TUI mit dem nächsten Verkaufssignal. Bärenalarm

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TUI
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Zur TUI Aktie

Wieder Verkaufssignale bei TUI. Wird jetzt das Tief aus dem Corona-Crash angesteuert? Wie sieht die langfristige Prognose aus?

Genug.

Zu TUI ist eigentlich alles gesagt. Wenn man in anderthalb Sätzen zusammenfassen möchte, sieh es aus meiner Sicht so aus:
Wir hatten es bereits vor Corona mit einem Underperformer und Branchenverlierer zu tun, der durch die Krise noch weiter beschädigt wurde.
Durch massive Kapitalerhöhungen und die Schulden, wird der Gewinn je Aktie auf unabsehbare Zeit, oder nie wieder, das Vorkrisen-Niveau erreichen.
Darüber hinaus ersticken die überbordenden Schulden auch die Zukunftsfähigkeit und Investitionskraft des Unternehmens.

Wer sich hier engagiert, spielt russisch Roulette mit dem eigenen Konto.
Im Endeffekt sollte TUI abgewickelt werden. Für die werthaltigen Teile des Unternehmens werden sich bessere Betreiber finden lassen.

Statt TUI mit Staatshilfen zu retten, hätte man lieber die Mitarbeiter direkt unterstützen sollen. Das wäre günstiger gewesen.

Ende der Geschichte

Falls sie weitere Informationen zum Unternehmen suchen, finden Sie sie in einem halben Dutzend von Warnungen, die ich über die Jahre hinweg auf Lynxbroker.de veröffentlicht habe – auch vor Corona.

Aktuell am wichtigsten, ist vielleicht die folgende Analyse, in der ich eine Rechnung angestellt hatte, was TUI noch wert sein könnte:
TUI: Die nächste Ohrfeige

Einige Lehren, die man daraus ziehen kann, finden Sie womöglich hier:
TUI: -30% in 10 Tagen. Hört das auch wieder auf?

Mit Unterschreiten von 2,70 und 2,50 Euro ist es jeweils zu prozyklischen Verkaufssignalen gekommen.
Mögliche Kursziele liegen bei 2,20 und 2,10 Euro. Darunter wäre dann der Weg in Richtung 1,80 Euro frei.

Chart vom 19.11.2021 Kurs: 2,45 Kürzel: TUI1 - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 19.11.2021 Kurs: 2,45 Kürzel: TUI1 – Tageskerzen

An dieser Stelle wäre die Aktie aus meiner Sicht dann fair bewertet. Ob das ein Engagement rechtfertigt, wage ich dennoch zu zweifeln.
Warum sollte man sich diese Kopfschmerzen ins Depot holen?

In der Vergangenheit hat es langfristig auch nichts gebracht, wenn man einen „guten“ Preis für TUI gezahlt hat. Am Ende ist die Aktie auf ein noch tieferes Niveau gefallen. Selbst die Kurse aus den 1990er Jahren sind Lichtjahre entfernt.

Es wäre gut möglich, dass der Boden aus dem Vorjahr bei 1,50 Euro oder sogar das Crash-Tief bei 1,26 Euro nochmal angesteuert wird.

Die nächste Runde

Dazu muss es nicht kommen, aber die derzeitige Entwicklung der Corona-Zahlen gibt wenig Grund zur Hoffnung.
Die Bundesregierung hat heute wieder neue Reisewarnungen ausgesprochen. Darunter wichtige Reiseländer wie Griechenland.

Unterdessen verbrennt TUI jeden Tag Geld und niemand weiß, wann und ob der Reisekonzern wieder profitabel sein wird.
Die operative Marge von TUI lag 2019 bei 2,4%. Viel Störfeuer ist also nicht nötig, um den Konzern in die roten Zahlen rutschen zu lassen.

Und es scheint nahezu sicher zu sein, dass der Reiseverkehr auf Jahre hin nicht mehr das Vorkrisen-Niveau erreichen wird.

