Fiserv Aktie Prognose Fiserv: Der Druck steigt

News: Aktuelle Analyse der Fiserv Aktie

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Zur Fiserv Aktie

Fiserv ist für den Endkunden unsichtbar. Vielleicht bekommt die Aktie deshalb so wenig Aufmerksamkeit. Unterdessen steigt einen Investorenlegende nach der anderen ein.

Es zwitschert

So langsam flattern wieder die Filings aus den USA ein. Über dem großen Teich müssen Großinvestoren mit einem Anlagevermögen von mehr als 100 Mio. USD bis spätestens sechs Wochen nach Quartalsende ihr Portfolio offenlegen.

Für mich persönlich war und ist das seit jeher eine Fundgrube. Was die Branchengrößen mit ihrem eigenen Geld und in ihren Fonds ganz real kaufen und verkaufen, liefert immer wieder interessante Hinweise.

Eine Aktie steht bereits seit einiger Zeit weit oben auf den Kaufzetteln der Großinvestoren und das ist Fiserv.
Bisher hat sich der Kurs jedoch kein bisschen bewegt. Im Endeffekt wartet die Aktie im Dornröschenschlaf darauf, dass sie endlich wachgeküsst wird.

Früher oder später

Für die Großinvestoren, die bereits vor Monaten gekauft haben, ist das nicht wirklich erfreulich, für uns allerdings schon.
Außerdem hat sich der Kurs besser entwickelt als der Gesamt. Fiserv bewegt sich nicht, obwohl der Markt unter Druck steht.
Vielleicht ist das ein erstes gutes Zeichen.

Ende 2021 sind jedenfalls mehrere namhafte Investoren eingestiegen, vermutlich haben sie im ersten Quartal 2022 weiter aufgestockt,
Darunter Bill Miller, Seth Klarman und Bill Nygren, die Fiserv aus dem Stand mit 1,86 sowie 3,20 und 4,90% des Portfolios gewichtet haben.

Besonders überzeugt scheint man bei ValueAct sein, einem Fonds, der seit der Gründung im Jahr 2000 eine jährliche Rendite von 14% eingefahren hat.
Dort hat man in den letzten Quarten sukzessive aufgestockt, wodurch die Position inzwischen mehr als 15% des gesamten Portfolios ausmacht.

Wer oder was ist ein Fiserv?

Fiserv ist einer der weltweit führenden Zahlungsdienstern. Das Unternehmen betreibt beispielsweise das drittgrößte Debit-Netzwerk hinter Visa und Mastercard.

Für den Endkunden ist Fiserv also weitgehen unsichtbar. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum der Aktie von Privatanlegern so wenig Beachtung geschenkt wird, während sie bei Großanlegern seit jeher Anklang findet.

Die langfristige Kursentwicklung sowie die Geschäftsdaten können sich jedenfalls sehen lassen.

Der Umsatz hat sich in den letzten zehn Jahren von 4,48 auf 16,23 Mrd. USD mehr als verdreifacht. Das operative Ergebnis hat sich in diesem Zeitraum von 1,28 auf 5,58 USD je Aktie sogar mehr als vervierfacht.
Da gibt es wenig zu meckern.

Trotzdem läuft die Aktie seit geraumer Zeit seitwärts. Die Hauptgründe dafür sehen wie folgt aus:
Vor einigen Jahren gab es einen regelrechten Hype um die Aktien im Sektor, da eine Übernahme auf die andere folgte.
Dadurch stiegen die Bewertungen in der Branche, Fiserv kam zeitweise auf eine P/E von knapp über 30.

Beliebte oder ungeliebt?

Vor dem Hype lag die Bewertung von Fiserv im Durschnitt bei 22.

Diese Überbewertung musste abgebaut werden. Ein weiterer Grund, der unbedarfte Anleger abschrecken dürfte, ist der vermeintliche Gewinneinbruch.
Der aber auf geplante Abschreibungen im Zuge der Übernahme on First Data zurückzuführen und überwiegend nicht cash-wirksam sind.

Das ist auch der Grund, warum der operative Gewinn und der freie Cashflow weit über dem gemeldeten Gewinn nach GAAP liegen.

Das dürfte im laufenden Geschäftsjahr langsam ein Ende haben, wodurch sich der gemeldete Gewinn von 1,99 auf 4,35 USD je Aktie mehr als verdoppeln dürfte.

Nimmt man die operativen Kennzahlen als Grundlage, sind im laufenden und den kommenden Geschäftsjahren Gewinnsteigerungen von 15-16% p.a. zu erwarten.

Durch die lange Seitwärtsphase ist die P/E auf 17,5 gesunken, die forward P/E liegt bei 15,1.
Im Verhältnis zu den gegebenen Charakteristiken und dem zu erwartenden Wachstum ist das wenig. Zuletzt war Fiserv 2013 so niedrig bewertet.

