Mercedes-Benz Group Aktie Prognose Mercedes-Benz Group: Das wäre jetzt „die“ Chance für die Bullen … aber!

News: Aktuelle Analyse der Mercedes-Benz Group Aktie

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Mercedes-Benz Group
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Die Mercedes-Benz-Aktie hat zuletzt eine immens massive Kreuzunterstützung angelaufen und verteidigt. Das wäre eine perfekte Basis für einen neuen Aufwärtsimpuls. Aber „liefern“ die Bullen nicht, wird diese Zone zu der Klippe, über die die Bären sie stoßen. Noch ist alles offen!

Gelangt eine Aktie an eine charttechnische Schlüsselzone, wäre es ideal, wenn neue Fakten auf den Tisch kämen, um den Weg in die eine oder andere Richtung vorzugeben. Damit ist aber hier nicht zu rechnen. Die Quartalsbilanz der Mercedes-Benz Group liegt längst auf dem Tisch, bis zu der für das laufende zweite Quartal ist es noch lange hin. Und ansonsten hat man nicht viel zu erwarten:

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Die Konjunkturlage in Europa, den USA und China bewegt sich irgendwo im Bereich zwischen mies und mittelprächtig. Und ob die EZB kommende Woche den Leitzins um 0,25 oder 0,50 Prozent senkt oder nicht, ändert in Sachen Verkaufsperspektiven und Margen für Mercedes eher nichts. Also muss man sich auf das beschränken, was man hat, wenn es darum geht zu entscheiden, ob man an diesem charttechnisch so wichtigen Bereich zu den Bullen oder den Bären gehören will:

Mercedes-Benz Group Aktie: Chart vom 28.05.2024, Kurs 66,38 Euro, Kürzel: MBG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Mercedes-Benz Group Aktie: Chart vom 28.05.2024, Kurs 66,38 Euro, Kürzel: MBG | Quelle: TWS

Auf das Chartbild. Sie sehen im Chart sofort, worum es jetzt geht. Die Mercedes-Benz-Aktie hat auf der unteren Begrenzungslinie des im Februar nach oben durchbrochenen Aufwärtstrendkanals aufgesetzt, in den sie im Mai wieder hinein gerutscht war. Diese Linie liegt auf engstem Raum mit der 200-Tage-Linie und der Supportzone 64,51 zu 65,32 Euro, das Ganze bildet somit eine ungewöhnlich massive Kreuzunterstützung. Damit ist allen klar: Hier heißt es jetzt „Sekt oder Selters“.

Expertenmeinung: Das Problem dabei ist: Da die meisten so denken, schauen alle, was die anderen machen, also passiert erst einmal eher wenig, die Umsätze bleiben dadurch überschaubar. Das wiederum gäbe den Weg für größere Adressen frei, um hier im Handstreich für vollendete Tatsachen zu sorgen, indem sie die Aktie entweder deutlicher von der Schlüsselzone nach oben weg ziehen oder mit Schwung nach unten herausdrücken. Denn dann hätten die Beobachter eine Vorgabe und würden vermutlich folgen.

Doch wofür entscheiden sich die großen Trader? Entscheiden sie sich überhaupt? Angenommen, ein großer Hedgefonds will hier massiv zugreifen und mit der dadurch als Support zementierten Kreuzunterstützung als Basis einen größeren Hausse-Schub lostreten, weiß man dort nicht, ob nicht ein anderer großer Hedgefonds mit noch mehr Kapitaleinsatz das genaue Gegenteil vorhat. Oder ein Handelsprogramm das auslöst. Genau das kann dazu führen, dass genau dort, an einer Schlüsselzone, bei der man meinen könnte, dass jetzt doch eigentlich alle aktiv werden müssten, entweder nichts passiert oder sich Bullen- und Bärenfallen die Klinke in die Hand geben. Also, was tun?

