Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits im Februar dieses Jahres hatte ich dem deutschen Rüstungskonzern bärische Aussichten mit auf den Weg gegeben. Zwar schien sich die Lage im März wieder etwas zu beruhigen, doch mit dem Bruch der Unterstützung um 1.500 EUR verloren die Bullen wichtiges Terrain.
Seit diesem Zeitpunkt prägt eine Folge tieferer Hochs und tieferer Tiefs den Trendverlauf der Rheinmetall-Aktie. Kurzfristige Erholungen wurden bislang nahe der 50-Tage-Linie abverkauft, und ein Ende der Abwärtsbewegung ist nach Monaten weiterhin nicht erkennbar.
Lediglich der inzwischen deutliche Abstand zur 50-Tage-Linie könnte zumindest eine kurzfristige technische Gegenbewegung ermöglichen. Am bärischen Gesamtbild würde dies vorerst jedoch wenig ändern.
Expertenmeinung: Die Verkäufer prägen das Chartbild weiterhin. Eine technische Erholung wäre nach dem jüngsten Kursrückgang zwar denkbar, müsste aber zunächst die 20- und vor allem die 50-Tage-Linie überwinden. Genau dort wurden frühere Erholungsversuche bereits gestoppt.
Erst eine Rückeroberung dieser Bereiche würde die Lage etwas entspannen. Bleibt die Aktie darunter, könnten Anstiege vorerst weiterhin als potenzielle Verkaufsgelegenheiten gesehen werden. Derzeit gibt es noch keine klaren Signale, die auf eine mögliche Wende hindeuten würden.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.06.2026 um 7:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
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Rheinmetall: Zurück am „Zoll-Schock-Tief“ … und was jetzt?
— Ronald Gehrt
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.06.2026 um 7:43 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Mit einem Crash von 18,65 Prozent reagierte die Rheinmetall-Aktie auf die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums, acht sogenannte MEKO-Schiffe bei TKMS bauen zu lassen. Was steckt dahinter? Und ist die Reaktion womöglich überzogen?
Es ging gestern durch alle Medien: Aufgrund von gegenüber der Planung weit höheren Kosten und von Verzögerungen beim niederländischen Auftragnehmer DSNS hat das Verteidigungsministerium entschieden, das Projekt der F126-Fregatten abzubrechen und stattdessen acht Mehrzweck-Kampfschiffe bei thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) bauen zu lassen. Dass die TKMS-Aktie davon profitierte, war klar, wenngleich dieses Projekt nicht neu war, sondern auf diese Weise nur ausgebaut wurde. Aber was hat Rheinmetall damit zu tun?
Unmittelbar gar nichts, mittelbar schon. Denn dass es mit den F126-Fregatten, die der Bund bei DSNS bauen lassen wollte, nicht rund lief, war seit Monaten bekannt. Rheinmetall hatte sich dahingehend angeboten, in die Bresche zu springen, zumal man Anfang April die Übernahme einer Marinewerft (NVL) bekanntgegeben hatte. Das Bundesverteidigungsministerium hatte die Variante, bei der NVL bzw. Rheinmetall die Funktion des Generalunternehmers von NSDS übernommen hätte, zwar geprüft, sich mit dieser Entscheidung für TKMS aber dagegen entschieden. Und das war es, was Rheinmetall gestern auf die Bretter schickte. Die Frage ist aber, ob dieser Rückschlag in Form eines ja noch gar nicht real vorhandenen Auftrags einen derartigen Kurseinbruch rechtfertigt.
