Netflix Aktie Prognose Netflix: Anleger schauen auf diese Marke

News: Aktuelle Analyse der Netflix Aktie

von |
In diesem Artikel

Netflix
ISIN: US64110L1061
|
Ticker: NFLX --- %

---
USD
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Chartanalyse
Basis 6 Monate neutral
Zur Netflix Aktie
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten Handelstagen hat es insbesondere Technologie- und Wachstumswerte hart erwischt. Die Angst vor weiteren größeren Zinsanhebungen lässt Anleger zittern und zahlreiche Papiere haben erneut den Weg Richtung Süden eingeschlagen. Nur wenige können sich dem bärischen Treiben derzeit entziehen und eine davon ist die Netflix-Aktie.

Hier scheint die Bodenbildung der letzten Monate abgeschlossen zu sein und es besteht sogar die Möglichkeit, wieder in eine Phase 2, einen bestätigten Aufwärtstrend, überzugehen. Noch ist die Aktie nicht über den Berg, aber die Relative Stärke zum Gesamtmarkt macht zumindest etwas Hoffnung.  

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Netflix Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Der Widerstand bei rund 250 USD ist im Netflix Chart klar und deutlich ersichtlich. Exakt diese Ebene müsste nun nach oben gebrochen werden, um den Turbo zu zünden. Ob die Aktie dies in der aktuellen Marktkonstellation jedoch schaffen wird, bleibt abzuwarten.

Ein kleinerer Boden hat sich mittlerweile bei 214.69 USD gebildet. Wenn das positive Momentum der letzten Wochen nichts ins Stocken geraten soll, dann darf dieser Pivot-Punkt keinesfalls nach unten gebrochen werden, denn ansonsten besteht die Gefahr auf einen Rücklauf auf bis zu 205 USD. Hier sind die Kurse zuletzt im Juli nach oben ausgebrochen und lieferten ein klares Kaufsignal. Die kommenden Wochen werden ungemein spannend. Mal sehen, ob Netflix wieder zur alten Stärke zurückfindet.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 15.09.2022 Kurs: 235.38 Kürzel: NFLX | Online Broker LYNX
Top Flop Aktien – Übersicht der Gewinner und Verlierer

Welche Aktien in den wichtigen Indizes sind in letzter Zeit am meisten gestiegen oder gefallen? Was sind die Top-Aktien 2022? Welche Aktien haben die beste Performance über die letzten 5 Jahre und welche Aktien sind stark gefallen? Hier finden Sie es heraus: DAX Top FlopMDAX Top FlopEuro Stoxx Top FlopDow Jones Top FlopNasdaq 100 Top Flop

Ab jetzt täglich die neuesten Börsenblick-Analysen per E-Mail erhalten
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
T-Hoch
T-Tief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Achim Mautz
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Netflix Aktie

Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der US-Streaming-Konzern hat seine Tage als Führungstitel unter den Wachstumsaktien schon längst abgegeben. Zahlreiche schlechte Quartalsergebnisse in Folge haben die Kurse der Netflix-Aktie in den Keller stürzen lassen. Erst der Monat Juli gab es die entscheidende Wende, zumindest vorübergehend. Die Bodenbildung, welche sich von Mai bis zu diesem Zeitpunkt erstreckte, konnte mit dem Breakout über die Marke von ca. 205 USD beendet werden. Zu diesem Zeitpunkt übernahmen wieder die Bullen das Ruder und führten die arg gebeutelte Aktie wieder in eine neutrale Kaufphase zurück. Das nächste Kursziel war recht offensichtlich. Von April war noch ein riesiges Gap offen. Das sogenannte Gap-Window, wo sich die Kurslücke eröffnete, war bei rund 250 USD zu finden. Dieses Kursziel wurde absolut nach Regieplan erreicht, doch genau hier ging der Aktie in Folge auch die Käuferschicht wieder abhanden. 

