Visa Aktie Prognose Visa mitten im Turnaround? Die neuesten Zahlen liefern Zündstoff

News: Aktuelle Analyse der Visa Aktie

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Visa
ISIN: US92826C8394
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Chartanalyse
Basis 6 Monate neutral
Zur Visa Aktie
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Gestern nach Börsenschluss kam es an der Wall Street zu einer regelrechten Flut gemeldeter Quartalsergebnisse. Neben Alphabet und Microsoft lieferte auch der Kreditkartenanbieter Visa seine Zahlen und konnte positiv überraschen.

Die Visa-Aktie legte im nachbörslichen Handel zu und bestätigt somit das jüngste technische Kaufsignal. Schauen wir uns die neuesten Daten mal im Detail an. Der Umsatz lag bei 7.8 Milliarden USD und somit deutlich über den geschätzten 7.5 Milliarden USD. Beim Gewinn gingen Analysten von 1.86 USD je Aktie aus. Die Flüsterschätzungen lagen bei 1.91 USD je Aktie. Tatsächlich lieferte Visa aber 1.93 USD je Aktie und konnte somit beide Erwartungen deutlich schlagen. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr lag bei 18.7% und stellte Anleger sichtlich zufrieden.  

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Visa Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Somit sehen Visa-Aktionäre derzeit gleich zwei positive Impulse. Zum einen konnte der bislang technisch hartnäckige Abwärtstrend durch das neu gebildete höhere Hoch gebrochen werden. Dieser geht somit in eine neutrale Kaufphase über. Zum anderen wird der jüngste Anstieg durch gute Fundamentaldaten gestützt – eine überaus wichtige Voraussetzung für mehr. Aus meiner Sicht sehen wir hier gerade eine hohe Wahrscheinlichkeit auf eine nachhaltige Trendwende. Wichtig ist, dass der heute zu erwartende Anstieg nicht sofort wieder negiert wird. Die nächste wichtige kurzfristige Unterstützung bildete das letzte kleine Korrekturtief bei rund 185 USD. Hier sollte es besser nicht drunter gehen.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 25.10.2022 Kurs: 194.38 Kürzel: V | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Visa Aktie

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Die Berichtssaison bringt wie immer Überraschungen mit sich, dieses Mal sind sie allerdings anders geartet als sonst.

Dass einige Unternehmen die Erwartungen übertreffen und andere sie verfehlen, ist normal. Die Kursreaktionen sind derzeit aber wahrlich eigenwillig.

Bisher gab es eine Tendenz, dass selbst ordentliche Zahlen abverkauft wurden und verfehlte Prognosen massiv bestraft wurden.

Am Dienstag meldeten Alphabet und Microsoft allerdings enttäuschende Zahlen und dennoch sprangen beide Aktien in die Höhe.
Der weiterhin optimistische Ausblick scheint den Anlegern in diesen Fällen auszureichen.

Diese Haltung kann man durchaus vertreten, die Kursreaktion ist dennoch eher untypisch.

Chipotle ist nicht zu stoppen

Mit am überzeugendsten hat sich Chipotle präsentiert. Das Unternehmen scheint man nicht aufhalten zu können.
Das hat beispielsweise auch die Pandemie gezeigt.

Dank Abholung, Drive-Thru und Verkäufen über das Internet konnte der Umsatz selbst 2020 gesteigert werden, wenngleich die Profitabilität auch leicht rückläufig war.

Nach der Krise zeigte sich dann, wie stark sich die Transformation niedergeschlagen hat, wie treu die Kunden der Fastfood-Kette wirklich sind.

Der Umsatz legte im letzten Geschäftsjahr von 5,98 auf 7,55 Mrd. USD zu und das Ergebnis schoss um 137% auf 25,42 USD je Aktie.

Das war nicht nur ein neues Rekordergebnis, der Gewinn lag auch mehr als 80% über dem Niveau von 2019.
Das ist ein echtes Statement.

Im laufenden Geschäftsjahr hat sich die starke Entwicklung fortgesetzt.

Der Gewinn lag in Q2 mit 9,30 je Aktie weit über den Erwartungen von 9,00 USD. Der Umsatz verfehlte mit 2,21 Mrd. die Analystenschätzungen von 2,24 Mrd. USD jedoch leicht.

