viel darauf hin, dass TUI auch abseits dieser Überlegungen ein Krisenverlierer ist.

Nehmen wir zum Vergleich Booking. In den letzten 12 Monaten hat das Unternehmen mehr als ein Drittel des Umsatzes von 2019 erzielt.
Ein herber Einbruch. Bei TUI liegt das Minus allerdings bei 89%.

Daher ist es aus meiner Sicht unwahrscheinlich, dass aus dem Underperformer und Branchenverlierer TUI plötzlich ein Überflieger wird.

Daher hatte ich mich in der Vergangenheit auch immer wieder negativ zu TUI geäußert – auch vor der Krise.
Zu Booking war meine Einschätzung selbst mitten in der Krise noch positiv:
Einkaufsliste für den Crash 2020

Die TUI-Aktie hat eine wilde Achterbahnfahrt hinter sich. Im Jahresverlauf ist die Aktie von über 11 auf unter 3 Euro eingebrochen. Jetzt steigen private Geldgeber ein. Sollten Sie auch?

Wird der Konzern die Pandemie überstehen und wie geht es danach weiter?

Die Nummer Eins

Seit der Pleite von Thomas Cook ist TUI der größte Touristikkonzern Europas. Manch ein Anleger konnte da zu dem Schluss kommen, dass es sich um einen Aufsteiger handelt.

Leider ist das Gegenteil der Fall. TUI ist ein echter Branchenverlierer und das bereits seit etlichen Jahren.
Die großen Zeiten des Unternehmens waren bereits lange vor Corona vorbei.

Man muss es sich nur vor Augen führen:
Die Tourismusbranche gehörte nach der Finanzkrise zu den weltweit an schnellsten wachsenden Branchen.

Bei TUI ist davon leider kaum etwas angekommen. Der Umsatz stagnierte in diesem Zeitraum weitgehend, man hatte Probleme mit der Profitabilität, rückläufige Margen und einen schwachen Cashflow.

TUI ist also ohne jeden Zweifel ein Branchenverlierer. Das Wachstum fand bei der besser aufgestellten Konkurrenz statt, vor allem im Online-Segment.

Unternehmen wie Booking haben sich einen immer größeren Teil des Kuchens einverleibt, während TUI nur an der Seitenlinie stand.
Daher hatte ich in den letzten Jahren auch immer wieder vor dem Unternehmen gewarnt.

Das rächt sich

All das rächt sich jetzt. Man ist schwach in die Krise gegangen und wurde dann auch noch hart getroffen. In kürzester Zeit war man in Schieflage.

Inzwischen musste der Touristikkonzern in diesem Jahr gleich dreimal gerettet werden.

Die Allgemeinheit hat TUI fast 5 Milliarden Euro an Hilfsgeldern zukommen lassen – ungefähr das doppelte des Börsenwerts und auch wesentlich mehr als der Unternehmensgewinn der letzten zehn Jahre.

Einige Gedanken

Ich möchte nicht zu weit vom Thema abkommen, aber bei aller Liebe und Verständnis für die aktuelle Situation, muss man sich als Steuerzahler fragen, ob in vielen Fällen nur Geld zum Fenster hinausgeworfen wird.

Wäre es nicht besser gewesen, den Bürgern all die Milliarden zukommen zu lassen?

Dann hätten wir durch unsere täglichen Kaufentscheidungen die Unternehmen am Leben gehalten, für die auch wirklich Nachfrage besteht.

Stattdessen wirft man maroden Konzernen Geld in den Rachen, die dann trotzdem tausende von Menschen entlassen.
Und wie wir gleich sehen werden, bereichern sich am Ende dann noch Großinvestoren.

Wir werden nur verar…

Eine Sache dürfte also feststehen: TUI wird die staatlichen Hilfskredite nicht zurückzahlen können.
Bund und Länder werden das Geld abschreiben müssen.
(Die Corona-Hilfen wie die Überbrückungshilfe muss das Unternehmen ohnehin nicht zurückzahlen.)

