Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Rüstungskonzern zählt im laufenden Börsenjahr bislang nicht zu den bevorzugten Titeln vieler Anleger. Bereits im Januar zeigte sich rund um die psychologisch wichtige Marke von 2.000 EUR erste Schwäche. Zwar gelang der Rheinmetall-Aktie damals noch ein letzter Versuch der Stabilisierung, doch seitdem haben die Verkäufer zunehmend die Oberhand gewonnen. Besonders der Bruch der 200-Tage-Linie sorgte für zusätzlichen Verkaufsdruck und verschlechterte das charttechnische Gesamtbild deutlich.
Mittlerweile zeigt sich eine klar definierte Abfolge tieferer Hochs und tieferer Tiefs. Auch die letzten Erholungsversuche verliefen verhalten. Wiederholt scheiterte die Aktie im Bereich der 50-Tage-Linie, wodurch sich diese Zone inzwischen zu einem deutlichen Widerstand entwickelt hat. Gleichzeitig deutet das erhöhte Handelsvolumen an schwächeren Handelstagen darauf hin, dass weiterhin größere Marktteilnehmer Positionen abbauen könnten.
Expertenmeinung: Auch fundamental scheint sich die Stimmung rund um Rüstungswerte zuletzt etwas abzukühlen. Nach den deutlichen Kursanstiegen der vergangenen Jahre dürften viele positive Erwartungen bereits eingepreist sein.
Die technische Ausgangslage bleibt vorerst klar angeschlagen. Solange die Aktie keine nachhaltige Rückeroberung der 50-Tage-Linie erreicht, bleibt der Druck auf der Unterseite dominant. Zwar könnten kurzfristige Gegenbewegungen jederzeit auftreten, bislang fehlt jedoch die notwendige Dynamik für eine belastbare Trendwende.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.05.2026 um 7:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen der Rheinmetall Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.05.2026 um 20:58 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Gerät eine Branche abrupt in den Fokus der Anleger, wird oft ohne die nötige Besonnenheit gekauft, ein „Hype“ entsteht. Dem folgt die Phase der Normalisierung, in der sich eine zu hohe Bewertung abbaut und die Aktie für Anleger wieder interessant wird. Auch bei Rheinmetall?
Es wird offenbar langsam Mode, vorläufige Bilanzdaten nur minimal vor dem eigentlichen Termin zu veröffentlichen. Was insofern problematisch ist, als die eigentlichen Bilanztermine vorher bekannt sind, so dass sich die Marktteilnehmer darauf vorbereiten können, während Vorabmeldungen ohne Vorankündigung kommen und daher für hektische Kursausschläge sorgen können.
Auch Rheinmetall schloss sich diesem „Trend“ an. Am Montagabend nach Handelsende in Europa kamen die Vorab-Zahlen zum ersten Quartal, die am morgigen Donnerstag ohnehin angestanden wären. Die Sorge, dass es zu Insider-Trades auf Basis der fertigen, aber noch nicht öffentlich gemachten Zahlen kommen könnte, scheint höher zu wiegen als die Planbarkeit für die Märkte. Entsprechend wurden die Ergebnisse als Ad-hoc-Meldung vorausgeschickt:
Umsatz +7,7 Prozent auf 1,938 Milliarden Euro, klar unter der durchschnittlichen Analystenerwartung von 2,3 Milliarden. Begründet wurde das unerwartet niedrige Umsatzplus mit dem Basiseffekt eines besonders starken, ersten Quartals 2025 und dem Umstand, dass sich einiges an Umsatz ins laufende, zweite Quartal verlagert hat. Was hieße: Insgesamt ist Rheinmetall zuversichtlich, das selbst erwartete Wachstumstempo auch einzuhalten.
Die operative Gewinnmarge wurde von 10,5 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 11,6 Prozent gesteigert, der operative Gewinn legte dadurch überproportional zum Umsatzanstieg um 17,3 Prozent zu.
Bezogen auf das Gesamtjahr 2026 bleibt der Konzern bei seinen bislang gesteckten Zielen, was unterstreicht, dass man im weiteren Verlauf des Jahres mit einer deutlichen Intensivierung des Geschäfts rechnet: Umsatzanstieg zwischen 40 und 45 Prozent, operative Gewinnmarge um 19 Prozent, das peilt man für das Gesamtjahr an. Was bedeutet:
Expertenmeinung: Wenn die Marktteilnehmer das schwache erste Quartal „schlucken“ und sich Rheinmetalls Zuversicht anschließen, bliebe die Erwartung eines deutlichen, angesichts eines überzeugenden Auftragseingangs auch über 2026 hinaus möglichen Wachstums. Und dieser Eindruck träfe auf eine Aktie, die seit ihrem bisherigen Rekordhoch, das im vergangenen Oktober bei 2.008 Euro markiert wurde, in der Spitze um fast 35 Prozent korrigiert hat.
