S&P 500 Prognose S&P 500: Warum sich Anleger jetzt auf die Rallye vorbereiten sollten

News: Aktuelle Analyse des S&P 500 Index

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S&P 500
ISIN: US78378X1072
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Chartanalyse
Basis 6 Monate bearish
Zum S&P 500
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Börsen in den USA waren zu Wochenbeginn so überverkauft, wie noch nie in diesem Jahr. Hierbei blicken wir unter anderem auf die Anzahl gefallener Aktien im Verhältnis zu steigenden Aktien, was im Fachjargon als Market-Breadth bezeichnet wird. Auch der Abstand zur 50-Tage-Linie ist ähnlich wie Mitte Mai oder Mitte Juni wieder auf ein Maximum angestiegen. Dies legt nahe, dass wir bald mit einer deutlichen Erholung der US-Indizes rechnen können. Der Trend selbst bleibt vorerst in einer eindeutig bärischen Gesamtlage. Mit dem Bruch des Pivot-Tiefs von Anfang September knapp unter 3.900 Indexpunkten haben die Bären vorläufig wieder das Zepter übernommen. Aktuell werden gerade die Jahrestiefs getestet.

Den aktuellen Kurs und Chart des S&P 500 sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die große Frage aktuell ist eher, ob der Bounce nach oben unmittelbar erfolgen wird, oder ob wir vorher noch einen möglichen Fehlausbruch unter die Marke von 3.636 Punkten sehen werden. So oder so. Ein Sprung auf bis zu 3.900 Punkte könnte in den ersten beiden Oktober Wochen in den Karten stecken. Wie es danach weitergeht, kann derzeit noch nicht beziffert werden, denn ein Bounce bedeutet nicht, dass der Abwärtstrend gebrochen ist. Für kurzfristig orientierte Anleger eine tolle Trading-Chance. Langfristig orientierte Anleger müssen aber wohl noch auf ein Ende der Talfahrt warten.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 28.09.2022 Kurs: 3.717,69 Kürzel: SPX | Online Broker LYNX
Top Flop Aktien – Übersicht der Gewinner und Verlierer

Welche Aktien in den wichtigen Indizes sind in letzter Zeit am meisten gestiegen oder gefallen? Was sind die Top-Aktien 2022? Welche Aktien haben die beste Performance über die letzten 5 Jahre und welche Aktien sind stark gefallen? Hier finden Sie es heraus: DAX Top FlopMDAX Top FlopEuro Stoxx Top FlopDow Jones Top FlopNasdaq 100 Top Flop

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Vorherige Analysen des S&P 500 Index

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Eine Richtungsentscheidung steht unmittelbar bevor. Steht der S&P 500 unmittelbar vor dem nächsten Krach?

Sie hatten nie eine Chance

Da wären wir wieder. Von Mitte Juni bis Mitte August lief eine Rallye, die im Endeffekt keine Chance auf Erfolg hatte.
Das hat eine Vielzahl von Gründen. Der Markt war, was Inflation und Leitzinsen angeht, deutlich zu optimistisch. Inzwischen kommt die Ernüchterung. Erste Leitzinssenkungen im kommenden Jahr, was zeitweise der Konsens war, sind in weite Ferne gerückt.

Die geopolitische Lage hat sich nicht im Geringsten verbessert und die konjunkturelle Lage definitiv auch nicht.
Das sind nur einige der Gründe, die dazu geführt haben, dass die Rallye schlussendlich in sich zusammengefallen ist.

Es gibt aber auch technische Gründe dafür. Wie die Rallye von 2021 stand auch der Anstieg von Mitte Juni bis Mitte August auf tönernen Füßen.
Unter dem Strich ist die absolute Mehrheit der Aktien nie aus dem Crash-Territorium herausgekommen.

Die Kurse der meisten Aktien standen 20% oder mehr unter den Tiefs, und die Hälfte sogar noch unter dem SMA200.

Jetzt notiert der S&P500 wieder am Jahrestief, aus technischer Sicht geht es um alles.