Bis dahin dürfte TUI weiter rote Zahlen schreiben. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres musste man einen Verlust von 2,44 Mrd. Euro einstecken. Im vierten Quartal und Anfang kommenden Jahres dürfte es nicht besser laufen.

TUI wird entweder noch mehr Schulden aufnehmen müssen, was bei Nettoverpflichtungen von 6,35 Mrd. Euro kaum denkbar ist, oder weitere Kapitalerhöhungen durchführen.
Doch wer wird hier nach dem jüngsten Debakel und kurz nach einer Kapitalerhöhung über 1,1 Mrd. Euro noch mitspielen?

Mein Geld bekommen sie sicherlich nicht.

Man muss es sich doch nur vergegenwärtigen. TUI verbrennt derzeit 800 Mio. Euro pro Quartal, was rund 20% des Börsenwerts entspricht.
Und die Zeit verfliegt…

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Stabilität in stürmischen Zeiten. Bei LYNX selbstverständlich.

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Die Aktionäre von TUI müssen ein gehöriges Maß Leidensfähigkeit mitbringen. Das gilt für die letzten 10 Tage, die letzten 10 Monate und die letzten 10 Jahre.

Ich hoffe, Sie sind nicht engagiert. Weder seit 10 Tagen oder gar einer Dekade oder mehr. Schmerzhaft wäre es in beiden Fällen.
Doch egal, ob Sie die Aktie im Depot haben, oder in der glücklichen Lage sind, keine TUI -Papierschnipsel zu besitzen: Lernen kann man an dem Beispiel TUI sehr viel.

Der Schein trügt

Da viele Leser aber nur eine kurzfristige Einschätzung möchten, nehme ich die gerne vorweg.
Könnte es mit der TUI -Aktie noch eine ganze Ecke tiefer gehen? Ich würde behaupten ja.

In der letzten Analyse vor kaum mehr als einer Woche, als TUI noch bei 3,20 Euro notierte, hatte ich den fairen Wert der Aktie auf 1,80 Euro beziffert. (TUI: Die nächste Ohrfeige)
Wir werden sehen, ob dieser Kurs bald erreicht wird oder nicht.

Als Anleger sollten Sie sich klarmachen, dass TUI sehr viel teurer ist, als es auf den ersten Blick erscheint.
Es ist zwar richtig, dass der Kurs in den letzten zweieinhalb Jahren massiv eingebrochen ist. Im Gegenzug ist aber die Zahl der Aktien deutlich gestiegen. Darüber hinaus hat TUI Milliarden an Schulden angehäuft.

Das ist bereits die erste Lehre. Nur weil eine Aktie optisch günstig aussieht, ist sie es noch lange nicht.

Ist trotzdem Potenzial vorhanden?

Was die meisten Leser aber wissen wollen, ist, ob trotzdem Potenzial vorhanden ist. Kann oder soll man TUI jetzt kaufen?

Darauf gibt es zwei Antworten: Ja, es ist Potenzial vorhanden. Die Chancen stehen recht gut, dass die Aktie irgendwann in der Zukunft auch wieder auf einem höheren Niveau notieren wird.
Was in 10 Tagen um 30% einbrechen kann, kann auch wieder steigen.

Chart vom 21.10.2021 Kurs: 2,68 Kürzel: TUI1 - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 21.10.2021 Kurs: 2,68 Kürzel: TUI1 – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht ist die Aktie oversold, ein Bounce ist immer möglich. Selbst wenn es nur ein „dead cat bounce“ ist. Dazu scheint es gerade zu kommen.

Aus meiner Sicht ist es das Risiko aber nicht wert. Egal ob als Trade und umso mehr als Investment.

Sie merken es vielleicht, ich versuche heute mal wieder Überzeugungsarbeit zu leisten. Ich habe schlichtweg die Hoffnung, den einen oder anderen Leser vor Schaden bewahren zu können.

Die Zeit ist dein Feind

Schwach bleibt schwach. Das ist die zweite Lehre.

