Take-Two schluckt Zynga. Kurs springt um 40%

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Take-Two
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Zur Take-Two Aktie

Sie kennen sicherlich das Sprichwort „Des einen Leid ist des anderen Freud‘.“ Nirgendwo ist das zutreffender als an der Börse.

Bei jeder Transaktion stehen sich zwei Parteien gegenüber. Der eine trifft gerade eine gute und der andere eine schlechte Entscheidung.
Unter dem Stricht zahlen die einen die Gewinne der anderen.

Das Sprichwort trifft auch auf die Situation der Aktionäre von Take-Two und Zynga zu.
Bei Zynga konnte man sich am Montag über einen Kurssprung von 40% freuen, Take-Two rauschte hingegen 13% in den Keller.

Ein dicker Brocken

Take-Two (TTWO) möchte Zynga übernehmen und legt dafür rund 12,7 Mrd. USD auf den Tisch.
Das entspricht einem sagenhaften Aufschlag von 64%.

Das sieht man nicht oft und sollte bereits eine erste Warnung sein. Ist der Kaufpreis womöglich zu hoch?
Oder ist die Übernahme ein fulminanter Schachzug?

Die Übernahme birgt jedenfalls enorme Risiken. Zynga ist mit einem Übernahmepreis von 12,7 Mrd. USD nicht viel weniger wert als Take-Two selbst (16,5 Mrd. USD).

Das entspricht ungefähr dem zwanzigfachen des Jahresgewinns von Take-Two.
Geht die Sache also schief, ist der Schaden enorm.

Das ist einer der Hauptgründe, warum ich kein Freund derartiger Zukäufe bin. Es kommt eben auf die Verhältnismäßigkeiten an.

Wäre Take-Two ein Konzern mit 50.000 Mitarbeitern, 100 Mrd. USD Börsenwert und 5-10 Mrd. Jahresgewinn wäre es eine ganz andere Geschichte.
Take-Two hat zuletzt aber einen Umsatz von 3,37 Mrd. und einen Gewinn von 589 Mio. USD erzielt.

Wie es im schlimmsten Fall laufen kann, wenn man sich überhebt und auf Augenhöhe Unternehmen kauft, hat Bayer gezeigt.

Ein ähnliches Szenario ist in diesem Fall zwar außerordentlich unwahrscheinlich, es zeigt aber, welche Gefahren überproportional große Übernahmen mit sich bringen.

Ist das nicht zu viel?

Bei Take-Two sieht man die Sache aber naturgemäß anders. Gemeinsam sei man stärker, es ergäben sich Synergieeffekte, man sei breiter aufgestellt und so weiter. Die typischen Argumente für Übernahmen eben.

Das meiste Potenzial bietet aber wohl die Tatsache, dass Zynga womöglich in der Lage sein könnte die starken Franchises von Take-Two in die mobile Spielewelt zu katapultieren.

Damit könnten die beiden Unternehmen richtig liegen, aber selbst dann kommt es auf den Preis an.

Und wie man es dreht und wendet, es fällt einem wirklich schwer den Kaufpreis von 12,7 Mrd. USD zu rechtfertigen.

Zuletzt ist der Umsatz von Zynga zwar stark angestiegen, aber wer kann schon sicher sein, dass das nicht nur eine Folge von Corona war? Zu dem derzeitigen Erfolg hat die Pandemie sicherlich beigetragen.

Dass der Erfolg einzelner Spiele so oder so auch ein jähes Ende haben kann, weiß man bei Zynga nur zu gut.
Der Konzern verzeichnete nach einem ersten Spielehit über Jahre hinweg rückläufige Umsätze. Bis heute ist man von wenigen Titeln abhängig. Es wäre also gut möglich, dass es wieder zu einem ähnlichen Szenario kommt.

Das kostet

Ferner war man selbst in diesem Umfeld nicht profitabel, das war Zynga quasi nie. Daher musste man über die Jahre hinweg Kapitalerhöhungen in erheblichem Maß durchführen.
Entweder wird Take-Two diesen Kapitalbedarf aus den eigenen Mitteln decken, oder man wird ebenfalls zu Kapitalerhöhungen greifen müssen.

