Mercedes-Benz Group Aktie Prognose Mercedes-Benz Group: Ein Plus – und doch ein Punkt für die Bären

News: Aktuelle Analyse der Mercedes-Benz Group Aktie

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Mercedes-Benz Group
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Zur Mercedes-Benz Group Aktie

Die Aktie der Mercedes Benz-Group legte am Mittwoch nach Vorlage der Quartalsbilanz zwar zu. Aber sie wurde Richtung Handelsende in der Liste der DAX-Gewinner langsam nach unten durchgereicht. Und damit bleibt das „charttechnische Problem“ der Bullen erhalten.

Das klang natürlich grandios und als habe Mercedes-Benz die Fähigkeit, im Keller Geld zu drucken: Umsatz im Vorjahresvergleich gefallen, Gewinn gestiegen. Der Umsatz fiel, trotz höherer Preise, von 41,0 Milliarden Euro im ersten Quartal 2021 auf 34,9 Milliarden im ersten Quartal 2022. Ein Minus von knapp 14,9 Prozent, das ist ein Wort. Und trotzdem lag der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) mit 5,3 Milliarden Euro über dem des Vorjahresquartals, als 4,97 Milliarden erreicht wurden. Eine respektable Leistung, aber:

Damit hatten die Anleger im Vorfeld ja schon gerechnet. Bei VW lief es genauso … und es gab genug Aussagen aus der Automobilbranche, die klar machten, dass es bislang gelingt, die Preise so hoch zu setzen und dafür genug Abnehmer zu finden, dass gestiegene Produktionskosten und Materialmangel kompensiert werden. Wobei wiederum niemand absehen könnte, wie lange das noch so gutgeht. Der Gesamtjahresausblick wurde gestern zwar bestätigt, aber der ist ja auch aufgrund der offenen Perspektiven vage: Man erwartet weiter ein leichtes Umsatzwachstum und eine Stabilisierung der Lage in Bezug auf die Lieferengpässe. Was das in Heller und Pfennig bedeuten könnte, weiß man nicht.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Mercedes-Benz Group Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Derzeit sind nahezu alle Analysten für die Aktie der Mercedes-Benz Group bullisch, wobei das durchschnittliche Kursziel bei 88 Euro liegt, das wäre weit über dem höchsten Kurs, den die Aktie in diesem Jahrhundert erreicht hat (72,62 Euro im Jahr 2015). Dass die Anleger dem nicht folgen und fleißig kaufen, dürfte vor allem daran liegen, dass die Analysten zugleich nicht damit rechnen, dass Mercedes-Benz die Rekordgewinne des Vorjahres in den kommenden Jahren wird ausbauen können. Was nachvollziehbar ist, immerhin spielen dem Konzern da eben derzeit Sonderfaktoren in die Karten, die zu immens hohen Gewinnmargen führen. Und wenn die Gewinne nicht steigen, die Aktie aber angesichts der Rekordgewinne 2021 nicht über die bisherigen Hochs lief, warum sollte das jetzt oder in den kommenden Monaten gelingen? Eine Frage, die berechtigt ist.

Dadurch fiel die Reaktion über dieses „Gewinn-Wunder“ des ersten Quartals entsprechend verhalten aus. Die Aktie schloss zwar im Plus, aber um bullische Zeichen zu setzen, hätte die durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone bei 66,40/67,50 Euro bezwungen werden müssen, die zugleich die Nackenlinien-Zone des großen, Anfang März vollendeten Vierfach-Topps darstellt. Solange die Mercedes-Aktie da nicht vorbeikommt, bleibt die Möglichkeit eines erneuten Baisse-Impulses erhalten. Und dass dieser Sprung auch mit dem Rückenwind dieser Quartalsbilanz ausblieb, ist etwas, das den Bären gefallen dürfte. Denn wenn „good news“ hier kein bullisches Signal auslösen, was dann?

Mercedes-Benz Group-Aktie: Chart vom 27.04.2022, Kurs 63,88 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Mercedes-Benz Group Aktie

Die Rallye der Mercedes-Benz-Aktie kam genau so weit, wie man es aus charttechnischer Sicht hätte vermuten können. Der Kurs wurde in der entscheidenden Widerstandszone nach unten abgewiesen. Ein Test des bisherigen Jahrestiefs wäre denkbar – aber sicher ist er nicht!

