SMA Solar: Das war beeindruckend – ist das die Wende?

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SMA Solar
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Zur SMA Solar Aktie

Als SMA Solar Anfang September die Gewinnprognose senkte, reagierten die Anleger mit massiven Verkäufen. Doch die gestern vorgelegten Ergebnisse der ersten neun Monate zeigen: Es läuft besser als befürchtet. Die Aktie machte einen Riesensatz – ist das die Wende?

SMA Solar stellt sogenannte Solarwechselrichter, her, das sind Komponenten für die Solarindustrie. Dazu braucht es Chips – und Anfang September meldete das Unternehmen, dass es da zu erheblichen Problemen gekommen ist. Zugesagte Lieferungen wurden storniert und drohten, die Produktion auszubremsen. Daraufhin senkte SMA Solar die Prognose für das EBITDA, d.h. für den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, erheblich: von zuvor 75 bis 95 Millionen auf 50 bis 65 Millionen Euro.

Das Problem an sich ist nicht vom Tisch, aber SMA Solar legte Neun-Monats-Zahlen vor, die deutlich machten, dass man sich weit besser schlägt, als man das hätte befürchten können. Der Umsatz lag zwar, durch diese Materialengpässe verursacht, mit knapp 745 Millionen Euro leicht unter dem des Vorjahreszeitraums (774 Millionen Euro). Aber der EBITDA-Gewinn kam mit 52,9 Millionen Euro solide über dem des Vorjahres (41,4 Millionen) herein. Und damit liegt man schon nach neun Monaten in der gesenkten Zielzone von 50 bis 65 Millionen.

Das liegt an einer solide von 5,4 auf 7,1 Prozent gesteigerten EBITDA-Gewinnmarge. Und die dürfte vor allem darauf basieren, dass die Knappheit an Vorprodukten zwar belastet, die gefertigten Produkte eben wegen dieser Engpässe dann aber zu sehr guten Preisen verkauft werden können. Damit nicht genug:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur SMA Solar Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: SMA Solar erklärte im Zuge dieser Zahlen, dass die Materialengpässe zwar anhalten und das Geschäft beeinträchtigen, zugleich aber ein starker Auftragseingang zu verzeichnen ist, weshalb das Unternehmen 2022 ein deutliches Umsatzwachstum erwartet.

Das klingt in der Tat nach einem „Game Changer“, einer neu zu beurteilenden Gemengelage, die das Zeug haben könnte, die Aktie in eine Trendwende nach oben zu führen. Zwar ist nicht absehbar, ob die EBITDA-Marge nicht wieder sinkt, wenn sich die Versorgungslage der Kunden wieder bessert. Aber das ist hier und heute noch nicht abzusehen, die Trader aber ringen genau jetzt um die Aufwärtswende. Solche kommenden Zahlen werden also nicht entscheiden, ob die Wende gelingt, sondern die Frage, ob die Käufer jetzt dranbleiben.

Denn der erste Schritt ist mit der starken Reaktion auf die Bilanz zwar getan, vollendet ist die Wende aber noch nicht ganz. Vor allem, weil der initiale Kurssprung auf Gewinnmitnahmen und/oder Gegenwehr der Bären traf.

Dass die SMA Solar-Aktie mit dem gestrigen Kurssprung das letzte Zwischenhoch bei 46,40 Euro ebenso überwand wie die 200-Tage-Linie, ist schon mal sehr gut. Dass der Kurs aber in dem Moment auf Gewinnmitnahmen traf und dadurch einige Prozentpunkte unter Tageshoch schloss, als er sich den drei Zwischenhochs näherte, die sich seit Ende April zwischen 48,70 und 51,15 Euro gebildet hatten, zeigt, dass einige der Aktie kurzfristig nicht mehr zutrauen. Ebenso kann es sein, dass Leeverkäufer, sprich „Bären“, dort durch gezielte Leerverkäufe ihre Position verteidigten. Wirklich „durch“ wäre die Wende daher erst, wenn SMA solar über 51,15 Euro schließt. Was möglich ist … aber eben nicht sicher!

SMA Solar-Aktie: Chart vom 10.11.2021, Kurs 47,54 Euro, Kürzel S92 | Online Broker LYNX
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Nachdem SMA Solar am Montagnachmittag seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr senken musste, wurde die Aktie sofort massiv verkauft. Gut 11,5 Prozent fehlten am Montagabend zum Closing des Freitags. Wie sollte man die Aktie jetzt angehen?

