Kering Aktie aktuell Kering: Das war ein starkes Signal … 700 Euro als Ziel?

News: Aktuelle Analyse der Kering Aktie

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Zur Kering Aktie

Der französische Luxusgüterkonzern Kering legte am Mittwochabend seine Ergebnisse für das erste Quartal vor. Anleger und Analysten reagierten prompt: Viele Experten hoben ihr Kursziel an … und die Kering-Aktie schloss auf neuem Rekordhoch.

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Rein charttechnisch betrachtet war das gestrige Plus von 4,17 Prozent ein perfektes Sprungbrett, um die obere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals anzupeilen, die in wenigen Tagen 700 Euro erreichen wird. In der vergangenen Woche hatte die Aktie das „Prä Corona“-Rekordhoch vom Januar 2020 bei 620 Euro überboten, hatte im Vorfeld der Bilanz auf diese jetzt als Unterstützung fungierende Linie zurückgesetzt und zog von dort aus am Mittwoch auf ein neues Rekordhoch an. Das passt.

Und auch die Analysten reagierten großenteils positiv. Die acht Experten, die gleich am Mittwoch reagierten, hoben ihre Kursziele durch die Bank an. Und mit 750 Euro lobte Goldman Sachs dabei auch das bislang höchste für die Aktie vergebene Kursziel aus. Aber ein bisschen genauer hinsehen sollte man schon, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Kering Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Drei der acht Analysten blieben mit ihrem neuen Kursziel trotzdem unter dem aktuellen Kursniveau der Kering-Aktie, wobei die Bank of America mit 515 Euro das untere Ende der Ziele stellte und Kering mit „Underperform“ einstufte. Nicht alle Experten sind also der Ansicht, dass da noch viel Luft nach oben wäre. Und das ließe sich auch begründen.

Denn der Konzern, unter dessen Dach sich weltbekannte Marken wie Yves Saint Laurent oder Gucci finden, meldete zwar für das erste Quartal 2021 einen Umsatzanstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Aber das war für Asien das „Lockdown“-Quartal gewesen, da fiel vor allem der immens wichtige chinesische Markt weg. Wenn man den jetzt erzielten Umsatz mit dem des ersten Quartals 2019 vergleicht, sieht der Anstieg weit bescheidener aus. Damals waren es knapp 3,8 Milliarden Euro gewesen, diesmal 3,89 Milliarden. Man hat also die „Lockdown-Delle“ ausgebügelt, viel mehr aber auch nicht. Vor allem, wenn man die Kering-Meldung weiter liest, denn dort stand auch, dass der Umsatzanstieg zu konstanten Wechselkursen nur 5,5 Prozent betragen hat.

Zudem ist offen, wie sich die Gewinnmarge entwickelt hat. Wenn die nennenswert zugelegt hat, wäre das ein Hebel für einen deutlich anziehenden Gewinn, aber diese Daten veröffentlicht Kering, wie die meisten französischen Unternehmen, nur zweimal pro Jahr, am Ende eines Halbjahres. So gesehen weiß man eigentlich nicht genau, wie gut oder schlecht Kering aktuell dasteht. Aber sollte man deshalb besser die Gelegenheit nutzen und verkaufen?

Eher sollte man die Gelegenheit, dass die Aktie die Hochs vom Januar und November 2020 im Bereich 620/628 Euro getestet und verteidigt hat, nutzen, um einen relativ engen Stoppkurs unter diese Zone zu legen und dabei zu bleiben. Denn ob Anleger oder Analysten: Solange beide Gruppen mehrheitlich willens sind, ein „ja, aber“ einfach vom Tisch zu wischen, ist die Chance, dass die Kering-Aktie sich an die 700 Euro-Marke heranschiebt, eben trotzdem da!

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Kering Aktie

In einer Woche, am 17. Februar, ist beim französischen Luxusgüterkonzern die Veröffentlichung der Ergebnisse des vierten Quartals 2020 vorgesehen. Und auf die wird es ankommen. Ein Ausbruch der Kering-Aktie aus der derzeitigen, charttechnischen Konstellation ist ohnehin fällig. Aber das Zahlenwerk wird darüber entscheiden, in welche Richtung dies passieren wird.

Es fällt auf, dass Kering den anderen großen Luxusgüterunternehmen Frankreichs, die ebenso im Leitindex CAC 40 notiert sind, spürbar hinterherhinkt. Hermès, LVMH, L’Oréal, alle sind zuletzt besser gelaufen. Kering ist im Saldo seit fast zwei Jahren nicht vom Fleck gekommen.

