Global Payments: Panik.

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Global Payments
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Global Payments fällt und fällt. Unter dem Strich kann man die Entwicklungen recht einfach zusammenfassen: Verkäufe lösen weitere Verkäufe aus und die sinkenden Kurse münden in einer regelrechten Panik.

Was ändert das?

Ich kann das gut nachvollziehen. Fakt ist aber, dass der Kurs an der realen Geschäftsentwicklung von Global Payments gar nichts ändert.
Vielen Anlegern fällt es schwer, das zu trennen. Es ist aber von entscheidender Bedeutung für Ihren Börsenerfolg, die Emotionen außen vor zu lassen.

An der Börse siegen kühle Rechner, die kaufen, wenn alle in Panik verkaufen. Das gilt bei Einzelaktien wie für den Gesamtmarkt. Denken Sie nur an März vergangenen Jahres.
Sie können es auf Guidants oder hier auf LYNXbroker.de nachlesen. Während die Medien den Weltuntergang beschworen haben, habe ich damals wieder und wieder davor gewarnt auszusteigen – ganz im Gegenteil, ich habe eine Kaufanregung nach der anderen veröffentlicht, ganze Kauflisten:
Einkaufsliste für den Crash 2020

Was will ich Ihnen damit sagen? Lassen Sie sich vom Kursgeschehen nicht verunsichern. Solange es keine Verschlechterung der Fundamentaldaten gibt, spielen die Kurse keine Rolle.

Es ist vollkommen belanglos, ob Global Payments auf direktem Weg auf 300 USD steigt oder vorher noch den Umweg über 80 USD nimmt.
Was zählt ist in beiden Varianten nur eine Sache: Dass Global Payments zum Beispiel in zwei Jahren bei 300 USD notiert.
(Die Zahlen und Zeiträume sind fiktiv und dienen der Verdeutlichung.)

Verunsicherung

Mitunter kann die Verunsicherung durch Kursverluste so weit führen, dass sogar die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens in Frage gestellt wird.

Doch schauen wir uns an, welche Sprache die Zahlen sprechen und was Global Payments selbst und was die Spezialisten für Zahlungsdienstleister erwarten.

Wir tauchen in eine Welt ein, die fernab des Kursgeschehens ist. In den drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres hat Global Payments drei Mal die Erwartungen übertroffen und drei Mal die Prognose für 2021 erhöht.

In Summe wurde der Umsatz in den ersten neun Monaten um 15,2% auf 6,33 Mrd. USD gesteigert.
Das operative Ergebnis legte um 31% auf 6,04 USD je Aktie zu.

All das hilft natürlich wenig, wenn dieser starke Pfad nicht fortgesetzt werden kann. Tatsächlich wird für das laufende Geschäftsjahr aber ein Gewinnsprung von 28% auf 8,17 USD je Aktie erwartet.
Für die kommenden beiden Jahre wird jeweils mit ein Ergebnis-Plus von 17-18% gerechnet.

Kann man den Prognosen Glauben schenken, kann man die Situation bei Global Payments so zusammenfassen:
Die Bewertung ist mit einer forward P/E von 15,4 wesentlich niedriger als der Gesamtmarkt, das erwartete Wachstum ist aber wesentlich höher.

Doch vielleicht ist der gute Herr Krieg auch auf den Kopf gefallen und/oder übersieht etwas. Gut möglich.

Darf‘s ein bisschen mehr sein?

Dann belügt uns aber auch der Vorstand, denn es wurde kürzlich nicht nur die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, sondern auch der langfristige Ausblick angehoben.

Global Payments erwartet perspektivisch ein Umsatzwachstum im „niedrigen zweistelligen Prozentbereich“, bisher „im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich“.
Darüber hinaus soll die operative Marge um 50-75 Basispunkte p.a. steigen. Bisher war man von 50 Basispunkten ausgegangen.
Ferner soll das Ergebnis im „hohen Zehner-Prozentbereich von bis zu 20%“ zulegen, bisher hatte man einen „mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich“ in Aussicht gestellt.

Der Vorstand kauft unterdessen auch selbst. In den letzten Wochen haben vier Insider Aktien von Global Payment gekauft, darunter auch der CEO.
Zudem läuft ein Buyback-Programm.

Trotzdem fällt und fällt die Aktie. Anleger sind in Panik.

