Airbus Aktie aktuell Airbus: Schauen die Bullen auf die falschen Zahlen?

News: Aktuelle Analyse der Airbus Aktie

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Zur Airbus Aktie

Seit Beginn der Corona-Krise kommen kaum Neuaufträge herein. Doch die Airbus-Aktie steigt, weil im März mehr ausgeliefert wurde als gedacht. Schauen die Bullen auf die falschen Zahlen … oder liegen die Skeptiker falsch?

Insgesamt kamen bei Airbus im ersten Quartal 2021 gerade einmal 28 neue Bestellungen herein, wenn man die im selben Zeitraum erfolgten Stornierungen bestehender Aufträge dagegen rechnet. Im ersten Quartal 2020 waren es gut zehnmal so viele, obgleich der März damals schon vom „Corona-Schock“ dominiert wurde. Wenn die Anleger positiv darauf reagieren, dass die Zahl der ausgelieferten Maschinen im März doppelt so hoch lag wie im Februar, schauen sie damit doch eher auf die falschen Zahlen, oder?

Richtig ist: Wer in die Zukunft blickt, muss sich in der Tat eher um den Auftragseingang sorgen. Und Airbus‘ Auftragsbuch wird seit einem Jahr deutlich dünner. Wie also kann die Aktie da steigen, womöglich sogar den mittelfristigen Aufwärtstrendkanal nach oben durchbrechen?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Airbus Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das liegt an der Dicke dieses Auftragsbuches. Denn auch, wenn die Neubestellungen noch ein, zwei Jahre so mager bleiben würden wie zuletzt, müsste man die Hände nicht in den Schoß legen. Zum Vergleich: 2019 hatte Airbus ohne den negativen Einfluss der Corona-Problematik 863 Maschinen ausgeliefert, 2020 nur 566. Aber per Ende 2020 lag der Bestand an Aufträgen bei sagenhaften 7.184 Flugzeugen aller Typen.

Damit erwarten die Anleger zu Recht, dass die Aufträge bei Airbus deutlich länger vorhalten als die Probleme, die das Corona-Virus für die Airlines und ihre Zulieferer bedeutet. So gesehen könnte man in der Tat optimistisch denken und handeln, indem man festhält: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis alles wieder rund läuft. Und sobald das Thema Corona vom Tisch ist, können der Output an Maschinen und damit Umsatz und Gewinn wieder steigen.

Was die Aktie jetzt hindern könnte, weiter zuzulegen, ist daher weiniger die unternehmerische Perspektive als die Charttechnik. Denn der Kurs hat schon ein gutes Stück bis zum „Prä Corona“-Level von knapp 140 Euro zurückgelegt und bewegt sich am oberen Ende des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals. Um sich weiteren Spielraum nach oben zu verschaffen, müsste die Aktie über 107 Euro schließen – über dem bisherigen Jahres-Verlaufshoch vom Februar und über der oberen Linie des Aufwärtstrendkanals. Möglich ist das; sicher genug, um einem solchen Ausbruch vorzugreifen, ist es nicht, denn Hoffnungen, wie sie diese Aktie zuletzt getrieben haben, sind nun einmal wankelmütig. Und sollte die Airbus-Aktie unter 93 Euro rutschen, wäre das Thema einer Fortsetzung der Hoffnungs-Käufe erst einmal vom Tisch.

Chart vom 09.04.2021, Kurs 101,20 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Airbus Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Beginn der Impfstoff-Rallye hat vor allem die stark gebeutelten Branchen wieder zurück ins Spiel gebracht. So auch die gesamte Luftfahrtbranche. Nicht nur Fluglinien konnten sich vom Desaster im letzten Jahr erholen, sondern auch die Flugzeugbauer. Die Airbus-Aktie zündete, wie so viele andere Aktien, im November den Turbo und konnte sich seither überaus gut in Szene setzen. Zuletzt brach der Titel aus einer mehrwöchigen Seitwärtsbewegung nach oben aus. Hierbei spielte die Marke bei 95 EUR eine entscheidende Rolle. Aktuell befindet sich auch die 50-Tage-Linie auf selbigem Niveau. Angekommen an der psychologisch wichtigen Marke bei 100 EUR, scheinen sich die Bullen nun etwas schwer zu tun. Der Trend selbst bleibt aber nach wie vor aufwärtsgerichtet.