Expertenmeinung: Das ist tatsächlich schwer zu sagen, weil man nicht wissen kann, wie viele Analysten und Anleger diese im Fall der Übernahme des F126-Fregattenprojekts auflaufenden Umsätze und Gewinne für die kommenden Jahre bereits in ihre Prognosen und Einschätzungen eingebaut hatten. Was auch für Rheinmetalls eigenen Ausblick gilt. Aber es war vermutlich auch weniger der zählbare, sondern mehr der psychologische Aspekt, der hier dramatisch negativ wirkte, denn:
Seit die aktuelle Bundesregierung Anfang 2025 einen massiven Ausbau der Verteidigungsausgaben angekündigt hatte und es zugleich immer deutlicher wurde, dass Europa eilig dafür sorgen muss, im Notfall auch ohne die USA auszukommen, hatte man für Rüstungsunternehmen eine Auftragsflut erwartet und entsprechend in den Kursen eingepreist. Was zu sehr hohen Bewertungen führte, die z.B. bei Rheinmetall Anfang des Jahres bis über 50 beim Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) reichten. Jetzt läge dieses KGV nach dem massiven Abwärtsimpuls nur noch bei 25. Woraus man ableiten könnte, dass die gestrige Reaktion endgültig die Luft aus der spekulativen Blase herausgelassen hat. Was wohl auch zutrifft, nur:
„Billig“ ist Rheinmetall dadurch ja noch nicht, sondern würde jetzt eher im Bereich einer fairen Bewertung rangieren. Ein deutlicher Schub nach oben würde also bedeuten, dass die Bewertung schon wieder eher teuer wäre. Und es hieße, davon auszugehen, dass die Anleger diesen Aspekt trotz dieser herben Ernüchterung des Mittwochs ignorieren würden. Zwar würde die charttechnische Gemengelage jetzt eine Chance suggerieren, aber:
Der Rücksetzer auf dieses markante, im April 2025 bei 933 Euro ausgebildete „Zoll-Schock-Tief“ und der Umstand, dass diese Linie mit einem gestrigen Tagestief von 930 Euro und einem Schlusskurs bei 949 Euro erst einmal gehalten wurde, ist alles, nur kein Kaufsignal. Es wäre eine Chance, hier erst einmal den Abstieg zu stoppen, mehr nicht. Und ob die wahrgenommen wird, ist, Stand jetzt, eben noch völlig offen, wobei der Umstand, dass sich die Aktie gestern kaum von ihrem Tagestief lösen konnte, nicht gerade ein psychologischer Anschub für die Bullen ist.
Die Rheinmetall-Aktie läuft in einem völlig intakten Abwärtstrend. Die zu Jahresbeginn etablierte Trendlinie wurde bereits mehrfach bestätigt; da der Kurs im Vorfeld des Crashs nahe dran war, geschah das gestern erneut. Hier zu glauben, die Hand aufhalten zu können, hieße, gegen einen sehr klaren Trend zu agieren – und das ist grundsätzlich nicht zu empfehlen, auch wenn es in Einzelfällen auch mal gut gehen kann. Aber unter dem Strich bleibt: Bevor die Aktie diese derzeit um 1.210 Euro laufende Abwärtstrendlinie nicht bezwungen hat, bleibt sie bärisch.
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
16.06.2026 08:25 Uhr
Rheinmetall: Die Talfahrt scheint noch nicht vorüber
— Achim Mautz
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.06.2026 um 7:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Seit Monaten dominieren die Bären beim deutschen Rüstungskonzern. Die Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs konnte bislang nicht nachhaltig gebrochen werden. Zwar sah es Anfang Juni kurzfristig danach aus, als könnte sich eine mögliche Bodenbildung abzeichnen, doch das vermeintlich höhere Tief wurde im gestrigen Handel bereits wieder nach unten verletzt. Damit bleiben der Verkaufsdruck und der bärische Tenor in der Rheinmetall-Aktie vorerst erhalten.
Die 50-Tage-Linie hat sich mittlerweile als Widerstand oberhalb des Kursverlaufs etabliert. Erholungsversuche werden dort bislang schnell wieder abverkauft. Ein Ende der Talfahrt ist daher derzeit noch nicht klar erkennbar.
Expertenmeinung: Technisch bleibt die Lage angeschlagen. Erst wenn es der Rheinmetall-Aktie gelingen würde, die Serie tieferer Hochs zu brechen und die 50-Tage-Linie nachhaltig zurückzuerobern, könnte sich das Bild wieder etwas aufhellen.
Davon ist derzeit jedoch noch wenig zu sehen. Vielmehr spricht der jüngste Bruch des vermeintlich höheren Tiefs dafür, dass die Bären weiterhin tonangebend bleiben könnten. Weitere Rückschläge wären daher nicht auszuschließen. Für antizyklische Käufe wirkt die Ausgangslage aktuell noch wenig belastbar. Anleger dürften gut beraten sein, zunächst klare Stabilisierungssignale abzuwarten.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
29.05.2026 07:58 Uhr
Rheinmetall: Ist das der Anfang der Wende?
