Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
ElringKlinger schockt die Anleger: Gewinnwarnung

Die ElringKlinger AG ist Entwicklungspartner und Automobilzulieferer. Kernkompetenz sind Zylinderkopf- und Spezialdichtungen für Pkw und Nutzfahrzeuge. Außerdem werden Kunststoffgehäusemodule und Abschirmteile für Motor, Getriebe und Abgasanlagen sowie für Branchen auch außerhalb der Automobilindustrie Produkte aus Hochleistungs-Kunststoffen hergestellt.
Zusätzlich zu den Komponenten für konventionelle Verbrennungsmotoren bietet die Gruppe innovative Teile für Elektroantriebssysteme. Abgasreinigungstechnologie und Batterie- und Brennstoffzellenkomponenten ergänzen das Portfolio.

In den zurückliegenden Jahren hat das Unternehmen erhebliche Anstrengungen unternommen, um den neuen Gegebenheiten der Automobilbranche und der Elektromobilität Rechnung zu tragen. Wir haben auf diesen Umstand bereits in der letzten Analyse hingewiesen.

Sind die guten Zeiten vorbei?

In den zurückliegenden zehn Jahren hat ElringKlinger stetiges Wachstum erlebt und der Umsatz stieg von 0,66 Mrd. auf 1,66 Mrd. Euro. Die Marge war jedoch leicht rückläufig und dementsprechend legte das Nettoergebnis weitaus weniger, von 43 auf 70 Mio. Euro zu. Gleiches gilt für das Ergebnis je Aktie, welches von 0,69 auf 1,10 Euro kletterte.

Seit einigen Jahren spürt man jedoch einen stärker werdenden Gegenwind. Die Profitabilität ist seit 2013 rückläufig und das Ergebnis je Aktie gesunken. Die Vorboten der Elektromobilität und Umbrüche in der Automobilbranche werfen ihre langen Schatten voraus. Diese Faktoren wirken sich auch stark auf den operativen und freien Cashflow aus. Der Konzern unternimmt wie alle Konkurrenten enorme Investitionsanstrengungen, um sich zu wappnen.

Branche im Umbruch

Der Ausblick für die gesamte Branche ist schwierig und mit bedeutenden Risiken verbunden. Die Zulieferer könnte es in Zukunft noch härter treffen, als die Automobilkonzerne selbst. Sinkende Fahrzeugzahlen und die Elektromobilität führen zu bedeutenden Schwierigkeiten. Die Zahl der Bauteile in einem Verbrennungsantrieb liegt durchschnittlich bei 1.400, bei Elektrofahrzeugen sind es lediglich 210.
Die vielen Zulieferbetriebe werden also um eine weitaus kleinere Zahl an Produkten kämpfen müssen, was die Margen wohl weiter unter Druck bringen dürfte.

Prognose gekappt

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist das Ergebnis je Aktie von 1,24 auf 1,10 Euro. Bisher ist man davon ausgegangen, dass in diesem Jahr die Trendwende erfolgt und der Gewinn wieder auf 1,34 Euro je Aktie steigen wird.

Doch am Vortag kappte ElringKlinger seinen Ausblick und schockte die Aktionäre. Der Handelsstreit zwischen den USA und China scheinen auch bei dem schwäbischen Automobilzulieferer seine Spuren zu hinterlassen.
Demnach sorgen „steigende Rohstoffpreise, vor allem für Polyamid, Stahl und Aluminium für erhebliche zusätzliche Belastungen im Gesamtkonzern.“
ElringKlinger senkt daher die Erwartungen für die Ergebnismarge von 9 auf 7%, die Umsatzprognose wurde allerdings bestätigt.

Nimmt man diese Zahlen als Grundlage, wird das Ergebnis wohl eher zwischen 1,00 und 1,10 Euro je Aktie, nicht wie bisher erwartet bei 1,34 Euro liegen. Dementsprechend kommt der Konzern derzeit auf ein KGV von 10 und ein KGVe für das laufende Geschäftsjahr von 11. Die Dividendenrendite liegt allerdings bei attraktiven 4,3%.

Warnung kam schon im letzten Quartal

Auch die letzten Quartalszahlen lösten an der Börse schon keine Freude aus. Der Umsatz sank auf Jahressicht um 2,6% auf 430,7 Mio. Euro. Organisch lag das Plus jedoch bei 5,4%, da 2018 der März-Umsatz der Hug-Gruppe entfiel. Die EBIT-Marge ging jedoch ebenfalls leicht zurück und sank von 9,0 auf 8,9%. Bereits damals verwies der Vorstand auf steigende Rohstoffkosten.

Seitdem ging es steil bergab und unsere Kursziele bei 14,00 und 13,00 Euro wurden wie erwartet erreicht.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie bewegt sich nach wie vor in einem stabilen Abwärtstrend und mit Unterschreiten der Unterstützung bei 13,00 Euro wurde ein neues Verkaufssignal generiert. Es ist wahrscheinlich, dass nun die nächsten Kursziele bei 10,00 und 10,65 Euro angesteuert werden. Darunter trübt sich das Chartbild weiter ein.
Auch wenn man nicht ins fallende Messer greifen sollte. Erreicht ElringKlinger die psychologisch bedeutende Unterstützung bei 10,00 Euro, ist eine technischen Gegenbewegung wahrscheinlich.

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