Airbus Aktie Prognose Airbus: Geht der Sinkflug vom aktuellen Niveau aus weiter?

News: Aktuelle Analyse der Airbus Aktie

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Airbus
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Chartanalyse
Basis 6 Monate neutral
Zur Airbus Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des Luft- und Raumfahrtunternehmens ist derzeit sehr volatil. Zusammen mit den Kursverlusten an den europäischen Börsen ging es mit Airbus Anfang März heftig Richtung Süden. Zwar ist der Konzern auch im Bereich Rüstung tätig, doch die Gefahr von Umsatzeinbrüchen in anderen Segmenten ist imminent.

Nach dem starken Kursverlust hat sich die Airbus-Aktie mittlerweile wieder etwas erholen können. Aus technischer Sicht sieht die ganze Sache jedoch eher nach einem technischen Bounce als nach einer nachhaltigen Trendwende aus. Die Kurse haben den alten Boden bei rund 106 EUR wieder erreicht. Das Problem hierbei ist die Tatsache, dass dieser nun zu einem Widerstand wird. Bereits im gestrigen Handel haben einige Trader die kurzfristigen Gewinne wieder mitgenommen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Airbus Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Aktuell ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Kurse vom aktuellen Niveau aus wieder stärker unter Druck geraten dürften. Die Börsen befinden sich nach wie vor in einer tiefgreifenden Korrektur und Rallyes werden aktuell oft genutzt, um schnell Kasse zu machen.

Vielmehr könnte sich hier unter Umständen sogar eine nette Shortgelegenheit ergeben. Eine mittelfristige Trendwende wird wohl noch einige Wochen brauchen, denn zuerst müsste Airbus ein höheres Tief kreieren, um ein Zeichen von Stärke zu zeigen. Ein Bounce nach oben, nach einer derart steilen Talfahrt ist noch kein überzeugendes Signal.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 14.03.2022 Kurs: 104.56 Kürzel: AIR | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Airbus Aktie

Krieg in der Ukraine. Wie geht man damit als Anleger um? Zuallererst sollte man ruhig bleiben.
Panik oder Aktionismus helfen überhaupt nicht weiter.

So schrecklich die Lage auch ist, man muss sie nüchtern betrachten. Tut man das, kommt man womöglich zu dem Schluss, dass sich der wirtschaftliche Schade für den Westen in Grenzen hält, zumindest, solange sich der Konflikt auf die Ukraine beschränkt.

Für Russland dürfte das anders aussehen. Das hat, wie so oft, mit Verhältnismäßigkeiten zu tun.

Dazu ein kleines Beispiel: Stellt Deutschland alle Geschäftsbeziehungen mit Russland ein, dann kostet uns das 2% des Außenhandels.
Das ist schmerzlich, aber verkraftbar, denn wir haben ja all die anderen Handelspartner.

Stellen die EU und die NATO-Staaten den Handel mit Russland weitgehend ein, verliert Russland allerdings mehr als 30 Handelspartner.
Auf die EU entfällt rund ein Drittel des russischen Außenhandels, das sind keine Kleinigkeiten.

Panik

Das ist aber natürlich nicht das einzige Problem für Russland. Vermindert der Westen die Erdöl- und Gas-Importe, fehlen zunehmend die Devisen.
Das wiederum führt zu einer Entwertung des Rubels, wie wir sie bereits erleben.

Da darüber hinaus auch noch die Devisenreserven der russischen Zentralbank eingefroren wurden (angeblich mehr als 600 Mrd. USD), kann die Notenbank kaum gegensteuern.

Dass Panikreaktionen nicht sinnvoll sind, haben die letzten Tage eindrucksvoll gezeigt. Dass die Börse oft kontraintuitiv ist, ebenfalls.

Der Dax rutschte nach der Invasion der Ukraine zeitweise rund 5% ins Minus, drehte dann aber plötzlich zur Oberseite.
Am Ende der Woche waren alle Verluste wieder aufgeholt.

Profiteure

Wie immer gibt es aber auch Krisengewinner. Am naheliegendsten sind natürlich Rüstungskonzerne.
Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er sich daran beteiligen möchte, ich werde es nicht.

