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ATOSS Software Aktie Prognose ATOSS Software: Der erste Schritt zur Aufwärtswende?

News: Aktuelle Analyse der ATOSS Software Aktie

In diesem Artikel
ATOSS Software
ISIN: DE0005104400
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Ticker: AOF --- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur ATOSS Software Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

ATOSS Software legte seine Halbjahreszahlen vor und wurde mit einem Plus von 9,81 Prozent am Freitag zum Tagessieger im TecDAX. Man sollte denken, dass das reicht, um die Bullen zurückzubringen. Aber der Blick auf den Chart zeigt: Es ist ein erster Schritt, mehr noch nicht.

Der Spezialist für Workforce-Software setzte sein seit Jahren kontinuierliches Wachstum auch im ersten Halbjahr 2026 fort. Der Umsatz stieg um 12 Prozent, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 16 Prozent, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 17 Prozent. Die operative Gewinnmarge auf EBIT-Basis lag bei 35,1 Prozent, der Gewinn pro Aktie lag mit 1,54 Euro um 13 Prozent höher als im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Für das kommende Jahr sieht ATOSS Software nach der für 2026 avisierten und jetzt bestätigten Zielzone von 210 bis 215 Millionen Euro beim Umsatz einen Anstieg auf 235 bis 245 Millionen Euro bei mindestens 35 Prozent EBIT-Marge.

Das ist kein rasantes Wachstum, aber eben eines, das sehr konstant läuft. Trotzdem sehen wir eine Aktie, die seit ziemlich genau einem Jahr in einem Abwärtstrend verläuft, in dessen Verlauf der Kurs in der Spitze über 50 Prozent vom Hoch eingebüßt hat. Und wir sehen, dass Versuche, den Kursverfall aufzuhalten, seit Anfang dieses Jahres zwar mehrfach unternommen wurden, aber immer wieder schnell scheiterten. Warum könnte es diesmal anders kommen?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur ATOSS Software Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Es muss nicht, könnte aber anders laufen, weil jetzt zwei Faktoren gegen und keine mehr für die Bären sprechen. Als das große Verkaufen begann, war die Aktie ungewöhnlich teuer bewertet. Da lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis über 40 … wobei man Ende 2021 bereits Werte über 80 gesehen hatte, was indes auch zu einer großen Abwärtskorrektur führte. Doch jetzt liegt eben dieses Kurs-Gewinn-Verhältnis nur noch gut halb so hoch, bei gut 22. Und das wiederum ist für eine Softwareaktie, bei der man kontinuierliches Wachstum verzeichnet, niedrig.

Der zweite Aspekt ist die „KI-Angst“, die seit Ende Januar am Markt umgeht. Der Erwartung, dass Softwareunternehmen durch die Fortschritte im KI-Sektor Umsatz- und Margenprobleme bekommen werden, sind zwar viele entgegengetreten, unter anderem der CEO von Nvidia. Aber das „große Shorten“ ging einfach weiter. Jetzt indes, nachdem mehrere Softwareunternehmen ebenso wie ATOSS auch beim Ausblick keine Indizien zeigen, dass ihnen KI das Wasser abgräbt, leben die Bären definitiv gefährlicher. Aber:

Das allein bringt eben noch keine automatische Wende nach oben. Dass die ATOSS-Aktie erstmals seit vergangenem Herbst ein über dem vorherigen liegendes Zwischentief zuwege brachte und die Widerstandslinie bei 75 Euro überwand, ist ein Lichtblick. Aber Sie sehen im Chart, was auf die Käuferseite noch zukommt, bevor man hier ein mittelfristig bullisches Signal verkünden könnte:

ATOSS Software Aktie: Chart vom 24.07.2026, Kurs 76,10 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
ATOSS Software Aktie: Chart vom 24.07.2026, Kurs 76,10 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS

Zwischen 86,40 und 104,40 Euro wartet eine ganze Phalanx an Charthürden auf die Bullen. Diese Widerstände könnten bezwungen werden, zumal die Aktie von der Bewertung her auch über diesen Hürden noch nicht zu teuer bewertet wäre. Aber bevor das nicht wirklich gelungen ist, sehen wir hier nur die Chance einer Aufwärtswende, mehr noch nicht.