Chart vom 26.09.2022 – Kurs: 3.693 Kürzel: SPX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 26.09.2022 – Kurs: 3.693 Kürzel: SPX – Wochenkerzen

Fällt der S&P 500 nachhaltig unter 3.640 Punkte und den EMA200, dürfte eine Vielzahl von Stopps greifen.
Als mögliche Kursziele bieten sich mehrere Unterstützungen an. Am nächstgelegen wären 3.500 – 3.550 Punkte.
Darunter rückt das Hoch von Anfang 2020 bei 3.393 Punkte in den Fokus. Kann auch dieser Bereich nicht gehalten werden, muss mit einer Ausdehnung des Crashs bis 3.250 Punkte gerechnet werden.

Für den S&P 500 steht wahrlich eine Richtungsentscheidung an. Aus Sicht der Bullen darf der Index keinesfalls per Wochenschluss unter 3.640 Punkte fallen.
Erste Anzeichen einer Entspannung würden sich oberhalb von 3.730 Punkte ergeben.

Erstmal Erholung?

Und es gibt durchaus Argumente, die dafür sprechen, dass sich die Kurse vorerst wieder erholen könnten.
Der Absturz von 4.325 auf aktuell 3.693 Punkte ist außerordentlich schnell geschehen.
Der Markt ist kurzfristig also oversold, was eine Gegenbewegung deutlich erleichtert.

Der Optionsmarkt sendet ähnliche Signale, dort ist die Positionierung der Anleger inzwischen massiv bärisch. In der Regel deutet das auf ein temporäres Tief hin.

Ähnliche Signale liefern Fear & Greed (Link). Aktuell herrscht „extreme Angst“. Mit einem Wert von 19 Punkten sind wir zwar noch nicht am absoluten Tiefpunkt angekommen, es fehlt aber nicht mehr viel.

Auch alle Sub-Indikatoren sprechen eine ähnliche Sprache. Anleger haben Angst. Für antizyklische Investoren ist das das Signal, dass man sich langsam wieder nach möglichen Gelegenheiten umsehen kann.
Mit Blick auf die charttechnische und wirtschaftliche Lage, sollte man aber unbedingt weitere Kursverluste einplanen.

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Das war schon eine gewaltige Rallye, die von Juni bis August im S&P 500 ablief. Doch da, wo man hätte durchbrechen müssen, scheiterten die Bullen. Seither wirkt das wie ein kontrollierter Rückzug – der nach der gestrigen Fed-Entscheidung jedoch außer Kontrolle geraten könnte.

Das, was die US-Notenbank gestern Abend entschied und an neuen Prognosen ausgab, hätte man eigentlich erwarten müssen. Dass der marktbreite US-Index S&P 500 sofort mit der Entscheidung und den neuen Projektionen deutlich in die Knie ging, im Vorfeld aber Käufe sah zeigt jedoch, dass viele immer noch nicht verstehen wollen, wie sich die Lage darstellt, immer wieder Long gehen … und es so auf die harte Tour lernen. Was hat die Notenbank getan, was sieht sie für Wachstum, Arbeitsmarkt und Inflation kommen?

Dass die Notenbank den Leitzins um 0,75 Prozent anhob, hätte für manche, die im Vorfeld munkelten, da könnten sogar 1,0 Prozent Anhebung fällig sein, eine kleine Beruhigung sein können. Das war es deswegen nicht, weil die Leitzinsprojektion deutlich machte, dass man in diesem Tempo erst einmal weitermachen will. Für Ende des Jahres avisiert man einen Leitzins von ca. 4,4 Prozent, was hieße, dass auf die jetzt geltende Leitzins-Spanne von 3,00 bis 3,25 Prozent noch zwei 0,75 Prozent-Schritte oder einer mit 0,75 und einer mit 0,5 Prozent folgen.

Trotzdem sieht man die Inflation dann noch in keiner Weise als besiegt an. Erst für 2024 sieht man eine Annäherung an das Inflationsziel von 2,0 Prozent, 2025 erwartet man, dass das Ziel auch tatsächlich erreicht wird. Zugleich machte die „Fed“ deutlich, dass sie sich der Wirkung auf das Wachstum bewusst ist. Die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das laufende Jahr 2022 wurde auf 0,2 Prozent gesenkt (zuvor 1,7 Prozent), für das Jahr 2021 auf 1,2 Prozent (zuvor 1,7 Prozent).

