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Booking Holdings Aktie Prognose Rückkäufe, Aktiensplit – Ist Booking jetzt ein Schnäppchen?

News: Aktuelle Analyse der Booking Holdings Aktie

von | |
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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Vorherige Analysen der Booking Holdings Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.11.2025 um 14:06 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein scheinbar grundloser Kurssturz wirft Fragen auf: Ist Booking jetzt ein Schnäppchen oder eine unterschätzte Gefahr?

Die Macht der Plattform: Eine Profitmaschine

Booking gehört zu den weltweit führenden Unternehmen im Online-Reisemarkt. Das Geschäftsmodell basiert primär auf der Vermittlung zwischen Reisenden und Hotels, Mietwagen, Restaurants und einer Reihe verwandter Dienstleistungen.
Dabei erhebt Booking Provisionen von Dienstleistern, verkauft Sonderangebote direkt („Merchant-Modell“) und generiert zusätzlich Einnahmen aus Werbung sowie Zusatzdiensten.

Neben Booking gehören auch Priceline, Agoda, Kayak, Rentalcars.com und OpenTable zum Konzern. Diese Vielfalt erlaubt dem Konzern, verschiedene Segmente der Reisebranche abzudecken – von Unterkünften über Mietwagen bis hin zu Restaurantreservierungen.

Booking hält in Europa einen sehr hohen Marktanteil im OTA-Geschäft (Online-Travel-Agency): Laut einer Studie von HOTREC liegt dieser Anteil bei rund 71 %, in Deutschland bei 72,3 %.
Damit überragt Booking klar seine Hauptkonkurrenten wie die Expedia Group, die in Europa laut derselben Studie etwa 14,4 % erreicht.

Netzwerkeffekte als Burggraben

Durch diese Konstellation nimmt Booking eine dominante Stellung im europäischen Reisevertrieb ein. Das Unternehmen ist nicht nur Marktführer, sondern für viele Hotels unverzichtbar als Vertriebskanal.

Es handelt sich um ein typisches Plattform-Geschäft mit positiven Netzwerkeffekten. Je mehr Endkunden die Plattformen nutzen, umso attraktiver sind sie für die Anbieter und umgekehrt.
Das Geschäft ist obendrein nicht kapitalintensiv, gut skalierbar und hochprofitabel – die operative Marge lag zuletzt bei über 30 %.

Daher habe ich mich über die Jahre hinweg immer wieder positiv zur Aktie geäußert. Booking hat es 2020 zum Beispiel auch in die „Kaufliste für den Crash“ geschafft.

Vor einigen Tagen war es wieder so weit: Booking hat Quartalszahlen vorgelegt, und zwar zum wichtigen dritten Quartal, in dem das Unternehmen in der Regel fast die Hälfte des Jahresgewinns erzielt.

600 Dollar: Was geht da vor sich?

Am Tag der Veröffentlichung passierte zunächst nicht viel, aber in den letzten sechs Handelstagen ist die Aktie ohne ersichtlichen Grund von über 5.200 auf unter 4.600 USD abgestürzt.
Seit dem 13. November steht die Aktie unter Druck.

Daher drängt sich natürlich die Frage auf, was an diesem Tag geschehen ist. Natürlich könnte es sein, dass mein Newsfeed unvollständig ist, aber auch andernorts habe ich keine relevanten Neuigkeiten gefunden.

An diesem Tag gab es ein Upgrade von Wedbush. Das Analysehaus hat die Aktie von neutral auf outperform gestuft und nennt ein Kursziel von 6.000 USD.

Anschließend herrschte an der Nachrichten-Front bis zum 17. November gähnende Leere.
An diesem Tag gab Google bekannt, dass neue KI-gestützte Funktionen in der Suche eingeführt werden, die Nutzern helfen sollen, Reisen besser zu planen. Diese Funktionen sind zunächst nur für ausgewählte Nutzer in den USA verfügbar, also eine Art Test- oder Vorabversion.

Bewertung auf Krisenniveau

Es wäre möglich, dass diese Information bereits nach außen gesickert war und Verkäufe ausgelöst hat.