Quellenangaben: Ergebnis des 2. Quartals 2026, 24.07.2026: https://backend.atoss.com/sites/default/files/2026-07/atoss-quartalsmitteilung-q2-2026.pdf

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.07.2026 um 22:58 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der ATOSS Software Aktie

03.06.2026
08:18 Uhr

ATOSS Software: Noch sind die Kohlen nicht aus dem Feuer — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.06.2026 um 21:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Zum Start in den Juni sah es so aus, als wären Software-Aktien wie ATOSS Software auf dem Weg zurück ins Rampenlicht. Doch Anschlusskäufe, die am Dienstag dem starken Montag folgten, wurden humorlos abverkauft. War es das schon mit der Chance auf die Wende?

2023 und 2024 hatten Aktien aus dem Software-Sektor ihre große Zeit. Viele dieser Titel, so auch der Workforce-Spezialist ATOSS, erreichten 2025 dann neue Rekordhochs. Es folgten Korrekturen und, Ende Januar 2026, die „KI-Angst“. Die Sorge also, dass die zunehmenden Möglichkeiten der KI den Software-Herstellern ernste Probleme bereiten werden. Was sich bislang aber weder in den Bilanzzahlen noch in den Ausblicken der Unternehmen niederschlägt. Auch ATOSS Software konnte für das erste Quartal eine gute Bilanz vorlegen. Das Problem war aber:

Das bärische Lager hatte sich längst auf die Branche eingeschossen und zog aus dem Umstand Vorteile, dass man die Aussage, der Druck durch KI werde schon noch kommen, nicht widerlegen kann … etwas, das kommen könnte, kann man nicht ausschließen. Und weiter fallende Kurse sorgten dafür, dass, wer dahingehend Zweifel hegte, nicht gar zu mutig ins fallende Messer griff. Das heißt aber nicht, dass eine Aufwärtswende gleich vom Tisch sein müsste, nur, weil eine kurze Phase kräftiger Käufe auf Widerstand trifft.

Expertenmeinung: Richtig ist aber: Auch, wenn wir bei der ATOSS-Aktie Ansätze einer Bodenbildung sehen, hat das Bären-Lager hier noch alle Vorteile auf seiner Seite. Noch liegen die Zwischenhochs sukzessiv niedriger als die vorherigen, zugleich versperrt eine ganze Phalanx an Widerstandslinien einer echten Aufwärtswende den Weg. Dass Käufe hier auf Gegenwehr treffen, ist also keine Überraschung. Es ist aber keine Garantie für eine ewige Baisse.

Denn dass sich der Kurs seit dem Verlaufsrekord im Sommer vergangenen Jahres in der Spitze mehr als halbiert hatte, nimmt dem Bären-Lager Argumente, die vorher für eine größere Korrektur sprachen: eine zu hohe Bewertung und weit überbotene Analysten-Kursziele. Aktuell bewegt sich das Kurs-/Gewinn-Verhältnis für die durchschnittliche 2026er-Gewinnschätzung bei knapp 26, für die Software-Branche ist das sogar eher am unteren Ende des Normalen. Und das durchschnittliche Kursziel der Analysten? Das liegt mit aktuell gut 125 Euro weit genug über dem derzeitigen Kurs, um Begehrlichkeiten seitens der Marktteilnehmer zu wecken. Alleine, die Wende müsste eben erst einmal gelingen.

ATOSS Software Aktie: Chart vom 02.06.2026, Kurs 81,20 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
ATOSS Software Aktie: Chart vom 02.06.2026, Kurs 81,20 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS

Erst, wenn die im Chart zu sehende, breite Zone an potenziellen Widerständen durch das Überwinden der übergeordneten Abwärtstrendlinie bei aktuell 105 Euro bezwungen wäre, könnte man unterstellen, dass die Bären geschlagen sind. Bis dahin kann an jeder Widerstandslinie Gegenwehr aufkommen. Das muss nicht so kommen, aber noch würde man auf der Long-Seite eben gegen den Trend agieren. Die grundsätzlich vernünftigere Vorgehensweise wäre, erst dann aktiv zu werden, wenn die Kohlen aus dem Feuer sind.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AOF.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

28.04.2026
14:26 Uhr

ATOSS hat wieder abgeliefert und es ist wieder verpufft — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.04.2026 um 14:08 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Atoss-Aktie ist nach den Quartalszahlen um mehr als 10 % in die Höhe gestiegen. Die Freude schien jedoch schnell verpufft.