Man sollte vor allem nicht glauben, dass man „die“ Chance verpassen würde, wenn man jetzt in operative Hektik verfällt und einer Trendentscheidung vorgreift, indem man die Ausbruchsrichtung aus dem Bauch heraus erahnen will. Besser wäre abzuwarten, bis die Aktie diese Schlüsselzone wirklich deutlich verlassen hätte. Was hieße: Ein Ausbruch nach unten mit einem Schlusskurs mindestens zwei Prozent unterhalb der Zone (also unter 63,20 Euro) oder aber ein Closing, das zumindest die nächstliegende, horizontale Widerstandszone 70,41 zu 71,06 Euro überbietet und damit indiziert, dass die Bären nicht gleich an der nächsten Ecke zurückschlagen. Gerade dann, wenn etwas dringlich wirkt, ist es das oft nicht. Man sollte das hier jetzt im Auge behalten … aber besonnene Trader lassen andere die Kohlen aus dem Feuer holen.

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Vorherige Analysen der Mercedes-Benz Group Aktie

Die Mercedes-Benz Group gehört zu den Unternehmen, die gerne auch mal Vorab-Ergebnisse liefern, sofern die über den Prognosen der Analysten liegen. Diesmal kamen solche vorläufigen Zahlen nicht … und die am Dienstag vorgelegte Quartalsbilanz macht klar, wieso.

Die Headline über den Quartalsergebnissen drehte sich um einen soliden Free Cash Flow und eine positive Entwicklung des „Working Capital“. Der Umsatz oder der Gewinn schafften es indes nicht in die Titelleiste. Was bei den Ergebnissen auch nicht überrascht, denn:

Der Umsatz ging gegenüber dem ersten Quartal 2023 um gut 4,2 Prozent zurück, der Gewinn vor Zinsen um Steuern (EBIT) fiel um 29,8 Prozent, der Nettogewinn um 24,4 Prozent. Und in der Pkw-Sparte rutschte die operative Gewinnmarge markant von 14,8 auf nur noch 9,0 Prozent ab. Einerseits überraschte es da nicht, dass die Aktie am Dienstag mit -5,15 Prozent der größte Verlierer im DAX wurde … andererseits aber schon, denn:

Expertenmeinung: Das Unternehmen führte gleich mehrere Aspekte an, mit denen das bullische Lager hätte konstatieren können: Ja, die Zahlen sind nicht gut, aber …:

Erstens lagen die Ergebnisse trotzdem etwas über den Analystenerwartungen, man konnte hier also eigentlich nicht aus allen Wolken gefallen sein. Zweitens erklärte der Konzern das schwache Ergebnis u.a. mit Lieferengpässen und Modellwechseln. Drittens will man bei den ohnehin recht umfänglichen Aktienrückkäufen ab sofort noch einmal eine Schippe in der Größenordnung von drei weiteren Milliarden obendrauf legen. Wäre die Grundstimmung am Markt so optimistisch wie noch im Januar oder Februar, hätte die Aktie vermutlich ein deutlich kleineres oder gar kein Minus kassiert. Jetzt aber schon … woran kann das liegen?

Mehrere Aspekte wären denkbar. Zunächst fällt auf, dass so ziemlich alle deutschen Autobauer momentan Modellwechsel als Argument anführen, warum das erste Quartal oder gar das gesamte Jahr schwierig werden würde. Nur gibt es aber keine Sicherheit dahingehend, dass die Fahrzeugkäufer wirklich nur auf die neuen Modelle gewartet haben. Dann meldete Mercedes-Benz, dass zwar weniger Geld in Investitionen sowie in Forschung und Entwicklung floss als im Vorjahresquartal, dafür aber neue Milliarden in Aktienrückkäufe gehen. Dadurch verringert sich zwar die Zahl der Aktien, durch die sich der Unternehmensgewinn teilt. Aber andererseits ließe sich fragen, ob der Konzern das Geld nicht sinnvoll in den operativen Bereich stecken könnte und wenn nicht … warum nicht?

