Commerzbank: War das gestern vorläufig das Ende der Fahnenstange?

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Commerzbank
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Zur Commerzbank Aktie

Über sieben Prozent hatte die Commerzbank-Aktie als Reaktion auf die gestern vorgelegte Quartalsbilanz im Plus gelegen. Aber am Handelsende war der Großteil des Gewinns dahin. Dabei war das Zahlenwerk recht gut – aber nicht gut genug für eine entscheidende Charthürde.

Beim Umsatz schnitt die Commerzbank leicht, beim operativen Gewinn ebenso wie beim Nettogewinn deutlich besser ab, als dies von den Analysten im Vorfeld erwartet wurde. Was aber auch daran lag, dass die Restrukturierungskosten ebenso wie die Risikovorsorge deutlich niedriger lagen als erwartet. Damit blieb genug hängen, um für das Gesamtjahr 2021 einen Nettogewinn zu avisieren.

Das war gut genug, um die Aktie anfangs deutlich in die Gewinnzone zu tragen. Aber dann stieß der Kurs an eine bis in den Sommer 2019 zurückreichende, mächtige Charthürde. Und um die dort einsetzenden Gewinnmitnahmen zu überrennen, reichte es nicht. Warum?

Chart vom 04.11.2021, Kurs 6,545 Euro, Kürzel CBK | Online Broker LYNX

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Commerzbank Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Zum einen, weil die Aktie in relativ kurzer Zeit massiv zugelegt hatte. Ende September notierte der Kurs im Tief noch bei 5,01 Euro, da waren am gestrigen Tageshoch von 6,904 Euro stattliche 38 Prozent Gewinn aufgelaufen. Zum anderen, weil die Ergebnisse nebst 2021er-Perspktive wohl gut genug waren, die Aktie auf den höchsten Level seit zweieinhalb Jahren zu tragen, aber nicht darüber hinaus. Und auch die beiden ersten Analysten, die auf die Bilanz reagierten, reagierten entsprechend verhalten positiv:

Die NordLB nahm ihr Kursziel von 5,50 auf 6,50 Euro nach oben, ließ die Einstufung aber (angesichts des unter dem Tageshoch liegenden Kursziels folgerichtig) bei „Halten“. Bei der LBBW hob man das Kursziel von 6,00 auf 6,70 Euro an und stufte ebenso mit „Halten“ ein. Das in Kombination mit den satten, kurzfristigen Gewinnen und dieser markanten Charthürde macht klar, dass die Bullen sich ziemlich strecken müssten, um die Aktie über diesen Widerstandsbereich zwischen 6,75 und 6,88 Euro zu tragen.

Nachdem der gestrige Versuch recht deutlich abgewiesen wurde, indem nach einem zeitweiligen Plus von 7,1 Prozent am Ende nur 1,54 Prozent übrig blieben, müsste man eine Korrektur zumindest einkalkulieren, denn die „good news“ liegen vorerst auf dem Tisch. Frische Kaufargumente kommen also eher nicht … und die Bullen hatten die an sich guten Ergebnisse nicht nutzen können. Erst, wenn die Commerzbank-Aktie über 7,00 Euro schließen und damit diesen charttechnischen „Deckel“ wegsprengen würde, wäre der Weg nach oben frei, was aber derzeit der steinigere Weg sein dürfte.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Aktuell gibt es an den deutschen Börsen nicht viele Aktien, die sich gegen die Schwäche des Gesamtmarktes durchsetzen können. Neben Automobilwerten sind dies noch die deutschen Banken, welche aktuell relative Stärke zeigen.

Dabei sah die Lage Mitte September alles andere als rosig aus. In dieser Phase ging es mit der Deutsche Bank Aktie als auch mit der Commerzbank Aktie deutlich Richtung Süden und es sah fast danach aus, als ob ein nachhaltiger Abverkauf gestartet worden wäre. Doch die Kurse konnten die gebildeten großen roten Kerzen schnell wieder negieren – ein Zeichen von Stärke.