— Ronald Gehrt
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.05.2026 um 22:46 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Kaum einer dürfte es erwartet haben, gekommen ist es trotzdem so: Die Rheinmetall-Aktie gehört bislang zu den DAX-Verlierern 2026. Doch gestern landete die Aktie auf Platz 2 der DAX-Gewinnerliste und lieferte ein Mini-Signal auf kurzfristiger Ebene. Wird da mehr draus?
Starke Wachstumsperspektiven, ein sich füllendes Auftragsbuch … und dann ein derartiger Abwärtstrend, wie wir ihn seit Januar sehen – das passt doch nicht zusammen? Doch, das kann es, wenn man es zuvor übertrieben hat und die Aktie derart teuer bewertet war, dass auch eine grundsätzlich bullische Tendenz bei Umsatz und Gewinn nicht ausreicht, um eine solche Überbewertung aufrechtzuerhalten.
Aber irgendwann ist es eben mal gut mit der Korrektur, irgendwann ist die Aktie dann nicht nur fair, sondern zu niedrig bewertet. Dass man den Bogen nach einer Übertreibung nach oben gleich danach auf der Unterseite auch noch überspannt, wäre ja keine Seltenheit. Ist das auch in der Causa Rheinmetall der Fall? Und könnte dieses solide Plus des Donnerstags von 4,15 Prozent dann womöglich das erste Lebenszeichen der Bullen sein? Eines, das in eine Aufwärtswende führt?
Expertenmeinung: Dass eine Aufwärtswende jetzt grundsätzlich eine taugliche Basis hätte, wäre zumindest richtig. Während die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis im Vorjahr zeitweise sogar dreistellig wurde, läge dieses KGV auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten jetzt bei etwa 34. Und das wäre, wenn man sieht, dass sich das Auftragsbuch des Konzerns sukzessive füllt und man daher für mehrere Jahre mit Wachstum rechnen dürfte, nicht mehr teuer. Damit nicht genug:
Jetzt notiert die Aktie nicht mehr – wie noch Anfang des Jahres – deutlich über, sondern unter dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten. Das liegt aktuell bei 1.890 Euro und somit meilenweit über dem letzten Kurs. Zugleich stufen 18 von 21 Analysten die Aktie mit „Kaufen“ ein, der Rest sieht sie als Halteposition … zum Ausstieg rät derzeit also niemand. Wenn man sich das so anschaut, kann doch nichts mehr schiefgehen, wenn man jetzt zugreift … oder?
Doch, das könnte es trotzdem. Denn wären Analystenmeinungen und das Kurs-/Gewinn-Verhältnis die alleine entscheidenden Elemente für die Tendenz, wäre die Rheinmetall-Aktie ja gar nicht erst so tief abgerutscht. Das reine Trading spielt hier, wie überall, eine wichtige Rolle. Trader agieren üblicherweise trendkonform – und der Trend weist unverändert abwärts.
Das gestrige Plus ist zwar insofern ein Indiz dafür, dass sich das bärische Lager zurückziehen könnte, indem dadurch die 20-Tage-Linie überwunden wurde. An dieser Linie hatte sich der Kurs in den Tagen zuvor abgearbeitet. Und diese Linie ist oft der Leitstrahl der Trader und wird von diesen auch in Trendrichtung verteidigt. Dass der Kurs durchging, statt nach unten abgewiesen zu werden, ist also unstrittig spannend, aber:
Sie sehen, dass diese Linie nur eine Art Vorposten einer ganzen Zone an potenziellen Hürden ist, an denen bärische Trader wieder aktiv werden und Ausbruchsversuche abwehren könnten. Solange diese Zone nicht mit Schlusskursen über 1.500 Euro überwunden ist, kann für Long-Trades eine ganze Menge schiefgehen. Das abzuwarten, wäre also die vernünftigste Lösung … zumal: Wirklich zu teuer, um über Long nachzudenken, wäre die Bewertung aus aktueller Sicht auch bei einem Anstieg über 1.500 Euro noch nicht.
