Adyen Aktie Prognose Adyen: Von 2.800 auf 1.800 abgestürzt. Wie geht es jetzt weiter?

News: Aktuelle Analyse der Adyen Aktie

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Adyen
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Zur Adyen Aktie

Adyen ist eine Erfolgsgeschichte, sowohl geschäftlich als auch an der Börse. Seit der IPO Ende 2018 hat das Unternehmen enormes Wachstum verzeichnet und der Kurs hat sich vervielfacht.
Was will man mehr?

Glücklicherweise korrigieren aber auch die besten Unternehmen irgendwann. Adyen ist zuletzt von 2.800 auf derzeit 1.808 Euro zurückgekommen. Ist das eine Gelegenheit?

Tempo

Um es vorwegzunehmen, die Kennzahlen von Adyen sind wirklich überzeugend.

In den letzten fünf Jahren konnte der Zahlungsdienstleister den Umsatz von 0,66 auf 3,64 Mrd. Euro steigern.
Die operative Marge ist mit rund 10% zwar nicht herausragend hoch, es ist jedoch erstaunlich, dass man bei einem derartig hohen Wachstum überhaupt einen Gewinn erzielt.

In den meisten Fällen verschlingt eine Expansion dieser Geschwindigkeit jeglichen Cashflow und zusätzlich sind meistens noch Kapitalerhöhungen notwendig.

Nicht so bei Adyen. Die Zahl der ausstehenden Aktien ist seit dem Börsengang unverändert.
Das liegt nicht zuletzt an der guten Skalierbarkeit des Geschäfts und dem branchentypisch niedrigen Kapitalbedarf.
Daher ist der freie Cashflow regelmäßig deutlich höher als der Gewinn.

Ausblick und Bewertung

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat sich die starke Entwicklung konsequent fortgesetzt.

Das Transaktionsvolumen konnte um 67% auf 216,0 Mrd. Euro gesteigert werden. Der Umsatz (net revenue) legte um 46% zu und das EBITDA um 65% auf 272,7 Mio. Euro.

Das Ergebnis konnte von 3,19 auf 6,69 Euro je Aktie mehr als verdoppelt werden. In Summe dürfte man 2021 rund 15,00 Euro je Aktie verdient haben.

Das ist unter anderem auch dadurch gelungen, dass man immer wieder Großkunden für sich gewinnen kann. In den letzten anderthalb Jahren beispielsweise Zalando, Subway, Lieferando, Nivea und Airbnb.

Dafür muss man allerdings auch ein KGVe von 122 auf den Tisch legen. Um das zu rechtfertigen, muss man ein über Jahre hinweg außerordentlich hohes Wachstum unterstellen.
In den meisten Fällen sollte man in solchen Situationen sehr skeptisch sein, im Fall von Adyen scheint es aber möglich zu sein.

Kann man das zahlen?

Derzeit wird für 2022 ein Gewinn von rund 21,00 Euro je Aktie erwartet, 2023 sollen es bereits 29,00 Euro werden.
Dadurch relativiert sich die hohe Bewertung.

Das gilt umso mehr, da der freie Cashflow noch höher als der Gewinn ist. Das gemeldete Ergebnis ist also eher ein Understatement der wahren Profitabilität. Ebenso wichtig ist der Faktor, dass Adyen kein Fremdkapital benötigt, um das Wachstum zu finanzieren.

Chart vom 20.01.2022 Kurs: 1.808 Kürzel: ADYEN - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 20.01.2022 Kurs: 1.808 Kürzel: ADYEN – Tageskerzen

Adyen hat größere Kursverluste hinter sich, stößt aber an der Unterstützung bei 1.715 Euro auf nennenswertes Kaufinteresse.
Vorerst haben Aufwärtstrend sowie Support gehalten. Für antizyklische Anleger könnte das die Gelegenheit, um erste Positionen aufzubauen. Noch ist die Lage allerdings fragil.

Gelingt jetzt ein Anstieg über 1.840 Euro, wären erneute Kursgewinne in Richtung 1.960 Euro möglich.
Darüber hellt sich das Chartbild zunehmend auf.

