Airbus Aktie Prognose Airbus: Gar nicht mal so gut … warum kippt die Aktie nicht?

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Die am Donnerstagmorgen vorgelegten Ergebnisse von Airbus blieben hinter der durchschnittlichen Prognose der Analysten zurück. Dafür hielt sich die Aktie mit einem Minus von gerade einmal einem Prozent verblüffend gut. Warum kippt die Aktie nicht?

Weil sie gerade eine Art „geliehene Stärke“ sieht. In dem Moment, als bei Boeing erneute, handfeste Probleme bei der Boeing 737 MAX auftauchten, sackte die Boeing-Aktie weg, die Airbus-Aktie hingegen stieg. Die Trader sagten sich, dass Airbus von den Problemen des wichtigsten Konkurrenten profitieren werde. Und damit könnten sie auch Recht haben.

Allerdings war das in der ersten Phase der Probleme bei Boeing nicht der Fall, zumindest war es nicht offensichtlich, dass man Airbus die Türen einrannte, weil sich Kunden von Boeing abgewandt hätten.

Und auch, wenn das 2023er-Ergebnis nur ein Blick zurück ist: Gut waren die Ergebnisse eben nicht, denn wenngleich der Umsatz zulegte, fiel doch der Gewinn. Und das mit 4,6 Milliarden Euro beim EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) nach 5,32 Milliarden im Jahr 2022 nicht nur spürbar, sondern deutlicher als seitens der Experten im Schnitt erwartet (Prognose 5,06 Milliarden). Das galt ebenso für den Nettogewinn, der mit 3,8 Milliarden zwar nur knapp unter der Prognose von 3,87 Milliarden, aber deutlich unter dem des Vorjahres (4,24 Milliarden) hereinkam. Hielt womöglich der Blick nach vorne die Anleger bei der Stange?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Airbus Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das schon eher, denn während man 2023 das Auslieferungsziel von 720 Maschinen offenbar nur mit einer Hauruck-Aktion im Dezember knapp übertraf, will Airbus 2024 durchstarten und mit 800 Maschinen so viele liefern wie nie. Entsprechend ambitioniert zeigt sich das vom Unternehmen ausgegebene Ziel beim EBIT: zwischen 6,5 und 7,0 Milliarden sollen es werden. Nach den 4,6 Milliarden 2023 wäre das natürlich ein großer Sprung, der dazu führen würde, dass die Aktie auf dem derzeitigen Kursniveau nicht, wie es auf Basis des 2023er-Gewinn der Fall wäre, recht teuer wäre, sondern noch Luft nach oben besteht.

Airbus Aktie: Chart vom 15.02.2024, Kurs 148,82 Euro, Kürzel: AIR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Airbus Aktie: Chart vom 15.02.2024, Kurs 148,82 Euro, Kürzel: AIR | Quelle: TWS

Ob das Umfeld wirklich gut genug ist, um diese Ziele zu erreichen, bleibt zwar offen. Aber solange die Lage bei Boeing problematisch bleibt, ist diese Chance eben da. Und selbst, wenn die nächste Quartalsbilanz bei Airbus nicht umwerfend ausfallen sollte: Das muss die 2024er-Guidance ja noch nicht kippen. Die Bullen haben jetzt also etwas, woran sie sich klammern können, daher ist es gar nicht so überraschend, dass die Aktie nur geringfügig nachgab und dabei die Oktober-Aufwärtstrendlinie hielt.

Ein Rutsch unter diese Linie muss dabei noch nicht das Ende der Aufwärtschancen sein, nicht einmal ein Kurs unter dem Dezember-Hoch bei 143,98 Euro. Sollte jedoch die wichtige Supportzone 137,18 zu 138,72 Euro fallen, wäre hier etwas angebrannt, das schwerer wiegen könnte als die Hoffnung auf ein starkes Ergebnis am Ende eines noch sehr langen Jahres.