Dass man bei der „Fed“ glaubt, dass der Arbeitsmarkt trotzdem stabil bleiben werde, die Arbeitslosenrate 2023 nur auf 4,4 Prozent (zuvor 3,9 Prozent) ansteigen werde, könnte beruhigen, denn das würde implizieren, dass die USA trotz derart deutlich angehobener Leitzinsen um eine Rezession herumkommen kann. Wenn die Anleger es denn glauben würden. Der Verlauf des Handelstages zeigte: Sie glauben es nicht.

Expertenmeinung: Wie dieses Minus von am Ende 1,71 Prozent im S&P 500 zustande kam, war das eigentlich Interessante an diesem Handelstag. Dass man seit dem Vorabend leichte Käufe sah, war nicht unbedingt untypisch. Da kauften diejenigen, die davon ausgingen, dass die Kurse nach einer Notenbank-Entscheidung steigen, weil sie das rein statistisch betrachtet mehrheitlich tun. Doch diese neuen und natürlich ernüchternden Projektionen für Wachstum, Inflation und Zinsen sorgten für einen blitzschnellen Selloff von über 1,6 Prozent binnen 15 Minuten. Aber damit ging die Achterbahnfahrt erst richtig los!

S&P 500: Monats-Chart vom 21.09.2022, Kurs 3.789,93 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

Denn in der nächsten halben Stunde, etwa zwischen 20:15 und 20.45 Uhr, schoss der Index auf einmal bis zu 2,3 Prozent nach oben. Wieso? Das waren Rettungskäufe der Bullen, die wussten: Wenn sie den Index ins Plus bringen und dort halten können, würde man im Nachhinein in den Medien hören und lesen, dass die Pressekonferenz von „Fed“-Chef Powell positive Impulse setzen konnte … und das könnte heute Anschlusskäufe auslösen, die die charttechnisch prekäre Lage des Index womöglich wieder ins Lot bringen. Doch man war schief gewickelt.

Die Verkäufe setzten erneut ein. Und diesmal waren sie noch heftiger. Der S&P 500 krachte vom Tageshoch bei 3.907 Punkten, das er kurz vor 21 Uhr erreicht hatte, binnen einer Stunde um 3,0 Prozent auf 3.790 Punkte nach unten und schloss auf Tagestief. Das war also nichts mit den Rettungskäufen. Und wenn so etwas schiefgeht, hat das leicht mal „Tiefenwirkung“. Vor allem bei einem Chartbild wie diesem.

Der S&P 500 war ja bereits als Reaktion auf die US-Inflationsdaten für August aus seiner großen Dreiecksformation nach unten ausgebrochen. Jetzt bliebe nur noch das Juli-Tief bei 3.722 Punkten als Support oberhalb des im Juni markierten, bisherigen Jahrestiefs, das bei 3.637 Zählern liegt. Dass dieser schwache Mittwoch und die Erkenntnis, dass sich der Druck auf die Wirtschaft wohl doch nicht einfach in Kürze irgendwie von alleine erledigen wird, kann leicht dazu führen, dass dieses Tief nicht nur angesteuert wird, sondern auch bricht. Hier Long zu sein, wäre derzeit mehr als verwegen!

S&P 500: Tages-Chart vom 21.09.2022, Kurs 3.789,93 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

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Direkt nach dem Terminbörsen-Abrechnungstermin vom August fiel der S&P 500 wie ein Stein. Doch an der einzigen relevanten Aufwärtstrendlinie weit und breit wurde der Abstieg aufgefangen, seither geht es aufwärts. Ist für die Bullen damit das Gröbste überstanden?

Um es vorwegzunehmen: Die Kursgewinne der vergangenen Handelstage im Anschluss an die sauber gelungene Verteidigung der aus den Tiefs vom Juni und Juli abzuleitenden Aufwärtstrendlinie war ein guter Anfang. Dass der marktbreite US-Index dann am Freitag auch noch den Sprung über die 50-Tage- und die 100-Tage-Linie schaffte, macht deutlich: Die Bullen sind auf dem Posten. Aber entschieden ist damit noch rein gar nichts, denn die wirklich massiven Hürden, die kommen erst noch.

