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Die Analysten sind für die Aktie des Online-Händlers Amazon fast durch die Bank bullisch, ihr durchschnittliches Kursziel liegt weit über dem aktuellen Kurs. Trotzdem hat die Amazon-Aktie ein Doppeltopp vollendet und ringt aktuell mit ihrer 200-Tage-Linie. Was ist da los?
Was die Anleger, die dieser Tage bei der Aktie des Online-Handelsriesen den Kopf einziehen, umtreibt, ist nicht das normale Geschäft. Das läuft weiterhin sehr gut, Trumps Zölle gegenüber asiatischen Ländern konnten das Umsatzwachstum nicht nachhaltig bremsen. Für 2026 erwarten die Experten ein Umsatzplus von etwa 15 Prozent, durch das mit den geschätzten 824 Milliarden US-Dollar schon 2027 die phantastisch wirkende Marke von einer Billion in den Fokus rückt. Das Problem ist, was Amazon mit dem Geld tut, das als Gewinn hängenbleibt.
Um die 200 Milliarden US-Dollar sollen es sein, die Amazon alleine in diesem Jahr in das Thema KI investiert. Als diese Zahl zu Jahresbeginn auf den Tisch kam, wurde das noch honoriert. Schließlich muss man, um nicht von der Konkurrenz abgefangen zu werden, alle technischen Möglichkeiten nutzen, um weiter vorneweg laufen zu können. Doch mittlerweile beschleicht so manchen Anleger in Bezug auf die gigantischen Summen, die große US-Player wie Alphabet, Microsoft oder eben Amazon in die KI-Entwicklung stecken, eine andere Frage:
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Expertenmeinung: Wird sich das denn jemals rechnen? Gibt man hier nicht immens viel Geld aus, um mit anderen Schritt zu halten, ohne dass dadurch nennenswert mehr verkauft wird und vom Verkauften mehr Gewinn hängenbleibt? Die Kunden werden ja dadurch nicht reicher, haben nicht mehr auszugeben als zuvor. Und wenn alle bei diesem „Wettrüsten“ mitmachen, wer sollte da am Ende auf Kosten der anderen „KI-Aufrüster“ der Gewinner sein?
Und diese Frage hat durchaus ihre Berechtigung. Immerhin ist es bei jedem Wettrüsten so, man denke an den „Kalten Krieg“, dass man vor lauter Sorge, andere könnten eine dominante Stellung erreichen, weil sie in Neues mehr investieren, abseits jeder Vernunft extreme Summen aufwendet, nur, um das zu verhindern … ohne, dass sich unter dem Strich etwas ändert. Und immerhin geht es bei Amazon um 200 Milliarden, das entspricht dem gesamten für 2026 erwarteten EBITDA, d.h. dem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
Aber ob diese berechtigte Sorge, dass man es hier übertreibt bzw. nicht genug Vorteil aus dem aufgewendeten Kapital ziehen wird, die Aktie zu einem echten Baisse-Kandidaten macht, ist noch offen und durchaus fraglich. Immerhin läuft das Kerngeschäft weiter tadellos. 63 von 67 Analysten die Aktie als kaufenswert ein. Und sie haben dabei ein durchschnittliches Kursziel von derzeit 313 US-Dollar, das deutlich über dem im Mai erreichten Rekordhoch liegt.
Dass der Kurs mittlerweile ein Doppeltopp vollendet hat und per Montagabend auf die 200-Tage-Linie zurückgesetzt hat, mahnt aber zur Vorsicht: Mit Blick auf die hohen Kursziele der Analysten einfach ins fallende Messer zu greifen, wäre hochriskant. Besser wäre es, darauf zu warten, dass sich die Aktie aus ihrer aktuell problematischen, charttechnischen Lage befreit. Was aus heutiger Sicht dann gelungen wäre, wenn mit Schlusskursen über 256 US-Dollar die Rückeroberung der 20-Tage-Linie und der Nackenlinie dieses Doppeltopps vollzogen worden wäre.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AMZN/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.06.2026 um 7:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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