Chart vom 18.11.2021 Kurs: 125,51 Kürzel: GPN - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 18.11.2021 Kurs: 125,51 Kürzel: GPN – Wochenkerzen

Das ist aber nicht das erste Mal. Das kommt öfter vor, als man meinen könnte. Aktuell ist es der Siebte (!) Absturz um 30% oder mehr seit der Finanzkrise. Das ist eben Börse.

Als Global Payments das letzte Mal eine P/E auf dem aktuellen Niveau oder wenigere hatte, schrieben wir übrigens das Jahr 2013. Anschließend verzehnfachte sich der Kurs in acht Jahren. Wir werden sehen, was die kommenden acht Jahre bringen.

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Global Payments ist ein US-Zahlungsdienstleister und Anbieter von Zahlungstechnologie sowie -Software.

Weltweit greifen 1.300 Bankhäuser und mehr als 3,5 Millionen Geschäftskunden auf die Services von GPN zurück.

Das Angebot erstreckt sich unter anderem auf die Ausgabe von Kreditkarten, die Prüfung und Abwicklung von Zahlungen, Bonitätsprüfung bis hin zur Abrechnung.

Über die Systeme können Zahlungen sowohl online, stationär und auch mobil abgewickelt werden. Es besteht die Möglichkeit für die Einrichtung von Treueprogrammen, Abwicklung von B2B-Zahlungen, Krediten oder auch Gehaltsabrechnung.

Durch die 2019 erfolgte Fusion mit Total System ist man zu einem der weltweit führenden Akteur im Bereich Zahlungsabwicklung aufgestiegen.
Darüber hinaus ergeben sich durch den Zusammenschluss eine Vielzahl von Cross-Selling-Möglichkeiten.

Eine Seltenheit

Ich bin kein großer Freund von Mega-Übernahmen und Fusionen. Das Risiko ist vergleichsweise groß. Geht etwas schief, ist der Schaden mitunter enorm. Man denke nur an Bayer oder Daimler-Chrysler.

Im Fall von Global Payments und Total scheint der Zusammenschluss allerdings Sinn zu ergeben und zunehmend Früchte zu tragen.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr legte der Konzernumsatz um 51% auf 7,42 Mrd. USD zu.
Durch die Fusion kletterte die Zahl der ausstehenden Aktien allerdings in einem ähnlichen Umfang.
Daher änderte sich beim EPS auch nicht viel, es stieg lediglich um 3% auf 6,40 USD je Aktie.

Die Integration von zwei Unternehmen mit Milliardenumsätzen geschieht eben nicht ohne Reibung.

Schlechtes Timing

In den letzten Monaten hat man aber wieder an Fahrt aufgenommen. Im ersten Quartal lagen die Zahlen bereits über den Erwartungen und man erhöhte den Ausblick leicht.

Am Vortag wurden die Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt und es kam zu einem Kurssturz von 11%.

Der Gewinn lag mit 2,04 je Aktie allerdings über den Erwartungen von 1,90 USD. Der Umsatz übertraf mit 1,94 Mrd. die Analystenschätzungen von 1,85 Mrd. USD ebenfalls.

Darüber hinaus wurde die Prognose für das Ergebnis von 7,87 – 8,07 auf 8,07 – 8,20 USD je Aktie erhöht und bekannt gegeben, dass man eine Kooperation mit Netspend und Amzon Web Services beschlossen hat.

Eins dürfte also sicher sein. Die Zahlen haben den Abverkauf der Global Payments Aktie sicherlich nicht ausgelöst.

Square löst ein Beben aus

Den Absturz ausgelöst hat das Übernahmeangebot von Square an die australische Afterpay über 29 Mrd. USD.

Das Unternehmen aus Down Under ist vor allem für sein BNPL-Geschäft („Buy-Now-Pay-Later“) bekannt.
Online-Händler können Ihren Kunden dadurch eine zinsfreie Ratenzahlung anbieten.

Im Gegenzug erhält Afterpay eine Gebühr, übernimmt aber auch das Risiko eines Zahlungsausfalls.

Bei Kunden sind die Ratenzahlungen beliebt, die Branche wächst rasant.

Bisher geschieht das vollkommen unreguliert, da BNPL-Anbieter keine Zinsen einnehmen, sondern Gebühren von den Händlern.
Daher erfolgt in der Regel auch keine Prüfung der Kreditwürdigkeit.