Charlie Munger hat es womöglich etwas eleganter ausgedrückt: „Time is the friend oft the wonderful company and the enemy oft he mediocre.“
Die Zeit ist also der Freund guter Unternehmen und der Feind mittelprächtiger Unternehmen.

Investieren Sie in Branchenverlierer und schwache Unternehmen, arbeitet die Zeit gegen Sie.
Es ist gar keine Pandemie nötig, um eine Katastrophe in Ihrem Depot anzurichten.

TUI war auch zuvor kein heller Stern, sondern ein ständiger Rohrkrepierer. Man kann nahezu blind einen Zeitpunkt der letzten 20 Jahre auswählen und 5 oder 8 Jahre danach notierte die Aktie auf einem noch niedrigeren Niveau.

Von 2000 bis 2005 ging es beispielsweise um 60% abwärts. In den fünf darauffolgenden Jahren nochmal um 50%.
Seitdem hat sich die Aktie nochmal halbiert.

Selbsttäuschung

Ist die Aktie zwischenzeitlich auch gestiegen? Selbstverständlich. Aber wer trifft schon konstant und immer wieder das Tief und nimmt dann auch noch im richtigen Moment Gewinne mit, bevor einem die Sache wieder um die Ohren fliegt?

Wer mit solchen Aktien hantiert, gegen den spielt nicht nur die Zeit, sondern auch die Statistik.
Ohne die statistischen Wahrscheinlichkeiten auf seiner Seite zu haben, wird man aber weder Erfolg als Trader noch als Investor haben.

Denn um nichts anderes geht es an der Börse.

Falls Sie mit Ihren Resultaten an der Börse vollends zufrieden sind, besteht kein Handlungsbedarf und wahrscheinlich machen Sie die meisten gängigen Fehler nicht. Falls das aber nicht der Fall sein sollte und Sie Ihre Performance verbessern möchten, hilft nur eins:
Das, was man bisher getan hat, kritisch hinterfragen.

Es kam, wie es kommen musste. TUI hat zu viele Schulden und kein Geld mehr, daher muss man sich neues beschaffen.
Die grundlegenden Probleme beseitigt das unterdessen nicht.

Schrecken ohne Ende

Inzwischen kann ich nicht mehr zählen, wie oft ich mich schon negativ zu TUI geäußert habe (zuletzt hier bei einem Kurs von 3,84 Euro) – und das nicht nur in den letzten anderthalb Jahren.

TUI war schon zuvor ein Branchenverlierer und Underperformer. Während der Tourismus-Sektor in den Jahren vor Corona erhebliches Wachstum verzeichnete, ging bei TUI quasi nichts. Den Kuchen haben sich andere einverleibt.
Bei TUI stagnierte hingegen der Umsatz, Margen und Gewinn waren rückläufig.

Das Einzige, was nachhaltig stieg, war die Zahl der ausstehenden Aktien…

Durch die Corona-Krise ist man jetzt vollends in Schieflage geraten. Nach kürzester Zeit brauchte man Staatshilfen und musste Kapitalerhöhungen durchführen.

Jetzt folgt die nächste Runde. Wer weiß, ob es die letzte ist.

Chart vom 12.10.2021 Kurs: 3,20 Kürzel: TUI1 - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 12.10.2021 Kurs: 3,20 Kürzel: TUI1 – Wochenkerzen

Man hätte TUI abwickeln sollen und statt TUI besser die Mitarbeiter direkt unterstützen sollen. Das wäre günstiger gewesen.
Für die Hotels & Co. hätte man andere Betreiber gefunden.

Wenn es optimal läuft

Doch genug der Negativität. Malen wir ein optimistisches Bild der Zukunft. TUI möchte durch eine Kapitalerhöhung 1,1 Mrd. Euro einnehmen, um dadurch die Zinskosten und Nettoverschuldung zu drücken.

So weit, so verständlich. Um alle Schulden loszuwerden, wird das aber natürlich nicht ausreichen.
Aber wenigstens wird man KfW-Kredite von 375 Mio. Euro zurückzahlen und die Barfazilität von 1.486,5 Mrd. auf 762,0 Mio. Euro ungefähr halbieren können.