Expertenmeinung: Die 50-Tage-Linie ist auf mittelfristiger Sicht nicht unwichtig und wird gerade getestet. Ein Bruch nach unten würde einen Test des Ausbruchsniveaus bei rund 205 USD mit sich bringen. In diesem Bereich wird sich zeigen, ob der Ausflug der Netflix-Aktie nach oben nur von kurzer Dauer war, oder ob sich hier eine nachhaltige Trendwende ergeben kann. Vorerst ist das weitere Ergebnis noch völlig offen, aber eines ist klar. Die wichtigen Marken müssen halten. Wenn nicht, wäre der nächste Abverkauf wohl schon vorprogrammiert. Die nächsten Handelstage werden hier überaus wichtig.  


Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 06.09.2022 Kurs: 217.52 Kürzel: NFLX | Online Broker LYNX
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Netflix hat viele Dinge geschafft, die nicht oft gelingen. Zum Beispiel eine Marke aufzubauen, die wirklich jeder kennt.
Eine Branche geradezu zu erfinden und zu dominieren und Milliardenumsätze zu generieren.
Aber auch vom absoluten Anlegerliebling zu einem Totalabsturz zu werden.

Harte Zeiten

Man möchte sich nicht als Schlaumeier darstellen, denn jeder macht an der Börse Fehler.
Aber auf die zunehmende Konkurrenz, vor allem durch Disney, das nachlassende Wachstum sowie den ausgereizten US-Markt hatten wir bereits Monate vor dem Absturz hingewiesen.
All das war wirklich keine Überraschung.

Wirklich überraschend war die Kursreaktion darauf. Erst reagierte der Markt darauf gar nicht und der Kurs stieg einfach weiter, dann reagierte er plötzlich mit massiven Sell-Offs.
Mir wäre kein anderes Beispiel bekannt, bei dem ein Konzern mit einem Börsenwert von mehreren hundert Milliarden Dollar plötzlich derartig ins bodenlose gefallen ist.

Die Vorgänge sind wirklich einmalig. Es sind harte Zeiten, nicht nur für die Aktionäre von Netflix.

Das schlimmste ist vorbei

Die Wahrscheinlichkeit ist aber groß, dass die schwierigste Zeit hinter uns liegt. Das gilt sowohl für die Aktionäre von Netflix als auch das Unternehmen selbst.

Disney ist mit einem Wettkampfpreis an den Markt gegangen, um möglichst schnell viele Kunden zu gewinnen.
Disney+ kostet in den USA 7,99 USD und Netflix 9,99 USD pro Monat. Auch in allen anderen Märkten, die ich mir angesehen habe, hat man Netflix preislich unterboten.

Die Kundengewinnung hat aus Sicht von Disney hervorragend funktioniert, was als nächstes passiert sollte aber auch klar sein.
Kein Streaming-Anbieter verdient bisher wirklich gutes Geld. Daher werden alle die Preise erhöhen.

Disney hat erst vor wenigen Tagen bekannt geben, dass man den Preis für ESPN+ von 6,99 auf 9,99 USD pro Monat erhöhen wird. Der Dienst ist sehr viel kleiner als Disney+, daher werte ich das als Testballon.
Man möchte sehen, wie die Kunden darauf reagieren.

Preiserhöhungen führen im ersten Moment zu Kündigungen, ändern langfristig aber nichts daran, dass das klassische Fernsehen ein Auslaufmodell ist und Streaming die Rolle des TV übernehmen wird.

Die Preise werden steigen

Außerdem werden die Preise auch auf höhere Akzeptanz stoßen, wenn alle Streaming-Anbieter plötzlich 15 statt 10 USD pro Monat kosten.

Die Wettbewerbsintensität dürfte daher nachlassen und die Preise werden sich auf einem Niveau einpendeln, auf dem die großen marktbeherrschenden Akteure wie Netflix und Disney gutes Geld verdienen.