Durch die Abgaben der letzten Tage ist die Bewertung von Booking inzwischen auf ein Krisenniveau gesunken. Aktuell liegt die forward P/E bei 20,1. Da der Gewinn im kommenden Jahr um 17 % auf 266 USD je Aktie steigen soll, würde die P/E dadurch auf 17,2 sinken.

An den letzten relevanten Tiefs lag die Bewertung auf einem ähnlichen Niveau. Am Tief des April-Crashs 2025 lag die blended P/E bei 21,7.
Im August 2024 lag die blended P/E am Tief bei 19,3 und 2022 sank die P/E am Tief auf 19,3.

Das einzige Mal, als die Bewertung wesentlich niedriger war als an diesen Punkten und derzeit, ist der Crash von 2020. Damals sank die P/E zeitweise auf 14,5 – allerdings aus gut nachvollziehbaren Gründen.
Damals stand das gesamte Geschäftsmodell zur Disposition und keiner konnte sicher vorhersagen, wann sich der Reiseverkehr wieder normalisieren würde und ob Booking die Krise überstehen würde.

So niedrig bewertet wie selten zuvor

Heute wissen wir, dass Booking die Krise nicht nur überstanden, sondern gestärkt aus ihr hervorgegangen ist. Seit 2019 konnte der Umsatz von 15,07 auf 23,74 Mrd. USD deutlich gesteigert werden.
Gleichzeitig wurde die Zahl der ausstehenden Aktien von 47 auf 34 Millionen Stück deutlich reduziert.
Der Gewinn konnte im Gegenzug von 102,57 auf 187,10 USD je Aktie gesteigert werden.

Im laufenden Geschäftsjahr hat sich die erfolgreiche Entwicklung fortgesetzt. Im wichtigen dritten Quartal lag der Gewinn mit 99,50 USD je Aktie über den Erwartungen von 96,10 USD. Mit einem Umsatz von 9,00 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 8,72 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 13 % und einem Gewinnsprung um 19 %.

Der überproportionale Anstieg des Gewinns ist unter anderem auch auf Aktienrückkäufe zurückzuführen. In den zurückliegenden 12 Monaten konnte die Zahl der ausstehenden Aktien von 33,9 auf 32,6 Millionen Stück reduziert werden.

In ähnlicher Weise könnte sich das fortsetzen, denn Booking hat weitere 23,9 Mrd. USD für Aktienrückkäufe autorisiert. Derzeit entspricht das fast einem Sechstel des Börsenwerts.

Booking Aktie: Chart vom 21.11.2025, Kurs: 4.583 USD - Kürzel: BKNG | Online Broker LYNX
Booking Aktie: Chart vom 21.11.2025, Kurs: 4.583 USD – Kürzel: BKNG | Quelle: TWS

Booking ist zu den mehrjährigen Aufwärtstrends zurückgekehrt. Wir werden sehen, ob sie von den Bullen verteidigt werden können.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Booking wächst weit über das klassische Hotelgeschäft hinaus. Die Connected-Trip-Strategie geht voll auf, das Geschäft boomt.

Flaute in den USA? Kein Problem

Die USA leiden derzeit unter einem spürbaren Rückgang des internationalen Reiseverkehrs. Das zeigt sich beispielsweise an den Flugpreisen. Da die Airlines die Maschinen nicht voll bekommen, verschleudern sie die Sitze regelrecht.
Es wurden beispielsweise Nonstop-Flüge aus Deutschland nach New York für unter 300 Euro angeboten.

Es ist also ganz eindeutig, dass weniger Menschen in die USA reisen möchten. Besonders drastisch ist der Einbruch des Reiseaufkommens von Kanada in die USA.

Auf das Geschäft von Booking scheint das jedoch keinerlei Auswirkung zu haben. Die Menschen gehen nicht weniger in den Urlaub, sondern schlichtweg an anderen Orten.