Im Endeffekt ist das aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn zuletzt hatte TUI eine Nettoverschuldung von 6,35 Mrd. Euro.

Moment. Wir wollten positiv bleiben. Also nehmen wir an, die Reisbeschränkungen werden zeitnah komplett und weltweit aufgehoben und die Menschen reisen wieder wie gewohnt.

In unserem Szenario steigen Umsatz und Profitabilität ab 2021 unmittelbar wieder auf das Vorkrisen-Niveau.
Dann könnte TUI operativ wieder 400 – 600 Mio. Euro verdienen.

Wir bleiben optimistisch

Allerdings fallen dann auch noch Zinsen für Schulden von mehr als 5,0 Mrd. Euro an. Im letzten Quartal waren das 97,2 Mio. Euro.
Doch auch hier wollen wir optimistisch sein. Obwohl TUI mit der Kapitalerhöhung nur ein Sechstel der Schulden tilgen wird, nehmen wir an, dass der Konzern ein Viertel der Zinsen sparen wird.

Die Zinskosten würden sich dann auf rund 300 Mio. Euro belaufen. Es würde also ein operatives Ergebnis von 100 – 300 Mio. Euro verbleiben. Die Steuern setzen wir bei 0 an.

Durch die angekündigte Kapitalerhöhung steigt die Zahl der ausstehenden Aktien von 1,10 auf 1,62 Milliarden Stück.

Plötzlich wird aus dem Ergebnis von 0,38 – 0,60 Euro je Aktie vor der Krise ein Ergebnis von 0,06 – 0,19 Euro je Aktie nach der Krise.

In den letzten fünf Jahren lag das KGV von TUI durchschnittlich bei 15. Daraus ergibt sich im Mittel ein fairer Wert von 1,80 Euro.

Chart vom 12.10.2021 Kurs: 3,20 Kürzel: TUI1 - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 12.10.2021 Kurs: 3,20 Kürzel: TUI1 – Wochenkerzen

Der Bezugspreis von 2,15 Euro schlägt in eine ähnliche Kerbe. Zu mehr waren die bisherigen Großaktionäre wohl nicht bereit.
Wir werden sehen, ob der Kurs dieses Niveau erreichen wird.

Dass ein Rückfall in den Abwärtstrendkanal droht, macht die Sache nicht besser. Für die Bullen geht es um alles.
Mit Unterschreiten von 3,25 Euro wurde ein Verkaufssignal mit einem Kursziel bei 2,90 Euro ausgelöst. Darunter gibt es keine Unterstützungen mehr.

Selbst im üblicherweise ertragreichen Sommergeschäft konnte TUI keine Trendwende einleiten, ganz im Gegenteil.
Der Verlust war ebenso hoch, wie in den letzten Quartalen. Das Eigenkapital ist weg.

Das Geld ist weg. Sorry.

Bei derartigen Meldungen stockt mir der Atem. Die Zahlen zum dritten Quartal der TUI waren wirklich eine herbe Enttäuschung.

Der Umsatz hat zwar wieder deutlich angezogen und erreichte 649,7 Mio. Euro, damit ist man aber meilenweit vom Vorkrisenniveau entfernt.
Im dritten Quartal 2019 hatte man einen Umsatz von 4,75 Mrd. Euro erzielt, also mehr als das Siebenfache.

Das wäre schon bedenklich genug, mich erschrecken aber zwei andere Faktoren noch mehr.

TUI hat im dritten Quartal einen Verlust von 940 Mio. Euro eingefahren. In den ersten beiden Quartalen hatte man durchschnittlich „nur“ einen Verlust von 749 Mio. Euro verzeichnet.
Die Lage hat sich in den letzten Monaten demnach nicht verbessert.

Dementsprechend steigt die Nettoverschuldung immer weiter und summiert sich inzwischen auf 6,35 Mrd. Euro.

Das Eigenkapital ist mit -524,7 Mio. Euro inzwischen negativ.

Droht die Insolvenz?

