Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Nasdaq 100: Ziel erreicht. Wiederholt sich jetzt die Geschichte?

Dass Netflix als der erste unter den großen Publikumslieblingen am Dienstagabend seine Quartalsbilanz vorlegte und ernüchternde Perspektiven ablieferte, interessierte die meisten Trader im technologielastigen Nasdaq 100 nicht mehr als das Rauschen der Blätter im Wind.

Sicher, normalerweise hätte das seine Spuren hinterlassen. Aber zum einen wurde die Netflix-Aktie nach anfänglichem, nachbörslichem Absturz schnell aufgefangen. Zum anderen geht es heute an der Nasdaq um die Abrechnung der in den USA äußerst wichtigen Index-Optionen. Da lassen sich die großen Trader am Terminmarkt von Netflix nicht in die Suppe spucken.

Das Ziel, das man am Terminmarkt hatte, ließ sich schon vergangene Woche ahnen: Man will das bisherige Rekordhoch erreichen, die Nasdaq Index-Optionen dort, „ganz oben“ abrechnen. Dieses Hoch wurde am 1. Oktober bei genau 7.700,56 Punkten erreicht. Da tänzelte der Index damals drei Tage herum. Und als die Anschlusskäufe ausblieben, begann der Abstieg, der den Nasdaq 100 in den knapp drei Monaten bis zum Handelsende des 24.12. um 23 Prozent drückte. Und diese Verkäufe geschahen mit Argumenten, die auch vorher schon bekannt waren. Nur wurden die zuvor so lange ignorierten Risiken auf einmal an die Oberfläche gespült, als die Kurse zu fallen begannen. Was in der Retrospektive heißt:

Es lief, wie es meistens läuft. Erst kommen Gewinnmitnahmen. Wenn aber die Rahmenbedingungen kritisch sind, ist die Zahl derer, die ihren Gewinn sichern wollen, größer als das, was der Markt an Kaufinteressenten zu bieten hat. Also fallen die Kurse weiter, es entstehen charttechnisch bärische Signale und mit jedem Prozent, das es weiter abwärts geht, nehmen die Angst und die Wahrnehmung der vorher verdrängten Risiken zu.

Chart auf Wochenbasis vom 17.04.2019, Kurs 7.680,72 Punkte, Kürzel NDX | LYNX Aktienempfehlungen

Eine Situation, die sich heute ganz genauso entwickeln könnte, falls der Index erneut an dieser Zone um 7.700 Punkte abprallt. Erneut, weil der Level von 7.700 Punkten ja bereits Ende August 2018 erstmals erreicht wurde. Damals gelang es nicht, diesen Widerstand zu überwinden. Und einige könnten das mulmige Gefühl bekommen, dass sich die Geschichte wiederholen könnte.

Denn der Index startete, Netflix zum Trotz, mit einer Aufwärts-Kurslücke in den Handel, wodurch die 7.700 gleich zum Start überboten war (erster Kurs 7.705 Punkte). Das ist Absicht, denn die bullischen Trader wollen so erreichen, dass Stop-Loss-Orders von Short-Positionen ausgelöst werden und kurzfristige Trader Long gehen. Damit soll der Anstieg weitergeführt und der Ausbruch über die Hürde zementiert werden. Das Dumme bei solchen Tricks ist, dass man sie oft zu leicht durchschauen kann. Vor allem, wenn sich so etwas genau einen Tag vor der heute stattfindenden Abrechnung am Terminmarkt abspielt.

Manche dürften gedacht haben: ‚Wenn das bullische Lager es nötig hat, mit solchen gezielten Tricks zu arbeiten, selbst also nicht recht glaubt, dass der Ausbruch auf neue Hochs ansonsten gelingen würde, warum sollte ich dann darauf eingehen und nach einer Aufwärts-Kurslücke auf Rekordlevels Long gehen?‘ Die Konsequenz:

Der Nasdaq 100 erreichte zwar mit 7.715 Punkten einen neuen Verlaufsrekord, aber der wurde bereits drei Minuten nach dem Handelsstart erreicht. Dann setzten Gewinnmitnahmen derer ein, die dem Braten nicht trauten und drückten den Index in den Bereich von 7.660 Punkten. Diese 7.660 wurden gestern gleich viermal im Handelsverlauf getestet. Und der nicht gerade allzu viel darüber liegende Schlusskurs deutet an, dass die Bullen da eher die Schlussglocke gerettet hat, um ein kleines Plus von 0,34 Prozent zu retten und mit der 7.700 auf Tuchfühlung zu bleiben.

Der Ausbruchsversuch mündete zwar nicht in einen Selloff, gelungen ist er aber nicht. Das dürfte viele misstrauisch machen. Zumal ab kommender Woche (Freitag ist auch an Wall Street geschlossen) nicht nur das Zugpferd in Form der Options-Abrechnung wegfällt. Niemand kann aktuell absehen, ob und wie die Veröffentlichung des Berichts des Sonderermittlers Mueller auf die Börsen wirken wird. Noch ist die Long-Seite hier aus charttechnischer Sicht die richtige, aber es wäre ratsam, die Unterseite im Auge zu behalten. Sollte der Nasdaq 100 nicht umgehend nach oben davonziehen, würde der Bruch der doppelten Leitlinie der Rallye in Form der 20-Tage-Linie und der Dezember-Aufwärtstrendlinie ein markantes bärisches Signal generieren.

Chart auf Tagesbasis vom 17.04.2019, Kurs 7.680,72 Punkte, Kürzel NDX | LYNX Aktienempfehlungen

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