Der Chart der Mercedes-Benz-Aktie wirkt wie aus dem Lehrbuch ausgeschnitten. Da sehen wir eine breit angelegte Toppbildung, die vollendet wurde, nachdem der Versuch misslang, aus dieser Formation nach oben auszubrechen.

Der Kurs rutschte daraufhin genau so weit ab, wie es das rechnerische Kursziel des Topps vorgab, nämlich um die Distanz zwischen dem höchsten Punkt der vorherigen Topps und dem tiefsten Punkt der Nackenlinien-Zone, die man nach unten abträgt. Dort traf die Aktie auf eine auf mehrere untere Wendepunkte der zweiten Jahreshälfte 2021 zurückgehende Unterstützungszone, drehte nach oben und beendete die Rallye genau in dieser Widerstandszone, die zuvor die Nackenlinie der Toppbildung war. Dass diese Zone zwischen 66,40 und 67,50 Euro auch noch durch die 200-Tage-Linie verstärkt wird, setzt diesem Kursbild noch die Krone auf.

Dass die Mercedes Benz-Aktie sofort wieder aus dieser Widerstandszone nach unten lief, macht die Rallye zu einem Pullback an den Ausbruchslevel. Würde es weiter nach Lehrbuch laufen, würde die Aktie jetzt die im März gehaltenen Supportzone 56,50/56,80 Euro anlaufen und – aus Sicht der Short-Seller – im Idealfall durchbrechen. Und wenn man sich überlegt, dass steigende Kreditkosten, Materialknappheit, immens gestiegene Rohstoff- und Energiepreise und äußerst nervöse Verbraucher genau das Szenario für einbrechende Gewinne bei einem Automobilhersteller wäre, könnte man sich entspannt zurücklehnen und auf der Short-Seite gelassen auf neue Jahrestiefs warten. So könnte es laufen. Aber sicher ist das nicht.

Expertenmeinung: Wer vorsichtig agiert, muss sich die Frage stellen, worauf diejenigen gesetzt haben, die den Kurs Mitte März auf einmal so rasant nach oben getrieben haben. Zu Gunsten des bärischen Lagers spricht, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Käufe wohl Eindeckungen von Leerverkäufen war. Immerhin hat die Mercedes-Aktie ihr charttechnisches Kursziel erreicht – und das schnell. Dass daraufhin nicht wenige Bären umgehend ihren Gewinn gesichert haben, indem sie zuvor leer verkaufte Aktien zurückgekauft haben, ist nachvollziehbar. Und dann springen immer auch kurzfristige, rein chart- und markttechnisch orientierte Trader auf den Zug auf und treiben den Kurs noch ein Stück höher.

Aber da werden zweifellos einige auch gezielt in der Erwartung eingestiegen sein, dass die Aktie wieder in die obere Hälfte ihrer Handelsspanne zurückfindet. Könnten deren Argumente am Ende stichhaltig sein und die Aktie diese Widerstandszone 66,40 und 67,50 Euro in einem zweiten Anlauf doch noch nehmen?

Das wäre dann denkbar, wenn der Mercedes-Benz Group 2022 gelänge, was ihr 2021 gelang: bei sinkenden Verkaufszahlen den Umsatz leicht und den Gewinn immens zu steigern. Was 2021 funktionierte, indem die Preise der verkauften Fahrzeuge deutlich stiegen und die Verbraucher diese auch zu zahlen bereit waren. Würde also der Gewinn 2022 stabil bleiben oder sogar steigen, wäre ein Ausbruch nach oben durchaus berechtigt. Aber kann das wirklich klappen?

Es ist zumindest momentan eher unwahrscheinlich. Nicht umsonst hat sich die Mercedes-Benz Group in Bezug auf den Ausblick 2022 extrem vage ausgedrückt. Da war die Rede von einem Fahrzeugabsatz leicht über Vorjahr (da ging er gegenüber den Vorjahren zurück) und steigenden Nettopreisen, die aber die steigenden Rohstoffkosten im laufenden Jahr nicht vollständig kompensieren dürften. Und dieses Statement stammte noch aus den Tagen unmittelbar vor Beginn der Kampfhandlungen in der Ukraine. Also:

Es müsste sich schon allerhand zum Positiven wenden, damit das bullische Lager seitens der Faktenlage Rückenwind bekommt. Aber Mercedes-Benz hat 2021 schon einmal mit steigenden Margen überrascht, daher müsste, wer hier trendkonform Short wäre, dennoch immer auf der Hut sein. Der leichtere Weg der Aktie ist momentan aus charttechnischer ebenso wie aus fundamentaler Sicht der nach unten. Aber man sollte hier auf gar keinen Fall ohne Stop Loss-Absicherungen agieren und diesen Stop Loss mit jeder Supportlinie, die die Aktie unterbietet, sukzessiv nachziehen!