Fällt Adyen jedoch unter 1.715 Euro, haben die Bullen ihre Chance vertan. In diesem Szenario muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 1.500 Euro gerechnet werden.

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Vorherige Analysen der Adyen Aktie

Wirecards Stern fiel, der von ADYEN hingegen steigt. Der niederländische, im Euro Stoxx 50 notierte Zahlungsdienstleister zeigt eine beeindruckende Wachstumsstory. Aber deswegen muss die Aktie nicht ewig steigen. Können die Bullen dem jetzt drohenden Topp entkommen?

Über die vergangenen zwei Jahre hat sich der Kurs des Zahlungsdienstleisters ADYEN in der Spitze mehr als vervierfacht. Das ist stark, aber die Aktie ist dem Gewinnanstieg damit kräftig vorausgelaufen. 2019 lag der Gewinn pro Aktie bei 6,86 Euro, für 2021 rechnen die Analysten im Schnitt mit 15 Euro. Gut das Doppelte also, aber da die Aktie weit schneller lief, hat sich die Bewertung immens verteuert: Das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) stieg von dem Wachstumstempo angemessenen 105 per Ende 2019 auf jetzt 170 für die geschätzten 2021er-Gewinne. Zu viel?

Die Experten rechnen derzeit damit, dass ADYEN den Gewinn 2022 und 2023 jeweils um etwa 40 Prozent steigern wird. Was beeindruckend ist, keine Frage, aber da wäre eben ein KGV um 100 angemessen, keines von 170. Solche hohen Bewertungen kennt man von Unternehmen, die gerade die Gewinnschwelle überschritten haben und noch am Anfang ihrer Wachstumsphase stehen. Aber ADYEN schreibt seit vielen Jahren schwarze Zahlen. Daher ist eine Wachstumsexplosion, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren sehr deutlich über die momentan prognostizierten 40 Prozent Gewinnzuwachs hinausgeht, nicht zu erwarten.

Und selbst, wenn der Aktienkurs ab sofort wie festgenagelt auf dem derzeitigen Level bleiben würde, stünde Ende 2023 noch ein sehr hohes KGV von 90 zu Buche. Das wäre nur dann einigermaßen hinnehmbar, würde der Gewinn 2024 ff. ebenso rasant zulegen. Was man aber derzeit nicht unterstellen könnte.

Expertenmeinung: Also ist die Aktie derzeit in der Tat überbewertet. Und um auf ein KGV von 100 zurückzukommen, müsste sie bei 1.500 Euro notieren. Es wundert also nicht, dass die Volatilität zunimmt, seit ADYEN Mitte August den bislang letzten großen Rallye-Impuls sah und danach in eine volatile, 20 Prozent breite Seitwärtsbewegung überging. Den Bullen gelingt es bislang, die Aktie an entscheidenden charttechnischen Supportmarken wieder nach oben zu drehen. Aber die Verkäufer beginnen immer wieder, zwischen 2.700 und 2.800 Euro auszusteigen. Und die Bären, die also, die gezielt auf fallende Kurse setzen?

Die werden hier erst dann in größerer Zahl angreifen, wenn die drei Supportlevels gefallen sind, die die Bullen bislang im Spiel halten. Konkret geht es da zunächst um die Mai-Aufwärtstrendlinie bei aktuell 2.520 Euro. Genau dort drehte ADYEN am Freitag wieder nach oben. Was Anschlusskäufe auslösen kann, aber erst, wenn das bisherige Verlaufshoch von 2.835 Euro auf Schlusskursbasis signifikant überboten würde, wäre der Deckel gesprengt und eine Abwärtswende vom Tisch. Fällt diese Mai-Trendlinie, geht es um den zweiten Level:

Das Verlaufstief des Oktobers bei 2.336 Euro. Würde diese Linie gebrochen, wäre ein Doppeltopp vollendet und die ADYEN-Bullen in höchster Not. Aber erst, wenn die Zone aus den Hochs vom April und Februar zwischen 2.150 und 2.221 Euro und damit auch die diese Zone derzeit verstärkende 200-Tage-Linie durchlagen wird, hätte das bullische Lager das Ringen verloren und für ADYEN hieße es aus charttechnischer Sicht: Selters statt Sekt!