Zweifel haben den Optimismus abgelöst. Und damit wird es jetzt, nach dem satten Minus des Dienstags, auch charttechnisch eng. Nachdem Anfang April der Versuch, die Widerstandszone 75,83 zu 76,10 Euro aus dem Vorjahr zu bezwingen, als Bullenfalle endete, ist die Mercedes-Aktie jetzt wieder in den Ende Oktober 2023 etablierten Aufwärtstrendkanal zurückgefallen, den sie im Februar mit einer großen Aufwärtskurslücke als Reaktion auf die 2023er-Bilanz nebst Ausblick überboten hatte. Jetzt geht es um die obere Begrenzung dieser Kurslücke:

Sollte die Mercedes-Benz Group-Aktie in dieses zwischen 68,66 und 70,36 Euro gelegene „Gap“ rutschen, ist dessen untere Begrenzung das unmittelbar nächste Kursziel. Und da mit fallenden Kursen gemeinhin auch die Stimmung abrutscht, wäre ein Test der unteren Begrenzung des Trendkanals bei momentan 63,70 Euro dann keineswegs aus der Welt!

Mercedes-Benz Group Aktie: Chart vom 30.04.2024, Kurs 70,94 Euro, Kürzel: MBG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Ergebnis 1. Quartal, 30.04.2024:
https://group.mercedes-benz.com/investoren/berichte-news/zwischenberichte/q1-2024/

Neues Quartal, neue Favoriten: Unmittelbar mit dem Beginn des zweiten Quartals zogen die Aktien der großen drei deutschen Autobauer VW, BMW und Mercedes-Benz Group kräftig an. Aber auch, wenn die Dynamik beeindruckend wirkt: „Durch“ sind die Bullen hier noch nicht.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei institutionellen Investoren wie Fonds, Pensionsfonds oder Banken im Eigenhandel mit einem Quartalswechsel die Ausrichtung des Portfolios überprüft und ggf. neu ausgerichtet wird. Zum Start ins Frühjahrsquartal war das bei einigen Branchen auffällig, die einen werden auf einmal verkauft wie sauer Bier, andere fleißig eingesammelt. Zu Letzteren gehören die Aktien vieler großer Automobilhersteller, also auch die der Mercedes-Benz Group.

Denkbar ist, dass man sich von leichten Erholungstendenzen beim Konsum und einer Besserung der Stimmung innerhalb der Automobilbranche leiten ließ, wobei man nicht behaupten könnte, dass das Barometer hier mit einem Schlag von Dauerregen zu eitel Sonnenschein umgesprungen wäre. Die Neuwagenkäufer müssten weiterhin zugreifen und so verhindern, dass das etwas bessere Bild im ersten Quartal als Eintagsfliege endet. Denn das Plus von 4,2 Prozent bei den Neuwagenverkäufen, das im ersten Quartal insgesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum erreicht wurde, ist alles, aber kein „Game Changer“. So gesehen stellt sich die Frage: Geht das nicht doch am Ende schief mit dieser Kaufwelle?

Expertenmeinung: Denn eigentlich erwarten die Analysten mehrheitlich für Mercedes-Benz im Jahr 2024 einen Gewinn pro Aktie, der unter dem des Vorjahres liegt, immerhin war der Ausblick des Konzerns auch nicht gerade üppig ausgefallen. Hinzu kommt, dass die Bewertung der Aktie mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 6,4 auf Basis der durchschnittlichen Analysten-Gewinnschätzung für 2024 zwar am unteren Ende der „Normal-Zone“ der letzten Jahre außerhalb der Corona-Verzerrungen liegt. Aber am unteren Ende bedeutet eben in und nicht unterhalb dieser Zone.

Zwar liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten für die Mercedes-Benz Group derzeit mit 84,20 Euro noch ein gutes Stück über dem Montags-Schlusskurs. Aber da dürfte man womöglich auf die Mitte der Bewertungsspanne geschaut, diese als Anhalt genommen und den passenden Kurs dazu errechnet haben. Ob die Anleger diese Argumentation aber „kaufen“, ist eine andere Frage.