Expertenmeinung: Unser bislang anberaumtes Kursziel bei 112 EUR konnte noch nicht erreicht werden und nun steht der bullische Trend erneut auf Messers Schneide. Sollten die Kurse die magische Marke bei 95 EUR nach unten durchbrechen, könnte nicht nur der positive Trend in Mitleidenschaft gezogen werden. Zahlreiche Anleger würden wohl die Gewinne der letzten Monate ins Trockene bringen. Eine Verkaufsflut wäre die mögliche Folge und somit der Übergang in eine Korrekturphase. Noch haben die Bullen das Zepter fest in der Hand, aber Investoren sollten dieser Tage den Airbus Chart und Kurs etwas genauer beobachten, um im Fall der Fälle reagieren zu können.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 22.03.2021 Kurs: 97.07 Kürzel: AIR | Online Broker LYNX


Die Airbus-Aktie schiebt sich entlang der berühmten „Mauer der Angst“ sukzessiv höher. Aber die fundamentale Lage sieht weiter fatal aus. Müssen die Bullen also scheitern?

Im Januar und Februar hat Airbus insgesamt 53 Maschinen ausgeliefert. Vor der Corona-Krise lagen die Auslieferungen selbst für einen Monat noch deutlich höher als jetzt für zwei Monate. Und das Auftragsbuch wird dünner und dünner: In diesen beiden Monaten zusammen kamen gerade einmal elf neue Bestellungen herein. Dementsprechend grau in grau kam der Ausblick des Unternehmens daher:

Airbus erwartet die Zahl der Auslieferungen im laufenden Jahr auf dem Niveau des Jahres 2020. Und da wurden 566 Flugzeuge ausgeliefert, nach 863 Maschinen im Jahr 2019. Vor Steuern und Zinsen sieht man derzeit einen 2021er-Gewinn bei zwei Milliarden Euro. Mehr als die 1,7 Milliarden EBIT des Jahres 2020. Aber immens viel weniger als 2019, als das EBIT bei knapp sieben Milliarden gelegen hatte. Trotzdem hat die Aktie bereits 60 Prozent des Kurseinbruchs vom Februar und März 2020 aufgeholt – kann das auf Dauer gutgehen?

Expertenmeinung: Das bullische Lager beruft sich da auf die „Mauer der Angst“. Gerade in Phasen, in denen das Risiko mit Händen zu greifen sei, seien Aufwärtsbewegungen besonders stabil, weil diejenigen, die trotz des negativen Umfelds einsteigen, wissen was sie tun und nicht leichtfertig „zocken“, so die Theorie. Grundsätzlich ist das auch richtig. Und darüber hinaus hätte die Aktie aus rein charttechnischer Sicht wegen der den einzelnen Kaufwellen folgenden, langen Konsolidierungsphasen ein dickes Polster an charttechnischen Unterstützungen vorzuweisen.

Dass die Aktie zwischen 97 und 70 Euro gleich zehn potenzielle Auffanglinien vorweisen kann, an denen Abgabedruck gestoppt werden könnte, mag dabei zwar ein Argument sein, die Aktie zu halten, solange die Aufwärtstendenz erhalten bliebt. Aber dieser „fundamentale Treibsand“ fehlender Neubestellungen und einer sich immer weiter hinauszögernden Normalisierung des Umfelds für den Airline-Sektor wiegt umso schwerer, je näher die Aktie an ihren „Prä Corona“-Level um 140 Euro herankommt.

Würde man sich die Frage stellen, ob jetzt ein guter Moment sein könnte, um auf diesen fahrenden Zug aufzuspringen, müsste die Antwort daher „nein“ lauten. Es wäre zwar nicht ausgeschlossen, dass es gelingt, die obere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals, an der die Airbus-Aktie Ende Februar nach unten abgewiesen wurde, doch noch zu überwinden. Aber das Chance/Risiko-Verhältnis wäre, so nahe an diesem oberen Ende des Trendkanals, eben nicht gerade günstig. Wollte man hier einsteigen, dann besser, wenn die Aktie einen Rücksetzer vollzieht sich die „Mauer der Angst“ erneut bewährt, indem der Kurs an Unterstützungslinien wieder nach oben dreht.