Das hat gesessen. Der Hersteller von Solarwechselrichtern meldete am frühen Montagnachmittag, dass sich die Chip-Versorgung derart verschlechtert habe, nachdem zugesagte Liefermengen nicht eingehalten wurden, dass man jetzt von einem deutlich niedrigeren Umsatz und in dessen Folge von einem noch deutlich stärker gedrückten Gewinn ausgehen müsse. Die Umsatzprognose wurde von zuvor 1,075 bis 1,175 Milliarden Euro auf 0,98 bis 1,03 Milliarden nach unten genommen. Da geht es also um grob zehn bis zwölf Prozent – nicht gut. Aber noch heftiger wirkt sich das auf die Gewinnerwartung aus. Da hatte SMA Solar für 2021 zuvor mit 75 bis 95 Millionen Euro kalkuliert, jetzt sieht man nur noch 50 bis 65 Millionen.

Das ist dramatisch – kein Wunder also, dass die Akteure hektisch reagierten. Aber jetzt, wo das Kind im Brunnen liegt: Wie soll man damit umgehen, wenn man entweder noch investiert ist oder aber überlegt, diesen Abriss der Aktie zum Einstieg zu nutzen?

Expertenmeinung: Für die Perspektive der Aktie spricht, dass bestehende Aufträge, die sich aufgrund von Materialmangel nicht umsetzen lassen, etwas ganz anderes sind als abspringende Kunden oder eine massive Auftragsflaute. Zwar könnten theoretisch Aufträge storniert werden und die Kunden versuchen, sich die Wechselrichter woanders zu beschaffen. Aber da der Chipmangel quer um den Globus zum Problem geworden ist, ist das nichts, das sicher zu erwarten wäre. Damit ließe sich hier grundsätzlich mit einer gewissen Gelassenheit konstatieren: Was „heute“ nicht erledigt werden kann, wird „morgen“ eben nachgeholt. Wenn nicht allzu viel schief geht, ist der Umsatz damit also nur verschoben und nicht verloren.

Trotzdem sollten das Chartbild und das Verhalten der anderen Akteure zuvorderst die Entscheidungen leiten. Denn ob die vorstehende Sicht der Dinge von der Mehrheit geteilt wird oder man da schwarzsieht, ist eben entscheidend dafür, ob die SMA Solar-Aktie kurzfristig weiter durchgereicht wird oder nicht. Die Reaktionen der Analysten halten sich da bislang in Grenzen: Das Bankhaus Metzler senkt sein Kursziel von 79,10 auf 58 Euro, behält aber die „Kaufen“-Einschätzung bei. Jeffries senkt das Ziel, zuvor mit 43 Euro schon nicht üppig, von 43 auf 40 Euro und sieht die Aktie unverändert als Halteposition. Das ist nicht dramatisch, das kann die Gemüter beruhigen, aber:

SMA Solar-Aktie: Chart vom 07.09.2021, Kurs 36,28 Euro, Kürzel S92 | Online Broker LYNX

Entscheidend ist für den Moment, was mit der Unterstützungszone 34,40/35,75 Euro passiert. Sollte die fallen, wäre ein Ausstieg auf jeden Fall erst einmal zu überlegen, zumal man dann im Fall der Rückeroberung dieses Bereichs mit einem engen Stopp knapp unterhalb dieser Zone wieder einsteigen könnte.

Wer wirklich risikofreudig agieren wollte, könnte mit einem Stoppkurs knapp unterhalb 34,40/35,75 Euro zwar auch den Neueinstieg versuchen, aber das wäre dann eben schon ein Griff ins fallende Messer. Weniger riskant wäre es, erst dann zu kaufen, wenn SMA Solar diese Gewinnwarnung weggesteckt hat, indem das vorherige Zwischenhoch bei 42,82 Euro überwunden und damit auch die 20-Tage-Linie bezwungen wäre, an welcher die Aktie durch diese „bad news“ nach unten abgedreht hatte.

Die SMA Solar Aktie hat eine beeindruckende Rallye hingelegt. Das ist allerdings nicht das erste Mal. Schafft das Unternehmen jetzt endlich den Durchbruch, oder kollabiert der Kurs wieder?