Der Umsatz je Filiale ist auf Jahressicht um 10,1% gestiegen, darüber hinaus wurden 42 neue Niederlassungen eröffnet.
Die Margen sind sogar leicht gestiegen.

Chipotle gelingt es also, die gestiegenen Preise vollständig an die Kunden weiterzugeben.

Daher hatte ich mich in der Vergangenheit auch schon öfter positiv zum Unternehmen geäußert, beispielsweise auch mitten im Crash von 2020 (Link, nur noch Einleitung online)

Visa: Auch nicht zu stoppen

Wie oft ich mich über die Jahre hinweg positiv zu Visa geäußert habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Aber das soll jetzt nicht das Thema sein.

Viel wichtiger sind die aktuellen Geschäftszahlen und die schwierigen Rahmenbedingungen.

Der Gewinn lag in Q3 mit 1,98 je Aktie weit über den Erwartungen von 1,75 USD. Der Umsatz übertraf mit 7,28 Mrd. die Analystenschätzungen von 7,06 Mrd. USD ebenfalls.

Wie schafft es Visa immer, zu brillieren? Wer meine älteren Analysen zu Visa gelesen hat, wird sich erinnern, dass ich die Aktie als Krisengewinner der Pandemie sehe.
Daher war die Aktie auch im März 2020 auf der Kaufliste für den Crash.

Das Thema Kartenzahlung hat durch die Pandemie Aufwind erhalten und Menschen sind Gewohnheitstiere. Viele Menschen, die zuvor nie mit Karte gezahlt haben, tun es heute noch regelmäßig.

Doch das ist nur ein Punkt, der dem Unternehmen aktuell hilft. Visa ist bestens für ein inflationäres Umfeld aufgestellt.
Das Geschäftsmodell hat einen regelrechten Inflationsschutz.

Inflation ist kein Problem

Wenn die Preise steigen, steigt das Transaktionsvolumen von Visa und wahrscheinlich legt sogar noch die Profitabilität zu.
Das größere Transaktionsvolumen überwiegt die Kostensteigerungen bei den Mitarbeitern und Co.

Visa liefert uns auch noch einen wichtigen Hinweis zum Zustand der US-Wirtschaft. Nach den Worten des CFO lassen sich keine nachlassenden Konsumausgaben erkennen (CFO: „Seeing no evidence of a pullback in consumer spending“).  

Der IWF hat gestern quasi durch die Bank die Erwartungen für das weltweite Wirtschaftswachstum und alle größeren Wirtschaftsnationen gesenkt, aber in Summe wird noch immer Wachstum erwartet.

Der starke Konsum in den USA, gepaart mit dem robusten Arbeitsmarkt, sprechen für eine milde Rezession.
Damit ist eine schwere Rezession aber noch lange nicht vom Tisch.

IWF mit der Sense

Da wir den IWF nun angesprochen haben, will ich Ihnen die Daten nicht vorenthalten:

IWF 2022 Outlook:
– Cuts Global GDP forecast from 3.6% to 3.2%
– Cuts Advance Economies GDP growth forecast from 5.7% to 2.5%
– Cuts US GDP growth forecast from 3.7% to 2.3%
– Cuts EU GDP growth forecast from 2.8% to 2.6%
– Cuts Germany GDP growth forecast from 2.1% to 1.2%
– Cuts France GDP growth from 2.9% to 2.3%
– Cuts UK GDP growth from 3.7% to 3.2%
– Cuts Japan 2022 GDP growth forecast from 2.4% to 1.7%
– Cuts China GDP growth forecast from 4.4% to 3.3%

Und 2023 keine Besserung:
– Cuts Global GDP growth forecast from 3.6% to 2.9%
– Cuts Advance Economies GDP growth forecast from 2.4% to 1.4%
– Cuts US GDP growth forecast from 2.3% to 1.0%
– Cuts EU GDP growth forecast from 2.3% to 1.2%
– Cuts Germany GDP growth forecast from 2.7% to 0.8%
– Cuts France GDP growth from 1.4% to 0.7%
– Cuts UK GDP growth from 1.2% to 0.5%
– Cuts Japan GDP forecast from 2.3% to 1.7%
– Cuts China GDP growth forecast from 5.1% to 4.6%

Visa: Ausblick und Bewertung

Zurück zu Visa. Bisher wurde ein Gewinnsprung um 21% auf 7,18 USD je Aktie erwartet.
Nachdem man die Erwartungen im dritten Quartal abermals übertroffen hat, dürfte es jetzt zu Revisionen zur Oberseite kommen.