Sie sehen im Chart, dass sich oberhalb des Freitags-Schlusskurses eine breite, aus zahlreichen, bis in den Sommer 2021 zurückgehenden Wendemarken zusammengesetzte Widerstandszone auftürmt. Die der S&P 500 zwar auch im August „abarbeiten“ konnte. Aber dann scheiterte er am doppelten Widerstand aus der übergeordneten Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie, die diese Widerstandszone auf deren Oberseite bei 4.275 Punkten massiv verstärken. Die Frage ist:

Expertenmeinung: Würden sich Argumente finden, dass der Index weiter laufen, einen zweiten Anlauf an Abwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie unternehmen und dann nach oben durchbrechen könnte?

Nein, zumindest momentan nicht. Dass die USA mit den massiven Problemen Europas in Sachen Energieversorgung nichts zu schaffen haben, mag manche zwar mutig stimmen. Aber die Lieferketten funktionieren auch in den USA nicht. Die Inflation ist auch dort hoch, auch, wenn der gefallene Ölpreis dort stärker wirkt als im Euroraum und die Teuerung somit niedriger halten wird als die der Eurozone. Vor allem liegen die Leitzinsen dort längst höher, werden weiter angehoben und entziehen dem Aktienmarkt zusammen mit dem Wegfall der aktiven Notenbank-Käufe am Anleihemarkt Geld. Für eine nachhaltige Aufwärtswende fehlt es daher an dem dafür nötigen, nahen Silberstreif. Und vielen Tradern ist das absolut klar.

Es ist normal, dass Anleger versuchen, wichtige Unterstützungen wie diese jetzt gehaltene Aufwärtstrendlinie zu verteidigen. Es ist ebenso normal, dass eine erfolgreiche Verteidigung kurzfristige Trader auf die Long-Seite zieht. Und es ist möglich, dass der Index jetzt im Vorfeld der großen Abrechnung am Terminmarkt, die am Freitag ansteht, noch weiter Boden gutmacht. Aber solange der mittelfristige Widerstand in Form der Abwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie nicht durch Schlusskurse über 4.275 Punkte bezwungen wurde UND es Argumente gäbe, dass die USA um eine Rezession herumkommen und die US-Notenbank die Leitzinsen nicht mehr allzu lange und weit anheben wird, bleiben die besseren Chancen im Lager der Bären!

S&P 500: Chart vom 09.09.2022, Kurs 4.067,36 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX
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Ein Minus von 3,37 Prozent im US-Index S&P 500 war die Quittung dafür, dass Trader auf eine Entwicklung gesetzt hatten, die nicht eintrat. Dass die Kurse diese Hoffnung dann wieder „auspreisen“, ist normal. Aber der S&P verlor mehr als das. Und das macht die Sache kritisch.

US-Notenbankchef Powell würde im Zuge des Notenbanker-Treffens in Jackson Hole einen moderateren Kurs der US-Notenbank ankündigen, hofften viele. Die relativ harmlos wirkenden Juli-Inflationsdaten dienten dabei als Argument dafür, dass die „Fed“ erst einmal einen Gang zurückschalten werde. Aber Powell deutete keinerlei Abweichen vom bisherigen, rigiden Kurs an. Das führte dazu, dass den Bullen am Freitagnachmittag der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Man verkaufte, so schnell es ging … und bis zum Handelsende gingen die Abgaben weiter. Der S&P 500 schloss auf Tagestief. Gegenwehr der Käuferseite: keine.