Mercedes-Benz Group-Aktie: Chart vom 01.04.2022, Kurs 63,49 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX

Erst am vergangenen Mittwoch hatte die Mercedes-Benz-Aktie eine breit angelegte Toppbildung vollendet, gestern erreichte sie bereits im Zuge ihres rasanten Abverkaufs den Kurszielbereich. Darf man daraus ableiten, dass man die Aktie jetzt einsammeln könnte?

Besser nicht. Denn ob ein charttechnisches Kursziel bereits die Endstation eines Trendimpulses ist oder nur eine Zwischenhaltestelle, weiß man nie sicher im Voraus. Und je unsicherer die Rahmenbedingungen für den Aktienmarkt insgesamt und das Unternehmen im Besonderen sind, desto offener bleibt, ob eine Unterstützung, die einen Tag standhielt, auch am Folgetag standhalten wird. Und für Aktien aus der Automobilindustrie gilt das aktuell ganz besonders.

Die Mercedes-Benz Group hat wie die meisten Autobauer die Exporte nach Russland gestoppt. Zudem hat man ein modernes Werk in der Nähe von Moskau, das jetzt stillsteht. Und heimische Werke müssen wegen ausbleibenden Lieferungen aus der Ukraine kürzertreten. Dazu kommt der immense Inflationsdruck, der zum einen die eigenen Kosten immer höher treibt, zum anderen die Verbraucher nervös macht. Keine Perspektive, die ein gutes Jahr 2022 erwarten lässt. Und zugleich eine Gemengelage, deren Dauer nicht absehbar ist.

Expertenmeinung: Es ist zwar ein Hoffnungsschimmer, dass es am Montag gelang, die zunächst unter die Supportzone 56,47 zu 56,87 Euro gefallene Aktie zum Handelsende doch wieder knapp darüber zu ziehen. Aber die kurzzeitige Rallye traf auch wieder auf Abgaben, der Kurs schloss deutlich unter Tageshoch. Und auch, wenn es gelingt, die Mercedes-Aktie einige Tage über dieser Unterstützungszone zu halten, wenn womöglich Anschlusskäufe kommen:

Solange das Umfeld derart negativ ist, dürfte die jetzt zum Widerstand gewordene Nackenlinien-Zone des zu Monatsbeginn vollendeten Topps bei 66,40/67,50 Euro eine äußerst schwierig zu bezwingende Hürde sein. Aber erst, wenn dieser Widerstand überboten wäre, wäre die Aktie tatsächlich auch bullisch.

Chart vom 07.03.2022, Kurs 57,39 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX

Auf der Gegenseite läge der nächste Unterstützungsbereich in der Region 49,53 zu 50,37 Euro, zusammengesetzt aus dem Jahrestief 2017 und dem Jahreshoch 2019. Sollte diese gestrige Gegenwehr in sich zusammenfallen und es zu einem Schlusskurs unter dieser jetzt noch gehaltenen Auffangzone 56,47/56,87 Euro kommen, wäre ein Anlauf in diesen Bereich um 50 Euro durchaus denkbar. Dass sich die Käufer dort erneut formieren, ist zwar möglich … aber das ließe sich erst einschätzen, wenn die Aktie dort angekommen ist. Vorerst ist hier weiterhin höchste Vorsicht geboten.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach den starken Anstiegen von Oktober bis November des vorigen Jahres gönnte sich die Aktie des deutschen Automobilherstellers eine kleine Verschnaufpause. Hierbei bildete die Mercedes Benz Group-Aktie eine Seitwärtsbewegung aus, welche einen Korridor zwischen rund 66 und 76 EUR hat.

Im Laufe der vorigen Woche versuchten die Bullen erstmals aus dieser Bandbreite auszubrechen, doch ohne Erfolg. Der DAX war für ein derartiges Manöver einfach zu schwach und so setzte es einen recht klaren Fehlausbruch. Es fehlten Anschlusskäufe und das Kaufsignal konnte bislang nicht bestätigt werden. 