Zu den größten Profiteuren der anstehenden Militär-Investitionen könnten folgende deutsche Unternehmen gehören (wir beschränken uns weitgehend auf börsennotierte Unternehmen):

Jenoptik produziert mechatronische und sensorische Produkte, unter anderem auch für militärische Zwecke. Der Jahresumsatz im Bereich „Defense & Civil Systems“ liegt bei mehr als 200 Mio. Euro.

MTU Aero stellt Triebwerke für Kampfflugzeuge wie den Eurofighter her und liefert Triebwerkskomponenten.
Jahresumsatz mehr als 500 Mio. Euro.

Kraus-Maffei baut Rad- und Kettenfahrzeuge, also Panzer jeglicher Couleur.
Darüber hinaus Artilleriesysteme, Flugabwehr und so weiter.

Langsam nähern wir uns mit ThyssenKrupp den größten Rüstungskonzernen. Allerdings macht die Sparte bei dem Industriegiganten nur etwa ein Zwanzigstel des Umsatzes aus, wenn es auch fast 2,0 Mrd. Euro sind.

Das sieht bei Rheinmetall natürlich anders aus, hier ist der Anteil des Rüstungsgeschäfts sehr hoch und dementsprechend stark fällt auch die Kursreaktion aus.
Rheinmetall stellt gepanzerte Fahrzeuge, Waffen und Munition her.

Auf Platz 2 der größten deutschen Rüstungskonzerne ist ein Unternehmen, welches kaum jemand kennen wird. MBDA ist in ganz Europa tätig, hat in mehreren Ländern Standorte und stellt Marschflugkörper, Panzerabwehr, taktische Luftverteidigungssysteme, Lenkkörper und allerlei andere Waffen her.

Der Platzhirsch

Die Nummer eins ist Airbus. Der Luftfahrt-Konzern stellt unter anderem Kampfjets, Truppentransporter und Kampfhubschrauber her.
Wenngleich Airbus auch der größte Rüstungskonzern Europas ist, die Aktie stellt für mich vor allem eine Wette auf den langfristig wachsenden Luftfahrt-Sektor dar.

Daher ist die Kursreaktion auf die steigenden Rüstungsausgaben auch nicht sehr groß. Bei Airbus entfällt „nur“ rund ein Fünftel des Geschäfts auf den militärischen Bereich – der dürfte in den kommenden Jahren allerdings brummen.

Und ich gehe schwer davon aus, dass auch das zivile Luftfahrtgeschäft wieder an Fahrt aufnehmen wird. Weltweit werden die Reisebeschränkungen gelockert, Corona wird nicht ewig Thema sein.
Perspektivisch werden die zugrundeliegenden Trends wieder die Oberhand gewinnen.

Für Airbus bedeutet das Wachstum und steigende Gewinne und man muss ganz klar sagen, bereits jetzt läuft das Geschäft wieder erstaunlich gut.

Ausblick und Bewertung

Trotz der anhaltenden Belastungen durch die Corona-Krise hat Airbus 2021 den höchsten Gewinn der Unternehmensgeschichte eingefahren.

Der Umsatz lag mit 52,1 Mrd. Euro zwar noch weit unter dem Vorkrisenniveau von als 70,5 Mrd. Euro, man scheint die Zeit allerdings genutzt zu haben und ist nun effizienter aufgestellt.
Der Nettogewinn lag bei satten 4,2 Mrd. Euro, was 5,36 Euro je Aktie entspricht.

Das bisher beste Ergebnis hatte man 2018 mit einem Gewinn von 3,92 Euro je Aktie erzielt.
Der Blick auf den freien Cashflow zeigt, dass es sich dabei nicht um Sondereffekte handelt.

Airbus hat 2021 ganz real mindestens 3,5 Mrd. Euro verdient und steht auch bilanziell gut gerüstet da. Der Luftfahrtkonzern hat 22,7 Mrd. Euro an Barmitteln zur Verfügung. Selbst abzüglich aller Verpflichtungen bleiben Nettomittel von 7,6 Mrd. Euro.

Der Ausblick kann sich ebenfalls sehen lassen. Derzeit wird erwartet, dass der Gewinn bis Ende 2023 auf 6,85 Euro je Aktie steigen wird.
Darin dürften die anziehenden Rüstungsausgaben aller Herren Länder noch nicht enthalten sein.

