Börsenblick

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Indexanalyse:
Nasdaq 100: Die Terminbörse überrollt die Reaktion auf die „Fed“

Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

Sie können wohl lange suchen, bis Sie im bullischen Lager jemanden finden, der die seit Jahren nahezu immer auftauchende zeitliche Nähe einer US-Notenbankentscheidung zu einem „dreifachen Hexensabbat“, der Abrechnung von Futures und Optionen an der Terminbörse, kritisieren würde. Denn in mehr als drei Viertel der Fälle sind die Kurse dann in der kurzen Zeit zwischen dem Notenbank-Statement am Mittwoch und der Abrechnung dieser Derivate am Freitag gestiegen.

Wer zu diesem „Verfalltermin“, wie man ihn auch nennt, am Freitag steigende Kurse sehen will, sieht zu, diese Gelegenheit auszunutzen. Die großen Adressen an der Terminbörse erzielen normalerweise den größten Gewinn, wenn es ihnen gelingt, einen bestehenden Aufwärtstrend der letzten Wochen bis zu dieser Abrechnung so zu intensivieren, dass die Kurse der Aktien und Indizes am oberen Ende der Handelsspanne liegen. Und im Idealfall sogar aus der bestehenden Spanne nach oben hinauslaufen. Bein einem Abwärtstrend würde das Gegenteil gelten. Aber der Trend weist ja jetzt einmal aufwärts.

So gesehen dürften erfahrene Trader nur die Augen verdreht haben, als sie sahen, dass die anfangs negative Reaktion auf die Entscheidung der US-Notenbank noch während der Pressekonferenz von Fed-Chef Powell ohne erkennbaren Grund gestoppt wurde.

Der Nasdaq 100 drehte Hand in Hand mit den anderen großen US-Indizes nach oben, wie von Geisterhand gezogen wurde das zeitweise 1,2 Prozent betragende Minus binnen einer Stunde komplett wieder aufgeholt. Wie üblich hatten sich die Aktionen der Terminbörse gegenüber einer rationalen Reaktion auf die Notenbank-Entscheidung (oder besser darauf, wie sie zustande kam bzw. welche Perspektive sie aufzeigte) durchgesetzt. Nicht umsonst heißen solche Abrechnungstermine „Hexensabbat“. Aber diese Kaufwelle aus dem scheinbaren Nichts ist nicht wirklich Hexenwerk.

Expertenmeinung: Denn diejenigen, die konsequent verhindern, dass ihnen die Kurse so kurz vor dem Stichtag der Futures- und Optionsabrechnung aus dem Ruder laufen, können damit rechnen, dass sie Schützenhilfe von sehr vielen Tradern bekommen, die den monetären Aufwand, das Ruder herumzureißen, dadurch deutlich verringern. Denn wie der Chart zeigt, ist der Nasdaq 100 in einem Aufwärtstrend.

Sehr viele Trader sind also Long, kaufen zu, wenn der Index nach oben dreht und würden nur dann Short gehen, wenn entscheidende Unterstützungen fallen. Die aber eben nicht fielen, dafür sorgten die großen Player am Terminmarkt. Sie sehen, dass es gelang, den Index über der in blau gehaltenen 20-Tage-Linie (7.752) und dem August-Hoch (7.778 Punkte) zu drehen.

Damit ist das Risiko erst einmal gebannt, dass der Plan der Terminbörse platzt, die Abrechnung morgen „oben“, nahe der bisherigen Rekordhochs, über die Bühne gehen zu lassen. Und mit ein wenig Glück hält das so lange, dass die eigentlich für das bullische Lager problematische Gesamtaussage, die die US-Notenbank gestern hinterließ (mehr dazu in der Analyse zu den US T-Bonds), aus dem Fokus der Trader verschwindet und negative Reaktionen ganz ausbleiben.

Darauf setzen die Bullen. Und für Mittwoch sind sie damit in der Spur geblieben, weil dieser Turnaround der US-Aktienindizes für die weniger erfahrenen Anleger auch noch den Eindruck hinterlässt, als habe man die US-Notenbanksitzung mehrheitlich positiv gesehen. Das ist nicht so, aber die „Hexen“ der Terminbörse haben mal wieder ganze Arbeit geleistet.

Die im Chart dick hellgrün hervorgehobene Aufwärtstrendlinie bei 7.640 Punkten, die diese gesamte, fast neun Monate entgegen immer negativer werdende Rahmenbedingungen laufende Rallye führt, darf nicht brechen. Wenn sie weiter hält, kann es sogar gelingen, die Marktteilnehmer vergessen zu lassen, dass ihnen das Argument, dass negativere Rahmenbedingungen durch eine schnelle und weitreichende Serie an Leitzinssenkungen geheilt werden, gestern Abend unter den Füßen weggezogen wurde. Das Risiko nach unten nimmt damit zwar immer mehr zu. Aber solange man hier keine klar bärischen Signale im Chart vorfindet, ist die Short-Seite trotzdem diejenige, auf der man sich am leichtesten die Finger verbrennt.

Chart vom 18.09.2019, Kurs 7.888,56 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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