Infineon Aktie Prognose Infineon: Trotz guter Zahlen droht hier der Boden zu brechen

News: Aktuelle Analyse der Infineon Aktie

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Zur Infineon Aktie

An den Drei Monats-Ergebnissen des Chipherstellers Infineon gab es nichts zu mäkeln. Und der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2021/2022 wurde sogar leicht angehoben. Trotzdem wurde die Aktie gestern nach den Bilanzzahlen verkauft … die Bodenbildung droht zu scheitern.

Im zweiten Quartal des am 30.9. endenden Geschäftsjahres 2021/2022 hat Infineon knapp 22 Prozent mehr Umsatz erzielt als im Vorjahresquartal, damit kam diese Zahl leicht über der durchschnittlichen Analystenprognose herein. Der Nettogewinn schlug die Prognose (445 Millionen Euro) mit 469 Millionen Euro ebenfalls, aber deutlich. Ein Jahr zuvor hatte der Gewinn bei 203 Millionen gelegen. Das waren dramatische Gewinnsteigerungen. Und während es in anderen Branchen Gewinnwarnungen hagelt, hob der Chiphersteller seine Prognose leicht an:

Statt der bisherigen, ohnehin schon angehobenen Umsatzerwartung von 12,5 – 13,5 Milliarden Euro sieht Infineon jetzt 13,0 – 14,0 Milliarden (2020/2021: 11,07 Milliarden). Die Gewinnmarge soll „größer als 22 Prozent“ sein, bislang lag der Ausblick bei „etwa 22 Prozent“. Diese Marge hatte 2020/2021 bei 18,7 Prozent gelegen. Also: Der Gewinn wird in diesem Geschäftsjahr 2021/2022 deutlich steigen. Die Aktie tat es nach Vorlage der Zahlen jedoch nicht, wie wir im Chart sehen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Infineon Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Statt begeistert zuzugreifen, weil hier ein Unternehmen in einem äußerst problematischen Gesamtumfeld solide steigende Gewinne avisiert, wurde verkauft. Die Aktie landete auf Platz 3 in der DAX-Verliererliste des Montags und droht, die Unterstützungszone 25,68/26,11 Euro zu brechen, die sich aus den Tiefs vom März und April zusammensetzt. Das wirkt unlogisch und ist es eigentlich auch, aber nur auf der kurzfristigen Ebene.

Denn nachdem viele Marktteilnehmer angesichts einer sich sukzessiv verdüsternden Perspektive nicht nach vorne blickten, sondern das angenehmere „Ist“ für ihre Entscheidungen in den Vordergrund stellten, hat sich das mit dem Abstieg der Aktienmärkte deutlich geändert. Jetzt sieht man die dunklen Wolken und ist offenbar schon so weit, da dann auch noch den einen oder anderen Blitz oder Donner hinzuzudichten. Es kann durchaus sein, dass man überzogen pessimistisch ist, wenn man unterstellt, dass sich das derzeit noch hervorragende Bild, das Umsatz und Gewinne bei Infineon abgeben, in den kommenden Monaten stark ins Negative verkehren wird. Aber solange dieser neue Pessimismus noch an Intensität gewinnt, wäre es verwegen, sich dem entgegenzustellen. Was bedeutet:

Solange die Infineon-Aktie nicht mindestens über 29,70 Euro schließt und dadurch nicht nur die kurzfristige Seitwärtsspanne, sondern auch die aus dem Januar stammende, steilere der beiden aktuellen Abwärtstrendlinien überwindet, bleiben die Bären dominant. Solange solche Belege einer sich wieder deutlich aufhellenden Sicht der Dinge ausbleiben, kann der ohnehin am Montag schon marginal unterbotene Boden im Bereich 25,68/26,11 Euro jederzeit signifikant brechen und die Aktie noch einmal ein paar Euro tiefer schicken. Dass die Bewertung dann schon nicht mehr normal, sondern günstig wäre, mag sein … aber ebenso, wie man bei vielen Aktien bis zum Herbst nach oben überzogen hatte, kann das jetzt auf der Unterseite anstehen, daher: Bevor Infineon keine bullischen Signale im Chartbild abliefert, bleibt diese Aktie trotz guter Bilanzzahlen ein „fallendes Messer“.

