Netflix Aktie Prognose Totgesagte leben länger: Netflix gewinnt 7,7 Mio. neue Kunden

News: Aktuelle Analyse der Netflix Aktie

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Netflix
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Netflix ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Börse funktioniert. Man könnte auch sagen, es ist ein gutes Beispiel dafür, wie schlecht die Börse funktioniert und wie weit wir von einem effizienten System entfernt sind.

Es ist immer dasselbe

Ich möchte die ganze Geschichte nicht in allen Details aufdröseln, aber was hier geschehen ist, ist wahrlich bemerkenswert.

Über Monate hinweg jagte die Aktie von einem Hoch zum anderen. Für Anleger schien es keine Rolle mehr zu spielen, ob der Börsenwert von Netflix bei 120, 200 oder 300 Milliarden Dollar liegt.
Bei Netflix lief es blendend, daher wurde die Aktie auch einfach gekauft, was sollte schon schiefgehen?

Die Antwort darauf kennen wir inzwischen. Selbstverständlich war das Wachstum von 2020/2021 nicht nachhaltig und auch nicht wiederholbar.
Und selbstverständlich hat die Konkurrenz zugenommen, zum Beispiel durch Disney+.

All das war nicht nur absehbar, sondern vollkommen klar, auch als die Aktie noch bei 500-700 USD notierte. Damals wollte es nur niemand hören.

Es geht hier nicht darum, den Besserwisser zu spielen. Wer lange genug an der Börse dabei ist, weiß genau, dass man besser demütig sein sollte.
Es geht darum, dass wir alle etwas daraus lernen können.

Solange die Kurse steigen, will niemand etwas von Problemen und möglichen Fallstricken wissen.
Während Aktien in die Tiefe rauschen, wird hingegen über nichts anderes diskutiert als über Probleme.

Menschen sind eben nicht rational und dementsprechend ist der Markt auch nicht effizient.
Wie könnte man es anders erklären, dass selbst der Kurs von Großkonzernen binnen weniger Monate von 252 auf 700 steigen und dann auf 162 USD fallen kann.

Der Herdentrieb schlägt zu

Während die Rallye in vollem Gange war, wurde in Foren und den Medien nur in den höchsten Tönen über Netflix gesprochen.
Bank- und Researchhäuser erhöhten die Kursziele wieder und wieder. Hinzu kommen Gier, Neid und die Angst, eine Rallye zu verpassen.

Diese und viele andere Faktoren verstärken sich gegenseitig und führen dazu, dass es an der Börse immer wieder zu Übertreibungen kommt.
Das gilt auf der Ober- wie auch auf der Unterseite.

Wie viele bullische Einschätzungen und Kommentare zu Netflix gab es, als die Aktie im Sinkflug war und bei 162 oder 215 USD notiert hat?
Viele waren es jedenfalls nicht (Link), Warnungen hörte man hingegen genug.

Dabei ist es doch vollkommen klar, dass das Chance-Risiko-Verhältnis umso besser wird, je niedriger der Kurs ist.
Und ebenso wie es klar war, dass das Wachstum von 2020/2021 nicht anhalten wird, konnte man auch ziemlich sicher sein, dass Netflix die darauffolgende Flaute überstehen wird.

7,7 Millionen neue Kunden

Das Interessanteste daran ist, dass Netflix selbst während der Flaute wachsen konnte. Die Nutzerzahlen stagnierten zwar kurzzeitig, der Umsatz allerdings nicht.

Selbst wenn man davon ausgegangen wäre, dass Netflix zukünftig kaum noch organisch wachsen kann, hätte das Unternehmen noch Möglichkeiten gehabt:
Ein werbe-basiertes Angebot, Maßnahmen gegen Sharing von Accounts, steigende Abopreise und Gaming (Link).

Inzwischen wissen wir aber, dass Netflix doch noch neue Kunden gewinnen kann. Im letzten Quartal waren es 7,7 Millionen.

Der Gewinn lag mit 0,12 je Aktie trotzdem weit unter den Erwartungen von 0,45 USD. Der Umsatz lag mit 7,85 Mrd. im Rahmen der Analystenschätzungen.

