Zalando Aktie aktuell Zalando: Der Kinnevik-Faktor

News: Aktuelle Analyse der Zalando Aktie

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Zur Zalando Aktie

Der 2021er-Ausblick kam gut an: Im Schnitt liegt das Analysten-Kursziel jetzt mit 104 Euro weit über dem aktuellen Kurs. Trotzdem kommt Zalando nicht vom Fleck. Es bremst der „Kinnevik-Faktor“ – worum geht es?

Mitte Februar hatte der schwedische Großinvestor Kinnevik mitgeteilt, dass man sich von seiner Beteiligung an Zalando trennen werde. Aber nicht, indem man die Anteile einfach an der Börse verkauft, sondern indem man sie an die eigenen Aktionäre ausschüttet. Ob die dann ihre Zalando-Aktien am Markt verkaufen oder behalten, bleibt damit erst einmal offen.

So gesehen ist das kein Grund, bei Zalando den Kopf einzuziehen, könnte man meinen. Aber es geht hier nicht um eine kleine Beteiligung. Kinnevik war Großaktionär der ersten Stunde beim Online-Händler und hält etwa 21 Prozent aller Zalando-Aktien. Wenn da nur die Hälfte der „beschenkten“ Kinnevik-Aktionäre Kasse macht, würde das erheblichen Druck auf den Kurs auslösen. Die Frage ist daher: Werden viele aussteigen oder nicht?

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Expertenmeinung: Noch ist das eben offen, daher wirkt die Zalando-Aktie trotz eines soliden Ausblicks auf 2021 und positiver Analysten-Reaktionen, als würde sie mit einem Bleigewicht belastet laufen. Denn die Ausschüttung an die Kinnevik-Aktionäre soll erst im gerade begonnenen zweiten Quartal vonstattengehen. Man weiß also nicht, was dann passiert. Aber:

Eigentlich bestünde eine gute Chance, dass auf dem derzeitigen Kursniveau nicht allzu viele der Kinnevik-Aktionäre verkaufen würden. Denn ja, dass Zalando für 2021 „nur“ einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) zwischen 350 und 425 Millionen Euro prognostiziert, obwohl das EBIT 2020 bei 420,8 Millionen lag, wirkt ernüchternd, ist es aber bei genauerem Hinsehen nicht. Denn man rechnet auch mit einem soliden Umsatzzuwachs von 24 bis 29 Prozent. Dass da kein deutlich höherer Gewinn dabei herausspringt, liegt daran, dass Zalando im laufenden Jahr 350 bis 400 Millionen Euro in Logistik und neue Technologien investieren will. Die für 2021 scheinbar magere Prognose basiert also auf der Anstrengung, den Gewinn in den Folgejahren nur umso stärker zu steigern … und damit können Anleger gemeinhin leben.

Zumal die Analysten die Aktie sehr bullisch sehen und selbst das durchschnittliche Kursziel mit 104 Euro über 20 Prozent über dem letzten Schlusskurs liegt. Hinzu kommt ein weiteres, positives Element: Der Kurs kam im März unter dem Strich zwar nicht vom Fleck, aber wir sehen eine robuste Bodenbildung oberhalb der im Chart schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie. Die Basis für einen Befreiungsschlag wäre also gegeben, nur vollzogen werden muss er eben noch. Dazu bedarf es eines Schlusskurses über der kurzfristigen Abwärtstrendlinie sowie über dem markanten Zwischenhoch vom November bei 91,50 Euro, an dem die Aktie zuletzt Mitte März nicht vorbeikam. Gelingt das, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht frei.

Zalando Aktie: Chart vom 01.04.2021, Kurs 85,50 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Richtig ist aber auch: Je höher die Aktie notiert, wenn Kinnevik seine Aktionäre mit Zalando-Aktien beschenkt, desto größer wird das Risiko, dass mehr dieser Anleger ihre Zalando-Aktien verkaufen. Daher müsste man auch im Fall eines charttechnisch bullischen Signals Geduld mitbringen. Denn wenn diese Ausschüttung erst einmal erfolgt ist und einige Tage und Wochen ohne größeren Druck vergehen, wäre dieses Damoklesschwert stumpf und der Weg für Zalando auch aus dieser Warte heraus frei.