Infineon-Aktie: Chart vom 09.05.2022, Kurs 25,645 Euro, Kürzel IFX | Online Broker LYNX

 

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Vorherige Analysen der Infineon Aktie

Infineon hatte in der Vorwoche auf einer langfristig immens wichtigen Unterstützungszone aufgesetzt und nach oben gedreht. Das ist die Chance für die Aufwärtswende – aber eben nur eine Chance. Was muss aus Sicht der Bullen jetzt gelingen, was darf nicht schiefgehen?

Wird der immense Nachfrage-Überhang für Chips in sich zusammenbrechen, wenn die Ukraine-Krise und höhere Zinsen eine Rezession auslösen? Oder kommt die Weltwirtschaft darum herum? Wie sieht es mit den Herstellungskosten für die Chipindustrie aus, drücken die die Margen oder nicht? Die Antworten auf diese Fragen werden die Trendrichtung der Infineon-Aktie maßgeblich bestimmen. Aber noch stehen diese Antworten eben aus.

Die aktuellsten Ergebnisse des Chipherstellers sind die des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2021/2022 (Oktober bis Dezember), die am 10. Februar auf den Tisch kamen. Die waren stark, keine Frage. Umsatz +20 Prozent, Nettogewinn +78 Prozent, beides über den Erwartungen der Analysten. Aber seither hat sich eben vieles verändert.

Der da für das Gesamt-Geschäftsjahr 2021/2022 mitgelieferte Ausblick eines Umsatzanstiegs in der Range zwischen 13 und 22 Prozent und einer Segmentergebnis-Marge von 22 Prozent steht jetzt in Frage. Und angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Perspektive weltweit könnte wohl auch Infineon selbst derzeit nicht absehen, wie sich die kommenden Monate darstellen werden. Wie geht man als Trader mit dieser Situation um?

Expertenmeinung: Solange unklar ist, ob die kommenden Monate Margen und Gewinn bei Infineon drücken werden oder nicht … und wenn ja, von welchen Dimensionen man da reden würde … ist die Charttechnik die einzig taugliche Basis für Dispositionen. Dabei muss man immer im Hinterkopf behalten, dass überraschende Wendungen der Rahmenbedingungen oder neue Aussagen seitens des Unternehmens starke und blitzschnelle Reaktionen auslösen würden. Reaktionen, die normalerweise grundsolide und von den meisten Tradern als Ankerpunkt angesehene Chartmarken überrennen können, so dass man hier, egal, ob auf der Long- oder der Short-Seite, auf keinen Fall unlimitiert und ohne Stoppkurse agieren sollte.

Was die derzeitige Situation angeht, stellt die Verteidigung der bis in die Jahre 2017/2018 zurückreichenden Unterstützungszone bei 25,50 zu 25,76 Euro eine Chance dar, dass der Abverkauf zunächst beendet wäre, zumal der rasante Abstieg der Aktie im Vorfeld dazu geführt hat, dass der RSI-Indikator sogar auf Wochenbasis überverkauft ist, was selten vorkommt. Hinzu kommt, dass knapp unterhalb dieser Supportzone die 1.000-Tage-Linie bei derzeit 24,85 Euro eine zusätzliche Unterstützung bildet. Aber:

Die Perspektive für den Gesamtmarkt und für Infineon selbst sind eben völlig offen … und bullisch wäre die Aktie erst, wenn von der jetzt gehaltenen Auffangzone aus die Rückeroberung der Widerstandszone 29,79/31,62 Euro gelänge. Alles, was sich unterhalb dieses Bereichs abspielt, kann leicht auch nur eine Gegenreaktion in einem bislang noch intakten Abwärtstrend sein. Sich im Fall von Long-Positionen mit einem Stoppkurs knapp unterhalb dieser im Chart dunkelblau gehaltenen 1.000 Tage-Linie abzusichern, wäre daher unbedingt ratsam.

