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Aktuelle Analyse:
Jeff Bezos: Amazon wird scheitern und pleitegehen

Amazon ist der weltweit führende Online-Versandhändler. Das Unternehmen, das im Jahr 1995 als Online-Buchhandel gegründet wurde, bietet heute in mehr als 150 Ländern eine breit gefächerte Produktpalette, die nahezu alle Konsumgüter abdeckt.

Über die integrierte Verkaufsplattform Marketplace können auch Drittanbieter z.B. Privatpersonen oder gewerbliche Verkäufer neue oder gebrauchte Produkte anbieten.

Jeff Bezos: Amazon wird eines Tages scheitern und pleitegehen

Diese Aussage verschreckt derzeit die Anleger. Doch, was steckt wirklich dahinter?

Warren Buffett hat wohl Recht damit, Jeff Bezos ist ein Genie. Denn mit seiner Brandrede hat er wohl viele Mitarbeiter wach gerüttelt:
„Amazon ist nicht zu groß zum Scheitern … Tatsächlich gehe ich davon aus, dass Amazon eines Tages versagen wird. Wenn wir uns auf uns selbst, statt auf unsere Kunden konzentrieren, ist das der Anfang vom Ende“, sagte Bezos.

Der Fokus und die bisherige Mission wurden mit diesen Worten eindrucksvoll bekräftigt. Den Mut, den der Unternehmensgründer hier an den Tag legt, ist wirklich mehr als beeindruckend. Genau diese Haltung, der unermüdliche Wille zur Weiterentwicklung, Wachsamkeit und der Fokus auf den Kunden sind die Bausteine und das Fundament des Erfolgs – zukünftigen Erfolgs.

Wer macht hier wirklich Gewinn?

Die Aktie gehört ohne jeden Zweifel zu den großen Outperformern der letzten Jahre und das mit gutem Grund. Innerhalb einer Dekade stieg der Umsatz von 19,2 auf 177,9 Mrd. USD. Mit einem freien Cashflow von zuletzt mehr als 13 Mrd. USD gehört das Unternehmen zu den profitabelsten der Welt – ja Sie haben richtig gehört. Denn echter Gewinn und der oberflächlich gemeldete, buchalterische Gewinn sind zwei verschiedene Paar Stiefel.

Dieser Spruch bringt es auf den Punkt: „Cash is a fact, profit is an opinion.“

Es gäbe unzählige Negativbeispiele. Die meisten börsennotierten Unternehmen rechnen ihren Gewinn möglichst groß und spielen mit den Zahlen, so weit es das Gesetz nur irgendwie zulässt.
Diesen Vorwurf würde ich Daimler nicht machen, doch nehmen wir uns die Zahlen ganz kurz vor. Wie kann es sein, dass der Stuttgarter Autobauer seit 2010 mehr als 57 Mrd. Euro an Gewinn gemeldet hat, die Aktie aber seit mehr als 10 Jahren auf der Stelle tritt und der Börsenwert nur bei knapp über 50 Mrd. Euro liegt? Die Rechnung geht nicht auf! Denn warum tauchen die Milliardengewinne nirgends in der Bilanz auf? Schließlich müsste sich das Bargeld inzwischen stapeln. Die Antwort ist einfach: Der Gewinn ist größtenteils keine ökonomische Realität.

Im Gegensatz dazu wird immer wieder behauptet, dass Amazon keinen Gewinn erzielt.
Doch wie hat man über die Jahre Dutzende Milliarden investieren können, ohne ständig Schulden zu machen? Woher kommen all die Logistikzentren mit hunderttausenden Angestellten? Woher all die technologischen Produkte, die ihre einzelnen Branchen im Sturm erobert haben?
Über Cashflow kann man eben nicht streiten. Wenn 100 Mrd. USD investiert werden, ohne Schulden aufzunehmen oder wenn plötzlich Milliarden in der Bilanz auftauchen, sind das Fakten.

Rasantes Wachstum und mehr

Amazon hat Erstaunliches erreicht. Man dominiert im Alleingang den weltweiten Onlinehandel. In vielen Bereichen hat man Produkte entwickelt und auf den Markt gebracht, die der faktische Standard sind, wie zB das Kindle, FireTV, Alexa usw.
Die Kundenbindung ist enorm, geradezu ein eigenes Ökosystem. Ich hatte diese Tatsachen bereits mehrfach angesprochen.
Darüber hinaus ist man Weltmarktführer in der Cloud und steigt gerade zum drittgrößten Advertising-Seller der Welt auf – wohlgemerkt nach Google und Facebook.

In den ersten drei Quartalen kletterte der Umsatz um 37% auf 160 Mrd. USD.
Der operative Cashflow stieg in den letzten zwölf Monaten um 57% auf 26,6 Mrd. USD, der freie Cashflow verdoppelte sich nahezu von 8,0 auf 15,4 Mrd. USD.

Fundamentale Bewertung

Dieser Punkt ist kritisch. Da Amazon kaum einen Gewinn meldet, sondern nahezu alle Mittel reinvestiert, muss die Bewertung im Verhältnis zu anderen Faktoren erfolgen.
Bei Amazon war das in der Vergangenheit erstaunlich einfach, wenn man weiß, auf welche Kennzahlen man achten muss.

Tatsächlich bewegt sich die Aktie seit mindestens 10 Jahren im Einklang mit Rohertrag und operativem Cashflow. Daraus ergibt sich eine Handelsspanne, in der sich die Papiere den absolut überwiegenden Teil der Zeit bewegen. Ausreißer gibt es fast ausschließlich zur Oberseite.
Für 2018 habe ich bereits Anfang des Jahres eine Handelsspanne von 1.000 bis 1.700 USD vorhergesagt (Hier der Link zum ältesten, noch verfügbaren Artikel. Abschnitt „Auch diese Aktie folgt nur Zahlen“). Tatsächlich waren es 1.170 bis 2.050 USD. Auf der Oberseite kam es zu einer Übertreibung, die aktuell bestraft wird.

Wir haben also einen Bewertungsmaßstab, der gut zu funktionieren scheint und mit dem sich Vorhersagen treffen lassen.
Die Strategie, die sich daraus ableitet ist simpel und seit etlichen Jahren erfolgreich: Käufe sollten in der unteren Hälfte der berechneten Handelsspanne erfolgen und Gewinnmitnahmen, wenn die Aktie darüber notiert.

In diesem Jahr lagen die Kaufkurse also unterhalb von 1.350 USD. Derzeit scheint es fast so, als könnten wir noch eine zweite Chance erhalten.
Das ist selten und vor allem mit Blick auf 2019 sehr interessant. Denn wo liegt die nach meinem System erwartete Kursspanne im kommenden Jahr? Da die Geschäfte sehr gut laufen, wird abermals ein sprunghafter Anstieg des Umsatzes und des Cashflows erwartet und dementsprechend sind die neuen Ziele auch deutlich höher, sie liegen bei 1.320 bis 2.250 USD.

Charttechnik

Die Aktie hat scharf korrigiert, doch es sieht ganz danach aus, dass der Markt und Amazon noch nicht fertig sind.

Fallen die Papiere nachhaltig unter 1.500 USD, kommt es zu einem Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 1.400 und 1.350 USD.
Fällt Amazon in diesen Bereich, werden Käufe für das Depot3 auf Guidants durchgeführt.

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