Chart vom 17.03.2021, Kurs 101,12 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

Der offizielle Termin für die Bilanz des vierten Quartals 2020 wäre bei Airbus der 18. Februar. Sofern nicht unangekündigte Vorab-Zahlen kommen sollten, ist das noch relativ lange hin. Doch der Chart der Airbus-Aktie zeigt, dass die Anleger bereits jetzt schon vorsichtshalber den Kopf einziehen:

Es droht die Vollendung eines Doppeltopps, dessen Nackenlinien-Zone im Bereich 81,80/85,10 Euro liegt. In diese Zone eingetreten ist die Aktie mit den Abschlägen des Montags bereits. Das war der dritte Tag mit Kursverlusten in Folge. Und dass Airbus nahezu auf Tagestief schloss, deutet nicht gerade an, dass das bullische Lager imstande und/oder bereit wäre, hier entschieden die Hand aufzuhalten. Wirklich überraschend ist das nicht.

Expertenmeinung: Denn die letzten Meldungen von Airbus waren nicht gerade erbaulich. In den vergangenen Tagen wurde deutlich, dass die Flugzeugproduktion hinter den Erwartungen zurückbleibt. Was auch daran liegen dürfte, dass zu viele Mitarbeiter ausfallen. Allein im Werk in Hamburg mussten gerade 500 Mitarbeiter in Quarantäne. Das wurde vergangenen Freitag bekannt. Einen Tag zuvor hatte Airbus mitgeteilt, dass man die Rückkehr auf das Vorkrisenniveau zwischen 2023 und 2025 erwarte. Jetzt hat gerade einmal 2021 begonnen … und bis dahin kann noch viel gelingen oder schiefgehen. Warum also eine Aktie kaufen, die gerade den Kopf hängen lässt und deren Hoffnungsrallye im November mangels Käufern schlicht versandet ist?

Sie sehen es anhand des Charts: Wie schon im Mai/Juni kam es Anfang November zu einer wilden Kaufwelle. Aber obgleich der Weg nach dem Anstieg über das Juni-Hoch (85,10 Euro) aus charttechnischer Sicht frei gewesen wäre, gingen der Rallye die Käufer aus. Und sie kamen über zwei Monate lang nicht zurück. Warum auch, immerhin ist, auch mit Blick auf den weiterhin fatal mageren Auftragseingang, nicht allzu bald mit der Wende zu rechnen. Und wenn man hier bereits Long war bzw. in die November-Rallye hinein Long gegangen wäre, hätte man jetzt bereits Gewinne zu verbuchen. Warum die nicht eher mitnehmen, statt auf positive, den Kurs treibende Nachrichten warten, die womöglich in weiter Ferne liegen?

Die darniederliegende Konjunktur, das momentane Ausbleiben neuer Stützungsmaßnahmen, die weiterhin nicht im Griff befindliche Pandemie und die Verzögerungen bei den Impfstoff-Lieferungen sind allesamt „bad news“ für einen Flugzeugbauer. Solange diese vorgenannte Nackenlinien-Zone bei 81,80/85,10 Euro hält, ist die Aktie zwar für Bären noch kein gefundenes Fressen. Aber viel fehlt jetzt eben nicht mehr, damit sie es würde.

Chart vom 25.01.2021, Kurs 84,84 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Corona-Pandemie, lässt vor allem die Aktien der Reisebranche und damit einhergehend auch die der Fluggesellschaften und deren Zulieferer wie z.B. die Airbus-Aktie schon seit November des vorigen Jahres steigen. Dennoch bereitet die neue Corona-Mutation, die zunächst in Großbritannien aufgetreten ist, etwas Sorge und so ist es überaus schwierig eine adäquate Prognose auf die Airbus-Aktie abzugeben. Dennoch scheint aktuell eher der Optimismus der Anleger zu überwiegen. Nach den steilen Anstiegen und einem Kursplus von über 50 Prozent innerhalb weniger Wochen, haben zahlreiche Investoren die raschen Gewinne ins Trockene gebracht. Die darauffolgende Korrektur wurde am steigenden 50-Tage-Durchschnitt abgefangen und aktuell kämpfen die Kurse an einer nicht unerheblichen Widerstandslinie. Kann der Breakout hier gelingen?

