Die Zalando-Aktie war im Vorfeld der Halbjahresbilanz kräftig gestiegen. Aber das dynamische Wachstum, das man damit vorweggenommen hatte, wurde nicht geliefert. Die Analysten heben zwar mehrheitlich weiter den Daumen, aber die Marktteilnehmer ziehen nicht mit.
Der Umsatz des Online-Händlers wuchs im ersten Halbjahr zwar kräftig, aber das lag an der erstmals in die Bilanz integrierten Übernahme des kleineren Mitbewerbers About You. Und trotz des um fast 21 Prozent gestiegenen Umsatzes konnte der Gewinn wegen einer gesunkenen Gewinnmarge nicht mithalten und stieg nur um 10,4 Prozent.
Dementsprechend wurde Zalando hinsichtlich der Gesamtjahresprognose vorsichtiger, sah den Umsatz bei der Vorlage der Ergebnisse vor vier Wochen nur noch am unteren Ende des avisierten Wachstums und grenzte die Prognose für den Gewinn vor Zinsen und Steuern von 660 bis 740 auf jetzt 680 bis 720 Millionen Euro ein. Die Reaktion konnte nicht überraschen:
Die Aktie erlitt am Tag der Bilanzvorlage (4. August) herbe Kursverluste und fiel danach gut zwei Wochen lang weiter. Es folgte dann Richtung Monatsende eine Gegenbewegung nach oben, aber mit dem Start in den September ist der Abgabedruck schon wieder da.
Was in krassem Gegensatz zu dem steht, was die Analysten meinen. Denn da sind 18 der 24 die Zalando-Aktie momentan einstufenden Experten bullisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 35 Euro und damit drastisch über dem aktuellen Kursniveau der Aktie, die am gestrigen Mittwoch sogar unter dem niedrigsten aller Analysten-Kursziele (23,50 Euro) aus dem Handel ging. Warum sind die Anleger so sehr anderer Meinung als die Analysten?
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Expertenmeinung: Viele dürften ein ganz erhebliches Problem damit haben, dass sehr viele Analysten den massiven Abstieg der Aktie, der im Sommer 2021 seinen Anfang nahm, nicht vorhergesehen hatten. Auch im Zuge der dramatischen Baisse der Aktie blieben viele stur bullisch, senkten die Kursziele nur zögerlich, blieben dabei aber immer weit über dem aktuellen Kursniveau und rieten stereotyp dazu, zu kaufen. Wer dem folgte, hätte die Summe des Verlustes durch permanentes Zukaufen in fallende Kurse hinein immer weiter vergrößert.
Daher dürften viele höchst skeptisch sein, wenn einige Experten im Angesicht der großenteils enttäuschenden Halbjahres-Ergebnisse nur kleine Kurszielsenkungen vornahmen, andere gar nichts … und mit Masse weiterhin den Daumen heben. Zumal die Aktie nur dann günstig bewertet wäre, wenn die auf Jahre hinaus von den Analysten prognostizierten Steigerungen beim Gewinn pro Aktie auch wirklich so eintreten. Und diese jüngsten Halbjahreszahlen lassen dahingehend Zweifel aufkommen.
So betrachtet wundert es auch nicht allzu sehr, dass Zalando mit seiner Gegenbewegung nach oben nicht weit gekommen ist. Das Chartbild würde sich zwar umgehend aufhellen, wenn es gelingen würde, einen Schlusskurs über dem in dieser Woche entstandenen Zwischenhoch bei 24,89 Euro hinzubekommen. Aber so, wie sich der Chart aktuell präsentiert, ist das die momentan weniger wahrscheinliche Variante.

Die Aktie ist wieder unter die Widerstandszone 23,86/24,26 Euro gerutscht und beendete den Handel zudem unterhalb ihrer 200-Tage-Linie. Zwar muss sich erst zeigen, ob das bisherige Tief des neuerlichen, Anfang August begonnenen Abstiegs bei 22,25 Euro hält oder nicht. Aber sollte es fallen, wäre ein Anlauf an die beiden bisherigen Jahrestiefs bei 18,79 bzw. 18,61 nichts, das man ausschließen könnte.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/ZAL.DE/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.09.2026 um 22:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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