Für weitere Informationen zum Unternehmen, empfehle ich Ihnen diesen Artikel:
Fiserv überholt Square und keinen interessiert es

Chart vom 02.05.2022 Kurs: 97,92 Kürzel: FISV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 02.05.2022 Kurs: 97,92 Kürzel: FISV – Wochenkerzen

Die Aktie ist übergeordnet bullisch und der Aufwärtstrend ist intakt. Theoretisch könnte eine Rallye jederzeit starten und vermutlich wird sie das auch irgendwann.

Kann die Abwärtstrendlinie bei knapp über 100 USD überwunden werden, könnte das der Startschuss sein.

Antizyklische Investoren können auf dem aktuellen Niveau einen Fuß in die Türe stellen.

Fällt die Aktie unter 90 USD, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.

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Vorherige Analysen der Fiserv Aktie

Fiserv ist einer der weltweit führenden Zahlungsdienstern.
Das Unternehmen betreibt beispielsweise das drittgrößte Debit-Netzwerk hinter Visa und Mastercard.

Seit der Übernahme von First Data entwickelt sich die Aktie allerdings schwach. Beim Ergebnis scheint es zu haken, oder täuscht der erste Blick?

Cash ist King

In den letzten acht Jahren vor der Übernahme von First Data konnte Fiserv den Umsatz von 4,34 auf 5,82 Mrd. USD steigern.
Der Gewinn konnte man von in diesem Zeitraum mehr als verdreifachen.

Das das Geschäft nicht kapitalintensiv ist, konnte man gleichzeitig die Zahl der ausstehenden Aktien von 576 auf 413 Millionen Stück reduzieren.

Dadurch befeuert legte das Ergebnis von 0,70 auf 4,38 USD je Aktie zu.

Bei First Data war die Entwicklung ähnlich positiv. In einigen Geschäftsbereichen waren die beiden Unternehmen direkte Konkurrenten.

Outperformer

Bei den vorliegenden Geschäftszahlen sollte es klar sein, dass Fiserv und First Data eigenständig massive Outperformer waren.

Gemeinsam ist man noch stärker. Mittelfristig sollte der Zusammenschluss zu höheren Margen führen. Bisher wird das vom Markt jedoch vollkommen ignoriert, da sich der gemeldete Gewinn schleppend entwickelt.

Ein Blick auf den Cashflow und die operativen Kennzahlen zeigen allerdings, was hier wirklich vor sich geht.
Der freie Cashflow ist seit dem Zusammenschluss von 1,19 auf 3,25 Mrd. USD gestiegen.
Pro Aktie ist der FCF von 2,89 auf 4,75 USD geklettert.
Fiserv kommt aktuell also auf einen P/FCF von 23,2.  

Das operative Ergebnis konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr Jahr von 4,81 auf 5,75 USD je Aktie gesteigert werden.
In diesem und den kommenden Jahren werden Wachstumsraten von 10-15% erwartet.

Fiserv kommt aktuell auf eine operative P/E von 19,2 und eine forward P/E von 16,7.
Im Verhältnis zum vorliegenden Wachstum ist das wenig.
In den letzten fünf Jahren wurde durchschnittlich eine P/E von 21,6 gezahlt.

Der Preis ist heiß

Der Markt scheint die außerordentliche Qualität des Unternehmens vollkommen zu unterschätzen.

Die Branche wächst grundsätzlich, hat Rückenwind und das Geschäftsmodell besitzt einen „eingebauten“ Inflationsschutz.
Das sollte in der aktuellen Situation eigentlich auf viel Gegenliebe stoßen.

Darüber hinaus ist das Geschäft nicht kapitalintensiv, erwirtschaftete einen hohen freien Cashflow und das Management kann einen Trackrecord von sinnvoller Kapitalallokation vorweisen.

Das zeigt sowohl die Übernahme von First Data als auch die von Clover.

In der Branche gab es in den letzten Jahren mehrere größere Übernahmen, die zu einer Konsolidierung und steigenden Margen führen sollten.

Fidelity National hat Worldpay für 41 Mrd. USD geschluckt und Global Payments hat sich für 25 Mrd. USD Total System geschnappt.
Die Übernahme von First Data hat sich Fiserv 39 Mrd. USD kosten lassen.

Egal welchen Maßstab man ansetzt, Fiserv dürfte den besten Deal gemacht haben.
Die mögliche Synergieeffekte sind am höchsten und man hat „nur“ das zwölffache des EBITDA von First Data gezahlt.

Global Payments und Fidelity mussten das siebzehn- und neunzehnfache auf den Tisch legen.

Kennen Sie Clover?

Ein anderer Wachstumstreiber, der übersehen wird, dürfte Clover sein. Fiserv hatte die cloudbasierte Payment-Plattform 2012 übernommen, als man noch ein Startup war.

Seitdem ist der Handelsvolumen (Gross Payment Volume, GPV) auf der Plattform von faktisch null auf 184 Mrd. USD gestiegen. Zuletzt verzeichnete Cover Wachstumsraten von über 90%.
Tatsächlich hat man inzwischen sogar Square überholt.