Quellenangaben: Ergebnis 2023, 15.02.2024:
https://www.airbus.com/en/newsroom/press-releases/2024-02-airbus-reports-full-year-fy-2023-results
Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/AIR.PA/

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Vorherige Analysen der Airbus Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des europäischen Raumfahrt- und Rüstungskonzerns befindet sich weiterhin im Steigflug. Spätestens mit dem Ausbruch über die im Chart eingezeichnete Widerstandslinie Anfang Dezember hat die Airbus-Aktie neue Maßstäbe gesetzt.

Zwar kam es Ende des vorigen Jahres zu einem merklichen Pullback, doch dieser wurde nahezu punktgenau am bisherigen Widerstand, welcher nun eine Unterstützung darstellt, aufgehalten. Das neue Jahr brachte frische Impulse, und der Aufwärtstrend geht vorerst weiter. Die Bullen haben das Zepter fest in der Hand und die Kurse notieren konstant über der 20- als auch der 50-Tage-Linie.   

Expertenmeinung: Wo liegt das nächste Kursziel und wie weit kann diese Rallye noch gehen? Beim Blick auf den Wochenchart sind keine Widerstände mehr zu erkennen, denn das Papier befindet sich auf neuen Allzeithochs. Wenn wir uns die letzte Kaufwelle genauer ansehen, so hatte diese eine Spanne von rund 24 EUR.

Wenn wir diese zum letzten Pivot-Tief von Ende Dezember addieren, ergäbe sich ein theoretisches Kursziel auf bis zu 160 EUR. Bei dem aktuellen Tempo könnte diese Ebene noch im ersten Quartal dieses Jahres erreicht werden. Solange die Kurse nicht merklich unter das Tief der vorigen Woche zurückfallen, haben die Bullen das Zepter fest in der Hand.

Aussicht: BULLISCH

Airbus Aktie: Chart vom 18.01.2024, Kurs: 148.84 EUR Kürzel: AIR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Airbus Aktie: Chart vom 18.01.2024, Kurs: 148.84 EUR Kürzel: AIR | Quelle: TWS

Zweimal war die Airbus-Aktie dem im Januar 2020 bei 139,40 Euro markierten Rekordhoch in der zweiten Jahreshälfte nahegekommen, aber erst in diesem dritten Anlauf ging der Kurs nach oben durch. Allerdings wäre es kein Fehler, zu fragen: warum … und hält das?

Aus rein charttechnischer Sicht war das ein tadelloser Durchbruch. Ausgehend von der perfekt gelaufenen Verteidigung der Unterstützungszone 120,50/122,50 Euro lief die Aktie zügig, aber nicht Gewinnmitnahmen provozierend schnell an das bisherige Jahres-Verlaufshoch bei 138,72 Euro, tändelte dort kurz umher und lief dann am Freitag mit einer Aufwärts-Kurslücke nach oben hinaus. Das ist aus charttechnischer Sicht perfekt, hinzu kommt, dass die Aktie aus markttechnischer Sicht auf Tages- ebenso wie in der hier abgebildeten Wochenbasis nicht so brandheiß gelaufen ist, dass unmittelbare Abgaben aus diesem Grund zu erwarten wären.

Airbus Aktie: Chart vom 08.12.2023, Kurs 141,84 Euro, Kürzel: AIR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Airbus Aktie: Chart vom 08.12.2023, Kurs 141,84 Euro, Kürzel: AIR | Quelle: TWS

Aber natürlich wäre es wichtig, die Argumente abzuklopfen, die dafür sprechen, dass die Aktie von hier aus weiter zulegen kann oder doch wenigstens über der jetzt als Support dienenden Zone 138,72 zu 139,40 Euro bleibt. Und da wird es dann ein wenig knifflig, denn:

Expertenmeinung: Als Argument diente vor allem, dass die Deutsche Bank ihr Kursziel für die Aktie am Freitag von 130 auf 152 Euro anhob. Womit man indes nicht alleine steht, JPMorgan hat hier das höchste Kursziel von 165 Euro. Und das wurde bereits im Juli dorthin gesetzt, gerade erst am Donnerstag bestätigt und das brachte die Aktie nicht über diese Hürde. Nachvollziehbar ist ein Kurssprung als Reaktion auf das 150 Euro-Ziel der Deutschen Bank also nicht. Zumal es dazu auch andere Ansichten gibt. So bestätigte die Berenberg Bank ihr Kursziel für Airbus am Donnerstag ebenfalls … und das liegt bei 100 Euro mit der Einstufung „Verkaufen“.