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
11.05.2026 08:20 Uhr
Rheinmetall: Erholung bleibt vorerst aus
— Achim Mautz
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.05.2026 um 7:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Rüstungskonzern zählt im laufenden Börsenjahr bislang nicht zu den bevorzugten Titeln vieler Anleger. Bereits im Januar zeigte sich rund um die psychologisch wichtige Marke von 2.000 EUR erste Schwäche. Zwar gelang der Rheinmetall-Aktie damals noch ein letzter Versuch der Stabilisierung, doch seitdem haben die Verkäufer zunehmend die Oberhand gewonnen. Besonders der Bruch der 200-Tage-Linie sorgte für zusätzlichen Verkaufsdruck und verschlechterte das charttechnische Gesamtbild deutlich.
Mittlerweile zeigt sich eine klar definierte Abfolge tieferer Hochs und tieferer Tiefs. Auch die letzten Erholungsversuche verliefen verhalten. Wiederholt scheiterte die Aktie im Bereich der 50-Tage-Linie, wodurch sich diese Zone inzwischen zu einem deutlichen Widerstand entwickelt hat. Gleichzeitig deutet das erhöhte Handelsvolumen an schwächeren Handelstagen darauf hin, dass weiterhin größere Marktteilnehmer Positionen abbauen könnten.
Expertenmeinung: Auch fundamental scheint sich die Stimmung rund um Rüstungswerte zuletzt etwas abzukühlen. Nach den deutlichen Kursanstiegen der vergangenen Jahre dürften viele positive Erwartungen bereits eingepreist sein.
Die technische Ausgangslage bleibt vorerst klar angeschlagen. Solange die Aktie keine nachhaltige Rückeroberung der 50-Tage-Linie erreicht, bleibt der Druck auf der Unterseite dominant. Zwar könnten kurzfristige Gegenbewegungen jederzeit auftreten, bislang fehlt jedoch die notwendige Dynamik für eine belastbare Trendwende.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
06.05.2026 08:23 Uhr
Rheinmetall: Normalisierung der Bewertung? Läuft!
— Ronald Gehrt
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.05.2026 um 20:58 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Gerät eine Branche abrupt in den Fokus der Anleger, wird oft ohne die nötige Besonnenheit gekauft, ein „Hype“ entsteht. Dem folgt die Phase der Normalisierung, in der sich eine zu hohe Bewertung abbaut und die Aktie für Anleger wieder interessant wird. Auch bei Rheinmetall?
Es wird offenbar langsam Mode, vorläufige Bilanzdaten nur minimal vor dem eigentlichen Termin zu veröffentlichen. Was insofern problematisch ist, als die eigentlichen Bilanztermine vorher bekannt sind, so dass sich die Marktteilnehmer darauf vorbereiten können, während Vorabmeldungen ohne Vorankündigung kommen und daher für hektische Kursausschläge sorgen können.
Auch Rheinmetall schloss sich diesem „Trend“ an. Am Montagabend nach Handelsende in Europa kamen die Vorab-Zahlen zum ersten Quartal, die am morgigen Donnerstag ohnehin angestanden wären. Die Sorge, dass es zu Insider-Trades auf Basis der fertigen, aber noch nicht öffentlich gemachten Zahlen kommen könnte, scheint höher zu wiegen als die Planbarkeit für die Märkte. Entsprechend wurden die Ergebnisse als Ad-hoc-Meldung vorausgeschickt:
Umsatz +7,7 Prozent auf 1,938 Milliarden Euro, klar unter der durchschnittlichen Analystenerwartung von 2,3 Milliarden. Begründet wurde das unerwartet niedrige Umsatzplus mit dem Basiseffekt eines besonders starken, ersten Quartals 2025 und dem Umstand, dass sich einiges an Umsatz ins laufende, zweite Quartal verlagert hat. Was hieße: Insgesamt ist Rheinmetall zuversichtlich, das selbst erwartete Wachstumstempo auch einzuhalten.
Die operative Gewinnmarge wurde von 10,5 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 11,6 Prozent gesteigert, der operative Gewinn legte dadurch überproportional zum Umsatzanstieg um 17,3 Prozent zu.
