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Im Sommer 2000 erreichte Infineon mit 83,45 Euro ein Rekordhoch. Zwischenzeitig markierte die Aktie im Jahr 2009 ein Allzeittief, das, bereinigt um Kapitalmaßnahmen seither, bei 34 Cent lag. Jetzt wurde das einstige Rekordhoch mit Schwung überboten – kann das gutgehen?

Wenn man sich das Chartbild der Infineon-Aktie ansieht, ist nicht zu übersehen, dass die genau zu Beginn des zweiten Quartals plötzlich losgetretene Hausse extrem schnell und steil verläuft. Zwischen dem letzten Kurs des ersten Quartals und dem gestern bei 88,46 Euro erzielten neuen Verlaufsrekord liegen knapp 139 Prozent.
Das alleine ist aber kein zwingendes Argument, um erfahrenen Investoren die Haare zu Berge stehen zu lassen. Es ist erst dann ein Warnsignal erster Güte, wenn die Argumente, die diese Kaufwelle unterfüttern, nicht mehr greifen, weil all das, was man der Aktie bzw. dem Gewinn pro Aktie mit dem Argument des KI-Booms zugebilligt hat, bereits in den Kurs eingepreist wurde. Ist das denn mittlerweile der Fall?
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Expertenmeinung: Das kann man durchaus so sagen. Zwar werten 20 von 24 die Aktie aktuell mit einer Bewertung versehenden Analysten mit „Kaufen“, aber diese Einstufungen sind ja zumeist ein paar Wochen alt, viele stammen aus den Tagen unmittelbar nach Infineons Quartalszahlen, die am 6. Mai vorgelegt wurden. Damals schloss die Aktie am Tag der Zahlen bei 59,23 Euro. Das zeigt sich auch daran, dass das durchschnittliche Kursziel bei 70 Euro liegt und damit längst deutlich überboten wurde.
Zugleich kommt die Aktie auf Basis der durchschnittlichen Gewinnschätzungen für das am 30.9. endende Geschäftsjahr 2025/2026 jetzt auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 46. In früheren Jahren lag Infineons KGV, von kurzfristigen Verzerrungen abgesehen, zwischen 15 und 30. Wollte man auf ein KGV von 30 zurückkommen, müsste die Aktie dazu auf 52,50 Euro fallen … und dann läge man erst am oberen Ende der „Normalzone“ der Bewertung. Also, nichts wie weg hier?
Fakt ist zwar, dass die Aktie untypisch teuer bewertet ist. Und das auf Basis von Annahmen, die voraussetzen, dass das Unternehmen stark von einem KI-Boom profitiert, der in den nächsten zwei, drei Jahren noch stark an Fahrt gewinnt … was eben nur eine Annahme ist. Das ist riskant, aber:
Das heißt nicht, dass die Aktie zwingend kippen muss … das wäre erst zu erwarten, wenn all das, was die Anleger hier und heute sicher macht, dass da noch viel Luft nach oben sei, in Zweifel gezogen wird. Gestern, als der Kurs neue Verlaufshochs erreichte, haben sich solche Zweifel unübersehbar noch nicht durchgesetzt. Wichtig ist aber, dass man sich darüber im Klaren ist, dass das jederzeit der Fall sein kann und man da vorher höchst selten klare Warnungen zu sehen bekommt. Der alte Börsenspruch „Zum Ausstieg wird nicht geklingelt“ hat schon seine Berechtigung, daher:
Wer hier dabei ist oder sein möchte, sollte jetzt, angesichts des überbotenen Konsens-Kursziels der Analysten und der untypisch teuren Bewertung, nicht ohne „Fallschirm“ in Form eines Stop Loss unterwegs sein. Zwar würde sich als nächstgelegene Supportlinie erst die 20-Tage-Linie anbieten … und die ist mit aktuell 70 Euro recht weit entfernt. Der Vorteil solcher „beweglichen“ Unterstützungen ist indes, dass sie dem Kurs zügig folgen und man seinen eigenen Stopp daher entsprechend der Aufwärtsbewegung der Linie regelmäßig nach oben anpassen kann.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/IFX.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.06.2026 um 21:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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