Wäre der Handelsmonat bereits am Freitag zu Ende gewesen, würde der August dadurch zu einem Rohrkrepierer. Dynamisch begonnen, würde er unerwartet doch im Minus enden. Um das zu „reparieren“, müsste der Index bis zum Mittwochabend wieder über 4.130 Punkte laufen, dann wäre zumindest der letzte Kurs des Julis wieder erreicht. Das wäre keine unmögliche Distanz. Aber dass sich die Bullen über den gesamten Freitagshandel nicht haben blicken lassen deutet an, dass man ich darauf besser nicht allzu sehr verlassen sollte. Und wenn der August am Ende doch zu einem negativen Monat werden sollte, könnte sich die Wirkung dieses Abverkaufs vom Freitag nicht auf diesen einen Monat beschränken, denn:

Expertenmeinung: Notenbankchef Powell hatte in seiner Rede sehr deutlich gemacht, dass es der „Fed“ nicht reichen wird, die Inflation ein wenig zu bremsen. Man will und muss wieder in den Bereich von zwei Prozent kommen. Und das eben, wenn es nicht anders geht, auf Kosten der Konjunktur. Und was die Höhe der nächsten Zinsanhebung im September angeht, werde man sich alle Daten genau ansehen und sich nicht auf eine womöglich nur einmalig ermutigende Entwicklung der Preise reduzieren. Das war genau das, was man eigentlich hätte erwarten müssen. Die US-Notenbank hat genau diesen Kurs immer klar kommuniziert, so dass es eher überrascht hätte, wenn sich die Hoffnungen derer erfüllt hätten, die in der Erwartung vorgekauft hatten, Powell würde in dieser Rede kleinere Zinsschritte oder gar eine Pause ankündigen. Und genau da liegt jetzt das Risiko für das bullische Lager.

Dass auffällig viele eine eigentlich irrationale Hoffnung gehegt und auch entsprechend am Markt agiert hatten, zeigt der Umstand, dass der S&P 500 als Reaktion auf die Rede nicht nur die Käufe seit Mittwoch wieder abgab, sondern dieses vorherige Wochentief wie Butter durchschnitten wurde. Das deutet an, dass das Bullen-Lager immens nervös ist. Und das ermutigt die Short-Seller, jetzt wieder massiver zur Attacke zu blasen, zumal dieses Minus des Freitags nicht nur im Chart auf Monatsbasis eine Scharte geschlagen hat.

S&P 500: Monats-Chart vom 26.08.2022, Kurs 4.057,66 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass der Index nach seinem präzisen Abwärts-Schwenk an der doppelten Hürde aus Januar-Abwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie aus der Supportzone zwischen 4.115 und 4.279 Punkten herausgerutscht ist, die damit wieder zum Widerstand wird. Was jetzt noch halten könnte, wäre die mit der runden und immerhin psychologisch relevanten 4.000er-Marke zusammen fallende 50-Tage-Linie. Aber würde auch die fallen, würden sich bis zum bisherigen Jahrestief bei 3.637 Punkten nur eher magere, potenzielle Auffanglinien finden. Die Lage ist für das Bären-Lager also mit einem Schlag wieder äußerst verheißungsvoll. Gut möglich, dass man diese Chance zeitnah nutzt.

S&P 500: Tages-Chart vom 26.08.2022, Kurs 4.057,66 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX
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Der marktbreite US-Index S&P 500 erreichte am Freitag einen Level, den man im Oktober 2021 auch schon gesehen hatte. Damals war die Inflation niedriger, die Leitzinsen noch bei null und die geopolitische Lage weit ruhiger. Sehen wir gerade „das Wunder der Wall Street“?

„Das glauben die doch nicht ernsthaft?“, dürften sich erfahrene Investoren fragen, wenn es als Begründung für die Rallye der US-Indizes heißt, die starken Juli-Arbeitsmarktdaten und der Rückgang der Inflation seien der Beleg, dass die Krise vorbei und der Aktienmarkt damit nach oben frei sei. Denn es ist äußerst unwahrscheinlich, dass die kritische Phase bereits vorbei ist. Es wäre wahrscheinlicher, wenngleich nicht zwingend, dass sich das Ganze noch zuspitzt. Ein Beleg dafür, dass man jetzt so richtig zulangen könnte, waren diese Konjunkturdaten nicht.