Der Rest ist einfache Mathematik. Airbus wurde in der Vergangenheit meistens mit einem KGV von 22-27 gehandelt. Daraus ergeben sich Kursziele von 150,70 Euro und mehr.

Aus technischer Sicht ist die Aktie klar bullisch. Airbus ist nach dem Corona-Crash wieder in den langjährigen Aufwärtstrend zurückgekehrt.

Chart vom 28.02.2022 Kurs: 113,78 Kürzel: AIR - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 28.02.2022 Kurs: 113,78 Kürzel: AIR – Wochenkerzen

Als Anleger kann man die Sache auf verschiedene Arten spielen. Gelingt ein Wochenschlusskurs über 118 oder besser 120 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 132 und 137 Euro.

Antizyklische Anleger sollten hingegen auf einen erneuten Rückfall hoffen. Mögliche Anlaufstellen auf der Unterseite liegen bei 110 sowie 104 Euro.
Bestenfalls gelingt ein Einstieg zwischen 97 Euro und dem Aufwärtstrend – das scheint aktuell aber eher unwahrscheinlich zu sein.

Stark angefangen, dann aber stark nachgelassen: Nach drei Tagen mit massiven Käufen haben sich die Bullen bei der Airbus-Aktie scheinbar festgefahren. Aber noch ist dadurch nichts angebrannt, ein Ausbruch ist weiterhin möglich. Nur sollte das besser schnell gehen.

Die Perspektive für Airbus sah bis in den Herbst hinein gar nicht gut aus. Man drohte deutlich hinter dem eigenen Ziel an Flugzeug-Auslieferungen zurückzubleiben, zugleich wurde das Auftragsbuch immer dünner. Doch dann wendete sich das Blatt. Im Rahmen der Dubai Air Show hagelte es neue Aufträge. Und während bis Ende November nur 500 Maschinen ausgeliefert wurden, rettete sich der Flugzeughersteller im Dezember mit einem Kraftakt über die selbst gesteckte Ziellinie von 600 Maschinen, schaffte bis Silvester die Auslieferung von 611 Flugzeugen.

Das lässt Gutes erwarten. Für das neue Jahr gehen die Experten davon aus, dass Airbus einen Rekordgewinn erreichen und etwa 20 Prozent mehr als 2021 verdienen könnte, für 2023 sieht man aufgrund der jetzt wieder rosigen Auftragseingänge sogar ein Gewinnplus von 30 Prozent. Und der Umstand, dass das Corona-Gespenst durch die weniger gefährliche und schnell dominant werdende Omikron-Variante seinen Schrecken verliert, hilft mit, für die Luftfahrtindustrie nicht nur einen silbernen, sondern einen goldenen Streifen am Horizont zu sehen. Jetzt müsste nur noch die Aktie umsetzen, was die Analysten erwarten.

Expertenmeinung: Deren durchschnittliches Kursziel für die Airbus-Aktie liegt nämlich bei 142 Euro und damit über dem Anfang 2020 erreichten, bisherigen Rekordhoch von 139,60 Euro. Davon wäre die Aktie jetzt noch ein gutes Stück entfernt. Aber würde es gelingen, aus dem Seitwärts-Geschiebe herauszukommen, das den beherzten Käufen in den ersten drei Handelstagen 2022 folgte, wäre das Erreichen dieses durchschnittlichen Kursziels durchaus etwas, das sich relativ zügig schaffen ließe.

Denn die Aktie stoppte den anfänglichen Sturmlauf nicht im charttechnischen Niemandsland, sondern auf Höhe des 2021er-Verlaufshochs, das im Juli bei 120,92 Euro markiert wurde. Und wie Sie in unserem Chart auf Wochenbasis sehen, bildet diese Linie zusammen mit einem markanten Zwischentief vom Dezember 2019 bei 122,52 Euro die Hürde, über die der Kurs hinaus muss, um freie Bahn an dieses alte Rekordhoch zu bekommen. Denn darüber würde sich aus charttechnischer Sicht keine Linie als Widerstand aufdrängen, die den Kurs vorher zwingend aufhalten müsste.

