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Dass die Meldung, dass der VW-Konzern seine Absatzziele in China deutlich senkt, keinen Selloff bei der VW-Vorzugsaktie ausgelöst hat, ist bemerkenswert. Es scheint, dass viele Anleger den Eindruck haben, dass Volkswagen damit den richtigen Weg geht. Ist das so?
Im langfristigen Kontext bewegt sich die VW-Vorzugsaktie zwischen Not und Elend. Nachdem der Kurs Ende 2024 im Bereich des Tiefs des Corona-Crashs 2020 aufgesetzt hatte, machen sich die Bullen rar. Zwar zeigt der Chart auf Tagesbasis, dass viele offenbar von den Aktien der Unternehmen, die „des Deutschen liebstes Kind“ produzieren, nicht lassen mögen und immer wieder Gegenbewegungen generieren. Aber mehr, als noch niedrigere Kurse zu verhindern, gelang dadurch bislang nicht.

Wobei das nicht so wirklich überraschen kann. Erst die Absatzflaute, dann die US-Zölle und jetzt auch noch drastisch gestiegene Kraftstoffpreise: Das klingt nach einem guten Umfeld für Fahrradhersteller und Produzenten von Joggingschuhen, aber nicht nach einer Basis für eine Trendwende bei der Aktie eines Automobilkonzerns. Aber die Chancen einer Aktie an der Zahl der vom Unternehmen verkauften Produkte festzumachen, wäre zu kurz gedacht, denn:
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Expertenmeinung: Es kommt für die Perspektive des Aktienkurses letzten Endes vor allem darauf an, wie viel Gewinn das Unternehmen pro Aktie erreicht. Wenn der zulegt, ist es egal, ob das durch deutlich steigende Umsätze oder aber durch weniger Umsatz bei zugleich effektiv gesenkten Kosten und damit mit höheren Margen erreicht wird.
Letzteren Weg beschreitet der Volkswagen-Konzern derzeit. Und alleine die Tatsache, dass man in der Vorstandsetage nicht auf Wachstum mit der Brechstange beharrt, sondern eine Art „Gesundschrumpfen“ umsetzen will, lässt so manchen Anleger hoffen.
Am Donnerstag wurde gemeldet, dass VW seine Absatzerwartung für den immens wichtigen Markt China jetzt von bislang 3,5 bis 4,0 Millionen Fahrzeugen auf 3,2 Millionen nach unten schraubt. Die Produktionskapazität wird weiter heruntergefahren, in China wie weltweit. Laut VW-Chef Blume peilt man eine Kapazität von um die neun Millionen Fahrzeugen pro Jahr an, was dem Absatz des Konzerns im Jahr 2025 entspräche.
Auf einem ewigen Wachstum zu beharren, das sich partout nicht einstellen will, bedeutet Kosten. Kosten, die auf Marge und Gewinn drücken. Mit weniger mehr zu erreichen, das ist die Botschaft, die diese Senkung der Absatzziele sendet – und das dürfte ein entscheidender Grund gewesen sein, weshalb die VW-Vorzugsaktie diese Nachricht mit einem Minus von nur 0,43 Prozent quittierte. Man hatte es erwartet und bewertet diese Entscheidung als richtig.
Aber bislang reicht das nur, um die Bären auf Distanz zu halten. Eine Aufwärtswende sehen wir hier noch nicht … und das kurzfristige Chartbild seit Ende März könnte zwar in eine solche Wende überleiten, genauso aber als bärische Flagge enden, die nach unten verlassen wird.
Noch wartet man eben auf Zahlen, die belegen, dass VWs Rentabilität wieder anzieht – dahingehend wird der 30. April wichtig, da stehen die VW-Ergebnisse zum ersten Quartal im Terminkalender. Sollten da ermutigende Zahlen und Aussagen kommen, könnten die Käufer einen entschlosseneren Angriff nach oben wagen … aber erst, wenn die Aktie den doppelten Widerstand aus dem Januar-Verlaufstief bei 95,90 Euro und der 200-Tage-Linie bei aktuell 96,43 Euro überwindet, wäre die Aktie aus dem „Keller“ heraus und zumindest auf kurzfristiger Ebene bullisch. Das muss keineswegs, könnte aber gelingen: Achten Sie auf diese Quartalszahlen!
Quellenangaben: Meldung über Senkung der Absatzziele in China im „manager magazin“, 23.04.2026: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/volkswagen-china-chef-ralf-brandstaetter-erwartet-weniger-verkaeufe-und-rendite-im-wichtigsten-automarkt-a-210dddc8-29e6-4ed3-bbdc-2b468bfd1bd4
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