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Zalando Aktie

Zalando hat in den vergangenen Jahren oft vorläufige Ergebnisse veröffentlicht, um seine Aktionäre nicht auf glühenden Kohlen sitzen zu lassen. Diesmal jedoch nicht, erst morgen werden wir wissen, wie das entscheidende vierte Quartal 2020 gelaufen ist und wie der Online-Riese seine Perspektive für 2021 sieht. Das wird zu charttechnischen Entscheidungen führen!

Die Zalando-Aktie hatte Anfang vergangener Woche nach einer kräftigen Korrektur genau auf Höhe ihrer 200-Tage-Linie bei 79 Euro wieder nach oben gedreht. Eine ideale Vorlage für einen neuen Rallye-Schub. Aber noch ist die Aktie nicht bullisch, dazu müsste sie mindestens über dem November-Hoch bei 91,50 Euro schließen; ideal wäre, wenn ein Schlusskurs über 95 Euro und damit über der gebrochenen, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie gelänge. Allerdings ist die Bilanz nicht das einzige Damoklesschwert, das über der Aktie hängt.

Chart vom 12.03.2021, Kurs 85,40 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Sollte die Bilanz überzeugen und vor allem die Perspektive besser ausfallen als derzeit seitens der Analysten erwartet, die unterstellen, dass durch den schrittweisen Wegfall des „Corona-Effekts“ kein Gewinn drin wäre, der allzu weit über den für 2021 erwarteten ca. 90 Cent pro Aktie liegt, wäre der Weg nach oben zwar grundsätzlich frei. Aber solange das noch offen ist, ist auch die kurzfristige Ausbruchsrichtung offen, zumal:

Die Investoren wissen, dass die schwedische Kinnevik, Großaktionär der ersten Stunde, im zweiten Quartal vorhat, seine Zalando-Beteiligung an die eigenen Aktionäre auszuschütten. Und da geht es nicht um „Peanuts“, Kinnevik hält knapp über 20 Prozent aller Zalando-Aktien. Gesetzt den Fall, die Kinnevik-Aktionäre würden als Vorlage eine eher mäßige Wachstumsperspektive für 2021 vorfinden, könnte es natürlich sein, dass viele diese „Belohnung“ auf den Markt werfen. Und Aktien in dieser Dimension könnte der Markt nicht auffangen, das Risiko, dass nicht überzeugende Ergebnisse dann für einen erneuten, markanten Abwärtsdruck im zweiten Quartal sorgen, ist real.

Noch ist also offen, ob Zalando morgen nach oben davonzieht oder aber der Versuch einer Aufwärtswende durch das anstehende Zahlenwerk „abgeschossen“ wird und das Spätfolgen haben würde, indem die Kinnevik-Aktionäre ihre angedienten Zalando-Aktien teilweise abstoßen. Gerade, weil man damit rechnen müsste, dass die morgen anstehenden Zahlen wegen ihrer großen Bedeutung dafür sorgen, dass die Aktie mit einem großen Gap eröffnet, die Richtung aber ohne Kenntnis dieser Ergebnisse offen ist, wäre der Gedanke, ausgerechnet jetzt, direkt vor diesem Termin, eine Position einzugehen, ein Glücksspiel. Besser abwarten, was da auf den Tisch kommt!

Die Nachricht kam überraschend. Und dass sich Zalando beeilte, die Entscheidung des schwedischen Großaktionärs Kinnevik gutzuheißen, nimmt der Sache nicht die Brisanz: In Kürze werden 21 Prozent aller Zalando-Aktien nicht mehr in festen Händen sein.

