Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Dieser Markt ist brandgefährlich: Autodesk

Autodesk ist ein weltweit führender Anbieter von Software für CAD und Computeranimation. Die computergestützten 3D-Design Programme kommen in zahlreichen Branchen zum Einsatz. Beispielsweise in den Bereichen Architektur, Gebäudetechnik, Hoch- und Tiefbau, Automotive, Transportwesen, Mechanik, Maschinenbau, Medien und Unterhaltung sowie Versorgung, Medizintechnik und Telekommunikation.

Das hört sich gut an

Mit den Softwarelösungen von Autodesk lassen sich digitale Modelle und Abläufe von Projekten zeichnen und konstruieren und dadurch visualisieren, simulieren und analysieren. So lassen sich Pläne, Ideen und Konzepte am PC vor der Umsetzung virtuell erstellen, planen, testen und optimieren.

Das hört sich tatsächlich gut an und man kann sich leicht vorstellen, wie vielfältig die Anwendungsfelder dieser Anwendungen sind. Es gibt nur zwei Probleme. Selbstverständlich ist man nicht der einzige Anbieter und man scheint abgehängt geworden zu sein.

Denn die Branche wächst, doch der Umsatz von Autodesk ist seit einer gefühlten Ewigkeit rückläufig. In den letzten zehn Jahren sank der Umsatz von 2,32 auf zuletzt 2,06 Mrd. USD.
Die Margen sinken auf breiter Front. Der Gewinn ist im selben Zeitraum von 1,88 auf -0,48 USD eingebrochen.

Beim Cashflow sieht es nicht besser aus, die freien Mittel sind von 516 Mio. USD auf -49 Mio. USD gefallen.

Ausblick und fundamentale Bewertung

Autodesk hat also schwerwiegende Probleme. Die Aktie steigt aber unentwegt weiter, denn man gibt schließlich einen fulminanten Ausblick.

Und tatsächlich, nach mehreren Verlustjahren hat man den Turnaround wohl geschafft. Im laufenden Geschäftsjahr wird ein Gewinn von 0,97 USD je Aktie erwartet. Doch damit nicht genug, im Folgejahr sollen es bereit bereits 3,26 und dann über 5,00 USD je Aktie werden.

An dieser Stelle sollte man unbedingt einige Fragen stellen:
Wie kann der Gewinn ohne nennenswertes Umsatzwachstum plötzlich explodieren?
Wie realistisch ist der Ausblick und hat man in der Vergangenheit die Erwartungen erfüllt?
Wie hoch ist die Bewertung, falls das Kunststück gelingt?

Zum ersten Punkt:

Autodesk hat das Geschäft auf ein Abo-Modell und Cloud umgestellt. Das war sicherlich die richtige Entscheidung, ist zeitgemäß und hat auch bei anderen Unternehmen zum Erfolg geführt.
Tatsächlich ist der Umsatz in diesem Bereich auch massiv angestiegen, man hat aber genauso viel im Service-Bereich verloren. Unter dem Strich ist es bisher ein Nullsummenspiel und das Bruttoergebnis stagniert nach wie vor.

Es gibt also handfeste Hinweise darauf, dass der Ausblick zu positiv sein könnte.

Zu Punkt zwei:

Leider hat das Unternehmen wohl eine Neigung in diese Richtung. Es hat nicht lange gedauert, bis ich einen Ausblick von 2015 gefunden habe.

Hier wurde für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Umsatz von 2,7 Mrd. und ein Gewinn von 1,08 USD je Aktie erwartet. Tatsächlich wurden es aber 2,03 Mrd. und ein Verlust von 0,48 USD je Aktie.

Für das laufende Geschäftsjahr wurde ein Umsatz von 3,46 Mrd. und einen Gewinn von 2,64 USD je Aktie erwartet.
Nach drei abgeschlossenen Quartalen ist klar: Das Ziel kann unmöglich erreicht werden. Inzwischen geht man nur noch von 2,54 Mrd. USD und einem Gewinn von 0,95 – 0,99 USD je Aktie aus.

Die Diskrepanz ist erheblich. Das Erstaunliche daran ist, dass die Aktie dennoch weiter gestiegen und der Ausblick für die nächsten Jahre unangetastet geblieben ist.

Zum dritten Punkt:

Man hat also gute Gründe, den Ausblick zumindest anzuzweifeln. Man kann sogar die aktuellen Zahlen anzweifeln, denn blickt man auf die standardisierten GAAP-Zahlen, wurde in den ersten drei Quartalen kein Gewinn, sondern ein Verlust von 0,67 USD je Aktie erzielt. Der freie Cashflow war ebenfalls negativ und untermauert diese These.

Aber wischen wir zum Spaß all diese Probleme beiseite und gehen davon aus, dass Umsatz und Gewinn von Autodesk plötzlich regelrecht explodieren werden (warum auch immer…).

In diesem Fall läge die P/E im Geschäftsjahr 2020 dennoch bei 43. Das Chance-Risiko-Verhältnis scheint hier vollkommen aus dem Gefüge geraten zu sein.

Charttechnik

Man sollte derartige Gefahren keinesfalls im Depot haben. In 9 von 10 Fällen ist das Ergebnis ein Desaster.

Aus charttechnischer Sicht kommt es oberhalb von 140 USD dennoch zu einem Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 150 und 160 USD.

Fällt die Aktie hingegen unter 120 USD, droht der große Knall. Die Zocker und kurzfristigen Trader dürften dann wohl scharenweise das sinkende Boot verlassen. Wir haben unzählige male erlebt, wie schnell es gehen kann, wenn die Kurse nur noch auf Hoffnung basieren. Vielleicht hilft ein Blick in die Charts von Osram, Aixtron, RIB, freenet, Nemetschek und wie sie alle heißen.

Chart vom 27.11.2018 Kurs: 151,51 Kürzel: ADSK – Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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