Man könnte jetzt noch ausführlich darauf eingehen, wie groß die Werbeausgaben im klassischen TV trotz alledem noch sind. In diesem Jahr dürften es mehr als 150 Mrd. USD sein.
Ein bedeutender Teil davon vom TV in das Streaming-Segment abwandern.

150 Mrd. Gelegenheit

Vermutlich wäre das schon geschehen, wenn die großen Streaming-Anbieter auch werbebasierte Angebote hätten.

Warum Netflix diesen Weg nicht schon lange gegangen ist, habe ich nie wirklich verstanden. Man wird seine Gründe gehabt haben.
Aber spätestens seit Dienstag ist klar, dass man ab Anfang 2023 ein neues Modell einführen wird.

Der Preis wird niedriger sein als bei den bisherigen Abos, dafür wird es Werbung geben. Für Netflix ist es schließlich unerheblich, ob der Umsatz durch Abos oder durch Werbekunden generiert wird.

Das Thema „Sharing“, also das Teilen von Accounts, geht man ebenfalls aktiv an.
In Lateinamerika testet man derzeit ein kostenpflichtiges Sharing bei dem der Zweitnutzer 3 USD pro Monat zahlt.
Besser 3 USD als null.

Es gibt Schlimmeres

Bei all dem Fokus auf die Nutzerzahlen, sollte man auch eine Sache nicht vergessen. Netflix wächst nach wie vor.
Wie bereits angerissen, führen Preiserhöhungen kurzfristig zu Kündigungen, aber die Mehrheit behält sein Abo und manch ein Kunde, der gekündigt hat, will etwas später dann doch nicht mehr auf Netflix verzichten.

Am Dienstag wurden nachbörslich Quartalszahlen vorgelegt.

Der Gewinn lag mit 3,20 je Aktie weit über den Erwartungen von 2,90 USD. Der Umsatz verfehlte mit 7,97 Mrd. die Analystenschätzungen von 8,05 Mrd. USD jedoch leicht.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzwachstum von 9%, währungsbereinigt lag das Plus bei 13%.
Der Gewinn legte um 8% zu.

Erleichterung macht sich breit

Aber Netflix hat auch die Probleme klar benannt. Die Zahl der Abonnenten ist im Verglich zum Vorquartal um 0,97 Millionen gesunken.
Netflix hat also weniger Abonnenten verloren als befürchtet. Bisher hatte man erwartet, dass man 2 Millionen Kunden kündigen werden.

Schön ist das trotzdem nicht, aber man sollte einige Dinge nicht vergessen:
Im laufenden Quartal sollen die Abo-Zahlen wieder um eine Million steigen. Auf Jahressicht hat man mehr als 10 Millionen Kunden gewonnen, obwohl man das Russland-Geschäft eingestellt hat.

Darüber hinaus hat man abermals bestätigt, dass man fortan einen positiven freien Cashflow erzielen wird.
Im laufenden Geschäftsjahr sollen es rund eine Milliarde USD werden. Für das kommende Jahr stellt man einen erheblichen Anstieg („substantial growth“) in Aussicht.

Chart vom 19.07.2022 - Kurs: 215 Kürzel: NFLX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 19.07.2022 – Kurs: 215 Kürzel: NFLX – Wochenkerzen

Anleger reagieren wohl erleichtert auf die Zahlen und die Entwicklung der Abos. Nachbörslich hat die Aktie um 6,63% auf 215,00 USD zugelegt.

Kann dieser Anstieg im regulären Handel bestätigt werden, wurde ein Kaufsignal über 200 USD ausgelöst. Aus technischer Sicht ist damit der Weg in Richtung 230 oder womöglich sogar 255 USD frei.

Fällt die Aktie jedoch unter 200 USD, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.

Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Die Aktie des Streaming-Dienstes Netflix bewegt sich derzeit auf einem Kursniveau, das man zuletzt 2017 gesehen hatte, das Minus seit der Jahreswende beläuft sich auf ca. 70 Prozent. Und trotzdem geht hier niemand auf Schnäppchenjagd. Weil Netflix keines ist?

