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Das über ein Jahr hinweg entstandene, große Top des Euros zum US-Dollar lässt sich jetzt als vollendet ansehen. Und im langfristigen Chartbild wird deutlich: Jetzt geht es sogar schon um Schlüsselzonen, die der Euro halten müsste, um nicht deutlich massiver abzurutschen.
Das Gros der Umsätze am Devisenmarkt spielt sich auf der kurzfristigen bis ultra-kurzfristigen Ebene ab. Aber das bedeutet nicht, dass nur das Chartbild auf Tages- oder Stundenbasis relevant wäre. Auch Trader, die nur für Minuten Positionen aufbauen, sehen das übergeordnete Bild. Und das ist, aus Sicht der Euro-Bullen, jetzt äußerst kritisch geworden:
Nachdem der Euro zum US-Dollar zu Jahresbeginn am oberen Ende des 2022 etablierten Aufwärtstrendkanals nach unten drehte und damit zugleich an der Widerstandszone zwischen 1,1876 und 1,2042 US-Dollar pro Euro scheiterte, die durch die Tiefs der Jahre 2010 und 2012 definiert ist, ging es recht konstant abwärts: Aktuell läuft bereits die dritte, größere Verkaufswelle. Doch jetzt wurde erstmals eine auch mittel- und längerfristig wichtige Supportzone erreicht:

Die Hochs der Jahre 2023 und 2024 im Bereich 1,1140 zu 1,1275 US-Dollar. Diese Zone bildet mit der im Chart auf Monatsbasis in Blau gehaltenen 1.000-Tage-Linie bei derzeit 1,1080 US-Dollar eine Schlüsselzone. Und man könnte sich die Frage stellen, warum die Euro-Bären bzw. US-Dollar-Bullen jetzt aufhören sollten?

Den aktuellen Kurs und Chart des Währungspaars EUR.USD und historische Wechselkurse finden Sie hier.
Expertenmeinung: Um darauf eine Antwort zu finden, müsste man sich erst einmal ansehen, was die Motivation hinter dieser Euro-Schwäche sein könnte. Denn richtig mag zwar sein, dass die derzeitigen geopolitischen Spannungen intensiv genug sind, um Investoren mit ihrem Kapital dorthin zu locken, wo das Geld am sichersten wirkt … und das ist traditionell der US-Dollar-Raum. Aber die USA sitzen in Sachen geopolitischer Spannungen mittendrin … und spielen dabei nicht gerade eine souveräne Rolle. Das wäre also eher ein Argument, sich nach Alternativen zum Greenback umzuschauen.
Allerdings hat sich die Erwartungshaltung in Bezug auf die Entwicklung der US-Leitzinsen mittlerweile gewandelt. Man rechnet damit, dass die US-Notenbank konsequent agieren und den Leitzins noch mehrmals anheben wird. Zugleich sind die US-Renditen bereits weit vorausgelaufen. Und das Angebot an US-Anleihen ist immens, weil die gewaltigen Investitionen in KI zusätzlich Fremdkapital benötigen. Hohe Renditen locken Investoren. Um diese Anleihen zu kaufen, braucht man US-Dollars – das stützt die Währung.
Auch die in drei Wochen anstehenden Midterm Elections könnten ein Aspekt sein. Es wäre denkbar, dass Anleger aufgrund der aktuellen Tendenz, die einen Sieg der Demokraten andeutet, bereits im US-Dollar-Raum vorkaufen, in der Hoffnung, dass demokratisch dominierte Kongresskammern imstande sein werden, die derzeitige Politik der US-Regierung in geordnetere Bahnen zu lenken.
Keines dieser möglichen Motive, im US-Dollar long bzw. im US-Dollar short zu sein, wäre zwingend. Aber der Trend bildet für die Euro-Bären einen wichtigen Rückhalt. Solange es nicht gelingt, diesen zu brechen, indem der Euro/US-Dollar-Kurs den Kreuzwiderstand aus der mittelfristigen Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie im Bereich von aktuell 1,1590/1,1620 US-Dollar überwindet, bleibt das Euro-Bären-Lager im Vorteil. Und solange man da einen „Lauf“ hat, wäre es hoch riskant, sich gegen diesen Trend zu stemmen, denn wie gesagt: Zwar ist keines der Argumente, die man derzeit für den US-Dollar vorbringen könnte, zwingend, aber an der Börse heißt es, durchaus zu Recht: Trend geht über Fakten!
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.10.2026 um 21:37 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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