Wo klemmt es? Es gibt zwar eine erst im Dezember bekannt gewordene Ermittlung der französischen Steuerbehörden gegen Kering, aber diese Meldung drückte die Aktie nicht unmittelbar, das kann es also eher nicht sein, zumal die Underperformance gegenüber den Branchenkollegen schon seit Sommer 2019 existiert. Es dürfte eher die Wachstumsdynamik sein, die den Investoren zuletzt nicht gefiel. Denn während die anderen großen Luxusgüterkonzerne nach 2017 und 2018 auch 2019 einen starken Anstieg bei Umsatz und Gewinn verbuchten, endete der „Lauf“ bei Kering 2019, da kam der Gewinn zurück. Doch eigentlich hat die Aktie das längst gebüßt, denn:

Expertenmeinung: Dieses fast zwei Jahre währende Wassertreten hat die Aktie auf ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von ca. 35 auf Basis der Gewinnschätzungen für das Jahr 2020 zurückgeführt. Ob die eintreffen, werden wir in einer Woche ja wissen. Das klingt nach einem hohen KGV, aber nimmt man z.B. LVMH, sieht man dort, dass ein KGV von 35 dort für das Jahr 2021 bezahlt wird, nicht für 2020. Würde man Kerings Analysten-Gewinnziele für 2021 als Basis nehmen, läge das KGV bei 25. Und das ist – für diese Branche – günstig.

Kering wirkt daher wie ein Dornröschen, die nur geweckt werden muss. Zumal die Analysten hier recht optimistisch sind. Zwei Drittel der Experten sehen die Aktie derzeit als einen Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 632 Euro und damit knapp 14 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs. Aber um die Aktie nach oben in Marsch zu setzen, muss die anstehende Bilanz überzeugen, denn einen wirklich schwachen Handelstag würde die derzeitige Chartkonstellation nicht ohne bärisches Signal verkraften.

Die Aktie wirkt „toppish“, nachdem im November der Versuch fehlschlug, das alte Rekordhoch vom Februar 2020 zu überwinden. Seit über zwei Wochen ringt die Aktie mit ihrer im Chart dick schwarz markierten 200-Tage-Linie. Bislang gelingt es, diese Linie eisern zu halten, aber das muss eben auch so bleiben. Denn die Linie liegt inmitten einer mittelfristig relevanten Unterstützungszone zwischen 510 und 541 Euro. Würde eine negative Reaktion auf die Bilanz zum Bruch der Zone führen, könnten die Kursziele der Analysten noch so hoch liegen, wäre fürs erste der Weg für die Trader nach unten frei.

Aber der Weg zu einem Befreiungsschlag nach oben wäre auch nicht weit. Es dürfte reichen, die November-Abwärtstrendlinie bei aktuell 575 Euro auf Schlusskursbasis zu überbieten, um die hartnäckige Verteidigung der 200-Tage-Linie als erfolgreiche Bodenbildung einstufen zu können. Und passen die Zahlen, könnte es dann gut sein, dass der nächste Anlauf an das bisherige Rekordhoch erfolgreicher verlaufen wird als im November.

Das war wirklich ernüchternd, was der französische Luxusgüterkonzern Kering für das erste Halbjahr berichten musste. Ende Juli teilte das Unternehmen mit, dass der Umsatz in den ersten sechs Monaten um etwa 30 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 gesunken ist, der Gewinn sackte sogar um etwas mehr als 50 Prozent weg. Und was das laufende zweite Halbjahr angeht, erklärte Kering im Zuge dieser Ende Juli veröffentlichten Bilanz, dass es unmöglich sei, den Umsatz bis zum Rest des Jahres zu prognostizieren.

Man hätte sich nicht wundern dürfen, wenn die Aktie daraufhin kräftig unter Druck gekommen wäre. Aber der Kurs rutschte keineswegs aus seinem Anfang Juni begonnenen Seitwärtstrend nach unten heraus, im Gegenteil: Die Aktie quittierte diese düstere Bilanz mit einem Kursanstieg. Der hielt zwar nicht lange vor und Kering blieb erst einmal weiter in der Seitwärtsbewegung gefangen. Aber jetzt, gut einen Monat nach diesem Zahlenwerk, klopft die Aktie ans obere Ende dieser Handelsspanne. Und würde es gelingen, diese Widerstandszone zu bezwingen, wäre ein aufsteigendes Dreieck nach oben verlassen, der Weg aus rein charttechnischer Sicht nach oben frei. Was ist es, was die Käufer da antreibt – Weitblick oder Leichtsinn?