Der gemeldete Gewinn ist aber ohnehin kein guter Maßstab und wurde obendrein durch einen nicht zahlungswirksamen Verlust in Höhe von 462 Mio. USD belastet, der durch die Neubewertung von Schulden in Euro zustande gekommen ist.

Viel wichtiger ist, dass Netflix im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr einen freien Cashflow von 1,6 Mrd. USD erzielt hat und für 2023 einen FCF von mindestens 3,0 Mrd. USD in Aussicht stellt.

Der FCF lag 2022 also bei 3,60 USD je Aktie (erwartet wurden nur 2,32 USD) und soll 2023 auf 6,75 USD je Aktie steigen.
Die bisherigen Konsensschätzungen lagen bei 5,75 USD.

Fragen Sie die Zwanzigjährigen

Noch wichtiger ist die Perspektive von Netflix. Dazu findet man auf Seite 7 des aktuellen Quartalsberichts eine interessante Grafik (Link).

Je nachdem in welchem Land entfallen heute nur 6-40% des TV-Konsums auf Streaming und der Rest auf das lineare Fernsehen.
Das wird sich in Zukunft drastisch ändern.

Fragen Sie mal ein Dutzend Zwanzigjährige, wie viel lineares Fernsehen sie konsumieren und wie viel YouTube, Netflix & Co.
Die meisten werden Ihnen wohl antworten, dass sie kaum oder überhaupt kein TV schauen oder nicht mal mehr einen Fernseher besitzen.

Das wäre bereits eine interessante Erkenntnis. Es wird aber noch interessanter, wenn man den Advertising-Markt betrachtet, denn der hinkt diesem Trend sogar noch hinterher.
Was meine ich damit?

Nehmen wir beispielsweise den US-Markt. Dort entfallen inzwischen rund 40% des TV-Konsums auf Streaming, gleichzeitig aber nur 3% des Werbebudgets.

Im Jahr 2021 wurden in den USA 65,66 Mrd. USD für TV-Werbung ausgegeben und nur 2,08 Mrd. USD für Werbung im Streaming-Segment.
In den meisten anderen Ländern ist die Schere noch viel größer.

Für die Werbetreibenden ergibt das aus vielerlei Gründen überhaupt keinen Sinn.
Denn selbstverständlich sind für den Konsum vor allem jüngere Menschen wichtig und die spricht man am besten Digital an.
Obendrein kann man die jeweilige Zielgruppe im Streaming-Umfeld viel genauer identifizieren und zielgerichtete Werbung schalten.

Diese Diskrepanz im Advertising-Markt ist vor allem dadurch begründet, dass Streaming-Anbieter wie Netflix bisher keine Werbung geschaltet haben.

Big Business

Daraus lassen sich einige recht interessante Überlegungen ableiten.
Nehmen wir „zum Spaß“ mal an, dass die Werbebudgets perspektivisch dem Medienkonsum entsprechen.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass Streaming im Vergleich zum linearen Fernsehen nicht noch mehr an Gewicht gewinnen wird oder Netflix seine Marktanteile ausbauen könnte, würde das zu Milliarden an Mehreinnahmen führen.

In diesem Gedankenexperiment würden in den USA rund 5,25 Mrd. USD der Werbebudgets auf Netflix entfallen und weltweit 12,8 Mrd. USD.
Advertising ist Big Business.

Überschriften

Der Vollständigkeit halber sollten wir vielleicht noch zwei Punkte anschneiden, vor allem, da sie die Berichterstattung dominieren:
Netflix will stärker gegen Account-Sharing vorgehen und Firmenchef Hastings tritt ab.

Beides ist ziemlich belanglos und/oder nicht neu. Dass man Account-Sharing einen Riegel vorschieben will, sollte selbstverständlich sein und das wurde auch schon vor Monaten kommuniziert.
In der verlinkten Analyse sind wir ebenfalls auf das Thema eingegangen.

„Firmenchef Hastings tritt ab“, „Netflix verliert Chef“ oder „Rücktritt des Firmengründers“ – so lauten die Überschriften.

Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, die Artikel komplett zu lesen. Aber eine Suche nach den Worten „Chairman“ oder „Aufsichtsrat“ war in den drei Artikeln ergebnislos.