Warum gute Zahlen oft ignoriert werden

An der Börse lassen sich immer wieder dieselben Phänomene beobachten. Unternehmen liefern mehrere Quartale, teilweise sogar 2 oder 3 Jahre hintereinander konsequent ab, aber der Kurs tritt trotzdem auf der Stelle.

Irgendwann kommt jedoch der Punkt, an dem die Realität nicht mehr ignoriert werden kann. Plötzlich setzt sich die Aktie in Gang und die Kurse steigen stark an.

Umgekehrt geschieht häufig dasselbe. Das gilt vor allem für den breiten Markt. Die Kurse steigen immer weiter, obwohl die dunklen Wolken längst am Horizont erkennbar sind. Probleme werden ignoriert, bis es einfach nicht mehr möglich ist.

Die Börse ist im kurzfristigen Zeitfenster nicht nur ineffizient, sie ist geradezu ignorant.
Auf den ersten Blick hört sich das unglaublich an, aber Beispiele dafür gibt es einige.

Expedia hat beispielsweise nach dem geschäftlichen Einbruch 2020 schnell wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden und 2022 einen Rekordgewinn eingefahren.
Die Aktie trat trotzdem auf der Stelle und der Kurs pendelte um die 90 USD.

Das geschieht erschreckend oft

Im Geschäftsjahr 2023 konnte der Gewinn um weitere 43 % gesteigert werden und das Unternehmen verdiente mehr als anderthalbmal so viel wie 2019 – dennoch trat die Aktie weitgehend auf der Stelle und lag weit unter dem Kurs von 2019.

Irgendwann konnte die gute Entwicklung nicht mehr ignoriert werden und der Kurs kletterte innerhalb von etwa 20 Monaten von unter 100 auf über 300 USD.

Selbstverständlich hinkt der Vergleich zwischen zwei Unternehmen immer. Im Fall von Expedia und Atoss hat das Geschäftsmodell auch nichts miteinander zu tun, aber die zugrundeliegenden Dynamiken sind ähnlich.

Ebenso wie damals Expedia liefert auch Atoss konsequent ab. Dennoch bewegt sich die Aktie nicht nach oben.

Das hat verschiedene Gründe. Aus meiner Sicht war die Aktie vor dem Kurssturz der letzten Monate mit einem KGV von fast 50 überbewertet. Aber die zugrunde liegende geschäftliche Entwicklung ist gut und durch den Kurssturz ist die Bewertung inzwischen auch wieder moderat.

Gewinn fast verdreifacht

Derzeit notiert die Aktie auf ungefähr demselben Niveau wie 2020, schließlich geht die Angst um, dass Atoss durch KI disruptiert wird. Seitdem hat sich das Ergebnis jedoch nahezu verdreifacht und wie wir später noch sehen werden, scheint diese Erfolgsserie auch nicht abzureißen.

Es ist vollkommen sicher, dass es Unternehmen gibt, die durch KI mittelfristig obsolet werden. Aber es ist wohl ebenso sicher, dass es nicht jedes Software-Unternehmen treffen wird.

Es gilt abzuwägen. So manch ein vermeintlicher KI-Verlierer wird an der Börse eine regelrechte Renaissance erleben, sobald sich herausstellt, dass das Geschäft doch nicht den Bach heruntergeht.

Atoss Software ist eines der bedeutendsten Unternehmen für Workforce Management.

Das Unternehmen liefert Software sowie Beratungslösungen für bedarfsgerechten Personaleinsatz. Das umfasst alle Themen, vom klassischen Arbeitszeitmanagement über Personaleinsatzplanung und HR Analytics bis hin zu strategischer Kapazitäts- und Bedarfsplanung – sowohl in der Cloud als auch vor Ort.

Derzeit hat das Unternehmen mehr als 18.000 Geschäftskunden, wovon fast 16.000 die Cloud nutzen. In Summe beschäftigen die Kunden von Atoss mehr als 4 Millionen Mitarbeiter.

Die Net Retention Rate lag zuletzt bei 113 %. Das bedeutet, dass die Bestandskunden ihr Geschäft mit Atoss weiter ausbauen. Von Abkehr also keine Spur.