Expertenmeinung: Fehlausbrüche sind ein Zeichen von Schwäche und ein Signal dafür, dass Anleger nicht bereit sind, höhere Kurse für eine Aktie zu bezahlen. Wenn jedoch die Käuferschicht ausbleibt, ist die nächste Reaktion der Verkauf. Somit war es auch wenig überraschend, dass die Kurse dieser Tage einen heftigen Rückschlag erlitten.

Ein Auge kann man aktuell jedoch zudrücken, denn sicher ist vieles der aktuell recht schwierigen Nachrichtenlage geschuldet. Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack und solange die Kurse nicht über das Niveau von 77 EUR zurückkehren, sollten Anleger vorerst etwas vorsichtiger agieren.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 23.02.2022 Kurs: 73.57 Kürzel: MBG | Online Broker LYNX

Die am Freitagmorgen präsentierten, vorläufigen 2021er-Zahlen des jetzt als Mercedes-Benz Group firmierenden Daimler-Konzerns waren absolut beeindruckend. Die Aktie legte kräftig zu. Die Frage ist aber: Ist die Abwärtstrendwende damit aufgehoben – oder nur aufgeschoben?

Dass es den Autobauern gelungen ist, die aufgrund der Materialengpässe zu befürchtenden Einbußen durch Sparmaßnahmen und starke Verkaufspreise zu kompensieren, wusste man. Aber dass dabei so viel Gewinn hängen bleiben würde, wie dies die Mercedes-Benz Group in ihrem vorläufigen Rumpf-Zahlenwerk für 2021 avisierte, dürfte viele überrascht haben.

Ein um Sonderfaktoren bereinigtes EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) von 14 Milliarden Euro, befeuert durch eine mit 12,7 Prozent sogar über der unternehmenseigenen Prognose von 10–12 Prozent liegende Umsatzrendite, das ist herausragend. Zum Vergleich: Das bereinigte EBIT lag in den Vorjahren durchweg niedriger, konkret bei 8,6 Milliarden im Jahr 2020, bei 10,3 Milliarden im Jahr 2019 und bei 11,1 Milliarden im Jahr 2018. Dieses jetzt gemeldete Ergebnis knüpft an das bisherige Rekordjahr 2017 an, als der Konzern 14,3 Milliarden vor Steuern und Zinsen erreichte.

Das wirkt, als wäre für die Aktie über die unmittelbar positive Reaktion hinaus noch einiger Spielraum nach oben. Immerhin hatte die Mercedes-Benz Group-Aktie schon bei knapp über 80 Euro notiert. Ein Widerstand, der bis 1999 zurückgeht. Und der jetzt überwindbar wäre?

Expertenmeinung: Ja, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Zwar liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten momentan bei 90 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Niveau sowie über dieser langfristigen Hürde bei gut 80 Euro. Aber um dieses Ziel zu erreichen, ohne dass die Aktie für einen Automobiltitel überbewertet wäre, müsste die Perspektive da sein, dass der grandiose 2021er-Gewinn 2022 und 2023 weiter ausbaubar ist.

Das würde folgendes voraussetzen: Ein Ende der Lieferprobleme noch im laufenden Jahr und zugleich eine mindestens der des Jahres 2021 entsprechende Nachfrage. Das kann gelingen, wenn Inflation und Notenbank-Maßnahmen die Verbraucher nicht irritieren, sondern ihnen das Vertrauen geben, dass die Wirtschaft ohne Blessuren auf einen normalen Inflationslevel zurückkehrt. Aber ob das funktioniert ist, vorsichtig formuliert, offen.

Sollte es Anzeichen geben, dass steigende Kreditkosten das Wachstum abwürgen und im schlimmsten Fall die Inflation trotzdem nicht sinkt, wäre das Risiko, dass die Mercedes-Benz Group 2022 deutlich weniger Gewinn erzielt, groß. Aufschluss darüber, wie der Blick des Konzerns nach vorne aussieht, wird es zunächst im Zuge der sogenannten „Annual Results Conference“ am 24. Februar und dann im 2021er-Geschäftsbericht am 11. März geben.

Bis dahin ist zwar wenig wahrscheinlich, dass die mit dem Freitags-Kurssprung erst einmal erneut abgewendete Vollendung der Topp-Formation durch den Bruch der durch die 200-Tage-Linie verstärkten Nackenlinien-Zone 66,40/67,50 Euro doch noch vonstattengeht. Aber ein Befreiungsschlag über 80 Euro ist im Vorfeld dieser Termine ebenfalls nicht allzu wahrscheinlich, daher: Die Aktie zu halten, ist naheliegend, einen Stoppkurs knapp unter dieser vorgenannten Entscheidungszone 66,40/67,50 Euro wäre aber weiter zwingend. Und zukaufen? Allein auf Basis dieser vorläufigen Rumpfdaten wäre das noch ein wenig gewagt.