Immerhin, das könnte helfen, die Aktie im Fall eines charttechnischen Befreiungsschlags noch ein gutes Stück weiter laufen zu lassen. Aber dazu müsste der erst einmal vollzogen werden. Denn auch, wenn es in einem kurzfristigen Chartbild wirkt, als sei die Aktie „durch“: Sie ist es noch nicht.

Wenn wir uns den Kursverlauf in einem längerfristigen Zeitraster auf Wochenbasis ansehen stellen wir fest, dass der Kurs zwar über die beiden Hochs des Jahres 2023 hinaus gelaufen ist, nicht aber über die gesamte Widerstandszone, deren unteres Ende diese 2023er-Wendemarken sind. Diese Zone reicht bis Ende 2021 zurück und erstreckt sich von 75,89 bis 77,90 Euro. Erst, wenn die Mercedes-Benz Group-Aktie diesen gesamten Bereich überboten hätte, könnte man auf eine kurzfristige Fortsetzung der Rallye hoffen.

Aber alles, was dann über kurzfristige Käufe hinausginge, wäre eine eher wacklige Angelegenheit, nicht nur, weil 2024 aus aktueller Sicht keinen Anstieg des Unternehmensgewinns bringt und die Aktie nicht mehr „billig“ ist. Sondern auch, weil wir in

diesem Wochenchart gut sehen können, dass der Kurs durch die bereits Ende Oktober begonnene Rallye sogar auf der Wochen-Zeitebene schon jetzt markant überkauft ist.

Mercedes-Benz Group Aktie: Chart vom 08.04.2024, Kurs 76,61 Euro, Kürzel: MBG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/MBG.DE/

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Leicht besser als erwartete Unternehmensergebnisse haben dem deutschen Automobilhersteller vorige Woche einen netten positiven Impuls beschert. Die Mercedes-Benz-Aktie legte deutlich an Wert zu und konnte somit den jüngst gestarteten Aufwärtstrend bestätigen. Die offene Kurslücke bietet Platz für Unterstützungen.

Im letzten Halbjahr bildete sich ein wichtiges längerfristiges höheres Tief bei 58.84 EUR. Mittlerweile konnten zudem die Widerstände rund um das Niveau bei ca. 66 EUR deutlich überschritten werden. Auch die gleitenden Durchschnitte, welche bislang den mittelfristigen Trend der Aktie einwandfrei widerspiegelten, zeigen seit Wochen nach Norden und unterstreichen den aktuell bullischen Tenor.  

Expertenmeinung: Kurzfristig befindet sich die Aktie in einer leicht überkauften Phase, was am recht hohen Abstand zur 50-Tage-Linie erkennbar ist. Daher halte ich einen Einstieg auf aktuellem Niveau eher für suboptimal. Eine kleinere Zwischenkorrektur könnte womöglich bessere Kaufpunkte liefern.

Dennoch gehe ich davon aus, dass das Papier mittelfristig gute Chancen hat, weiter zu steigen. Als Nächstes dürften wohl die Hochs des vorigen Jahres auf dem Programm stehen, welche knapp unter der Ebene von 76 EUR gebildet wurden. Vorerst gebe ich Mercedes-Benz wieder positive Aussichten mit auf den Weg.