Gut in das laufende Geschäftsjahr gestartet

Wie wir seit dem 24. April wissen, hat sich der positive Trend auch im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres fortgesetzt.
Das hat einen Kurssprung von etwa 78 auf 88 Euro ausgelöst. Seitdem ist die Aktie wieder in eine Seitwärtsbewegung übergegangen.

Der Umsatz konnte im ersten Quartal um 11 % auf 51,4 Mio. Euro gesteigert werden.
Der wesentliche Wachstumstreiber ist nach wie vor der Bereich Cloud und Subscriptions, in dem der Umsatz um 27 % auf 27,0 Mio. Euro geklettert ist.

Gleichzeitig hat sich die EBIT-Marge von 34 auf 35 % verbessert. Das operative Ergebnis erhöhte sich von 15,6 auf 18,2 Mio. Euro, ein Anstieg um 17 %.

Mit Blick auf die makroökonomischen und konjunkturellen Risiken wurde die Umsatzprognose in Höhe von 215 Mio. Euro bestätigt. Der Ausblick für die EBIT-Marge wurde jedoch von mindestens 32 % auf mindestens 34 % erhöht.
Als Grund wurden ein konsequentes Kostenmanagement und weitere Effizienzgewinne aus Prozessoptimierungen und Digitalisierung angeführt.

Im Klartext bedeutet das, dass Atoss ein Umsatzwachstum von 14 % in Aussicht stellt und die Profitabilität wohl höher sein wird als bisher angenommen.

Ausblick und Bewertung

Im Verhältnis dazu und mit Blick auf das erste Quartal scheinen die Konsensschätzungen etwas zu pessimistisch zu sein. Derzeit wird erwartet, dass das Ergebnis von Atoss in diesem Jahr um 5 % auf 3,20 Euro je Aktie steigen wird.

Dabei würde es sich zwar um ein Rekordergebnis handeln, die Chancen stehen jedoch nicht schlecht, dass etwas mehr möglich sein könnte.
Selbst wenn das nicht der Fall ist, und das Momentum erst im kommenden Jahr wieder zunimmt, wird Atoss derzeit nur mit einem KGVe von 25,5 bewertet. Im langjährigen Durchschnitt lag das KGV bei 33.

Nimmt man beispielsweise an, dass der Gewinn in diesem Geschäftsjahr im selben Umfang gesteigert werden kann wie im ersten Quartal, sinkt das KGVe auf 22,9.

Hinzu kommt, dass Atoss keine Nettoschulden und 162,1 Mio. Euro an Liquidität besitzt – und das bei einem Börsenwert von nur 1,3 Mrd. Euro.
Daher wird der Vorstand den Aktionären in der Hauptversammlung am 30. April 2026 eine Ausschüttung in Höhe von 2,28 Euro je Aktie (in Summe 36,3 Mio. Euro) vorschlagen.
Atoss käme demnach auf eine solide Dividendenrendite in Höhe von 2,81 %.

Atoss Software Aktie: Chart vom 28.04.2026, Kurs: 80,40 EUR – Kürzel: AOF | Online Broker LYNX
Atoss Software Aktie: Chart vom 28.04.2026, Kurs: 80,40 EUR – Kürzel: AOF | Quelle: TWS

Mit dem Anstieg über 80 Euro hat sich die Lage aus charttechnischer Sicht etwas entspannt. Gelingt jetzt ein Anstieg über 85 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 92 und 95 Euro.

Fällt die Aktie hingegen wieder unter 80 Euro, muss ein erneuter Rücksetzer in Richtung 73 Euro eingeplant werden.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

27.04.2026
08:07 Uhr

ATOSS Software: Druck durch KI weiterhin nicht zu sehen — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.04.2026 um 22:15 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

ATOSS, Spezialist für Workforce-Software, legte am Freitag die Bilanz des 1. Quartals vor – und lieferte durchaus solide Zahlen ab. Kurzfristig wurde dadurch eine kleine Wendeformation bestätigt. Aber für mittelfristig bullische Signale müsste hier mehr gelingen – was genau?

Umsatz +11 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2025, operativer Gewinn +17 Prozent, die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) stieg von 34 auf 35 Prozent: Das waren solide Ergebnisse. Zwar blieb das Geschäft mit Software-Lizenzen rückläufig, das wurde aber durch die Bereiche Cloud & Subscription, d. h. der Bereich wiederkehrender Umsätze, und Beratung mehr als kompensiert.

