S&P 500 aktuell S&P 500: Wie auch immer das ausgeht …

News: Aktuelle Analyse des S&P 500 Index

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S&P 500
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Zum S&P 500

Zum Redaktionsschluss Freitagnacht bleibt offen, ob es am Sonntag wirklich zu den gewaltsamen Demonstrationen gekommen sein wird, vor denen das FBI eindringlich warnte. Aber aufgrund der Zeitverschiebung wäre das womöglich auch am Sonntagabend noch nicht ganz sicher, hinzu kommt, dass der Montag in den USA ein Feiertag ist (Martin Luther King-Gedenktag), so dass die Reaktion beim S&P 500 offen bliebe und der kritischste Moment ohnehin die Vereidigung von Joe Biden am Mittwoch wird. Trotzdem ist auch jetzt schon eine Analyse der Lage machbar.

Was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben, ist der Versuch vor allem großer Adressen (nur sie haben die Kapitalkraft, dergleichen zu erreichen), jeglichen Abgabedruck sofort aufzufangen. So etwas sehen wir oft, wenn die Lage kritischer wird und die Fonds, ETFs, Hedgefonds, aber auch die großen Versicherungen und Pensionskassen, die immense Aktienbestände halten, fürchten, dass ihnen diese um die Ohren fliegen könnten. Das Problem dieser großen Adressen ist: Sie sind zu groß, um davonlaufen zu können. Hier geht es um derartig gewaltige Portfolios, dass es schon zu einem Crash führen würde, wollte die Hälfte der großen Adressen ein Zehntel ihrer Portfolios auf einmal abstoßen. Also tritt man die Flucht nach vorne an und kauft, um zu verhindern, dass die Anleger davonlaufen. So entsteht das Bild eines völlig gelassenen Aktienmarkts, an dem man keinen Grund sieht, besorgt zu sein.

Aber das Thema möglicher Unruhen ist nicht das einzige Problem. Vor allem bei Aktienmärkten auf Rekordlevel, die eine umfassende Rückkehr zu einem konjunkturellen „Prä Corona“-Level eingepreist haben, wird die wirtschaftliche Entwicklung zur Achillesferse.

Zwar war die US-Industrieproduktion mit +1,6 Prozent im Dezember unerwartet deutlich zum Vormonat gestiegen, wie am Freitag gemeldet wurde. Sie liegt aber immer noch 3,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Und das war noch eine gute Nachricht. Ebenfalls am Freitag wurde ein unerwartet deutlicher Rückgang in der Kernrate der Einzelhandelsumsätze um 1,4 Prozent gemeldet (nach -1,3 Prozent im November, jeweils zum Vormonat). Dazu kamen ein relativ schwacher Konjunkturindex der Notenbank von New York und ein gefallener Level beim „Januar-Halbzeitwert“ des von der Universität Michigan ermittelten Verbrauchervertrauens. Bereits am Donnerstag meldete das US-Arbeitsministerium einen deutlichen Anstieg bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (965,000, Prognose 795.000). Die Erholung, die in den Aktienmärkten vorweggenommen wurde, ist längst einem erneuten Abrutschen gewichen. Was muss gelingen, um den Rückfall in die Rezession aufzuhalten?

Die Pandemie müsste jetzt durch rasante Impfungen schnell in den Griff kommen, so dass man ohne Lockdown auskommt. Das ist derzeit unwahrscheinlich.

Die neue Regierung müsste schnelle Konjunkturmaßnahmen mit ausreichender Tragweite umsetzen können, ohne von den Republikanern ausgebremst zu werden. Auch das ist unwahrscheinlich, auch mit dem 51:50-Verhältnis im Senat kann man nicht einfach so „durchregieren“.

Und Unruhen dürfen die Situation nicht noch verschlimmern, was offen bleibt.

Sieht man sich dazu die chart- und markttechnische Lage an, stellt man fest, dass der marktbreite S&P 500 im langfristigen Bild bei einer logarithmischen Skalierung, die die prozentualen Veränderungen unverfälscht abbildet, nahe am oberen Ende des 2009 etablierten Aufwärtstrendkanals angekommen ist. Auf Tagesbasis wird der Index durch einen Mitte November etablierten Aufwärtstrendkanal geführt und ist derzeit seitens schnell reagierender Indikatoren wie dem Stochastik-Oszillator (im Chart unten mit eingeblendet) relativ überkauft, wenngleich noch nicht zwingend heiß gelaufen.