Das bedeutet, dass die Verbindlichkeiten die Vermögenswerte übersteigen. Dass TUI stehend K.O. ist, ist eher eine Untertreibung.

Vor der Finanzkrise wäre das ein zwingender Grund für die Einleitung eines Insolvenzverfahrens gewesen.

Der Konzern klammert sich an die letzten Strohhalme. Einziger Lichtblick ist die erwartungsgemäß anziehende Buchungsnachfrage, wodurch der Cashflow vor Finanzierungstätigkeit in Q3 erstmals in der Pandemie wieder über die Null-Linie gehievt wurde.

Ob das allerdings ausreichen wird, um die angehäuften Schulden jemals zurückzuzahlen, darf angezweifelt werden. Es könnte Jahre dauern, bis man wieder nachhaltig profitabel ist.

Eine erschreckende Bilanz

Bis dahin steigen die Schulden unaufhörlich weiter und selbst wenn man wieder Geld verdienen wird, wird es schwierig genug sein, auch nur die Zinsen zu zahlen.

Das verdeutlicht eine einfache Rechnung:
Im Jahr vor der Krise hat TUI einen Gewinn von 416 Mio. Euro erzielt.

Seitdem sind die Nettoverbindlichkeiten um 5,45 Mrd. Euro gestiegen. Dafür fallen entsprechende Zinsen an.
Die Finanzaufwendungen lagen 2019 noch bei 171 Mio. Euro im ganzen Jahr. Zuletzt waren es 100 Mio. Euro in einem Quartal – Tendenz steigend.

Es ist einfache Mathematik mit einem erschreckenden Ergebnis. Viel bleibt nicht mehr übrig und es ist fraglich, ob das alles einen Börsenwert von 4 Mrd. Euro rechtfertigt.

Womöglich ist TUI nur die Hälfte Wert, womöglich nichts. Vielleicht endet die Geschichte mit einer Insolvenz, ebenso wie beim ehemaligen Branchenprimus Thomas Cook.
Das Geschäftsmodell von TUI war eben schon vor der Krise überholt.

Chart vom 16.08.2021 Kurs: 3,84 Kürzel: TUI1 - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 16.08.2021 Kurs: 3,84 Kürzel: TUI1 – Tageskerzen

Aus technischer Sicht sitzen die Bären fest im Sattel. Zuletzt ist es zu einer Erholung in die Nähe der Abwärtstrendlinie gekommen. Es sieht allerdings nicht danach aus, dass sie überwunden werden kann.

Fällt TUI jetzt unter 3,80 Euro, kommt es zu einem Verkaufssignal mit Kursziel 3,50 Euro.
Darunter muss mit Anschlussverkäufen bis 3,25 oder 3,00 Euro gerechnet werden.

Die Tourismus-Branche erlebt derzeit einen regelrechten Buchungs-Boom. Da Fernreisen derzeit kaum möglich sind, sind viele Reiseziele in Europa im Sommer vollständig ausgebucht.

An Nord- und Ostsee sind die Strände teilweise schon jetzt komplett überlaufen.

Einige Städte, wie zum Beispiel Amsterdam, haben die Zahl der Touristen jetzt sogar per Verordnung begrenzt.
Ich kann das gut nachvollziehen. Bei einigen Bildern zum Thema Overtourism bekomme ich ein beklemmendes Gefühl.

Endlich

Dementsprechend dürfte das Geschäft bei TUI auch wieder besser laufen. Dem Aktienkurs hat das zuletzt aber nicht geholfen.
Eine ganze Reihe anderer Themen überschatten den Buchungs-Boom.

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass man vorerst keine Reisen mehr nach Portugal anbieten wird.

Da man bekanntermaßen in finanziellen Schwierigkeiten ist, musste man kürzlich die 49%-Beteiligung an der RIU -Hotelkette verkaufen.
In einem ersten Schritt wird man dadurch 540 Mio. Euro einnehmen.

Das scheint aber nicht auszureichen, um die Lage wirklich zu verbessern. Daher hat man auch noch die Ausgabe von Wandelanleihen mit einem Volumen von 190 Mio. Euro beschlossen.

