MercadoLibre Aktie Prognose MercadoLibre: Startet die Rakete jetzt wieder?

News: Aktuelle Analyse der MercadoLibre Aktie

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MercadoLibre
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Zur MercadoLibre Aktie

Im Online-Geschäft gilt in den meisten Fällen „the winner takes it all“. Schnappt sich MercadoLibre den lateinamerikanischen Kuchen?

Es kann nur einen geben

Im Online-Geschäft haben wir es in vielen Fällen mit „the winner takes it all“ zu tun. Das bedeutet, dass die dominanten Unternehmen in den einzelnen Bereichen hohe Marktanteile und dementsprechend auch eine außerordentlich starke Marktmacht haben.

Darüber hinaus sind Online-Geschäfte in der Regel gut skalierbar, wodurch der Branchenprimus auf die besten Margen kommt. Das führt wiederum dazu, dass er eine gewisse Preissetzungsmacht ausübt.

Nehmen wir als Beispiel Amazon, mit der man MercadoLibre oft vergleicht. Amazon ist ohne jeden Zweifel der dominante Online-Marktplatz.
Durch die schiere Anzahl der Kunden ist es für viele kleine Online-Händler sehr schwierig ohne Amazon zu existieren, in den meisten Fällen entgeht ihnen dadurch Geschäft.

Online-Händler werden geradezu gezwungen, auf Amazon zu verkaufen und Amazon weiß das. Dementsprechend sind die Gebühren auch üppig.

Sich einen dominanten Platz zu erkämpfen, birgt perspektivisch also enormes Potenzial, es kostet in der Aufbau-Phase allerdings auch viel Geld.
Daher sind Unternehmen wie Amazon oder MercadoLibre auf den ersten Blick auf nicht profitabel. Sie reinvestieren schließlich jeden Cent.

Wenn man am Ende als Sieger vom Platz geht, zahlt sich diese Strategie aus. Im Fall von MercadoLibre sieht es danach aus, als wäre das der Fall.
Das Unternehmen ist zur führenden E-Commerce-Plattform in Lateinamerika aufgestiegen und schickt sich an, auch im Zahlungsverkehr einer der wichtigsten Akteure zu sein.

Darüber hinaus ist das Wachstum enorm und dementsprechend ist die Aktie zwischenzeitlich auch zu einem Anlegerliebling aufgestiegen.
Am Hoch lag der Kurs bei 2.000 USD und das KUV bei atemberaubenden 27,7.

Zum Vergleich: Das große Vorbild Amazon kommt aktuell auf ein KUV von 3,3.

Eine andere Welt

Das war natürlich ein bisschen zu viel des Guten. Dass die Aktie dieses Niveau nicht halten könnte, war klar.
Seitdem hat sich der Kurs mehr als halbiert und das Wachstum hat sich fortgesetzt. Dadurch ist das KUV auf 6,9 gesunken.

Das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich dadurch natürlich exorbitant verbessert, wenngleich ein KUV von 6,9 auch nicht gerade wenig ist.
MercadoLibre kommt allerdings seit jeher auf eine Bewertung auf diesem Niveau. In der Vergangenheit lag das KUV meist zwischen 8 und 11.

Am Dienstag hat man nachbörslich die Zahlen zum vierten Quartal 2021 vorgelegt.

Das Ergebnis lag mit -0,92 USD je Aktie zwar unter den Erwartungen, auf diese Kennzahl kommt es aber auch nicht an.

Wichtiger ist, dass der Umsatz mit 2,13 Mrd. USD weit über den Erwartungen von 2,00 Mrd. USD lag.
Das entspricht einem Umsatzplus von 73,9%.

In Brasilien lag die Wachstumsrate zuletzt bei 68%, in Argentinien und Mexiko hat sich das Geschäft mehr als verdoppelt.
Einer der größten Wachstumstreiber ist das Zahlungsgeschäft.

Unter dem Strich erzielte man einen Jahresumsatz von 7,07 Mrd. USD, ein Plus von 66%.
Das operative Ergebnis hat sich auf 440,7 Mio. USD mehr als verdreifacht.

Daraus kann man wichtige Rückschlüsse ziehen. Es ist von zentraler Bedeutung, dass man operativ profitabel arbeitet und sich die Gewinnspanne verbessert.
Das ist überzeugend und könnte jetzt eine Trendwende einleiten.

Chart vom 23.02.2022 Kurs: 888 Kürzel: MELI - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 23.02.2022 Kurs: 888 Kürzel: MELI – Wochenkerzen

Wir werden sehen, ob das es gelingt. Aus technischer Sicht muss die Aktie über 1.000 USD zurückkehren, dann hellt sich das Chartbild erheblich auf und die Bullen sind wieder im Spiel.
Über 1.000 USD wäre dann der Weg in Richtung 1.100 und 1.250 USD frei.

Solange MercadoLibre allerdings unter 1.000 USD notiert, drohen jederzeit weitere Verluste. Eine mögliche Anlaufstelle liegt bei 700 USD.

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Vorherige Analysen der MercadoLibre Aktie

An MercadoLibre scheiden sich die Geister. Wer Probleme mit hohen Bewertungen hat, war hier nie richtig. Wer vor einem Jahr oder noch früher eingestiegen ist, kann sich trotzdem über satte Gewinne freuen. Geht das so weiter?