Wir dürfen also davon ausgehen, dass nur der „Rücktritt“ thematisiert wurde, aber nicht der Umstand, dass Hastings 62 Jahre alt ist, einer der größten Anteilseigner von Netflix bleibt und zukünftig den Posten als Executive Chairman übernimmt.
Hastings wechselt also nur in den Aufsichtsrat.

Chart vom 20.01.2023 – Kurs: 334,33 Kürzel: NFLX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 20.01.2023 – Kurs: 334,33 Kürzel: NFLX – Wochenkerzen

Netflix notiert vorbörslich 5,87% im Plus bei 334,33 USD. Kann dieser Anstieg auch im regulären Handel bestätigt werden, kommt es mit dem Ausbruch über 330 USD zu einem Kaufsignal.
Mögliche Kursziele liegen bei 380 sowie 400-413 USD.

Fällt die Aktie hingegen unter 330 USD zurück, ist ein Rücksetzer zum Aufwärtstrend nahe 300 USD wahrscheinlich.
Fällt Netflix unter dieses Niveau, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.

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Vorherige Analysen der Netflix Aktie

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Der Markt wird immer ineffizienter, denn es wird eigentlich nur noch gezockt. Investoren stellt das vor enorme Herausforderungen, doch es eröffnen sich auch Chancen.

Willkommen im Kasino

Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich das Blatt an der Börse manchmal wenden kann.
Es ist kein Wunder, dass viele Anleger mit Aktien umgehen, als wären sie im Casino. Denn teilweise verhalten sich Aktien wirklich wie Lotterie-Lose. Kurse rauschen in den Keller oder schießen geradezu beliebig in die Höhe, zumindest ist das im kurzfristigen Zeitfenster der Fall.

Und das Schlimmste daran ist, dass die Börse umso mehr zum Kasino verkommt, je mehr Anleger kurzfristig handeln.
Und genau danach sieht es aus. Es gibt kaum noch langfristige Investoren. Die Haltedauer von Aktien befindet sich seit Jahrzehnten im Sinkflug.

Dereinst lag die durchschnittliche Haltedauer von Aktien bei 8 Jahren, heute sind es 5,5 Monate.
(In terms of how long stocks stick around in a portfolio, the average investor holds shares for 5.5 months. This is according to an analysis of New York Stock Exchange (NYSE) data conducted by Reuters.)

Die Spitze des Eisbergs

Und das ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs, denn gleichzeitig hat sich ein bedeutender Teil des Handels vom Aktienmarkt auf Derivate verlagert.
Dort wird noch viel wilder gezockt. Die Haltedauer von CFDs oder anderen Hebelprodukten muss man wohl eher in Stunden oder Tagen messen, aber sicherlich nicht in Monaten oder Jahren.

Der allergrößte Teil des Börsenhandels ist also kurzfristiger Natur. Es wird versucht, von heute auf morgen Geld zu machen und zu antizipieren, in welche Richtung sich die Kurse in den nächsten fünf Minuten, Stunden oder bestenfalls noch Tagen entwickeln.

Die eigentliche Frage, wo ein Unternehmen in einigen Jahren stehen wird, gerät immer mehr in den Hintergrund.

Doch das muss nicht zwangsweise nur schlecht sein.
Denn es bedeutet, dass die kurzfristigen Ausschläge und Abweichungen vom intrinsischen Wert von Unternehmen größer werden.

Standhaftigkeit und Disziplin

Der Markt wird also ineffizienter und dadurch eröffnen sich noch größere Chancen.
Auf der anderen Seite werden aber auch die Anforderungen an Investoren größer, denn die größeren Schwankungsbreiten der Kurse verlangen eine noch größere Standhaftigkeit und Disziplin.

Wer nicht genug Standhaftigkeit an den Tag legt, dem entgehen die Gewinne und wer Hypes hinterherläuft und undiszipliniert wird, wird umso härter bestraft.

Ziehen wir mit Netflix ein konkretes Beispiel heran, dann wird die Sache etwas anschaulicher.