Tageschart vom 15.01.2021, Kurs 3.768,25 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

Das Risiko, dass sich das Ignorieren kritischer Rahmenbedingungen nicht durchhalten lässt, ist hoch, egal, wie die Sache mit diesen bewaffneten Protesten ausgeht. Die Pandemie-Lage und das Abkippen der Konjunktur reichen als Belastungsfaktoren schon aus, zumal jetzt auch noch die Saison der Quartalsbilanzen beginnt. Aber:

Sollte es in den kommenden Tagen auf den Straßen ruhig bleiben, kann das erneute Käufe auslösen, einfach als Signal einer kurzfristigen Erleichterung, die die vorgenannten Faktoren erst einmal in den Hintergrund drängen. Aber wie gesagt, auf Dauer geht das nicht gut, daher:

Mit dem weiterhin intakten Trend mit zu schwimmen ist derzeit zwar noch alternativlos, eine konsequente Absicherung über Stoppkurse aber ebenfalls. Kurzfristige, aggressive Trader hätten in der unteren Begrenzung des November-Trendkanals, aktuell bei 3.700 Punkten, eine Orientierung für einen Stopp. Wer etwas weniger aggressiv agiert, sollte die Supportzone 3.550/3.588 Punkte im Auge behalten.

Den aktuellen Kurs und Chart des S&P 500 sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Monatschart vom 15.01.2021, Kurs 3.768,25 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen des S&P 500 Index

Das bullische Lager an der Wall Street ist unbestritten stark besetzt. Aber es ist unübersehbar, dass man dort nicht ohne Zweifel ist. Die immense, weil neu belebte Zuversicht, ausgelöst durch den anstehenden Regierungswechsel, die Chance auf eine baldige Verabschiedung des dringend benötigten Stimulus-Pakets und die nahenden Impfstoffe, trugen die Trader durch einen grandiosen November. Jetzt, Anfang Dezember, kehren die Zweifel zurück. Zu Recht.

Denn unerfreuliche Dämpfer bleiben nicht aus. Noch kämpfen die Bullen diese Rückschläge erfolgreich nieder, immerhin hat der marktbreite S&P 500 am Donnerstag mit 3.682,73 Punkten einen neuen Verlaufsrekord erreicht. Aber als das Wall Street Journal knapp eine Stunde vor Handelsende meldete, dass Pfizer aufgrund von Lieferketten-Problemen nur die Hälfte der für 2020 geplanten Impfstoff-Dosen ausliefern kann, sackte der S&P in wenigen Minuten um über 20 Punkte durch. Man ist anfällig für „bad news“.

S&P 500: Tages-Chart vom 03.12.2020, Kurs 3.666,72 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

Das wird so bleiben, solange aus den Hoffnungen nicht wirklich positive Fakten geworden sind. Zu lange wurden die Anleger immer wieder vertröstet. Das galt für die Impfstoffe, immerhin hatte Donald Trump die ersten Impfstoffe auf den Oktober terminiert. Und viele wollten das glauben. Das gilt für das Stimulus-Paket, das Ende Juli hätte stehen sollen. Und es wird auch für Veränderungen gelten, die man von der Biden-Regierung erwartet.

Gerade erst mussten die USA den Tag mit der bislang höchsten Zahl an Corona-Todesopfern melden. Und man fürchtet, dass die Thanksgiving-Tage die Lager dramatisch zuspitzen könnten. Die Impfstoffe sind aber noch nicht da … und bis genug US-Bürger geimpft sind, wird es viele Monate dauern.

Die neue Regierung wird nicht am 20. Januar arbeitsbereit sein. Bis alle Minister vereidigt sind, wird es dauern, da alle vom Senat überprüft und bestätigt werden müssen. Und wenn die Senats-Nachwahlen in Georgia Anfang Januar zu Ungunsten der Demokraten ausgehen, wird Joe Biden den Senat gegen sich haben, weil die Republikaner dort die Mehrheit behalten. 

