DEUTZ Aktie aktuell DEUTZ: Die Wette auf den Turnaround

News: Aktuelle Analyse der DEUTZ Aktie

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DEUTZ
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Zur DEUTZ Aktie

Als der Motorenbauer DEUTZ Mitte April seine Prognose anhob, war die unmittelbare Reaktion zwar leicht negativ, aber dann zog die Aktie davon. Die Trader wetten auf die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Aber auch die DEUTZ-Aktie ist keine Einbahnstraße.

Am 19. April legte DEUTZ die vorläufigen Ergebnisse für das erste Quartal vor, am Donnerstag kamen die endgültigen Zahlen, die die Vorab-Zahlen bestätigten. Aber für die Investoren ist das abgelaufene Quartal irrelevant, ihr Blick richtet sich nach vorne. Nach dem Verlustjahr 2020 setzen die Akteure auf die Rückkehr in die Gewinnzone. Womit sie richtig liegen dürften.

DEUTZ passte im Zuge der Vorab-Zahlen am 19. April auch seine Gesamtjahresprognose nach oben an. Jetzt sieht man einen Absatz zwischen 140.000 und 155.000 Motoren (vorher lautete die Perspektive auf mindestens 130.000 Motoren). Die Umsatzerwartung wurde von zuvor mindestens 1,4 Milliarden auf jetzt 1,5 – 1,6 Milliarden Euro angehoben. Und hinsichtlich der EBIT-Marge sieht man eine Spanne zwischen einem und zwei Prozent von zuvor +/-0. Bleibt es dabei, wird DEUTZ 2021 in die Gewinnzone zurückkehren.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur DEUTZ Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Frage ist, wie groß der Gewinn ausfallen könnte. Da spielt die EBIT-Marge eine entscheidende Rolle. Die ist zwar sehr niedrig, aber gerade deswegen läge der Gewinn bei gleichem Umsatz im Fall einer EBIT-Rendite von zwei Prozent doppelt so hoch wie im Fall einer Marge von einem Prozent. Da bewegt man sich also auf unsicherem Terrain.

Auf Basis dieses Ausblicks würde DEUTZ nicht unmittelbar an die starke Phase der Jahre 2017/2018 anknüpfen, aber es bleibt die Marge als Schlüssel. Erreicht man, dass sukzessiv mehr vom Umsatz in der Kasse bleibt, könnte der Gewinn schnell immens zulegen. Aber das kann man im Vorfeld eben nicht absehen. Wer hier auf den großen Turnaround setzt, geht somit eine Wette ein, die aufgehen kann … oder auch nicht. Was tun? Das, was sich in solchen Fällen immer anbietet:

Die Charttechnik wäre in solchen Situationen der beste Wegweiser. Wobei Deutz in dieser Hinsicht ideale Voraussetzungen bietet, denn die Aktie bewegt sich seit März 2020 wie auf Schienen in einem Aufwärtstrendkanal. Solange dessen untere Begrenzungslinie bei aktuell 5,75 Euro nicht gebrochen wird, bleibt der Weg nach oben grundsätzlich frei.

Wer spekulativ und auf kurzfristiger Ebene agiert, würde sich hinsichtlich der Absicherung nach unten aber eher am Verlaufstief der Vorwoche bei 6,56 Euro orientieren. Im Verlauf der Vorwoche hat die DEUTZ-Aktie eine Widerstandslinie in Form eines Zwischenhochs vom Sommer 2019 bei 6,70 Euro bezwungen, deutlicher sollte die Aktie nicht mehr darunter fallen. Denn sie ist sogar auf Wochenbasis tendenziell überkauft, wie der Wochenchart zeigt, zugleich hatte sie am Freitag die obere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals erreicht.