Denn dieser Großaktionär der ersten Stunde hat sich entschieden, sich mehr auf jüngere, meist noch nicht börsennotierte Wachstumsunternehmen zu konzentrieren und die im Bestand vorhandenen Zalando-Aktien daher an seine Aktionäre auszuschütten. Hier geht es um 54 Millionen Zalando-Aktien, die damit an Investoren gehen, die diese einfach so verkaufen könnten. Diese Maßnahme hat noch nicht stattgefunden, sondern soll im Verlauf des zweiten Quartals über die Bühne gehen, vorbehaltlich der Zustimmung der Kinnevik-Aktionäre. Kinnevik hat indes im Zuge dieser Meldung mitgeteilt, dass man von einer Zustimmung wohl ausgehen darf. Wieso hat diese Nachricht Verkäufe ausgelöst?

Expertenmeinung: Weil die Zalando-Aktie zuletzt immens stark gelaufen ist. Der Kurs rangiert auf Rekordlevel und nicht zu Unrecht fragen sich Anleger, ob nach dem Boom, den der Online-Händler durch die Corona-Problematik erfahren hat, so viel Wachstum in diesem und dem kommenden Jahr nachkommt, um die dadurch hohe Bewertung zu rechtfertigen.

Seit Jahresbeginn hatte der Schwung des Trends spürbar nachgelassen. Die Aktie tat sich mit der runden 100-Euro schwer, zugleich fungierte die ursprüngliche März 2020-Aufwärtstrendlinie, die von einem flacheren Aufwärtstrend abgelöst wurde, als Widerstand. Und ausgerechnet jetzt, kaum dass es schien, als hätten die Bullen die 100 Euro-Hürde nachhaltig genommen, müssen die Akteure fürchten, dass 21 Prozent der Aktien in Hände von Anlegern kommen, die diesen Kurslevel als perfekten Ausstiegslevel ansehen könnten, eben weil sie erkennen, dass die Bäume hier in Sachen Wachstum vorerst nicht mehr allzu weit in den Himmel wachsen dürften.

Das ist eine knifflige Situation. Viele Marktteilnehmer dürften wohl noch unentschlossen sein, ob sie deswegen jetzt doch lieber den Gewinn mitnehmen sollen, solange er noch da ist. Daher ist zu vermuten, dass jetzt die Charttechnik den Ausschlag geben wird:

Sollte Zalando die Unterstützungszone 91,50/93,00 Euro sowie die bei aktuell 89,50 Euro verlaufende mittelfristige Aufwärtstrendlinie brechen, dürfte das für nicht wenige das Signal sein, ebenfalls die Beine in die Hand zu nehmen. Hält der Trend jedoch, kann es gut sein, dass diese Kinnevik-Nachricht relativ zügig ihren potenziellen Schrecken verliert und der Verkaufsdruck aufhört. Es sollte daher lohnen, die Aktie und ihre März 2020-Aufwärtstrendlinie jetzt engmaschig im Auge zu behalten.

Chart vom 17.02.2021, Kurs 95,72 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Die bislang letzten Meldungen von Zalando besagten, dass das Unternehmen in der „Cyber Week“ Ende November seinen Warenwert-Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent gesteigert habe. Das ist stark, aber was wir noch nicht wissen ist, wie das Weihnachtsgeschäft danach gelaufen ist. Zu vermuten ist natürlich schon, dass der Online-Händler angesichts des Lockdowns auch dort herausragende Ergebnisse vorweisen wird. Und die Aktie hat das nur bedingt vorweggenommen, denn:

Gegenüber dem Hoch des 9. Novembers (die Impfstoff-Meldung von BioNTech/Pfizer), als die Aktie wie viele andere, noch im Sog der US-Wahl-Rallye, gerade einen neuen Verlaufsrekord hingelegt hatte (91,50 Euro) und dann wie fast alle „Corona-Gewinner“ gnadenlos abverkauft wurde, notierte die Aktie am Freitag mit 93,24 Euro nicht allzu viel höher. Geht da also noch mehr, vorausgesetzt, das Zahlenwerk zum vierten Quartal überzeugt?