Was das Stimulus-Paket angeht, erleben die Investoren die üblichen politischen Gefechte, die konstruktive Maßnahmen in entnervenden Grabenkriegen ersticken. Der einzige Vorteil ist: Da haben die Anleger offenbar keine großen Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Dramas, immerhin reagierte man am Donnerstag kaum auf Statements, dass man kurz vor einem Kompromiss stehen könnte. Was bedeutet: Hier lauert die Chance auf eine echte, positive Überraschung. Allerdings:

Um ein solches Konjunkturpaket zum Treibstoff für einen erneut durchstartenden S&P 500 zu machen, müsste das, was dann durch die Mühlen der Politik hindurchging, wirklich tauglich sein, der US-Wirtschaft das Fundament zu bieten, zu nachhaltigem Wachstum zurückzukehren. Und wie die Anleger einen solchen Kompromiss werten, lässt sich erst erkennen, wenn er auf dem Tisch liegt. Unter dem Strich bleibt indes: Mit dem wiedergekehrten Zweifel bleibt auch die Chance für neue Hochs, denn an der sogenannten „Mauer der Angst“ klettern die Kurse oft am sichersten höher. Wieso?

Weil diejenigen, die dann Long gehen, wissen, dass Gegenwind möglich ist und woher er kommen könnte. Euphorie, wie man sie zeitweise im November sah, ist hingegen fatal, weil zu viele zu leicht von ihren Wolken geworfen werden können. Wer indes weiß, dass das Eis dünn ist, geht vorsichtig zu Werke. Es sind daher gerade diese Zweifel, die dem Aufwärtstrend des S&P 500 Robustheit verleihen können. Aber nur unter der Voraussetzung, dass negative Nachrichten im Rahmen dessen bleiben, womit die bullischen Akteure derzeit rechnen.

Darauf kann man sich in einem so unsicheren Umfeld nicht einfach blind verlassen, daher wäre es unbedingt zu überlegen, laufende Long-Trades konsequent abzusichern. Sollte der S&P 500 die jetzt bezwungene und damit zur Unterstützung gewordene Zone 3.550/3.588 Punkte wieder unterschreiten, müsste man unterstellen, dass diese „Mauer der Angst“ nicht stark genug war, um der Realität standzuhalten. Aber solange sie hält, wäre es verwegen, deren Einsturz einfach zu unterstellen und sich auf das noch dünnere Eis von gegen den Trend gerichteten Short-Trades zu begeben.

S&P 500: Monats-Chart vom 03.12.2020, Kurs 3.666,72 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

Die Zahl der täglichen Todesopfer durch die Corona-Pandemie in den USA liegt nach offiziellen Zahlen wieder über 1.000. Die Zahl der Neuinfektionen sprengt selbst die düstersten Prognosen. Und aus dem Weißen Haus, wo es von Mr. Trump im Frühjahr hieß, man werde zukünftig Corona-„Brandherde“ gezielt isolieren und effektiv und schnell bekämpfen, kommt keine Reaktion. Dasselbe gilt hinsichtlich des seit Ende Juli überfälligen und auf dem Altar des Wahlkampfs geopferten Konjunkturpakets. Und die Personal-Rochade in Verteidigungs- und Heimatschutzministerium macht immer mehr Militärs, Politikern und Bürgern große Sorge.

Die beiden größten Probleme, Pandemie und Konjunktur, werden also mindestens noch gut zwei Monate auf konstruktive Gegenmaßnahmen warten müssen. Und nüchtern betrachtet noch länger, denn die neue Regierung kann nicht am ersten Tag erledigen, was zuvor monatelang ignoriert wurde, zumal der US-Senat mit hoher Wahrscheinlichkeit seine republikanische Mehrheit behalten wird.

S&P 500: Tages-Chart vom 13.11.2020, Kurs 3.585,15 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

So gesehen scheint es, dass sich die Käuferseite am US-Aktienmarkt sehr weit aus dem Fenster lehnt, wenn man den Dow Jones am Freitag wieder an das „Prä Corona“-Rekordhoch vom 12. Februar zog und den Versuch startete, den marktbreiten S&P 500-Index auf einen neuen Schlussrekord zu hieven. Denn dass jetzt die ersten Impfstoffe in den Zulassungsprozess kommen, war für diese Zeit erwartet worden. Dass Biden die Wahl gewinnt, ebenso. Reicht es, um das bisherige Rekordhoch des S&P 500 nachhaltig zu überwinden, nur weil eintrifft, woraufhin viele Wochen und Monate vorgekauft wurde?