Danach konnten auch die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 wieder zurückerobert werden. Seither haben sich die Bullen das Ruder geschnappt und liefern seit Tagen deutliche Kaufsignale. Auch der Trend ist mittlerweile in eine bullische Phase übergegangen.



Expertenmeinung: Blicken wir im Chartbild daher einmal auf die nächsten möglichen Kursziele der Aktie. Der nächste Widerstand ist leicht zu finden. Es ist das Pivot-Hoch von Juni dieses Jahres, welches sich bei 6.873 EUR befindet. Bis hier hin könnte die aktuelle Reise ohne größere Probleme gehen. Nach unten hin ist vor allem darauf zu achten, dass die Kurse möglichst nicht mehr unter die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 fallen. Diese lieferten bereits Anfang des Monats einen guten Support und drückten die Kurse wieder nach oben.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 07.10.2021 Kurs: 6.17 Kürzel: CBK | Online Broker LYNX

Nach dem überraschenden Gewinn im ersten Quartal geht es direkt wieder rückwärts. Wie es scheint, hat sich das mit der Profitabilität schon wieder erledigt.
Anleger reagieren verschnupft.

Die Commerzbank ist seit Jahren eine Großbaustelle, nachhaltig verbessert hat sich die Situation trotz allerlei Maßnahmen nicht.
Zwischenzeitlich waren wir schon beim Strategieprogramm „Commerzbank 5.0“ und man konnte schon erahnen, dass auch noch 6.0 folgen wird.

Warum das Strategieprogramm ohnehin nicht zielführend war, können Sie hier nachlesen:
Commerzbank 5.0 = Kursziel 0?

„Sonderabschreibungen“

Das scheint man auch bei der Commerzbank selbst erkannt zu haben. Im aktuellen Quartalsbericht ist der Begriff „Commerzbank 5.0“ nicht mehr zu finden.

Der neue Chef hat unter anderem die Auslagerung Wertpapierabwicklung gestoppt. Die Einstellung des laufenden Outsourcing-Großprojekts dürfte die Frankfurter rund 200 Mio. Euro kosten.

Hinzu kommen weitere Aufwendungen für den Konzernumbau. In Summe belaufen sich die „Sonderabschreibungen“ auf 976 Mio. Euro.

Das sei notwendig, um die „Strategie 2024“ umzusetzen. Vielleicht schmunzeln Sie an dieser Stelle ebenso wie ich.

Man darf sich auch die Frage stellen, wie außergewöhnlich Abschreibungen sind, wenn es seit Jahren immer wieder zu Abschreibungen kommt. Es ist schon fast zur Regel geworden.

Der Vorstand sieht das anders

Der Vorstand selbst sieht sich unterdessen auf Kurs, wie immer. Ein paar Anekdoten zu diesem Thema finden Sie am Ende dieser Analyse (Link).
Das dürfte erhellend sein.

CEO Knof verweist auf das „solide operative Ergebnis im ersten Halbjahr“ und CFO Orlopp auf die „hohe Kernkapitalquote“.

Die Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache.

Im zweiten Quartal sind die Erträge auf Jahressicht um 17,3% auf 1,88 Mrd. Euro gesunken.
Gleichzeitig sind die operativen Kosten um 11,6% gestiegen.

Dadurch ist der operative Gewinn von 205 auf 32 Mio. Euro eingebrochen – selbst ohne „Sonderaufwendungen“ hätte man kaum Geld verdient.
Da gibt es wenig zu beschönigen.

Man darf gespannt sein, ob die bisherigen Prognosen nach diesem schwachen Quartal noch haltbar sein werden. Dazu äußern möchte sich der Vorstand erst nach Abschluss von Q3.

Ausblick und Bewertung

Vielleicht erahnen Sie es an dieser Stelle und mit Blick auf die älteren Analysen bereits, dass die Commerzbank für mich nicht als Investment infrage kommt.