Expertenmeinung: Möglich wäre es, einfach voraussetzen sollte man es aber nicht. Was die Bewertung angeht, hätte die Aktie auf Basis der 2020er-Gewinnschätzung ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 100. Das ist viel, aber wenn Zalando dieses rasante Wachstumstempo, dem endlich auch ein Anstieg der Gewinnmargen beigeordnet ist, durchhalten würde, wäre diese Bewertung nicht zu überhöht. Die Frage ist, wann Informationen zum vierten Quartal 2020 kommen. Die offizielle Quartalsbilanz steht erst Anfang März an, aber meist meldet Zalando Vorab-Zahlen, sobald die einigermaßen genau sind. Das kann jederzeit passieren … und dann kommt es darauf an:

Wird der Kurs dann in einer dynamischen Aufwärtsbewegung sein, die durch gute Zahlen verlängert wird? Oder müsste die Aktie aus einer Konsolidierung oder gar einer Korrektur heraus auf Basis dieser Zahlen einen Befreiungsschlag schaffen? In letzterem Fall könnten ein und dieselben Zahlen weniger positiv wirken, als würde der Kurs ohnehin gerade steigen. Und da kommt die „magische“ 100 Euro-Marke ins Spiel:

Die erweist sich seit Jahresbeginn als Hürde. Weniger wohl, weil dort die alte, steilere und jetzt theoretisch als Widerstand fungierende März-Aufwärtstrendlinie verläuft, sondern eher, weil die Nähe zu dieser runden Marke bei vielen den Gedanken an Gewinnmitnahmen aufkommen lässt. Immerhin hatte Zalando vor dem Corona-Crash bei 50, am März-Tief bei 30 Euro notiert, da sind 100 Euro eine Verlockung, um das Geld vom Tisch zu nehmen. Diese Marke sollte man daher im Auge behalten. Wird sie im Vorfeld von denkbaren Vorab-Bilanzdaten überboten, wäre das ein gutes Zeichen. Dreht Zalando aber unter 100 Euro nach unten ab, sollte man die jetzt gültige, derzeit bei 83 Euro verlaufende mittelfristige Aufwärtstrendlinie sicherheitshalber als Orientierung für einen Stoppkurs ins Auge fassen.

Zalando Aktie: Chart vom 15.01.2021, Kurs 93,24 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Seit die Zalando-Aktie am Morgen des 9. Novembers mit 91,50 Euro einen neuen Verlaufsrekord erreichte und, ausgelöst durch den „Corona-Gewinner-Selloff“ als Reaktion auf die Impfstoff-Erfolgsmeldung von BioNTech und Pfizer, am Tief des selben Tages gut 19 Prozent niedriger notierte, stellen sich die Investoren zwei brennende Fragen:

Wie viel Euro mag der Krisenbonus bei dieser Aktie ausmachen, der wegfallen würde, wenn die Corona-Problematik vom Tisch oder zumindest deren Ende absehbar ist? Und hat es überhaupt einen Sinn, diese Krise auf Basis der Meldung nahender Impfstoffe auszupreisen … oder könnte sich die Lage nicht womöglich sogar so verschärfen, dass da noch einiges mehr an Krisenbonus drin wäre?

Wenn man versucht, sich von emotional gefärbten Meinungen zu lösen und nach einer nüchternen Antwort zu forschen, wird schnell klar: die gibt es nicht. Denn ob die Mehrzahl der die Aktie handelnden Investoren diese als noch günstig oder als bereits zu teuer einstufen, ist immer eine subjektive Einschätzung.

Ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um 100, wie wir es hier derzeit sehen, kann immer noch günstig sein, wenn man davon überzeugt ist, dass Zalando auch ohne die Krise schnell und vor allem auf Jahre hinaus weiter wachsen wird. Aber ob es so kommt, ist nicht sicher einzugrenzen. Werden die meisten der durch die Corona-Krise zu Zalando gewechselten Kunden danach weiter dort kaufen oder zurück in den Einzelhandel gehen? Wird die Konjunktur schnell und stark genug zulegen, um ein Konsumwachstum zu ermöglichen, wie wir es vor der Krise gesehen haben? Diese Fragen bleiben offen.