Da die Realität erst in Monaten weitere Fortschritte „liefern“ kann, ist das fraglich. Denn schließlich können sich so Pandemie und Konjunkturlage erst einmal brisant lange verschlechtern. Dass der Halbzeitstand des Novembers beim von der Universität Michigan ermittelten US-Verbrauchervertrauen wider der Prognosen der Volkswirte gegenüber dem Stand vom Oktober nachgab, macht deutlich, dass die Wirtschaft weiteren Stimulus braucht … der vorerst nicht kommt.

Es fällt auf, dass der S&P 500 am vergangenen Montag mit 3.646 Punkten einen neuen Verlaufsrekord erzielte, der dann aber abverkauft wurde. Es blieb zwar ein Plus zum Freitag davor, aber es reichte nicht für einen Schlusskurs über dem bisherigen Schlusskurs-Hoch vom September bei 3.580,84 Punkten. Heute gingen es die Bullen erneut an:

Bis auf 3.593,66 Zähler lief der Index, dann bremsten ihn in der letzten Handelsviertelstunde leichte Gewinnmitnahmen. Mit 3.585,15 Punkten reichte es immerhin, den alten Schlusskurs-Rekord knapp zu überbieten. Das Ziel solcher Aktionen ist klar, vor allem, wenn es seitens der Nachrichtenlage für solche Käufe keine unmittelbaren Auslöser gibt: Man will das Momentum der Rallye aufrechterhalten und die Anleger mit einem guten Gefühl ins Wochenende schicken, um weitere Käufe zum Wochenstart zu provozieren, die dann einen nachhaltigen Ausbruch nach oben sicherstellen sollen.

Das funktioniert öfter, aber nicht immer. Und ebenso oft kommt es dann dazu, dass die Anschlusskäufe ausbleiben und der Index wieder unter das vorherige, knapp überbotene Hoch zurückfällt. Sollten bis heute Früh keine neuen, wirklich bullischen Nachrichten hinzukommen, könnte es auch diesmal so laufen. Nicht zuletzt mit einem Seitenblick auf den Chart auf Wochenbasis, wo auffällt, dass der Rallye des vergangenen Montags womöglich nicht zufällig knapp unterhalb der über die Hochs vom Februar und September zu zeichnenden Hausse-Begrenzungslinie die Puste ausging.

Grundsätzlich bullisch ist der S&P 500 zwar dennoch. Aber diesem in der Spitze schon um die 400 Punkte ausmachenden Rallye-Schub seit der Monatswende jetzt noch hinterherzulaufen, erscheint gewagt.

Gestern kam es am US-Aktienmarkt zu einer regelrechten Party. Vor allem Technologiewerte schossen in die Höhe.

Facebook und Paypal +8%, Amazon und Google +6%. Bei Krankenversicherern wie United Health oder Anthem ging es sogar um über 10% aufwärts. Das sieht man nicht alle Tage.

Unsicherheit

Man muss sich wirklich fragen, was hier eigentlich gefeiert wird. Normalerweise reagiert die Börse allergisch auf Unsicherheit.
Der Wahlausgang ist keineswegs ausgemachte Sache, viel mehr dürfte es auf eine wochenlange Hängepartie hinauslaufen.

Die Wahlergebnisse werden wohl in mehreren Staaten angefochten. Trump, Biden und ihre Parteien werden die Sache vor Gericht austragen.

Es kann also niemand mit Sicherheit sagen, was in den nächsten Wochen passieren wird, wer Präsident wird und wie die Gerichte entscheiden werden.

Sicherheit sieht wahrlich anders aus. Dass die Börse das feiert, ist auf den ersten Blick erstaunlich.

Was wird hier gefeiert?

Wenn man etwas genauer darüber nachdenkt, stellt man fest, dass der Wahlausgang nahezu optimal für die Börse ist.

Die bestmögliche Variante wäre wohl, dass Biden Präsident wird, die Republikaner aber die Mehrheit im Senat behalten. Genau danach sieht es derzeit am ehesten aus.