Was den Eindruck vermittelt, dass man sich bei Rheinmetall, wenn, dann für die Oberseite, sprich die Long-Seite interessieren sollte. Zumal die Bewertung am Hoch klar überzogen war, wie das bei „Hypes“ eben meistens auftritt, jetzt aber mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 38 auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten dem zu erwartenden Gewinnwachstum durchaus angemessen wäre.
Das als alleinigen Anlass zu nehmen, um in die Aktie einzusteigen, wäre jedoch riskant, denn wann ein Abgleich zwischen im Vorfeld zu großen Erwartungen und einer damit einhergehenden zu hohen Bewertung zu einem soliden Boden führt, ist nie sicher vorhersehbar. Bisweilen kann eine solche Gemengelage auch ins Gegenteil umschlagen, indem die Marktteilnehmer danach auf der Unterseite übertreiben. Daher wäre ein Auge auf dieser Aktie allemal sinnvoll, ein Kauf aber erst, wenn auch das Chartbild passt, sprich hier ein bullisches Signal vorliegt.
Dazu müsste die Rheinmetall-Aktie zwingend die lange als Support und nach ihrem Fall im März als Widerstand fungierende Chartzone zwischen 1.483 und 1.500 Euro überwinden und damit zugleich auch den Ausbruch über die aktuell zwar wieder angelaufene, aber noch nicht ernsthaft attackierte, mittelfristige Abwärtstrendlinie schaffen. Solange das nicht der Fall ist, würde ich diese Aktie auf der Watchlist belassen.
Quellenangaben: Vorläufige Ergebnisse des 1. Quartals, adhoc-Meldung vom 04.05.2026, 20:02 Uhr: https://ir.rheinmetall.com/de/news/rheinmetall-ag-vorlaeufige-operative-ergebnismarge-auf-markterwartung-umsatz-trotz-wachstum-durch-verschiebungen-ins-q2-unterhalb/91243bc6-11ba-4f75-a616-f3f2b58f964b
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.04.2026 um 22:15 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Schnell und weit steigende Gewinne: Das erwarteten die Anleger seit Anfang 2025 von Rheinmetall. Entsprechend aktuellen Aussagen des CEO wird das Unternehmen das zwar auch liefern. Aber man hatte wohl mehr erwartet: Die Gipfelstürmer-Aktie ist entzaubert.
Die offiziellen Ergebnisse zum ersten Quartal stehen am 7. Mai an. Aber Vorstandschef Papperger ließ auf einer Veranstaltung Ende der Woche schon einmal durchblicken, dass er im laufenden Jahr mit einem Umsatz zwischen 14 und 15 Milliarden Euro rechnet. 2025 wurden 9,9 Milliarden erreicht.
Die Analysten hatten im Vorfeld ohnehin schon im Schnitt mit 14,3 Milliarden kalkuliert, so gesehen war diese Einschätzung zwar positiv, aber keine dramatische Überraschung. Auch nicht, dass der CEO die Ansicht äußerte, dass der Zenit des Wachstums bei Rheinmetall erst zwischen 2035 und 2040 erreicht würde. Aber optimistisch waren diese Aussagen allemal – und trotzdem ging die Aktie auch am Freitag nach einer ohnehin schwachen Woche weiter in die Knie. Wie kann das angehen?
Das ist umso bemerkenswerter, als dadurch die Unterstützung bei 1.336,50 Euro unterboten wurde. Eine Chartmarke, die bedeutsam ist, denn dieses Ende März generierte Tief war nicht nur das bisherige Jahres-Verlaufstief. An diesem Tag gelang es, sich von diesem Tief bis zum Handelsende klar zu lösen und dadurch schnell wieder in die im Dezember nach unten erweiterte Handelsspanne seit Mai 2025 zurückzukehren. Am Freitag jedoch war von solchen Käufen nichts zu sehen. Die Folge:
Die Aktie hätte dadurch aus rein charttechnischer Sicht freie Bahn nach unten, bis hinunter an das Zoll-Schock-Tief vom April 2025 bei 933 Euro. Da stellt sich schon die Frage: Warum stellte sich auf der Käuferseite niemand diesem Abrutschen entschlossen entgegen, um zu verhindern, dass das bärische Lager sich die Aktie nach diesem negativen Signal vorknöpft?