Daher bleibt die Antwort auf die Frage subjektiv, ob Zalando jetzt, nach diesem ersten Abverkauf als Antwort auf die wachsende Hoffnung auf ein Ende der Krise, noch zu teuer wäre oder man bereits wieder zugreifen sollte. Der Krisenbonus der Aktie lässt sich nicht in Euro messen, sondern am Verhalten der Marktteilnehmer jetzt, da die Frage im Raum steht, ob man Zalando unter sich aufhellenden Rahmenbedingungen noch kaufen kann oder die Gewinne seit dem März-Tief besser mitnimmt. Man könnte sagen, dass diese Frage in geheimer Abstimmung geklärt wird, aber zugleich für jedermann sichtbar ist, in welche Richtung es geht.

Dass Zalando am Freitag erklärte, man peile sogar eine Beschleunigung des derzeitigen Wachstums an, indem man sich sukzessiv von einem reinen Online-Händler hin zu einem Plattform-Anbieter entwickelt und dieses Statement nur für ein Plus von 1,09 Prozent reichte, ist auffällig. Es deutet an, dass jetzt, da die (hervorragenden) Ergebnisse des dritten Quartals  auf dem Tisch liegen und vor Januar keine weiteren Daten anstehen, diejenigen, die auf Basis dieses Wachstums hin einsteigen wollten, bereits investiert sind und sich die Zahl neuer Käufer in Grenzen hält. Es reicht zumindest nicht, den Selloff vom 9.11. umgehend aufzukaufen. Dies in Kombination mit der als Warnsignal fungierenden, negativen Divergenz des im Chart mit eingeblendeten RSI-Indikators erhöht das Risiko, dass nach unten noch Luft wäre.

Tageschart vom 20.11.2020, Kurs 80,04 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Sollte die Aktie das Selloff-Zwischentief bei 73,82 Euro auf Schlusskursbasis unterschreiten, wäre es denkbar, dass der Kurs bis an die momentan bei 61,30  Euro verlaufende 200-Tage-Linie zurücksetzt, denn besonders ausgeprägte Unterstützungen haben sich zwischen der 200-Tage-Linie und dem letzten Zwischentief nicht ausgebildet. Sollte es dazu kommen, würde man (im Nachhinein) den Abstieg als Abbau des Krisenbonus ansehen. Denn in Phasen großer Unsicherheit sind es oft die Kurse, die die Nachrichten formen, nicht umgekehrt.

Wochenchart vom 20.11.2020, Kurs 80,04 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bekanntermaßen macht ein Handelstag noch keinen neuen Trend aus, doch im Fall von Zalando sehen wir aktuell ein recht deutliches Warnsignal im Chart. Dies liegt vor allem daran, dass im Laufe dieser Woche eine der heftigsten Sektor-Rotationen des Jahres stattfand. Während Industriewerte und Value-Aktien stark anstiegen, ging es den sogenannten Stay-at-Home Aktien regelrecht an den Kragen. Bei Zalando sackte der Kurs um mehr als 10 Prozent ab, nachdem sich ein Übertreibungs-Gap über der Marke von 90 EUR bildete. Die große rote Kerze impliziert, dass sich hier eine ganze Reihe von Großanlegern von dem Titel getrennt haben. Solch riesige Tageskerzen kommen nur sehr selten vor, haben aber besonders am Hoch oder am Tief eines intakten Trends meist eine nachhaltige Wirkung. Der Aufwärtstrend ist zumindest schon mal dahin, da das Pivot-Tief des Monats Oktober nach unten gebrochen wurde.

Expertenmeinung: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie in den kommenden Wochen und Monaten in Richtung einer nachhaltigen Korrektur abgleiten dürfte, ist recht hoch. Immerhin hat sich der Titel allein im letzten halben Jahr mehr als verdoppelt und Gewinnmitnahmen gehören nun mal zum Geschäft an der Börse. Hier ist vorerst höchste Vorsicht geboten und bis wir keine deutlich gegenteiligen Signale erhalten, senken wir vorerst unsere Aussichten auf Zalando von neutral auf bärisch. Die Gefahr weiterer Abschläge ist gegeben.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 10.11.2020 Kurs: 76.42 Kürzel: ZAL | Online Broker LYNX