Chart vom 11.03.2022, Kurs 27,78 Euro, Kürzel IFX | Online Broker LYNX

Im Herbst war die Infineon-Aktie markttechnisch klar überkauft und zugleich mit Blick auf den Gewinn des Geschäftsjahres 2020/2021 überbewertet. Aber jetzt sehen wir ein weit tieferes Kursniveau und die Prognose von in 2021/2022 deutlich steigenden Unternehmensgewinnen.

Es sprach nichts mehr dafür, aber eine Menge dagegen, im Herbst eine Infineon-Aktie zu knapp 44 Euro zu kaufen. Aber jetzt spricht wenig dagegen, aber weit mehr dafür, bei wenig über 30 Euro über den Einstieg nachzudenken. Nach der Korrektur der letzten Monate wurde aus einer überkauften eine sogar auf Wochenbasis beinahe überverkaufte markttechnische Konstellation. Und seither kamen Bilanzdaten nebst einem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr, die dazu führen, dass die vorherige Überbewertung gleich an zwei Enden zusammengestaucht wurde: durch einen niedrigeren Aktienkurs und eine höhere Gewinnperspektive.

Der Chiphersteller legte am 3. Februar das Ergebnis des 1. Quartals des immer bis zum 30.9. laufenden Geschäftsjahres vor. Ob Umsatz oder Gewinn, die Analystenprognosen wurden klar übertroffen, die Vorjahresergebnisse ohnehin. Und die Zahlen waren gut genug, um auch die Gesamtprognose für das Geschäftsjahr 2021/2022 anzuheben. Statt zuvor 12,2 bis 13,3 Milliarden Euro Umsatz sieht Infineon jetzt 12,5 bis 13,5 Milliarden. Das ist nicht die Welt, aber diese leichte Erhöhung wird bedeutsam, weil zugleich auch die Prognose für die Gewinnmarge von 21 auf 22 Prozent nach oben genommen wurde.

Expertenmeinung: Zusammengenommen würde Infineon damit weit mehr als alles verdienen, was in den vergangenen Jahren erreicht wurde. Und auch, wenn die Aktie langfristig gesehen trotz dieser bereits herben Korrektur deutlich über den Hochs der Vorjahre notiert: Von der Bewertung her wäre Infineon damit jetzt nicht mehr zu hoch bewertet, rutscht langsam sogar in die Region „günstig“.

Infineon-Aktie: Tages-Chart vom 18.02.2022, Kurs 31,31 Euro, Kürzel IFX | Online Broker LYNX

Hinzu kommt, dass der Kurs jetzt die unteren Wendemarken seit Anfang 2021 erreicht hat, die im Bereich 29,80 zu 31,60 Euro eine recht solide Unterstützung bieten würden. Und trotzdem ginge man im Moment noch ein nicht ganz kleines Risiko ein, wenn man unmittelbar zugreifen wollte, aus zwei Gründen:

Erstens bewegt sich die Aktie ja weiterhin in einem intakten Abwärtsimpuls, von einer Rückkehr der Bullen sieht man bislang noch nichts. Und diese Zone 29,80/31,60 Euro ist auch die Nackenlinien-Zone eines potenziellen, großen Topps, das, würde es vollendet, den Weg in Richtung der aus den Hochs 2017 und 2018 bei 24,65/25,750 Euro bestehenden Supportzone freigeben würde. Dass die Infineon-Aktie, würde sie dorthin abrutschen, schon fast „billig“ wäre, mag zwar sein. Aber dennoch wäre es nicht auszuschließen, dass es zu einem Test dieser Zone kommt. Denn wer derzeit hier Short ist, führt den zweiten Grund zur Vorsicht an:

Noch kommt Infineon vor lauter Aufträgen nicht hinterher, die immense Nachfrage befeuert auch die Gewinnmarge. Aber was, wenn dieser Nachfrageüberhang abgearbeitet wurde und das Wachstum, womöglich alleine wegen steigender Zinsen, unter Druck kommt? Dann würden Umsatz und Marge bei Infineon schnell fallen. Und käme es so, wäre diese Aktie selbst um 25 Euro nicht mehr günstig.