Expertenmeinung: Eigentlich lässt sich darauf nur eine Antwort finden: Weil die Anleger zwar in Sachen Wachstum viel bekommen dürften, aber noch viel mehr erwartet hatten. Und weil dieses „noch viel mehr“ im Kurs eingepreist war. Denn die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis lag auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten am bisherigen, im Januar bei 1.966 Euro erzielten Jahreshoch der Aktie bei 50 – das war definitiv extrem teuer … aber:
Jetzt ist die Aktie ja deutlich zurückgekommen. Aktuell läge eben dieses Kurs-/Gewinn-Verhältnis nur noch bei 34. Und das wäre selbst dann noch akzeptabel, wenn das Wachstum beim Gewinn pro Aktie nicht ganz mit dem des Umsatzes mithalten würde, kurz: Die Überbewertung wäre jetzt erst einmal abgebaut.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass man die Aktie jetzt unbesorgt in fallende Kurse hinein kaufen könnte. Dazu ist das Chartbild eindeutig zu bärisch. Aber sollten diese Anfang Mai anstehenden Quartalszahlen überzeugen, sollte Rheinmetall womöglich auch die bisherige 2026er-Prognose anheben, sollte man hier besser nicht mehr auf der Short-Seite stehen.
Um hier einen Kauf zu erwägen, müsste aber trotzdem das bärische Gesamtbild vom Tisch. Dafür wäre es erforderlich, die den Abstieg führende, im Januar etablierte Abwärtstrendlinie mit Schlusskursen klar über 1.500 Euro zu überwinden. Gelingt das, wäre der Kurs auch wieder zurück in der alten Handelsspanne … aber Vorsicht vor „entzauberten“ Gipfelstürmern. Da sollte man, mehr noch als sonst, klare Fakten im Chartbild abwarten, statt einer Aufwärtswende auf Basis reiner Hoffnung vorzugreifen.
Quellenangaben: Aussagen des Rheinmetall-Vorstandschefs zum potenziellen Wachstum 2026, 24.04.2026: https://www1.wdr.de/nrw/duesseldorf/rheinmetall-wird-mit-bewerbungen-ueberschuettet-100.html
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 27.03.2026 um 22:26 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Die Rheinmetall-Aktie unterbot am Freitag eine wichtige charttechnische Supportlinie. Dabei könnte man denken, dass eine Aktie wie diese in dem derzeitigen geopolitischen Umfeld eher zulegen müsste. Doch der Rheinmetall-Kurs fällt seit Wochen. Wo liegt das Problem?
Diese Aussage aus Washington, man werde sich der verweigerten Hilfe der NATO-Partner in Bezug auf die militärische Sicherung der Straße von Hormus erinnern, mag ja jeglicher rationalen Grundlage entbehren, weil diese ganze Sache in keiner Weise eine Angelegenheit der NATO war und ist. Aber sie erinnert daran, wie rasant die USA als Bündnispartner an Verlässlichkeit verlieren. Und das hätte eigentlich in den vergangenen Tagen Aktien, die mit dem europäischen Verteidigungssektor eng verbunden sind, Auftrieb geben müssen. Aktien wie Rheinmetall also. Hat es aber nicht, wie der Chart zeigt.
Wir sehen hier eine charttechnisch äußerst unerfreuliche Entwicklung. Die Aktie war zwar schon einmal im November/Dezember kurz aus ihrer über 1.483 Euro gelegenen, im Mai 2025 etablierten Handelsspanne nach unten ausgebrochen. Das endete aber als Bärenfalle, der Kurs kam zügig wieder in die vorherige Range zurück und zementierte und verbreiterte damit durch das am 1. Dezember bei 1.410 Euro ausgebildete Zwischentief die untere Zone der Spanne. Jetzt ist aber auch dieses am 1.12. entstandene Tief unterboten. Und darunter findet sich an potenziellen Unterstützungen erst einmal … nichts.