Selbst die glühendsten Anhänger von Trump werden wohl zugeben, dass der Donald ziemlich unberechenbar ist. Niemand konnte jemals vorhersagen, was der bisherige Präsident als Nächstes macht.
Biden ist sehr viel ruhiger, geradezu langweilig und ambitionslos. Er steht für den Status Quo und sicher nicht für Veränderung.

4 Jahre Stillstand

Allen großen Reformen hat er bereits eine Absage erteilt. Kein Wunder, dass die Wahl so eng ausgegangen ist. Biden mobilisiert seine Wählerschaft nicht annähernd so effektiv wie Trump.

Biden steht also für Ruhe und den Status Quo. Das mag die Börse.

Wenn gleichzeitig die Mehrheit im Senat von den Republikanern gestellt wird, sind größere Reformen ohnehin unmöglich. Die Reps können und werden alles blockieren, um Biden zu schaden. Vor allem, wenn es nach ihrer Ansicht wirtschaftsfeindlich ist.

Es wird also weder zu Steuererhöhungen für Unternehmen oder Reiche kommen, noch zu einer Gesundheitsreform oder irgendwelchen tiefgreifenden Veränderungen.
Das bedeutet auch, dass es wohl keine Milliarden für erneuerbare Energien geben wird. Daher wurden die entsprechenden Aktien gestern verkauft.

Jackpot

Uns erwarten 4 Jahre Stillstand. Für die Börse ist das quasi der Jackpot. Man muss sich keinerlei Sorgen um Reformen, Steuererhöhungen oder irgendwelche Regulierung machen.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich kann mich mit diesem Gedanken durchaus anfreunden. Hauptsache das Theater der letzten Jahre hat ein Ende.
Ein wenig Ruhe und eine weniger feindselige und aufgeheizte Stimmung ist sicher nicht schlecht.

Aus diesem Grund ist der Markt gestern durch die Decke gegangen. Die Unternehmenssteuern dürften in den kommenden vier Jahren auf historisch niedrigem Niveau bleiben.
Die Monopole der großen Tech-Konzerne werden nicht angetastet.
Das „US-Gesundheitswesen“ darf die Bürger weiterhin schröpfen.

Die Bullen sitzen fest im Sattel und die wirtschaftlichen Folgen von Corona werden weiterhin ignoriert, daran hat sich durch die Wahl nichts geändert.
Ob das mit Blick auf neue Rekordzahlen bei den weltweiten Infektionen und Todeszahlen vernünftig ist, ist eine andere Frage.
Aber die Notenbanken stehen ja bereits Gewehr bei Fuß…

Chart vom 05.11.2020 Kurs: 3.443 Kürzel: SPX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 05.11.2020 Kurs: 3.443 Kürzel: SPX – Wochenkerzen

Heute Früh um 7:30 Uhr ist weiterhin offen, wer der nächste Präsident der USA sein wird. Und nicht nur das. Auch das Rennen um die Mehrheit im US-Senat ist noch Stunden, womöglich sogar länger von einem Zieleinlauf entfernt. Bislang steht dort ein gewonnener Sitz zu einem verlorenen Sitz auf beiden Seiten; bei elf Senatsposten ist offen, wer das Rennen macht. Gleiches gilt für die Präsidentschaft, vor allem Pennsylvania ist offenbar noch weit von einem klaren Ergebnis entfernt. Und jetzt? Gibt womöglich der nächtliche US-Futures-Handel eine Orientierung, wie der Markt auf einen Trump- oder auf einen Biden-Sieg reagieren wird?

