Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Nasdaq 100: Bezeichnende Käufe vor dem Showdown

Vor der Präsidentschaftswahl 2016 waren sich die Wähler, Anleger und Kommentatoren in zwei Dingen ziemlich einig: Ein Wahlsieg von Trump sei recht unwahrscheinlich, aber wenn es so käme, wäre das negativ für Wirtschaft und Aktienmarkt, weil dessen Programme ein nicht gegenfinanziertes Schuldenmachen mit unabsehbaren Konsequenzen bedeuten würde. Wir wissen:

Beides kam anders. Trump gewann entgegen seiner im Vorfeld nur auf 20 Prozent taxierten Chance. Und die Indizes sausten nach oben, obgleich Trump genau das tut, was man befürchtet hatte. Diesmal, bei den Zwischenwahlen, bei denen die US-Bürger die Wahl hatten, Trump zu stützen oder ihm die Hände zu binden, wusste man, welche Konsequenzen seine Politik hat – immerhin betreibt er sie mittlerweile fast zwei Jahre.

Zwar könnte man einwenden, dass die meisten Wähler dahingehend keinen allzu weiten Blick haben und eine sinkende Arbeitslosenquote und niedrigere Steuern als ausreichend ansehen würden, um der Ansicht zu sein, Trump mache alles richtig, während die Investoren doch zwangsweise über den Tellerrand schauen müssten.

Aber es sah keineswegs so aus, als sei das der Fall. Denn schließlich war zumindest wahrscheinlich, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückerobern würden und ihm das Regieren damit äußerst erschweren. Doch statt sicherheitshalber in Deckung zu gehen, weil man dann von der Fortführung der Steuersenkungen oder der Implementierung des gigantischen, nicht gegenfinanzierbaren Infrastrukturprogramms Abschied nehmen müsste – was alles in die Aktienmärkte eingepreist ist – wurde am Wahltag gekauft. Bezeichnend.

Expertenmeinung: Denn das machte deutlich, dass viele Akteure noch nicht imstande oder Willens sind, auf ein Verhalten umzuschwenken, das nach dem Bruch der 200-Tage-Linie sinnvoll wäre: Runter mit den Long-Expositionen und gezielt Short-Chancen nutzen. Vor einem völlig unberechenbaren Ergebnis wie einer Wahl unter der 200-Tage-Linie Long zu gehen, das zeigt:

Die selbst in Aufwärtstrends sinnvolle „Grund-Angst“ fehlt immer noch. Was Raum für böse Überraschungen auftut und dem Nasdaq 100 nach unten den Weg weit wie ein Scheunentor aufreißt. Zumal erst am Freitag der Versuch, eben diese wichtige 200-Tage-Linie zurückzuerobern, scheiterte, nachdem deutlich wurde, dass die Andeutung Trumps, man werde schon mal einen „Deal“ mit China vorbreiten, weil die Sache Ende November beim G20-Treffen in Argentinien dann erledigt würde, ein Stimmenfänger-Bluff mit Blick auf diese Wahl war.

Gegen 7:30 Uhr war klar, dass die wahrscheinlichste Variante eingetreten ist: Die Republikaner behalten zwar die Mehrheit im US-Senat, verlieren aber das Repräsentantenhaus an die Demokraten. Es wird also dazu kommen, dass Donald Trump seine vielen Pläne, die er in seinen ersten zwei Jahren nicht umgesetzt hat, jetzt nur noch schwer realisieren kann.

Das betrifft Steuern, Infrastrukturprogramm, Gesundheitsreform. Aus Sicht der Aktienmärkte mit Masse negativ, denn so wird der Konsum sicherlich nicht mehr so künstlich befeuert wie bisher. So betrachtet war es eher überraschend, dass der Nasdaq 100-Future über das Plus des Dienstags hinaus heute Früh einen Zugewinn um ein halbes Prozent auf 7.025 Punkte ausweist.

Da dürfte man sich darauf berufen, dass dieses Ergebnis ja erwartet gewesen sei. Aber wie gesagt: Viele haben noch nicht auf “Baisse-Modus“ umgestellt. Es wird spannend sein zu sehen, ob das wirklich für viele Akteure gilt und nicht nur für die, die in dieser Wahlnacht verbissen gekauft haben. Sollte nicht die 200-Tage-Linie bei 7.069, sondern das bisherige Korrekturtief bei 6.574 Punkten fallen, würde klar: Es wäre besser gewesen, mit diesem jetzt Trump ins Gesicht blasenden Wind auch in Bezug auf die Trump-Hausse mit Sturm zu rechnen – der heutige Handel wird äußerst spannend!

Chart vom 06.11.2018, Kurs 6.988,85 Punkte, Kürzel NDX

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