Die Aussage des Vorstandschefs, dass sich der VW-Konzern in einer „mehr als kritischen Lage“ befände, hat am Montag zwar zu Abgaben in der Vorzugsaktie geführt, aber die hielten sich in einem moderaten Rahmen … denn die wichtigen Fakten kommen erst ab heute.
Erst schwieg der VW-Vorstand zu lange, jetzt aber will man Tacheles reden. Ab heute finden außerordentliche Betriebsversammlungen statt, bei denen Vorstandschef Blume der Belegschaft ebenso wie den Anlegern erklären will, wie die Lage tatsächlich ist und was man konkret zu tun gedenkt. Dass die Formulierung „mehr als kritisch“ nicht zu einem Sell-off geführt hat, dürfte bei manchem zu einem Stirnrunzeln geführt haben, am Montag ging es zum Handelsende „nur“ um 1,6 Prozent abwärts, nachdem sich die Aktie zuvor deutlich von ihrem Tagestief hatte lösen können.
Das vermittelt den Eindruck, dass manche Marktteilnehmer vermuten, dass es über die umhergeisternden Vermutungen in Bezug auf die Höhe des Stellenabbaus und der denkbaren Werksschließungen nicht hinausgehen wird, was hieße: Da ist in den vergangenen Monaten schon so viel „Krise“ in die Aktie eingepreist worden, dass nach unten für den Kurs nicht mehr viel Luft sein kann. Das ist eine ziemlich gewagte Sichtweise, die aber, je nachdem, was da heute bei der ersten Betriebsversammlung in Wolfsburg auf den Tisch kommt, erfolgreich sein könnte … man wird es abwarten müssen. Klar ist:

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Expertenmeinung: In dieser Seitwärtsrange zwischen 69,20/70,44 und 76,96/77,24 Euro wird die Aktie nicht auf Dauer bleiben können. Dazu ist die Gemengelage zu „heiß“. Die Volkswagen Vorzugsaktie steht bei den Tradern unter Beobachtung, sie wissen genau, dass eine solche Situation, in der die Lage schwierig ist und radikale Lösungen überfällig sind, die ideale Basis für starke Kursschübe ist. Die Frage ist eben, in welche Richtung die VW-Aktie diese Trading-Range verlassen wird.
Für aktive Trader ist die Aussage „erst einmal hören, was Vorstandschef Blume sagen wird“ natürlich unbefriedigend, Abwarten gehört nicht zu den stärksten Eigenschaften vieler Daytrader. Aber alles andere wäre in dieser Ausgangslage, angesichts einer Aktie, die sich in etwa in der Mitte dieser Kursspanne bewegt, ein Vabanque-Spiel, das keinem anzuraten wäre. Denn angenommen, man wollte im Vorfeld dieser von den Anlegern mit Unruhe und Spannung erwarteten Entscheidungen des Vorstands eine Position aufbauen und damit eine Wette eingehen:
Die Ausgangslage ist nicht dieselbe, als wollte man beim Roulette auf „Schwarz“ oder „Rot“ setzen, das wirkt nur auf den ersten Blick so. Denn selbst, wenn die Aktie als Reaktion auf Aussagen auf dieser Betriebsversammlung heute aus der Spanne ausbrechen sollte, ist absolut nicht absehbar, ob das auch so bleibt. Immerhin geht es hier um viel, da sind die Akteure besonders nervös. Und das kann zu Fehlausbrüchen führen – in beide Richtungen. Das bedeutet: Man kann keine sinnvollen Stopps setzen, daher gibt es zu „erst einmal hören, was der Vorstand heute sagen wird“ keine wirklich taugliche Alternative. Sollte die Aktie aus dieser Kursspanne nach oben oder unten ausbrechen und klar außerhalb dieser Range schließen, dann hätten wir hier ein Signal – vorher nicht.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.08.2026 um 22:06 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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