Der Gewinn von Take-Two sinkt in jedem Fall.

Hinzu kommt die Verwässerung durch die Übernahme. Die Zahl der ausstehenden Aktien von TTWO wird dadurch um knapp 50% steigen und der Gewinn je Aktie entsprechend einbrechen.

Man kann den beiden nun verbundenen Unternehmen nur viel Glück wünschen. Hoffentlich geht die Strategie auf.
Ich persönlich würde mir dieses Risiko allerdings nicht ans Bein binden.

Arbitrage oder Trade möglich?

In diesem speziellen Fall ist leider kein sinnvoller Arbitrage-Trade möglich, da der Übernahmepreis nicht fix ist. Daraus ergibt sich allerdings auch eine Gelegenheit.

Je nachdem, wo der Kurs von Take-Two beim Closing liegt, erhalten die Aktionäre von Zynga zwischen 50,3 und 58,5 Millionen Papiere von TTWO.

Pro forma liegt der Übernahmepreis von Zynga bei 9,86 USD je Aktie, bestehend aus 3,50 USD in Cash und 6,36 USD in Aktien.

Chart vom 11.01.2022 Kurs: 8,44 Kürzel: ZNGA - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 11.01.2022 Kurs: 8,44 Kürzel: ZNGA – Wochenkerzen

Der Cash-Anteil ist sicher und das Tausch-Verhältnis der Aktien wird dem Kurs von Take-Two angepasst.

Steigt TTWO wieder, könnten Zynga-Aktionäre tatsächlich 9,86 USD je Aktie erhalten.
Beim aktuellen Kurs ist Zynga implizit 9,30 USD wert.
Steigt Take-Two auf 200 USD, sind es sogar mehr als 10 USD.

Da das maximale Tausch-Verhältnis bei 1 zu 0,0406 liegt, kann man auch problemlos den Puffer berechnen.
Solange Take-Two zum Zeitpunkt des Closings über 122 Dollar notiert, sind Zynga-Aktien mehr wert als derzeit.

Ferner hat sich Zynga die Möglichkeit gesichert, auch mit anderen Interessenten verhandeln zu dürfen. Wer weiß, womöglich bietet jemand sogar noch mehr.

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Take-Two hat eine Kehrtwende vollzogen und startet wieder. Wo liegen die wichtigsten Kursziele und Kaufmarken? Ist die Sache auch für Investoren interessant?

Große Namen

Über den Gaming-Sektor wurde bereits viel geschrieben und die grundlegende Entwicklung sollten bekannt sein.
Die Branche wächst mit erheblichem Tempo und dank digitalen Verkäufen sowie In-Game-Käufen sind die Margen in den letzten Jahren erheblich gestiegen.

Inzwischen kann ein einzelner Spielehit Milliarden in die Kassen spülen. Die besten Chancen haben die großen Entwickler mit starken Franchises wie Acitvision, EA und Take Two.

Daher hatte ich mich über die Jahre hinweg auch immer wieder positiv zu den drei Unternehmen geäußert.

Take Two vereint unter einem Dach einige der erfolgreichsten Spieleserien der Welt. Darunter GTA, Red Dead Redemption, Max Payne, Civilization, NBA, Mafia, Borderlands, XCom und Bioshock.

Die nächsten großen Releases stehen erst zum Weihnachtsgeschäft 2022 an. Neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn scheinen dann ausgemachte Sache zu sein, es läuft aber ohnehin schon blendend.

In den letzten anderthalb Jahren hat man kaum neue Spiele auf den Markt gebracht und vor allem Erweiterungen und zusätzlichen Content für bestehende Titel veröffentlicht.
Doch selbst das reichte aus, um die Margen, Umsatz und Gewinn ordentlich zu befeuern.