Durch die rasante Aufwärtsbewegung im Frühjahr 2025 konnten sich zwischen dem „Zoll-Schock“-Tief vom vergangenen April bei 933 Euro und der unteren Begrenzungszone der Seitwärts-Spanne keine markanten Umkehrpunkte ausbilden, die sich als Support anbieten würden. Die 200-Tage-Linie ist längst unterboten, so gesehen dürften sich die Bären hier vermutlich schon die Hände reiben. Aber wie kann es überhaupt sein, dass ausgerechnet eine „Defence-Aktie“ wie Rheinmetall in einem Umfeld wie diesem fällt?
Expertenmeinung: Es ist zwar richtig, dass die Hausse im vergangenen Frühjahr von Gewinnerwartungen begleitet war, die weder Rheinmetall noch andere Rüstungsunternehmen in dem Tempo realistisch erfüllen könnten, um zu verhindern, dass einige, die sich die Trauben selbst zu hoch gehängt hatten, ungeduldig werden und aussteigen, aber:
Einem gähnenden, charttechnischen Abgrund stehen immerhin 15 von 20 die Aktie regelmäßig beobachtende Analysten mit Kaufempfehlungen gegenüber (die anderen fünf werten mit „Halten“. Und das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt aktuell mit 2.082,50 Euro weit über dem jetzt erreichten Jahrestief. Kann da denn überhaupt allzu viel anbrennen?
Wären die Kursziele der Analysten eine zwingende Orientierung, wäre die Aktie ja gar nicht erst so weit abgerutscht. Hier dürfte es eher um ein „emotionales“ Problem gehen, und zwar aufseiten der potenziellen Käufer ebenso wie der Verkäufer.
Erstere sehen eine Aktie abrutschen, der man eigentlich viel höhere Kurse zubilligen könnte. Da mag es manchen in den Fingern jucken, aber der schwache Gesamtmarkt mahnt zur Vorsicht. In einem solchen Umfeld gilt für so manche zur in den Markt gelegte Kauforder, mit der ein Trader einen günstigen Kurs „abfischen“ wollte: „vor Erreichen streichen“.
Auf der anderen Seite stehen die Verkäufer, die ebenfalls eine emotionale Motivation haben dürften. Die aber weniger mit der Perspektive von Rheinmetall, sondern weitaus mehr mit ihrer eigenen Sorge zu tun hat, dass die Kurse am Aktienmarkt weiter abrutschen könnten. In solchen Situationen fahren viele Anleger sicherheitshalber den Barbestand hoch. Aber dafür nehmen viele bevorzugt Aktien, an denen noch „Speck dran“ ist, sprich bei denen man im Gewinn liegt. Was zwar nicht rational, aber emotional nachvollziehbar ist, denn es fühlt sich eben weitaus besser an, Gewinne mitzunehmen, als Verluste zu realisieren.
Das aber hieße: Wenn Rheinmetall zu einem wesentlichen Teil deswegen unter diese Unterstützungen gerutscht ist, weil Anleger hier den „Speck“ in Form der Gewinne gesehen und verkauft haben, wäre es a) eher riskant, ausgerechnet hier auf die Short-Seite zu setzen und b) lohnend, die Aktie im Auge zu behalten. Denn sollte es gelingen, diese jetzt zum Widerstand gewordene Zone 1.410 zu 1.500 Euro zurückzuerobern, wäre Rheinmetall zumindest auf kurzfristiger Ebene wieder bullisch, auf mittelfristiger neutral. Nur eines sollte man da auf keinen Fall tun: im festen Vertrauen auf ein „wird schon wieder“ einer solchen Rückkehr in die vorherige Trading-Spanne vorgreifen!
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.03.2026 um 8:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Kursverlauf der vergangenen Monate spiegelt die derzeit fragile geopolitische Gesamtlage nahezu perfekt wider. Zwischen Bullen und Bären tobt ein intensiver Kampf um die kurzfristige Richtung, und bislang konnte sich die Rheinmetall-Aktie noch nicht klar festlegen.
Das Papier bewegt sich seit einiger Zeit innerhalb eines symmetrischen Dreiecks, und Anleger warten auf das nächste richtungsweisende Signal. Diese Formation deutet häufig auf eine bevorstehende stärkere Bewegung hin, sobald eine der beiden Begrenzungslinien nachhaltig überwunden wird. Auffällig war zuletzt vor allem ein erhöhtes Distributionsvolumen. Hier dürften sich einige größere Marktteilnehmer teilweise von Positionen getrennt haben. Das Gesamtbild bleibt neutral, wobei die Bären derzeit einen leichten Vorteil auf ihrer Seite haben.