Ob es wirklich so kommt, ist zwar offen. Aber solange zu viele Akteure das befürchten, muss die derzeit angelaufene Unterstützungszone eben nicht halten. Wenn, sollte man daher zumindest kurzfristig relevante, bullische Signale abwarten, die z.B. durch das Überwinden der kurzfristigen Abwärtstrendlinie und der parallel dazu laufenden 20-Tage-Linie bei aktuell 34,20 Euro gegeben wären, bevor man hier erste, behutsame Kauf erwägt, die man dann zudem mit einem konsequenten Stoppkurs unter der momentan im Feuer stehenden Unterstützungszone 29,80/31,60 Euro absichern sollte.

Infineon-Aktie: Wochen-Chart vom 18.02.2022, Kurs 31,31 Euro, Kürzel IFX | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Chipaktien gehörten bis November des vorigen Jahres noch zu den großen Gewinnern an den Börsen. Sie gerieten durch die Angst vor Zinsschritten in den USA, wie der gesamte Sektor der Wachstumsaktien, jedoch gehörig unter Druck. Dies hat auch die Infineon-Aktie belastet und mittlerweile ist das Wertpapier in einen Abwärtstrend übergegangen.

Der Bruch der Marke bei 37.50 EUR beschleunigte die Talfahrt nochmals. Der nächste Boden befand sich dann rund 34 EUR und wurde diese Woche schon getestet. Doch wird die Talfahrt hier enden?

Expertenmeinung: Solange sich die Nasdaq in den USA nicht aus der Korrektur befreien kann, wird es auch für Infineon schwer werden, sich aus den Fängen der Bären zu befreien. Je länger wir am Boden bei 34 EUR verweilen, umso höher ist die Gefahr, dass es vielleicht doch noch eine Etage tiefer gehen könnte.

Fall dies passiert, würden dann die Tiefs des vorigen Jahres ins Spiel kommen. Zum einen ist dies das Zwischentief von August, welches bei 32.47 EUR gebildet wurde und dann noch jenes von Juli bei 30.21 EUR. Es ist durchaus möglich, dass wir diese Ebenen in den kommenden Wochen zu sehen bekommen.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 26.01.2022 Kurs: 35.81 Kürzel: IFX | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Im letzten Quartal 2021 gehörten vor allem Chipaktien in den USA zu den großen Gewinnern an der Wall Street. Auch die Infineon-Aktie konnte sich im Sog der positiven Stimmung deutlich nach oben bewegen, bis es Ende November zu einer deutlichen Korrektur kam. Diese setzte sich auch in den letzten Wochen weiter fort und konnte bislang nicht beendet werden.

In dieser Korrekturphase der Aktie bildeten sich zwei tiefere Tiefs und zwei tiefere Hochs. Somit ist das Wertpapier mittelfristig in einen bestätigten Abwärtstrend übergegangen. Dennoch sieht die Gesamtlage nicht allzu bärisch aus, denn die Kurse konsolidieren gerade knapp unter einer wichtigen Widerstandslinie. Kann der Ausbruch nach oben gelingen?

Expertenmeinung: Grundvoraussetzung für die Fortsetzung des positiven Trends aus dem letzten Jahr wäre eine Unterstützung der Kollegen aus den USA. Hier bereitet derzeit vor allem die technologielastige Nasdaq etwas Sorge. Sollte es hier weiter nach unten gehen, könnte dies die Bullen eher davon abhalten, hier eine Attacke nach oben zu starten.

Andererseits könnte eine Stabilisierung des im neuen Jahr gestarteten Abverkaufs zu einem Ausbruch führen. Hier ist insbesondere das Hoch bei 41.41 EUR zu beachten. Sollte es der Aktie gelingen, dieses Niveau per Schlusskurs zu überbieten, wäre es wieder an der Zeit bullisch zu werden.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 07.01.2022 Kurs: 40.05 Kürzel: IFX | Online Broker LYNX

Am Dienstag startete Infineon verbal ins neue Geschäftsjahr, indem man eine grobe Orientierung zum beendeten Geschäftsjahr und einen Ausblick auf das Jahr 2021/2022 gab. Der Ausblick gefiel den Anlegern – aber reicht das, um den Aufwärtstrend wieder zu beleben?

