Indexanalyse:
Nasdaq 100: Was war das denn gestern?

Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

Man sollte wirklich nie sagen, man hätte an der Börse schon alles erlebt. Erst rutschte der Nasdaq 100 fast ein Prozent ins Minus, dann drehte er ins Plus und schloss knapp 0,4 Prozent höher. Gut, das kommt vor. Aber es wird höchst ungewöhnlich, wenn man sich ansieht, warum der technologielastige Index zuerst fiel und dann stieg. Es war nämlich in beiden Fällen dieselbe Problematik: das Corona-Virus.

Die zunehmende Zahl an Krankheitsfällen, die immer mehr Länder erreichen und die zugleich radikaleren Maßnahmen wie die Streichung von Flügen von und nach China durch einige Airlines machte am Donnerstag deutlich, dass die Versuche, die damit verbundenen wirtschaftlichen Risiken am Dienstag und Mittwoch vom Tisch zu wischen, nicht gerade erfolgversprechend waren. Dementsprechend startete der Handel an der Nasdaq wie zuletzt immer mit einer großen Kurslücke – diesmal, wie am Montag, nach unten. Dadurch drohten die Gegenbewegung und damit der Versuch, den am Montag entstandenen, charttechnischen Flurschaden zu tilgen, zu scheitern. Und das, obwohl die Quartalsergebnisse von Apple, Microsoft und Tesla positiv honoriert wurden und den Index normalerweise auf neue Verlaufsrekorde getragen hätten.

Gerade der Umstand, dass der Nasdaq 100 trotz steigender Kurse der Publikumslieblinge fällt, dürfte viele Marktteilnehmer zusätzlich beunruhigt haben. Mit Blick auf die teils schwindelerregend hoch gelaufenen Bewertungen der Index-Schwergewichte und die immensen Kursgewinne des Index seit Oktober war das eine brenzlige Situation. Denn den erfahrenen unter den bullischen Tradern war klar: Wenn jetzt die zweite Abgabewelle durchschlägt, d.h. das Verlaufstief des Montags unterboten wird, werden Gewinnmitnahmen in einem deutlich größeren Umfang einsetzen und eine Lawine lostreten, die man nicht würde stoppen können. Guter Rat war teuer. Doch dann klappte der alte Trick der Überrumplung.

Nasdaq 100 Tageschart vom 30.01.2020, Kurs 9.136,09 Punkte, Kürzel NDX | LYNX Online Broker

Gegen 20:40 Uhr verkündete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den internationalen Gesundheitsnotstand. Das war eigentlich eine Bestätigung der Befürchtungen, dass die Pandemie, die mit Blick auf die Zahl der Erkrankungen bereits umfassender ist als die SARS-Pandemie 2002/2003, eine ernsthafte Gefahr darstellt. Aber die Notierungen sprangen auf diese Nachricht hin einige Minuten wild auf und ab und zogen dann davon. Wie das?

Allgemein wurde behauptet, dass es eine bullische Nachricht sei, dass die WHO sich vor allem an Länder mit schwacher Gesundheitsversorgung richtete und diesen Staaten Empfehlungen gab, nicht den USA. Was natürlich Unsinn ist, denn das heißt ja nicht, dass die USA nicht trotzdem stark betroffen werden könnten und entsprechende wirtschaftliche Folgen zu tragen hätten. Aber diese Rallye wurde so vehement vorgetragen, dass die Akteure förmlich in ihren Sog gerissen wurden. Das ging alles derart schnell, dass man zuerst handelte und dann nachdachte, denn um sich die Aussagen der WHO genauer anzusehen und zu überdenken, blieb keine Zeit, wenn einem die Kurse davonlaufen oder Short-Positionen schlagartig in die Verlustzone laufen. Und wenngleich man bis zum heutigen Handelsstart sehr wohl Gelegenheit hätte, sich zu fragen, wie stabil die Beine dieser Rallye wohl sein mögen:

Jetzt ist die charttechnische Lage nun einmal eine andere. Der Nasdaq 100 hat an der 20-Tage-Linie nach oben gedreht. Er ist auf Tagesbasis durch den scharfen Rücksetzer des Montags bei schnell reagierenden markttechnischen Indikatoren wie dem im Tageschart abgebildeten RSI-indikator nicht mehr überkauft. Und er hätte die Chance, auf Wochenbasis ein besonderes Zeichen zu setzen, wenn es gelingt, die nachbörslichen Kursgewinne des Index in den heutigen Handelstag zu tragen und zu halten. Denn den Bullen lachte auch noch in Sachen Quartalsbilanzen das Glück: amazon.com lieferte nach Handelsende beeindruckend starke Ergebnisse ab und katapultierte als Schwergewicht auch den Index nach oben, der daraufhin bis 23 Uhr noch einmal um ein Prozent auf ca. 9.230 Punkte zulegte.

Wenn das gehalten wird, würde aus einem am Donnerstag vor der Rallye noch fast sicheren, potenziell bärischen „Evening Star“ auf Wochenbasis plötzlich ein positives „bullish engulfing pattern“, das ein mögliches Trendwende-Szenario erst einmal eliminiert. Aber: Das darf heute nicht schiefgehen, der Nasdaq 100 sollte unbedingt im Plus schließen. Denn auch, wenn ein „Evening Star“ auf Wochenbasis, der als dritte Kerze keine rote, sondern eine grüne Kerze zeigt, völlig untypisch wäre, würde er doch daran erinnern, dass die „Rettungs-Rallye“ auf Basis einer genauer betrachtet durchaus nicht positiven Nachricht der WHO auf streichholzdünnen Beinen steht.

Nasdaq 100 Wochenchart vom 30.01.2020, Kurs 9.136,09 Punkte, Kürzel NDX | LYNX Online Broker

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