Angesichts dieses soliden Jahresstarts bestätigte ATOSS Software den in der 2025er-Bilanz vorgelegten Ausblick eines 2026er-Umsatzes um 215 Millionen Euro (2025: 189 Millionen) und hob die Prognose für die EBIT-Marge von bislang mindestens 32 auf jetzt mindestens 34 Prozent an.

Zwar hatte man bei der EBIT-Marge 2025 36, 2024 sogar 37 Prozent erreicht. Aber dafür steigt der Umsatz … und zudem zeichnet sich derzeit kein Druck auf das Geschäft ab, so dass die jetzt avisierten mindestens 34 Prozent nicht zwingend das obere Ende des im Gesamtjahr möglich sein müssen.

Angesichts solcher soliden Zahlen stellt sich unwillkürlich die Frage, warum das Chartbild dann so desaströs daherkommt. Das hat zwei Gründe:

Expertenmeinung: Zum einen war die Bewertung im vergangenen Sommer, als die ATOSS-Aktie mit 147,60 Euro ein Rekordhoch markierte, mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von knapp 49 auf Basis des dann für 2025 tatsächlich erzielten Gewinns pro Aktie schlicht überzogen gewesen – das sorgte für den ersten Korrekturschub im Spätsommer 2025. Zum anderen wurde im Januar die Meinung herumgereicht, dass Unternehmen der Software-Branche durch KI unter Margen- und Absatzdruck geraten werden. Das besorgte den zweiten, großen Abwärtsimpuls. Nur ist davon in den bisherigen, von Software-Unternehmen vorgelegten Bilanzen des ersten Quartals nebst ggf. korrigierten Ausblicken nichts zu sehen. Bei ATOSS nicht, bei anderen auch nicht.

Natürlich könnte man argumentieren, dass das über kurz oder lang aber so kommen werde. Aber je länger eine Aktie gedrückt bleibt, die zugleich Wachstum meldet, ohne dass sich die Argumente für eine negative Entwicklung bestätigen, desto schwieriger wird die Ausgangslage für das bärische Lager.

Zudem wäre ATOSS Software derzeit nicht mehr überbewertet, sondern mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 27 auf Basis der aktuellen, durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung durchaus fair bewertet. Da aber sehen wir gleich den entscheidenden Haken:

Fair bewertet und „günstig“ sind eben zwei Paar Schuhe. „Fair“ hieße, dass zwar grundsätzlich noch Luft nach oben für den Kurs da wäre, eine Überbewertung aber nicht mehr fern ist. Und im konkreten Fall dieser Aktie liegt die Widerstandszone, deren Überwinden aus dem kurzfristigen, bullischen Signal, das sich durch die Vollendung des kleinen Doppeltiefs ergeben hat, ein mittelfristig bullisches Signal machen würde, mit 98 zu 110 Euro auf einem Kursniveau, das die Scheidemarke zwischen „fair“ und „eher teuer“ bewertet ausmachen würde, daher:

Kurzfristig könnte da noch Spielraum nach oben sein, aber zwischen 98 und 110 Euro kann die Sache für die Bullen schon wieder eng werden. Daher sollte man hier auf der Long-Seite erst einmal nicht über eine reine Trading-Ebene hinausdenken. Klar ist aber: Angesichts dieser grundsoliden Quartalszahlen wären es bei ATOSS die Bären, die gefährlicher leben!

ATOSS Software Aktie: Chart vom 24.04.2026, Kurs 82,20 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
ATOSS Software Aktie: Chart vom 24.04.2026, Kurs 82,20 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals 2026, 24.04.2026: https://www.atoss.com/de/unternehmen/investor-relations/nachrichten/quartalsmitteiliung-q1-2026

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

02.02.2026
08:26 Uhr

ATOSS Software: Trotz guter Zahlen – die Anleger agieren zögerlich — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.01.2026 um 22:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die am Freitagmorgen präsentierten Vorabzahlen zum Geschäftsjahr 2025 zeigen: Beim Workforce-Spezialisten ATOSS Software läuft es gut, in allen Bereichen wurde Wachstum generiert. Doch die Aktie spiegelt das nicht wider … wo liegt das Problem?