Expertenmeinung: Normalerweise beantwortet sich eine solche Frage immer erst im Nachhinein. Aber richtet man den Blick auf die zahlreichen Analysten, die diese im französischen Leitindex CAC 40 notierte Aktie beobachten, könnte man dazu tendieren, die Käufe der Marktteilnehmer als Weitblick anzusehen, denn dort ist man mehrheitlich optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt um 550 Euro und damit über dem derzeitigen Kurs, das höchste Kursziel ruft für Kering sogar 700 Euro auf. Und was die Gewinnerwartung angeht, kommen die Experten mehrheitlich zu dem Schluss, dass 2020 zwar nicht zu retten ist, 2021 aber schon wieder Gewinne nahe an denen des Jahres 2019 erreicht werden. Aber kommt es denn wirklich so?

Auch Analysten können nicht hellsehen. Und selten war die Perspektive für einzelne Unternehmen so schwer einzuschätzen wie momentan. In meinen Augen ist die Erwartung, dass 2021 schon wieder fast alles beim alten sein wird, stark von Hoffnung beeinflusst. Ob sich die Realität danach richten wird, muss sich erst noch weisen. Daher:

Sollte es der Kering-Aktie gelingen, die markante, derzeit angegangene Widerstandszone zwischen 522 und 540 Euro zu überwinden, würde ich das als ein rein charttechnisch basiertes, bullisches Signal werten, das vorerst noch keine fundamentale Unterfütterung sehen wird und daher fragil ist. Eine Absicherung knapp unter der momentan bei 495 Euro verlaufenden, mit der Aktie mitsteigenden mittelfristigen Aufwärtstrendlinie wäre da unbedingt zu überlegen … für den Fall, dass eine doch nicht so erfreuliche Realität diesen derzeitigen Optimismus vom Sockel stoßen sollte.

Der Pariser Leitindex CAC 40 gab am Dienstag deutlich kräftiger Boden preis als die meisten anderen großen europäischen Indizes. Der Grund waren die im Index stark vertretenen Luxusgüterkonzerne. LVMH, L’Oréal, Hermès und Kering gingen in die Knie. Dafür gab es zwei Gründe. Zum einen erklärte der Internationale Währungsfonds (IFW), was man direkt nach der Unterzeichnung des Phase I-Deals nicht recht bedacht zu haben schien: Wenn China zukünftig zur Einhaltung des Vertrages deutlich höhere Mengen an Waren und Dienstleistungen aus den USA einführen muss, wird der Export der europäischen Länder nach China deutlich darunter leiden. Und das trifft, nach Ansicht des IWF, allen voran Deutschland und Frankreich. Für Kering und die anderen französischen Luxusgüterhersteller ist China ein sehr wichtiger, wachsender Markt. Die Abgaben waren also vor allem eine Reaktion auf die Sorge, dass diese Branche in nächster Zeit in Sachen Wachstum und Gewinn einen in den USA gemachten Klotz am Bein haben wird. Allerdings stellt sich die Frage, ob die USA ausgerechnet in diesem Segment ernsthafte Konkurrenz aufbieten könnten, die Kering-Marken wie Gucci, Saint Laurent oder Brioni das Wasser reichen. Aber es gab neben diesem Auslöser noch einen anderen Grund, warum die Marktteilnehmer recht nervös reagieren: die Performance. Kering beendete das Börsenjahr 2018 mit 411 Euro und hatte am Freitag, den 17. Januar 2020 mit 614,90 Euro einen neuen Rekord markiert, der einen Anstieg von knapp 50 Prozent in kaum mehr als einem Jahr bedeutete. Kering kann sich zwar wie die gesamte Branche seit Jahren über stetig steigende Gewinne freuen, aber so schnell wie die Aktie stiegen die Gewinne dann doch nicht, was hieß: Expertenmeinung: Die Bewertung der Aktie über das Kurs/Gewinn-Verhältnis war zum Rekordhoch des Freitags mit etwa 25 zwar noch nicht exorbitant hoch. Aber als angemessen ließe sich ein solches KGV nur ansehen, wenn dieser Gewinnzuwachs kontinuierlich und in einer Größenordnung von zehn bis zwanzig Prozent jährlich weitergehen würde. Und genau da schürte die Warnung des IWF vor den Folgen des US-Deals mit China eben Zweifel. Wenn man da dann eine Rechnung aufmacht, in die ein, zwei Jahre nur noch schleppend steigende Gewinne, womöglich gar ein Gewinnrückgang einfließen und man auf der anderen Seite fast 50 Prozent Plus in relativ kurzer Zeit auf einer solchen Position hat, fällt es leicht, die Frage, ob es sinnvoll sei, Gewinne mitzunehmen, mit „ja“ zu beantworten. Aber muss man die Hausse der Kering-Aktie damit bereits als beendet ansehen? Nein, denn bislang ist das rein vom Chartbild her nur ein Rücksetzer, wie er immer mal wieder vorkommt. Zwar sehen wir in diesem Chart auf Wochenbasis, dass sich jetzt ein „bearish engulfing pattern“ auf Wochenbasis bilden könnte. Aber die Woche ist noch lang. Erst, wenn die Aktie auch am Freitag dieses Bild abliefert, würde damit ein Warnsignal gelten. Das wiederum erst als Verkaufssignal anzusehen wäre, wenn die kommende Woche ebenso mit Abgaben enden würde. Hinzu kommt, dass die Aktie charttechnisch im Bereich 522 bis 540 Euro gut unterstützt ist und knapp darunter, bei aktuell 509 Euro, die 200-Tage-Linie als potenzieller Auffanglevel wartet. Erst, wenn Kering diese Zone brechen würde, wäre der Weg an die Aufwärtstrendlinie bei 450 Euro aus charttechnischer Sicht frei. Bislang gälte es nur, die Aktie engmaschiger zu beobachten, wer mittel- und langfristig agiert, hätte hier noch keinen unmittelbaren Anlass, auszusteigen. Chart vom 21.01.2020, Kurs 586,60 Euro, Kürzel KER | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.