Deutz-Aktie: Chart vom 07.05.2021, Kurs 7,045 Euro, Kürzel DEZ | Online Broker LYNX

Sollte DEUTZ die Nackenlinie des 2019 entstandenen Doppeltopps bei 7,26 Euro überwinden, dürfte das für Anschlusskäufe sorgen. Aber dreht die Aktie dort oder sogar auf dem aktuell erreichten Niveau nach unten ab, wäre ein Schlusskurs unter diesem Vorwochen-Verlaufstief von 6,56 Euro ein Signal, kurzfristig vorsichtig zu werden.

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Vorherige Analysen der DEUTZ Aktie

Rein charttechnisch betrachtet könnte ein Aufwärtstrend kaum besser aussehen als der der Deutz-Aktie. Die Aktie des Motorenbauers hatte im Frühjahr 2020 einen Aufwärtstrendkanal etabliert, dessen untere Begrenzung im November und Dezember erfolgreich getestet wurde. Jetzt strebt der Kurs in Richtung der oberen Begrenzung des Trendkanals bei aktuell 6,12 Euro, die zusammen mit der aus dem Herbst 2019 stammenden Widerstandslinie bei 6,19 Euro wie ein Magnet auf die Käufer wirken dürfte, nachdem es gelang, das letzte Zwischenhoch vom November mit Schwung zu überwinden.

Diese Widerstandszone könnte durchaus erreicht werden, sofern die optimistische Grundstimmung am Aktienmarkt erhalten bleibt. Aber zu erwarten, dass die Aktie diese Zone überwindet und in Richtung des mehrjährigen Hochs bei 9,05 Euro weiter läuft, das im Sommer 2019 erreicht wurde, wäre verwegen. Denn dieser so perfekte Aufwärtstrend hat eine Achillesferse: die Fundamentals stützen die Aufwärtsbewegung nicht. Die letzten Meldungen, die von Deutz im November auf den Tisch kamen, begünstigen keine Hausse, im Gegenteil:

Expertenmeinung: Die am 10. November vorgelegte Bilanz des dritten Quartals war äußerst unerfreulich. Der Umsatz fiel von 450,1 Millionen Euro im dritten Quartal 2019 auf 208,2 Millionen (-31,5 Prozent). Und aus einem Gewinn im Vorjahr (+9,4 Millionen) wurde ein Verlust von 16 Millionen Euro. Und das, obwohl das dritte Quartal 2020 in die Phase ohne Lockdown fiel. Das alles wäre hinzunehmen, hätte Deutz avisiert, dass man ab jetzt durchstarten würde. Aber das Gegenteil war der Fall. Keine zwei Wochen nach der Bilanzvorlage meldete der Motorenhersteller, dass der Ausblick auf das Jahr 2022 nicht mehr einzuhalten sei, die für 2022 avisierten Ziele erst 2023 oder 2024 erreichbar sein würden, weil die Geschäftslage deutlich rückläufig sei und man davon ausgehe, dass „die Investitionszurückhaltung der Kunden in den kommenden Monaten zunächst noch weiter anhalten wird“.

Das ist das Szenario, das man befürchtete, als die Aktie im vergangenen März bis auf 2,62 Euro abverkauft wurde. Aktuell notiert sie etwa 120 Prozent über diesem Tief. Somit hängt diese problematische Perspektive wie ein Damoklesschwert über dem so perfekt wirkenden Aufwärtstrend. Solange dieser Trend weiterhin negativen Nachrichten zu trotzen vermag, könnte man zwar investiert bleiben. Aber würde die Aktie unter die (derzeit bei 4,88 Euro verlaufende) Aufwärtstrendlinie fallen, wäre das, alleine aufgrund der vorherigen, erfolgreichen Tests, ein klares Signal, um sich hier erst einmal zu verabschieden.