Expertenmeinung: Konsolidierungsformationen wie ein symmetrisches Dreieck enden häufig mit einer dynamischen Bewegung, sobald sich eine Marktseite durchsetzt. Entscheidend dürfte sein, welche Seite den ersten klaren Impuls liefert.
Ein Ausbruch nach oben könnte schnell neues Momentum erzeugen und zusätzliche Käufer anziehen. Setzen sich hingegen die Verkäufer durch, könnte eine stärkere Korrekturbewegung folgen. In den kommenden Handelstagen dürfte sich daher entscheiden, ob sich aus der aktuellen Ruhephase eine neue Trendbewegung entwickelt.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.03.2026 um 18:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Zu Beginn des Handels am Montag lag die Rheinmetall-Aktie zwar kräftig im Plus, aber dieser initiale Anstieg traf auf massive Abgaben. Dabei könnte man denken, dass eine militärische Eskalation wie im Iran Rüstungstitel deutlich befeuern müsste. Warum kam es nicht so?
Dass es eine unmittelbare Korrelation zwischen einer negativen geopolitischen Entwicklung und Rüstungsaktien gibt, ist zwar mittelfristig durchaus richtig. Aber es kommt sehr darauf an, wie sich diese Eskalation darstellt. Im Fall dieses Angriffs auf den Iran, dessen Gegenschläge und den Kurssprung beim Ölpreis kam zwar der konkrete Zeitpunkt überraschend. Dass die Sache aber genauso ausgehen würde, war weithin erwartet bzw. befürchtet worden.
Daher hatten die Ereignisse des Wochenendes keine vergleichbare Folge wie z. B. der Angriff Russlands auf die Ukraine Ende Januar 2022. Mit dem hatte man nicht allgemein gerechnet. Dementsprechend machte die Rheinmetall-Aktie damals einen gewaltigen Satz nach oben und baute diesen Kursanstieg in den darauffolgenden Wochen weiter aus. Heute sieht die Lage anders aus.
Wobei nicht nur das Überraschungselement fehlt, sondern auch die unmittelbare Verbindung dieser Entwicklung mit dem Wachstumspotenzial des Konzerns, denn:
Expertenmeinung: Auf Basis bisheriger Fakten seitens des Unternehmens rechnet man dort trotz deutlich gestiegenen Auftragseingangs mit einem hinter diesen Wachstumsraten zurückbleibenden Umsatzzuwachs. Erstens, weil sich diese Aufträge über Jahre ziehen, zweitens, weil man die Produktionskapazität nicht einfach in Windeseile und nach Belieben hochfahren kann, auch das braucht seine Zeit. Daher wäre es nicht realistisch, zu erwarten, dass diese Intensivierung der geopolitischen Spannungen eine unmittelbare Veränderung bei Umsatz, Marge und Gewinn für das laufende Jahr auslösen würde. Mehr dazu wird von Rheinmetall vermutlich im Rahmen eines Ausblicks auf 2026 kommen, den man zusammen mit der 2025er-Bilanz am 11. März erwarten darf.
So gesehen sah man am Markt keinen unmittelbaren Grund, hier jetzt massiver zuzugreifen. Der Blick auf den Chart zeigt dabei, dass bereits im Juni 2025, als die ersten Attacken Israels und der USA auf den Iran liefen, keine größere, positive Reaktion der Rheinmetall-Aktie zu erkennen war. Die „reflexartigen“ Käufe zum Handelsstart wurden daher abverkauft, der Kurs geriet in den Strudel des allgemeinen Abverkaufs im DAX … und ein bullisches Signal im Chartbild, das zu Handelsbeginn noch greifbar wirkte, blieb aus.
Würde es gelingen, die bereits in der vergangenen Woche angegangene, aber nicht überbotene 200-Tage-Linie auf Schlusskursbasis klar zu überwinden, würde das den Weg nach oben wieder freigeben. Aber an eben dieser momentan bei 1.740 Euro verlaufenden Linie drehte die Aktie am Montag erst einmal nach unten ab. Ein aktiv bärisches Signal wäre zwar erst gegeben, wenn die Aktie die massive Supportzone bei 1.481 zu 1.500 Euro durchschlagen würde. Aber solange die Bullen diese 200-Tage-Linie nicht als Barriere aus dem Weg räumen können, ist die Chance eines Befreiungsschlags wacklig genug, um diesem besser nicht vorzugreifen.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.