Mercedes-Benz Group Aktie Prognose Mercedes-Benz Group: Was ist da gestern passiert?

News: Aktuelle Analyse der Mercedes-Benz Group Aktie

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Mercedes-Benz Group
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Zum Ende der vergangenen Woche war die Aktie der Mercedes-Benz Group wie eine Rakete über die Widerstandszone 60/62 Euro gestiegen. Doch am Mittwoch wurde die Aktie der größte Verlierer im DAX und fiel sang- und klanglos in diese Zone zurück. Was war da los?

Dass eine derart konjunktursensible Aktie wie Mercedes-Benz bis gestern im Jahressaldo noch klar besser dastand als der DAX, basierte auf der Überzeugung, dass es auch weiter gelingen werde, aus der Krise Gewinn zu ziehen. Und zwar, indem genug Käufer derart hohe Preise für Neuwagen bezahlen, dass Automobilkonzerne wie die Mercedes-Benz Group imstande sind, die für sie selbst gestiegenen Kosten durch noch höhere Verkaufspreise zu überkompensieren. Doch dann kam gestern eine Meldung, die das infrage stellte:

Mercedes senkt seine Preise für Elektrofahrzeuge laut Informationen der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ auf dem chinesischen Markt deutlich, um in der Spitze bis zu 32.000 Euro pro Fahrzeug, um in diesem so entscheidenden Markt in eine bessere Wettbewerbsposition zu kommen. Das drückte nicht nur die Mercedes-Aktie. Auch BMW, Volkswagen und der Zulieferer Continental beendeten den Mittwoch ganz oben in der DAX-Verliererliste. Und jetzt?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Mercedes-Benz Group Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Und jetzt wird es spannend, denn die Mercedes-Aktie ist trotz der erheblichen Abschläge nur in und nicht unter diese grob zwischen 60 und 62 Euro gelegene Unterstützungszone gefallen, die darüber hinaus auch noch durch die 20-Tage- sowie die 200-Tage-Linie verstärkt wird. Noch ist das also nur ein scharfer Rücksetzer und kein bärisches Signal.  

Damit müssen die kommenden Tage entscheiden, ob man das durch diese Meldung doch noch aufgetauchte Gespenst des Margendrucks, das man bereits als vertrieben wähnte, ernst nimmt und weiter verkauft … oder aber ob genug Anleger glauben, es ignorieren zu können, um die Aktie in dieser Supportzone wieder nach oben zu drehen.

Gelingt das, wäre ein erneuter Anlauf an die durch diesen Abverkauf erst einmal außer Reichweite geratene Widerstandszone 66,40/68,40 Euro wahrscheinlich. Sollte die Mercedes-Benz-Aktie aber aus dieser Auffangzone nach unten herausrutschen, wäre es angesichts des Umstands, dass verdrängte Risiken dazu neigen, trotzdem hartnäckig real zu bleiben, keine Überraschung, wenn sich der Kurs auf einmal dort wiederfinden würde, wo Mitte Oktober die Kaufwelle begann: Im Bereich der Tiefs vom Juli und Oktober bei 50,19 zu 50,65 Euro.

Mercedes-Benz Group-Aktie: Chart vom 16.11.2022, Kurs 61,15 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Mercedes-Benz Group Aktie

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Man war immens gespannt auf die Mercedes-Benz-Quartalsbilanz und den aktualisierten Ausblick. War es gelungen, weiter hohe Preise durchzusetzen und die gestiegenen Kosten so zu kompensieren, in einem Umfeld wie diesem? Es gelang. Aber der Aktie gelang nichts.

Die Mercedes-Benz Group steigerte ihren Umsatz im Sommerquartal um 19 Prozent. Das lag marginal unter der durchschnittlichen Prognose der Analysten, aber der Umsatz ist ohnehin zweitrangig, angesichts des Balanceakts zwischen gestiegenen Kosten und höheren Verkaufspreisen war nur wichtig, was am Ende hängenblieb. Und ja, es bleib weit mehr hängen als im Vorjahr.

Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg um sagenhafte 72 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro, der Gewinn pro Aktie kam auf 3,66 Euro nach 1,74 Euro im Vorjahresquartal. Was hieß: Man konnte so viele Fahrzeuge zu deutlich angehobenen Preisen verkaufen, dass die gestiegenen Kosten spielend überkompensiert wurden. Die Gewinnmarge stieg von 8,8 Prozent vor einem Jahr auf jetzt 14,5 Prozent. Für einen Automobilhersteller auch im Premiumsegment immens.

Dass die Zahl der verkauften Fahrzeuge im aktualisierten Ausblick für das Gesamtjahr nur „leicht über Vorjahr“ gesehen wird, ist eher eine positive Überraschung. Zwar wurden die Auslieferungen schon in der zweiten Jahreshälfte 2021 durch den Chipmangel massiv gebremst, aber dass bei diesen so deutlich höheren Preisen weiterhin starke Absatzzahlen erreicht werden, ist beeindruckend. Aber so überzeugend diese Bilanz ausfiel, die Aktie kam am Mittwoch mit +1,1 Prozent nur unter „ferner liefen“ ins Ziel.

Expertenmeinung: Bereits im Vorfeld der Zahlen war es gelungen, die mittelfristige Abwärtstrendlinie, die im Sommer getestet und von den Bären erfolgreich verteidigt wurde, zu bezwingen. Der Ausbruch gestaltete sich aber nicht gerade dynamisch. Und das nötige Momentum, um die nächste, wichtigere Widerstandszone zu überwinden, kam auch als Reaktion auf die Bilanz nicht auf, im Gegenteil, man hatte genug damit zu tun, die Mercedes-Benz-Aktie aus dem Minus heraus zu bekommen. Bei solchen Zahlen?

Es scheint, als würde man dem Optimismus des Konzerns misstrauen und argwöhnen, dass diese Quartalsbilanz die letzte gewesen könnte, mit der die Mercedes Benz-Group würde glänzen können. Was natürlich eine nicht ganz substanzlose Befürchtung ist, denn die Zahl an Kunden, die problemlos massiv höhere Preise bezahlen wollen, dürfte endlich sein.

Aber diese Skepsis ließe sich mit einem charttechnischen Ausbruch über die wichtige Widerstandszone zwischen 60,31 und 61,68 Euro durchaus heilen, denn sobald die Marktteilnehmer sehen, dass eine Aktie davonzieht, ist das Momentum der Rallye überzeugender als rationale Argumente, die einer weiteren Aufwärtsbewegung entgegenstehen würden. Aber das muss eben erst einmal gelingen. Und viele dürften sich fragen: Wenn die Bilanz den Ausbruch nicht zu befördern vermochte … was dann?

Die Mercedes-Benz-Aktie muss klar über 60,31/71,68 Euro und damit auch über der innerhalb dieser Zone verlaufenden 200-Tage-Linie schließen, erst dann wäre der Weg nach oben wirklich frei!

Chart vom 26.10.2022, Kurs 58,94 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX
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Einem ersten Test im September hat das knapp über 50 Euro gelegene, bisherige Jahrestief standgehalten. Klappt das erneut, zieht die Mercedes-Benz-Aktie von hier aus an, wäre das die ideale Vorlage für eine Aufwärtswende. Der Haken: Es ist bislang eine Chance, mehr nicht.

Grundsätzlich wirkt das Chartbild so, als hätten die Käufer bei der Aktie der Mercedes-Benz Group im Bereich von 50 Euro Beton angerührt. Dieser Bereich hielt zweimal im Juli, Ende September startete die Aktie knapp darüber eine Gegenbewegung. Allerdings rutscht sie gerade erneut ab. Angenommen, es gelänge von hier aus ein erneuter, diesmal größerer Aufwärtsschub, wäre das für die Bullen ein Traum-Szenario:

Zwei Doppeltiefs, die zusammen ein großes Doppeltief bilden, dessen Nackenlinie bei 61,66 Euro (das Hoch vom August) ein rechnerisches Kurspotenzial bis hinauf in den Bereich von 73 Euro ergeben würde. Aber das sind eben bislang nur Wunschträume. Zumindest der erste, kleine Schritt dorthin sollte wenn, dann zügig gelingen. Das wäre der Anstieg über das kleine Zwischenhoch vom Monatsanfang bei 55,17 Euro. Dann wäre nicht nur die 20-Tage-Linie zurückerobert, sondern auch das zweite, kleine Doppeltief vollendet. Dass es so kommt, ist möglich, aber mehr bislang eben noch nicht. Zwei Aspekte dürften den Bullen die Sache erschweren:

Expertenmeinung: Zum einen, dass es dann in Sachen Charthürden erst richtig knifflig wird. Denn bei 57,50 Euro wartet die mittelfristige Abwärtstrendlinie, an welcher die Mercedes-Benz-Aktie im September sang- und klanglos nach unten abgewiesen wurde. Das ist ein Widerstand von ganz anderem Kaliber. Und wenn diese Linie überboten wäre, müsste die Aktie auch noch durch die Widerstandszone 60,31/60,62 Euro und das Zwischenhoch vom August bei 61,66 Euro hindurch. Dann wäre das große Doppeltief vollendet, die wichtigsten Widerstände abgeräumt und der Weg nach oben frei. Aber eben erst dann.

Und dass das so einfach nicht wird, liegt am zweiten, bremsenden Faktor: Der völligen Ungewissheit, ob und wie massiv gestiegene Kosten jetzt doch auf die Gewinne des Konzerns drücken und wie sich die Kunden verhalten. Darüber weiß man noch nichts. Gut möglich, dass es noch vor den regulär am 28. Oktober anstehenden Quartalszahlen vorläufige Zahlen gibt. Aber ob da etwas kommt und wenn ja, wann, weiß man eben nicht vorher. Sollte Mercedes-Benz starke Zahlen abliefern und der Ausblick andeuten, dass man sich erfolgreich gegen die bärischen Rahmenbedingungen stemmt, ist dieses Super-Doppeltief möglich.

Aber wenn nicht, wenn die Befürchtungen, dass der Konzern seinen Ausblick senken muss, sogar im negativen Sinne übertroffen würden, wäre es alles, nur nicht überraschend, wenn die Aktie der Mercedes-Benz Group durch den Boden bei 50,19/50,62 Euro durchrutscht, als wäre er gar nicht da. Alleine auf die reine Chance einer perfekten Bodenbildung hin bereits jetzt auf die Long-Seite zu wechseln, wäre daher ziemlich verwegen!

Mercedes-Benz Group Aktie: Chart vom 10.10.2022, Kurs 52,05 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach dem Börsengang der Porsche AG entwickelt sich die Aktie bisher überaus zufriedenstellend. Kann sich diese positive Stimmung auf den gesamten Automobilsektor übertragen?

Vorerst ist es noch zu früh, um hier Blumen zu streuen, denn die letzten Handelstage im DAX waren ohnehin überaus positiv. Dies spürte auch die Mercedes Benz-Aktie, welche sich diese Woche recht deutlich von den wichtigen Unterstützungen über dem Bereich von 50 EUR entfernen konnte. Aktuell plagt die Aktie noch eine kleinere Widerstandslinie, welche sich durch zahlreiche Zwischenhochs der letzten Wochen gebildet hat. Das Hoch dieser Woche bei 55.17 EUR spielt auf kurzfristiger Ebene eine Schlüsselrolle und müsste bald gebrochen werden, um wieder positive Energie zu versprühen.

Expertenmeinung: Das nächste Kaufsignal dürfte sich oberhalb der erwähnten Ebene ergeben. Danach wäre ein Anstieg in Richtung der Pivot-Hochs von August und September im Bereich von 60 bis 61.68 EUR möglich.

Nach unten hin ist die Unterstützungsebene klar zu erkennen. Hier dürfen die Kurse keinesfalls drunter, um nicht Gefahr zu laufen, in einen neuen Abwärtstrend abzugleiten. Die Tatsache, dass hier im September gegenüber dem Monat Juli kein neues tieferes Tief gebildet wurde, ist aktuell zumindest ein Zeichen Relativer Stärke, wenngleich dies nicht der Auslöser ist, um gleich euphorisch zu werden.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 06.10.2022 Kurs: 53.84 Kürzel: MBG | Online Broker LYNX
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Seit Februar fährt die Mercedes-Benz-Aktie Achterbahn. Runter, doch wieder rauf, erneut runter, erneut rauf … und dann kam ausgerechnet zur Abrechnung am Terminmarkt am Freitag markanter Druck auf. Weil die Ratingagentur Fitch vor dem Offensichtlichen warnte?