Daher hatte ich kürzlich schon auf die Gelegenheit hingewiesen. Die genannten Einstiegsmarken zwischen 157 und 130 USD scheinen keine schlechte Idee gewesen zu sein:
Take-Two: Wo würde ich in den Gaming-Markt einsteigen?

Chart vom 11.10.2021 Kurs: 173,69 Kürzel: TTWO - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 11.10.2021 Kurs: 173,69 Kürzel: TTWO – Wochenkerzen

Inzwischen hat die Aktie wieder an Fahrt aufgenommen. Das muss aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Bis zum Hoch ist noch ausreichend Luft vorhanden.

Mit der Anstieg über 157 und 165 USD wurde jeweils ein Kaufsignal ausgelöst. Über 175 USD wäre jetzt der Weg in Richtung 185-187 USD frei.
Darüber rückt das Allzeithoch in den Fokus der Anleger.

Chart vom 11.10.2021 Kurs: 173,69 Kürzel: TTWO - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 11.10.2021 Kurs: 173,69 Kürzel: TTWO – Tageskerzen

Es könnte aber auch noch zu einer vorgelagerten Korrektur kommen. Für antizyklische Investoren wäre der Bereich zwischen 165 und 160 USD interessant.

Kurse unter 145 USD erscheinen aus heutiger Sicht unwahrscheinlich.

Ausblick und Bewertung

Wie bereits angesprochen entwickelt sich das Geschäft von TTWO sehr gut und perspektivisch versprechen neue Veröffentlichungen, allen voran GTA 6, gehörigen Aufwind.
GTA Online, welches auf der GTA 5 -Plattform läuft, scheint sich auch als echter Hit herauszustellen.

Seit 2015 wächst Take-Two nachhaltig und konnte den Umsatz von 1,08 auf 3,37 Mrd. USD steigern.
Im gleichen Zeitraum ist die Bruttomarge von 42 auf 54% gestiegen.
Seit 2017 ist man konstant profitabel und das Ergebnis wurde jedes Jahr gesteigert, insgesamt von 0,72 auf 5,09 USD je Aktie.

In den letzten Quartalen hat man die Erwartungen jeweils deutlich übertroffen, nur um dann eine schwache Prognose und sinkende Gewinne in Aussicht zu stellen.
Das war einer der Hauptgründe für die schwache Kursentwicklung.

Es ist ein wenig Paradox. Aber die jeweils starken Quartalszahlen, also die faktische Realität, wurde ignoriert, weil die Prognose nicht zufriedenstellend war.
Genau das geschah auch bei der Vorlage der letzten Quartalszahlen.

Take-Two hat erneut tiefgestapelt. Eine positive Überraschung scheint ausgemachte Sache zu sein.
An dieser Stelle muss sich jeder die Frage stellen, was für ihn wichtiger ist: Die wirtschaftliche Realität, oder Prognosen.

Auf den zweiten Blick

Taucht man etwas tiefer ein, stellt man aber ohnehin fest, dass Take-Two operativ sehr viel mehr verdient, als es auf den ersten Blick erscheint.

Der gemeldete Gewinn von 589 Mio. USD, was 5,09 USD je Aktie entspricht, könnte ein ziemliches Understatement sein.
Das zeigt einerseits ein Blick auf den freien Cashflow, der zuletzt bei 843 Mio. USD lag.

Der Grund dafür ist recht einfach. Die heutigen Entwicklungskosten und massiven Investments in neue Spiele drücken den derzeitig gemeldeten Gewinn um 200-300 USD pro Jahr.
Take-Two wird also dafür „bestraft“, dass umfassende in die Zukunft investiert wird. Das ändert aber nichts an der Richtigkeit. Am Ende wird das dazu führen, dass der FCF bis 2025 auf über 2,0 Mrd. USD steigen könnte.
In dieser Branche sind P/FCF von 20-30 die Normalität. Aktuell ist die Bewertung von TTWO, EA und Activision sogar höher.
Aber selbst bei einem P/FCF von 20 würde das einer Kursverdopplung von Take-Two entsprechen.