Die für das jetzt am 30.9. beendete Geschäftsjahr 2020/2021 gesteckten Ziele habe man erreicht, hieß es seitens des Chipherstellers. Das ist natürlich erfreulich, aber da eben diese Ziele jedermann bekannt waren, ist deren Erreichen auch vorausgesetzt und in den Kurs eingepreist worden. Wenn jetzt etwas die Bullen wieder in Marsch setzen und damit bewirken kann, dass diese die Aktie bereits seit Jahresbeginn begleitende, volatile Seitwärtsbewegung ein Ende hat, dann der Blick nach vorne. War der gut genug, um die Verkäufer zu stoppen?

Für das neue Geschäftsjahr 2021/2022 sieht Infineon ein Umsatzwachstum um die 15 Prozent bei einer auf ca. 20 Prozent steigenden Marge. Mittelfristig will man ein Wachstum von im Schnitt neun Prozent und eine Marge von 19 Prozent erzielen. Das ist natürlich gut, keine Frage. Aber zwei Aspekte könnten viele der Trader, die am Dienstag als Reaktion auf diese Ziele zugegriffen haben, möglicherweise nicht wirklich im Blick gehabt haben:

Expertenmeinung: Zum einen ist die Infineon-Aktie schon ungewöhnlich teuer. Als man Anfang 2018 noch dachte, das Wirtschaftswachstum werde in hohem Tempo weitergehen, hatte Infineon als mehrjähriges Hoch einen Level von knapp 26 Euro erreicht. Damals wurde im Geschäftsjahr 2017/2018 ein Gewinn von 0,95 Euro pro Aktie erzielt. Heute rechnen die Analysten im Schnitt damit, dass der Chiphersteller im neuen Geschäftsjahr 2021/2022 etwa 1,10 Euro Gewinn/Aktie schaffen könnte. Etwa 15 Prozent mehr als damals – aber die Aktie notiert ca. 40 Prozent höher, hätte damit ein für ein so konjunktursensibles Unternehmen hohes Kurs/Gewinn-Verhältnis von gut 32. Da ist schon einiges an Vorschusslorbeeren im Kurs enthalten.

Zum anderen will Infineon im neuen Geschäftsjahr mit 2,4 Milliarden Euro 50 Prozent mehr investieren als die 1,6 Milliarden des abgelaufenen Geschäftsjahrs. Eine gute Sache, wenn der Chip-Boom sich einfach fortsetzt. Aber wenn nicht, wenn all die derzeitigen Risikofaktoren wie Inflation, Flaschenhals und China sich negativ auf die Nachfrage auswirken, wäre es nicht das erste Mal, dass ein großes Unternehmen Geld in einen Nachfragezyklus investiert, während dieser gerade zu Ende geht. Zu unterstellen, dass es so kommt, wäre Unsinn, denn was kommt, ist bekanntlich von niemandem sicher vorhersehbar. Aber dass jene Anleger dieses Risiko im Hinterkopf haben, die gestern nicht eingestiegen sind, sondern eher überlegen, ab welchem Level man Gewinne mitnehmen könnte, ist eben durchaus möglich.

Die positive Reaktion hatte zudem einen „Gehilfen“ in Form der 200-Tage-Linie. Genau dort hatte die Infineon-Aktie am Montagabend aufgesetzt. Dass diese Linie dadurch am Dienstag erst einmal verteidigt wurde, könnte den einen oder anderen Trader bewogen haben, deshalb zuzugreifen und nicht wegen der von Infineon präsentierten Zielsetzung. Ein wenig vorsichtig sollte man daher bleiben. Auch, wenn die mittelfristig entscheidende Unterstützungszone erst tiefer, bei 28,33 zu 31,61 Euro wartet, sollte man zumindest überlegen, Long-Positionen zu reduzieren oder ganz zu schließen, falls die Aktie diese zunächst perfekt verteidigte 200-Tage-Linie, aktuell bei 34,06 Euro, doch noch auf Schlusskursbasis brechen sollte.

Infineon-Aktie: Chart vom 05.10.2021, Kurs 35,60 Euro, Kürzel IFX | Online Broker LYNX