Gegenüber dem Vorjahr setzte das im TecDAX notierte Software-Unternehmen 2025 mit 189,3 Millionen Euro elf Prozent mehr um. Mit einer operativen Gewinnmarge, die zwar mit 36 Prozent einen Prozentpunkt niedriger lag als im Vorjahr. Zugleich aber höher als die von ATOSS zuletzt avisierten 34 Prozent war, wurde ein Anstieg des operativen Gewinns erreicht, wenngleich der, ebenso wie der Nettogewinn, in der Meldung nicht konkret beziffert wurde.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 sieht der Vorstand einen Umsatzanstieg um knapp 14 Prozent auf etwa 215 Millionen Euro und eine operative Marge auf EBIT-Basis von 32 Prozent. Wobei Letztere grundsätzlich eher konservativ prognostiziert wird. Auch 2025 hatte man die Marge im zweiten Halbjahr im Licht einer dann konkreteren Datenlage angehoben. Was dieses Jahr nicht auch passieren muss, aber eben könnte.

Zusammengefasst lieferte ATOSS Software erfreuliche Ergebnisse ab und hält damit das kontinuierliche Wachstum der letzten Jahre aufrecht. Eigentlich hätte man erwarten dürfen, dass das angesichts des immensen Kursabstiegs seit Beginn der zweiten Hälfte 2025 für stattliche Käufe sorgt. Zumindest hätten da doch einige Leerverkäufer, sprich Bären, ihre Position eindecken und damit den Short-Gewinn mitnehmen können. Zum Handelsende lag ATOSS dann zwar auch im Plus, aber das war alles, nur nicht beeindruckend. Und es war ein auffallend zögerlicher Anstieg. Lange Zeit hatte der Kurs im Minus notiert. Wo klemmt es da?

Expertenmeinung: Ein Aspekt könnte die Bewertung sein. Lange war die ATOSS-Aktie eher überbewertet. Mit einem Gewinnwachstum, das man für dieses und das nächste Jahr seitens der Analysten im Schnitt bei 15 Prozent sieht, wäre ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) um die 30 opportun. Am Rekordhoch, erreicht im Juli 2025 bei 147,60 Euro, kam man aber auf Werte um die 50. Doch jetzt wäre auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten ein solches KGV von 30 ja erreicht. Und trotzdem präsentierte sich die so massiv gedrückte Aktie nach den Zahlen wankelmütig, statt entschlossen durchzustarten. Warum?

Ein möglicher Grund: Die Aktie wäre mit dieser Bewertung mittlerweile zwar fair bewertet, aber noch nicht „billig“. Um wieder deutlich höhere Kurse zu rechtfertigen, müssten die jetzt für 2026 avisierten Zahlen des Unternehmens nach oben genommen werden. Und damit ist, da die Umsatz- und Margenprognose gerade druckfrisch auf den Tisch kam, vorerst nicht zu rechnen. Stiege der Kurs trotzdem, wäre er schnell erneut „teuer“. Diese Überlegung könnte die Käufer zögern lassen. Zwar stören sich nur wenige an solchen Aspekten, wenn eine Aktie in einem soliden Aufwärtstrend unterwegs ist. Aber geht es, so wie hier, seit Monaten abwärts, können solche ansonsten gerne ignorierten Aspekte eine Aufwärtswende ausbremsen.

Ein anderer, aktuell vermutlich mit entscheidender Grund: Die derzeit am Markt umgehende Befürchtung, dass die fortschreitende Entwicklung und Nutzung der Künstlichen Intelligenz viele bislang von „klassischer“ Software erledigte Aufgaben dorthin verlagern könnte und in der Konsequenz die Zeit des Wachstums in der Software-Branche vorbei ist. Ob es so kommt, ist zwar offen. Aber derzeit „spielt“ der Markt dieses Szenario.

Fazit: Nachdem die ATOSS-Aktie in den vergangenen Monaten dreimal an der 200-Tage-Linie gescheitert ist, die Chance auf eine Aufwärtswende durch den Bruch eines ansteigenden Dreiecks im Chartbild vertan hat und zuletzt auch noch das 2025er-Verlaufstief bei 97,70 Euro unterbot, ist die Gemengelage klar bärisch und bislang noch keine Änderung in Sicht. Die Aktie wird zwar nicht ins Bodenlose fallen. Aber dieses KI-Gespenst ist ein Problem, das einen davon abhalten sollte, gegen die kurz- und mittelfristige Abwärtstendenz zu agieren.