Wer der allgemeinen Euphorie erlegen ist und trotz der heraufziehenden Gefahren bei 600-700 USD eingestiegen ist, wurde dafür mit aller Härte bestraft.
Dabei war bereits vor dem Absturz klar, dass der US-Markt gesättigt ist und das Wachstum aus den Jahren 2020/2021 nicht wiederholbar sein wird.

Damals interessiert es nur niemanden, über diese Themen wurde erst gesprochen, als die Aktie bereits in den freien Fall überging (Wir hatten diese Themen auf LYNX Broker natürlich schon angesprochen, bevor es zum Absturz kam).

Wenn die Kurse in die Tiefe rauschen, muss man sich an einem gewissen Punkt die Frage stellen, ob der Abverkauf nicht zu weit geht.
Ich persönlich bin sicherlich zu früh ins Bullenlager gewechselt, konkret nachdem sich der Kurs bereits halbiert hatte. Wie wir inzwischen wissen, hat er sich anschließend nochmal halbiert.

Chart vom 16.01.2023 – Kurs: 332,82 Kürzel: NFLX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 16.01.2023 – Kurs: 332,82 Kürzel: NFLX – Wochenkerzen

Es ist keine Schande, das offen zu kommunizieren. Wir sind eben alle keine Hellseher und keiner weiß, wie sich die Kurse kurzfristig entwickeln, denn sie entstehen spontan und ohne viel Bezug zur geschäftlichen Realität von Unternehmen.

Die Börse ist eben wankelmütig und so schnell wie der Wind in die eine Richtung dreht, kann er auch in die andere drehen.
Das muss man durchschauen.

Dann fällt es einem deutlich leichter, diszipliniert und standhaft zu bleiben. Wem das gelungen ist, der konnte mit Netflix gutes Geld verdienen und wird es auch mit anderen Aktien.

Dazu gehört auch, dass man in einem ersten Einstieg nicht sein ganzes Pulver verschießt und noch nachlegen kann.
Ich würde jedem dazu raten, in Tranchen zu denken. Ich persönlich halte es ebenso und plane meine Investments meist in 3-5 Tranchen. Um genau zu sein, zielt die normale Planung auf 3 Tranchen ab. Mit der Möglichkeit eine vierte und fünfte zu ziehen, sollten sich die Kurse dementsprechend entwickeln.
Wenn das Money Management stimmt, ist das alles kein Problem.

Wenn Aktien, die man bei 350 USD bereits tendenziell positiv eingeschätzt hat, dann auf 250 oder 200 USD fallen, ist das eher ein Geschenkt als ein Problem.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die notwendige Disziplin und Standhaftigkeit an den Tag legen können.
Denn dann werden an der Börse außerordentliche Erfolge möglich.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Vorige Woche hatten wir uns die Aktie des US-Streaming Konzerns genauer angesehen. Der Aufwärtstrend der letzten Monate war überaus beeindruckend. Dennoch hatte ich die Aussichten für die Netflix-Aktie auf neutral heruntergestuft. Die Tatsache, dass sich die Kurse erstmals dem Beginn der riesigen Kurslücke, welche im April dieses Jahres aufgerissen wurde, näherten, war Grund genug, etwas vorsichtiger zu werden.

Auf dem angesprochenen Niveau trafen zwei große Lager aufeinander: Zum einen jene Aktionäre, welche in den letzten Wochen gekauft hatten. Diese hatten das vermeintliche Kursziel erreicht und nutzten die Chance, um ihre Gewinne ins Trockene zu bringen. Andererseits gab es noch jede Menge Altaktionäre, welche das Papier vor dem Gap gekauft hatten. Diese waren mehr als froh, endlich wieder akzeptable Kurse zu erhalten, um ebenfalls ihre Positionen zu verkaufen.

Expertenmeinung: Das ist grundsätzlich auch das große Problem, wenn man Aktien kauft, welche stark gefallen sind. Es kommt auf dem Weg nach oben meist doppelter Verkaufsdruck auf und die Pullbacks und Abverkäufe können nach einem längeren Anstieg mitunter schärfer werden.