Selbst damit wird man nur Löcher stopfen können. An dem Schuldenberg von 6,4 Mrd. Euro an Nettoverpflichtungen ändert das wenig.

Kann man das stemmen?

Wann TUI wieder profitabel sein wird, steht indes in den Sternen.

Daher hatte ich mich bereits mehrfach negativ zur Aktie geäußert – auch vor Corona. Es scheint wenig Gründe zu geben, diese Haltung zu ändern.

Bereits vor der Pandemie war man ein Branchenverlierer, der dem Sektor hinterherhinkte und gerade so noch profitabel war.
Durch die Krise ist der Konzern nachhaltig angeschlagen. Die Schulden sind explodiert und man wird sie auf absehbare Zeit nicht zurückzahlen können.

Die Zinskosten drücken auf die ohnehin schon niedrigen Margen und mindern den Gewinn sowie die Investitionskraft von TUI weit über die Pandemie hinaus.

Chart vom 15.07.2021 Kurs: 3,66 Kürzel: TUI1 - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 15.07.2021 Kurs: 3,66 Kürzel: TUI1 – Tageskerzen

Zuletzt hatte ich vor wenigen Wochen bei einem Kurs von 4,70 Euro gewarnt. Die damals genannten Kursziele wurden inzwischen erreicht.

TUI macht weder im kurz- noch im langfristigen Chartbild eine gute Figur. Mit Unterschreiten von 4,00 und 3,75 Euro wurden jeweils Verkaufssignale ausgelöst.

Nach dem starken Abverkauf der könnte es jetzt zu einer kleinen Erholung kommen. Solange die Aktie aber nicht über 4,00 Euro zurückkehren kann, drohen weitere Kursverluste in Richtung 3,50 sowie 3,25 und ultimativ bis zur Unterstützungszone bei 2,90 – 3,00 Euro.

Sollte es zeitnah zu einer Erholung kommen, ist es wahrscheinlich, dass sie spätestens nahe 4,00 Euro endet.
Selbst ein Anstieg bis 4,40 Euro würde den Bullen langfristig nicht helfen. Der mehrjährige Abwärtstrend wäre auch dann noch intakt.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die gesamte Reisebranche erlebt seit kurzer Zeit endlich wieder einen kleinen Boom und es scheint fast so, als möchte die ganze Welt verreisen, um das vermeintliche Ende der Pandemie zu feiern. Dennoch gibt die TUI-Aktie schon seit einigen Wochen nachhaltig an Wert ab.

Das liegt einerseits daran, dass sich die Covid-Situation in einigen wichtigen Reiseländern wie zum Beispiel Spanien oder den Niederlanden wieder deutlich verschärft. Denn die Delta Variante macht der Branche zu schaffen und die Angst vor einer weiteren Lockdown-Welle greift um sich. Zum anderen liegt es wohl auch daran, dass sich die Aktie seit Herbst des vorigen Jahres bereits deutlich erholen konnte und viel an positiven Erwartungen bereits in den Kursen eingepreist ist. Wie lange wird die Reiselust anhalten und wie geht es mit dem Titel an der Börse weiter?

Expertenmeinung: Durch zwei tiefere Tiefs in Folge ist die Aktie bereits wieder in eine bärische Phase abgeglitten. Zumindest der Boden bei rund 4.08 EUR konnte bislang noch gehalten werden. Ob dies jedoch so bleiben wird, ist eher fraglich, denn die Kurse machen sich bereits erneut auf dieses Niveau zu testen. Ein Bruch nach unten könnte die Abwärtsspirale ein weiteres Mal anheizen und die Kurse auf bis zu 3.50 EUR bringen. Dort würde die nächste wichtige Unterstützung lauern. Alles in allem kein rosiges Bild und Anleger sollten in den kommenden Tagen ihre Stopps nicht vergessen.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 09.07.2021 Kurs: 4.165 Kürzel: TUI1 | Online Broker LYNX