Chart vom 14.01.2021, Kurs 5,755 Euro, Kürzel DEZ | Online Broker LYNX

Die Leerverkäufer dürften mit wachsendem Interesse zur Kenntnis genommen haben, was vom Motorenhersteller Deutz in den vergangenen gut zwei Wochen so alles auf den Tisch kam. Wenn das bullische Lager verhindern will, dass die Aktie den Nachrichten folgt, indem sie den mittelfristigen Aufwärtstrend bricht, müsste man sich jetzt ranhalten. Denn diese Nachrichten waren allemal geeignet, Deutz schon einmal in der Watchlist Short vorzumerken.

Die Bilanz des dritten Quartals steckten die Anleger noch weg. Das am 10. November gemeldete Ergebnis war zwar mit einem Umsatzminus von 21 Prozent und einem Verlust von 16 Millionen Euro nach einem Gewinn von 9,4 Millionen im Vorjahresquartal düster, aber damit war seitens der Analysten gerechnet worden. Und die sind bislang auch noch optimistisch. Selbst das niedrigste Kursziel liegt mit 5,0 Euro über dem aktuellen Kurs, im Schnitt sieht man da ein Kursziel von 6,20 Euro. Aber die Nachrichten vom Montagabend waren angetan, bei den ersten Experten Bedenken auszulösen – und auch die Aktie reagierte deutlich.

Expertenmeinung: Am Montag nach Handelsende korrigierte Deutz seinen Ausblick, indem man das für 2022 angestrebte Ziel, einen Umsatz von zwei Milliarden Euro und eine Vorsteuer-Marge von sieben bis acht Prozent zu erreichen, auf die Jahre 2023 oder 2024 nach hinten verschoben wurde. Der Grund sei die deutlich rückläufige Entwicklung im Motorengeschäft, die aus Sicht des Unternehmens in den kommenden Monaten zunächst noch anhalten werde.

Die Analysten der DZ Bank nahmen ihre Einschätzung des fairen Werts der Aktie daraufhin von 6,30 auf 6,00 Euro nach unten, HSBC stufte Deutz von „Kaufen“ auf „Halten“ mit Kursziel 5,50 Euro ab. Die Aktie, die am Montag vor der Meldung noch das Kursniveau direkt vor dem „Corona-Crash“ überboten hatte, sackte kräftig durch und schloss am Mittwoch gegenüber dem Montags-Schlusskurs gut zwölf Prozent tiefer, hatte dabei am Mittwoch zeitweise sogar noch tiefer notiert.

Mit dieser Nachricht werden all diejenigen wieder auf den harten Boden der Tatsachen verfrachtet, die überzeugt waren, dass die Wende zurück zu den umsatzstarken Jahren 2018 und 2019 schnell vollzogen würde. Und ohne eine schnelle Erholung wird eine Aktie, die unmittelbar davor nahe daran war, das Anfang Januar markierte Jahreshoch zu erreichen, natürlich für die Leerverkäufer, die Bären, attraktiv. Noch aber hätten die Bullen die Chance, einen Trendbruch und den dann zu erwartenden, weiteren Abgabedruck abzuwenden …

… wenn es ihnen gelingt, die untere Begrenzung des im März etablierten Aufwärtstrendkanals bei aktuell 4,51 Euro sowie die als Sicherungsseil darunter, bei 4,27 Euro, verlaufende 200-Tage-Linie zu verteidigen. Sollte diese mittelfristige Auffangzone jedoch mit Schlusskursen unter 4,10 Euro signifikant durchschlagen werden, wäre angesichts dieser eingetrübten Unternehmensperspektive nach unten einiges drin.

Chart vom 25.11.2020, Kurs 4,81 Euro, Kürzel DEZ | Online Broker LYNX

Die Aktie des Motorenherstellers Deutz hatte sich im vergangenen Sommer bis knapp über neun Euro nach oben gekämpft und damit den höchsten Stand seit Herbst 2007 erreicht. Dann aber wurde deutlich, dass 2019 zwar der Umsatz zulegen, der Gewinn aber nicht mitziehen würde. Und Anfang 2020 kam dann auch noch der allgemeine Ausverkauf im Zuge der Corona-Pandemie hinzu. Einige Aktien konnten diesen Kurseinbruch bereits komplett abschütteln. Und wenn man sich den Chart genauer ansieht, stellt man fest: Deutz gehört dazu. Denn der Kurs notiert nicht allzu weit unterhalb des Levels, den die Aktie im Februar vor dem Lockdown sah. Mitte vergangener Woche hatte Deutz über 80 Prozent seit dem März-Tief von 2,62 Euro zugelegt. Da scheinen die Anleger offenbar guter Dinge zu sein. Zu Recht?