Muss man gesehen haben

SMA Solar war in der Vergangenheit immer wieder für massive Kursbewegungen gut.
Das zurückliegende Jahr bildet da keine Ausnahme, der Kurs hat sich zwischenzeitlich mehr als verdreifacht.

Es dürfte selbstverständlich sein, dass die fundamentale Entwicklung da niemals mithalten kann. Es wurde sehr viel vorweggenommen. Anleger hoffen darauf, dass sich die zuletzt gute Geschäftsentwicklung dauerhaft fortsetzt.

In der Vergangenheit stellte sich diese Hoffnung bei SMA Solar aber mehrfach als Trugschluss heraus.
Das langfristige Chartbild zeigt das sehr eindrucksvoll. Woran liegt das? (Nach dem Chart geht es weiter)

Chart vom 13.01.2021 Kurs: 62,80 Kürzel: S92 – Wochenkerzen | LYNX Online Broker
Chart vom 13.01.2021 Kurs: 62,80 Kürzel: S92 – Wochenkerzen

Der Laden brummt

Unter dem Strich ist die Aktie ein langfristiger Underperformer und notiert heute auf dem Niveau von 2008, dem Jahr des Börsengangs.

Wer allerdings vor einigen Monaten eingestiegen ist, kann sich über erhebliche Kursgewinne freuen.

Mit Blick auf die langfristige Kursentwicklung muss man sich aber ernsthaft fragen, ob das nicht das Ende der Fahnenstange ist.
Aus technischer Sicht ist das Papier jedenfalls angeschlagen und an der seit etlichen Jahren begrenzenden Trendlinie gescheitert.

Wer jetzt auf größeren Buchgewinnen sitzt, wird sich sicherlich davor fürchten, dass sie sich wie in allen vorherigen Fällen wieder in Luft auflösen.
Dieser psychologische Aspekt übt ganz realen Druck auf den Kurs aus

Die Bullen werden hingegen auf die derzeit starke Geschäftsentwicklung verweisen. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz um 22,6% auf 773,6 Mio. Euro gestiegen.
Das Ergebnis legte von -0,30 auf +0,27 Euro je Aktie zu.

Was soll da schon schiefgehen?

Selbst diese starken Zahlen bringen schon ein Warnsignal mit sich: Offensichtlich war man im Vorjahr nicht profitabel.
Hat das Unternehmen Probleme damit, nachhaltig und dauerhaft einen Gewinn zu erwirtschaften?

Leider ist die Antwort auf diese Frage ja. In den letzten acht Jahren war man die Hälfte der Zeit defizitär und hat in Summe kein Geld verdient.
Im besten Jahr konnte man einen Gewinn von 75 Mio. verbuchen, im schlechtesten einen Verlust von 179 Mio. Euro.

Dieses Mal ist alles anders

Genau das erklärt auch das extreme auf und ab der Aktie. Sie bildet die guten und schlechten Phasen des Unternehmens ab.

Umsatz und Gewinn von SMA Solar sanken beispielsweise bis 2014, ebenso die Aktie. Ab da ging es mit Kurs sowie dem Geschäft wieder bergauf.
Das Ganze hat sich danach mehrfach wiederholt.

Die langfristige Bilanz ist aber alles andere als positiv. Der Umsatz hat sich innerhalb von zehn Jahren fast halbiert.
Das Ergebnis ist von über 10,00 auf zuletzt 0,32 Euro je Aktie eingebrochen.

Derzeit liegt das KGV bei nahezu 200.
Man sollte also sehr vorsichtig sein.

Bei SMA Solar muss ich unweigerlich an folgende Börsenweisheit denken:
„An der Börse sind die fünf teuersten Worte: Dieses Mal ist alles anders.“

Die Flut hebt alle Boote – auch die „Ollen“. Diese Börsenweisheit scheint sich derzeit wieder zu bewahrheiten. Vor einigen Tagen hatte ich die Branche bereits unter die Lupe genommen. Wenn Sie sich für Solar-Aktien wie JinkoSolar, Fist Solar, Canadian Solar oder Sunpower interessieren, könnte der Artikel etwas für Sie sein: Solar-Aktien: Startet gerade der gesamte Sektor? Die Kurse der meisten Aktien in diesem Sektor sind seit Jahren nicht nachhaltig gestiegen. Aktuell rechnen sich Anleger also wieder Chancen aus. Das hat natürlich auch mit den Angriffen in Saudi-Arabien zu tun. Doch in jeder Branche gibt es bessere und schlechtere Unternehmen. Wie sieht es also mit SMA Solar aus? Schließlich steht die Aktie aktuell im TecDax an der Spitze.