Mercedes-Benz Group-Aktie: Chart vom 11.02.2022, Kurs 74,44 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX

Seit 1. Februar firmiert Daimler unter dem Namen Mercedes-Benz Group, das neue Kürzel lautet MBG. Aber es scheint nicht so, als würde der neue Name die Anleger dazu bringen, ihre derzeitig wachsende Skepsis abzulegen. Die Aktie steht weiterhin kurz vor der Abwärtswende.

Seit Ende Januar versucht die Käuferseite, die Mercedes-Benz-Aktie von der für eine Abwärts-Trendwende entscheidenden Unterstützungszone bei 66,25/67,50 Euro zu lösen. Gelungen ist es bislang nicht, die Aktie ist am Freitag wieder in diesen Bereich zurückgefallen. Wodurch das Dreifach-Topp, das da im Raum steht, mittlerweile wirkt wie eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit gleich drei „Köpfen“.

Eigentlich seltsam, diese so schwache Präsenz der Bullen, könnte man meinen. Schließlich heben die Analysten für die Ex-Daimler-Aktie nahezu durch die Bank den Daumen: Drei Viertel plädieren auf „Kaufen“, das durchschnittliche Kursziel liegt momentan bei 90 Euro. Wovon die Aktie noch meilenweit entfernt wäre, also, warum kaufen die Anleger nicht?

Expertenmeinung: Weil den meisten klar ist, dass der Optimismus der Analysten auf optimistischen Modellrechnungen basiert: Mercedes-Benz würde X Euro pro Aktie verdienen, wenn die positiven Erwartungen A, B und C eintreffen. Was aber derzeit äußerst unsicher ist. Richtig ist zwar, dass der Autobauer 2021 imstande war, ein Absatzminus von vier Prozent gegenüber 2020 in einen steigenden Gewinn pro Aktie zu verwandeln, in einen Gewinn, der nie höher lag. Aber das basierte auf der ungewöhnlichen Kombination von Materialknappheit und hoher Nachfrage, die es ermöglichte, trotz hoher Kosten und geringerem Output so hohe Preise zu erzielen, dass eine markant gestiegene Gewinnmarge das Absatzminus ausglich. Soll der Gewinn auf diesem hohen Level bleiben, hieße das:

Entweder, diese Sondersituation setzt sich noch monatelang fort, d.h. weiterhin sind Käufer bereit, für ihre Neuwagen mehr zu bezahlen, um nicht lange warten zu müssen. Oder aber die Materialengpässe lösen sich auf, so dass die Kosten sinken, während die Verkaufspreise sich bei zugleich stabil hoher Nachfrage normalisieren. Aber bei der sukzessiv steigenden Inflation ist ein anderes Szenario eben eher realistisch:

Wachsende Zurückhaltung bei den Käufern und, vor allem durch die höheren Energiepreise, steigende Produktionskosten. Und das hieße, dass die Gewinne wieder fallen. Die Mercedes-Benz-Aktie wäre zwar auf Basis der für 2021 angenommenen Gewinne (die Ergebnisse zum 4. Quartal werden am 24.2. erwartet) mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von knapp über sechs günstig. Aber der Blick geht eben jetzt nach vorne. Und kommen die Rekordgewinne unter Druck, wäre der aktuelle Kurslevel nicht mehr günstig, sondern bestenfalls noch angemessen. Dementsprechend kommt die Aktie nicht aus ihrer Toppbildung heraus und droht dieses mit der sich zusehends eintrübenden Stimmung am Gesamtmarkt zu vollenden. Das Lager der Verteidiger der Nackenlinien-Zone zwischen 66,25/67,50 Euro scheint nicht gerade stark zu sein. Besser wäre es also, sich nicht mit gegen einen abrutschenden Berg zu stemmen. Denn wenn sich der „Rest-Optimismus“ für die Daimler-Benz-Aktie mit dem Bruch dieser Supportzone auflöst, könnte das nächste, charttechnische Kursziel bei 56,47/56,87 Euro recht schnell erreicht werden.

Mercedes-Benz Group-Aktie: Chart vom 04.02.2022, Kurs 67,83 Euro, Kürzel MBG | Online Broker LYNX