Zumindest sitzt man da mit den Analysten in einem Boot. Denn deren durchschnittliches Kursziel liegt bei 5,50 Euro, unter den Empfehlungen finden sich „Kaufen“ und „Halten“, aber keine „Verkaufen“-Einstufung … und darüber hinaus liegt die Prognose für die Gewinne 2021 schon wieder relativ nahe an denen des Jahres 2019. Für 2020 wird zwar mit einem Verlust gerechnet, aber viele, ob Anleger oder Experten, propagieren derzeit ja, diese Phase einfach abzuhaken und nach vorne zu sehen. Und der Blick nach vorne ist eben positiv. Oder?

Expertenmeinung: Es gibt bislang keine Belege dafür, dass dieser Optimismus auch berechtigt wäre. Das zweite Quartal fiel für Deutz fatal aus. Der Umsatz brach um 41 Prozent ein, der Auftragseingang sank um 39,1 Prozent, zugleich wurde ein EBIT von -38,1 Prozent erzielt nach 22,1 Millionen Euro Gewinn im zweiten Quartal 2019. Die Marge wurde mit -13,6 Prozent nach +4,6 im Vorjahreszeitraum stark negativ. Das alles ließe sich durchaus abhaken, hätte Deutz die Bilanz mit Statements versehen, die klar machen würden, dass diese Phase bereits so gut wie überstanden wäre. Aber im Gegenteil wurde bei der am 11. August vollzogenen Vorlage der Zahlen erklärt, dass man wegen der Corona-Krise weiterhin nicht imstande sei, eine Prognose abzugeben. Und eine Woche nach der Bilanzveröffentlichung meldete Deutz, dass man plane, bis 2022 weltweit ca. 1.000 Arbeitsplätze zu streichen … bei einer Belegschaft knapp unter 5.000 Mitarbeitern ist das ein herber Einschnitt, der nicht andeutet, dass es hier in Kürze einfach so wieder aufwärts gehen müsste.

So gesehen bauen die Bullen, die den Kurs seit Mitte März in einem Aufwärtstrend halten, bislang auf Treibsand. Und sie bekommen jetzt noch ein weiteres Problem: Man hat zusehends Mühe, diesen Aufwärtstrend zu halten. Deutz blieb gerade zum zweiten Mal in der Widerstandszone 4,52/4,79 Euro hängen und testet jetzt die März-Aufwärtstrendlinie. Seit Ende Juli kommt die Aktie nicht mehr recht von dieser Linie weg, so gesehen müssten die Bullen jetzt ohne Zeitverzug handeln, den Kurs umgehend über den Widerstandsbereich 4,52/4,79 Euro ziehen. Passiert das nicht, würde ein mit Schlusskursen unter 4,12 Euro – und damit unter dem Ende Juli markierten Zwischentief – signifikanter Bruch der Trendlinie den Weg nach unten freigeben. Aus charttechnischer Sicht sowieso, aber bei der derzeit äußerst offenen Umsatz- und Gewinn-Perspektive des Unternehmens dürfte es dann auch mit dem momentan noch eisern gepflegten Optimismus schnell vorbei sein.

Deutz Aktie: Chart vom 21.08.2020, Kurs 4,46 Euro, Kürzel DEZ | Online Broker LYNX

Deutz ist ein unabhängiger Hersteller von Dieselmotoren. Die Produktpalette reicht von Motoren mit einer Leistung von 19 bis 620 KW für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen.