Aussicht: BULLISCH

Mercedes-Benz Aktie: Chart vom 26.02.2024, Kurs: 71.36 EUR Kürzel: MBG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Mercedes-Benz Aktie: Chart vom 26.02.2024, Kurs: 71.36 EUR Kürzel: MBG | Quelle: TWS

Heute vor Handelsbeginn wird die Mercedes-Benz Group das Ergebnis des Jahres 2023 vorlegen, im Verlauf des Vormittags folgen dann die Telefonkonferenzen für Analysten und Medien. Bereits gestern Abend kam ein „Stimmungsmacher“ auf den Tisch:

Der Konzern meldete am Mittwoch nach Handelsende im Rahmen einer adhoc-Meldung, dass man zum einen weiterhin eigene Aktien zurückkaufen wird. Das laufende Programm soll nach dessen Ende durch ein neues, bei dem eigene Aktien im Wert von bis zu drei Milliarden zurückgekauft werden, ersetzt werden. Zudem hat man eine „Aktienrückkauf-Politik“ beschlossen, nach der zukünftiger Free Cash Flow, der über die Ausschüttungsquote von 40 Prozent des Konzernnettoeinkommens für die Dividende hinausgeht, für Rückkäufe verwendet wird. Free Cash Flow ist Kapital, das man weder für den laufenden Betrieb noch für Investitionen oder Zukäufe benötigt. Dieses neue Rückkaufprogramm ist Teil einer auf das Jahr 2020 zurückgehenden Ermächtigung, nach der die Gruppe bis zu zehn Prozent des Grundkapitals zurückkaufen darf.

Das ist mittelfristig nicht unerheblich, immerhin werden diese Aktien ja „eingezogen“, d.h. der Gewinn verteilt sich auf weniger Aktien als zuvor, zugleich steigt der Anteil einer einzelnen Aktie an der Dividenden-Ausschüttung. Solche Rückkäufe werden daher von den Anlegern grundsätzlich gern gesehen. Was auch am Mittwochabend der Fall war, die Mercedes-Aktie zog im nachbörslichen Handel weiter an und erreichte Kurse um 69 Euro. Allerdings fragt man sich, warum die Mitteilung nicht bis zu der heutigen Vorlage der 2023er-Bilanz warten konnte.

Expertenmeinung: Auffällig ist, dass die Mercedes-Benz Group nicht mit Vorab-Zahlen aufwartete, die in den letzten Jahren dann auftauchten, wenn man melden konnte, dass die Ergebnisse die Prognosen der Analysten übertrafen. Ob es diesmal nicht so ist und man daher dachte, dass man mit dieser Rückkauf-Meldung am Vorabend für positives Momentum im Kurs sorgen könnte, weil das womöglich heute durch wenig inspirierende Ergebnisse untergehen würde? Man wird es abwarten müssen, neben dem Blick zurück wird es da ja vor allem auf den nach vorne, sprich auf den Ausblick ankommen.

Mercedes-Benz Group Aktie: Chart vom 21.02.2024, Kurs 68,07 Euro, Kürzel: MBG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Mercedes-Benz Group Aktie: Chart vom 21.02.2024, Kurs 68,07 Euro, Kürzel: MBG | Quelle: TWS

Die durchschnittliche Erwartung der Analysten ist eigentlich keine hohe Messlatte. Beim Gewinn pro Aktie erwartet man im Schnitt netto etwa 13 Euro nach 13,55 Euro im Jahr 2022, der Umsatz wird bei 152 Milliarden nach 150 Milliarden im Vorjahr gesehen. Wenn das vierte Quartal nicht ungewöhnlich gelaufen ist, sollte man da keine großen Überraschungen sehen. Aber die 2024er-Prognose ist eben offen. Bislang erwarten die Experten einen Rückgang des Gewinns um etwa zehn Prozent. Alles, was davon nennenswert abweicht, kann den Kurs heute erheblich bewegen, wobei man mit Blick auf den Chart unterstellen darf, dass die Optimisten schon mal vorgekauft haben.

Die Aktie notiert am oberen Ende des Ende Oktober etablierten Aufwärtstrendkanals und ist markttechnisch heiß gelaufen. Enttäuschungen dürften also größere Konsequenzen haben als ein optimistischer Ausblick, der offenbar zum Teil schon eingepreist wurde. Steigt die Aktie heute, wäre der Weg nach oben aus charttechnischer Sicht zunächst frei. Kippt sie indes, sollte man auf die Zone 64,50/66,00 Euro achten. Fällt sie, kann es deutlicher nach unten gehen.