Bezogen auf das Gesamtjahr 2026 bleibt der Konzern bei seinen bislang gesteckten Zielen, was unterstreicht, dass man im weiteren Verlauf des Jahres mit einer deutlichen Intensivierung des Geschäfts rechnet: Umsatzanstieg zwischen 40 und 45 Prozent, operative Gewinnmarge um 19 Prozent, das peilt man für das Gesamtjahr an. Was bedeutet:
Expertenmeinung: Wenn die Marktteilnehmer das schwache erste Quartal „schlucken“ und sich Rheinmetalls Zuversicht anschließen, bliebe die Erwartung eines deutlichen, angesichts eines überzeugenden Auftragseingangs auch über 2026 hinaus möglichen Wachstums. Und dieser Eindruck träfe auf eine Aktie, die seit ihrem bisherigen Rekordhoch, das im vergangenen Oktober bei 2.008 Euro markiert wurde, in der Spitze um fast 35 Prozent korrigiert hat.
Was den Eindruck vermittelt, dass man sich bei Rheinmetall, wenn, dann für die Oberseite, sprich die Long-Seite interessieren sollte. Zumal die Bewertung am Hoch klar überzogen war, wie das bei „Hypes“ eben meistens auftritt, jetzt aber mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 38 auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten dem zu erwartenden Gewinnwachstum durchaus angemessen wäre.
Das als alleinigen Anlass zu nehmen, um in die Aktie einzusteigen, wäre jedoch riskant, denn wann ein Abgleich zwischen im Vorfeld zu großen Erwartungen und einer damit einhergehenden zu hohen Bewertung zu einem soliden Boden führt, ist nie sicher vorhersehbar. Bisweilen kann eine solche Gemengelage auch ins Gegenteil umschlagen, indem die Marktteilnehmer danach auf der Unterseite übertreiben. Daher wäre ein Auge auf dieser Aktie allemal sinnvoll, ein Kauf aber erst, wenn auch das Chartbild passt, sprich hier ein bullisches Signal vorliegt.
Dazu müsste die Rheinmetall-Aktie zwingend die lange als Support und nach ihrem Fall im März als Widerstand fungierende Chartzone zwischen 1.483 und 1.500 Euro überwinden und damit zugleich auch den Ausbruch über die aktuell zwar wieder angelaufene, aber noch nicht ernsthaft attackierte, mittelfristige Abwärtstrendlinie schaffen. Solange das nicht der Fall ist, würde ich diese Aktie auf der Watchlist belassen.
Quellenangaben: Vorläufige Ergebnisse des 1. Quartals, adhoc-Meldung vom 04.05.2026, 20:02 Uhr: https://ir.rheinmetall.com/de/news/rheinmetall-ag-vorlaeufige-operative-ergebnismarge-auf-markterwartung-umsatz-trotz-wachstum-durch-verschiebungen-ins-q2-unterhalb/91243bc6-11ba-4f75-a616-f3f2b58f964b
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
27.04.2026 08:39 Uhr
Rheinmetall: Entzaubert
— Ronald Gehrt
30.03.2026 08:31 Uhr
Rheinmetall: Hier ist eben noch „Speck“ dran
— Ronald Gehrt
11.03.2026 08:38 Uhr
Rheinmetall: Hier könnte sich etwas Größeres zusammenbrauen
— Achim Mautz
03.03.2026 08:29 Uhr
Rheinmetall: Warum ging die Aktie gestern nicht durch die Decke?
— Ronald Gehrt
12.02.2026 08:28 Uhr
Rheinmetall: Das sollte so nicht passieren
— Achim Mautz
06.02.2026 08:29 Uhr
Rheinmetall: Viel Rauch um Nichts?
— Ronald Gehrt
23.01.2026 08:12 Uhr
Rheinmetall: Noch hätten die Bullen ihre Chance
— Ronald Gehrt
08.01.2026 08:17 Uhr
Rheinmetall mit neuer Dynamik
— Achim Mautz
22.12.2025 08:19 Uhr
Rheinmetall: Aufwärts oder abwärts bis Jahresende?
— Achim Mautz
17.12.2025 08:43 Uhr
Rheinmetall: Über dieser Schlüsselzone wären die Bullen zurück im Spiel
— Ronald Gehrt