Zudem hatte der Luftfahrtkonzern gerade erst am Dienstag gemeldet, dass man im November 64 Maschinen ausgeliefert habe. Damit müssten noch knapp 100 Maschinen im Dezember ausgeliefert werden, um zu verhindern, dass Airbus sein Jahresziel, 720 Maschinen auszuliefern, genauso verfehlt wie 2022. Und die Zahl der Neubestellungen im November klingt mit 113 zwar hervorragend. Aber nicht mehr, wenn man die recht hohe Zahl von 52 stornierten Orders abzieht. Fazit:

Aktuell ist bei Airbus nichts besser als Ende Oktober, als der Kurs im Bereich von 120 Euro aufsetzte. Im Gegenteil, da wusste man noch nicht einmal, dass das Unternehmen die Gewinnprognosen der Analysten für das dritte Quartal verfehlen würde, das kam erst am 8. November auf den Tisch. Damit fehlt diesem Ausbruch nach oben das faktische Fundament. Charttechnisch passt alles, markttechnisch wäre noch ein wenig Luft. Aber ohne wirklich tragende fundamentale Argumente ist das Risiko, dass dieser Ausflug als Bullenfalle endet, hoch genug, um Long-Trades konsequent knapp unter der jetzt entscheidenden Supportzone 138,72 zu 139,40 Euro mit einem Stoppkurs abzusichern.

Airbus hat sich in den letzten Monaten im Vergleich zum DAX zwar gut gehalten, aber seit gut zwei Wochen kommt auch hier Druck auf. Der hat zu einer Serie bärischer Signale im Chartbild geführt. Die Frage ist: Sollte man diese Signale ernst nehmen oder einfach am Ball bleiben?

Es ist immer so eine Sache, wenn man eine Analyse mit „eigentlich“ beginnt, wissend, dass man mit einem „eigentlich“ an der Börse erfahrungsgemäß auf keinen grünen Zeig kommt. Denn „eigentlich“ heißt: Es könnte oder müsste anders laufen, als es gerade läuft. Dass es aber anders läuft, macht klar: Die Argumente, die man „eigentlich“ für eine andere Entwicklung einer Aktie anführen könnte, werden am Markt entweder nicht oder anders gesehen. So auch bei Airbus, wie es scheint.

Denn „eigentlich“ könnte der Flugzeugbauer einer konjunkturellen Hängepartie gelassen entgegensehen. Zwar wäre zu erwarten, dass Urlaubs-, Geschäfts- und Frachtflüge in einer Phase mit stagnierendem Wachstum in den wichtigsten Wirtschaftsregionen weniger werden und dies dazu führt, dass Airlines mit Bestellungen neuer Maschinen zurückhaltender werden. Aber Airbus hat ein randvolles Auftragsbuch, das dem Unternehmen für mehrere Jahre eine tadellose Auslastung sichert.

Hinzu kommt, dass die Kostenseite sich beruhigt hat und die lange Liste an bereits fixen Verträgen sicherstellt, dass dem Unternehmen nicht auf einmal die Preise wegbrechen. Und diese Sache mit den Pratt & Whitney-Triebwerken? Das betrifft die Triebwerkshersteller, die Airlines wegen den außerplanmäßigen Wartungen – aber nicht Airbus. Dort erklärte man vor zwei Wochen, dass die Triebwerksmängel bei den in einem Teil der Airbus 320neo verbauten Pratt & Whitney-Turbinen keinen Einfluss auf den Produktionsplan im laufenden Jahr haben.

Warum also sollte ausgerechnet die Airbus-Aktie in die Knie gehen, wenn der Gesamtmarkt wegrutscht, weil viele Marktteilnehmer langsam realisieren, dass man sich auf eine längere Zeit mit hohen Zinsen und den entsprechenden Folgen für die Konjunktur einstellen muss?

Expertenmeinung: Da sind wir wieder beim „eigentlich“: Eigentlich muss diese Aktie deshalb nicht nach unten drehen. Zwar sehen die Analysten Airbus nicht gerade als Kursrakete an. Aber im Schnitt liegt deren Kursziel um 140 Euro und damit im Einzugsbereich des bisherigen, Anfang 2020 bei 139,40 Euro markierten Rekordhochs. Andererseits:

Gerade dieses Rekordhoch könnte eine wichtigere Rolle dabei gespielt haben, dass die Aktie gerade ein dreifach bärisches Signal abgeliefert hat, als die Umsatz- und Gewinnperspektive.

Sie sehen im Chart, dass die Airbus-Aktie im Juli einen Anlauf unternahm, diese Bestmarke zu überwinden, dabei aber knapp darunter abdrehte und dadurch zugleich von der oberen Begrenzung des Ende 2022 etablierten Aufwärtstrendkanals eingefangen wurde. Airbus korrigierte an die untere Begrenzungslinie des Trendkanals, startete erneut durch … und scheiterte schon wieder knapp unter dem Rekordhoch. Einmal zu viel, wie man sieht.

Die Bullen zogen sich zurück, man nahm Gewinne mit, die Aktie geriet ins Rutschen … und diesmal fielen die Abgaben mit einem insgesamt schwach und schwächer werdenden Gesamtmarkt und einer zunehmenden Nervosität unter den Akteuren zusammen.

Das führte dazu, dass am vergangenen Donnerstag der Aufwärtstrendkanal gebrochen wurde, am Freitag die Zwischentiefs der Monate Juni und August unterboten wurden und so ein Dreifach-Topp vollendet wurde … und das führte auch noch dazu, dass die 200-Tage-Linie gebrochen wurde. Damit ist die Aktie eindeutig bärisch. Aber sollte diese geringe Abhängigkeit von unmittelbaren, konjunkturellen Verwerfungen nicht dazu führen, dass sich der Kurs relativ bald fängt?

„Eigentlich“ ja, aber wären genug Trader dieser Ansicht, wäre es zu dem Bruch des Trendkanals, dem Dreifach-Topp und dem Unterbieten der 200-Tage-Linie gar nicht erst gekommen. Daher:

Da momentan bei einer zunehmenden Zahl an Tradern die Nerven dünner werden, wäre es besser, sich nicht darauf zu verlassen, was sein könnte, sondern ausschließlich auf Belege im Chartbild, dass die Airbus-Aktie nicht zu „Bärenfutter“ wird. Und das ließe sich dann unterstellen, wenn die Käufer zeitnah zurückkommen und den Kurs nicht nur stabilisieren, sondern die Aktie mit Schlusskursen über 129 Euro über all diese Linien zurücktragen, deren Bruch für diese bärische Chartkonstellation gesorgt hat.

Airbus Aktie: Chart vom 25.09.2023, Kurs 122,92 Euro, Kürzel: AIR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Kursziele Analysten: https://www.finanzen.net/kursziele/airbus

Ende Juli kam die Nachricht über Probleme mit in Airbus-Maschinen verbauten Triebwerken, nur einen Tag später die Quartalsbilanz, bei der der Nettogewinn unter der Prognose lag. Doch der Kurs steckte das weg – das könnte die Basis für einen Anlauf an das Rekordhoch werden.