Klärungsbedarf

Immer wieder wird Deutz im Zusammenhang mit der Autobranche genannt, denn die meisten assoziieren den Namen vor allem mit Traktoren und LkW. Tatsächlich entfielen im Vorjahr weniger als 5% des Konzerngeschäfts auf das Segment Automotive und nur 15% auf Landtechnik. Vier Fünftel des Umsatzes stammt aus anderen Bereichen. Der Löwenanteil von 30% auf Baumaschinen, weitere 21% und 18% auf Services und Material Handling. Die Probleme in der Autobranche spielen also keine Rolle, dennoch bewegt sich Deutz in stark zyklischen Sektoren.

Lage hellt sich auf, oder?

Die wirtschaftliche Abkühlung hat ihre Spuren hinterlassen und dementsprechend waren die Zahlen zeitweise nicht sonderlich gut. Zuletzt scheint sich die Lage aber spürbar verbessert zu haben. In den ersten drei Quartalen ist der Umsatz um 7,2% auf 1,38 Mrd. Euro gestiegen. Das hat sich beim Ergebnis stark überproportional niedergeschlagen. Das EBIT kletterte um 76% auf 78,5 Mio. Euro. Der Gewinn legte von 0,29 auf 0,45 Euro je Aktie zu. Der freie Cahflow ist auf Jahressicht zwar noch negativ, doch im jüngsten Quartal wurde ein Plus verzeichnet. Das größte Problem ist derzeit der Auftragseingang, denn der ist rückläufig und lag zuletzt auch immer wieder unter dem Vorjahreswert. Der Auftragsbestand ist auf 375,2 Mio. Euro geschmolzen. Langsam wird es problematisch. Seit der letzten Analyse hat sich die Lage daher quasi umgekehrt. Damals waren die Zahlen nicht sonderlich gut, doch bei dem hohen Auftragsbestand konnte man eine Verbesserung erwarten. Heute ist es umgekehrt. Man sollte also mit Vorsicht agieren. Ich hatte bereits in der letzten Analyse zu einer konservativen Herangehensweise geraten und weitere Kursverluste antizipiert. Die damalige Aussage war klar: Für das Gesamtjahr wurde bisher ein Gewinn von 0,74 Euro je Aktie erwartet. […] Man sollte eher mit einer konservativen Schätzung von 0,60 Euro je Aktie rechnen. In diesem Szenario käme Deutz bei einem Kurs von 6,00 Euro auf ein KGVe von 10 und bei einem Kurs von 5,00 Euro auf ein KGVe von 8,3. […] Zeichnet sich an den genannten Marken zwischen 5 und 6 Euro also ein Boden ab, wäre ein Kauf auch fundamental vertretbar. Im Endeffekt lagen wir goldrichtig. Seit der Analyse wurden die Konsensschätzungen für das Ergebnis von 0,74 auf 0,63 Euro je Aktie revidiert. Deutz rutschte von 6,90 Euro bis in die Zielzone bei 5,00 Euro und bildete dort ein Boden.

Charttechnik

Wer danach gehandelt hat, kann sich bereits über Buchgewinne von knapp 20% freuen und könnte Gewinnmitnahmen erwägen. Gelingt jedoch ein nachhaltiger Ausbruch über 5,85 und 6,00 Euro, kommt es zu prozyklischen Kaufsignalen. In diesem Fall wäre der Weg in Richtung 6,50 und 6,85 Euro frei. Die antizyklischen Kaufmarken liegen bei 5,50 und 5,00 Euro. Mehr als 6.300 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Ausgezeichnete Preise. Ausgezeichneter Service. Mein Broker ist LYNX. Chart vom 07.11.2019 Kurs: 5,76 Kürzel: DEZ - Tageskerzen | LYNX Online Broker