Kering ist ein französischer Luxusgüter-Konzern mit bekannten Marken wie Gucci, Brioni oder Saint Laurent. Hinter LVMH ist Kering wohl der größte Konzern im Bereich Luxus und Lifestyle. Und damit auf einmal in die Schusslinie des US-Präsidenten geraten. Denn der verkündete auf dem NATO-Gipfel in London gestern, dass er plane, als Antwort auf die französische Digitalsteuer französische Weine, Käse und Luxusgüter mit hohen Zöllen zu belegen. Sein Handelsberater Lighthizer sprach in diesem Zusammenhang von Größenordnungen bis 100 Prozent. Die Luxusgüterbranche zeigte sich gegen das weltweit unter Druck stehende Wachstum bislang resistent, die Umsätze legten zu, die Gewinne ebenso. Diejenigen, die sich Gucci oder Brioni leisten können, tun das auch weiterhin. Aber bei einem Strafzoll von bis zu 100 Prozent ist es natürlich sehr wahrscheinlich, dass Unternehmen wie Kering der US-Markt wegbricht. Ein Risiko, das bislang nicht quantifizierbar ist, denn wie groß der Anteil des Umsatzes wäre, der betroffen ist, ist nicht absehbar, solange nicht klar wird, was genau höher besteuert wird und vor allem, ob man sich zwischen Frankreich und den USA nicht eventuell doch noch einig würde. Aber klar ist: Da schwebt jetzt ein Damoklesschwert über dem Unternehmen. Expertenmeinung: Natürlich ist der US-Markt für einen weltweit operierenden Konzern nicht entscheidend für Sein oder Nichtsein. Aber normalerweise würde ein nennenswerter Umsatzrückgang den Gewinn zumindest anfänglich überproportional drücken. Das macht die Marktteilnehmer nervös und entsprechend geriet der Kurs am Dienstag unter Druck, was zum Bruch einer nicht ganz unwichtigen Unterstützungszone führte. Nach einer äußerst stark ausgefallenen Bilanz des dritten Quartals vollendete die Kering-Aktie Ende Oktober ein Doppeltief und lief über das vormalige Rekordhoch von 539,80 Euro hinaus. Damit wurde dieses alte Hoch zusammen mit dem Topp vom Juli bei 534,35 Euro zu einer Unterstützungszone, von der sich die Kering-Aktie aber, kaum dass neue Rekorde markiert waren, nicht recht nach oben absetzen konnte. Dieses Wassertreten führte dazu, dass die Aktie als Reaktion auf diese unerfreulichen Drohungen des US-Präsidenten schnell durch diese Auffangzone hindurch rutschte. Bei 506, 493 und 484 Euro könnten sich den Verkäufern potenzielle Unterstützungen in den Weg stellen. Aber in einem Umfeld, in dem eine unverhoffte Twitter-Nachricht die Märkte zu jeder Tages- und Nachtzeit massiv bewegen kann, wäre es gewagt, in ein fallendes Messer zu greifen ohne absehen zu können, wie scharf dieses sein wird. Bevor Kering nicht wieder über der jetzt wieder als Widerstand fungierenden Zone 534,35/539,80 Euro geschlossen hätte oder aber eine der vorgenannten, darunter liegenden Auffanglinien überzeugend verteidigt würden, wäre der Einstieg hier derzeit riskant. Kering Aktie Chart vom 03.12.2019, Kurs 529,30 Euro, Kürzel KER | Online Broker LYNX      