Solange die Airbus-Aktie diesen Ausbruchversuch nicht abbricht, indem der Kurs wieder unter die durch die Jahresanfangs-Rallye überwundene, mittelfristige Abwärtstrendlinie zurückfallen und mit Schlusskursen unter dem 2021er-Schlusskurs von 112,36 Euro für das Jahr negativ würde, stehen die Chancen nach oben besser als die eines Abwärtsimpulses. Aber der Ausbruch sollte besser relativ bald gelingen, denn je länger die Aktie unterhalb dieser Widerstandszone 120,92/122,52 Euro herum tändelt, desto mehr Bullen dürften unruhig werden. Und von einsetzender Nervosität bis zum Ausstieg ist es oft eben kein großer Schritt.

Chart vom 13.01.2022, Kurs 117,24 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

Die Vorweihnachtswoche ist für die Airbus-Aktie eine beeindruckend gute. Am Montag setzten kräftige Käufe ein, wodurch jetzt wichtige Charthürden bezwungen wurden. Und die Käufe haben ein solides Fundament: Das Auftragsbuch füllt sich … und zwar rasant!

Meine letzte Analyse der Airbus-Aktie vom vergangenen Freitag schloss ich mit der Aussage: „Bevor die Airbus-Aktie die Charthürden, an denen sie in der Vorwoche gescheitert war, nicht mit Schlusskursen über 109 Euro glaubwürdig überboten hätte, haben die Short-Seller hier eindeutig noch die besseren Karten.“ Genau das ist per Mittwochabend gelungen. Mit 111,00 Euro schloss die Aktie solide über dem vorherigen Zwischenhoch. Und nicht nur das:

Wir sehen im Chart jetzt ein über dem von Anfang Dezember liegendes Zwischentief: positiv. Die Aktie hat nicht nur die Widerstandszone 103/105 Euro und die kurzfristige Abwärtstrendlinie, sondern auch den Widerstandsbereich 107,00/108,70 Euro überboten, darüber hinaus auch noch die in dieser Zone verlaufende 200-Tage-Linie: positiv. Und der Trendfolgeindikator MACD hat auf seiner Signallinie wieder nach oben gedreht und bleibt damit bullisch: ebenfalls positiv. Aber besonders wichtig ist, dass diese Käufe auf höchst erfreulichen Nachrichten über umfangreiche Neubestellungen basieren, die diese Aufwärtswende über den Status einer reinen Trader-Rallye hinaus heben:

Expertenmeinung: Das Problem bei Airbus war ja nicht nur, dass man 2021 wohl hinter den eigenen Zielen, in diesem Jahr etwa 600 Maschinen auszuliefern, zurückbleiben wird, denn bis Ende November lagen die Auslieferungen bei 518 Maschinen. Sorgen machte vor allem der Auftragseingang. Denn der lag bis zum November sehr weit hinter dem üblichen Level zurück. Und auch, wenn die Dubai Air Show dann im November viele Neubestellungen brachte: Den sich daraus addierenden 318 Bestellungen des Novembers standen 75 Stornierungen gegenüber. Aber offenbar hatte diese Air Show Nachwirkungen:

Ende vergangener Woche kamen gleich zwei große Orders: Die australische Qantas bestellte 134 Maschinen (40 feste Bestellungen, 94 Optionen). Und Air France KLM orderte 100 Maschinen und zog eine Option für 60 weitere. Endlich geht es also auch beim Auftragseingang voran. Auch, wenn diese Flugzeuge erst ab 2024 gebaut werden:

Das lässt erwarten, dass Airbus nicht unversehens in ein Loch fällt, selbst, wenn sich das Corona-Problem noch länger hinziehen sollte. Und gestern kam dann auch noch eine weitere, beeindruckende Order hinzu: Airbus hat von den französischen Streitkräften eine Bestellung im Volumen von 10 Milliarden Euro für 169 H10M Guépard-Helikopter erhalten. Auch das ist ein Auftrag, der in die Zukunft weist, die Hubschrauber sollen ab 2027 geliefert werden. Aber wenn der Blick in die Zukunft für die Airbus-Anleger satte Aufträge zeigt, ist das für die Chancen der Aktie natürlich höchst hilfreich.