Quellenangaben:
Beschluss über ein weiteres Aktienrückkaufprogramm, 21.02.2024:
https://group.mercedes-benz.com/investoren/berichte-news/ad-hoc/ad-hoc-meldung-422294.html

Die gestern vorgelegten Verkaufszahlen des vierten Quartals sowie des Gesamtjahres hätten die Mercedes-Benz Group-Aktie über eine entscheidende Widerstandszone tragen können, die im Vorfeld erreicht wurde. Aber das Gegenteil passierte. Sind die Bullen geschlagen?

Im vierten Quartal verkaufte die Gruppe mit 514.000 Fahrzeugen vier Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf das Gesamtjahr bezogen lag der Absatz mit 2,04 Millionen auf dem Niveau des Vorjahres. Das zu erreichen hatte sich der Konzern auf die Fahnen geschrieben, das ist gelungen.

Allerdings gingen die Verkaufszahlen in den zwei wichtigsten Märkten im Herbstquartal zurück: in Deutschland ebenso wie in China. In Deutschland waren es zwölf, in China acht Prozent weniger Fahrzeuge, die abgesetzt werden konnten. Die Mercedes-Benz Group sprach da von einer „eingeschränkten Produktverfügbarkeit“ als Grund. Was allerdings kein Argument wäre, trotz dieser eher nüchternen Zahlen den Daumen zu heben … und das taten die Marktteilnehmer dann auch nicht.

Expertenmeinung: Mit -1,18 Prozent fiel der Abschlag zwar nicht dramatisch aus und war nur geringfügig höher als der des DAX. Aber er kam aus Sicht der Bullen zur Unzeit und an der falschen Stelle. Denn die Aktie hatte sich in den ersten Handelstagen des Jahres gut gehalten und lag damit im Vorfeld der Zahlen in Schlagdistanz zur Widerstandszone zwischen 64,51 und 66,80 Euro, letzterer Level beschreibt das Niveau der 200-Tage-Linie, welche diese Zone nach oben abschließt.

Mercedes-Benz Group Aktie: Chart vom 11.01.2024, Kurs 62,22 Euro, Kürzel: MBG | Online Broker LYNX
Mercedes-Benz Group Aktie: Chart vom 11.01.2024, Kurs 62,22 Euro, Kürzel: MBG | Quelle: TWS

Im Dezember war der Versuch, sich dort durch zu kämpfen, abgewiesen worden, jetzt hätten überzeugende Ergebnisse und ein optimistischer Ausblick einen zweiten Versuch befördern und idealerweise zum Erfolg verhelfen können. Aber in Sachen Ausblick auf 2024 hielt man sich bedeckt, es ging nicht über Gemeinplätze hinaus, die eine allgemeine Zuversicht vermitteln sollten.

Das war in einem Umfeld, das für die Automobilindustrie zusehends schwieriger wird, nicht genug, um den Ausbruch über diese Zone einzuleiten. Ist der Weg damit versperrt, ist jetzt damit zu rechnen, dass die Mercedes-Benz-Aktie im Gegenzug die Ende Oktober etablierte Aufwärtstrendlinie bei momentan 61,70 Euro testet und womöglich bricht?

Das ist zwar möglich. Aber solange diese Linie sowie die darunter als „Sprungtuch“ wartende Unterstützungszone zwischen 59,41 und 60,72 Euro nicht tatsächlich gefallen sind, hätte das bullische Lager jederzeit noch die Chance, sich neu zu formieren und einen neuen Anlauf zu wagen. Die Käufer haben mit der negativen Reaktion auf die Absatzzahlen einen Rückschlag erlitten, das ist unstrittig, aber ob sie deswegen schon jetzt die Flinte ins Korn werfen, ist noch völlig offen!

Quellen:
Absatzzahlen 2023, 11.01.2024: https://group.mercedes-benz.com/unternehmen/news/absatz-2023.html