Wer sich hingegen erst kürzlich engagiert hat, sitzt womöglich auf enormen Verlusten. Es ist eben immer eine Frage der Perspektive und eine Frage des Preises.

Chart vom 23.11.2021 Kurs: 1.315 Kürzel: MELI - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 23.11.2021 Kurs: 1.315 Kürzel: MELI – Tageskerzen

Schauen wir uns zunächst den Chart an. Aus dieser Warte sieht es wirklich problematisch aus.
MercadoLibre ist mehrfach am Wiederstand bei 2.000 USD gescheitert und hat dort fallende Hochs ausgebildet. Die Warnzeichen mehren sich also bereits seit Wochen.

Inzwischen ist die Aktie an der zentralen Schaltstelle der vergangenen Monate angekommen. Fällt die MercadoLibre nachhaltig unter 1.300 USD, trübt sich das Chartbild zunehmend ein.
Unter 1.300 sowie 1.225 und 1.200 USD käme es jeweils zu prozyklischen Verkaufssignalen. In diesem Szenario müssten weitere Kursverluste in Richtung 1.100 sowie 1.000 – 970 USD eingeplant werden.

Noch ist aber nicht aller Tage Abend. Kurzfristig ist die Aktie oversold, daher ist es wahrscheinlich, dass es ausgehend von 1.300 USD zumindest zu einer kuzfristigen Erholung kommen wird.
Mögliche Kursziele liegen bei 1.360 sowie 1.400 USD.

Gelingt ein nachhaltiger Anstieg über 1.400 USD, erhöht das die Chancen, dass 1.300 USD gehalten haben und ein Boden gefunden wurde, deutlich.

Wo könnte man zuschlagen?

Aber Charttechnik ist natürlich nicht alles und operativ kann MercadoLibre ernstzunehmende Erfolge vorweisen.

In den letzten zehn Jahren konnte man den Umsatz von 299 Mio. auf 3,97 Mrd. USD mehr als verzehnfachen.
Über weite Strecken war man sogar profitabel und dementsprechend hält sich die Verwässerung der Aktienbasis schwer in Grenzen.

Im Gegenzug waren die Profitabilitätskennzahlen allerdings konstant rückläufig. Die Bruttomarge ist in diesem Zeitraum von 75,9 auf 43,0% und die operative Marge von 33,4 auf 3,2% komplett zusammengebrochen.

Das ist nicht gerade das, was man sich wünschen würde. Weder von einem etablierten Unternehmen, noch einem Wachstumswert.

Blickt man hingegen auf den Cashflow, sieht es schon wieder deutlich besser aus.

Wie eingangs beschrieben: Bei MercadoLibre kommt es stark auf die Sichtweise an. Man findet viel Für und Wider.

Ausblick und Bewertung

Wer weitere Argumente für die Aktie sucht, muss sich nur das laufende Geschäftsjahr ansehen.

Im ersten Quartal erreichte man eine Umsatzssteigerung von 158% auf 1,4 Mrd. USD. Im zweiten Quartal lag das Plus bei 103% auf 1,7 Mrd. USD. Im dritten Quartal legte der Umsatz um 73% auf 1,9 Mrd. USD zu.

Sowohl in absoluten, als auch prozentual sind die Wachstumsraten enorm, wenngleich die positiven Effekte durch Corona nachlassen.
Wichtig ist, dass man das eigene Ökosystem stärkt und die Marktführerschaft ausbaut.

Denn sowohl E-Commerce als auch der Payment-Bereich wird in den jeweiligen Regionen von wenigen dominanten Akteuren beherrscht. In der Regel gilt hier „the winner takes it all (or most)“.
In Südamerika könnte das MercadoLibre sein.

Das hat für Anleger allerdings einen erheblichen Preis. Das KUV von MercadoLibre liegt aktuell bei um die 10,7, dürfte im Jahresverlauf aber auf 8,4 sinken.
Für MercadoLibre ist das eine „normale“ Bewertung. In der Vergangenheit kam man auf ähnliches KUVs.

Man sollte sich allerdings auch der Gefahren bewusst sein, die solche Bewertungen mit sich bringen, darunter zum Beispiel enorme Volatilität. Gehen die Wachstumsraten hier zurück, drohen größere Kursverluste.

Da bei MercadoLibre auch gerne Amazon als Vergleich herangezogen wird, möchte ich das auch gerne tun.
Das KUV von Amazon liegt derzeit bei 3,98. MercadoLibre kommt auf 10,7.

Amazon wird in der Regel mit einem P/OCF von 25 gehandelt, MercadoLibre kommt derzeit auf 56.

Trotzdem werde ich jetzt zu einem überraschenden Fazit kommen: Wahrscheinlich ist das Chance-Risiko-Verhältnis auf diesem Niveau gar nicht schlecht.
Dafür muss man aber mit zwei-drei Thesen richtig liegen: MercadoLibre muss auch in Zukunft enormes Wachstum generieren, Marktführer bleiben und die Bewertung muss auch vergleichsweise hoch bleiben.

Das ist eines der Szenarien. Es gibt aber auch andere, deutlich unerfreulichere.