Das war keine gute Woche für die Mercedes-Aktie. Dabei hatte der Kurs zum vorherigen Wochenschluss die Widerstandszone 60,31/60,62 Euro zurückerobert, hätte beinahe auch die mittelfristige Abwärtstrendlinie überboten. Da wäre Luft nach oben gewesen, in die Region 66,50/67,50 Euro. Stattdessen verlor die Aktie im Wochensaldo deutlich, landete am Freitag auf Platz 2 der DAX-Verlierer. Damit wurde der Ausbruch über 60,31/60,62 Euro zur Bullenfalle. Und da am Freitag sogar schon die 20-Tage-Linie gefallen ist, läge die nächste potenzielle charttechnische Unterstützung erst bei 54,67 Euro (das März-Tief). Und das wiederum wäre der einzige Support oberhalb des bisherigen Jahres-Verlaufstiefs bei 50,19 Euro.

Aber woher kommt dieser Druck? Die am 27. Juli vorgelegte Bilanz des zweiten Quartals wirkte, als könnten höhere Material- und Energiekosten, der Chipmangel und verunsicherte Verbraucher den Gewinnen des Autobauers nichts anhaben. Die Prognose wurde bestätigt, in Bezug auf die Umsatzerwartung sogar leicht angehoben. Danach stieg die Aktie weiter … und seither kamen keine wirklich relevanten, neuen Nachrichten. Außer einer.

Expertenmeinung: Am Donnerstagabend nach dem europäischen Handelsende kam eine Einschätzung der Ratingagentur Fitch, die besagte, dass die Inflation und die Gas-Krise die Margen der europäischen Autobauer bedrohen würden. Aber wie kann das zu Abgaben führen? Dass die Inflation viel zu hoch ist und das den Unternehmen nicht gut tut, wusste man längst vorher. Und dass das Gas knapp wird und welche Folgen das haben kann, hätte jedem Anleger längst bekannt sein müssen. Oder?

Das war es zweifellos auch. Aber solange eine potenziell betroffene Aktie wie die von Mercedes-Benz daraufhin nicht abrutscht, denken sich viele: Solange die anderen nicht aussteigen, bleibe ich auch dabei. Zumal: Vielleicht wissen andere ja mehr als ich, vielleicht hat Mercedes-Benz einen Weg gefunden, den Margendruck abzuschütteln. Auf das Offensichtliche nicht zu reagieren, ist ja keine Seltenheit, vor allem, wenn es um negative Aspekte geht. Aber auf einmal formuliert eine wichtige Institution wie eine Ratingagentur das, was man im Hinterkopf befürchtet und bislang verdrängt hat: So etwas wirkt, als habe man eine Erkenntnis für alle sichtbar, quasi „amtlich“ gemacht. Vergleichbare Situationen, in denen Anleger erst auf das Offensichtliche reagieren, wenn es aus berufenem Munde verkündet wird, kennen wir aus der Vergangenheit zuhauf.

Jetzt muss man mal schauen, ob sich die jetzt nicht mehr unter den Teppich zu kehrende Problematik weiter auswirkt, indem die Mercedes-Aktie direkt weiter fällt. Sollte die 20-Tage-Linie bei aktuell 58,72 Euro nicht heute, spätestens morgen zurückerobert werden, wäre es keine Überraschung, wenn die Aktie weiter nachgibt, weil noch mehr Akteure auf etwas reagieren, das sie zwar wussten, aber nicht wissen wollten.

Mercedes-Benz Group-Aktie: Chart vom 19.08.2022, Kurs 58,09 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX
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Sie haben es wieder geschafft: Auch im 2. Quartal wurde die Mercedes-Benz Group noch nicht von der eingetrübten Gesamtwirtschaftslage eingeholt. Das Ergebnis war stark, die Prognose wurde angehoben … aber die Aktie laboriert immer noch an ihrem Befreiungsschlag.