Zu viele Versprechungen, zu wenig Resultate. Seit Jahren ein stagnierender Umsatz und Probleme mit der Profitabilität.
Genau aus diesen Gründen ist die Aktie auch ein klarer Underperformer.

Als Anleger haben Sie die Wahl. Es gibt einfachere und sicherere Anlagemöglichkeiten, als hier auf einen Turnaround zu spekulieren, der seit einer gefühlten Ewigkeit nicht gelingt.

Fakt ist, dass im laufenden Geschäftsjahr wieder ein Verlust erwartet wird. Ob die Prognose für 2022, mit einem Gewinn von 0,50 Euro je Aktie erreicht wird, steht unterdessen in den Sternen.

Es wäre eines der besten Ergebnisse seit der Finanzkrise. Dann wäre die Commerzbank mit einem KGV von 10 bewertet.

Selbst unter diesen positiven Annahmen gibt es wohl bessere Alternativen. Die großen US-Geldhäuser, bei denen es deutlich besser läuft, kommen auf ähnliche KGVs.

Chart vom 04.08.2021 Kurs: 5,24 Kürzel: CBK - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 04.08.2021 Kurs: 5,24 Kürzel: CBK – Tageskerzen

Die Commerzbank Aktie ist in den letzten Wochen bereits gehörig unter die Räder gekommen. Jetzt wurde auch noch der Aufwärtstrend unterschritten.

Fällt der Kurs per Tagesschluss unter 5,25 Euro, kommt es zu einem Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 5,00 und 4,75 Euro

Den Bullen hilft hingegen nur eine Rückkehr über die Aufwärtstrendlinie. Prozyklische Kaufsignale ergäben sich über 5,50 Euro.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Es waren die überaus positiven Quartalsergebnisse des Konkurrenten Deutschen Bank, welche im April den zündenden Impuls für die nach wie vor intakte Rallye der Commerzbank-Aktie lieferten. Zudem hat das Unternehmen den Aktionären einen schnellen Umbau der Konzernstruktur in Aussicht gestellt und die Hoffnung ist groß, dass sich dies über kurz oder lang in positiven Unternehmensergebnissen widerspiegeln wird.

Die Performance der Aktie der letzten Wochen war geradezu beeindruckend und die Kurse gingen, wie von der Tarantel gestochen, steil nach oben. Nun ist aber etwas Vorsicht angesagt, da sich die Kurse recht weit vom 50-Tage-Durchschnitt entfernt haben. Dies könnte dieser Tage zu einer Korrekturbewegung führen.

Expertenmeinung: Sieht man sich das längerfristige Chartbild der Aktie an, wird relativ schnell klar, dass wir hier womöglich erst den Beginn einer langfristigen Aufwärtsbewegung sehen. Dennoch gibt es immer wieder Phasen, in denen die Kurse recht anfällig für Korrekturen sind. Solch eine Phase könnte nun unmittelbar bevorstehen. Rückläufe in den Bereich von 5.80 bis 6.00 EUR könnten gute Kaufgelegenheiten eröffnen und interessierten Anlegern einen besseren Einstieg ermöglichen. Danach könnte das nächste Kursziel bei 6.83 EUR anvisiert werden. Dies war das Hoch des vorigen Jahres und könnte somit als nächstes auf dem Plan der Bullen stehen.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 19.05.2021 Kurs: 6.418 Kürzel: CBK | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits Ende März hatten wir unsere Aussichten auf den deutschen Finanzkonzern gesenkt. Der Chart der Commerzbank Aktie wirkte äußerst angeschlagen und es bildete sich eine überaus klare Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Zum Abschluss dieser musste die Aktie nur noch die Nackenlinie nach unten durchstoßen. Vorige Woche war es dann soweit und es bildete sich ein weiteres klares Verkaufssignal. Die Bären übernahmen vollends das Ruder und der Trend ging erstmalig seit dem Beginn der Impfstoff-Rallye wieder in eine bärische Phase über. Auch die nächsten Kursziel nach unten stehen damit bereits fest. Dazu später mehr.
Erschwerend kommt hinzu, dass mittlerweile auch die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 nachhaltig Richtung Süden zeigen und somit das bärische Momentum weiter anheizen. Das sind wirklich düstere Aussichten.