Genau das befürchten die meisten Investoren in der Tat. Man fürchtet, dass die Aktie auch jetzt noch nicht zwingend „unten“ ist, weil zu passieren droht, was einem Unternehmen wie Netflix auf keinen Fall passieren sollte: Das Ende des Wachstums und der Verlust der dominanten Marktstellung.

Die Aktie brach am 20. April als Reaktion auf Quartalsergebnisse ein, die hinsichtlich des Gewinns pro Aktie klar über den Analystenerwartungen lagen. Seltsam? Nein, denn es ging nicht um das, was war, sondern um das, was kommen würde. Netflix hatte zwar im ersten Quartal noch gut verdient, aber 200.000 Nutzer verloren statt, wie selbst im Januar avisiert, 2,5 Millionen Nutzer hinzuzugewinnen. „Peanuts“ angesichts der immer noch 221 Millionen zahlenden Kunden? Ja, wenn es dabei bleiben würde. Aber Netflix selbst rechnet für das jetzt endende, zweite Quartal mit mehr Abgängen, da stellte man einen Rückgang von zwei Millionen Nutzern in den Raum. Das ist ein Indiz dafür, dass etwas schiefläuft – und das haben die Trader mit diesem massiven Selloff in die Aktie eingepreist.

Expertenmeinung: Mittlerweile macht sich die wachsende Konkurrenz im Streaming-Markt immer stärker bemerkbar. Amazon, Apple und Walt Disney haben ihre eigenen Angebote. Damit beginnen die Kunden auszuwählen, denn alles auf einmal zu abonnieren, kommt langsam teuer. Zugleich ist aber der Kapitalaufwand weiter immens, um eigene Produktionen anbieten zu können und so den Abonnentenlevel einigermaßen zu halten. Was da Sorgen bereitet ist, dass Netflix womöglich noch nicht die Größe erreicht hat, um diese Kosten dauerhaft und deutlich durch die Einnahmen zu decken.

Noch ist Netflix von der Verlustzone zwar deutlich entfernt. Aber die beginnende Abwanderung der Abonnenten ist schwer einzugrenzen … und solange die Aktie derart gedrückt bleibt, sehen Trader die Lage natürlich pessimistischer als in einem Aufwärtstrend. Womit klar wird, was nötig ist, um das Ruder herumzureißen: Gute Nachrichten. Eine Quartalsbilanz, die erneut die Analystenerwartungen übertrifft und die vor allem zeigt, dass weniger Abonnenten abwandern als befürchtet bzw. Netflix‘ Plan, die Doppelnutzung von Accounts jetzt zu unterbinden, die Lage stabilisiert, statt sie kritischer zu machen. Der Haken dabei ist:

Die Aktie läuft seit Mai in einer Seitwärtsrange zwischen 162,71 und 207,38 US-Dollar und ist derzeit nahe an deren unterer Begrenzung. Da die nächste Quartalsbilanz erst in vier Wochen ansteht, kann es sein, dass die Trader die Ergebnisse nicht abwarten und Netflix schon vorher aus der Handelsspanne nach unten herausdrücken. Daher: Selbst, wenn man optimistisch wäre, dass da viel heißer gekocht wird, als es später gegessen wird, sollte man besser erst nach einem bullischen Signal der Charttechnik aktiv werden. Was gegeben wäre, wenn Netflix diese Handelsspanne mit Schlusskursen klar über 207,38 US-Dollar nach oben verlässt.

Netflix-Aktie: Chart vom 17.06.2022, Kurs 175,51 US-Dollar, Kürzel NFLX | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der US-Streaming-Konzern war einmal mehr das erste Unternehmen aus der Reihe der FANGs, welches gestern nach Börsenschluss seine Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal präsentierte. Dabei war die Hoffnung groß, dass die neuesten Zahlen den vorherrschenden Abwärtstrend der Aktie beenden würden. Doch weit gefehlt.