Erstens hinkt der Arbeitsmarkt der aktuellen Gemengelage monatelang hinterher, immer. Zweitens war der Rückgang der US-Teuerung bei den Verbraucher- ebenso wie bei den Erzeugerpreisen in der Veränderung zum Vorjahresmonat zu sehen, nicht aber in der zum Vormonat. Und dass die Preise kurzfristig nicht weiter stiegen lag, neben dem Umstand, dass sie dafür von Mai bis Juni umso extremer gestiegen waren, am deutlich gefallenen Benzinpreis. Der aber wiederum deswegen fiel, weil man wegen der rezessiven Tendenz weltweit mit einer nachlassenden Ölnachfrage rechnet. Zu glauben, die Krise sei vorbei, auf Basis eines fallenden Ölpreises, der fällt, weil andere einpreisen, dass die Krise erst richtig losgeht, ist nicht so ganz logisch. Aber:

Expertenmeinung: Man sollte nicht den Fehler machen fest davon auszugehen, dass die Kurse tatsächlich der Nachrichtenlage folgen bzw. dem, was als angebliche Motivation der Anleger verbreitet wird. Denn die meisten Medien klammern sich da stur an die Nachrichtenticker, ignorieren aber völlig zwei andere Aspekte: Gier und Charttechnik.

Wenn unerfahrene Trader ohne Fachwissen durch solche Berichte den Eindruck bekommen, jetzt sei die Hausse zurück und der Weg nach oben frei, werden sie diesem „Ruf“ folgen. Und solange rein charttechnisch orientierte Trader sehen, dass das Momentum der Rallye hoch bleibt, werden sie weiter kaufen. Jedenfalls so lange, bis erste Alarmsignale andeuten, dass es Zeit ist, den Gewinn mitzunehmen und/oder Short zu gehen, Was auch für die vielen computergesteuerten Handelsprogramme großer Adressen gilt, die fast ausnahmslos chart- und markttechnisch ausgerichtet sind. Die Frage ist: Wann könnten solche Warnsignale kommen?

Sie sind bereits da. Mag gut sein, dass viele charttechnisch orientierte Trader noch warten, bis den weniger erfahrenen, jetzt wieder von der Gier erfassten Privatanlegern das Geld ausgeht, aber grundsätzlich wird es ab jetzt deutlich enger für die Rallye. Sie sehen das im Chart:

S&P 500: Chart vom 12.08.2022, Kurs 4.280,15 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

Zum einen hat sich der S&P 500 zwar durch eine ganze Phalanx an Widerstandslinien hindurchgekämpft. Aber der richtig massive, mittelfristig entscheidende Widerstand kommt erst jetzt: der Kreuzwiderstand aus dem übergeordneten Abwärtstrend und der 200-Tage-Linie bei 4.330/4.340 Punkten. Zum anderen hat der Index, der per Freitagabend für eine Bärenmarkt-Rallye sagenhafte 17,6 Prozent über dem bisherigen Jahrestief schloss, einen auffällig überkauften Level im RSI-indikator erreicht. Dass der beim S&P 500 mal die Überhitzungszone von 70 und mehr Punkten erreicht, ist selten. Das passierte das letzte Mal im vergangenen Herbst, aber da war die Hausse noch intakt. Die Trader wissen: Ein RSI über 70 deutet an, dass ein Rücksetzer, eher aber eine richtige Korrektur, nicht weit ist.

Also, wird der S&P 500 an der Abwärtstrendlinie oder knapp darunter abdrehen? Wer die Börse kennt, weiß: Unmöglich ist nichts, auch nicht der Ausbruch über diese doppelte Hürde. Vor allem, wenn viele Anleger unbedingt an die Wende glauben wollen.

Daher wäre es für Trader, die nicht gezielt risikofreudig agieren, sinnvoller, an der Börse aktuell erst dann über einen Short-Trade nachzudenken, bis aus einem momentan tendenziell wahrscheinlichen Abdrehen ein Fakt wurde, indem der Index mit Schlusskursen unter 4.100 Punkten wieder durch diese Phalanx an jetzt als Support dienenden Linien nach unten herausgerutscht ist. Denn auch, wenn Wunder eher selten sind: Man sollte sich in einem solch emotional aufgeheizten Umfeld besser über nichts wundern, auch nicht über eine Super-Hausse bei bärischen Rahmenbedingungen!