Stellen Sie sich vor

Was möchte man von einem Unternehmen nicht? Was wären all die Eigenschaften, die gegen ein Investment sprechen? Das wären zum Beispiel über Jahre hinweg fallende Umsätze, hohe Verluste, ein schwacher Cashflow, ein hoher Kapitalbedarf und im schlimmsten Fall auch noch Schulden. Einmal kräftig durchrühren und voilà: SMA Solar vereint quasi all diese traurigen Eigenschaften auf sich. Seit 2010 ist der Umsatz, abgesehen von 2015, in jedem einzelnen Jahr gesunken. Insgesamt von 1,92 auf 0,76 Mrd. Euro. Man kann es nur als Niedergang bezeichnen. SMA Solar wurde technologisch abgehängt, denn andere Hersteller von Wechselrichtern verzeichnen hohe Wachstumsraten. Daher macht man auch enorme Verluste. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag das Minus bei 175 Mio. Euro. Operativ erwirtschaftet man gar nichts mehr und muss gleichzeitig Investitionen stemmen.

Ausblick und Bewertung

Eine ausführliche Analyse finden Sie hier: SMA Solar +16%: Der Wahnsinn regiert Die Zahlen zum ersten Halbjahr waren miserabel, die Aktie schoss dennoch 16% in die Höhe. Mein Votum war klar, es ergab keinen Sinn. Letztlich setzte sich die Vernunft doch noch durch. Noch am Tag meiner Warnung drehte die Aktie und gab in den Folgetagen 24,78 auf 19,02 Euro nach. Der Vollständigkeit halber hier noch die Halbjahreszahlen: Der Umsatz ist um 8% auf 363 Mio. Euro gesunken. Das Ergebnis ist von plus 11,2 Mio. auf minus 14,2 Mio. Euro oder -0,41 je Aktie implodiert. All die grundlegenden und aktuellen Probleme scheinen derzeit aber vergessen. Die Aktie steigt wieder. Und mit Blick auf das Chartbild gebe ich gerne zu, dass es jetzt spürbar aufwärts gehen könnte. Viele Trader und Anleger interessieren sich schlichtweg nicht für die Fakten, Zahlen oder die Unternehmensentwicklung. Langfristig zählt aber nur das und genau deshalb wird die Aktie am Ende auch wieder abstürzen, wie sie es seit dem Börsengang vor mehr als zehn Jahren immer getan hat. Es ist eben nur die Frage, von welchem Niveau aus. Für Investoren ist die Aktie ein Grab. Mehr als 6.000 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Chart vom 20.09.2019 Kurs: 26,30 Kürzel: S92 - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

Charttechnik

Übergeordnet befindet sich die Aktie in einem langfristigen Abwärtstrend. In den letzten Monaten hat sich jedoch ein Boden gebildet, der jetzt zu einer Erholung führen könnte. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über 26,40 Euro, kommt es zu einem Kaufsignal. Doch bereits bei 29 sowie 30,50 und 32,50 Euro reihen sich die Widerstände auf. Fällt die Aktie hingegen wieder unter 25 und vor allem 23 Euro, haben die Bullren ihre Chance vertan. Ausgezeichnete Preise. Ausgezeichneter Service. Mein Broker ist LYNX. Chart vom 20.09.2019 Kurs: 26,30 Kürzel: S92 - Tageskerzen | LYNX Online BrokerChart vom 20.09.2019 Kurs: 26,30 Kürzel: S92 - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

SMA Solar Technology entwickelt, produziert und vertreibt Photovoltaik-Wechselrichter (Inverter), Überwachungssysteme für Photovoltaik-Anlagen und leistungselektronische Komponenten für die Schienenverkehrstechnik.

Wunsch…

SMA sieht sich als Weltmarktführer bei Invertern, für die der Konzern auch die Technologieführerschaft in Anspruch nimmt. Das hört sich natürlich gut an. Technologie- und Marktführer in einem Wachstumsmarkt. Otto-Normalverbraucher dürfte an dieser Stelle aber wohl eher die Frage beschäftigen, was ein Inverter/Wechselrichter ist. Solaranlagen produzieren Gleichstrom. Um diesen nutzbar zu machen, oder in das öffentliche Netz einspeisen zu können, muss er in Wechselstrom umgewandelt werden. Daher werden Wechselrichter benötigt, die diese Aufgabe übernehmen. Der Wirkungsgrad dieser Geräte ist für die Effizienz der gesamten Solaranlage also von entscheidender Bedeutung. Gleichzeitig erlebt die Branche rasantes Wachstum. Seit 2012 hat sich die Kapazität weltweit von 100 auf 500 Gigawatt verfünffacht und es wird massiv investiert.