Es gibt vage Tendenzen, wenn man das Einlaufen der Wahlnachrichten mit dem Verlauf des S&P 500-Future in der Nacht vergleicht, die andeuten, dass die Mehrheit der Investoren einen Biden-Sieg favorisieren könnte. Immer dann, wenn sich für diesen die Auszählungsergebnisse für Biden positiv entwickelten, zog der Future an. Das war direkt nach Schließung der ersten Wahllokale um Mitternacht unserer Zeit der Fall, ganz besonders stark war aber eine Rallye, die sich kurz vor bis kurz nach vier Uhr abspielte und den Future, der zuvor wieder gegenüber dem regulären Dienstags-Closing ins Minus gerutscht war, binnen 35 Minuten um sagenhafte drei Prozent höher trug. Aber daraus abzuleiten, dass ein Biden-Sieg eine Rallye, ein Trump-Sieg einen Selloff auslösen muss, wäre voreilig. Grund:

Expertenmeinung: Was die Investoren vor allem erhoffen, ist eine Situation, in der die beiderseitige politische Blockade wichtiger Entscheidungen aufhört, allen voran das US-Konjunkturpaket, das seit Monaten feststeckt. Da dürfte es vielen sogar relativ egal sein, wer dann im Weißen Haus sitzt, Hauptsache, der Präsident und die Mehrheit im Senat gehören zur selben Partei. Denn sollte Trump gewinnen, der Senat aber mehrheitlich von Demokraten besetzt sein, wäre für die Republikaner nichts gewonnen und die Blockadepolitik zwischen Oval Office und Kongress würde sogar auf eine noch extremere Ebene gehoben. Solange das noch völlig offen ist, sind diese nächtlichen Ausschläge, so immens sie auch ausfielen, nur Ausdruck großer Nervosität und keine Richtungsvorgabe, weder in Sachen politischer Präferenzen noch in Sachen kommende Trendrichtung. An diesem Mittwochmorgen bleibt daher zunächst die Charttechnik als Ankerpunkt. Wo liegen die Schlüsselpunkte für das bullische bzw. das bärische Lager? Auf der Oberseite ist es der Kreuzwiderstand aus kurzfristiger Abwärtstrendlinie und 20-Tage-Linie, auf den es ankommt. Diese Hürde liegt momentan um 3.420 Punkte und wurden im nächtlichen Futures-Handel bereits getestet … ohne sie, Stand 7:30 Uhr, bereits überwinden zu können. Sollte der S&P 500 diese Zone auf Schlusskursbasis schaffen, wäre das ein markant bullisches Signal, egal, ob das heute schon gelingt oder erst in einigen Tagen. Die entscheidende Supportlinie findet sich im Bereich 3.209/3.233: Das ist die Wendezone, die sich aus dem Juni-Hoch und den Tiefs der Monate September und Oktober definiert. Gerade erst am vergangenen Freitag getestet und gehalten wäre ein Closing unterhalb dieser Zone ein Signal dafür, dass diese US-Wahl den Investoren schwer im Magen liegt. Aber noch ist sie nicht entschieden, da ist, angesichts der nervösen „Zuckungen“, die wir zur Stunde sehen, in Sachen Prognose der kommenden Trendrichtung höchste Vorsicht angesagt!

S&P 500: Chart vom 03.11.2020, Kurs 3.369,16 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

Eine toxische Mischung

In den letzten x Wochen habe ich in Webinaren, Analysen und auf Guidants immer wieder gewarnt.
Ich möchte das heute nochmal wiederholen, um Ihnen die Probleme eindringlich vor Augen zu führen.

Jetzt hat man noch die Möglichkeit, zu halbwegs vernünftigen Kursen Geld vom Tisch zu nehmen und Gewinne zu realisieren.
Selbst der Dax ist nicht sonderlich weit vom Allzeithoch entfernt, beim S&P500 und einigen anderen Indizes ist die Lage noch besser.

Kurspotenzial?

Der Markt befindet sich aus meiner Sicht in einer prekären Situation. Die Bewertungen sind außerordentlich hoch, die wirtschaftliche Lage bestenfalls mittelprächtig, der Mittelstand liegt am Boden.
Das wird auch an den börsennotierten Konzernen nicht spurlos vorbeigehen.

Die zweite Corona-Welle läuft seit geraumer Zeit und weitere Maßnahmen waren nur eine Frage der Zeit.

Die wirtschaftliche Unsicherheit spottet jeglichem Vergleich, die Infektionszahlen steigen weltweit und bereits seit Wochen. In einigen Ländern ist die Lage außer Kontrolle.

Für weiter steigende Kurse gibt es nur ein Argument: Liquidität.
Alle anderen Faktoren zeigen zur Unterseite.