Take-Two ist einer der weltweit führenden Entwickler, Publisher und Distributor von Computer-Spielen.
Den meisten Zockern dürfte das Unternehmen kein Begriff sein, jedoch die beiden Tochtergesellschaften 2K Games sowie Rockstar Games.

Sollte man die Korrektur nutzen, um in diesen zukunfts- und margenträchtigen Sektor einzusteigen?

In den Kinderschuhen

Gaming ist zu einem globalen Phänomen geworden, steht aber noch ganz am Anfang. Perspektivisch dürfte der Sektor ein anhaltend hohes Wachstum verzeichnen.

Darüber hinaus sind durch den digitalen Direktvertrieb die Margen deutlich gestiegen und einzelne Spiele können durch Abos und kaufbare Addons Milliarden erwirtschaften.

Ein Blick auf die Performance der Aktie lässt ahnen, was sich im Hintergrund abspielt.
Take Two konnte den Umsatz in den letzten zehn Jahren von 0,83 auf 3,37 Mrd. USD steigern.
Seit 2017 ist man profitabel und seitdem ist das Ergebnis von 0,72 auf 5,09 USD je Aktie regelrecht explodiert.

Daher ist es auch kein Wunder, dass die Aktie ein Outperformer ist.

Das sind die Probleme

Die Spieleindustrie ist allerdings auch erstaunlich zyklisch. Selbst auf einem großen Erfolg kann man sich nicht ausruhen.
Spiele bringen in der Regel nur einige Jahre Geld, wenn überhaupt.

Spieleschmieden wie Take-Two müssen also immer wieder abliefern und den nächsten Erfolg generieren.

Als Anleger sollte man sich daher auf die großen Akteure in der Branche konzentrieren, die ein breites Portfolio und starke Franchises besitzen.

Neben EA und Activision gilt das vor allem für Take-Two. Der Konzern vereint unter einem Dach einige der erfolgreichsten Spieleserien der Welt.
Darunter GTA, Red Dead Redemption, Max Payne, Civilization, NBA, Mafia, Borderlands, XCom und Bioshock.

Ausblick und Bewertung

Das Geschäft fußt hier ganz offensichtlich auf einem breiten Fundament. Darüber hinaus versprechen Nachfolger bereits erfolgreicher Spiele in der Regel ebenfalls Erfolg.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass beispielsweise GTA 6 oder die nächste jährliche Ausgabe des Basketball-Spiels NBA wieder hunderte Millionen einspielen werden.

Perspektivisch sieht es für Take-Two dementsprechend gut aus und daher sind größere Korrekturen eine willkommene Gelegenheit.

Derzeit kommt die Aktie auf eine P/E von 23,4 und eine forward P/E von 36. Der Gewinn dürfte im laufenden Geschäftsjahr also spürbar rückläufig sein.
Das hängt einerseits damit zusammen, dass das letzte Geschäftsjahr dank Corona außerordentlich gut war und andererseits an den bereits angesprochen Zyklen der Branche.

Die nächsten großen Releases stehen erst zum Weihnachtsgeschäft 2022 an. Ein neues Rekordergebnis wird daher erst für 2023 erwartet.

Die niedrigen Schätzungen für das laufende Geschäftsjahr bringen aber auch einen Vorteil mit sich. Sie könnten schlichtweg zu niedrig sein.

Chart vom 02.09.2021 Kurs: 161,93 Kürzel: TTWO - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 02.09.2021 Kurs: 161,93 Kürzel: TTWO – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht ist die Aktie ebenfalls auf ein interessantes Niveau zurückgekommen. Aktuell notiert Take-Two am mehrjährigen Aufwärtstrend und dem Support bei 157 USD.

Für antizyklische Investoren könnte das eine erste Möglichkeit sein. Fällt die Aktie unter 150 USD, wäre eine Ausdehnung der Korrektur in Richtung 140 oder 130 USD denkbar.
Auf diesem Niveau wäre das Chance-Risiko-Verhältnis noch besser.

Steigt die Aktie hingegen über 165 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 170 sowie 175 und 185 USD.