Wichtig für den weiteren Verlauf sind bei Netflix vor allem zwei Punkte. Zum einen sehen wir erneut ein kleines Gap, welches am Donnerstag aufgerissen wurde. Je länger dieses offen bleibt, umso bärischer das Signal. Der zweite wichtige Punkt ist das letzte Pivot-Tief von Ende November. Die Marke bei 275.94 USD darf keinesfalls nach unten gebrochen werden, um den Aufwärtstrend nicht zu gefährden.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 16.12.2022 Kurs: 290.71 Kürzel: NFLX | Online Broker LYNX
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bei einem solch großen Gap, wie es die Aktie des Streaming-Konzerns im April dieses Jahres aufgerissen hat, spielt der Beginn und das Ende der Kurslücke eine besonders wichtige Rolle. Bevor die Netflix-Aktie in den Keller rauschte, lagen die Kurse noch über der Marke von 333 USD. Diese Ebene wird als sogenannter Gap-Fill bezeichnet und exakt hier sind die Kurse mittlerweile angekommen.

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Bereits das Ende der Lücke bei rund 250 USD sorgte als sogenanntes Gap-Window über Monate hinweg für heftigen Widerstand. Erst als diese Hürde im Oktober gemeistert werden konnte, war der Weg in Richtung Norden wieder frei. Darum hatte ich auch im November das Kursziel auf exakt 330 USD nach oben angehoben. Nun wäre es nicht unüblich, wenn sich die Bullen in den kommenden Tagen und Wochen an der nächsten Hürde die Zähne ausbeißen würden.

Expertenmeinung: Der Trend befindet sich in einer bullischen Phase. Dennoch gehe ich vorerst eher nicht davon aus, dass die Netflix-Aktie den nächsten Sprung nach oben ohne weiteres schaffen wird. Hierzu ist der Widerstand einfach zu bedeutend.

Natürlich können die Bullen überraschen und das schier Unmögliche noch im Dezember schaffen, was mich persönlich jedoch wundern würde. Eine etwas längere Konsolidierungsphase rund um die Marke von 330 USD wäre wünschenswert, um vielleicht zusammen mit guten Quartalsergebnissen im Januar 2023 dann den erwähnten Widerstand zu brechen. Dies wäre wohl das wahrscheinlichere Szenario. Lassen wir uns überraschen.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 14.12.2022 Kurs: 317.83 Kürzel: NFLX | Online Broker LYNX
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Netflix ist die Aktie der „gesenkten Daumen“. Zwischen November 2021 und Mai 2022 wurde diese Aktie förmlich zertrümmert. Und kaum jemand hätte noch viel darauf wetten wollen, dass sich das auf absehbare Zeit ändert. Aber gerade ist die Aktie dabei, genau das zu schaffen.

Die Hälfte der die Netflix-Aktie verfolgenden Analysten stufen sie als „Kauf“ ein, die andere Hälfte aber nicht. Da urteilt die Mehrheit mit „Halten“, manche raten sogar zum Ausstieg. Und das durchschnittliche Kursziel, das vor einem Jahr noch über 600 US-Dollar lag, liegt jetzt bei 293 US-Dollar … und wäre jetzt klar überschritten. Was passiert hier gerade?

Die Käuferseite geht hier gerade eine Wette ein. Eine Wette darauf, dass der Pessimismus, der sich aus einer vor einem Jahr aufgekommenen Schwäche bei der Neukundengewinnung ergeben hatte, überzogen ist. Und die Bullen könnten damit womöglich recht haben. Denn die bislang neusten Zahlen des Streaming-Dienstes waren ja allemal beeindruckend. Netflix hatte im dritten Quartal mit 3,10 US-Dollar pro Aktie fast so viel verdient wie im Vorjahr, während die Analysten im Vorfeld davon ausgegangen waren, dass der Gewinn um 2,18 US-Dollar liegen und somit herb einbrechen wird. Das war schon mal gut … und jetzt hofft man, dass es Netflix im laufenden Quartal gelingen wird, die Zweifler eines Besseren zu belehren und im Januar mit einer herausragenden Bilanz die Basis für eine Hausse zu legen.