Expertenmeinung: Schauen wir uns das mögliche technischen Kursziel einmal an. Zur Ermittlung blicken wir auf den Kopf der SKS-Formation und den Abstand zur Nackenlinie. Wenn wir diese Spanne vom Durchbruchspunkt abziehen, ergibt sich ein mögliches Ziel auf bis zu 4.10 EUR. Knapp darunter befindet sich das Pivot-Tief von Oktober des vorigen Jahres. Gut möglich, dass die Bären dieses Niveau nun anvisieren und versuchen werden, die Kurse so schnell wie möglich dorthin zu befördern. Für ist uns klar, die bärischen Aussichten auf die Commerzbank bleiben vorerst weiter bestehen.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 16.04.2021 Kurs: 4.969 Kürzel: CBK | Online Broker LYNX

Noch hält sich die Commerzbank in ihrem mittelfristigen Aufwärtstrendkanal … aber aktuell sieht es mehr nach Toppbildung als nach Schwungholen vor einer neuen Rallye aus. Ab wann würde die Aktie zu „Bärenfutter“?

Der Gesamtmarkt ist längst über die Hochs vom Februar 2020 hinaus, die Commerzbank-Aktie hingegen notiert noch deutlich darunter. Ein massives Stühlerücken in der Unternehmensführung, dazu eine nicht enden wollende Restrukturierung, bei der immer mehr Anleger den Eindruck gewinnen, dass bei dem Begriff „Gesundschrumpfen“ das „gesund“ unter die Räder kommt, all das macht diese Aktie nicht gerade zur ersten Wahl im bullischen Lager. Und was in einem insgesamt extrem bullischen Umfeld nicht läuft, lockt die Leerverkäufer, die Bären, an, nach dem Motto: Die Letzten beißen die Hunde.

Expertenmeinung: Grundsätzlich bestünde eine Menge Spielraum bis zu der aktuell bei 6,72 Euro verlaufenden, oberen Begrenzung des im Mai 2020 etablierten Aufwärtstrendkanals. Aber bislang fehlt es an Argumenten, hier zuzugreifen. Die Rückkehr zur Normalität verschiebt sich für Europa immer weiter auf der Zeitachse nach hinten. Und je länger die Wirtschaft unter Druck bleibt, desto geringer sind die Chancen für im Vergleich zu den „Big Players“ kleinere Geldhäuser auf dynamisches Wachstum. Das schlägt sich im Kursbild nieder:

Chart vom 06.04.2021, Kurs 5,225 Euro, Kürzel CBK | Online Broker LYNX

Die Aktie bewegt sich innerhalb des Aufwärtstrendkanals seit Ende November seitwärts, wobei auffällt, dass sie zweimal knapp unter der bis ins Jahr 2019 zurückreichenden Widerstandszone um sechs Euro abgewiesen wurde. Gelänge es, diese Zone mit Schlusskursen über 6,10 Euro zu überwinden, wäre der Weg an die obere Begrenzung des Trendkanals frei. Aber so, wie die Aktie derzeit daherkommt, ist das zwar nicht unmöglich, aber doch der eindeutig weniger wahrscheinliche Weg für die kommenden Wochen.

Nicht zuletzt deshalb, weil ein markantes Short-Signal auf mittelfristiger Zeitebene nicht fern wäre. Im Bereich zwischen 4,85 und 4,97 Euro ballen sich gleich drei wichtige Unterstützungen: die untere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals, das untere Ende des seit November laufenden Seitwärtstrends und dann auch noch die 200-Tage-Linie – und all das liegt in Schlagdistanz. Sollte es den Bären gelingen, diese Zone zu durchbrechen, würde die Commerzbank-Aktie eine interessante Trading-Chance auf der Short-Seite abgeben.