Doch während der Kurs von Square durch die Decke geht, scheint man sich für Clover nicht zu interessieren.
Was die Fiserv-Tochter eigenständig Wert wäre, darüber kann man nur mutmaßen.

Sollte man sich dafür entscheiden, Clover eigenständig an die Börse zu bringen, könnte das für Anleger einen erheblichen Mehrwert haben.
Plötzlich wäre offensichtlich, was Clover wirklich wert ist.

Chart vom 24.09.2021 Kurs: 110,24 Kürzel: FISV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 24.09.2021 Kurs: 110,24 Kürzel: FISV – Wochenkerzen

Übergeordnet ist die Aktie klar bullisch. Für antizyklische Investoren ist das aktuelle Niveau interessant.
Noch attraktiver wäre ein Einstieg zwischen 95 USD und dem langfristigen Aufwärtstrend.
Aktuell sieht es allerdings nicht danach aus, dass es noch eine Etage tiefer gehen wird.

Über 110 und 118 USD käme es jeweils zu prozyklischen Kaufsignalen.

Es wäre gut möglich, dass Fiserv die Erwartungen deutlich übertreffen wird. Man hat es schon angedeutet. Sollte man die Korrektur jetzt nutzen, um noch vor den Zahlen einzusteigen?

Ein einträgliches Geschäft

Fiserv ist ein Anbieter von einer ganzen Reihe von Dienstleistungen sowie Software im Bereich Zahlungsverkehr.
Zu den Kunden gehören Einzelhändler und Supermärkte ebenso wie Großkonzerne oder auch Banken und Versicherer.

Unternehmen in den Bereichen Software sowie Zahlungsdienstleister jeglicher Couleur gehören seit jeher zu meinen Steckenpferden.
Es ist ein attraktives und mitunter hochprofitables Betätigungsfeld und vereint eine ganze Reihe von wünschenswerten Eigenschaften.

Der Kapitalbedarf ist in der Regel gering, die Margen sind hoch. Das Geschäft ist gut skalierbar und Kunden können nicht ohne größere Anstrengungen wechseln.

Auf Expansionskurs

Fiserv hat die Möglichkeiten der Branche erkannt und durch eine ganze Reihe kleinerer Zukäufe und der Übernahme von First Data ein Firmenimperium geschaffen.

In nur zehn Jahren kletterte der Konzernumsatz von 4,34 Mrd. USD auf 14,85 Mrd. USD.

Kapitalerhöhungen waren dafür über weite Strecken nicht notwendig. Daher konnte das operative Ergebnis im selben Zeitraum von 1,15 auf 4,42 USD je Aktie gesteigert werden.

Dementsprechend dürfte es niemanden wundern, dass die Aktie ein langfristiger Outperformer ist.

Einziges Manko sind die hohen Schulden von zuletzt 20,32 Mrd. USD, die aber weitgehend auf die Übernahme von First Data im Jahr 2019 zurückzuführen ist.
Man scheint das Thema aber anzugehen.

Selbst in den zurückliegenden Krisenmonaten war man dazu in der Lage Schulden zu tilgen, seit Ende 2019 waren es rund 1,0 Mrd. USD.

Ausblick und Bewertung

Im ersten Quartal lag der Gewinn mit 1,17 je Aktie über den Erwartungen von 1,12 USD. Der Umsatz übertraf mit 3,83 Mrd. die Analystenschätzungen von 3,75 Mrd. USD ebenfalls.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 4% und einem Gewinnsprung von 18%.

Viele andere Unternehmen würden sich über derartige Zahlen freuen, für Fiserv war es ein vergleichsweise schwaches Quartal.
Nach den Worten des Vorstands hatte das Momentum in den Wochen nach Quartalsabschluss aber weiter zugenommen.

Daher hat man die Prognose für das laufende Geschäftsjahr leicht erhöht. Fiserv stellt einen Gewinn von 5,35 – 5,50 USD je Aktie und ein Umsatzwachstum von 9-12% in Aussicht.

Fiserv kommt dementsprechend auf eine forward P/E von 20,1. Das ist bei einem erwarteten Gewinnsprung von über 20% und der grundlegend hohen Qualität des Unternehmens vollkommen vertretbar.
In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 24,8.

Aus dieser Sicht wäre also noch Luft vorhanden und die jüngste Korrektur könnte sich als Gelegenheit herausstellen.
Mit etwas Glück geht es vor den nächsten Zahlen, die am 27. Juli kommen, sogar noch eine Etage tiefer.

Chart vom 13.07.2021 Kurs: 108,83 Kürzel: FISV - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 13.07.2021 Kurs: 108,83 Kürzel: FISV – Wochenkerzen

Fällt Fiserv jetzt unter 107 USD, könnten die Unterstützungen bei 100 oder 94 USD angesteuert werden.
Aus heutiger Sich ist es unwahrscheinlich, dass es noch tiefer geht.

Für antizyklische Anleger wären die genannten Marken und das aktuelle Niveau interessant.

Gelingt ein Anstieg über 110 USD, könnte die Aktie auch unmittelbar in Richtung 120 und mehr durchstarten.