Genau aus diesem Grund fand das Unternehmen auch keine privaten Geldgeber. Jedem ist klar, dass man nichts davon wiedersehen würde – es sei denn, der Staat garantiert dafür.
Das ist beim dritten Hilfspaket vor wenigen Tagen geschehen.

KfW und Wirtschaftsstabilisierungsfonds stellen hunderte Millionen zur Verfügung und obendrein hat TUI noch eine Staatsgarantie über 400 Mio. Euro erhalten.

Im Gegenzug wird eine Kapitalerhöhung durchgeführt und neue Aktien mit einem Bezugspreis von 1,07 Euro ausgegeben.
Der größte Einzelaktionär „Unifirm“, hinter dem der russischen Milliardär Alexej Mordaschow steht, will das Bezugsrecht voll auszuüben.

Plötzlich hat man also doch auch einen privaten Geldgeber gefunden – Staatsgarantien und hunderten Millionen Euro von KfW und Wirtschaftsstabilisierungsfonds sei Dank.

Man könnte also durchaus argumentieren, dass die öffentliche Hand die Gewinne des Großinvestors zahlt und die bisherigen Aktionäre über das Hintertürchen teil-enteignet werden.
Bürger und Kleinanleger zahlen die Zeche.

Was kommt nach der Krise?

TUI hatte schon vor Corona einige Probleme. Zum Beispiel, dass die operative Marge in den letzten Jahren nur bei 2 bis 4% lag. Das ist für die Branche und auch grundsätzlich sehr wenig.
Nur zum Vergleich: Booking kam zuletzt auf 35%.

Der Cashflow von TUI deutet darauf hin, dass der reale Gewinn im Unternehmen sogar noch niedriger war. Faktisch hat man kaum mehr etwas verdient.

Im besten Fall kann man wieder an diese Situation anknüpfen. Wahrscheinlich wird es zukünftig aber schlechter laufen. Der Tourismus wird nicht von heute auf morgen wieder auf das Vorkrisenniveau steigen.

Und in der Krise hat sich die Verschiebung in Richtung Onlinegeschäft weiter beschleunigt. Für den Touristikkonzern bedeutet das nichts Gutes, denn gerade dort ist man schwach aufgestellt.

(K)eine Perspektive

Wie man es auch dreht und wendet, ein wirklich optimistisches Szenario will mir nicht in den Sinn kommen.
Die Risiken sind auf der anderen Seite enorm. Vielleicht wird man TUI am Ende doch noch abwickeln müssen.

Selbst wenn man wieder an das operative Ergebnis von vor der Krise anknüpft, wird nach Kreditkosten nicht mehr viel übrigbleiben.

Im Mittel hat TUI in der letzten Dekade 355 Mio. Euro pro Jahr verdient. Zukünftig dürfte es weniger werden. Nimmt man diese Zahlen und den Börsenwert inklusive der Kapitalerhöhung als Grundlage, kommt man schnell auf ein KGV von 12 bis 15 – wohlgemerkt in einem eher optimistischen Szenario.
Das ist zu viel.

Chart

TUI befindet sich in einem mehrjährigen Abwärtstrend, übergeordnet ist die Aktie klar bärisch.

Kurzfristig bestehen dennoch Chancen auf eine Erholung. Ein mögliches Ende der Pandemie könnte die Hoffnung der Anleger befeuern, auch wenn sich das später als Trugschluss herausstellen wird.

Mögliche Kursziele auf der Oberseite liegen bei 5,00 sowie 5,75 und 6,25 Euro.

Unter 4,25 Euro könnte hingegen das Jahrestief angesteuert werden. Darunter wird es brandgefährlich.