Dass das mittelfristig zu Problemen führen wird, ist wahrscheinlich.

Moment.

Für Global Payments bedeutet die Übernahme, dass der Wettbewerb im Sektor zunehmen dürfte und man mit einer stärkeren Konkurrenz kämpfen muss.

Auf der anderen Seite zeigt es aber auch, welche Bewertungen in der Branche inzwischen gezahlt werden.
Das Übernahmeangebot für Afterpay entspricht dem 60-fachen des Umsatzes. Profitabel sind die Australier nicht.

Im Gegensatz dazu erscheint Global Payments mit einer P/S von 6,8 und einer forward P/E von 21,1 geradezu als Schnäppchen.

Es ist schließlich nicht so, dass GPN nicht auch Buy-Now-Pay-Later anbieten würde. Inzwischen sind nahezu alle großen Zahlungsdienstleister in dem Bereich aktiv.
Geht der Abverkauf dennoch weiter, wäre das durchaus interessant.

Chart vom 03.08.2021 Kurs: 172 Kürzel: GPN - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 03.08.2021 Kurs: 172 Kürzel: GPN – Wochenkerzen

Womöglich geht es jetzt bis zur Unterstützung bei 159 USD abwärts. Mit einer gehörigen Portion Glück könnte sogar der langfristige Aufwärtstrend nahe 140 USD angesteuert werden.
Für antizyklische Investoren wäre das eine interessante Situation.

Vollführt die Aktie hingegen eine Kehrtwende und steigt über 176 USD, könnte der Spuk unmittelbar ein Ende haben.

Global Payments ist ein massiver Outperformer. Durch die Fusion mit Total ist man zu einem der weltweit führenden Zahlungsdienstleister aufgestiegen. Wo würde ich zuschlagen?

Mega-Fusion

Global Payments ist ein US-Zahlungsdienstleister und Anbieter von Zahlungstechnologie sowie -Software.

Weltweit greifen 1.300 Bankhäuser und mehr als 3,5 Millionen Geschäftskunden auf die Services von GPN zurück.

Das Angebot erstreckt sich unter anderem auf die Ausgabe von Kreditkarten, die Prüfung und Abwicklung von Zahlungen, Bonitätsprüfung bis hin zur Abrechnung.

Über die Systeme können Zahlungen sowohl online, stationär und auch mobil abgewickelt werden. Es besteht die Möglichkeit für die Einrichtung von Treueprogrammen, Abwicklung von B2B-Zahlungen, Krediten oder auch Gehaltsabrechnung.

Durch die 2019 erfolgte Fusion mit Total System ist man zu einem der weltweit führenden Akteur im Bereich Zahlungsabwicklung aufgestiegen.
Darüber hinaus ergeben sich durch den Zusammenschluss eine Vielzahl von Cross-Selling-Möglichkeiten.

Eine Erfolgsgeschichte?

Das hört sich natürlich gut an. Dass eine große Fusion aber auch gewaltig schiefgehen kann, wissen wir alle.

Bei Global Payments scheint das glücklicherweise nicht der Fall zu sein. Bereits jetzt zeichnen sich erste Erfolge ab.

Die operative Marge hat sich verbessert. Umsatz und Gewinn je Aktie sind gestiegen.

Derzeit ergibt auch nur die Betrachtung auf Per-Share-Basis Sinn. Der Umstand, dass der Umsatz zuletzt um 73% und das Nettoergebnis um 118% gestiegen ist, ist schließlich vor allem auf die Fusion zurückzuführen.

Ausblick und Bewertung

Im gerade angebrochenen Geschäftsjahr wird operatives Ergebnis von 8,00 USD je Aktie erwartet. Das entspräche einem Gewinnsprung um 26%

Auf dieser Basis kommt Global Payments auf eine forward P/E von 22,8. Bei den gegebenen Charakteristiken ist das eine attraktive Bewertung.
In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 25,6 und im Hoch bei über 30.

Das aktuelle Niveau ist für Investoren also bereits interessant. Fällt die Aktie unter 180 USD, könnte es zu einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 160 USD kommen.
Auf diesem Niveau wäre das Chance-Risiko-Verhältnis natürlich noch besser.

Chart vom 29.01.2022 Kurs: 182,25 Kürzel: GPN - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 29.01.2022 Kurs: 182,25 Kürzel: GPN – Wochenkerzen