Bei dieser Bilanz, die der renommierte Motorenbauer Deutz am Donnerstagmorgen vorlegte, konnte man eigentlich nur den Daumen heben. Der Umsatz legte um drei Prozent zum Vorjahreszeitraum zu, der Gewinn stieg überproportional. Was daran lag, dass es gelungen war, die Gewinnmarge, hier als EBIT-Rendite gerechnet, von 2,5 auf 4,6 Prozent zu steigern. Und das in einem Umfeld, in dem die Maschinenbauer im Allgemeinen reichlich Gegenwind verspüren. Der Vorstand räumte zwar ein „zunehmend herausforderndes makroökonomisches sowie geopolitisches Umfeld“ ein, bestätigte aber trotzdem die bisherige Prognose für das Gesamtjahr, wobei man auch daran festhält, die EBIT-Rendite auf 5,0 Prozent steigern zu können. Gute Zahlen und Optimismus in einer Phase, in der es am Gesamtmarkt Gewinnwarnungen hagelt, die Deutz Aktie hätte eigentlich kräftig zulegen müssen. Tat sie aber nicht. Deutz fiel am Donnerstag kräftig um 6,28 Prozent auf den tiefsten Stand seit Januar. Warum? Expertenmeinung: Die Stimmung für die Aktie war bereits seit dem 9. und 10. Juli angeschlagen. Da senkten mehrere Analysten ihre Kursziele, wobei da weniger Nachrichten von Deutz selbst die Basis gewesen sein dürften als die besorgten Statements des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer VDMA, der für die Branche jetzt mit einem Produktionsminus im Gesamtjahr rechnet. Nach den gestern vorgelegten Zahlen kam nur die Commerzbank mit einer Kursziel-Senkung von 9,50 auf 7,50 Euro, aber das wäre ja immer noch ein Kursniveau deutlich über dem Schlusskurs des Donnerstags. Wenn man sich den Chart der Aktie ansieht, entsteht eher der Eindruck, die Leerverkäufer, die „Bären“, hätten bereits im Vorfeld die Zielsetzung gehabt, die für sie in einer idealen Konstellation befindliche Deutz Aktie zu drücken, um ein markantes, bärisches Signal zu generieren. Man versuchte es trotz der Bilanz und war wohl vor allem deshalb erfolgreich, weil andere Akteure daraufhin sofort ihre Käufe stoppten aus Sorge, da wisse womöglich jemand mehr als sie selbst. Was natürlich immer sein kann, aber in diesem Fall nicht offenkundig wäre. Deutz war für die Bären deswegen so lukrativ, weil hier Anfang/Mitte Juli ein großes Doppeltopp vollendet wurde und der Kurs dadurch auch noch unter seine 200-Tage-Linie fiel. Zuletzt hielt die Unterstützungslinie bei 6,00 Euro zwar, die Aktie konnte sich aber nicht nach oben absetzen und notierte im Vorfeld der Bilanz nahe an dieser Linie und unterhalb der im Chart blau gehaltenen 20-Tage-Linie. Würde der Kurs jetzt durch die 6,00 Euro nach unten hindurch gehen, wäre die Toppbildung noch formvollendeter, könnte als Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit zwei Köpfen gesehen werden. Genau das ist den Bären am Donnerstag gelungen. Und solange der Trend dynamisch abwärts weist und zugleich der Gesamtmarkt immer nervöser wird, kann das schwerer wiegen als gute Bilanzergebnisse, so dass ein Test des nächsten charttechnischen Kursziels bei genau 5,00 Euro, wo die Aktie zur Jahreswende 2018/2019 aufgesetzt hatte, durchaus denkbar wäre. Bullisch wäre die Aktie erst, wenn sie wieder über der Nackenlinie des Doppeltopps bei 7,26 Euro schließen würde. Und das ist aus aktueller Sicht der deutlich steinigere Weg. Chart vom 01.08.2019, Kurs 5,89 Euro, Kürzel DEZ | Online Broker LYNX Aktientipps