Chart vom 14.12.2020 Kurs: 4,65 Kürzel: TUI1 - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 14.12.2020 Kurs: 4,65 Kürzel: TUI1 – Wochenkerzen

Seit der Pleite von Thomas Cook ist TUI der größte Touristikkonzern Europas.

Droht TUI dasselbe Schicksal wie dem einstigen Branchenprimus?

Hammerhart

Dass TUI von der Krise hart getroffen wurde, dürfte niemanden überraschen. An Dramatik ist der Einbruch aber wohl kaum zu übertreffen. Historische Vergleiche werden schwierig, wir bewegen uns auf Neuland.

Bereits im ersten Quartal hatte man erste Probleme, die meisten Segmente waren unprofitabel und man verbuchte einen Verlust von 105,5 Mio. Euro.

Im zweiten Quartal sank der Umsatz um 10,1% und es gab keinen Bereich mehr, der profitabel war. Unter dem Strich musste man einen Verlust von 740,5 Mio. Euro hinnehmen.
Um das in einen Kontext zu stellen: In der letzten Dekade hat man nur in einem Jahr einen höheren Gewinn erzielt, als man in diesem einen Quartal verloren hat.

Schockierende Zahlen

Der Hammer kam aber heute mit den Zahlen zum dritten Quartal. Das Geschäft von TUI ist faktisch nicht mehr existent.

Der Umsatz brach um 98,5% ein und man verbuchte einen atemberaubenden Verlust von 1,46 Mrd. Euro.
Das entspricht nahezu dem Gewinn der letzten drei Jahre.

TUI beziffert den Mittelabfluss in den ersten neun Monaten auf 1,96 Mrd. Euro. Das Eigenkapital ist auf Jahressicht von 3,45 auf 0,47 Mrd. Euro kollabiert.

Noch ein Notkredit

Daraufhin musste sich TUI gestern 1,2 Mrd. Euro an Hilfskrediten der KfW und des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) besorgen.

Das ist in diesem Jahr bereits der zweite Notkredit. Insgesamt benötigte man 3,0 Mrd. Euro, was übrigens dem fünffachen eines guten Jahresgewinns entspricht.
Wir arbeiten wirklich mit Superlativen.

Und leider sind die Kredite auch nicht umsonst. Der WSF lässt sich die Mittel über eine Wandelschuldverschreibung mit einem Zinssatz von 9,5% vergolden.
Wie TUI das jemals aufbringen soll, steht in den Sternen.
Für die Aktionäre ist das doppelt bitter, denn der Gewinn sinkt dadurch natürlich und die Zahl der Aktien steigt.

TUI hatte aber gar keine andere Wahl, man stand mit dem Rücken zur Wand. Ohne frisches Kapital wäre die sogenannte Fortbestehensprognose wohl negativ ausgefallen. Die Folge: Insolvenz.

Aktuelle Buchungen

Leider zeichnet sich bereits ab, dass es in dieser Art und Weise weitergehen wird. Das Buchungsvolumen für das Sommerprogramm 2020 liegt 84% unter dem Vorjahresniveau.
Das nächste Quartal wird also ebenfalls unterirdisch.

Die Kapazitäten für das Winterprogramm 2020/21 wurden um 40% reduziert und für den Sommer 2021 um 20%.

Der Umsatz von TUI dürfte also in den kommenden 4-5 Quartalen zwischen 84% und 20% unter dem Vorjahresniveau liegen.
Und wer weiß, wann sich die Lage wieder normalisiert?

Da man bei einem Umsatzminus von 10% (siehe Q2 2020) bereits über 700 Mio. Euro an Verlust eingefahren hat, kann man sich ungefähr vorstellen, was noch kommt.

Selbst bei allen möglichen Maßnahmen und Entlassungen erscheint es äußerst unwahrscheinlich, dass die bisherigen Kredite ausreichen werden.
TUI ist stehend K.O.