Chart vom 21.12.2021, Kurs 111,00 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

Jetzt wäre der Weg aus rein charttechnischer Sicht in die Widerstandszone 116,70/121,00 Euro frei. Ob die Aktie auch diese Zone überwinden und sich weiter in Richtung des Anfang 2020 erzielten Rekordhochs bei 139,40 Euro vorarbeiten kann, wird sich weisen. Aber ein guter Anfang wäre jetzt gemacht. Solange der Kurs nicht wieder unter 100 Euro zurückfallen sollte, bleibt Airbus auf der Oberseite aussichtsreich.

Als am 26. November die ersten Meldungen über die „Omikron“-Mutante eintrafen, brach die Airbus-Aktie massiv ein. Seither versuchen die Käufer, die Aktie wieder in bullisches Terrain zu bugsieren, aber bislang vergebens. Und dass sich die Bären hier wehren, ist verständlich.

Denn es geht hier eigentlich weniger um „Omikron“. Es geht um mittelfristige Perspektiven, um die Frage, wie sich die Ausgangslange nach der Corona-Krise darstellen wird. Und da ist eben keineswegs sicher, dass man die hohen Auftragseingänge und Auslieferungszahlen, die Airbus noch 2019 erreicht hatte, allzu bald wieder sehen wird.

Das kann so kommen, wenn sich das weltweite Wachstum verstetigt und mehr Fahrt aufnimmt als bisher. Was aber nur dann gelingen würde, wenn die Folgeerscheinungen der Corona-Problematik in Form von Lieferengpässen und Inflation so schnell überwunden werden, dass die Unternehmen ohne Einschränkungen und Entlassungen auskommen, die Löhne mit der Inflation mithalten und die Airlines dadurch wieder einen Passagier-Boom erwarten können, der es ermöglicht, die Flugzeugflotten auszubauen und/oder zu modernisieren.

Expertenmeinung: Aber genau das ist eben noch nicht sicher. Diejenigen, die zuletzt bei Airbus einstiegen, nachdem absehbar wurde, dass diese neue Mutation des Corona-Virus die Lage wohl nicht nennenswert verschärfen wird, gehen von diesem positiven Szenario aus. Aber der Chart zeigt: Die Gegenseite, die Skeptiker, gibt es eben auch. Und die halten bislang bei der Airbus-Aktie genau dort dagegen, wo man dagegen halten muss, um bullische Signale zu vereiteln.

Airbus-Aktie: Chart vom 16.12.2021, Kurs 102,90 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

Nach dem „Gap Down“ als Reaktion auf die Omikron-Meldung am 26. November kam es zwar zu Rückkäufen. Aber Sie sehen im Chart, dass diese Gegenreaktion nach oben in einem Bereich abgewiesen wurde, an dem man bärische Gegenwehr vermuten durfte: Im Widerstandsbereich zwischen 107 und 109 Euro, wo sich mehrere untere Wendemarken, die kurzfristige Abwärtstrendlinie sowie die 20-Tage- und die 200-Tage-Linien zu einem massiven Kreuzwiderstand formieren. Dort kam kräftiger Druck auf, der die Airbus-Aktie bis Mittwoch bereits wieder in Richtung der Unterstützung bei knapp über 93 Euro drückte. Auffällig dabei:

Der gestrige Versuch, zumindest den mittlerweile deutlich nach unten gelaufenen, doppelten Leitstrahl des Abwärtstrends in Form der November-Abwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie zu überwinden, traf nach einem Gap Up zum Handelsstart nicht auf Anschlusskäufe.

Das ist ein Chartbild, bei dem man sich leicht die Finger verbrennen könnte, wollte man auf eine Trendwende nach oben setzen, ohne die Charttechnik im Rücken statt als Gegner zu haben. Bevor die Airbus-Aktie die Charthürden, an denen sie in der Vorwoche gescheitert war, nicht mit Schlusskursen über 109 Euro glaubwürdig überboten hätte, haben die Short-Seller hier eindeutig noch die besseren Karten!

Gerade hatte Airbus mit einer ansehnlichen Zahl an Neubestellungen das Problem eines dünner werdenden Auftragsbuchs gelindert, da kam die Nachricht über eine kritische Corona-Variante. Die Aktie durchschlug alle relevanten Unterstützungen. Aber ist das denn logisch?

