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Dürr AG: Historische Analysen der letzten 6 Monate

Aktien-Portrait und Kursentwicklung: Dürr
Datum

Titel

Analysis

Die Aktie des vor allem die Automobilindustrie beliefernden Anlagenbauers Dürr fuhr am Donnerstag Achterbahn: Von Platz Eins der Verliererliste im MDAX ging es zum Handelsende auf Platz Eins der Kursgewinner. Und das auf Basis ein und derselben Quartalsbilanz, die das Unternehmen am Morgen vor Handelsbeginn veröffentlicht hatte. Wie ist so etwas möglich? Indem man aus zunächst negativ interpretierten Ergebnissen etwas Positives herauslas und dadurch Käufer das anfängliche Minus als Chance ansahen … ebenso wie Leerverkäufer, die bei einer etwas gutwilligeren Interpretation der Daten den Eindruck gewannen, ihre Positionen auf einem ideal niedrigen Niveau schließen zu können, die leer verkauften Aktien eindeckten und den Anstieg dadurch noch beschleunigten.

Das initiale Problem, das den anfänglichen Abgabedruck auslöste, war, dass Duerr zwar mehr umsetze als im Vorjahreszeitraum und dabei sogar die Analystenschätzungen übertraf. Aber der Gewinn blieb sehr deutlich unter den Prognosen und vor allem hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Kurz: Die Gewinnmarge steht kräftig unter Druck. Nicht gut, aber:

Expertenmeinung: Auf der anderen Seite hielt Dürr fest, dass der Auftragsbestand erfreulich hoch ist und die Nachfrage weiterhin sehr gut sei. Die Gesamtjahresprognose hielt man daher aufrecht und geht für 2018 weiterhin von einem Rekordumsatz aus. Das mag für einige Investoren hinreichend positiv geklungen haben, um einzusteigen, weil die Aktie, Sie sehen es im Chart, seit letzten November in drei kräftigen Abwärtsimpulsen in der Spitze bereits über 40 Prozent verloren hatte. Eine nachlassende Gewinnmarge ebenso wie das Risiko, im Zuge des Handelskriegs als Automobilzulieferer ebenfalls zwischen die Mühlsteine der Politik zu geraten, war da eigentlich bereits eingepreist. Und dass sich Dürr dennoch optimistisch gab, mochte wohl überzeugen.

So sehen wir hier jetzt einen starken Intraday-Turnaround, der die Aktie zum Handelsende knapp über die Widerstandslinie bei 40,40 Euro trug, an welcher Dürr im Juli noch nach unten abgewiesen worden war. Aus rein charttechnischer Sicht wäre der Weg nach oben erst einmal frei. Aber ob diese Wende „schussfest“ ist, ob die Aktie standhaft bliebe, wenn das ja keineswegs begrabene Thema von US-Strafzöllen für die europäische Automobilindustrie wieder aufgekocht wird, ist sehr fraglich. Daher würde sich, wenn man hier über einen Long-Trade nachdenkt, in jedem Fall ein konsequent enger Stop Loss anbieten.

Chart vom 09.08.2018, Kurs 40,93 Euro, Kürzel DUE

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach wie vor tut sich die Aktie des Maschinen- und Anlangenbauers Dürr schwer, die negativen Tendenzen der letzten Wochen abzuschütteln. Der Start zur Talfahrt begann Ende Juni mit einer großen roten Powerkerze, welche das Signal zum Abverkauf gab. Seither haben die Bären das Ruder fest in der Hand und auch das bisherige Jahrestief bei 40.41 EUR wurde nunmehr nach unten gebrochen. Somit wurde diese Marke zu einem Widerstand im Chart, welcher bereits einen Monat später erfolglos von den Bullen getestet wurde. Auch die wichtigen gleitenden Durchschnitte zeigen weiterhin nachhaltig in Richtung Süden und signalisieren somit negatives Momentum.