Expertenmeinung: Die positive Gesamtstimmung an den Börsen könnte hier für weitere Anstiege sorgen. Wichtig wäre, dass die eingezeichnete Widerstandslinie nach oben gebrochen werden kann. Danach stünde einer Fortführung der Rallye nichts mehr im Wege. Mögliche Kursziele wären im Bereich von rund 112 EUR zu finden. Hier hatte das Papier im vorigen Jahr einen wichtigen Support, welcher nun zu einem längerfristigen Widerstand wurde. Nach unten hin ist darauf zu achten, dass die Kurse möglichst nicht die 50-Tage-Linie durchbrechen. Die letzten Wochen über konnte dieser Indikator überaus konstruktiv gehalten werden.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 14.01.2021 Kurs: 92.70 Kürzel: AIR | Online Broker LYNX

Auf den ersten Blick wirkte es, als sei das eine tadellose News: Airbus habe bis zum 29. Dezember 2020 laut der Nachrichtengagentur „Bloomberg“ knapp 550 Flugzeuge ausgeliefert. In einem solch fatalen Jahr ist das doch eine Leistung – oder? Eigentlich nicht. Denn die Fertigung war ja nur für relativ kurze Zeit lahmgelegt. Und im Jahr 2019 lagen die Auslieferungen bei 863 Flugzeugen. Und wer meint, dass diese Zahl an Auslieferungen belegen würde, dass doch deutlich mehr Aufträge eingegangen seien als man hätte befürchten müssen, irrt. Aufträge und Auslieferungen sind zwei Paar Schuhe, denn Flugzeuge werden eben nicht am Montag bestellt und am Mittwoch geliefert.

Stand Anfang Dezember standen im Auftragsbuch von Airbus 7.302 Maschinen. Was bedeutet, dass das Unternehmen grundsätzlich über mehrere Jahre hinaus ausgelastet wäre … wobei immer das Problem besteht, dass Bestellungen und Produktionskapazitäten je nach den bestellten Modellen divergieren können. Aber das Problem der wegen der Krise der Airlines ausgedünnten Aufträge besteht sehr wohl. Per Ende November kamen für das Jahr 2020 nur 297 Neuaufträge herein. Und im November selbst lag die Zahl der Neuaufträge bei null. Nun ließe sich konstatieren, dass das Auftragsbuch sicherstellt, dass Airbus die Durststrecke leicht überwinden kann. Aber so leicht scheint das nicht zu sein, voraussichtlich wird das Unternehmen 2020 nur haarscharf an der Verlustzone vorbei geschrammt sein. Und wie gesagt:

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Expertenmeinung: Das relativ volle Auftragsbuch hätte eigentlich eine höhere Zahl an Auslieferungen erwarten lassen. Daher konnte die gestrige Meldung über die 550 im abgelaufenen Jahr ausgelieferten Maschinen die Akteure auch nicht nachhaltig begeistern. Anfangs machte die Airbus-Aktie zwar einen Satz nach oben. Doch diese anfänglichen Gewinne wurden zügig abverkauft, am Ende schloss die Aktie 1,42 Prozent im Minus. Ein solches Intraday-Reversal ist nicht gerade ein guter Einstieg in ein neues Börsenjahr. Und zugleich nimmt damit die Toppbildung, die sich in den vergangenen Wochen abzeichnete, Form an.

Die Airbus-Aktie notierte am Montagabend sogar einen Tick unter dem Tageshoch des 9. Novembers, als die Nachricht über den ersten kurz vor dem Einsatz stehenden Impfstoff eine wilde Kaufwelle auslöste. Was nicht überraschen kann, schließlich haben die Marktteilnehmer mehrheitlich erkannt, wie lange es dauern wird, bis eine „Impfdichte“ erreicht würde, die eine Normalisierung des Flugverkehrs zulässt … und dass auch das nicht heißt, dass die Airlines sofort wieder Gewinne erwirtschaften, die die Bestellung neuer Maschinen über das Nötigste hinaus ermöglichen könnten.

In dieser Konstellation wird es daher wahrscheinlicher, dass diese Toppbildung vollendet wird, indem die Airbus-Aktie die Unterstützungszone aus dem Hoch der ersten Hoffnungs-Rallye im Juni und dem Verlaufstief der Vorweihnachtswoche zwischen 82,75 und 85,10 Euro durchbricht. Um dieses Risiko zu eliminieren, müsste der Kurs zügig über das letzte Verlaufshoch bei 97,05 Euro steigen. Aber der Weg nach oben scheint derzeit der steinigere zu sein.

Chart vom 04.01.2021, Kurs 89,82 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX