Eckert & Ziegler: Aktie bleibt anfällig – auf die 100 €-Marke achten!

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Eckert & Ziegler
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Zur Eckert & Ziegler Aktie

Ist das eine Bodenbildung, die die Eckert & Ziegler-Aktie gerade ausbildet? Wer eine Korrektur von in der Spitze 25 Prozent in kurzer Zeit als ausreichend ansieht, sagt „Ja“. Wer den Bewertungslevel der Aktie betrachtet, dürfte das eher als konsolidierendes Rechteck sehen.

Auf Sicht von zwölf Monaten ist die Aktie des Strahlentechnik-Spezialisten Eckert & Ziegler der mit Abstand beste Performer im TecDAX. Das Plus beträgt trotz dieser Korrektur vom vor einem Monat markierten Verlaufsrekord bei 141,40 Euro auf bis 104,20 Euro Ende September ca. 150 Prozent. Die Aktie lief wie auf Schienen immer höher, bis plötzlich, beginnend mit dem 24. September, drei aufeinander folgende, sehr schwache Handelstage die Super-Rallye beendeten. Die Frage steht im Raum: vorerst beendeten … oder auf Dauer?

Natürlich erscheint das Aufwärtspotenzial jetzt lukrativ. Hinzu kommt, dass die zuvor überkaufte Markttechnik zumindest auf Tagesbasis jetzt in der überverkauften Zone angekommen ist und es scheint, als würde die Aktie über der runden Marke von 100 Euro, um die 100-Tage-Linie herum, einen Boden bilden. Das lockt zum Einstieg. Aber das sollte man besser nur dann erwägen, wenn man die Achillesfersen der Aktie kennt. Denn die könnten bewirken, dass der Kurs derzeit nur eine Seitwärtskonsolidierung absolviert und sich der kurzfristige Abwärtstrend danach fortsetzt.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Eckert & Ziegler Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Achillesferse Nummer Eins ist die hohe Bewertung. Selbst nach diesem Rücksetzer liegt das Kurs/Gewinn-Verhältnis aktuell noch bei ungewöhnlich hohen 65. Ungewöhnlich, weil es per Ende 2018 noch bei 20 lag, Ende 2019 und Ende 2020 um 40. Und es gibt keine zwingenden Gründe dafür, dass die Aktie jetzt mehr als 50 Prozent teurer sein müsste als Ende 2020.

Ja, der Gewinn zieht ordentlich an, Eckert & Ziegler selbst hat die Gewinnprognose Ende Juli angehoben und erwartet derzeit einen Gewinn von 1,70 Euro pro Aktie. Aber es gibt kaum Analysteneinschätzungen zu der Aktie und noch keine Unternehmensprognose für 2022. Und der Gewinnanstieg basiert vor allem auf kräftig gestiegenen Margen, denn der Umsatz lag im ersten Halbjahr 2021 gerade einmal sieben Prozent über dem des Vorjahreszeitraums.

Achillesferse Nummer Zwei ist die Marktenge der Aktie. Die Umsätze sind überschaubar, was ein entscheidender Grund war, weshalb der Kurs Ende September binnen drei Handelstagen über 20 Prozent verlor: Da waren einfach Verkaufsorders an den Markt gekommen, die zu groß waren, um vom Markt aufgenommen zu werden.

Diese beiden Faktoren zusammengenommen besteht das Risiko, dass die jetzt entstandene, relativ volatile Seitwärtsbewegung jederzeit auch nach unten verlassen werden könnte. Daher sollte man dem Braten als potenzieller Käufer erst trauen, wenn es gelungen ist, diese zwischen 104,20 und 115,30 Euro liegende Zone um mindestens zwei Prozent und auf Schlusskursbasis nach oben zu überbieten. Im Gegenzug könnte vor allem die runde 100 Euro-Marke weitere Abgaben auslösen, sollte sie fallen. In diesem Fall wäre auch bei bestehenden Positionen zu erwägen, die Reißleine zu ziehen, denn nur als Rechenbeispiel: Um bei der Eckert & Ziegler-Aktie wieder ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 40 auf Basis der zu erwartenden 2021er-Gewinne zu erreichen, müsste die Aktie auf 68 Euro zurückkommen!

Eckert & Ziegler-Aktie: Chart vom 07.10.2021, Kurs 110,60 Euro, Kürzel EUZ | Online Broker LYNX
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Eckert & Ziegler Gruppe gehört zu den weltweit größten Herstellern für isotopentechnische Komponenten für medizinische, wissenschaftliche und messtechnische Zwecke. Das Unternehmen konzentriert sich auf Anwendungen in der Krebstherapie, der industriellen Radiometrie und der nuklearmedizinischen Diagnostik.

In den letzten zehn Jahren konnte das Unternehmen den Umsatz von 116 auf 176 Mio. Euro steigern. Ein Großteil des Wachstums ist ab 2018 angefallen.

Es ist also ganz offensichtlich zu einer Belebung des Geschäfts gekommen.
Der Gewinn von Eckert & Ziegler ist in den letzten drei Geschäftsjahren von 0,78 auf 1,11 Euro je Aktie gestiegen.

Das kam an der Börse sehr gut an. Aus dem einstiegen Mauerblümchen wurde eine wahre Kursrakete.
Das gilt vor allem für die letzten Monate.

Seit dem Corona-Tief gar sich der Kurs zeitweise mehr als verfünffacht.

Geht das zu weit?

Daher muss man sich dringend die Frage stellen, ob das nicht zu weit führt.

Solange die Herde in Bewegung ist, sollte man sich ihr nicht in den Weg stellen. Stockt die Rallye allerdings, treten plötzlich andere Fragen in den Vordergrund. Geht das nicht zu weit?
Ist die Bewertung zu hoch? Wird sich das Wachstum fortsetzen?

Mit der besseren Geschäftsentwicklung kann man natürlich eine höhere Bewertung rechtfertigen.
Aber ist ein KGV von 96 und ein KGVe von 67 noch tragbar? Selten ist die Antwort bei derartigen Bewertungen „ja“.

Bleibt zuletzt noch die Charttechnik. Denn die meisten Anleger, die bei Eckert & Ziegler an Board sind, dürften Trader und aktive Anleger sein.

Werden Schlüsselmarken durchbrochen, kann das schnell zu einem Kaskadeneffekt und eine Stop-Loss-Welle führen.
Mitunter sind die darauffolgenden Korrekturen langwierig.

Wer aktuell also nennenswerten Buchgewinnen hat, sollte wohl darüber nachdenken, (Teil-)Gewinne zu sichern.

Chart vom 27.09.2021 Kurs: 119,80 Kürzel: EUZ - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 27.09.2021 Kurs: 119,80 Kürzel: EUZ – Tageskerzen

Zuletzt konnte Eckert & Ziegler kein neues Hoch erklimmen.
Fällt die Aktie jetzt nachhaltig unter 120 Euro, könnte es zu Anschlussverkäufen in Richtung 110 Euro kommen.
Darunter dürften sehr viele Bullen endgültig aufgeben, was eine ausgedehnte Korrektur auslösen könnte.

Die nächste Gelegenheit

Für bullisch Anleger könnte sich eine größere Korrektur als Gelegenheit herausstellen. Die Bewertung von Eckert & Ziegler ist zwar hoch, die derzeitigen Aussichten sind es aber auch.

Im aktuellen Geschäftsjahr soll der Gewinn immerhin von 1,11 auf 1,35 Euro je Aktie steigen. Im Folgejahr könnten bereits 1,80 Euro je Aktie möglich sein.

Ein ums andere Mal drehte die Eckert & Ziegler-Aktie an einem wichtigen gleitenden Durchschnitt nach oben. Das ist auch in dieser Woche gelungen und ja, das kann die Basis für erneute Rekordhochs sein. Aber Vorsicht, diese Aktie ist bereits ungewöhnlich teuer!

Bis 2018 lag das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie des Strahlentechnik-Spezialisten über viele Jahre recht konstant unter 20. Für das laufende Jahr liegt es derzeit, basierend auf der unternehmenseigenen Gewinnprognose von 1,70 Euro pro Aktie, bei ca. 80. Das wäre dann gerechtfertigt, wenn Eckert & Ziegler aktuell, aber auch in den kommenden ein, zwei Jahren, deutlich schneller wachsen würde als zuvor. Ist das so?

Für 2022 ff. ist bislang weder eine Prognose vorhanden noch machbar. Im laufenden Jahr wird der Gewinnsprung zwar immens sein, ob daraus aber eine auch mittelfristig höhere Dynamik erwächst, weiß man noch nicht. Aber mit einem KGV von 80, viermal so hoch wie in früheren Jahren, setzen die Anleger das voraus – das ist riskant. Und es fehlt, zumindest derzeit, auch der Rückenwind der Analysten.

Denn auch, wenn Eckert & Ziegler – auch bedingt durch die Verdreifachung des Aktienkurses seit Jahresbeginn – seit Mai im TecDAX notiert ist, so ist es doch ein Nebenwert mit relativ geringer Aufmerksamkeit seitens der Experten. Greifbar sind nur zwei relativ aktuelle Kursziele. Hauck & Aufhäuser hatte das Kursziel Mitte Mai auf 120,50 Euro angehoben und mit „Kaufen“ votiert. Nur ist die Aktie mittlerweile längst an diesem Ziel vorbei gelaufen. Und an dem nach den Halbjahreszahlen vom August von 74,60 auf 82 Euro angehobenen Kursziel der DZ Bank sowieso, die die Aktie folgerichtig mit „Verkaufen“ einstufte. Was die Trader unübersehbar nicht irritiert hat. Und dass hier weiterhin jeder Rücksetzer sofort aufgekauft wird, macht mutig … und leichtsinnig.

Expertenmeinung: Wichtig ist, dass man sich der derzeitigen Überbewertung der Aktie bewusst ist. Nur, wenn Eckert & Ziegler bei den nächsten Quartalszahlen, die am 9. November erwartet werden, erneut noch etwas drauflegt und mit einer beeindruckenden Umsatz- und Gewinnperspektive für 2022 daherkäme, könnte man sich einigermaßen entspannt zurücklehnen.

Aber das wird nicht einfach, denn der Gewinnsprung des laufenden Jahres basiert nicht darauf, dass der Umsatz massiv gestiegen wäre (1. Halbjahr 2021: 89,5 Millionen, 1. Halbjahr 2020: 83,6 Millionen, 1. Halbjahr 2019: 89,0 Millionen Euro), sondern an einer deutlichen Steigerung der Gewinnmarge. Die man aber nicht ewig weiter steigern kann. Wer weiß, dass das Fundament dieser Hausse nicht das stabilste ist und eine marktenge Aktie wie Eckert & Ziegler in beide Richtungen extreme Kursveränderungen ausweisen kann, wenn mal zu viele Akteure zeitgleich dasselbe tun, ist innerlich gewappnet, um konsequent zu reagieren, wenn der Leitstrahl dieser Super-Hausse, der die Aktie seit Jahresbeginn auf ihre neuen Allzeithochs trägt, durchbrochen wird.

Da geht es nicht um Aufwärtstrendlinien, die zwar einerseits immer steiler werden, andererseits aber eher löchrig wirken, sondern um die 50-Tage-Linie. Diese Linie, im Chart blau, hat Rücksetzer immer wieder effektiv aufgefangen, so auch im Verlauf dieser Woche. Wenn diese Linie, derzeit bei 122,70 Euro, auf Schlusskursbasis fallen sollte, wäre es dringend zu überlegen, hier die Gewinne mitzunehmen!

Eckert & Ziegler-Aktie: Chart vom 23.09.2021, Kurs 136,30 Euro, Kürzel EUZ | Online Broker LYNX

Am Dienstag nach Handelsende hob Eckert & Ziegler seine Gewinnprognose für das laufende Jahr an. Die Aktie, ohnehin seit Jahresbeginn fast nonstop im Steigflug, schoss weitere 6,23 Prozent auf einen neuen Rekordlevel nach oben. Aber wie solide ist diese Super-Rallye?

Der Strahlentechnik-Spezialist hob seine Gewinnprognose für das laufende Jahr am Dienstagabend um 20 Prozent an. In etwa dürften damit 1,60 Euro Gewinn pro Aktie erreicht werden, was aber nahezu ausschließlich auf einer Steigerung der Gewinnmarge basiert, denn die Umsatzprognose bleibt bei den bislang genannten 180 Millionen Euro. Grundsätzlich natürlich gute Nachrichten, aber man muss da angesichts eines Aktienkurses, der seit Jahresanfang über 160 Prozent zugelegt hat, schon genauer hinsehen.

Expertenmeinung: Was als erstes ins Auge sticht, ist diese Umsatzprognose. Denn da fällt auf, dass seit 2018 kaum etwas vorangeht. Die Umsätze der vergangenen Jahre lagen 2018 bei 169, 2019 bei 178 und 2020 bei 176 Millionen Euro. Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn es um die Perspektiven über das laufende Jahr hinausgeht. Denn ob derart deutlich gestiegene Gewinnmargen, die Spiegelbild einer derzeit äußerst hohen Nachfrage sind, in Stein gemeißelt sind, ist immer offen.

Der zweite Aspekt, den man sehen sollte, wenn es um die Frage Kaufen/Halten/Verkaufen geht, ist die Bewertung der Aktie. Unterstellt man einen Gewinnanstieg von 45 Prozent gegenüber 2020, läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis etwa bei 73. Das wäre dann unproblematisch, wenn man erwarten darf, dass die Größenordnung des Gewinnanstiegs auch 2022 und 2023 in etwa beibehalten wird. Ob es so kommen wird, ist aber unmöglich vorhersagbar. Und nur sehr wenige Analysten überwachen diese Aktie, so dass man hier ohne eine breit gefasste Expertenmeinung auskommen muss.

Eckert & Ziegler-Aktie: Chart vom 28.07.2021, Kurs 117,60 Euro, Kürzel EUZ | Online Broker LYNX

Ob die Aktie also nicht längst zu teuer und damit anfällig für größere Korrekturen ist, ist, kann man daher schwer einstufen, die Tendenz zu einem „Ja“ ist aber vorhanden. Daher wäre die Idee, dieser gewaltigen Kursrallye noch hinterherzulaufen, sprich jetzt erst einzusteigen, recht gewagt. Besser wäre es, hier absolut pragmatisch zu agieren und dem Trend zu folgen, solange dieser besteht. Was hieße: Solange der derzeit entscheidende, doppelte Leitstrahl der Rallye hält, der aus der Mai-Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie im Bereich 102,50/104 Euro besteht, ließe es sich mit dieser Kaufwelle mitschwimmen. Sollte diese Zone indes fallen, könnte es allemal auch schnell abwärts gehen, denn auch, wenn Eckert & Ziegler mittlerweile Mitglied des TecDAX ist: Die Aktie ist eher markteng, so dass größere Orders hier viel bewegen können, das sollte man im Hinterkopf behalten.

Als viele Favoriten des Jahres 2020 im Februar mehrheitlich in eine Korrektur übergingen, legte die Eckert & Ziegler-Aktie erst richtig los. Seit Ende 2020 hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Der Chart wirkt, als sei das noch lange nicht alles – aber kann das so weitergehen?

Die Aktie des Strahlen- und Medizintechnik-Spezialisten Eckert & Ziegler schaffte es erst im Januar, das Prä-Corona-Hoch von Anfang 2020 zu überwinden. Das hatten viele andere Aktien weit früher geschafft. Aber während der Gesamtmarkt seit Jahresbeginn volatiler wurde und seit Mitte April nicht mehr viel vorangeht, steigt diese Aktie wie auf Schienen. Mit 43,71 Euro ging die Eckert & Ziegler-Aktie aus dem Jahr 2020, jetzt hat sie die runde Marke von 100 Euro überboten und legt damit ein Rekordhoch nach dem anderen aufs Parkett. Aber wieso eigentlich? Explodieren die Unternehmensgewinne?

Bislang tun sie das nur im Berichtszeitraum des ersten Quartals. Der Umsatz von Januar bis März 2021 gegenüber dem Vorjahresquartal nicht zu. Was stieg, war der Gewinn … und das kräftig. Vor Steuern und Zinsen (EBIT) legte der Gewinn auf 20,6 Millionen Euro nach 8,3 Millionen im Vorjahr zu. Und dieser Gewinn des Vorjahresquartals war nicht durch die Corona-Problematik massiv gedrückt gewesen, 2019 wurden im ersten Quartal auch „nur“ 8,8 Millionen erreicht. Aber Eckert & Ziegler selbst hat den mit dem Jahresabschluss 2020 gelieferten Ausblick auf 2021 nach diesem Ergebnis des ersten Quartals nicht angehoben. Und da wird mit einem Gewinn pro Aktie von 1,40 Euro nach 1,11 Euro im Jahr 2020 gerechnet. Das wäre ein Gewinnanstieg um 26 Prozent. Respektabel, keine Frage, aber:

Expertenmeinung: Daraus errechnet sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2021 von über 70. Bis 2018 lag das KGV noch über Jahre hinweg unter 20, lag dann per Ende 2019 und 2020 auf um die 40. Und jetzt soll eine mit einem KGV von 70 um 75 Prozent höhere Bewertung gerechtfertigt sein? Wenn Eckert & Ziegler das Wachstumstempo der Unternehmensgewinne 2022 und 2023 beibehalten würde, ginge das gerade noch so an. Aber das kann man nicht absehen, schließlich wagt nicht einmal das Unternehmen selbst eine Prognose über das laufende Jahr hinaus. Und die Analysten?

Da wird es dann bemerkenswert. Denn derzeit beobachten nur zwei Analysten diese marktenge Aktie. Bei Hauck & Aufhäuser sieht man derzeit ein Kursziel von 120,50 Euro, das Mitte Mai drastisch von 80 Euro nach oben genommen wurde. Doch bei der DZ Bank behielt man Mitte Juni das vorbestehende Kursziel von 74,60 Euro bei, nahm die Einschätzung aber folgerichtig von „Halten“ auf „Verkaufen“ herunter, weil die Aktie da schon deutlich über diesem Kursziel notierte. Es ist nicht verwunderlich, dass das bullische Lager diese bärische Einstufung ausblendet und sich nur auf das Kursziel 120,50 Euro fokussiert. Aber das heißt nicht, dass es auch erreicht werden muss.

Eckert & Ziegler-Aktie: Chart vom 12.07.2021, Kurs 100,90 Euro, Kürzel EUZ | Online Broker LYNX

Das kann gelingen, aber man sollte da nicht zu sicher sein. Dass die Aktie beim Erreichen der runden 100 Euro-Marke nicht einfach durchmarschiert, sondern zumindest Ansätze von Gewinnmitnahmen auftauchen, mahnt ebenso dazu, sich mit Long-Trades konsequent abzusichern wie der Umstand, dass die Aufwärtstrendlinien immer steiler werden, wie im Chart zu sehen ist. Zwar würden Abgaben bis hinunter in den Bereich um 71 Euro auf eine ganze Phalanx an Unterstützungen treffen. Aber wer wollte auf aktuellem Niveau dabeibleiben, falls die Aktie derart weit korrigieren sollte? Im Bereich 95/96 Euro bilden die aktuelle, aus dem Mai stammende Aufwärtstrendlinie und die 20-Tage-Linie eine Kreuzunterstützung. Wer hier kurzfristig und aggressiv auf der Long-Seite agiert, könnte sich überlegen, knapp darunter einen gewinnsichernden Stop Loss zu platzieren.

Die Neueinstufung der Eckert & Ziegler-Aktie von „Halten“ auf „Verkaufen“ durch einen Analysten sorgte am Mittwoch für Verkaufsdruck. Doch noch ist charttechnisch nichts angebrannt. Welche Linien müssen halten, damit das auch so bleibt?

Obwohl die Aktie des Strahlen- und Medizintechnikunternehmens Eckert & Ziegler im TecDAX gelistet ist, überwachen sie derzeit nur zwei Analysten. Eine geringe Zahl an Einstufungen und Kurszielen ist immer problematisch, weil es an der entsprechenden Meinungsvielfalt fehlt und eine Neueinstufung mehr bewegt, als würden 20 oder mehr Experten regelmäßig ein Auge auf die Lage werfen. Und speziell bei Eckert & Ziegler ist das besonders markant, denn:

Nach den Quartalszahlen des Unternehmens im Mai hoben Hauck & Aufhäuser ihr Kursziel für die Aktie massiv von 80 auf 120,50 Euro an und blieben bei ihrer Einschätzung „Kaufen“. Die DZ Bank hingegen reagierte nur mit einer mäßigen Anhebung des Kursziels, von zuvor 69,1 auf 74,60 Euro. Damals lautete das Urteil der DZ Bank noch „Halten“. Gestern nun veränderte man diese Einstufung auf „Verkaufen“. Was angesichts der Tatsache, dass der Kurs weit am ausgewiesenen Kursziel vorbeigelaufen war, nur folgerichtig ist. Die Frage ist jetzt, wie die Marktteilnehmer reagieren.

Expertenmeinung: Die erste Reaktion war negativ, das sehen Sie im Chart. In der Spitze gab die Eckert & Ziegler-Aktie am Mittwoch fast elf Prozent nach. Aber dass die Reaktion auf eine unerwartet negative Meldung hier relativ stark ausfällt, ist nicht überraschend, denn die Aktie ist eher markteng, größere Orders können in beide Richtungen viel bewegen. Was auch der Grund war, wieso diese Aktie derart rasant und weit nach oben gelaufen war. Gerechnet vom Tief Ende Oktober hatte der Kurs in der Spitze beinahe 150 Prozent zugelegt. Und deshalb rät man bei der DZ Bank jetzt auch zum Ausstieg, denn:

Der Gewinn des Unternehmens stieg nicht vergleichbar mit. Der Gewinn pro Aktie hatte 2019 bei 1,07 und 2020 bei 1,11 Euro gelegen, für 2021 erwartet das Unternehmen selbst derzeit etwa 1,40 Euro pro Aktie. Wie es 2022 weitergeht, ist offen, daher kann man eine Bewertung nur auf Basis dieser Prognose für das laufende Jahr vornehmen – und da hätte sich beim am 10. Juni erreichten, bisherigen Verlaufsrekord von 97,15 Euro ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von knapp 70 ergeben. Was für den erwarteten Gewinnanstieg von 26 Prozent in diesem Jahr ungewöhnlich teuer ist. Das Doppelte des prozentualen Gewinnanstiegs als KGV zu sehen, wäre normal, also ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um 52 … und das ergäbe einen fairen Wert von knapp 73 Euro, also relativ genau dort, wo die DZ Bank auch ihr Kursziel verortet.

Die Frage ist, ob die Marktteilnehmer dieser Sichtweise folgen oder sich an das weit höhere Kursziel von 120,50 Euro von Hauck & Aufhäuser klammern. Bislang besteht die Chance zu Letzterem, denn es gelang, das Minus deutlich einzugrenzen und die Aktie über der nächstgelegenen Unterstützung bei 85,60 Euro ins Handelsende zu bringen. Damit ist klar: Solange diese Linie auf Schlusskursbasis hält, könnte Eckert & Ziegler wieder nach oben drehen. Aber würde das gestrige Tagestief (83,95 Euro) doch noch unterboten, wäre diese Chance für die Bullen vertan. Da knapp darunter einen Stoppkurs Long zu platzieren, wäre daher in jedem Fall zu überlegen, zumal das nächste charttechnische Kursziel im Fall erneuter Abgaben dann mit 71/72 Euro schon dort läge, wo die DZ-Banker die Aktie sehen.

Eckert & Ziegler-Aktie: Chart vom 16.06.2021, Kurs 88,05 Euro, Kürzel EUZ | Online Broker LYNX