Unterstellt man also einen Gewinn von 7,50 USD je Aktie, kommt Visa bei dem aktuellen Kurs von 212 USD auf eine forward P/E von 28,3.

Damit geht man sicherlich nicht als klassisches Schnäppchen durch, für Visa ist das allerdings keine ungewöhnlich hohe Bewertung.
In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 33,0.

Größere Rücksetzer dürften sich demnach als Gelegenheit herausstellen. Womöglich macht es eine allgemeine Marktschwäche möglich.

Chart vom 27.07.2022 - Kurs: 212 Kürzel: V - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 27.07.2022 – Kurs: 212 Kürzel: V – Wochenkerzen

Jede Berichtssaison hat ihre Eigenarten. Wer schon einige Jahr an der Börse ist, wird ein Liedchen davon singen können. Wie sieht es dieses Mal aus? Visa legt nachbörslich zu.

Es gibt Phasen, in denen jede halbwegs gute Quartalsmeldung mit einem Kurssprung honoriert wird.
Das war beispielsweise Ende in der ersten Jahreshälfte 2021 der Fall. Besonders auffällig war damals, dass sich niemand für Profitabilität interessiert hat. Wachstum wurde extrem honoriert, egal zu welchem Preis und vollkommen unabhängig davon, ob Geld verdient wurde.

In den letzten Monaten war plötzlich das Gegenteil der Fall. Wachstum wurde überhaupt nicht mehr honoriert, selbst wenn die Unternehmen hochprofitabel waren.
Alles, was den Stempel Krisengewinner oder Wachstumswert hatte, wurde abverkauft.
Selbst gute Quartalszahlen konnte die Kurse nicht beflügeln. Wer schlechte Quartalszahlen vorlegte, wurde massiv abgestraft.

Doch genauso, wie die damalige Outperformance der „Wachstumsaktien“ nicht ewig anhalten konnte, kann auch ihre derzeitige Underperformance nicht ewig anhalten.

Es hat sich etwas geändert

Und tatsächlich unterscheiden sich die Kursreaktionen in der laufenden Berichtssaison von den letzten beiden.

Am Dienstag haben nachbörslich gleich drei Schwergewichte Quartalszahlen vorgelegt.
Microsoft legte daraufhin um über 5% zu, der Kurs von Alphabet sank um 3% und Visa legte ebenfalls um 5% zu.

Daraus kann man gewisse Rückschlüsse ziehen.
Es wird nicht mehr blind alles gekauft.
Es wird aber auch nicht unterschiedslos alles abverkauft, nur weil sich die Aktie im falschen Sektor befinden.

Bisher ist es auch noch nicht zu größeren Kurssprüngen oder Verwerfungen gekommen.
Das gilt auch für Unternehmen aus der zweiten Reihe wie Texas Instruments, Coca-Cola oder Pepsi.
Bei Tesla erfolgte eine größere Kursbewegung erst fünf Tage nach den Zahlen.

Wenn nicht mehr blind ge- oder verkauft wird, ist das ein gutes Zeichen. Das bedeutet nicht, dass die Kurse nicht noch weiter sinken könnten, aber zumindest kehrt wieder ein Mindestmaß an Rationalität ein.

Das gilt auch für die Bewertungen. Inzwischen gibt es am Markt wieder eine breite Fächerung von unter- und überbewerteten Aktien.

Das kann keiner vorhersehen

Im Gegensatz zu der Situation vor wenigen Monaten, als die allermeisten Aktien überbewertet waren.

Wie es mit dem Markt in Summe weitergeht, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: Dem Krieg in der Ukraine und der Frage, ob es zu einer Rezession kommt.

Der erste Punkt ist kaum prognostizierbar, da das maßgeblich von politischen Entscheidungen abhängt. Und wer kann schon vorhersagen, was Putin, Biden oder Scholz tun werden?

Bei der Frage, ob es einer Rezession gibt, ist die Antwort nicht minder schwierig. Viele Anleger sind zwar vollkommen überzeugt, dass es eine Rezession geben wird, mit solchen Vorhersagen sollte man aber vorsichtig sein.

Es gibt handfeste Argumente, die dafür sprechen. Steigende Leitzinsen, hohe Inflation und eine miserable Stimmung unter den Verbrauchern sind nur die offensichtlichsten.

Doch so überzeugt, wie man auch ist. An der Börse muss man der Möglichkeit, dass man falsch liegt, immer Raum geben.
Das gilt bei allen Themen.

In meinem persönlichen Fall bedeutet das, dass meine Cashquote nahezu am Maximum ist. Das bedeutet aber auch, dass ich nach wie vor erheblich investiert bin.

Ausblick und Bewertung von Visa

Anstoß zu dieser Analyse haben die bereits angesprochenen Schwergewichte geliefert.
Schauen wir uns abschließend Visa an.

Chart vom 26.04.2022 Kurs: 212 Kürzel: V - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 26.04.2022 Kurs: 212 Kürzel: V – Wochenkerzen

Im Endeffekt könnte man die Zahlen unter dem Spruch „im Westen nichts neues“ abhaken.

Der Gewinn lag mit 1,79 je Aktie weit über den Erwartungen von 1,65 USD. Der Umsatz übertraf mit 7,19 Mrd. die Analystenschätzungen von 6,84 Mrd. USD ebenfalls.

Die Zahl der Transaktionen ist um 19% gestiegen und das Zahlungsvolumen um 17%. Wachstumstreiber ist und bleibt das internationale Transaktionsgeschäft, hier konnte der Umsatz um 48% auf 2,21 Mrd. USD gesteigert werden.

Der Konzernumsatz ist auf Jahressicht um 25% gestiegen, der Gewinn um 30%.

Kein Wunder also, dass die Aktie positiv auf diese Meldung reagiert.

Bei einem Kurs von 212 USD kommt Visa auf ein forward P/E von 29,9. Das ist mit Blick auf die Marktmacht, Profitabilität und Perspektive von Visa vertretbar.
In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 33,0.

Im laufenden und den kommenden Geschäftsjahren werden Gewinnsteigerungen von 18-20% p.a. erwartet.

Daher bleibe ich bei meiner seit Jahren anhaltend positiven Grundhaltung zum Unternehmen. Daher ist die Aktie auch seit Tag 1 (Januar 2018) im Musterdepot 2 auf Guidants.

Visa hat inzwischen mehrfach in der Unterstützungszone zwischen 185 und 195 USD gedreht.
Die Wahrscheinlichkeit, dass wir vorerst keine tieferen Kurse mehr sehen werden, ist dementsprechend hoch.

Chart vom 29.03.2022 Kurs: 220,77 Kürzel: V - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 29.03.2022 Kurs: 220,77 Kürzel: V – Wochenkerzen

Mit dem gestrigen Anstieg über 220 wurde jetzt das nächste Kaufsignal ausgelöst. Kommt es jetzt zu Anschlusskäufe, könnten als Nächstes die Marken bei 225 und 235 USD angesteuert werden.
Über 235 USD rückt das bisherige Allzeithoch bei 250 USD in den Fokus.

Fällt Visa hingegen unter 220 USD zurück, ist das Trading-Setup vorerst dahin. In diesem Szenario sollte man womöglich darauf hoffen, dass man bei 207 oder 200 einen Neueinstieg wagen kann.

Soweit zum vorliegenden Trading-Setup. Dass ich grundsätzlich viel von Visa halte, dürfte bekannt sein.
Hier finden Sie eine ausführliche Analyse: Visa: Was haben Sie denn erwartet?

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten Wochen ging es so einigen Aktien von Finanzinstituten an den Kragen und auch Kreditkartenunternehmen litten unter den Sanktionen gegen Russland. So verloren Mastercard oder American Express gehörig an Wert und auch die Visa-Aktie bildete hierbei keine Ausnahme.

Die Kurse haben zwischenzeitlich sogar den Boden von Anfang Dezember nach unten durchbrochen, doch exakt hier scheint sich aktuell eine Wende anzubahnen. Die Kurse haben die Ebene zwar kurzfristig verletzt, in Folge aber wieder zurückerobert. Hierbei handelt es sich um ein technisches Kaufsignal, welches sich dieser Tage weiter ausweiten könnte.

Expertenmeinung: Als nächste kleinere Hürde scheint nun die Marke bei 200 USD anzustehen. Hier hat sich im Laufe der Woche ein kleinerer Widerstand aufgebaut. Sollte der Aktie der Sprung über dieses psychologisch wichtige Niveau gelingen, könnte sich eine kleine Rallye ausgehen.

Die Situation ähnelt stark jener von Anfang Dezember. Damals hatten die Bullen kurzfristig das Zepter an sich gerissen und sorgten wenig später für einen beeindruckenden Run nach oben. Wichtig wäre in diesem Zuge auch die Rückeroberung der 20-Tage-Linie, welche eine entscheidende Rolle in einer möglichen Erholung spielen wird. Sollten die Kurse auch über diesen Durchschnitt gehen, hätte Visa wieder einiges an Potenzial nach oben.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 10.03.2022 Kurs: 197.97 Kürzel: V | Online Broker LYNX

Visa hat starke Quartalszahlen vorgelegt und den Markt damit scheinbar überrascht. Ist das der Startschuss für die nächste Rallye?

Im Gegensatz zu vielen anderen Fällen, bei denen derzeit keinerlei Reaktion auf starke Zahlen erfolgt, ist Visa nachbörslich um 5% gestiegen.

Keine Überraschung

Dabei fragt man sich, warum es gerade bei dieser Aktie zu einer Kursreaktion kommt. Dass Visa die Erwartungen übertrifft, ist nicht gerade selten.

Ich habe mir die Mühe für Sie gemacht und bin die letzten zehn Quartale durchgegangen. Die letzten neunmal hat Visa die Erwartungen übertroffen und zuvor erfüllt.
Die Sache hat also System.

Wenn das so weitergeht…

Das sagt sehr viel über Visa aus. Und ohne auch noch die exakten Daten älterer Quartale herauszusuchen, können Sie mir glauben, dass es in den 10 oder 50 Quartalen zuvor nicht großartig anders aussah.

Daher habe ich mich über die Jahre hinweg immer wieder positiv zur Aktie geäußert. Visa ist auch seit Tag1 im Musterdepot auf Guidants.

Es handelt sich schlichtweg um ein tolles Unternehmen. Um es ganz kurz zusammenzufassen:
Das Geschäft hat einen Burggraben, ist außerordentlich profitabel, hat einen geringen Kapitaleinsatz und darüber hinaus einen eingebauten Inflationsschutz.

Unter dem Strich konnte der Umsatz in den letzten zehn Jahren von 10,42 auf 24,11 Mrd. USD gesteigert werden.
Die operative Marge grenzt mit 65% an Raubrittertum.
Der Gewinn ist im selben Zeitraum von 4,98 auf 12,31 Mrd. USD gestiegen.

Befeuert durch anhaltende Buybacks, hat das Ergebnis von 1,55 auf 5,91 USD je Aktie sogar noch stärker zugelegt.
Die Dividende wurde von 0,22 auf 1,28 USD je Aktie erhöht.

Ausblick und Bewertung

Am Donnerstag hat Visa nachbörslich die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 vorgelegt, also zu den letzten drei Monaten des vergangenen Kalenderjahres.

Und man scheint keinerlei Müdigkeit zu zeigen. Der Gewinn lag mit 1,81 je Aktie weit über den Erwartungen von 1,70 USD. Der Umsatz übertraf mit 7,06 Mrd. die Analystenschätzungen von 6,80 Mrd. USD ebenfalls.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 24% und einem Gewinnsprung um 25%.

Das Zahlungsvolumen kletterte um 20%, die Zahl der Transaktionen um 21%. Das Transaktionsgeschäft außerhalb der USA konnte sogar um 50% wachsen.

Das Geschäftsjahr von Visa hat gerade erst begonnen und die Konsensschätzungen müssen wohl zur Oberseite revidiert werden.
Es war aber ohnehin schon ein Gewinnsprung um 19% auf 7,00 USD je Aktie erwartet. Für Visa ganz normal.

Ohne Revision kommt Visa auf eine forward P/E von 29,5. Bei dem vorliegenden Wachstum und den wünschenswerten Eigenschaften von Visa, ist das vollkommen vertretbar.
In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 33,0.

Chart vom 28.01.2022 Kurs: 215,68 Kürzel: V - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 28.01.2022 Kurs: 215,68 Kürzel: V – Wochenkerzen

Der Unterstützungscluster zwischen 180 und 200 USD, in dem auch mehrere Aufwärtstrendlinien verlaufen, hat gehalten.

Ausgehend von dieser Basis könnte jetzt wieder das Allzeithoch angesteuert werden. Das nächste Kaufsignal würde sich über 220 USD ergeben.