Auf den ersten Blick sehen sowohl der Gewinn als auch der Umsatz noch recht gut aus. Der Umsatz lag mit 7.9 Milliarden US-Dollar im Rahmen der Erwartungen und der Gewinn lag sogar deutlich über dem Konsens der Analysten. Die Tatsache, dass der Streaming-Dienst jedoch erstmals seit 10 Jahren Kunden verloren hat, brachte eine Welle der Enttäuschung. Anleger warfen ihre Papiere im nachbörslichen Handel regelrecht auf den Markt und die Kurse gingen um über 25 Prozent Richtung Süden. Das sieht alles andere als gut aus.

Expertenmeinung: Insgesamt verlor Netflix über 200.000 Kunden und bekommt die aktuelle Krise in Europa unmittelbar zu spüren. Vor allem der Wegfall von Abonnenten aus Russland war immens. In Kanada und den USA wurden ebenfalls rund 600.000 Kunden verloren.

Auch der Corona-Boost, wo sich noch viele Kunden im Home-Office oder einfach zu Hause befanden, ist mittlerweile Geschichte. Andere Streaming-Dienste wie Disney oder Roku verloren im nachbörslichen Handel ebenfalls deutlich an Wert. Analysten fragen sich derzeit, wie es Netflix schaffen kann, auch in Zukunft hohe Wachstumsraten zu generieren. Dies fragen sich indes auch immer mehr Anleger und somit könnte die Erfolgsgeschichte des Konzerns zumindest was das Wachstum angeht, am Ende des Ziels angekommen sein. Für die Aktie selbst könnte es auch in den kommenden Wochen und Monaten weiter nach unten gehen. Ich bleibe bei meiner bärischen Gesamteinstufung.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 19.04.2022 Kurs: 348.61 Kürzel: NFLX | Online Broker LYNX

Wenn uns ein Absturz wie der von Netflix eine Sache lehren sollten, dann, dass man sich an der Börse auf das Unerwartete vorbereiten muss. Oder war der Absturz wirklich so eine Überraschung?

Das erwartet niemand

Als die Aktie noch bei 700 USD notierte, hätten einen die meisten wohl für verrückt erklärt, wenn man für Ende Januar ein Kursziel von 351 USD ausgegeben hätte.

Es ist übrigens nur eins von vielen Beispielen, das man heranziehen könnte. Denken Sie nur daran, dass PayPal vor wenigen Monaten noch bei über 300 USD stand, nur um dann auf unter 100 zu kollabieren.

Das Interessanteste daran ist aus meiner Sicht aber nicht, dass es zu derartigen Kursbewegungen kommt, sondern die Veränderung des Sentiments.

Wäre man, während die Rallye noch lief, in ein beliebiges Börsen-Forum eingetaucht, hätte es nur so vor begeisterten Anlegern gewimmelt.
Gegenseitig schaukelt man sich hoch und bestärkt sich, welch herausragendes Unternehmen Netflix doch ist und dass der Kurs nur steigen kann.

Nachdem der Kurs dann abgestürzt ist, werden plötzlich nur noch die Probleme diskutiert. Die zunehmende Konkurrenz durch Disney+, die sinkenden Wachstumsraten und so weiter.

Fähnchen im Wind

Plötzlich scheint keiner mehr davon überzeugt zu sein, dass Netflix ein herausragendes Unternehmen ist. Man ist zutiefst verunsichert.

Dabei haben die nun diskutierten Problem bereits einen Kurssturz verursacht und sind eingepreist, werden dann aber trotzdem dafür genutzt, gerade jetzt von einem Kauf der Aktie abzuraten.

Das ist nur einer der vielen Mechanismen, die immer wieder zu Übertreibungen an der Börse führen.
Wir haben es mit einer ganzen Reihe von sich selbst verstärkenden Effekten zu tun.

