Der Flugzeughersteller Airbus meldete am Dienstagabend nach dem europäischen Handelsende das Ergebnis des ersten Quartals 2026. Umsatz und EBIT blieben hinter den Analystenschätzungen zurück … aber wird das wirklich heute zu einem Abverkauf führen?
Irgendetwas ist halt derzeit immer. Zum einen war es der gegenüber zu vielen Währungen zuletzt starke Euro, der an den Gewinnen zerrte. Zum anderen Probleme mit Zulieferern, die dazu führten, dass Airbus im ersten Quartal weniger Maschinen ausliefern konnte, als man es eigentlich wollte.
In den ersten drei Monaten 2026 verließen nur 114 Maschinen die Hallen, sehr wenig angesichts des bestätigten Gesamtjahresziels von 870 Flugzeugen. Der Umsatz sank um sieben Prozent, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging, um Sonderfaktoren bereinigt, von 624 Millionen Euro im ersten Quartal 2025 auf 300 Millionen zurück, rein auf die Bereiche der kommerziellen Luftfahrt bezogen sogar von 494 auf 81 Millionen. Das klingt düster, aber:
Die Frage ist, ob damit nicht viele Marktteilnehmer längst gerechnet hatten. Die Lieferprobleme bei Triebwerkherstellern, die Verzögerungen bei den Auslieferungen, der Druck auf den Gewinn durch den starken Euro, all das ist ja nicht hinter verschlossenen Türen abgelaufen. Und immerhin hält Airbus an seinem Ziel fest, 2026 870 Flugzeuge zu liefern und ein um Sonderfaktoren bereinigtes EBIT von 7,5 Milliarden Euro zu erreichen. Was noch auch zu erreichen sein dürfte … es darf bloß nicht im laufenden Quartal schon wieder irgendein Bremsklotz auftauchen. Damit stellt sich die Frage:
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Expertenmeinung: Werden die Anleger die optimistische Variante wählen, indem sie fest daran glauben, dass Airbus seine Jahresziele erreicht, und die Aktie halten, womöglich mit Blick auf die seit Mitte Januar laufende Korrektur sogar zukaufen? Oder senken viele Trader den Daumen, verkaufen und drücken die Aktie dadurch unter ihr bisheriges Jahrestief, das am 23. März bei 156,54 Euro markiert wurde, was den Abwärtstrend wieder in Fahrt bringen würde?

Der heutige Tag kann da wegweisend werden, denn sollte eine umgehende, drastisch negative Reaktion ausbleiben, kommt sie oft nicht mehr. Als direkte Folge des Zahlenwerks gab der Kurs per 20 Uhr am Dienstagabend bei niedrigen Umsätzen moderate knapp zwei Prozent auf gut 162 Euro nach. Damit wäre noch nichts angebrannt. Bliebe es bei dieser Größenordnung, würde das die Chance auf einen Aufwärtsschwenk aufrechterhalten.
Wirklich bestanden hätte die Airbus-Aktie diese Nagelprobe aber vor allem dann, wenn der Kurs heute oder zumindest in den nächsten zwei bis drei Handelstagen klar nach oben dreht und es über die heute bei gut 173 Euro ankommende 50-Tage-Linie schafft. Möglich ist das, wenn schwache Zahlen auf Erwartungen treffen, die noch niedriger gelegen hatten … das dürfte also heute spannend werden!
Quellen:
Quartalsbericht Q1 2026, 28.04.2026:
https://mediaassets.airbus.com/pm_38_900_900051-7tq155l0vm.pdf?fileName=airbus-first-quarter-q1-2026-press-release.pdf