Wo wenn nicht an der Börse Paris sind die großen Luxusgüter-Konzerne zu Hause? Aber von vielen Investoren wird da nur Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) wahrgenommen, Kering hingegen, „Heimatkonzern“ von Marken wie Gucci, Saint Laurent oder Brioni, steht weit weniger im Rampenlicht. Dabei ist die Aktie keineswegs weniger interessant. Auch hier ist das Wachstum beeindruckend und macht deutlich, dass die Verunsicherung, die vom Handelskrieg und der abkühlenden, geopolitischen Gesamtsituation verursacht wird, bislang nicht zu denen reicht, die sich Luxus leisten können und wollen. Kering meldete für das erste Halbjahr 2019 ein organisches Umsatzwachstum von 15,3 Prozent, der Gewinn stieg als EBITDA um 19,6 Prozent auf sagenhafte 2,81 Milliarden Euro. Und die Aktie? Fiel als Reaktion auf dieses Ende Juli vorgelegte Zahlenwerk um gut acht Prozent. Das Argument derer, die da ausstiegen: Mit Gucci blieb eines der großen Zugpferde des Konzerns beim Umsatzwachstum ein wenig hinter den Erwartungen zurück, was dazu führte, dass die Umsatzwachstums-Prognose der Analysten, die im Schnitt für das zweite Quartal alleine bei 13,4 Prozent gelegen hatte, „nur“ bei 13,2 Prozent lag. Da Kering nach der ersten, negativen Reaktion auf die Bilanz noch weiter fiel, summierte sich der Abschlag bis Ende August auf in der Spitze 18 Prozent. Weil das Umsatzwachstum hinter dem Komma etwas unter den Prognosen lag? Das schreit danach, sich die Aktie genauer anzusehen: Expertenmeinung: Was die fundamentale Seite angeht, sollte man sich natürlich immer fragen, ob es nicht für diese harsche Reaktion auf so geringfügig verfehlte Erwartungen einen offensichtlichen Grund geben könnte. Aber das Wachstum ist weiterhin dynamisch und die Aktie nicht ungewöhnlich hoch bewertet. Im Gegenteil, die bekanntere LVMH wird momentan auf Basis der 2019er-Gewinnprognosen mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 24,9 bewertet, Kering ist mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 18,9 deutlich günstiger, wenngleich Kering auf Basis der Prognosen in diesem Jahr „nur“ knapp 11, LVMH etwa 13,5 Prozent im Gewinn pro Aktie zulegen soll. Hier fände sich kein Hinderungsgrund, dass die Aktie ihr im Frühjahr bei 539,80 Euro erreichtes Rekordhoch nicht wieder ansteuern, ggf. sogar überbieten könnte… wenn die Charttechnik den Weg freigibt. Wobei es in dieser Hinsicht recht gut aussieht. Der Kurs hat nach den Verkäufen als Reaktion auf die „enttäuschende“ Bilanz oberhalb der langfristigen, aus dem Jahr 2016 stammenden Aufwärtstrendlinie (im Chart dick grün markiert) einen Boden gebildet. Jetzt gälte es, die 200-Tage-Linie zu bezwingen, an welcher die Aktie Mitte September noch abgewiesen wurde. Gelingt es, über diese aktuell bei 475 Euro verlaufende Linie hinaus zu kommen, wartet zwischen 484 und 506 Euro der Bereich des „Gaps“, d.h. der Kurslücke, die Ende Juli entstanden war. Tritt der Kurs in den Bereich des Gaps ein, indem er klar über 484 Euro schließt, wäre damit ein positives Signal generiert, das die Chance birgt, dass die Hochs vom Frühjahr und Sommer im Bereich 534 zu 539,80 Euro angesteuert werden. Chart vom 30.09.2019, Kurs 467,55 Euro, Kürzel KER | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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