Die Aktie des Flugzeugbauers Airbus war am 26. Juli gerade dabei, die alte Bestmarke, die Anfang 2020 bei 139,40 Euro erzielt wurde, anzugehen. Bis 138,72 Euro kam der Kurs … und dann lief die Nachricht ein, es könne zu Problemen mit in A320neo verbauten Triebwerken kommen. Die Aktie sackte weg. Und als einen Tag später die Quartalsbilanz offenbarte, dass der Konzern im Frühjahrsquartal beim Nettogewinn mit 1,06 Milliarden Euro unter den von den Analysten im Schnitt geschätzten 1,2 Milliarden blieb, wankte die Aktie umso mehr. Aber:

Der Chart zeigt, dass es nicht allzu weit abwärts ging. Und der später, Mitte August aufgetretene Abwärtsimpuls dürfte viel mit dem am Zwischentief der Aktie bei 125,28 Euro absolvierten Abrechnungstermin am Terminmarkt zu tun gehabt haben, was auch deswegen zu vermuten ist, weil die Airbus-Aktie danach sofort wieder Boden gutmachte. Wichtig ist aber vor allem, dass sie dadurch dort wieder nach oben drehte, wo sie drehen musste, um sich das Potenzial nach oben zu erhalten: An der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und noch ein Stück oberhalb der unter dem Trendkanal als „Sprungtuch“ fungierenden 200-Tage-Linie.

Airbus Aktie: Chart vom 29.08.2023, Kurs 132,62 Euro, Kürzel: AIR | Online Broker LYNX
Airbus Aktie: Chart vom 29.08.2023, Kurs 132,62 Euro, Kürzel: AIR | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Einen Aufwärtstrend zu verteidigen, unmittelbar darauf Käufe zu sehen die, wie im Chart unten mit eingeblendet, auch beim Trendfolge-Indikator MACD ein bullisches Signal ausgelöst haben, ist gerade mit Blick auf diese beiden Faktoren Triebwerksprobleme und Bilanz ein starkes Signal. Aber hätte die Aktie überhaupt eine Chance, dieses alte Rekordhoch in einem jetzt möglichen, neuen Anlauf zu überbieten?

Eine Chance gibt es immer, aber ob nicht der Abgabedruck deutlich zunimmt, sobald sich der Kurs diesem 2020er-Rekorhoch bei 139,40 Euro nähert, muss sich erst herausstellen … möglich wäre das durchaus. Denn es ist zwar einerseits unstrittig positiv, dass die Aktie „bad news“ so gut wegsteckt. Aber es fehlt andererseits an echten „good news“, die die derzeitige Gesamtperspektive zum Positiven verändern könnten.

Dass die Produktion durch die Triebwerksprobleme nicht beeinträchtigt wird, ist gut, aber bringt die Gemengelage ja nur auf den status quo zurück. Dass Airbus im Juli 65 Maschinen ausgeliefert hat, bedeutet nur, dass man im Plan liegt. Es bleibt daher bei der bisherigen Perspektive, dass Airbus 2023 eventuell ein wenig, aber nicht viel mehr Gewinn pro Aktie erzielt als 2022. Zwar hoffen die Experten auf deutlicher anziehende Gewinne in den Folgejahren. Aber das ist nichts, worauf man sicher bauen könnte. Was jetzt absehbar ist, ist ein Gewinn, auf dessen Basis die Aktie vom Kurs/Gewinn-Verhältnis her derzeit nicht mehr günstig wäre. Daher sollte man zumindest nicht zu sicher sein, dass diese grundsätzlich bullische Vorlage für einen neuen Anlauf an das bisherige Verlaufshoch am Ende auch zum Erfolg führt.

Quellen:
Halbjahresergebnis, 26.07.2023: https://www.airbus.com/sites/g/files/jlcbta136/files/2023-07/EN-Press-Release-Airbus-H12023-Results.pdf

Die Halbjahreszahlen von Airbus waren gut. Aber sie bargen keine positive Überraschung, die imstande gewesen wäre, das bisherige Rekordhoch zu überwinden. Schon kurz zuvor drehte die Aktie unmittelbar unter dieser letzten Hürde nach unten … folgt jetzt eine Verkaufswelle?