Hätte es nicht mehr sein können, womöglich müssen, was die Mercedes-Benz-Aktie am Mittwoch aufs Parkett legte? +3,65 Prozent, Platz 3 in der DAX-Gewinnerliste, das war sicherlich nicht übel. Aber die Bilanz nebst Ausblick war so gut, dass mehr Kursanstieg nicht hätte überraschen dürfen. So aber bleibt die Aktie zunächst auf einem Level, auf dem ein charttechnischer Befreiungsschlag zwar nahe, letztlich aber noch nicht gelungen ist.

Der Umsatz lag gegenüber dem Vorjahresquartal mit 36,4 Milliarden Euro um 4,9 Prozent höher, trotz deutlich niedriger Absatzzahlen. Der simple Grund: Weniger Fahrzeuge, aber deutlich höhere Preise. Was dazu führte, dass auch der Nettogewinn mit 3,2 Milliarden Euro gegenüber den 3,1 Milliarden des Vorjahres zulegte.

Das war gut genug, um die Prognose für das Gesamtjahr anzuheben. Der Ausblick blieb zwar schwammig, aber mit positiverem Unterton. Der Umsatz werde „deutlich“ über 2021 liegen, zuvor hieß es „leicht über“. Und der Gewinn vor Steuern und Zinsen, das EBIT, soll jetzt „leicht über“ statt „auf“ dem des Vorjahres liegen. Wieso hat das nicht mehr Käufe ausgelöst, nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen so deutlich unter Druck gestanden hatte?

Expertenmeinung: Die Frage ist berechtigt, wenn man sich den Chart ansieht. Anfang Juni hatte die Mercedes-Benz-Aktie noch um die 68 Euro notiert, gestern schloss sie bei 56,25 Euro. Warum dieser Abschlag, wenn nicht aus Sorge davor, dass diese gewinnbringende Sondersituation eines massiven Nachfrageüberhangs nicht mehr lange vorhalten wird? Mit dieser angehobenen Gesamtjahresprognose müsste Mercedes-Benz diese Sorge doch ausgeräumt haben … denn dass die Anleger über ein halbes Jahr nach vorne schauen, sprich dass jetzt bereits aussteigen, weil sie für 2023 Ungemach sehen, wäre eher untypisch. Also?

Es könnte sehr gut daran liegen, dass man sogar dem Optimismus, den die Mercedes-Benz Group für den Rest dieses Jahres an den Tag legt, mit Skepsis begegnet. Immerhin sieht man z.B. an der Prognosesenkung bei adidas, dass auch große Unternehmen mit ihren Einschätzungen falsch liegen können. Und was adidas an Problemen in China sieht, könnte Mercedes ebenso betreffen. Dennoch: Für den Moment liegen die Zahlen auf dem Tisch, dass sich Mercedes-Benz schon in wenigen Wochen negativer äußert, ist zumindest nicht sehr wahrscheinlich. So gesehen könnten die Short-Seller ihren Widerstand aufgeben, wenn …

… es gelingt, dieses Doppeltief, das in der ersten Juli-Hälfte entstand, endlich eindeutig zu vollenden. Denn bevor das gelang, drehte die Aktie an der Widerstandszone 56,45/56,90 Euro nach unten. Positiv war, dass der Rücksetzer nicht weit führte, sondern schon an der 20-Tage-Linie aufgefangen wurde. Und dass die anfänglichen Gewinne gestern zeitweise bedenklich zusammenschmolzen, die Aktie dann aber doch nahe des Tageshochs schloss, bietet jetzt den nötigen Matchball, um den Befreiungsschlag zu vollziehen und mit Schlusskursen über 57 Euro den Weg in Richtung 60,31/61,03 Euro als nächste Etappe des Wiederaufstiegs frei zu bekommen. Aber verwandeln müssten die Bullen diesen Matchball halt schon selber.

Mercedes-Benz Group-Aktie: Chart vom 27.07.2022, Kurs 56,25 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX