SMA Solar Aktie Prognose SMA Solar: Das war schon mal gut – aber da müsste mehr kommen

News: Aktuelle Analyse der SMA Solar Aktie

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SMA Solar hatte im 1. Quartal weniger Umsatz, aber mehr Gewinn erreicht als seitens der Analysten erwartet. Zwar fiel die Aktie nach den Zahlen trotzdem aus ihrer Handelsspanne heraus, aber es gelang, sie wieder in diese hinein zu ziehen. Doch das reicht noch nicht.

Eine massive Konkurrenzsituation, Margendruck, unsichere Planungsgrundlagen für die Solarbranche: All das macht SMA Solar, einem Hersteller von Solar-Wechselrichtern, zu schaffen. Aber obwohl absehbar war, dass die Gewinne, die man in der Boom-Phase erzielte, nicht für die Ewigkeit waren, wurde hier bis Mitte 2023 immer weiter gekauft. Erst dann kamen die Gewinnmitnahmen, die Zweifel … und für die Aktie die Baisse. Aber immerhin, seit Herbst 2023 befindet sich der Kurs in einer Bodenbildungsphase.

Eine Bodenbildung, die um ein Haar zwar vom Tisch gewesen wäre, als SMA Solar Anfang Mai als Reaktion auf diese Quartalsergebnisse zunächst aus der breiten Trading-Range zwischen 45,20 und 62,96 Euro nach unten herausfiel. Aber die Aktie notierte an diesem 8. Mai nur intraday unter der Spanne. Zum Handelsende lag sie wieder innerhalb der Range. Das motivierte die Käuferseite, weiter zuzugreifen – was zumindest dazu geführt hat, dass der Kurs diese untere Begrenzungszone der Bodenbildung bei 45,20 zu 48,96 Euro unter sich ließ. Viel mehr gelang aber bislang nicht. Und da wird es für die Bullen langsam Zeit, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur SMA Solar Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Je länger die Aktie von dieser Zone nicht wegkommt, obwohl aus rein charttechnischer Sicht jetzt das Potenzial dafür wäre, sich in Richtung der oberen Begrenzungszone bei 60,26 zu 62,96 Euro zu orientieren, desto geringer wird die Chance, dass die Käufer kurzfristig doch noch auftauchen. Bis zur nächsten Quartalsbilanz, die am 8. August erwartet wird, ist es noch lange hin. Die Rahmenbedingungen bleiben schwierig. Und die Analysten bleiben skeptisch, da dominiert derzeit die Einschätzung „halten“. Nur Trenddynamik könnte neue Käufer in die Aktie bringen, die Zuversicht käme mit steigenden Kursen von alleine dazu … zumindest bis zum oberen Ende dieser Bodenbildungsspanne. Um die zu überwinden, wären echte „good news“ vermutlich zwingend.

SMA Solar Aktie: Chart vom 23.05.2024, Kurs 51,00 Euro, Kürzel: S92 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SMA Solar Aktie: Chart vom 23.05.2024, Kurs 51,00 Euro, Kürzel: S92 | Quelle: TWS

Aber wenigstens das, eine Orientierung in Richtung dieser Spanne 60,26 zu 62,96 Euro, wäre nötig, denn ansonsten wird die Aktie zu einer leichten Beute bärischer Trader. Der Kurs hat sich nahe der entscheidenden Unterstützungszone festgefahren und eine nennenswerte Verbesserung der Rahmenbedingungen ist kurzfristig weniger wahrscheinlich: Das macht potenzielle Käufer nervös, die Bären hingegen lockt es an. Würde man eine gezielte Attacke an die Unterstützungszone 45,20 zu 48,96 Euro bzw. an das Verlaufstief des 8. Mai bei 42,20 Euro starten, hätte man eine gute Chance, durchzukommen. Den Bullen läuft also momentan die Zeit davon, wenn hier nach oben etwas gehen soll, muss es schnell angegangen werden!

Quellenangaben: Ergebnis 1. Quartal 2024, 08.05.2024:
https://cdn.sma.de/fileadmin/content/global/Investor_Relations/Documents/Publications/Finanzberichte/2024/20240508_SMA_Quartalsmitteilung_Januar-Maerz_2024.pdf?v=1715107480

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Vorherige Analysen der SMA Solar Aktie

Das Ergebnis des ersten Quartals war zwar nur „gemischt“ ausgefallen, aber schlecht war es nicht. Trotzdem wurde die SMA Solar-Aktie am Mittwoch nach Vorlage der Ergebnisse kräftig verkauft. Doch trotz neuem Jahres-Verlaufstief traten dort Käufer auf. Ein gutes Zeichen?

Der Hersteller von Solar-Wechselrichtern lag in den ersten drei Monaten des Jahres mit einem Umsatz von 361,8 Millionen Euro zwar leicht unter dem des Vorjahres (367,2 Millionen) und deutlich unter der Erwartung der Analysten, die im Schnitt mit 392 Millionen einen Umsatzanstieg prognostiziert hatten. Aber auf operativer Basis (EBITDA) gelang es dem Unternehmen, mit 49,9 Millionen Euro mehr Gewinn herauszuholen als von den Experten erwartet (44 Millionen). Das war zwar trotzdem deutlich weniger als die 60 Millionen, die im Vorjahreszeitraum erreicht wurden. Was für den von 51,7 auf 28,5 Millionen gesunkenen Nettogewinn erst recht galt, aber:

Das konnte bzw. durfte niemanden überraschen. Und das galt auch für den Auftragsbestand, der erheblich von den 2,47 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,47 Milliarden zusammengeschmolzen war. Bedenkt man, dass die im Zuge der Zahlen bestätigte Prognose für das Gesamtjahr einen Umsatz von 1,95 bis 2,22 Milliarden avisiert, ist dieser Auftragsbestand immer noch gut. Zumal man eben damit rechnen konnte, dass der Anfang 2022 losgetretene Boom über kurz oder lang auf Normalniveau zurückkommen werde. Und genau das, das „Normalniveau“, könnte ein Aspekt gewesen sein, der diejenigen motivierte, die in die Schwäche nach den Zahlen gekauft haben.

SMA Solar Aktie: Chart vom 09.05.2024, Kurs 46,90 Euro, Kürzel: S92 | Online Broker LYNX
SMA Solar Aktie: Chart vom 09.05.2024, Kurs 46,90 Euro, Kürzel: S92 | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Denn während die Aktie nach der Super-Hausse zwischen Oktober 2022 und Juli 2023 von 38,42 Euro bis auf 112,70 Euro gelaufen war und jetzt beinahe wieder am Ausgangspunkt angelangt ist, gilt das für die Geschäftslage nicht. Das bislang nicht in Zweifel stehende Erreichen der 2024er-Prognose eines Umsatzes zwischen 1,95 bis 2,22 Milliarden (2023: 1,9 Mrd.) und eines EBITDA zwischen 220 und 290 Millionen Euro (2023: 311 Mio.) entspricht keineswegs dem Level von damals. Das „neue Normal“ in Sachen Umsatz und Gewinn bewegt sich auf komfortabel höherem Niveau als zu Beginn des Booms. Die Folge:

Die Aktie ist von der Bewertung her verblüffend günstig, weist auf Basis der momentanen, durchschnittlichen 2024er-Gewinnschätzung der Analysten ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von gerade einmal 12 aus. Das ist für ein Unternehmen aus der insgesamt ja wachsenden Solarbranche ungewöhnlich. Und es deutet an, dass die Marktteilnehmer, die es im Zuge der vorherigen Hausse auf der Oberseite übertrieben hatten, jetzt auf der Unterseite „überziehen“. Das sehen auch die Analysten so, denn einschließlich der unmittelbaren Reaktionen auf das Zahlenwerk, die in der unternehmenseigenen Übersicht am 9.5. noch nicht berücksichtigt waren, läge das durchschnittliche Kursziel der Experten momentan um 63 Euro.

Aber auch, wenn da einige am Mittwoch und Donnerstag in diese Schwäche hinein gekauft haben: Das ist noch kein Beweis dafür, dass SMA Solar vorerst sein Tief gesehen hat. Denn das Verteidigen der Supportzone aus den Tiefs von Januar, Februar und April kann ebenso dadurch entstanden sein, dass bärische Trader ihre zuvor leer verkauften Aktien eingedeckt und dadurch als „Nebenwirkung“ den Kurs höher gezogen haben. Erst, wenn Widerstände bezwungen wurden, der Kurs mindestens über das jüngste Zwischenhoch (52,55 Euro am 3.5.) hinaus gelaufen ist, könnte man vermuten, dass das bärische Lager sich zurückzieht.

Quellen:
Ergebnis 1. Quartal 2024, 08.05.2024: https://cdn.sma.de/fileadmin/content/global/Investor_Relations/Documents/Publications/Finanzberichte/2024/20240508_SMA_Quartalsmitteilung_Januar-Maerz_2024.pdf?v=1715107480
Analysten-Kursziele: https://www.sma.de/investor-relations/analyst-coverage-consensus

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Ende der vorigen Woche konnten an der Wall Street besonders Solarunternehmen ordentlich zulegen. Angeführt von First Solar waren einige nette Kurssprünge in der Branche erkennbar. Sofern es sich hier um eine nachhaltige Trendwende handeln sollte, dürfte auch die SMA Solar-Aktie von diesen neuen Tendenzen bald profitieren.

Die technische Gesamtsituation hat sich seit meiner letzten Analyse nicht stark geändert, aber leicht verbessert. So hat zum einen der Boden knapp unter der Marke von 46 EUR gehalten. Zum anderen scheint sich nun bei 52 EUR eine klare Widerstandsebene aufgebaut zu haben. Dies dürfte an der Börse aktuell der Wegweiser für eine mögliche Erholung der Aktie werden.

Expertenmeinung: Sollte es der Aktie gelingen, den oberen Widerstandsbereich zu brechen, wären klare Kaufsignale auf dem Tisch. Am Widerstandsbereich befindet sich mittlerweile auch die 50-Tage-Linie, welche vor allem beim mittelfristigen Trendverlauf eine wichtige Rolle spielt. Der Durchbruch nach oben wäre demnach noch erfolgreicher, da somit auch der gleitende Durchschnitt zurückerobert werden würde.

Ein schneller Anstieg in Richtung 60 bis 62 EUR wäre in Folge unter Umständen möglich. Die Lage sieht vielversprechend aus. Nun müssten nur noch die Bullen diese Chance für sich nutzen.

Aussicht: NEUTRAL

SMA Solar Aktie: Chart vom 03.05.2024, Kurs: 50.05 EUR, Kürzel: S92 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SMA Solar Aktie: Chart vom 03.05.2024, Kurs: 50.05 EUR, Kürzel: S92 | Quelle: TWS

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Derzeit findet in Europa eine massive Wende in Richtung erneuerbarer Energien statt. Das lässt vermuten, dass es an der Börse aktuell eigentlich mit Aktien aus dem Solarbereich steil nach oben gehen müsste. Doch seit Monaten ist exakt das Gegenteil der Fall.

Dies liegt vor allem daran, dass sich die Preise für Photovoltaikanlagen und Solarmodule weiterhin im Sinkflug befinden. Lag der Preis pro KWp im Jahr 2006 noch bei 6.000 EUR, so ist dieser mittlerweile auf 1.200 EUR zurückgegangen – Tendenz weiter fallend. Dies belastet die Branche und somit natürlich auch die SMA Solar-Aktie, welche sich seit Mitte 2023 im Sinkflug befindet. Nach wie vor sehen wir hier einen intakten mittel- als auch langfristigen Abwärtstrend.      

Expertenmeinung: Ein Investment in einen fallenden Trend ist immer mit besonders hohen Risiken verbunden. Dementsprechend gefährlich präsentiert sich auch die aktuelle technische Lage der Aktie. Zuletzt wurde das Jahrestief bei 45.20 EUR getestet. Danach bildete sich eine Gegenbewegung. Sollte es zu einem erneuten Test nach unten kommen, dürfte der Boden wohl gebrochen werden. Danach könnte sich der Fall der Aktie in Richtung der Marke von 38.38 EUR weiter fortsetzen. Hier befindet sich das nächste wichtige Pivot-Tief aus dem Jahr 2022. Vorerst sehe ich hier mehr Gefahren als Chancen.

Aussicht: BÄRISCH

SMA Solar Aktie: Chart vom 24.04.2024, Kurs: 49.06 EUR, Kürzel: S92 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SMA Solar Aktie: Chart vom 24.04.2024, Kurs: 49.06 EUR, Kürzel: S92 | Quelle: TWS

Quelle:
Grünes Haus; https://gruenes.haus/photovoltaik-preisentwicklung/


Vor drei Wochen legte SMA Solar vorläufige Zahlen zum vergangenen Jahr und einen Ausblick auf 2024 vor. Das wurde zwar mit Kursgewinnen honoriert, die Bodenbildung abzuschließen gelang aber nicht. Was muss hier passieren, um den Weg nach oben freizubekommen?

Bezüglich der Rahmenbedingungen wären die Anforderungen für eine nachhaltige Aufwärtswende recht klar zu umreißen: Es bedarf einer besseren Planbarkeit im Bereich Solar und Solarförderung, und das weltweit.

Dabei müssen die Förderungen nicht einmal massiv zulegen, wichtig ist nur, dass Privathaushalte ebenso wie Unternehmen sich darauf verlassen können, dass, was heute gilt, auch übermorgen noch gelten wird. Nur dann würden die zuletzt unter Druck geratenen Investitionen in diesem Bereich wieder anziehen und mit ihnen die Gewinnmargen von Unternehmen wie dem Solarwechselrichter-Hersteller SMA Solar.

Dass es aber zu solch vorteilhaften Rahmenbedingungen kommt, ist vorerst zumindest sehr fraglich, daher muss SMA Solar aus eigener Kraft zusehen, dass man sich im Markt behauptet und die operative Marge in einem für Unternehmen wie Anteilseigner erfreulichen Rahmen hält. Machbar scheint das durchaus zu sein, denn das, was das Unternehmen Ende Februar als Ausblick für 2024 vorlegte, war allemal respektabel.

Der Umsatzausblick lag bei 1,95 bis 2,22 Milliarden Euro nach dem Rekordumsatz von 1,904 Milliarden 2023. Und auch, wenn man trotzdem, eben wegen des schwierigen Umfelds, mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kalkuliert, der mit 220 bis 290 Millionen deutlich unter dem EBITDA des Jahres 2023 (311 Millionen) liegen könnte, falls nicht gerade das obere Ende der Spanne erreicht wird:

In einem Umfeld wie diesem wäre das eine solide Leitung und würde bedeuten, dass die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) für das laufende Jahr auf diesem Kursniveau äußerst günstig wäre. Da käme man, je nach Grad des Optimismus bei der Gewinnschätzung, auf einen Level zwischen 13 und 15.

Expertenmeinung: Aber erst einmal müsste die Aktie diese Bodenbildung abschließen, denn bevor sie nicht auf charttechnischer Ebene bullisch ist, zieht eine niedrige Bewertung die Trader nicht an. Der Chart zeigt, dass wir hier eine Art „rounding bottom“ sehen, der, mit ein wenig Fantasie, auch als umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter gesehen werden könnte, deren rechte Schulter gerade in Arbeit ist. Aber egal, wie man das Kind nennen will, die Nackenlinien-Zone der Formation ist es, auf die es ankommt.

SMA Solar Aktie: Chart vom 20.03.2024, Kurs 53,40 Euro, Kürzel: S92 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SMA Solar Aktie: Chart vom 20.03.2024, Kurs 53,40 Euro, Kürzel: S92 | Quelle: TWS

Die findet sich im Bereich 60 zu 63 Euro, da müsste SMA Solar durch, um die Bodenbildung zu vollenden. Allerdings sehen wir im Chartbild auch, dass eine weitere, nicht weniger wichtige Widerstandszone dann nicht weit wäre: die Zone 68/70 Euro mit der vorgelagerten 200-Tage-Linie. Um wirklich in Sachen Aufwärtswende den Daumen heben zu können, sollte der Kurs auch diesen Bereich bezwungen haben.

Und was, wenn es anders kommt und die Leerverkäufer zurückkommen? Dann ginge es um den Bereich 45 zu 49 Euro. Schlusskurse darunter würden die Chance auf die Aufwärtswende erst einmal vom Tisch fegen. Was sich derzeit zwar nicht abzeichnet … aber ausschließen sollte man derlei besser nie.

Nächste Woche, am 27.3., stehen die offiziellen Ergebnisse für 2023 an, vielleicht konkretisiert SMA Solar bei dieser Gelegenheit die Prognose und bringt damit wieder Leben in die Sache … diesen Termin sollte man auf jeden Fall im Auge behalten.

Wenn eine Aktie unter Druck steht, sinkt mit dem Kurs auch die Stimmung. Da wird dann gerne heißer gekocht, als später gegessen wird. So auch bei SMA Solar: Der Ausblick auf 2024 war zwar nicht grandios, aber besser als befürchtet – die Aktie bekam wieder Sand unter den Kiel.