… und Realität

Wenn sich der Umsatz in der Branche verfünffacht hat, dann sollte es beim angeblichen Marktführer SMA Solar doch blendend laufen. Tatsächlich ist der Umsatz aber rückläufig und seit 2010 von 1,92 Mrd. auf 761 Mio. Euro eingebrochen. Darüber hinaus hat das Unternehmen anhaltende Probleme bei der Profitabilität. In den letzten sechs Jahren war man nur in dreien überhaupt profitabel und konnte Gewinne von 14 bis 30 Mio. Euro verbuchen. In den Verlustjahren lag das Minus allerdings bei 67 sowie 179 und 175 Mio. Euro.

Der Wahnsinn regiert

Das letzte Geschäftsjahr passt gut ins Bild. Der Umsatz ist von 891 auf 761 Mio. Euro gesunken und man musste einen Verlust von 175 Mio. Euro hinnehmen. Das entspricht einem Ergebnis von -5,06 Euro je Aktie. Im ersten Halbjahr 2019 hat sich die Lage weiter verschlechtert. Der Umsatz ist um 8% auf 363 Mio. Euro gesunken. Das Ergebnis ist von plus 11,2 Mio. auf minus 14,2 Mio. Euro oder -0,41 je Aktie implodiert. Was gibt es da zu feiern? Warum legt die Aktie um 16% zu? Bisher war zwar alles schlecht und es läuft seit Jahren nicht, doch selbstverständlich gelobt man Besserung. Der Ausblick wurde bestätigt. SMA erwartet weiterhin ein EBITDA von 20-50 Mio. Euro, denn und der Auftragsbestand habe sich „sehr gut“ entwickelt. Ende vergangenen Jahres lag der Auftragsbestand aber auch schon bei 578 Mio. Euro. Dennoch war der Umsatz in den letzten Monaten rückläufig, was vielmehr für operative Probleme spricht. Doch lassen wir dem Vorstand all die Zuversicht. Selbst im allerbesten Fall, wenn ein EBITDA von 50 Mio. Euro erreicht wird, ist der Börsenwert von 840 Mio. Euro nicht vertretbar. Die Hälfte wäre noch zu viel. Das Ergebnis je Aktie dürfte ohnehin wieder bei 0 oder weniger liegen. Selbst wenn man das beste Ergebnis der letzten fünf Jahre als Grundlage nimmt, liegt das KGV noch bei 30. Warum sollte man für einen Branchenverlierer, mit rückläufigem Umsatz und Problemen bei der Profitabilität einen derartigen Preis zahlen? Der Wahnsinn regiert.

Von der Konkurrenz abgehängt

Zahlen lassen sich nicht leugnen. Sinkt über Jahre hinweg der Umsatz, trotz massivem Branchenwachstum, spricht das Bände. Bei anderen Herstellern von Wechselrichtern läuft es schließlich. Enphase hat den Umsatz seit 2010 nahezu verfünffacht, SolarEdge verzehnfacht, Sungrow mehr als verfünfzehnfacht. Das lässt nur einen Schluss zu: SMA wurde abgehängt und die großen Wachstumsmärkte haben sich die Konkurrenten gesichert.

Chart

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Bei SMA Solar war in den letzten zehn Jahren nichts zu holen und so wird es auch in Zukunft sein. Das wird die geneigten Zocker aber dennoch nicht abhalten. Für all die Rallyes der letzten Jahre gab es nämlich keinerlei rationale Grundlage, es war nur Zockerei, Hoffnung, Gier und Unwissenheit. Egal ob bei 10 oder 25 oder 50 Euro, SMA Solar steht auf tönernen Füßen. Ich wünsche allen viel Erfolg. Mehr als 5.700 Trader & Investoren folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Mehr als 40.000 zufriedene Kunden. Ich bin einer davon. Chart vom 08.08.2019 Kurs: 24,32 Kürzel: S92 - Wochenkerzen | LYNX Online Broker