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Der Chemiekonzern BASF meldete am Mittwochmorgen vorläufige Ergebnisse zum zweiten Quartal, die großenteils besser ausfielen als die Prognosen. Zugleich wurde der Gesamtjahresausblick angehoben … trotzdem ging die Aktie in die Knie. Wo lag das Problem?
Im Frühjahrsquartal gelang BASF mit 17,2 Milliarden Euro ein um 16 Prozent höherer Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Wobei der Konzern die Gründe hierfür explizit aufschlüsselte: Höhere Preise trugen dazu elf, höhere Absatzmengen sieben Prozent bei, Portfolio- und Währungseffekte drückten den Umsatz wiederum um je ein Prozent. Da die durchschnittliche Analystenprognose bei 16,5 Milliarden Euro gelegen hatte, war das schon mal eine positive Überraschung.
Beim um Sonderfaktoren bereinigten operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kam BASF auf 2,4 Milliarden Euro, deutlich mehr als die 1,6 Milliarden im zweiten Quartal 2025 und ebenfalls mehr als seitens der Analysten geschätzt, deren Konsens bei 2,1 Milliarden gelegen hatte. Das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) kam auf 1,5 Milliarden, auch hier wurden Vorjahresquartal (0,7 Mrd.) und Prognose (1,1 Mrd.) übertroffen. Bei diesen Ergebnissen hätte man also nicht meckern können.
Der Ausblick auf das Gesamtjahr wurde zugleich in Bezug auf das EBITDA angehoben … und das durchaus deutlich. Nach den bislang angepeilten 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro sieht BASF hier jetzt eine Range zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro. Wieso also beendete die Aktie diesen Mittwoch mit einem Minus?
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Expertenmeinung: Weil sich die Aktie schon im Vorfeld weit von ihrem bisherigen Jahrestief gelöst hatte – aus einem klaren Grund: Man hatte auf genau solche Zahlen gehofft – und aktiv darauf gesetzt. Das zeigt sich auch daran, dass die durchschnittliche Schätzung der Analysten für das 2026er EBITDA bereits vor der Vorlage dieser Ergebnisse bei 7,3 Milliarden Euro gelegen hatte, obgleich die bisher geltende Prognose des Konzerns mit 6,2 bis 7,0 Milliarden deutlich darunter lag. Jetzt liegt die Experten-Schätzung genau in der Mitte dieser jetzt geltenden 6,9 bis 7,7 Milliarden. Ein neues Argument, um hier einzusteigen, bietet die aktualisierte Prognose also nicht, nur eine Bestätigung dafür, dass man mit seinen Hoffnungen auf Besserung grundsätzlich richtig gelegen hatte.
Was indes auch bedeutet, dass es hier vor allem um das Fehlen einer echten, positiven Überraschung geht und nicht um eine Enttäuschung. Was bei der Frage, ob die Aktie jetzt in größerem Umfang abrutschen könnte, durchaus entscheidend sein kann, denn:
Das gestrige Minus hat den Anlauf, sich nach einem erfolgreichen Test der im vergangenen Herbst etablierten Aufwärtstrendlinie und der 200-Tag-Linie nach oben abzusetzen, zwar gestoppt, aber nicht scheitern lassen. Erst, wenn der BASF-Kurs beide Unterstützungen und das letzte Zwischentief bei 46,04 Euro unterschreiten sollte, wären die Bullen geschlagen. Und das wäre, da die Zahlen letztlich ja trotzdem grundsätzlich ermutigend waren, nicht wahrscheinlich genug, um darauf im Vorfeld wetten zu wollen.
Nichtsdestotrotz ist auf der Oberseite jetzt erst einmal ein Deckel drauf. Die Widerstandszone 50,48/50,67 Euro, unterhalb derer die Aktie jetzt nach unten abdrehte, müsste genommen werden, um die Trend-Ampel wieder auf bullisch zu schalten. Sicherlich auch kein Selbstläufer, aber grundsätzlich machbar. Fazit:
Die vorläufigen Quartalszahlen nebst angehobenem Ausblick fielen gut aus, aber für den Moment nicht gut genug, um unmittelbar weitere Käufe auszulösen. Damit bleibt der BASF-Kurs in einer charttechnischen Schiebezone, die indes angesichts ihrer Begrenzungen 46,04 und 50,67 Euro nicht von Dauer sein muss. Diese Entscheidungsmarken liegen nahe genug, um die Aktie aus Trader-Sicht im Auge zu behalten.

Quellenangaben: Vorläufige Ergebnisse zum 2. Quartal, 15.07.20265:
https://www.basf.com/global/de/media/news-releases/2026/07/p-26-132
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.07.2026 um 23:14 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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