Zweimal hatte SMA Solar, Hersteller von Solar-Wechselrichtern, im vergangenen Jahr seine Prognose angehoben. Und das, was das Unternehmen gestern für 2023 vorlegen konnte, war absolut herausragend. Der Umsatz war um fast 80 Prozent gestiegen, der Nettogewinn hatte sich mit 225,7 Millionen nach 55,8 Millionen im Vorjahr vervierfacht. Der überproportionale Anstieg des Gewinns in Relation zum Umsatz war die Konsequenz einer immens von 3,0 auf 14,2 Prozent gestiegenen Vorsteuer-Gewinnmarge. Besser hätte es gar nicht laufen können. Und doch fiel die Aktie seit Beginn des zweiten Halbjahres wie ein Stein.

Was nur im ersten Moment absurd wirkt. Denn den Anlegern war nicht zu wenig, was SMA Solar bis dahin an Wachstum zu bieten hatte, sie blickten nach vorne … und da sah man eben schwarz. Ein zunehmend kniffligeres Umfeld für die Solarbranche drückt auch auf Hersteller von Solar-Wechselrichtern wie SMA Solar. Und im Herbst war vom US-Konkurrenten SolarEdge zu hören, dass dessen Neuaufträge in Europa eingebrochen seien. Warum sollte es SMA Solar besser gehen, dachte man sich und verkaufte. Und nicht nur das:

Solche negativen Perspektiven locken natürlich auch die Short-Seller, die Bären an, die den Kurs zusätzlich drückten. Diese pessimistische Ausgangslage herrschte, als SMA Solar gestern neben dem Ergebnis für das Vorjahr den Ausblick auf 2024 vorlegte. Alleine die Kursveränderung der Aktie von 14,88 Prozent macht klar: Was da zu lesen war, sorgte für Erleichterung – außer im bärischen Lager.

Expertenmeinung: SMA Solar lieferte in Bezug auf den Ausblick zwei Zahlen. Zum einen den Umsatz, hier plant man derzeit für 2024 mit einer Spanne von 1,95 bis 2,22 Milliarden Euro. Bislang lag der Schnitt der Experten-Prognosen bei 1,95 Milliarden, d.h. es ist tendenziell mehr drin als gedacht. Wichtiger ist indes, was angesichts des schwieriger werdenden Umfelds mit dem Gewinn passiert. Und da sieht SMA Solar momentan beim EBITDA, d.h. beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, eine Spanne zwischen 220 und 290 Millionen Euro. Was zwar weniger ist als die 2023 erreichten 311 Millionen, aber im Schnitt über dem bisherigen Analysen-Konsensus von gut 240 Millionen liegen würde. Die Trader erkannten:

Der Gegenwind wird zwar stärker, aber vermutlich deutlich weniger stürmisch, als man das noch unterstellte, als die Aktie zwischen Juli und November in Grund und Boden verkauft wurde. Damit ergibt sich jetzt die Chance, dass die Käufer wieder mutiger werden, die Short-Seller die Aktie ziehen lassen und damit eine Aufwärtswende gelingt. Was indes für den Moment nur ein „könnte“ ist, denn:

SMA Solar Aktie: Chart vom 29.02.2024, Kurs 55,05 Euro, Kürzel: S92 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SMA Solar Aktie: Chart vom 29.02.2024, Kurs 55,05 Euro, Kürzel: S92 | Quelle: TWS

Wir sehen im Chart, dass das beeindruckende Plus des Donnerstags erst einmal nur dazu führte, dass ein erneuter Selloff ausblieb und der Kurs im Gegenzug zurück in die seit Herbst geltende, zuletzt leicht nach unten verlassene Handelsspanne zwischen 49 und 62 Euro zurücklief. Erst, wenn diese Range und darüber hinaus die durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone 68 zu 70 Euro überwunden würden, wäre die Wende auch tatsächlich vollendet. Aber immerhin: Die Erleichterung darüber, dass der Ausblick deutlich weniger düster wurde als befürchtet, hat der Aktie diese Tür wieder aufgestoßen!

Quellenangaben: Vorläufiges Ergebnis 2023, 29.02.2024:
https://www.sma.de/investor-relations/corporate-news/detail/eqs-news-sma-gruppe-beendet-geschaeftsjahr-2023-sehr-erfolgreich-mit-starkem-vierten-quartal-im-segment-large-scale-project-solutions