Laut Booking entwickelt sich die Nachfrage in den USA am schwächsten. Im Gegensatz dazu verzeichnet Europa ein hohes einstelliges und Asien ein niedriges zweistelliges Wachstum, was die geografische Diversifizierung des globalen Geschäfts unterstreicht.

Mehr als nur Hotels

Der größte Wachstumstreiber sind zusätzliche Services neben Hotelbuchungen.

Die Anzahl der Transaktionen im Bereich  „Connected Trip“ stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 30 % und macht inzwischen mehr als ein Zehntel des Konzerngeschäfts aus.
Unter Connected Trip versteht Booking.com alle zusätzlichen Services wie Flüge, Mietwagen, Taxis und Sehenswürdigkeiten. Besonders stark entwickelten sich Flugbuchungen mit einem Wachstum von 44 % sowie Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten mit einem Zuwachs von über 100 %.

Das hat dazu beigetragen, dass der Umsatz im zweiten Quartal um 16 % und der Gewinn um 32 % gesteigert werden konnten.
Der freie Cashflow kletterte um 32 % auf 3,1 Mrd. USD je Aktie.

Der Gewinn lag mit 55,40 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 50,60 USD. Mit einem Umsatz von 6,80 Mrd. USD hat man die Analystenschätzungen von 6,52 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.

Massive Aktienrückkäufe

Booking hat die laufenden Einnahmen genutzt, um für 1,3 Mrd. USD eigene Aktien zurückzukaufen, was etwa 0,77 % des Börsenwerts entspricht. Das hört sich auf den ersten Blick nach wenig an. Geschieht das aber jedes Quartal, sind die Auswirkungen mit der Zeit erheblich.
In den letzten zehn Jahren wurde die Zahl der ausstehenden Aktien von 51 auf 33 Millionen Stück reduziert, wodurch das Ergebnis je Aktie maßgeblich gesteigert wurde.

In ähnlicher Weise dürfte sich das fortsetzen. Unter dem laufenden Buyback-Programm stehen weitere 24,6 Mrd. USD für Aktienrückkäufe bereit. Derzeit würde das ausreichen, um 4,4 Millionen Aktien einzuziehen.
Darüber hinaus zahlt das Unternehmen seit dem letzten Jahr eine Dividende.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Derzeit sehen die Konsensschätzungen für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinnsprung um 18 % auf 221 USD je Aktie vor.
Booking kommt demnach auf eine forward P/E von 25,3. Das ist in Anbetracht der hohen Wachstumsraten und der Charakteristiken des Geschäftsmodells problemlos vertretbar. Langjährig pendelt die P/E um einen Wert von 25,6.

Da das Ergebnis im ersten Quartal um 22 % und im zweiten Quartal um 32 % gestiegen ist, ist es jedoch wahrscheinlich, dass die Schätzungen zu niedrig sind. Dafür sprechen auch die Aussagen des Vorstands, wonach die Dynamik ab Ende Mai wieder zugenommen hat.
Sollte Booking in den kommenden beiden Quartalen abermals die Erwartungen übertreffen, ergibt sich dadurch entsprechendes Aufwärtspotenzial.

Booking Aktie: Chart vom 30.07.2025, Kurs: 5.590 USD - Kürzel: BKNG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Booking Aktie: Chart vom 30.07.2025, Kurs: 5.590 USD – Kürzel: BKNG | Quelle: TWS

Noch besser wäre das Chance-Risiko-Verhältnis im Falle einer Korrektur. Es gibt zwar keinen greifbaren Grund für sinkende Kurse, sollte der Markt aber insgesamt unter Druck kommen, wird Booking mit hoher Wahrscheinlichkeit wohl auch zurückkommen. Mögliche Anlaufstellen einer Korrektur liegen bei 5.260 – 5.333 sowie 4.650 USD.

An den relevanten Tiefs seit 2020 lag die P/E zwischen 19 und 22. Aktuell würde das einem Kurs von 4.199 – 4.862 USD entsprechen.

Bricht die Aktie hingegen über 5.750 USD aus, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit extrapolierten Kurszielen bei 6.000 und 6.250 USD.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.