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Die Börse irrt sich

Das liegt auch daran, dass man in der Vergangenheit ebenfalls schlecht gewirtschaftet hat. TUI war zuvor schon ein Branchenverlierer mit schwachem Wachstum, niedrigen Margen und kaum vorhandenem Cashflow.
Ich bin froh, dass ich seit Jahren immer wieder vor TUI gewarnt habe und hoffe, dass dadurch Schaden bei einigen Anlegern abgewendet werden konnte.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es niemals einen rationalen Grund für ein TUI-Investment gab und heute umso weniger.

Dass die Aktie bei dieser Faktenlage und diesem Ausblick nicht abverkauft wird, zeigt, in was für einer verrückten Zeit wird leben.
Die Börse scheint derzeit der Meinung zu sein, dass man alles mit billigem Geld übertünchen kann und die Probleme damit gelöst sind.
Die Realität funktioniert so aber nicht.

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Chart vom 13.08.2020 Kurs: 4,10 Kürzel: TUI1 - Wochenkerzen

TUI ist der größte Touristikkonzern Europas.

Wenn der größte Konkurrent wegfällt

Bis vor wenigen Wochen trug diesen Titel noch Thomas Cook, doch der älteste Touristikkonzern der Welt musste Insolvenz anmelden. In der folgenden Analyse sind wir eingehend auf die Situation eingegangen: Thomas Cook Pleite: Für TUI der Befreiungsschlag Bereits damals hatte ich klar zum Ausdruck gebracht, dass ich nicht viel von TUI halte. Es handelt sich eindeutig um einen Branchenverlierer. Dennoch hatte ich direkt nach der Pleite von Thomas Cook zum Kauf der Aktie geraten. Die These war einleuchtend und simpel: Wenn der größte Konkurrent wegfällt, sollte das das eigene Geschäft beleben. Ein Teil der Reisewilligen wird zu TUI abwandern. Das dürfte Umsatz befeuern und vor allem die Auslastung und somit auch die Profitabilität verbessern. TUI dürften einige gute Quartale ins Haus stehen.

These wiederlegt?

Tatsächlich hat die Aktie von TUI nach der Analyse im Hoch um mehr als 25% zugelegt. Auch jetzt wäre man noch 8,6% im Plus. Für die kurze Zeit ist das eine ordentliche Rendite. Doch leider bleibt ein schlechtes Unternehmen eben ein schlechtes Unternehmen, das zeigen die heutigen Zahlen eindrucksvoll. Das Umsatzwachstum hat sich im vierten Quartal verringert. Das Jahresergebnis ist von 1,16 auf 0,89 Euro je Aktie eingebrochen. Man hatte noch schlimmeres erwartet, erfreulich ist das aber nicht. Die Dividende soll von 0,72 auf 0,54 Euro je Aktie sinken, was einer Rendite von 4,9% entspricht. Darüber hinaus hat man eine Anpassung der Dividendenpolitik beschlossen, die zu noch geringeren Ausschüttungen führen dürfte. Die Pleite von Thomas Cook und das Ende Geschäftsjahres von TUI liegen zeitlich eng beieinander. Wirklichen Aufschluss werden also erst die nächsten Quartale liefern. Die These ist an dieser Stelle also noch nicht widerlegt.

Charttechnik

Langsam wird die Sache problematisch. Der kurzfristige Aufwärtstrend wurde durchbrochen. Fällt TUI nachhaltig unter 11 Euro, drohen weitere Verluste in Richtung 10 Euro. Darunter trübt sich das Chartbild nachhaltig ein. Die Bullen müssen schnellstmöglich eine Rückkehr über 12 Euro erzwingen. Prozyklische Kaufsignale ergeben sich aber erst über 12,75 Euro. Mehr als 6.500 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Preisgekrönte Handelsplattform und niedrige Gebühren. Mein Broker ist LYNX. Chart vom 11.12.2019 Kurs: 11,06 Kürzel: TUI1 - Tageskerzen | LYNX Online Broker