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Indexanalyse:
Nasdaq 100: Short Squeeze ja … Bullenfalle auch?

Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

Der technologielastige Nasdaq 100-Index legte gestern Abend 7,81 Prozent zu und wurde damit auch noch zum Verlierer unter den großen drei US-Indizes. Der S&P 500 schaffte 9,38 Prozent, der Dow Jones erlebte mit 11,37 Prozent den größten prozentualen Zugewinn seit 87 Jahren. Schon bevor man überhaupt nachhakt, ob denn die in vielen Medien genannten Gründe wirklich dazu führten, dass die US-Indizes, die im Gegensatz zu denen in Europa noch am Freitag und Montag im Minus schlossen, derart durch die Decke gingen, ist das auffällig. Wie kommt es, dass ausgerechnet der sonst so volatile Nasdaq 100 mit seinen dynamischen Technologieaktien bei dieser Rallye so zurückblieb? Die Antwort liegt auf der Hand:

Nicht, weil die Anleger in den USA auf einmal der Ansicht sind, dass die alten Rösser im Dow Jones auf einmal die Raketen der Zukunft sind. Sondern weil sie zuvor weit stärker gefallen waren als Aktien wie Amazon oder Netflix. Und das führt zu der Schlussfolgerung: Das hier war vor allem eine Short Squeeze, also eine Kauflawine, ausgelöst durch die Eindeckungen von Short-Tradern. Und solche Short Squeezes können, wenn es zuvor nur weit und schnell genug abwärts ging, auch aus dem Nichts entstehen, ohne externen Grund. Und wenn man sich überlegt, dass die Kursverluste zuvor in dieser Größenordnung ebenso historisch waren … warum sollte dann eine solche Short-Squeeze nicht vergleichbar riesig ausfallen?

Ist damit die Frage beantwortet, ob das der Beginn der Aufwärtswende war oder nur eine scharfe Gegenreaktion? Nicht mit Sicherheit, denn natürlich könnte auch aus einer Short Squeeze eine Wende entstehen. Es ist aber weniger wahrscheinlich. Eine solche Eindeckungslawine entsteht, wenn erste Short investierte Trader ihre Positionen neutralisieren. Nur so sind sie imstande, diese Gewinne zu sichern, bis dahin sind sie nichts anderes als vergängliche Buchgewinne. Aber um das zu erreichen, muss man eben eine Gegenposition eingehen, sprich kaufen: Long gehen. Das treibt die Kurse höher. Und wenn es da um größere Positionen geht, die eingedeckt werden, werden dadurch automatisch höher gelegene Stop Loss-Kauforders anderer Short-Positionen ausgelöst; eine in diesem Fall eben nach oben führende Lawine entsteht. Dass ausgerechnet der sonst „lahmere“ Dow Jones derart stärker stieg als der Nasdaq 100 ist ein starkes Indiz dafür, dass eine solche Short Squeeze der Auslöser dieser Rallye war, weil der Dow auch zuvor massiver fiel. Denn wären es die in den meisten Medien verbreiteten Gründe (dort wird die Terminbörse ja grundsätzlich ignoriert), Auslöser einer solchen Kursexplosion gewesen, müsste man sich wundern:

Das jetzt erwartete Konjunkturprogramm des US-Kongresses ist im Vergleich zu den Maßnahmen der US-Notenbank nicht vergleichbar wichtig. Zudem ist seit Ende letzter Woche klar, dass es kommt; ob das einen Tag früher oder später passiert, kann kein logischer Grund sein, die Kurse im Wissen des nahenden Programms tagelang zu drücken und sie dann doch wieder hochzuziehen. Und dass Mr. Trump mit Bankern und Hedgefonds-Managern darüber diskutiert, wann man die durch die Pandemie nötigen Einschränkungen wieder aufhebt und nicht mit Medizinern, kann wohl kaum jemanden bullisch stimmen. Denn sollte er wirklich schon an Ostern die Beschränkungen aufheben lassen, würde das die Lage schnell so verschlimmern, dass er damit noch größeren Schaden in der US-Wirtschaft verschulden würde. Das dürfte auch vielen Investoren völlig klar sein.

Nasdaq 100 Chart auf Wochenbasis vom 24.03.2020, Kurs 7.553,82, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Wenn es sich also zumindest mit größerer Wahrscheinlichkeit um eine Short Squeeze handelt, stellt sich die Frage, was da noch an Short-Positionen eingedeckt werden könnte. Denn diese „Lawine“ kann natürlich weitergehen, wenn weitere Stop Loss-Levels der Bären überrannt werden. Zumindest bis zu Levels, die normalerweise von den Bären aktiv verteidigt werden. Dort erst würde sich zeigen, ob diese Rallye mehr ist als eine Gegenreaktion, die nur durch Gewinne mitnehmende Bären und nicht durch überzeugte Bullen losgetreten wurde. Wo würden diese Levels beim Nasdaq 100 liegen?

Das zeigt vor allem der Chart auf Tagesbasis recht gut: Im Bereich zwischen 7.975 und 8.230 Punkten ballen sich kurz- und mittelfristig entscheidende Widerstände auf engstem Raum. Da haben wir die Hochs vom Sommer 2019, die alte, mittelfristige Aufwärtstrendlinie sowie die 20-Tage- und die 200-Tage-Linie auf engstem Raum. Wenn diese Zone, die seitens des bärischen Lagers für das Eingehen neuer Short-Trades prädestiniert wäre, klar überwunden würde, wäre das ein starkes Signal dahingehend, dass sich die Short-Seller zurückziehen bzw. zu schwach sind, um effektiv Widerstand zu leisten. Dann wäre die Chance, dass der Nasdaq 100 die Wende nach oben geschafft hat, gut. Bis dahin müsste man hinsichtlich der Erwartung, dass diese Super-Rallye die Wende bereits zementiert hat, eher vorsichtig bleiben.

Nasdaq 100 Chart auf Tagesbasis vom 24.03.2020, Kurs 7.553,82, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

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