Chart vom 19.11.2021, Kurs 2.612,00 Euro, Kürzel ADYEN | Online Broker LYNX

Die Aktie des niederländischen Zahlungsdienstleisters Adyen hat binnen zwei Tagen knapp zehn Prozent auf neue Rekordhochs zugelegt. Die Reaktion war angesichts der am Donnerstag vorgelegten Halbjahresbilanz berechtigt. Aber keine Aktie ist eine Einbahnstraße.

Erst waren es die Corona-Krise und die Lockdowns, dann die Implosion des Konkurrenten Wirecard, die Adyen zu einem immensen Wachstumsschub verhalfen. Aber es ist keineswegs so, dass der Zahlungsdienstleister zuvor in einem Dornröschenschlaf gelegen hätte. Adyen wächst seit Jahren beeindruckend zügig und konstant, beim Umsatz und beim Gewinn gleichermaßen. Und seit die Investoren erkannt haben, welches Potenzial in der Abwicklung von Zahlungsdienstleistungen liegt, geht es auch mit der Aktie voran. Im Sommer 2018 war Adyen in Amsterdam an die Börse gegangen. Zuerst volatil, ging die Aktie 2019 in eine eher müde Seitwärtsbewegung über. Aber die vorgenannten Aspekte Corona, Wirecard und die Hoffnung auf einen Konsum-Boom in Anschluss an die Corona-Phase brachten richtig Schwung in den Kurs.

Binnen weniger als einem Jahr hat sich der Kurs der Aktie verdoppelt. Und dazu trug die am Donnerstag vorgelegte Bilanz des ersten Halbjahrs entscheidend bei. Umsatz +46 Prozent, EBITDA +65 Prozent, Nettogewinn +109 Prozent. Und die Analysten schätzen, dass 2022 weitere 40 Prozent Wachstum beim Unternehmensgewinn möglich wären. Wieso sollte man da an Gewinnmitnahmen denken?

Expertenmeinung: Der Gedanke daran, bei einem Teil der Aktien den Gewinn zu sichern und auszusteigen, basiert auf drei Überlegungen. Zum einen ist zwar das Wachstum immens, die Bewertung aber so hoch, dass das nicht nur 2022, sondern über Jahre in diesem Tempo weitergehen müsste. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis liegt derzeit für die durchschnittliche Analystenprognose des Gewinns bei knapp 200, für den Konsens der 2022er-Gewinnschätzungen um 135. Das ist „sportlich“.

Zum anderen ist die Aktie jetzt 20 Prozent über das vormalige, im Februar erreichte Rekordhoch gestiegen. Gerechnet vom Tief der im Mai vollzogenen Korrektur sind es sogar 60 Prozent. Dadurch ist die Aktie markttechnisch überkauft. Und Sie sehen es unten im Chart anhand des RSI-Indikators: Zuletzt kam es immer dann, wenn die Adyen-Aktie derart deutlich in die überkaufte Zone des Indikators gelaufen ist, zu einer Korrektur.

Hinzu kommt, dass der Aktienkurs gerade „überschießt“. Durch diese massiv positive Reaktion auf diese Halbjahreszahlen ist der Kurs aus dem ohnehin steilen Aufwärtstrendkanal nach oben ausgebrochen. Dadurch liegen die mittelfristig relevanten Unterstützungen jetzt weit entfernt. Selbst die die Rallye derzeit führende 20-Tage-Linie ist mit zuletzt 2.360 Euro weit weg, die mittelfristige Supportzone, die jederzeit getestet werden könnte, ohne den Trend an sich zu brechen, mit 2.150/2.220 Euro erst recht. Da kommt schon der Gedanke auf, warum man nicht zumindest mit einem Teil der Position die Party dann verlassen sollte, solange die Stimmung noch prächtig ist.

Adyen-Aktie: Chart vom 20.08.2021, Kurs 2.626,50 Euro, Kürzel ADYEN | Online Broker LYNX