Es ist ja nicht selten so, dass ein gescheiterter Anlauf an eine entscheidende Hürde dazu führt, dass die kurzfristigen Trader völlig humorlos die Seiten wechseln, nach dem Motto: Geht nach oben nichts, probieren wir es doch einfach nach unten. Und wenn man sich ansieht, wie lange sich die Airbus-Aktie schon an diese alte, auf Anfang 2020 zurückgehende Bestmarke von 139,40 Euro herantastet und wie deutlich der Versuch scheiterte, diese im Vorfeld der am Mittwoch vorgelegten Zahlen zu überwinden, könnte man mutmaßen: Jetzt werden die Bullen zu Bären und die Aktie zu Fallobst. Aber auch, wenn an der Börse bekanntlich nichts unmöglich ist: Besonders wahrscheinlich ist das nicht.

Denn es ist ein Unterschied, ob eine Bilanz nur nicht gut genug war, dass genug Trader aktiv zugreifen (statt nur zuzusehen und zu hoffen, dass andere den Kurs über die letzte Widerstandslinie kaufen mögen), oder ob die Zahlen schlecht waren und deswegen Argumente für Short-Trades liefern würden. Ersteres war der Fall, Letzteres eben nicht, denn:

Expertenmeinung: Mit dem Anstieg des Umsatzes um elf Prozent im ersten Halbjahr 2023, verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, steht man ja durchaus ordentlich da. Und dass der Gewinn vor Steuern und Zinsen mit 2,618 Milliarden leicht unter dem des ersten Halbjahres 2022 lag (2,645 Milliarden) ist zwar nicht erbaulich, aber zugleich ein Schritt nach vorne, denn das bedeutete, dass man im zweiten Quartal ordentlich aufholen konnte. Da wurde ein EBIT von 1,845 Milliarden erzielt, d.h. gut zwei Drittel des Halbjahres-EBIT entfiel auf die Monate April bis Juni. Und so hielt Airbus auch an der vorbestehenden Gesamtjahresprognose fest, im EBIT 2023 6,0 Milliarden Euro zu erreichen und 720 Maschinen auszuliefern.

Zwar waren davon bis Ende Juni erst 316 ausgeliefert, man liegt also nach 50 Prozent der Zeit erst bei 44 Prozent der avisierten Auslieferungen. Aber das wusste bereits jeder, Airbus veröffentlicht ja immer die monatlichen Auslieferungszahlen. Und auch, wenn die Zahlen insgesamt keine Kaufwelle auslösten: Dass im zweiten Quartal ungewöhnlich viele Neuaufträge hereinkamen und das Orderbuch damit erheblich dicker wurde, bietet die Basis dafür, in den kommenden Jahren noch mehr Gewinn zu erreichen und diesen Ausbruch über die 139,40 Euro irgendwann in nächster Zeit doch noch zu schaffen.

Daher könnte dieses Abdrehen am alten Hoch zwar imstande sein, das bullische Lager für ein Weilchen „kaltzustellen“. Aber schon im Bereich 120/122 Euro würde eine solide wirkende, durch die 200-Tage-Linie verstärkte Supportzone warten. Die zu unterbieten, hätte angesichts der letztlich ja soliden Bilanz keine fundamentale Basis, daher wäre es aus heutiger Sicht eher nicht lukrativ, sich bei der Airbus-Aktie auf der Short-Seite zu versuchen.

Airbus Aktie: Chart vom 27.07.2023, Kurs 131,04 Euro, Kürzel: AIR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Airbus Aktie: Chart vom 27.07.2023, Kurs 131,04 Euro, Kürzel: AIR | Quelle: TWS

Quellenangaben: Halbjahresergebnis, 26.07.2023:
https://www.airbus.com/sites/g/files/jlcbta136/files/2023-07/EN-Press-Release-Airbus-H12023-Results.pdf