ATOSS Software Aktie: Chart vom 30.01.2026, Kurs 97,50 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
ATOSS Software Aktie: Chart vom 30.01.2026, Kurs 97,50 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS

Quellenangaben: Vorläufiges Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 30.01.2026:
https://www.atoss.com/de/unternehmen/investor-relations/nachrichten/geschaeftsjahr-2025

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

12.01.2026
08:35 Uhr

ATOSS Software: Die Bullen stehen in den Startlöchern — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.01.2026 um 13:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Aktie des Workforce-Software-Entwicklers ATOSS hatte solide Gewinne des ersten Halbjahres 2025 in der zweiten Jahreshälfte wieder verloren und das Jahr fast unverändert beendet. Aber jetzt treten die Bullen wieder an: Hier wäre jederzeit ein Ausbruch möglich.

ATOSS Software agiert in einem Wachstumsmarkt: Der Umsatz mit Software, die Unternehmen u.a. bei Personalplanung und Zeitmanagement unterstützt, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Zwar geht man seitens der Experten davon aus, dass der Gewinn pro Aktie 2025 gegenüber dem Vorjahr in etwa gleich geblieben sein dürfte, für 2026 sehen die Analysten aber wieder einen anziehenden Gewinn. Momentan liegt der Konsens da bei 3,18 Euro pro Aktie. Käme es so, würde das ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von derzeit 37 bedeuten. Nicht billig für eine Software-Aktie, aber auch nicht über Gebühr teuer. Sofern die Wachstumsstory erhalten bleibt.

Das wäre anders, wenn der Kurs das 2025 markierte Verlaufshoch von 147,60 Euro erreichen würde. Da müsste man in Sachen Bewertung schon schlucken und auf einen absolut überzeugenden 2026er-Ausblick des Unternehmens hoffen. Aber jetzt geht es ja erst einmal um die Frage, ob sich der Kurs in diese Richtung auf den Weg macht oder nicht. Und ja, die Ambitionen der Käuferseite, genau das in Gang zu bringen, sind klar erkennbar:

Expertenmeinung: Nachdem die Aktie Ende Juli als Reaktion auf einen schwächer als erhofft ausgefallenen Ausblick auf die zweite Jahreshälfte eine massive Korrektur vollzogen hatte, begann der Kurs Ende September wieder Boden gutzumachen. Doch sukzessiv höher liegenden Zwischentiefs standen zuletzt keine entsprechend höheren Zwischenhochs gegenüber. Der Grund ist im Chart klar auszumachen:

Als die ATOSS-Aktie im Oktober ebenso wie im Dezember ihre 200-Tage-Linie erreichte, drehte sie umgehend wieder ab. Dort entschieden zu viele Akteure, dass man auf diesem Level eher Kasse machen sollte, um den Käufern ein Durchkommen zu ermöglichen. Doch diese jeweils höher liegenden Zwischentiefs unterstreichen, dass die Anleger deswegen keineswegs die Flinte ins Korn geworfen haben. Wodurch der aktuell gestartete, dritte Versuch, an dieser momentan bei 120,30 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie vorbeizukommen, durchaus Chancen auf Erfolg hätte.

ATOSS Software Aktie: Chart vom 09.01.2026, Kurs 117,80 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
ATOSS Software Aktie: Chart vom 09.01.2026, Kurs 117,80 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS

Allerdings sollte man die Linie angesichts dieser Chartkonstellation nicht als allein entscheidend ansehen. Da die 200-Tage-Linie derzeit noch fällt, liegen die beiden vorherigen Zwischenhochs darüber, konkret bei 121,20 und 123,20 Euro. Auch das markante Zwischentief vom Mai 2025 bei 125,40 Euro müsste man sicherheitshalber noch in die Entscheidungszone integrieren. Durch diesen Bereich müsste die ATOSS-Aktie hindurch, um den Befreiungsschlag als vollzogen anzusehen. Was indes, angesichts dieses Chartbilds, eine hinreichend taugliche Chance hätte, dass man die Aktie aus Trading-Gesichtspunkten jetzt im Auge behalten könnte.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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