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ATOSS Software legte seine Halbjahreszahlen vor und wurde mit einem Plus von 9,81 Prozent am Freitag zum Tagessieger im TecDAX. Man sollte denken, dass das reicht, um die Bullen zurückzubringen. Aber der Blick auf den Chart zeigt: Es ist ein erster Schritt, mehr noch nicht.
Der Spezialist für Workforce-Software setzte sein seit Jahren kontinuierliches Wachstum auch im ersten Halbjahr 2026 fort. Der Umsatz stieg um 12 Prozent, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 16 Prozent, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 17 Prozent. Die operative Gewinnmarge auf EBIT-Basis lag bei 35,1 Prozent, der Gewinn pro Aktie lag mit 1,54 Euro um 13 Prozent höher als im ersten Halbjahr des Vorjahres.
Für das kommende Jahr sieht ATOSS Software nach der für 2026 avisierten und jetzt bestätigten Zielzone von 210 bis 215 Millionen Euro beim Umsatz einen Anstieg auf 235 bis 245 Millionen Euro bei mindestens 35 Prozent EBIT-Marge.
Das ist kein rasantes Wachstum, aber eben eines, das sehr konstant läuft. Trotzdem sehen wir eine Aktie, die seit ziemlich genau einem Jahr in einem Abwärtstrend verläuft, in dessen Verlauf der Kurs in der Spitze über 50 Prozent vom Hoch eingebüßt hat. Und wir sehen, dass Versuche, den Kursverfall aufzuhalten, seit Anfang dieses Jahres zwar mehrfach unternommen wurden, aber immer wieder schnell scheiterten. Warum könnte es diesmal anders kommen?
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Expertenmeinung: Es muss nicht, könnte aber anders laufen, weil jetzt zwei Faktoren gegen und keine mehr für die Bären sprechen. Als das große Verkaufen begann, war die Aktie ungewöhnlich teuer bewertet. Da lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis über 40 … wobei man Ende 2021 bereits Werte über 80 gesehen hatte, was indes auch zu einer großen Abwärtskorrektur führte. Doch jetzt liegt eben dieses Kurs-Gewinn-Verhältnis nur noch gut halb so hoch, bei gut 22. Und das wiederum ist für eine Softwareaktie, bei der man kontinuierliches Wachstum verzeichnet, niedrig.
Der zweite Aspekt ist die „KI-Angst“, die seit Ende Januar am Markt umgeht. Der Erwartung, dass Softwareunternehmen durch die Fortschritte im KI-Sektor Umsatz- und Margenprobleme bekommen werden, sind zwar viele entgegengetreten, unter anderem der CEO von Nvidia. Aber das „große Shorten“ ging einfach weiter. Jetzt indes, nachdem mehrere Softwareunternehmen ebenso wie ATOSS auch beim Ausblick keine Indizien zeigen, dass ihnen KI das Wasser abgräbt, leben die Bären definitiv gefährlicher. Aber:
Das allein bringt eben noch keine automatische Wende nach oben. Dass die ATOSS-Aktie erstmals seit vergangenem Herbst ein über dem vorherigen liegendes Zwischentief zuwege brachte und die Widerstandslinie bei 75 Euro überwand, ist ein Lichtblick. Aber Sie sehen im Chart, was auf die Käuferseite noch zukommt, bevor man hier ein mittelfristig bullisches Signal verkünden könnte:

Zwischen 86,40 und 104,40 Euro wartet eine ganze Phalanx an Charthürden auf die Bullen. Diese Widerstände könnten bezwungen werden, zumal die Aktie von der Bewertung her auch über diesen Hürden noch nicht zu teuer bewertet wäre. Aber bevor das nicht wirklich gelungen ist, sehen wir hier nur die Chance einer Aufwärtswende, mehr noch nicht.
Quellenangaben: Ergebnis des 2. Quartals 2026, 24.07.2026: https://backend.atoss.com/sites/default/files/2026-07/atoss-quartalsmitteilung-q2-2026.pdf
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.07.2026 um 22:58 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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