Expertenmeinung: Machbar oder nicht? Es ist eine Wette, man kann nicht sicher abschätzen, wie es mit der Abonnentenzahl läuft, während Netflix versucht, die Einnahmeseite z.B. durch das Stoppen von Abo-Mehrfachnutzungen zu stärken. Aber eine Chance ist allemal da, denn das, was Netflix in den vergangenen Wochen an neuen Filmen und Serien präsentierte, war womöglich stark genug, um die Abonnenten bei der Stange zu halten und neue Kunden zu rekrutieren, trotz einer nicht unerheblichen Konkurrenz. Man wird es sehen. Wichtig ist bis zur am 17. Januar erwarteten Bilanz vor allem, dass das Momentum der Aufwärtsbewegung erhalten bleibt. Und dazu sollte die Widerstandszone bezwungen werden, an die sich der Kurs jetzt herangekämpft hat.

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Zunächst war es nur eine Bodenbildung nach einem gewaltigen Abwärtsimpuls, die Netflix zeigte. Die verlagerte sich dann zwar im August eine Ebene höher, aber solange noch nicht einmal begonnen wurde, das letzte „Gap“ vom April, die große Abwärtskurslücke, zu schließen, war nach oben nicht viel zu erwarten. Aber die starke Bilanz vom Oktober änderte das. Netflix lief in die „Gap-Zone“ hinein. Damit war das charttechnische Ziel klar: Diese Zone wird durchquert, das „Gap“ also geschlossen. Das erschien ambitioniert, immerhin musste Netflix dafür satte 35 Prozent zulegen. Aber jetzt ist genau das gelungen, die Aktie ist nahe an das obere Ende des Gaps bei 333 US-Dollar herangelaufen. Diese Linie bildet zusammen mit dem Januar-Tief bei 351 US-Dollar die nächste Widerstandszone, die es zu bezwingen gälte.

Klappt das? Im Vorfeld der nächsten Bilanz wird das nicht einfach, zumal der Kurs am oberen Ende seines Trendkanals angestoßen ist. Aber unmöglich ist an der Börse nichts, daher: Ob man auf diesen Zug jetzt noch aufspringen will, nachdem sich Netflix bereits fast 100 Prozent über dem Jahrestief befindet, ist eine Frage des persönlichen Risikos. Aber ob man es wagen sollte, bei einem Chartbild wie diesem auf der Short-Seite dagegenzuhalten, ist wiederum eine Frage der Vernunft … ich für meinen Teil würde es nicht tun.

Netflix-Aktie: Chart vom 02.12.2022, Kurs 320,41 US-Dollar, Kürzel NFLX | Online Broker LYNX
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnissen konnte die Aktie des US-Streamingkonzerns Mitte Oktober den Turbo zünden.

Das im April aufgerissene Gap hinterließ eine große Lücke und das sogenannte Gap-Window, das untere Ende der Spanne, sorgte über Monate hinweg für Gegenwind. Zahlreiche Anleger waren froh, exakt hier ihre Netflix-Aktien noch zu einem vernünftigen Preis auf den Markt werfen zu können und somit bildete diese Ebene einen hartnäckigen Widerstand. Mit den zuletzt positiven Ergebnissen konnte die Marke bei rund 250 USD dann endlich zurückerobert werden und der Spieß drehte sich um. Der Widerstand wurde auf einmal zu einem starken Support und etliche Anleger schnappten beim Pullback zurück auf diese Marke zu. Der Kaufsignal war nicht zu übersehen und die Kurse legten in Folge +20% innerhalb weniger Tage zu. Der Aufwärtstrend wurde durch ein weiteres höheres Hoch zudem bestätigt.  

Expertenmeinung: Alles in allem sehen wir hier aktuell einen robusten und intakten Aufwärtstrend. Netflix hat es als erste der FANG-Aktien geschafft, den 200-Tage-Durchschnitt zurückzuerobern.

Bereits Mitte Oktober hatte ich die Möglichkeit auf eine starke Rally angesprochen, sobald die 250er Marke fallen würde. Wo liegt nun das nächste Kursziel? Hierbei blicken Anleger auf den Beginn des Gaps von April dieses Jahres. Dieses wurde bei rund 330 USD gestartet und könnte womöglich das finale Kursziel des jetzigen Anstieges sein. Vielleicht schafft es Netflix noch, dieses Ziel bis Ende des Jahres zu erreichen.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 18.11.2022 Kurs: 287.98 Kürzel: NFLX | Online Broker LYNX