Diese Meldung über eine womöglich die Gefährlichkeit der bisherigen COV 19-Viren deutlich übersteigende Virus-Mutation hatte am Freitagmorgen zu nahezu panischen Verkäufen in Aktien geführt, bei denen die Marktteilnehmer mutmaßen, dass diese Unternehmen durch erneute Lockdowns und eine Gefährdungslage, denen die vorhandenen Impfstoffe nicht tauglich Paroli bieten können, am härtesten getroffen werden. Es traf vor allem alles, was mit Verkehr zu tun hat. Die Autobauer, die Airlines und, in deren Windschatten, Airbus.

Dabei zeigte sich durch das gewaltige „Opening Gap“, die große Abwärts-Kurslücke zum Handelsstart, dass da viele derart nervös geworden waren, dass sie die Airbus-Aktie einfach „bestens“, ohne Limit, auf den Markt geworfen haben. Wenn so etwas passiert, lohnt es sich immer, genau hinzuschauen. Und eines sticht dann natürlich sofort ins Auge:

Noch weiß man ja gar nicht, ob die Vermutung einer deutlich höheren Ansteckungsrate zutrifft. Und über die entscheidende Frage, ob diese Mutation auch für den Körper gefährlicher ist, weiß man erst recht nichts. Diese Verkäufe waren also aus der Überraschung und der daraus resultierenden Verunsicherung geboren, nicht aber aus neuen Fakten. Eine Chance?

Expertenmeinung: Man neigt ja dazu, zeitweise prozentual zweistellige Verluste immer als die Chance anzusehen, eine Aktie unverhofft billig einsammeln zu können. Aber was, wenn die erste Reaktion der Anleger die richtige war, weil sich die Lage tatsächlich so entwickelt, dass die Airlines wieder am Boden bleiben müssen und sich das nicht ein paar Tage, sondern Wochen und Monate hinzieht?

Dann würde wohl vieles, was Airbus zuletzt an neuen Bestellungen eingesammelt hat, vorerst storniert. Die Erwartung, dass der Flugzeugbauer 2021 mit seinem Gewinn wieder an das starke Jahr 2018 anknüpft, könnte zwar, mit Blick auf den Kalender, noch eintreffen. Aber der Optimismus, dass Airbus in den kommenden zwei Jahren noch einmal 50 Prozent Gewinnplus dazu packt, würde sich erledigen. Aber darauf fußte die bis zum Sommer dauernde Hausse der Aktie, die sie schon relativ nahe an das Anfang 2020 bei 139,40 Euro markierte Rekordhoch herangetragen hatte.

Airbus-Aktie: Chart vom 26.11.2021, Kurs 99,29 Euro, Kürzel AIR | Online Broker LYNX

Damit wird deutlich: Wenn sich die emotionale Reaktion der Trader am Freitag als überzogen herausstellen sollte, weil weitere Untersuchungen ergeben, dass diese Virus-Mutation weniger gefährlich ist als derzeit befürchtet, würde sich der dunkle Schatten, der jetzt über der Airbus-Aktie schwebt, zwar verflüchtigen. Aber solange man das nicht abschätzen kann, wäre ein Griff in dieses fallende Messer brandgefährlich. Denn es ist ja nicht so, dass der Kurs dadurch auch nur ansatzweise in die Nähe der Tiefs des Vorjahres gekommen wäre, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt.

Hinzu kommt, dass rein charttechnisch orientierte Trader hier jetzt nicht auf der Long-Seite antreten würden, denn wie eingangs geschrieben, wurden am Freitag alle Unterstützungen von Bedeutung gebrochen. Die Aktie fiel durch die untere Begrenzung der monatelangen Handelsspanne im Bereich 103,16/104,92 Euro … und mit ihr fiel auch die 200-Tage-Linie. Die nächste Unterstützung wären die Zwischentiefs vom März und Mai knapp über 93 Euro. Die halten könnten, aber, je nach Entwicklung der Nachrichtenlage, nicht halten müssen, daher:

Ja, die Airbus-Aktie wirkt nach dem Kurseinbruch des Freitags im Vergleich zum Niveau des Jahreshochs billig. Aber ob sie jetzt wirklich billig ist, kann man im Vorfeld neuer Informationen nur raten, nicht aber wirklich abschätzen. Daher wäre das hier ein fallendes Messer, in das ich persönlich lieber nicht hineingreifen würde.