Ich hatte es Anfang des Monats schon ausführlich beschrieben: Man will uns einen Bären aufbinden

Trugschluss

Von allen Seiten wird uns weisgemacht, dass wir es mit einer V-förmigen Erholung der Wirtschaft zu tun haben. Dass auf den massiven Einbruch also eine ebenso starke Erholung folgt.

Genau dieses Szenario spielt auch die Börse. Die Indizes stehen weltweit nahe der Allzeithochs, als gäbe es keine Probleme.

In Wirklichkeit wird das ganze Kartenhaus aber nur von einem Faktor zusammengehalten: billiges Geld.

Trübt sich die wirtschaftliche Lage aber wieder ein und sollte sich die V-förmige Erholung als Trugschluss herausstellen, könnte sich die Lage schlagartig verändern.

Wie schnell es dann gehen kann, haben wir im Februar erlebt. Plötzlich kam es zu einem Käuferstreik, der ganz einfach zu erklären ist.
Erwartet man weiter fallende Kurse, kauft man keine Aktien, egal wie viel Geld man auf der hohen Kante hat.

Wie viel bleibt von dem Argument „Liquidität“ im Zweifelsfall also übrig?

Lockdown und der wirtschaftliche Schaden

Ich möchte gar nicht beurteilen, ob die Maßnahmen, die auf uns zukommen, übertrieben sind oder nicht. Ich denke das kann niemand abschließend beurteilen, wenn er wirklich ehrlich ist.

Wir kennen schließlich weder die genaue Sterblichkeit, noch die exakten Infektionszahlen. Wie groß ist der Teil der Bevölkerung, der sich bereits infiziert hat und wieder genesen ist?
Wie sieht es mit Folgeschäden aus? Leider gibt es auch Patienten mit leichtem Krankheitsverlauf, die dennoch dauerhafte Lungenschäden und ähnliches davontragen.

Wir stehen vor vielen unbeantworteten Fragen. Es dürfte aber sicher sein, dass es auch in Deutschland zu einem weiteren Lockdown kommt.
Berichten zufolge sollen Schulen und Kindergärten dieses Mal offenbleiben, doch was hilft das einem Restaurantbetreiber, der wieder dichtmachen muss?

Die wirtschaftlichen Auswirkungen und Schäden dürften enorm sein. Das kann der Aktienmarkt nicht einfach ignorieren.

Es musste so kommen

Ich kann Ihnen nur den bereits zuvor verlinkten Artikel empfehlen, er ist heute so aktuell wie damals.

Es ist also schon lange klar, dass es nicht zu einer V-förmigen Erholung der Wirtschaft kommt.
Die konjunkturelle Lage hat sich nach dem ersten Rebound bereits wieder eingetrübt.

Mitte des Monats hatte ich noch eine ausführliche Warnung abgesetzt: Droht noch ein Lockdown?

Die zweite Welle war damals bereits in vollem Gange und die ersten Länder verhängten wieder einen Lockdown.
Jetzt ist es auch bei uns so weit und die wirklichen Probleme fangen erst an, sowohl wirtschaftlich wie auch im Gesundheitswesen.

Das kann der Aktienmarkt nicht ignorieren und es scheint auch ganz so, als würde man langsam aufwachen.

Charts

S&P500 und Dax sind über Wochen hinweg auf der Oberseite gescheitert. Aus technischer Sicht sind die Indizes klar angeschlagen

Fällt der S&P500 jetzt unter 3.390 Punkte, drohen Anschlussverkäufe in Richtung 3.230 Punkte.
Darunter kippt das Chartbild zunehmend. Das nächste Kursziel läge dann bei 3.000 Punkten.

Der Dax hat unter 12.500 und 12.000 Punkten bereits Verkaufssignale ausgelöst. Mögliche Kursziele liegen bei 11.600 und 11.250 Punkten.
Darunter wäre der der Weg in Richtung 10.750 und 10.250 Punkte frei.

Chart vom 28.10.2020 Kurs: 11.680 Kürzel: DAX - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 28.10.2020 Kurs: 11.680 Kürzel: DAX – Tageskerzen
Chart vom 28.10.2020 Kurs: 3.390 Kürzel: SPX - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 28.10.2020 Kurs: 3.390 Kürzel: SPX – Tageskerzen