Der Kurs für sich genommen übt bereit erheblichen Druck auf Anleger aus und beeinflusst sie in ihrer Entscheidungsfindung.
Fällt eine Aktie, muss an den Unkenrufen etwas dran sein. Läuft hingegen eine Rallye, scheint alles bestens und die Probleme interessieren niemanden.
Das solche Entwicklungen böse Enden müssen, sollte klar sein.

Im Fall von Netflix ist das besonders faszinierend. Auf die zunehmende Konkurrenz durch Disney+ und die sinkenden Wachstumsraten hatten wir über Monate hinweg immer wieder hingewiesen.
Es war für jeden ersichtlich und offensichtlich.

Während die Rallye lief, wurde es schlichtweg ignoriert. Bis man es eben nicht mehr ignorieren konnte.

Am anderen Ende der Gleichung

Wer sich an der Börse umgekehrt verhält, kann diese Entwicklungen für sich nutzen. Es ist nicht das erste Mal, dass Netflix abstürzt.
Damals gab es vermeintlich gute Argumente gegen die Aktie und heute gibt es sie auch.

Wenn man allerdings das Große und Ganz betrachtet, dürfte eins klar sein: Der Trend hin zu Streaming und weg vom linearen Fernsehen wird auf unabsehbare Zeit anhalten.

Schauen Sie sich nur bei den jüngeren Jahrgängen um.
Die meisten schauen kein Fernsehen mehr, nutzen aber ausgiebig Netflix und andere Streaming -Services.
Die Korrelation ist eindeutig: Je jünger die Menschen sind, umso weniger spielt klassisches TV noch eine Rolle.

Der Trend wird sich also fortsetzen und Netflix ist einer der dominanten Akteure in diesem wachsenden Streaming-Segment.
Einem Markt, der bisher noch vollkommen untermonetarisiert ist, da keine oder kaum Werbung geschalten wird.

Darüber hinaus erschließt sich der Konzern derzeit die nächsten Wachstumsfelder. Eine eigene Spieleschmiede dürfte ein klarer Hinweis darauf sein, dass man auch im E-Sports-Streaming aktiv werden will.
Damit geht man den nächsten zukunftsträchtigen Milliardenmarkt an.

Ausblick und Bewertung

Daher dürfte sich das Wachstum perspektivisch auch fortsetzen. Bis 2024 soll der Umsatz von zuletzt 29,7 auf 42 Mrd. USD klettern.
Der Gewinn soll von 5,12 auf 8,3 Mrd. USD steigen.

Darüber hinaus soll es zukünftig auch keinen Cashburn mehr geben. Das stellt Netflix auf ein zunehmend solides und sicheres Fundament. Zwischenzeitlich war das Ausmaß an Cashburn wirklich erschreckend.
Das hat sich geändert.

Daher könnte man durchaus argumentieren, dass jeder Dollar an Umsatz heute wertvoller ist als in der Vergangenheit.
Trotzdem wird Netflix aktuell für ein KUV von 5,8 gehandelt. Das ist der niedrigste Wert seit 2014 und weit unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre von 8,7.

Geht man davon aus, dass die Prognosen erfüllt werden und die Bewertung auf dem derzeit niedrigen Niveau bleibt, ergibt sich daraus auf Sicht von zweieinhalb Jahren ein Kursziel von 536 USD.
Das ist keineswegs hoch gegriffen, entspräche aber bereits einer annualisierten Rendite von 15%.

Chart vom 29.03.2022 Kurs: 379 Kürzel: NFLX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 29.03.2022 Kurs: 379 Kürzel: NFLX – Wochenkerzen

Erste positive Signale würden sich über 383 USD ergeben. Dann wäre der Weg in Richtung 413 USD frei.
Gelingt ein nachhaltiger Anstieg über 413 USD, hellt sich das Chartbild nachhaltig auf.

Antizyklische Investoren können das aktuelle Niveau nutzen, sollten jedoch einen erneuten Rücksetzer an den Aufwärtstrend und die Unterstützung bei 350 USD einplanen.

Fällt die Aktie jedoch unter 330 USD, könnte es zu einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 300 USD kommen.