 

Expertenmeinung:
Wenn der Abwärtstrend gebrochen werden soll, muss also exakt dieser Widerstand gebrochen werden. Ein Schlusskurs darüber würde den Bären den Wind aus den Segeln nehmen und ein erster Schritt in Richtung einer möglichen Trendwende wäre vollbracht. Solange sich die Kurse jedoch unter dieser Marke befinden, ist weiterhin von fallenden Kursnotierungen auszugehen. Daher belassen wir unsere Aussichten auf Dürr vorerst auf der bärischen Seite. Eventuell können ja die Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal, welche heute veröffentlicht werden, hier einen entscheidenden Impuls nach oben geben.

Aussicht: BÄRISCH

20180908-duerr-exakt-hier-muss-die-aktie-jetzt-hin

Normalerweise hat ein Aktiensplit einen für den Aktienkurs positiven Effekt. Durch den daraus resultierenden, deutlich niedrigeren Kurs wirkt die Aktie „billiger“ und damit attraktiver. Aber im Fall des Maschinenbauers Dürr half das nichts. Hier wurde am vergangenen Freitag ein Aktiensplit von 2:1 vorgenommen, aus einer „alten“ Dürr-Aktie wurde damit zwei „neue“. Aber statt zuzulegen, sackte der Kurs schon an diesem Freitag durch – und fällt seither weiter. Und damit nicht genug, deutet das Chartbild an, dass da noch allerhand auf der Unterseite nachkommen könnte. Wieso ging dieser Aktiensplit so nach hinten los? Das könnte daran gelegen haben, dass viele Anleger dachten, mit dem Split würde es zu einer Rallye kommen, im Vorfeld eingestiegen sind und dann sofort ausstiegen, als sichtbar wurde, dass diese Spekulation nicht  aufgeht. Dass sie nicht aufging, lag wohl vor allem daran, dass der Maschinenbauer Dürr diesen Split ausgerechnet an dem Tag vornahm, an dem Donald Trump seine Drohungen gegen die europäische Automobilindustrie erneuerte. Denn Dürr liefert seine Anlagern vor allem an Autobauer … und würde daher als Zulieferer ebenso, wenn nicht intensiver, von Strafmaßnahmen der USA getroffen werden. Denn wenn die Autokonzerne unter Druck geraten, werden Investitionen in neue Anlagen, wie Dürr sie liefert, schnell mal aufgeschoben und bisweilen einfach storniert.

Expertenmeinung: Dementsprechend rutsche die Aktie am Freitag ab, noch zusätzlich gedrückt von denen, die dachten, durch den Aktiensplit einen schnellen Gewinn machen zu können. Und der Kurs fiel am Montag und Dienstag weiter, denn die Befürchtung, dass Donald Trump  Ernst macht, gewinn sukzessive an Substanz. Hinzu kommt, dass die Aktie bereits im Vorfeld ein negatives charttechnisches Bild abgeliefert hatte. Der Chart zeigt, dass Dürr im März eine Schulter-Kopf-Schulter-Trendwendeformation vollendet hatte. An die Nackenlinie der Formation bei knapp 50 Euro, die mit der knapp darüber, bei aktuell 50,33 Euro, verlaufenden 200-Tage-Linie einen markanten Kreuzwiderstand bildete, lief die Aktie bis Mitte Juni zurück, wurde dort aber scharf nach unten abgewiesen. Damit ist ein Pullback an den Ausbruchslevel abgeschlossen, der das bärische Signal, das diese Formation ausgelöst hat, noch einmal bestätigt. Seither fällt Dürr zügig. Und die wachsende Verunsicherung am Markt kann ausreichen, um das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 40,40 Euro, das die Aktie Ende April markiert hatte, zeitnah zu durchbrechen. Chartbild und Rahmenbedingungen vereinen sich hier zu einem derzeit klar bärischen Gesamtbild.

Chart vom 26.06.2018, Kurs 41,79 Euro, Kürzel DUE

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